So geht Gastfreundschaft

Geschenke, Champagner und Musik: Dank dieser 12 Tipps für Gastgeber und Gäste klappen Einladungen über die Festtage.

1 — Die Aufmerksamkeit

Gastgeber: Seien Sie vor allem nett und zuvorkommend zu Ihren Gästen. Ein guter Gastgeber ist aber auch aufmerksam. Er merkt, wenn Opa müde wird und lässt ihn nicht ewig auf dem harten Stuhl am Tisch sitzen, sondern bietet ihm einen Platz auf dem Sofa oder Sessel an, oder serviert am besten gleich allen das Dessert im Wohnzimmer. Er kennt auch die Vorlieben seiner Gäste, kocht das Richtige oder hat eine Alternative bereit, falls jemand etwas nicht mag. Er macht Gäste untereinander bekannt und setzt diejenigen zusammen, die sich auch etwas zu sagen haben. 

Gäste: Entspannen Sie sich. Auch wenn nicht alles so ist, wie Sie es gerne hätten. Sind sie nett und zeigen Sie sich in jedem Fall von ihrer besten Seite. Trinken Sie auf keinen Fall zu viel, essen Sie alles aus und loben Sie die Köchin oder den Koch. Wenn Ihnen niemand von den anderen Eingeladenen passt, dann spielen Sie am besten mit den Kindern oder lassen Sie Ihre Tischnachbarn einfach von sich selbst erzählen. Dabei helfen ein paar Fragen und Stichworte, wie etwa: Wann haben Sie Ihre grosse Liebe kennen gelernt, was möchten Ihre Kinder mal werden, oder an welche Weihnachtsfeier erinnern Sie sich besonders gerne? (Bild über: Love my dress)

2 — Die Schönheit

Gastgeber: Wenn Sie Gäste erwarten, dann machen Sie das Zuhause schön, sodass sich die Gäste auch willkommen fühlen. Da helfen frische Blumen. Saison haben Amaryllis, die sich mit oder ohne Grün in praktisch jeder Vase gut machen. Schneiden Sie sie ruhig zurück, denn die langen Blumen müssen nicht zwingend in ganzer Länge eingestellt werden, sondern sehen kürzer meist hübscher aus. 

Gäste: Ziehen Sie sich nett an. Kommen Sie nicht in ausgelatschten Turnschuhen oder löchrigen Pullis an einen festlichen Anlass. Schenken Sie Blumen oder Pralinen, die kommen immer gut an. (Bild über: Petra Metromode

3 — Die Gemütlichkeit

Wenn man sich bei jemandem zu Hause wohlfühlt, dann hat das sehr viel mit der Gemütlichkeit zu tun. Diese ist es, die ein Zuhause attraktiv macht. Man möchte sich nicht wie in einem Restaurant fühlen oder an einem Bankett. Auch wenn es an solch grossen Festtagen bestimmt ein bisschen anders ist als sonst, sollte man es dabei aber nicht übertreiben. Schöne Dekoration kommt an, einen überladenen Dekorausch aber empfindet man als beängstigend. (Bild: Zara Home)

Das wirkt für Gäste gemütlich: warmes Licht, weiche Sessel, Bücher, die zum Anschauen da sind, sanfte Musik im Hintergrund, eine entspannte Atmosphäre, der dezente Duft von selbst gebackenen Weihnachtsguetsli, warme Decken und einen hübsch gedeckten Tisch. 

Das finden Gäste ungemütlich: steife Tischordnung, allzu lange auf dem Stuhl sitzen zu müssen, zu perfektes Styling, das man nicht anzufassen traut, laute Musik, chaotische Unordnung, aufdringliche Raumdüfte, oder wenn das ganze Haus nach Gerichten wie Kohl oder Zwiebeln riecht, und wenn es so gar nichts hat, das man anschauen kann. 

4 — Die Drinks

Verwöhnen Sie Ihre Gäste nach deren Ankunft erst mal mit einem Getränk. Champagner ist immer eine gute Idee, aber auch ein einfacher Cocktail ohne Alkohol freut die Gäste. Achten Sie darauf, dass nicht zu viel getrunken wird, und halten Sie reichlich Wasser bereit. (Bild über: Pretty Stuff)  

5 — Die Häppchen

Wichtig ist auch, dass die Gäste ganz schnell etwas in den Magen bekommen. Dann fühlen Sie sich wohl und beschäftigt und können das erste Hungergefühl sättigen. Bieten Sie hierbei wenige, aber gute Häppchen an. Blinis mit Sauerrahm und Rauchlachs passen immer. (Bild über: Larder Love)

6 — Der Tisch

Ein festlicher Tisch hat am besten ein Tischtuch. Dieses muss aber nicht weiss sein. Alles geht, solange es winterlich, festlich und warm ist. Stoffservietten für alle – auch für Kinder – sind ein Muss. Es gibt viele Stoffservietten, die kein Vermögen kosten und auch nicht gleich ruiniert sind, wenn jemand rote Lippenstiftspuren hinterlässt. In Sachen Dekoration aber finde ich: Weniger ist mehr. Dekorieren Sie lieber um den Tisch herum statt auf dem Tisch. Hier genügen Kerzen und natürliche Dinge wie Blumen oder Zweige, die sehr tief eingestellt sind. (Bild: Zara Home)

7 — Das Festessen

Kochen Sie Gerichte, für die Sie nicht tagelang in der Küche stehen müssen. Schmorgerichte funktionieren immer gut, da man sie auch im Voraus zubereiten kann. Auch Backofengerichte kommen immer gut. Achten Sie darauf, dass es für alle etwas hat, das sie mögen und dass niemand einen vollgepackten Teller bekommt, den er aufessen muss. Lassen Sie Ihre Gäste auch selber schöpfen, dann werden Sie nicht dazu gezwungen, den ungeliebten Rosenkohl zu essen oder sich mit einem riesigen Stück Fleisch herumzuschlagen. Entdecken Sie am kommenden Donnerstag hier auf dem Blog viele Ideen für Festessen. (Bild über: Sainsbury)

8 — Der Notvorrat

An den Festtagen braucht es ein bisschen Extra-Notvorrat. Man weiss ja nie, ob auf einmal mehr Gäste kommen oder jemand länger bleibt. Auch wenn vor allem in den Städten immer Geschäfte offen haben, will man sich nicht zwingend an einem gemütlichen Weihnachtsmorgen in die Bahnhofgeschäfte quetschen. (Bild über: Higham

Meine Empfehlungen für einen Notvorrat über die Festtage: 

  • genügend Champagner
  • gutes Brot im Tiefkühler
  • Glace
  • etwas Süsses wie Panettone oder einen Stollen, den man ein bisschen getoastet mit Glace zum Dessert servieren kann
  • Käse und Crackers 
  • Blätterteig, weil man damit Resten eine Haube aufsetzen kann und so schnell ein feines Gericht zaubert
  • Bouillon, Gemüse und weisse Bohnen, weil eine feine Suppe immer gut ankommt
  • Pizzateig, weil man mit praktisch allem damit schnell Delikatessen bäckt

9 — Die Familie

Die Familie spielt in diesen Tagen eine ganz wichtige Rolle. Vermeiden Sie Streit, üben Sie sich in Toleranz und lieben sie! Die Liebe kommt am Fest der Liebe ja meist zu kurz. Eine gute Brücke schaffen Sie, wenn Sie zusammen alte Fotos anschauen, wenn Sie Dinge herausfinden, die alle lieben, wie etwa Musik, ein bestimmtes Gericht oder auch mal einen richtig gemütlichen Film. Brechen Sie Routinen: Gehen Sie an die Mitternachtsmesse, machen Sie einen Spaziergang, oder spielen Sie ein Gesellschaftsspiel. (Bild über: Style me pretty)

10 — Das Mitbringsel

Es muss nicht immer eine Flasche sein, die man mit zu einer Einladung bringt. In der Boutique Grieder ist gerade Nathalie Lete zu Gast. Da finden Sie Wundertüten, Küchentücher oder Notizhefte der talentierten Designerin, die allesamt zauberhafte und persönliche Mitbringsel abgeben. (Bild: MKN

11 — Das Bad

Gastgeber: Räumen Sie Ihr Bad so auf, dass nichts daliegt, das man nicht sehen möchte. Also keine alten Zahnbürsten, Medikamente oder Haarbürsten mit Haaren drin. Räumen Sie alles weg und stellen Sie einen Blumenstrauss ins Bad. Geben Sie Ihren Gästetoiletten das nötige Zubehör, dazu gehören auch die Post Poo Drops von Aesop oder eine dezente Duftkerze. (Bild über: Style me Pretty, Foto: Julien Fernandez) 

Gäste: Versprayen Sie nicht Ihr persönliches Parfüm in fremden Wohnungen oder Bädern. Seien Sie nette, saubere und anständige Gäste, besonders in Badezimmern von anderen.

12 — Das Gästezimmer

Wer Übernachtungsgäste hat, der macht es ihnen so bequem und freundlich wie möglich. Geben Sie dem Gästezimmer einen weihnächtlichen Touch – zum Beispiel mit Karodecken und ein bisschen Dekoration. Legen Sie Bücher mit Weinachtgeschichten bereit, und vergessen Sie nicht, auch im Wohnzimmer stehenden Gästebetten eine kleine Leseleuchte zu geben. Finden Sie noch mehr Tipps zu freundlichen Gästezimmern. (Bild: Zara Home)

Credits: 

Shops und Kollektionen: Zara Home, Higham, Sainsbury
Blogs und Magazine: Style me pretty, Pretty Stuff, Petra Metromode, Love my dress
Foodblogs: Larder Love

11 Kommentare zu «So geht Gastfreundschaft»

  • Gerd sagt:

    Sorry – aber wer Weihnachtsstollen toastet, sollte geteert, gefedert und dann mit Mistgabeln aus der Stadt gejagt werden.
    Früher hatten wir dafür Scheiterhaufen, heute sind wir humaner- aber bestraft werden muss es trotzdem.

  • Marlise Spirig sagt:

    genau so lieben wir weihnachten!

  • Michael sagt:

    Den Stress tue ich mir nicht an. Weihnachten verbringe ich immer alleine in einem sehr schönen Hotel. Gutes Essen usw.

  • Karl-Heinz sagt:

    Danke, das war gut zusammengefasst. Champagner gibts bei uns nicht, wir finden ihn überbewertet. Ein guter spanischer Cava genügt uns auch.

    • Drazen Fuchs sagt:

      Champagner ist nie überbewertet wenn man sich nicht für Mainstream-Standarts entscheidet. Es gibt phantastische Winzer-Champagner die nicht allzu teuer sind und feierlich sowie köstlich sind. Weihnachten ohne Champagner geht gar nicht.

      • Georg sagt:

        Champagner ist grossartig und „gehört dazu“. Es gibt aber auch, man höre!, ausgezeichneten englischen Schaumwein nach der Champagnermethode, spanischen Cava und deutschen Sekt und sicher noch einiges mehr aus Europa.

    • Barbara V.E. sagt:

      Ich mag Champagner auch nicht. Es gibt fast gar keine Schaumweine die ich mag. Ich habe lieber ein Glas Weiss-, Rot- oder Roséwein.
      Ueber Geschmack lässt sich nicht streiten ;-)

  • Anh Toàn sagt:

    „Bequem, freundlich, dezent, nett, sauber, anständig, gemütlich, warm, weich, sanft, hübsch“ soll es sein, alles muss immer „gut ankommen“, und ja nichts darf „vollgepackt, riesig, laut, chaotisch“ sein, denke ich, jedem das seine, ich würde mich auf einer Dinner Party bei Ihnen zu Tode langweilen. Aber Weihnachten ist für Kinder: Da tobt man um den Tisch und durch das Chaos in der Küche, haut sich den Bauch voll, sieht Fernsehen bis die Augen viereckig sind, es gibt Spielsachen und erst noch zum auspacken, Weihnachten ist Ekstase, Völlerei im wahrsten Sinne des Wortes. Ich erinnere mich wie ich nachts bei der Oma aus dem Fenster die Hausfassade mit halbverdautem Festessen verziert habe: Als Erwachsener erfreut man sich an der Ekstase der Kinder, oder fliegt weg.

    • Sergio Vernazca sagt:

      Die Zielgruppe von Frau K. sind nun mal kinderlose, gelangweilte Ehegattinnen und schwule Paare., deren Lebenssinn darin besteht, ihre Wohnungen aufzuhübschen.
      Wer Kinder hat, liest sowas gelegentlich zur Erheiterung und lächelt wissend in sich hinein.

      • Kurt Kobler sagt:

        Ich musste mehrmals schmunzeln: „Achten Sie darauf, dass nicht zu viel getrunken wird!“ „Trinken Sie nicht zu viel!“ Wann darf eigentlich gefeiert werden?

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