Die neue Moderne

Diese Saison werden wir nicht überflutet mit neuen Wohnstilen und Trends - es wird ganz einfach alles wieder modern.

Ruhe im Haus

Bleiben wir noch in bisschen im Bauhaus und freuen uns an der neu entdeckten Moderne in der Einrichtung. Sie bringt wieder Ruhe ins Haus. Nach Jahren von schnell wechselnden dekorativen Wohntrends entdecken wir die Moderne wieder. Und das hat viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Scandichic, Industrial Look, Bohostyle oder Hipster-Oma-Retro waren in ihrer Aussage und Umsetzung so schnelllebig wie die Mode. Nun aber wünschen wir uns vermehrt Dinge und Werte, die bleiben. Das bedeutet starke Formen, gutes Handwerk, Funktion und Frische. Also Moderne.

Diese hat sich seit ihrem Entstehen – damals im Bauhaus vor hundert Jahren – der Gegenwart angepasst. So sind zwar die Designikonen der Anfänge ganz automatisch zu den Klassikern der Moderne geworden, aber die neue Moderne bedeutet nicht mehr nur Stahl, Glas und Sachlichkeit. Ihre Hauptmerkmale sind Frische, Bequemlichkeit und Eleganz. Sehr wichtig ist dabei das entspannte Kombinieren von Einzelstücken. Dieses macht Beweglichkeit möglich, welche im Wohnbereich von grosser Bedeutung geworden ist.

Denn Wohnen ist heute wechselhaft. Wir ziehen öfter um, Familiensituationen und Lebensumstände ändern sich. Da passen keine Wohnkonzepte, die nicht mithalten können. Ein schönes Beispiel von Einzelstücken, die harmonisch zueinander stehen, sehen wir hier von der Schweizer Firma Vitra. Im Zentrum steht das schnörkellose «Soft Modular Sofa» von Jasper Morrison. Kombiniert werden dazu der formstarke kompakte Sessel «Monopod», ein Entwurf vom gleichen Designer und die japanisch wirkenden Beistelltische «Wooden Sidetable» von den Gebrüdern Bouroullec. 

Ikone von damals

Eine der modernen Designikonen aus dem Bauhaus ist Marcel Breuers Freischwingerstuhl S 32 V von Thonet. Er macht sich auch als Einzelstück sehr schön und passt mit seiner Leichtigkeit in das moderne, zeitgemässe Zuhause. (Bild über: Accessorize your home)

Wählen Sie Rot

Wie absolut modern und cool der Stuhl immer noch ist, zeigt dieses Beispiel aus dem Blog Desire to inspire. Kombiniert wird hier die schwarze Version mit Armlehne S 64 zu einem Tisch mit roter Lackplatte. 

Leicht und unkompliziert

Neue Stühle und Tische zeigen sich meist leicht. So, dass man keine Villa drumherum braucht und eine grosse Tischrunde auch in der kleinen Wohnung eröffnen kann. Ein schönes Beispiel sind da der Tisch In Between und die Stühle Pavilion, die sich übrigens stapeln lassen, von &Tradition.

Grafisch und gemütlich

Eine wichtige Bedeutung in der neuen Moderne haben die Liegen. Sie sind in den unterschiedlichsten Varianten in vielen Kollektionen zu finden. Das deutet darauf hin, dass sich die traditionellen Wohnbereiche auflösen. Immer weniger gibt es die klassischen Wohn-, Ess- und Schlafzimmer. Geruht wird auch im Büro, gearbeitet mitten in der Stube, und das Schlafzimmer bekommt Sessel und Bücherregal. (Bild über: Cate St. Hill)

Entspannt elegant

So ist das Schlafzimmer nicht mehr bloss ein Raum, in dem man die Nacht durchschläft. Es ist wohnlich und elegant. Die Betten haben sich erhoben, zeigen sich rundum attraktiv und immer öfter gepolstert. Dieses schöne Beispiel heisst «StayBed» und ist von Gubi

Filigran

Sitzmöbel wirken leicht und stehen nicht selten auf filigranen Beinen. Auch grosse Sofas. Das macht sie auch zu guten Mitbewohnern in kleinen Wohnungen. Zu sehen ist hier das «Outline Sofa» von Muuto.  

Alles im Kasten

Kubische Formen gehören zur Moderne – auch in ganz praktischer Form. Diese kleine Vitrine von HK Living passt überall hin und bietet in jeder Nische einen Hinguckereffekt mit attraktivem Stauraum. 

Beisteher, auf den man sich verlassen kann

Die Moderne entbehrt jeglicher Schwere. So sind denn Beistellmöbel ein grosses Thema. Adrette Tischchen statt schwerer grosser Couchtische sind viel flexibler und können immer genau da stehen, wo man sie grad braucht. Dieser elegante Beistelltisch von Menu heisst «Androgyne Table»

Kunst und Gemütlichkeit

Beim Spiel mit Einzelstücken sind Farben und Formen ganz automatisch von grosser Wichtigkeit. Da helfen auch Kunst und Teppiche, damit alles schön zusammenkommt. Das kubische Sofasystem «Connect Modular» wir hier mit dem Teppich «Pebble Rug» und dem «Fibre Lounge Chair» kombiniert. Alles von Muuto

Jetzt wirds konkret

Konkrete Kunst, direkt an die Wand gemalt, macht aus diesem Wohnzimmer eine moderne Interpretation vom Bauhausstil. Davor steht das Tischchen «Palette» von Jaime Hayon für &Tradition. Die wunderschöne Leuchte heisst «Two Crossette» und ist von der Nilfuar Gallery in Mailand. (Bild über: Pinterest

Offen für anderes

Dieses schöne Beispiel zeigt, dass Moderne durchaus offen ist. Der Sessel «Memory Lane» von Tacchini steht hier ganz selbstverständlich an einem rustikalen schlichten Holztisch und passt perfekt.

Credits: 

Shops und Kollektionen: GubiHK Living, &Tradition, Muuto, Nilfuar Gallery, Tacchini, Menu, Vitra
Blogs und Magazine: Cate St. HillDesire to inspire,  Accessorize your home

6 Kommentare zu «Die neue Moderne»

  • colombo ivano sagt:

    was du schreibst ist sehr bodenstaendig reell und inspierierend. gratuliere

  • RSchenk sagt:

    Von welchem Hersteller ist die Liege aus hellem Holz
    vom Foto:
    Grafisch und Gemütlich ?

  • adam gretener sagt:

    Sie sind Gold wert, Frau Kohler. Ich habe noch 4 von diesen Freischwingern im Keller, original aus dem 50ern und noch nie gebraucht. Birke gebeizt mit fehlerfreiem Korbgeflecht.

    Heute habe ich erfahren, was die Wert sind…

    • Marusca sagt:

      @ag:Sind die Teile denn nicht angeschimmelt, ich meine, nach all der Zeit im Keller???

      • adam gretener sagt:

        Nö, die waren sogar in Folie eingeschweisst. Geerbt von meiner verblichenen Nachbarin. Ich muss am WE mal genau gucken. Aber der Lieferschein klebt noch dran mit Schreibmaschine geschrieben.

      • adam gretener sagt:

        Nichts da Grönlandrundfahrt ich und Sie. Sind Replika, aber schön gemacht. Nur die Armlehnen sind zu tief angebracht, kein normaler Mensch kann seine Ellbogen so abstützen.

        Man müsste körperlich einen Knick machen.

Kommentar

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