Ein Wochenende wie in Paris

Tun Sie heute mal so, als wären Sie woanders – mit diesen Ideen, Inspirationen und Rezepten aus der Stadt der Liebe.

Ab und zu ist man ja ein bisschen neidisch auf all die Menschen, die jedes Wochenende tolle Reisen und Abenteuer auf Instagram posten. Man nimmt sich vor, das nächste Wochenende auch mal in den Zug zu steigen und nach Paris oder Mailand zu fahren – und bleibt dann doch lieber zu Hause.

Tun Sie doch einfach so, als wären Sie woanders, zum Beispiel in Paris, und unternehmen für einmal ungewohnte Dinge in der eigenen Stadt. Kaufen Sie anders ein, kochen Sie etwas Französisches, geniessen Sie die Zeit mit Büchern, Filmen, Romantik, und brechen Sie damit die Routine. (Bild links: Drizzle and Dip, Bild rechts: Life Goals Mag

«On prend l’café au lait au lit»

Für mich beginnt ein Tag in Paris immer mit Frühstück im Bett. Der typisch französische Kaffee, den ich in meinem Lieblingshotel so liebe, sieht natürlich nicht so aus. Kein Schaum. Ein Kännchen schwarzer Kaffee, der nach Zichorie riecht. Ein Kännchen heisse Milch. Da kommt mir jeweils das Lied «On prend l’café au lait au lit» des Schweizer Schauspielers und Sängers Pierre Dudan in den Sinn. Beginnen Sie also Ihren Tag am besten mit einem Milchkaffee complet im Bett. Lesen Sie auch ein bisschen und gehen Sie das Weekend ruhig und entspannt an, wie einen Ferientag. (Bild über: Cool Chic Style Fashion)

Die Baguette ist der Massstab

Zum französischen Lebensgefühl gehört eine richtig gute Baguette. In Zürich gibt es die besten Baguettes von Seri Wada, erhältlich im Jelmoli, vom Biobäcker John Baker und von Le Pain Quotidien am Römerhof. Machen Sie Tartines: Baguette in grosse Stücke schneiden, diese längs halbieren und mit Butter und Erdbeerkonfitüte bestreichen. Auch fein sind typisch französische Sandwiches. Die Baguettehälften mit Butter und etwas Senf bestreichen, mit Schinken, Salami oder Käse belegen und dünne Cornichonscheiben darüberlegen. (Bild über: Ana Rosa)

Allez les Bleus!

Neue Inspirationen laden zur Kreativität ein. Lassen Sie dieses Wochenende einige Ideen durch Ihren Kopf ziehen, mit denen Sie das Zuhause verschönern können. Ich finde ein solch langes Baguette-Kissen eine wunderbare Idee. Der charmante Stoff in französischen Farben von Andrew Martin heisst «Es Cavalet». Auch die Tapete mit den hübschen blauen Tellern ist eine Idee wert. Man kann mit ihr zum Beispiel auch einen Schrank auskleiden oder das Rückteil eines Regals beziehen. Sie heisst «Cargo» und stammt ebenfalls von Andrew Martin.

Champagner in Reichweite

Verwöhnen Sie sich, und füllen Sie Ihren Kühlschrank mit Champagner. Es braucht nicht immer einen Grund dazu. Versuchen Sie auch den französischen Apéro Kir Royal, und mischen Sie den Champagner mit einem kleinen Gutsch Cassis oder Brombeerlikör. (Bild über: Cool Chic Style Fashion)

Kochen Sie Französisch

Um so richtig in Stimmung zu kommen für den Wochenendeinkauf à la parisienne, lassen Sie sich am besten von Menükarten von Pariser Bistros und Restaurants inspirieren. Je nach Wetter bekommen Sie so Lust auf ein Boeuf bourguignon, ein Poulet fermier, einen Gratin dauphinois oder eine Zwiebelsuppe. Einige einfache Bistrorezepte entdecken Sie gleich. (Bild: MKN)

Salade frisée au lardon

Die französischen Salate sind immer chic, elegant und schmecken herrlich. (Bild über: Saveur)
Und so gehts:
Braten Sie Speckwürfeli knusprig. Waschen Sie den Frisée-Salat und trocknen Sie ihn. Mischen Sie eine Sauce mit 6 EL Baumnussöl, 2 EL Weissweinessig mit Estragon, 1 KL Dijonsenf, Salz und Pfeffer. Nun mischen Sie den Salat mit der Vinaigrette und servieren ihn mit den Speckwürfeli und einem verlorenen Ei. Fein sind auch noch einige Baumnusskerne darüber. 

Croque Madame

Ein Liebling aus dem Bistro ist der Croque Monsieur, die Käseschnitte, zu der ein feiner Salat wie der Salade frisée perfekt passt. Mit einem Spiegelei darüber wird der Monsieur zur Madame! Hier ein Rezept für 4 Personen. (Bild über: Simply delicious food)

Zutaten Béchamelsauce: 

Zubereitung Béchamelsauce:

30 g Butter

30 g Mehl

5 dl Milch

ein wenig Bouillon oder Salz

Pfeffer

geriebene Muskatnuss

1 Lorbeerblatt

Schneiden Sie die Butter in Stücke, und lassen Sie sie schmelzen. Geben Sie das Mehl dazu, und rühren Sie mit dem Schneebesen, während Sie beides zusammen ein wenig andünsten. Nun giessen Sie die Milch unter. Entgegen der klassischen Version füge ich immer ein wenig Bouillon hinzu. Geben Sie das Lorbeerblatt bei, und würzen Sie mit Muskatnuss und Pfeffer. Einige Minuten köcheln lassen. 

Zutaten Toast: 

Zubereitung und Fertigstellung Toast:

8 grosse Scheiben gutes Schwarzbrot

Butter

Dijonsenf

4 Scheiben guter Bauernschinken, am besten Bio und regional 

geriebener Gruyère

Bestreichen Sie 4 Scheiben Brot mit Butter und Dijonsenf. Belegen Sie sie mit dem Schinken. Die anderen 4 Scheiben bestreichen Sie mit Béchamelsauce. Legen Sie die Brotscheiben mit der Béchamelsaucenseite nach oben auf den Schinken, und verteilen Sie grosszügig Käse darüber. Die Toasts auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und im 200 Grad heissen Backofen 10 bis 15 Minuten backen, bis das Brot knusprig und der Käse golden und geschmolzen ist. Mit einem Spiegelei darüber servieren. 

 

Französische Bistros

Wer nicht selbst kochen mag, geht aus. In Zürich hat es einige französische Bistros. Entdecken Sie eine gute Liste auf dem wirklich tollen Blog von Lunchgate. Es gibt dazu einen guten und inspirierenden Newsletter über das kulinarische Leben in der Stadt. Ihn zu abonnieren, lohnt sich. Da habe ich erst kürzlich über die besten französischen Bistros und Restaurants in Zürich gelesen und habe mir ganz fest vorgenommen, einige davon diesen Herbst auszuprobieren. (Bild über: Pinterest)

Soupe à l’oignon

Eine echte französische Zwiebelsuppe schmeckt an einem regnerischen Tag noch besser als sonst – auch mal mitten am Nachmittag. (Bild über: Ricardo Cuisine)

Zutaten:

Zubereitung:

50 g Butter

1 EL Olivenöl

1 kg Zwiebeln

1 KL Zucker

3 Knoblauchzehen

2 EL Mehl

2 dl Weisswein

0,5 dl Noilly Prat

1 Lorbeerblatt

einige Thymianzweiglein

1,2 l Fleischbouillon

Baguettescheiben

200 g Gruyère

Schälen Sie die Zwiebeln und schneiden Sie sie in feine Streifen. Geben Sie die Butter und das Olivenöl in eine grosse Pfanne und braten die Zwiebeln mit offenem Deckel an. Geben Sie etwas Zucker dazu und karamellisieren Sie die Zwiebeln langsam, etwa eine halbe Stunde lang zugedeckt. Ab und zu umrühren. Dann geben Sie die fein gehackten Knoblauchzehen dazu, das Lorbeerblatt und den Thymian. Mischen Sie 2 EL Mehl dazu und rühren Sie alles gut um. Den Wein und den Noilly Prat dazugiessen und einköcheln lassen. Nun kommt die Bouillon rein. Zudecken und etwa 20 Minuten leicht köcheln. Nun raffeln Sie den Käse. Toasten Sie die Baguettescheiben. Geben Sie pro Portion etwas Käse in ofenfeste Suppenschalen. Geben Sie die Suppe darüber. Legen Sie die Baguettescheiben darauf und verteilen Sie den übrigen Käse grosszügig auf Brot und Suppe. Geben Sie die Suppenschale in den Backofen unter den Grill und grillieren Sie alles, bis der Käse golden und geschmolzen ist. Mit einem guten Glas französischen Weins geniessen. 

Flanieren

In meiner Kindheit gingen wir öfter am Sonntag nach Zürich, um Schaufenster anzuschauen. Als Kinder fanden wir das natürlich gar nicht toll. Aber meine Mutter hatte das Bedürfnis nach Stadtleben. Stadtspaziergänge können aber wunderbar sein, auch an einem Sonntag. Der See, der ist zwar nicht pariserisch, aber die Promenade ist perfekt zum Flanieren, auch die Altstadt ist immer einen Spaziergang wert. Am Samstag lädt der Flohmarkt auf dem Bürkliplatz ein, nach Antiquitäten und alten Büchern und Bildern zu stöbern. Er ist ein bisschen wie in Paris, unter den Bäumen mit dem Café mittendrin. Und er geht nicht mehr lange, denn im Oktober ist wieder Schluss für ein halbes Jahr. (Bild über: Cool Chic Style Fashion)

Französische Geschichten

Ein Nachmittag mit einem guten Buch entführt auch nach Paris. Ich liebe dafür die Bücher von Georges Simenon. Ähnlich leicht zu lesen und sehr kokett sind die Romane von Françoise Sagan. Sie prickeln charmant, wie ein Glas Champagner. Oder tauchen Sie auch wieder mal ein in die Klassiker von Balzac, Maupassant und Zola. Mit Sartre und de Beauvoir reisen Sie direkt in ein kleines Café und in eine Zeit, in der Moderne ganz anders war. (Bild über: An early morning walk)

 

Shoppingtipps

Damit bringen Sie ein bisschen Pariser Flair in die Wohnung:

Blumig, nach Lilien duftend, mit Akzenten von grünen Blättern ist die Duftkerze «Je t’aime Jane von Bella Freud. Das künstlerische Kissen ist von Modedesigner Jean-Charles de Castelbajac, der in den 80er-Jahren Pop in die Mode brachte, erhältlich im Conran Shop.

Ein charmanter französischer Film ist «A bout de souffle» mit Jean Paul Belmondo und Jean Seeberg. Die gestreiften Blusen und Kleider machen Lust auf ebensolche Bettwäsche in Blau und Weiss, diese hier ist von Westwing Now

Tarte Tatin aux poires

Und weil das Leben immer mehr Süsse braucht, backen wir auch eine feine karamellige Tarte Tatin. (Bild über: The Nordroom)

Zutaten:

Zubereitung:

8 EL Zucker

1 Päckli Vanillezucker

3 El Wasser

100 g Butter, Zimmertemperatur

2–3 Birnen, 

100 g Mehl

3 EL feine Polenta

1,5 KL Backpulver

1 Prise Salz

3 Eier

6 EL Milch

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Birnen schälen und in Scheiben schneiden. In einer tiefen ofenfesten Pfanne von ca. 23 cm Durchmesser 6 Esslöffel Zucker und 3 Esslöffel Wasser erwärmen, sodass der Zucker schmilzt. Dann aufkochen und so lange kochen lassen, bis der Zucker golden wird. Die Pfanne vom Feuer nehmen und 2 Esslöffel Butter beigeben. Die Birnenscheiben darauf verteilen. 

In einer Schüssel 100 g Zucker, 6 EL Butter und Vanillezucker und die Eier cremig rühren. Das Mehl, das Backpulver, die Prise Salz und das Polentamehl mischen und abwechslungsweise mit der Milch mit der Eiermischung vermischen. Nun lassen Sie den Teig über die Birnen fallen und streichen ihn mit einem Spachtel glatt. Ca. 40 Min. backen. Den Kuchen in der Pfanne 10 Minuten abkühlen lassen. Mit einem Messer von der Pfanne lösen und auf einen grossen Teller stürzen. Mit Crème Chantilly servieren.

Ein Abend wie im Café um die Ecke

Geniessen Sie Ihren Abend-Apéro auf die französische Art. Der Champagner wird in Frankreich immer im Weissweinglas serviert. Das entfaltet das Bouquet besser. Zünden Sie ein Kerzchen an, servieren Sie Chips im Silberschüsselchen und vergessen Sie nicht, ein paar gute Oliven aufzutischen. Auch die Musik im Hintergrund darf natürlich nicht fehlen – natürlich klassische französische Chansons. (Bild: MKN)

Gute-Nacht-Geschichten

Beenden Sie Ihr Pariser Wochenende mit guten französischen Filmen. Lassen Sie sich von der Liste vom Timeout.com inspirieren: 100 Best French Movies to watch before you die. Welcher ist Ihr französischer Lieblingsfilm? (Bild über: Pinterest

Credits:

Blogs und Magazine: The Nordroom, An early morning walk, Cool Chic Style Fashion, Ricardo Cuisine, Simply delicious food, Saveur, Ana Rosa, Drizzle and Dip, Life Goals Mag

5 Kommentare zu «Ein Wochenende wie in Paris»

  • Silvia sagt:

    Den Film Le Mépris wieder einmal ansehen

  • Tulpe sagt:

    Das ist sooo eine gute Idee. Es gibt sehr viele gute französische Filme: u.a. mit Alan Delon, J.-P. Belmondo, G. Depardieu und u.v.a. Mein letzter französischer Film war Yao mit Omar Sy – ein schöner Film!

  • Michael sagt:

    Paris – die Stadt schlechthin. Ich versuche seit mehr als einem Jahr ein französisches Baguette zu backen. Habe schon mehrere Rezepte inkl. französischem Mehl versucht – vergebens. Daher muss ich immer wieder nach Paris…

  • roger sagt:

    super ideen! danke … ich empfehle den film „bande a part“ von godard https://en.m.wikipedia.org/wiki/Bande_à_part_(film) (die tanzszene im cafe ist umwerfend). aber auch die s/w filme mit jean gabin sind sehenswert. zudem eine toller chanson mix „tres chic! french style . the effortless art of cool“ (als cd oder download). auf dem hirschenplatz gibt es zudem die besten crepes der stadt.

  • Judith Raeber sagt:

    liebe Marianne,

    grosses Kompliment zu Deinem Beitrag über ein Wochenende in Paris ohne Paris, Du hast mir aus der Seele geschrieben.

    Meine beiden Lieblingsfilme sind nicht auf der Liste der 100:
    «cinq fois deux» von François Ozon mit der grossartigen Valeria Bruni Tedeschi
    und
    les petits mouchouirs (kleine weisse Lügen) von Guillaume Canet

    und dazu in meinem Lieblingskochbuch
    «das Beste aus meiner französischen Küche» von Mimi Thorisson
    (lesenswert und unglaublich schön gemacht ist auch ihr Blog «Manger»)
    schmökern und etwas daraus kochen.

    Der heutige Tag ist wie gemacht dafür!

    alles Liebe und bis ganz bald,
    j.

Kommentar

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