Einfach speziell

Pizza mit Trauben und Salat zum Dippen: So kreieren Sie aus einfachen Rezepten etwas ganz Besonderes.

1 — Pesto mit Lasagnenudeln 

Das wunderschöne, fast sommerliche Wetter hält sich ganz schön lange. Im Kopf waren wir ja bereits schon in typischer Septemberstimmung, die den Abschied vom leichten unbekümmerten Sommerfeeling bedeutet und ganz viel Lust auf Neues macht. Auch in der Küche. Statt Grill und Salate haben wir Lust, wieder mal ein Poulet mit Zitronen in den Backofen zu schieben, oder Gnocchi mit Butter statt Linguine mit Vongole zu kochen. Die Rezepte für beide Gerichte finden Sie in der Sweet-Home-Geschichte Paare, die sich gut verstehen. Auch verführen die saisonalen dunklen Beeren und Früchte dazu, einen Brombeerkuchen oder Holundermuffins zu backen, die Rezepte dafür finden Sie im Beitrag Schwarze Beeren – eine süsse VerführungDoch so ganz klappt es noch nicht mit der herbstlichen Gemütlichkeit in der Küche: Schwimmen Sie auch noch im See, und schmeckt Ihr Basilikum auf dem Balkon auch noch so gut wie meines? Der beste Grund also für eine spätsommerliche Pasta mit Pesto. 

 

Klassische Pesto Genovese wird mit Trofie gemacht. Dazu kocht man grüne Bohnen und Kartoffeln mit. Ein herrliches Gericht. Pesto kann man im Voraus machen und zaubert damit ganz schnell eine gute und gesunde Pasta. Wechseln Sie aber ab. Ganz andere Pastasorten machen aus dem einfachen Gericht ein neues und besonderes. So ziemlich das Gegenteil von Trofie sind grosse Lasagnenudeln. Mischen Sie zur Abwechslung andere Zutaten in die Pesto, solche, denen der Spagat vom Sommer zum Herbst gelingt, wie beispielsweise Baumnüsse, Rucola, Joghurt oder gar ein Bergkäse. (Bild über: The Hungry Cook)

Versuchen Sie Lasagnenudeln mit Basilikum-Pesto:
Mischen Sie 2 gute Handvoll Basilikumblätter, 30 g geröstete Pinienkerne, 4 Esslöffel geriebenen Pecorino Romano, 4 Esslöffel geriebenen Parmesan und etwas Salz in einer Küchenmaschine. Geben Sie dabei etwa 1,25 dl Olivenöl laufend dazu. Kochen Sie Lasagnenudeln al dente und mischen Sie die heissen Nudeln mit der Pestosauce und heissem Pastawasser, bis alles cremig grün wird und betörend duftet.

 

Und so geht Baumnuss-Rucola-Pesto:
Mischen Sie 2 gute Handvoll Rucola, 30 Baumnusskerne, 6 Esslöffel geriebenen Parmesan und etwas Salz in einer Küchenmaschine. Geben Sie dabei etwa 1,25 dl Olivenöl laufend dazu. 

 

Wie wärs mit einer sizilianisch inspirierten Pistazien-Pesto?
Mischen Sie 200 g geröstete, ungesalzene Pistazienkerne, 2 Esslöffel Pfefferminzblätter, 1/4 Peperoncino, 1 Esslöffel Rosinen, 50 g geriebenen Pecorino und etwas Salz in einer Küchenmaschine. Geben Sie dabei etwa 1,25 dl Olivenöl laufend dazu. Kochen Sie Orecchiette al dente und mischen Sie die heissen Orecchiette mit der Pestosauce und heissem Pastawasser, bis alles cremig wird und betörend duftet. 

2 — Pizza mit Trauben 

Tafeltrauben haben Saison. Egal, ob wir uns nun herbstlich oder sommerlich fühlen – Trauben sind paradiesisch gut. Keine Ahnung, weshalb der Apfel die Verführerrolle in der Bibel bekommt, Trauben sind viel sinnlicher und luxuriöser. Und man kann damit auch kochen. Eine Pizza zum Beispiel, die die Margherita des Sommers auf köstlichste Art ersetzt. (Bild über: Ecikej)
Die Herbstpizza geht ganz einfach:
Da wir nun gerne ein bisschen länger in der Küche stehen, können wir den Pizzateig gleich selber machen. Das Rezept dazu finden Sie in der Geschichte Langsam wird es besser. Träufeln Sie Olivenöl über den Pizzafladen. Raffeln Sie grosszügig Parmesan darüber. Streuen Sie frisch gepflückte Rosmarinnadeln darüber und belegen Sie die Pizza mit vielen halbierten Traubenbeeren. Etwas Salz und schwarzen Pfeffer darüberstreuen und die Pizza auf der untersten Rille bei 250 Grad etwa 10 Minuten knusprig backen. Sie können die Pizza wie auf diesem Bild nach Lust mit Rohschinken belegen, aber ich finde, sie schmeckt auch so. Als Varianten verteilen Sie vor dem Backen Gorgonzolakrümel darüber oder belegen die fertige Pizza statt mit Rohschinken mit Rucolablättern oder Cicorino Rosso. 

3 — Camembert mit Himbeeren

Ich glaube, ich habe meine Camembert-Geschichte hier schon einmal erzählt. Aber sie gehört zu meinen Schlüsselerlebnissen in Sachen Essen und Geniessen. Wir hatten einmal in Paris in einem Tangoclub eine wunderschöne Modegeschichte produziert. Gleichzeitig haben Arbeiter Renovationsarbeiten ausgeführt. Am Mittag sassen die Arbeiter alle um einen kleinen Tisch herum und packten einen grossen, in Papier gewickelten Camembert aus. Sie öffneten eine Flasche Wein, zerbrachen eine Baguette und schnitten den Käse mit einem Sackmesser in Stücke. Einfacher Genuss vom Besten! Der Camembert schmeckt auch aus dem Ofen herrlich. (Bild über: Homemade Hoopla)
Und so gehts: 
Lassen Sie den Camembert in der Holzschachtel – aber ohne Deckel und natürlich ohne Papier. Stechen Sie ihn ein wenig ein und geben Sie Thymianzweiglein in die Löcher. Dann geben Sie Baumnusskerne, etwas Honig und Pfeffer über den Käse. Türmen Sie auch einige Himbeeren oder Brombeeren auf den Käse. In den 200 Grad heissen Backofen geben und etwa 20 Minuten backen. Mit Baguette servieren. 

4 — Caprese mit Früchten 

Den Tomaten-Mozzarella-Klassiker aus Capri kann man saisonal verändern und so anreichern, dass er zu einer vollwertigen und sättigenden Mahlzeit wird. (Bild über: Sabon Home Blog
Und so gehts: 
Schneiden Sie Saisonfrüchte wie Pflaumen, Zwetschgen und die letzten Pfirsiche in Stücke. Halbieren Sie grosse Traubenbeeren und mischen Sie Tomaten dazu. Schneiden oder brechen Sie Brot in kleine Würfel und rösten Sie diese langsam in Olivenöl mit etwas Salz und nach Geschmack Knoblauch. Rösten Sie Pinienkerne. Mischen Sie alles zusammen und zerreissen Sie Basilikumblätter darüber. Geben Sie eine Burata dazu und beträufeln Sie alles mit feinstem Olivenöl. 

5 — Eine Art Carbonara 

Pasta mit Fleisch ist für mich jeweils ein Entree in den Herbst. Dabei ist Carbonara ein besonderer Liebling. Diese Carbonara ist anders und geht supereinfach. (Bild über: Get Cottage)
So gehts: 
Kochen Sie Spaghetti oder Spaghettini al dente. Braten Sie pro Portion eine Tranche Rohschinken oder Speck knusprig und ein Spiegelei in reichlich Butter. Mischen Sie die Spaghetti mit der Butter vom Spiegelei, viel geriebenem Parmesan und schwarzem Pfeffer aus der Mühle. Nun servieren Sie pro Portion mit einer Tranche Schinken oder Speck und einem Spiegelei. 

6 — Caesar Salad am Stück

Diesen Klassiker aus der italo-amerikanischen Küche haben wir dem Einwanderer Caesar Cardini zu verdanken. Der Legende nach fehlte es dem Hotelier und Restaurateur in den Zwanzigerjahren einmal an genügend Lebensmittelvorräten für eine unerwartet hohe Gästezahl. So mischte er alles, was er noch hatte, zusammen zu einem Salat. Chic und anders ist es, den Salat mit grossen Lattichblättern zuzubereiten, sozusagen am Stück. (Bild über: Earlyware)
Und so gehts:
Für die Sauce hacken Sie 6 Sardellenfilets und 1 kleine Knoblauchzehe und mischen alles gut mit 1 Prise Meersalzflocken. Nun zerdrücken Sie das Ganze in einem Mörser oder mit dem Messer zu einer Paste. Geben Sie diese Paste in ein Schüsselchen und mischen Sie zwei Eigelbe, 2 Esslöffel Zitronensaft und 1 Kaffeelöffel Dijonsenf dazu. Nun geben Sie unter ständigem Rühren tropfenweise 2 Esslöffel Olivenöl bei. Mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen. Für die Croûtons rösten Sie kleine Weissbrotwürfelchen in Butter und stellen diese zur Seite. Nun rüsten Sie einen Lattich und bestreuen jedes Blatt mit viel Parmesankäse. Braten Sie Specktranchen knusprig und brechen Sie sie in grosse Stücke. Servieren Sie die Salatblätter mit den Specktranchen darüber, hart gekochten Eierhälften und den Croûtons. Anschliessend die Sauce darüber träufeln und servieren.

7 — Salat zum Dippen

Ein Salat wird immer mit den Zutaten und einer Sauce oder einem Dressing gemischt. Wenn Sie alles einzeln auf einem Teller anrichten und eine interessante Sauce als Dip dazu servieren, haben Sie auf einmal ein ganz anderes, ziemlich edles Gericht. (Bild über: Bijouxs

Für ein Lavendeldressing mischen Sie 6 Esslöffel Olivenöl mit 2 Esslöffeln Rotweinessig und je 1 Esslöffel Zitronensaft, Dijonsenf und Honig. Dann kommen etwa 1 Kaffeelöffel Lavendelblüten rein und eine Prise Salz. Alles gut vermischen. 

Schneiden Sie pro Portion eine halbe Avocado in Scheiben, halbieren Sie einige Radieschen und ein hartes Ei. Geben Sie eine gute Portion grüne Salatblätter bei wie Portulak, Spinat, Brunnenkresse oder Rucola. Reichern Sie den Salat an mit Rüebli, Gurken, Tomaten und Früchten. Servieren Sie alles schön angerichtet auf einem grossen Teller. Würzen Sie mit Meersalz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle. Servieren Sie das Dressing in der Mitte des Tellers, zum Beispiel in einem Espressotässchen. 

 

8 — Griechischer Teller

Hackfleischbällchen und griechischer Salat serviert auf Fladenbrot ist eine wunderbare Alternative zu Hamburger und Salat. (Bild über: Recipe tin eats)

Zutaten:

Zubereitung:

500 g Hackfleisch, Kalbfleisch und Schweinefleisch, gemischt

3 Knoblauchzehen, zerdrückt und fein gehackt

2 EL gutes Paniermehl vom Bäcker

1 KL gemahlener Koriander

1 KL gemahlener Kreuzkümmel

1/2 KL Zimt

1 Prise Muskat

1 Ei

1 KL getrockneter Oregano

Salz und Pfeffer

Für den Salat: 

Tomaten, in Würfel geschnitten

Gurken, in Würfel geschnitten

Feta, in Würfel geschnitten

rote Zwiebel, in Streifen geschnitten

Oregano, getrocknet

Salz 

Petersilie, gehackt

Olivenöl

Zitronensaft

Naturjoghurt

Fladenbrot

Mischen Sie alle Zutaten für die Fleischbällchen zu einem Teig zusammen, und rollen Sie daraus kleine Bällchen. Braten Sie die Bällchen in Olivenöl rundum an, sodass sie aussen braun sind, innen dürfen sie noch ungekocht sein. Legen Sie die Hackfleischbällchen in eine ofenfeste Form und geben Sie sie zum Fertigkochen noch etwa 5–8 Minuten in den 200 Grad heissen Backofen. 

Mischen Sie alles Gemüse und den Feta mit etwas Zitronensaft und Olivenöl. Mit Salz abschmecken. 

Nun erwärmen Sie das Fladenbrot in einer Bratpfanne. Legen Sie ein Fladenbrot auf einen Teller und streichen Sie grosszügig Naturjoghurt darauf. Nun richten Sie den Salat und die Hackfleischbällchen darauf an und bestreuen alles mit etwas Oregano und gehackter Petersilie. 

9 — Gnocchi-Bowl

Gnocchi bereitet man meist mit Salbei und Butter oder mit Tomatensauce zu. Machen Sie sie moderner, und servieren Sie sie mit Pilzen in einer Bowl. (Bild über: Pinch of yum)

Und so gehts:
Braten Sie Gnocchi in Butter an, geben Sie Pilze und gehackte Kräuter wie Petersilie, Rosmarin und Thymian dazu. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer und servieren Sie alles in einer Bowl mit Rucola oder Spinat und etwas geriebenem Käse. 

10 — Schokoladentorte mit Beeren

Schokolade, Früchte, Backen und Glück – diese Torte gelingt allen, auch Back-Unbegabten. (Bild über: Baarn with a view

Zutaten:

Zubereitung:

175 g Butter, Zimmertemperatur

175 g Rohzucker

1 EL Vanillezucker

3 Eier

75 g Kakaopulver

100 g Mehl

1 KL Backpulver

1 Prise Salz

2 EL Milch

2 Formen mit 20 cm Durchmesser

Geben Sie die Butter, den Zucker und den Vanillezucker in eine Schüssel und mixen Sie alles schaumig. Dann geben Sie die Eier, eins nach dem anderen, dazu. Sieben Sie das Mehl, das Backpulver, das Salz und das Kakaopulver und geben Sie es zu der Eier-Zucker-Mischung. Rühren und die Milch untermischen. Den Teig auf die zwei Formen verteilen und alles bei 180 Grad 20–25 Minuten backen. 15 Minuten abkühlen, aus der Form nehmen und auf ein Gitter legen.  

Zutaten:

Zubereitung:

1 Dose Stalder- Schokoladecreme

5 dl Rahm, zu Schlagrahm geschlagen

Beeren nach Saison und Wahl

Mischen Sie den Schlagrahm mit der Schokoladecreme. Bestreichen Sie einen Kuchenboden mit der Hälfte der Creme und geben Sie den zweiten Kuchenboden darauf. Mit der zweiten Hälfte der Creme bestreichen und viele Beeren darauf türmen

Credits: 

Bilder über Foodblogs und Magazine: Baarn with a view, Pinch of yum, Recipe tin eats, Bijouxs, Earlyware, Get Cottage, Sabon Home Blog, Homemade Hoopla, The Hungry Cook, Ecikej

7 Kommentare zu «Einfach speziell»

  • Albert Fiechter sagt:

    Vor 50 Jahren hielt ich in Rio de Janeiro an einem Fruchtsaftstand inne und äugte, was es da so gab. Da beobachtete ich, wie der Barkeeper eine grüne Masse aus einer mir unbekannten Frucht herauslöffelte und in einen Mixer gab. Dann schüttete er noch Milch dazu und etwas Zucker. Püriert, goss er das Ganze in ein Glas. Ich musste natürlich versuchen und bestellte das Gleiche. Hoppla – schmeckte gar nicht. Gelegentlich probierte ich das Getränk, das die Cariocas „Vitamina“ nennen, doch wieder und es begann mir zu schmecken. Längst ist es mein mit Abstand beliebtestes Fruchtgetränk geworden. Es ist die einzige Art, wie ich Avocado geniesse.

  • adam gretener sagt:

    Falls Sie keine nette griechischen Nachbarn haben, und die sind eigentlich alle nett, nichts einfacher als griechischen Joghurt selbst herzustellen. Ist ja nichts anderes als besonders gut entwässerter Joghurt.

    1. Entweder ein Kilo Natur-Joghurt in ein dünnes Tuch geben, das Tuch in ein Sieb und das Sieb in eine Salatschüssel über Nacht im Kühlschrank zusätzlich abseien lassen. Tara!

    2. 1 Liter Milch auf 80° erhitzen, von der Platte nehmen und warten bis sie auf auf ca. 45° abgekühlt ist. Dann ein Naturjoghurt oder alternative lebende Joghurtkulturen hinzugeben und über nacht im Ofen (energieintensiv) bei 40 bis 45° zu Joghurt werden lassen und dann das oben beschriebene Prozedere des Abseiens im Kühlschrank anwenden. Taratara.

  • Mata Hari sagt:

    Meine neueste Création Mischsalat (Prix Garantie) mit französischer Salatsauce und Cashew-Peanut-Mix mit Honig und Salz (Denner). Einfach und gut. Leicht und nährhaft. Vorausgesetzt man isst nicht gleich den ganzen 200 g Nussbeutel.

  • Sophie sagt:

    Jetzt habe ich fast in den Bildschirm gebissen, als ich das Bild vom Camembert gesehen habe, das sieht ja absolut fantastisch aus… und ich habe Lust um 8:30 Mittagessen zu machen.

  • adam gretener sagt:

    Mein klarer Favorit ist der griechische Teller, Voraussetzung ist natürlich, dass man rohe Zwiebeln mag bzw. verträgt. Und das Naturjoghurt würde ich unbedingt durch einen griechischen Joghurt ersetzen, da liegen einfach Welten dazwischen.

    Das Frühstück der Griechen ist auch himmlisch. Joghurt mit leicht gerösteten Nüssen und Honig dazu einen dieser starken Kaffees.

    • Nina sagt:

      Echten griechischen Joghurt gibts sozusagen in Zürich gar nirgends, höchstens in einem dieser Lädeli im Kreis 5. Das was im Coop Yogos heisst, hat lediglich Rahm drin.

Kommentar

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