Die schönsten Schweizer Tischrunden

Vier Meter Tisch und Stühle zum Bleiben: Entdecken Sie 20 inspirierende Esszimmer aus unseren Homestorys.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

1 — Rundum wohnlich

Bei der Interiordesignerin Katharina Bütler sind die Wände hellgrau gestrichen, was der offenen Etage im Parterre ihres kleinen dreistöckigen Reihenhauses viel Eleganz verleiht. «Es war alles auch schon mal Terracotta, aber das helle Grau bringt viel mehr Chic», meint die Einrichtungsexpertin zu ihrer Wahl. Der grosse Raum beherbergt Wohnzimmer, Esszimmer und die Küche. Katharina hat einen grossen ovalen Esstisch gewählt. «Die ovale Form hilft, Platz zu sparen, und lässt alles leicht wirken», erklärt die Fachfrau. Drumherum stehen unterschiedliche Stühle, und eine grosse Bogenlampe sorgt für stimmungsvolles Licht über dem Tisch. 

Entdecken Sie das Zuhause von Katharina Bütler.

2 — Eleganz mit Geschichte

Schönheit für das Auge und das Ohr bestimmt den Alltag der Familie Murto-Rölli. «Wir benutzen unsere Möbel ganz normal, sie sind keine Museumsstücke und werden wirklich gebraucht. Sie machen das Wohnen einfach, da sie leicht und schlicht sind, nicht unverrückbar und statisch wirken, und sich in ihrer Unkompliziertheit als familientauglich erweisen», erklären die Musikerin Anna Rölli und der Design-Antiquitäten-Händler Jukka Murto ihre Möbelwahl. Um den Esstisch stehen also ganz selbstverständlich antike Superleggera-Stühle von Gio Ponti. In der Ecke steht der Kontrabass von Sohn Eliel – in Kindergrösse.

Entdecken Sie das Zuhause von Jukka Murto und Anna Rölli.

3 — Vier Meter Tisch

Im grossen Einfamilienhaus des Schweizer Architekten Edward Neuenschwander, in dem die Familie Donati wohnt, ist der grosse, schwere Tisch indisches Handwerk. Viviane Gall und Daniel Donati haben ihn auf einer Messe in Paris gekauft. Er zeigt viele Arbeitsspuren wie Löcher und Spalten. «Wir lieben aber genau dieses gelebte Leben, das macht den Tisch persönlich und gemütlich.» Und da Kochen, Essen und Zusammensein – auch mit Gästen – den Donatis wichtig sind, ist die über vier Meter lange Tafel nicht selten voll besetzt. Zudem dient sie den Kindern zum Zeichnen und Malen. 

Entdecken Sie das Zuhause der Familie Donati.

4 — Erbstück mit langem Leben

In der Loftwohnung im Zürcher Freilager des Architektenpaars Stephan und Miriam steht ein grosser Esstisch – ein Erbstück. Er zeigt einen blauen Anstrich auf der Tischplatte. Sein langes Leben macht ihn interessant und wertvoll, ist doch ein grosser Tisch das Herzstück einer Wohnung. Dieser Tisch begleitete nicht nur Miriam und Stephan durch ihr bisheriges Wohnleben, sondern er stand schon in der Studentenbude ihres gemeinsamen Schweizer Architekturprofessors. Durch das dunkle offene Regal bekommt die Essecke Tiefe und Wohnlichkeit. Darauf steht unter anderem eine raffinierte Vase aus dem Blumenladen des Areals, die origamiartiges Einstellen von Blumen ermöglicht. Die Lampe, die freundlich über dem Tisch baumelt, ist übrigens noch aus dem alten Zollfreilager. So bleibt ein kleines Stück Geschichte ein Teil der neuen Wohnung.

Entdecken Sie das Zuhause von Miriam und Stephan

5 —  Eleganz auf dem Land

Das wunderschöne Holzhaus am Murtensee ist keine Villa, sondern einfach ein schönes, grosszügiges Holzhaus, das die Künstlerin Ines Boesch zusammen mit ihrem Mann selbst konzipierte. Das Haus wirkt sehr lebendig und ist in einer unkomplizierten, persönlichen Mischung von gefundenen und selbst kreierten Möbelstücken eingerichtet. «Viele der Möbel haben wir bereits seit dem Bezug unserer ersten gemeinsamen Wohnung, oder sie standen zum Teil schon in unseren Studentenbuden und Ateliers. Sie passen halt einfach zu uns», erklärt Ines Boesch. Diese geschwungenen, empireartigen Stühle sind zum Beispiel aus einem Hotel. Ines hat zwei in einem Brockenhaus gefunden, in einem anderen nochmals zwei, und die beiden letzten entdeckte ein Freund in einem dritten Brockenhaus. Sie stehen um zwei schlichte Holztische mit Eisenfüssen, die bei vielen Gästen einfach zu einer langen Tafel verstellt werden können. 

Entdecken Sie das Zuhause von Ines Boesch

6 — Designstück aus eigener Hand

Isabell Gatzen studierte Industriedesign in Kiel und an der Zürcher Hochschule der Künste. Danach arbeitete sie einige Jahre in Designstudios in San Francisco. Zurück in Zürich, gründete sie ihr eigenes Studio. Die Wohnung, die sie absolut liebt, hat sie erst nach fünfmonatiger Suche gefunden. «Ich ziehe nie mehr weg», schwärmt sie. Das Zuhause entspricht genau ihren Bedürfnissen: Sie liegt mitten in ihrem Lieblingsquartier Kreis 3 und ist ein Altbau mit guter Raumaufteilung, weiss gestrichenem Täfer und schönen Böden. Die 71 m² grosse Dreizimmerwohnung ist mit Lieblingsdesignstücken, geerbten Sachen und vielen eigenen Möbeln eingerichtet. 

Den Tisch hat Isabell Gatzen entworfen, mit passender Bank. Dazu hat sie Stühle von Eames gestellt. Über dem Esstisch hängt eine bemerkenswerte Leuchte. Diese ist vom Schweizer Architektenpaar Trix und Robert Haussmann. 

Entdecken Sie das Zuhause von Isabell Gatzen

 

7 — Liebe zu Farbe und Form

Der Interiorexperte und Designer Martin Hauser wohnte bei unserem Besuch in einem 70er-Jahre-Haus des berühmten Schweizer Architekten und Landschaftsgestalters Eduard Neuenschwander. Martin Hauser ist ein Möbel- und Designprofi. Als einer der Ersten hat er in Zürich Vintagemöbel aus dem 20. Jahrhundert verkauft. In seiner «Möbelhalle» kombinierte er auf eine neue, persönliche Art Design-Antiquitäten mit ausgewählten, zeitgenössischen Stücken. Lieblingsmöbel sind immer noch seine Passion, nur entwirft er sie heute selbst. Er kreiert Lieblingsstücke, Möbel die er selbst gern haben möchte. Ganz klar, dass er sich sein Haus damit eingerichtet hat. Die Liebe zu Farbe und Form ist im ganzen Haus zu spüren. Martin Hauser hat es persönlich, männlich und sinnlich eingerichtet.

Der Wohnraum geht in den Essbereich und in die offene Küche über. Hier hat Martin einen langen Tisch aus seiner Kollektion platziert und Hocker von Max Bill dazu kombiniert. Darunter liegt ein asymmetrischer, handgewobener marokkanischer Teppich in warmem Orange. Ein langes, schmales Regal an der Wand dient als Stauraum für Geschirr und Ablagefläche. 

Entdecken Sie das Zuhause von Martin Hauser

8 — Design trifft auf Rustikal

Die Dreieinhalbzimmerwohnung der Stylistin Victoria Steiner und des Bankers Luca Stadelmann ist mitten in Luzern und vermittelt das Gefühl von Frühling. Frische, helle, sanfte Farben und eine unkomplizierte Leichtigkeit bestimmen den Wohnstil des jungen Paars. Gekonnt kombiniert sind im Esszimmer ein gemütlicher grosser Holztisch im Landhausstil und moderne dänische Holzstühle von HAY in unterschiedlichen Farben. Eine Bank dient als Sideboard, unter dem sich Modezeitschriften stapeln lassen. 

Entdecken Sie das Zuhause von Victoria und Luca.

9 — Gekonnte Formensammlung

Wenn zwei in eine Wohnung ziehen, kommen meist ganz unterschiedliche Stücke zusammen. Beim Creative Director Thom Pfister und der Interiordesignerin Kathrin Wiedmer war das Umgekehrte der Fall. So hatten etwa beide denselben grossen, schwarzen Tisch von Prouvé. Jener von Thom steht nun im grössten Raum der Berner Stadtwohnung. Drumherum sind Prouvé-Stühle platziert, aber auch andere formstarke Stücke wie etwa der Chair One des deutschen Designers Grcic oder der leuchtend blaue Tip Ton von Barber Osgerby.

«Für uns sind die Möbel und Objekte eine Formensammlung», erklärt Kathrin ihre Liebe zu starken Designstücken. «Zudem haben alle persönliche Geschichten», ergänzt Thom. «So habe ich zum Beispiel Prouvé in meiner Zeit im Studio Achermann entdeckt, da sassen wir nämlich auf solchen echten, alten Stühlen. Den Designer Konstantin Grcic habe ich persönlich während eines Buchprojekts kennen gelernt. Den Stuhl hat er mir als Andenken geschenkt.» 

Entdecken Sie das Zuhause von Thom Pfister und Kathrin Wiedmer.

10 — Wohnen wie im Atelier

Die Wohnküche im Atelierhaus des Zürcher Grafikers Ueli Hinder erstreckt sich über die ganze Breite des Hauses und verfügt auch über einen Hinterausgang mit grossem Fenster. Der unkomplizierte Ateliercharakter und das ländliche Charisma des kleinen Hauses werden unterstützt durch die zufällig wirkende, aber doch durchdachte Einrichtung. Als Esstisch hat Ueli drei Beizentische aneinandergereiht. Auf der einen Seite liess er Bänke einbauen. Es sind klassische Sitzbänke, die auch Stauraum bieten. «Ich finde, es braucht immer eine Weile Wohnzeit, bis man weiss, wie man alles stellen möchte. Doch als ich den Raum zum ersten Mal sah, wusste ich gleich, dass ihm Wandregale und lange Sitzbänke guttun würden.» Auf der anderen Tischseite stehen Klappstühle. Sie stammen aus dem Hallenstadion.

Eines der Projekte von Ueli Hinder ist der Sportsman Club, den er mit einigen Freunden gegründet hat. Seit 1993 organisiert die Gruppe während jeder Fussball-WM ein Public Viewing mit Bar in wechselnden Lokalen. Dafür haben sie beim Umbau des Hallenstadions 600 alte Stühle gekauft. Die Klappstühle haben viel erlebt und eine glamouröse Rock-’n’-Roll-Vergangenheit. «Ich mag Dinge und Möbel mit Geschichte», sagt Ueli Hinder. Das gilt auch für das Kommodenmöbel, das er zum kleinen, mitten im Raum stehenden Kochherd gestellt hat, damit dieser nicht ganz allein dasteht. Das antike Möbel hat er im Vintagegeschäft Woodlove gefunden und ablaugen lassen.

Entdecken Sie das Zuhause von Ueli Hinder.

11 — Zentrum der Wohnung

Das Herzstück der Wohnung von Gianne Holmgren und Mili Kovacevic ist der lange, alte Holztisch. Mili erklärt uns, dass Gianne, als er zuerst in die Gartenwohnung des umgebauten Bauernhauses zog, ganz spartanisch wohnte, weil er nur mit Möbeln leben wollte, die wirklich seiner Vorstellung entsprachen. Also wartete er jeweils, bis er das richtige Stück fand. Der alte Holztisch zog als Erstes ein. «Sobald der Tisch stand, ergab sich alles andere wie von selbst», erklärt er. «Wenn man in einer Wohnung zuerst den Tisch sieht und dieser warm und einladend wirkt, fühlt man sich doch sofort zu Hause und willkommen», so Mili und Gianne.

Der lange, gemütliche Holztisch ist nicht nur das Zentrum der Wohnung, er verbindet auch harmonisch die verschiedenen Teile der Wohnung. So sieht man vom Tisch aus in den Innenhof und zum Gartenplatz, wobei die Türen im Sommer offen stehen. Der Tisch schafft zudem eine Brücke zwischen der Küche und dem Wohnbereich und zwischen Modernität und bäuerlicher Gemütlichkeit. Rundum stehen die zeitlosen Stuhlklassiker von Eames und über ihm verbreitet Giannes Lieblingsstück, die Hängeleuchte Sky Garden von Flos, warmes Licht und einen interessanten Blick auf das interpretierte Stuckaturinnenleben der Lampe. «So vermittelt die Leuchte auf eine moderne und witzige Art das Gefühl, ein Stückchen Schloss im Haus zu haben», schwärmt Gianne.

Entdecken Sie das Zuhause von Gianne und Mili.

12 — Willkommensgefühl, Stil und Klasse

Ihre Liebe zu Design und schönem Wohnen konnte Regina Rüfenacht während einiger Jahre, in denen sie im renommierten Einrichtungshaus Teo Jakob arbeitete, so richtig ausleben. Aus dieser Zeit stammen auch viele der klassischen Designermöbel, die den Grundton der Einrichtung ihrer charmanten Dreizimmerwohnung in Bern bestimmen, die sie mit ihrem Mann Michael teilt. «Jede Weihnacht leistete ich mir ein neues Lieblingsstück», erinnert sich Regina. Dabei ging sie nicht nach Konzept vor, sondern kaufte Einzelstücke, die es ihr besonders angetan hatten. Die Wohnung wirkt zwar grosszügig, ist aber eine ganz normale Dreizimmerwohnung von etwa 70 Quadratmetern. Regina hat mit ihrem Gespür für Formen, Farben und Proportionen den Platz optimal ausgenutzt.

Erst kürzlich entschieden sich Regina und Michael für eine neue Raumnutzung. Das Esszimmer ist nun der grösste Raum in der Wohnung und führt hinaus zu einem grossen Balkon. «Dieser ist gerade im Winterschlaf, aber bei schönem Wetter vergrössert er die Wohnung und ist ein zusätzliches Zimmer», schwärmt Regina. Um den Esstisch, den «EM Table» von Jean Prouvé, stehen unterschiedliche schwarze Stühle. Als Lichtquelle dient eine schlichte, ausschwenkende Wandleuchte.

Entdecken Sie das Zuhause von Regina Rüfenacht.

13 — Verbunden mit der Küche

Der Beruf Foodscout fasziniert. So auch der einzige Mann, der in der Schweiz diesen Titel tragen darf: Richard Kägi. Er tut dies so selbstverständlich, wie die Queen ihre Krone trägt. Und wie die Krone die Königin bringt auch sein Job ihn rund um die Welt, wo er seit 20 Jahren nach Delikatessen für das Warenhaus Globus sucht. Wir besuchten den Foodstar in seinem Haus, das mitten im Grünen im Zürcher Dolderquartier steht und wie eine Art roher Diamant versteckt hinter Bäumen und Büschen vielversprechend herausleuchtet. 

Wichtig, wunderschön und inspirierend ist natürlich die Küche. Sie ist so etwas wie der Thronsaal. Davor stehen ein grosser, aber leicht wirkender Holztisch und elegante Stühle mit unterschiedlichen Formen. Vier davon sind von Richard Kägis Lieblingsdesigner, dem Dänen Hans Wegner. Hier wird gewohnt und gelebt, das ist auch erkennbar an Details wie Ablageschalen für Lesebrillen, Schlüssel und Kleinkram, Post und Zeitungen, brennende Kerzen und Wohnaccessoires, die Bedeutung haben.

Entdecken Sie das Zuhause von Richard Kägi.

14 — Elegant und freundlich

Die Interiordesignerin Charlotte Bollag wohnt in einer grossen Neubauwohnung, die sie mit ihrem Verlobten Matthias und drei superfreundlichen, enthusiastischen Beagles teilt. «Dass die Wohnung so ordentlich ist, hat mit unseren drei Hunden zu tun. Cookie, Najla und Emma spielen mit grosser Leidenschaft und viel Temperament mit allem, was sie finden», lacht Charlotte. «Wir können ganz einfach nichts herumliegen lassen!» Dafür finden die drei Mitbewohner überall hübsche Hundebetten und gemütliche Aussichtsplätzchen.

Anschliessend an den Wohnbereich und gegenüber der Küche befindet sich ein grosser, sehr eleganter Holztisch, den Charlotte selbst entworfen hat und von einem Schreiner in Handarbeit herstellen liess. Drumherum hat sie abwechslungsweise Holzstühle von Hans Wegner und gepolsterte Schalenstühle platziert. «Das wirkt viel entspannter, als wenn nur gleiche Stühle um den Tisch stehen», meint Charlotte. «Ich habe trotzdem eine Ordnung reingebracht, weil das besser in unsere Wohnung passt.» Hinter dem Tisch ist eine Regalwand, die zeigt, dass im ganzen Raum die Wohnlichkeit das Wichtigste ist. «Essbereiche wirken gemütlicher, wenn sie sich dem Wohnbereich statt der offenen Küche anpassen», erklärt die Interiordesignerin. Eine Schiebewand am Regal lässt auf clevere Art einen Teil des Regals verschwinden und bietet somit die Möglichkeit, Dinge zu verstauen, die man nicht immer sehen will. Über dem Tisch baumeln schicke schwarze Tom-Dixon-Leuchten mit goldenem Innenleben. 

Entdecken Sie das Zuhause von Charlotte Bollag

15 — Loft mit viel Gefühl

Es gibt Wohnungen, die gleich beim Eintreten dieses besondere Zuhausegefühl vermitteln, inspirieren und in denen man sich gern aufhält. Das Reich von Stephanie Aebischer und Beat Brechbühl hat diese ganz besondere Magie. Dies, weil die Wohnung gekonnt, sehr persönlich und entspannt eingerichtet ist. Die Wohnung entstand aus einer Fleischverarbeitungsfirma, war also auch, wie viele loftartige Wohnungen, einst Gewerberaum. «Loft», das englische Wort für «Dachgeschoss», wird seit der Umnutzung von Industriegebäuden oft als Stilbezeichnung für Wohnungen eingesetzt, die einen offenen Raumplan haben und aus einst gewerblich und industriell genutzten Räumen entstanden sind.

Die Wohnung ist ein einziger, grosser Raum, der sich vorn zu einem kleinen Stadtgarten in einem grosszügigen, von alten Häusern umringten Berner Innenhof öffnet. Hinein kommt man durch den Küchenteil, und hinten, sozusagen im kuschligen Höhlenteil, befinden sich Schlafecke und Badezimmer. So wird man von einer charmanten Leichtigkeit empfangen. Um den grossen aber filigranen Esstisch stehen viele unterschiedliche Stühle.  Darüber schwebt eine Wolkenleuchte, welche vom Schweizer Designerpaar Ueli und Susi Berger 1970 entworfen wurde und die von Wohnbedarf produziert wird. 

Entdecken Sie das Zuhause von Stephanie und Beat

16 — Hell und freundlich

Mia und Sebastiaan Vadasz, die Eigentümer der Zürcher Geschäfte Townhouse und Pelikamo, wohnen in einer  grosszügigen Neubau-Mietwohnung in Zollikon. «Da wir beide keinen Designhintergrund haben, setzten wir von Anfang an auf Dinge, die wir selbst gern haben: Kleider, die wir anziehen möchten, unsere Lieblingsbücher oder Accessoires, die wir lieben», erklären Mia und Sebastiaan das Erfolgsrezept ihrer Geschäfte, welches sie auch in ihrem Zuhause umsetzen. «Wir leben ja schon viele Jahre zusammen, so hatten wir alles und haben nicht extra Möbel für diese Wohnung gekauft, sondern höchstens ein bisschen ergänzt», sagt Mia Vadasz zur Einrichtung. «Sebastiaan ist in Zollikon aufgewachsen. Es fasziniert mich, dass er hier alle Ecken kennt. Ich lebte mit meiner japanischen Mutter und meinem Schweizer Vater an ganz vielen Orten, wie in Tokio oder London.»

Bei unserem Besuch ging es zuerst in die Küche. Wir wollten unbedingt den Kuchen kosten, dessen verführerischer Vanilleduft uns Appetit machte. Davor muss er natürlich noch aufs Foto – denn er riecht nicht nur fein, sondern sieht auch wunderschön aus. Mia hat ihn gebacken. Sie und Sebastiaan lieben Essen, Geniessen und Kochen. Dafür bieten die grosse, weisse Küche und ein langer Esstisch von Moormann reichlich Platz. Drumherum stehen helle Wishbone-Stühle von Wegner. 

Entdecken Sie das Zuhause von Mia und Sebastiaan.

17 — Design und Architektur im Tessin 

Michelle Nicol und Rudolf Schürmann kommen nicht nur in die Ferien ins Tessin, sondern leben immer öfter hier. Dass es mehr als Liebe ist, was sie mit ihrem besonderen Haus verbindet, wird schnell klar. Es ist ein Typenhaus von Atelier 5 und wurde in den frühen Sechzigerjahren gebaut. Das modernistische Haus steht im Tessiner Dorf Carona. Es ist anders, eigen, verbindet sich aber auf interessante Weise mit dem Dorf und dessen traditionellen Bauten. Das Paar hat es passend zur Architektur mit ausgewähltem Design eingerichtet

Als Esstisch dient der skulpturale runde «Il Colonnato» von Mario Bellini für Cassina aus den 70er-Jahren. Er ist aus persischem Marmor. Seine säulenartigen runden Füsse verengen sich konisch nach oben. Dazu kombiniert: filigrane kubische Stühle von Alias. «Sie haben aus schwarzem Bast geflochtene Sitzflächen und Lehnen und sind für uns eine Art modernistische Interpretation des Tessiner Stuhls», erklären die beiden  die Wahl. 

Entdecken Sie das Zuhause von Michelle Nicol und Rudolf Schürmann

18 — Farbe bestimmt den Grundton

Farben sind der Designerin Nina Hohendorf sehr wichtig. Sie tauchen an Wänden auf, aber auch als Akzente an Möbeln und im Anbau auch an der Decke. Alle Farben sind differenzierte, warme Wohntöne, die untereinander harmonieren. Tritt man in das kleine Einfamilienhaus in Zürich-Oerlikon, kommt man gleich in einen offenen Wohn-Essraum. Am grossen weissen Esstisch stehen gemütliche gepolsterte Stühle aus den Vierzigerjahren. Darüber tanzt eine Serie hübscher Leuchten aus dem Brockenhaus. Nina hat noch ein paar andere auf Lager, die sie je nach Anlass und Laune ab und zu einwechselt. Die blaugrüne Wand hinter dem Tisch ist ein Küchenmöbel, das den Wohn-Essraum von der Küche trennt. Nina hat hier gekonnt getrickst, denn im Möbel befinden sich auch tragende Mauern. Sie fand, dass es eleganter und ruhiger wirke, wenn alles aus einem Guss sei. Die Bilder zeigen italienische konkrete Kunst, die Nina, die als Schuhdesignerin lange Zeit in Italien gelebt hat, besonders liebt. 

Entdecken Sie das Zuhause von Nina Hohendorf

19 — Mut zur Einzigartigkeit

Was kann man mit einer ganz normalen Drei- oder Vierzimmerwohnung anstellen? Das ist die Frage, die viele Sweet-Home-Leser immer wieder stellen. Eine Antwort gibt die Wohnung des Vintage-Möbelhändlers und Interiordesigners Arthur Rooks. Der gebürtige Amerikaner und Wahlzürcher hat eine durchschnittliche Schweizer Mietwohnung in ein superstylisches Refugium verwandelt.

Das Esszimmer hat eine Fensterfront mit Stoffdrapierungen. Die Wände sind in dunklem Grau gestrichen, eine Wand ziert eine Wandmalerei, welche Heidi Mumenthaler gemalt hat, eine Künstlerfreundin von Rooks. Gewagt ist die farbige, dunkle Decke. Durch das gekonnte Einsetzen der Farben – die Deckenfarbe wiederholt sich auf dem Boden – drückt die Decke aber nicht, sondern umhüllt den Raum und gibt ihm einen dramatischen Cocooning-Effekt. Wie viele Wohnbegeisterte kocht auch Arthur Rooks mit Leidenschaft und lädt oft und gern Freunde zum Essen ein.

Entdecken Sie das Zuhause von Arthur Rooks

20 — Grandezza und Gemütlichkeit

Der Interiordesigner Gaetano Irpinio hat einen entspannten italienischen Chic in seine Familienwohnung im Zürcher Seefeldquartier geholt. Die Familie liebt besonders den Erkerraum, den das interessante Haus aus den Dreissigerjahren dank Rundungen bietet. Das Licht strahlt hier grosszügig hinein, was durch die Platzierung eines riesengrossen Spiegels an der Wand noch zusätzlich unterstützt wird. Dieser vergrössert zudem optisch den Raum und bietet mehr Aussicht. Die Stühle um den Tisch sind eine Art Sessel. «Wenn man gern lange sitzen bleibt, das Essen geniessen und mit Freunden und Familie plaudern und feiern möchte, dann muss man bequem sitzen», so Gaetano. «Diese Stühle bieten das alles und sehen toll aus. Bezogen sind sie mit einem mokkafarbenen Satin, der edel aussieht, aber sehr widerstandsfähig ist.»

Entdecken Sie das Zuhause der Familie Irpinio.

Anmerkung:
Da einige Homestorys etwas älter sind, kann es sein, dass die vorgestellten Bewohner heute nicht mehr am gleichen Ort leben.

2 Kommentare zu «Die schönsten Schweizer Tischrunden»

  • Marlise sagt:

    Aah, den Tisch von der 4. Homestory (Freilager Wohnung) habe ich damals beim Originalbericht schon gebookmarked, weil er mir so gut gefällt. Was wurde da für eine Qualität Farbe verwendet, damit die Oberfläche robust ist und nicht gleich wieder verkratzt? Ich hab nämlich auch so einen Tisch, der von einer neuen Oberfläche profitieren würde, bin aber unsicher, welches die richtige Farbe oder der richtige Lack ist. Tipps nehme ich gerne entgegen:-)

  • designaddicted sagt:

    Wunderschöne Inspirationen!
    Woher stammt denn der Esstisch von der Familie Bütler in der 1.Homestory?

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