Im Atelier der Textildesignerin Sonnhild Kestler

Viele kennen die farbenfrohen Foulards, Kleider, Accessoires, Badetücher oder Kissen der bekannten Schweizer Textildesignerin Sonnhild Kestler. Sweet Home hat sie in ihrem Atelier besucht, um herauszufinden, wie sie zu ihren fantasievollen Ideen und Umsetzungen kommt.

Fotos: Rita Palanikumar

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Sonnhild Kestler ist eine Textildesignerin, die ihre Arbeit als Kombination von Design und Handwerk versteht. Ihr Atelier ist auch eine Siebdruckerei. Hier entwirft sie ihre Kreationen, probiert aus, macht Prototypen und druckt am Schluss alles selbst. Sie fertigt ihre Siebe – für jede Druckfarbe ein neues – an und mischt die Farben. Am grossen Drucktisch werden Stoffe aufgespannt, die sie von Hand bedruckt. Die Designerin hat gerade den Grand Prix Design vom Bundesamt für Kultur gewonnen, ihre Arbeiten sind noch bis zum 20. Februar im Museum für Gestaltung in Zürich zu bestaunen. Sonnhild Kestler verkauft ihre  Kollektion in einem Shop im Shop bei Thema Selection.

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Hier sind zwei von Sonnhild Kestlers Foulardentwürfe an die Wand gehängt. Auf dem Drucktisch sind fertig bedruckte Stoffe aufgerollt.

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Sonnhild Kestler hat eine ganz eigene Entwurfstechnik entwickelt: Sie druckt Ornamente und mögliche Motive auf Papier, schneidet diese aus und stellt sie wie Collagen immer wieder anders zusammen, bis sie zum erwünschten Resultat kommt.

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Streifen sind bei Sonnhild Kestler nicht einfach Streifen, sie sind gemustert und werden zu etwas ganz Neuem, Unerwartetem zusammengesetzt.

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Die Textilkünstlerin sammelt leidenschaftlich Inspirationen, Bücher, schöne Dinge. Besonders interessiert sie die Volkskunst und das Handwerk, aber auch lustige, ungewöhnliche, verspielte und vor allem dekorative Dinge, die sie überall findet, in Geschäften, auf Märkten und auf Reisen. «Im Atelier habe ich genügend Platz, um meine Sammlungen zu archivieren», meint Sonnhild Kestler. Hier dient ein altes Regal aus einem Mercerie-Geschäft als Stauraum mit Einblick.

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Der grosse Drucktisch ist das Zentrum des Ateliers. Ursprünglich hat die Designerin angefangen, selber zu drucken, weil ihr das Geld fehlte, auswärts produzieren zu lassen. Mittlerweile ist das Drucken auch ein Teil ihrer künstlerischen Arbeit. Sie entwirft zum Teil druckend und hat die Handrucktechnik zum Kunsthandwerk gemacht.

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Das Atelier ist voll von ornamentalen Schätzen, Embleme, Rosetten, Bordüren und Blumen. Alles findet irgendwann mal den Weg auf den Stoff.

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Ob Stoffe aus anderen Kulturen oder Textilien aus aller Welt, wenn es schön und inspirierend ist, entgeht es Sonnhild Kestlers Auge nicht und findet einen Platz im grossen Regal. So können Streifenmuster, Farbaufteilung, Material oder Muster Vorbild oder Inspiration für eine neue Bluse, ein Foulard oder ein Accessoire werden.

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Sonnhild Kestler geht in ihren Ferien am liebsten auf Entdeckungsreise. So wählt sie Länder deren Volks-und Handwerkskunst sie interessieren. Ihre Reisen gingen nach Indien, Usbekistan und Syrien. «Leider, oder zum Glück, sind meine Koffer immer zu klein, um all das, was mir gefällt, mitzunehmen», lacht die Designerin.

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Ein Blumenständer aus den Fünfzigerjahren ist Ablagefläche für lustige Masken

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In einem Mercerie-Regal hat Sonnhild Kestler alle kleinen Dinge einsortiert, wie etwa Spielsachen, Postkarten, Schmuck, Pompons und Perlen.

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Das Atelier ist auch ein Archiv für Dekoratives aus aller Welt. Masken begeistern Sonnhild Kestler momentan besonders. Im Papierschrank werden die Entwürfe gelagert.

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Zeichnungen, Entwürfe und Inspirationen zieren die Wände des grossräumigen und lichtdurchfluteten Ateliers.

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Die verschiedenen Siebe sind sorgfältig gelagert. Gewisse Siebe kann die Textilkünstlerin mehrmals gebrauchen, diese können zu anderen Mustern oder in neuen Farbkombinationen angewandt werden und sind sozusagen ihr Kapital.

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Textilfarben werden nach eigener Rezeptur gemischt. «Farben wirken auf Stoffen immer besonders schön», schwärmt Sonnhild Kestler

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Das Endprodukt, die Stoffe auf Ballen aufgerollt, wartet auf die Verarbeitung. Schals und Foulards werden im Appenzell rouliert. «Dort gibt es noch Frauen, die das Know-how haben, von Hand zu roulieren», erklärt die Textildesignerin. So sind Kestlers Produkte von Anfang bis zum Schluss in sorgfältiger Handarbeit gefertigt. Das meiste davon in der Schweiz. Nur die Stickereien werden in Indien gemacht und die Häkelspitzen, die manchmal die Tücher abschliessen, in der Türkei.