So geht einnisten

Das Zuhause wird in diesen Tagen zum Nest. Wie Sie dieses besonders gemütlich bauen.

Schaffen Sie mehr Nähe

Da wir gerade soziale Distanz pflegen, sehnen wir uns zu Hause nach mehr Nähe. Diese entsteht durch räumliche Geborgenheit und diese hat wiederum viel mit dem Gruppieren von Möbeln zu tun. Stellen Sie Ihre Möbel nicht als Einzelstücke in die Wohnung, sondern kreieren Sie ein harmonisches Zusammenspiel. Auch wenn Sie alleine wohnen und nun keine Gäste haben, vermittelt eine Sitzgruppe, in der sich Sofas, Sessel und Stühle gegenüberstehen, Wärme und Nestgefühl. So werden die Möbel zu Freunden. Zeigen Sie ihnen Ihre Liebe und machen Sie alles hübscher. Krönen Sie Ihren Couchtisch mit hübschen Vasen. Die bereiten auch Freude, wenn sie leer sind, und sorgen für Farbe, denn es ist jetzt schwierig geworden, Blumen zu finden. Plustern Sie Ihr Sofa mit Kissen und Decken auf und sorgen Sie für warmes Licht. (Bild über: Living Hip)

Kreieren Sie neue Plätze 

Je mehr man zu Hause ist, umso enger wird es. Verändern Sie alles ein bisschen – Sie erobern sich so die Wohnung neu. Gerade Fensterplätze werden oft zu wenig genutzt. Dabei gibt gerade die Aussicht vom sicheren Plätzchen das typische Nestgefühl. (Das Bild zeigt das Zuhause von John Derian, der berühmt ist für seine Decoupage-Objekte, entdeckt über Quintessence Blog.

Sorgen Sie für Unterhaltung

Ablenkung tut nun sehr gut. Füllen Sie also Ihr Nestchen mit Dingen, die dazu inspirieren. Vermeiden Sie das übermässige Konsumieren von Social Media, Netflix und Coronanachrichten und wenden Sie sich auch ruhigeren Unterhaltungsformen zu. Musik, Bücher, Stricken und Nähen, Malen und Schreiben, einen wirklich guten Film schauen – all das hilft zur Ablenkung und bereichert das Leben. Es vermittelt Energie und saugt sie nicht weg, wie endloses Klicken und Surfen auf dem Netz das macht. Legen Sie also Bücher, Musik und Objekte bereit, die Sie inspirieren und die es Ihnen ermöglichen, an etwas anderes zu denken. (Bild über: Anna Cate on Instagram

Wählen Sie einen Thron

Zu Beginn des Sweet-Home-Blogs habe ich einmal eine Geschichte geschrieben über Loungesessel. In diesem Artikel habe ich sie als eine Art Thron oder Fahrersitz bezeichnet, wie sie Männer besonders lieben. Vieles hat sich seither verändert. Ich empfinde einen typischen Loungesessel immer noch eher als Lieblingsmöbel für Männer, doch dieses Beispiel vom Blog Mary Mary zeigt, dass Loungesessel durchaus weniger cool und slick eingesetzt werden können und erst noch sehr viel Nestchen-Potenzial haben.

Füllen Sie Ihre Regale mit Liebe

Das kleine Windlichtchen hier, das Blumentöpfchen da, die Zeichnung vom Göttibueb oder das Foto von den letzten Ferien helfen einem Bücherregal, einzigartig und persönlich zu werden. Das Sammeln und Platzieren von Schätzen gehören zum Nestchenbauen dazu. Und vergessen Sie nie: In der Vogelwelt, also bei den Profis der Nestbauerei, sind es oft die Männchen, die ein Nest schmücken. Auch diese Wohnung gehört einem jungen Mann. Er heisst Sebastian, und seinen Instagram-Account habe ich bereits einmal im Beitrag «Zu Tisch, bitte!» vorgestellt. Dieses charmante Bild habe ich auf seinem Blog entdeckt. Es zeigt, dass man mit wenig Platz, kleinem Budget und guten Ideen ein kuschlig-gemütliches und zugleich stilvolles Zuhause einrichten kann. Und hier ist Sebastian auf Instagram.

Verlieren Sie die Angst vor Kuschligkeit

Kissen, Decken, ein bisschen Plüsch und schönes Licht tun nun jeder Wohnung, jedem Sitzmöbel, dem Bett und der Seele gut. Sie sind essenzielle Zutaten zum Nestchenbauen. Wie hübsch und frisch das aussehen kann, zeigt dieses Beispiel von A Nordic Story auf Instagram.

Geben Sie Ihrer Wohnung Kleider

Textilien sind eine Art von Kleider, Farben die andere. Beide ziehen eine Wohnung an, machen sie wärmer und heimeliger. Nähen Sie Vorhänge oder streichen Sie Wände an. Vielleicht ist jetzt nicht gerade der richtige Zeitpunkt für solch grosse Projekte. Oder vielleicht ist es genau das, was Ihnen nun hilft, um mit dem Zuhausesein, dem Alleinsein und der Distanz zu Freunden und Familie besser zurechtzukommen. Ich weiss nicht, ob Farbenhersteller jetzt Farben verschicken, aber es ist bestimmt eine Recherche wert. Stöbern Sie mal auf den Websites von Farrow and Ball, Little Greene oder Atelier Ellis nach Wunsch- und Traumfarben. Schon die Idee und der Plan dazu helfen grad, die Wohnung und das Leben anders zu sehen. (Bild über: Planete Déco)

Entdecken Sie Ablagen

Jetzt, da Sie öfter auf dem Sofa sitzen oder liegen, länger oder früher im Bett sind oder endlich mal den hübschen Sessel richtig nutzen, merken Sie vielleicht, dass es mit dem Drumherum nicht so ganz stimmt. Oft stellt man den Couchtisch zu weit weg, noch öfter ist er im Weg. Das Licht ist am falschen Ort, zu hell oder ungenügend. Jedes Sitz- und Liegemöbel ist ein Nestchen für sich, und die Ablagemöbel sind so was wie der Nestchenrand. Versuchen Sie es einmal mit dem Konsolenmöbel hinter der Couch, der Kommode neben dem Bett, oder rücken Sie ein Nachttischchen zum Sofa. (Bild über: L’extravagance)

Buchtipp

Wenn alles stimmt, dann nehmen Sie ein Buch zur Hand, tauchen in die Seiten ein und prüfen, ob Sie sich nun auf dem entsprechenden Möbel besser fühlen. Ein gutes Buch dazu ist diese amerikanische Geschichte einer Familie, die viele Probleme hat und hofft, diese mit einem gemeinsamen Treuhandfond, der «The Nest» heisst, zu lösen. Doch da steht so einiges im Weg. Es ist ein gutes Sofabuch, das ablenkt. Das Nest von Cynthia D’Aprix Sweeney. 

Sorgen Sie für neue Aussichten

Bilder an der Wand helfen – und führen auch zu einem stärkeren Nestchen-Effekt. Fall Sie keine haben, malen Sie etwas selber. Papier und Farben oder gar eine Leinwand können Sie bestimmt online bestellen oder Sie haben gar etwas im Haus. Auch Kritzeleien können charmant sein. Versuchen Sie es auch mit Collagen. Dazu brauchen Sie bloss ein paar Zeitschriften, Schere und Leim. (Bild über: Alvhem

Wohnen Sie überall

Vielleicht ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, einen Sessel ins Schlafzimmer zu stellen. Es kann sein, dass dann halt einer fehlt im Wohnzimmer, aber Sie haben neuen Wohnraum geschaffen und damit mehr Nestchenpotenzial. (Bild über: Inredningshjalpen, Quelle: Alexander White

Gestalten Sie die Küche freundlicher

Auch die Küche kann ein jetzt bisschen mehr Nestgefühl vertragen. Gute Ideen sind da Kräuter in Töpfen, Kerzen, Kochbücher, die griffbereit daliegen, und vielleicht auch ein Vorhang, um einige Küchenschranktürchen zu ersetzen. (Bild über: A Nordic Story)

Liebe Leserinnen und Leser, zum Schluss noch eine Info in eigener Sache: Der «Tages-Anzeiger», «Der Bund» und die «Basler Zeitung» bekommen morgen ein neues Design – und die Blogs einen neuen Platz auf unseren Webseiten. «Sweet Home» finden Sie ab sofort im Ressort «Leben» oder wie immer unter tagesanzeiger.ch/blogs/sweethome.

Credits: 

Blogs und Magazine: Inredningshjalpen, L’extravagancePlanete Déco, Sebastians, Mary Mary, Quintessence Blog, Living Hip
Shops und Kollektionen: John Derian
Immobilienagenturen: Alexander White, Alvhem 
Instagram: A Nordic Story, Sebastian, Anna Cate

 

3 Kommentare zu «So geht einnisten»

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.