Fünf Schweizer Ferienideen

Die schönsten Ferienorte sind ganz nah. Man kann in den Zug steigen und kurze Zeit später in einer ganz anderen Welt aussteigen und abschalten.

Es ist Ferienzeit. Ich spüre sie ganz fest in diesem Moment, am Sonntagabend, während ich diesen Blog schreibe. Wir sind gerade von einem Wochenende in den Bergen zurückgekommen. Morgen muss ich früh raus und habe sieben Tage Fotoproduktion am Stück. So ist meine Sehnsucht nach noch mehr Ferien und Sommergefühl verständlich. Und wie immer nach solchen kleinen Fluchten nehme ich mir vor, öfters wegzugehen. 

Chesa Grischuna in Klosters

Unsere kleine Reise führte uns ins hübsche, charmante und schicke Hotel Chesa Grischuna, in dem wir bereits einmal im Winter waren. Klosters ist nah, eine kurze Zugfahrt von Zürich entfernt, was gut ist für unser Hündchen Miss C., das das Zugfahren nicht mag. Das Hotel habe ich mal auf Instagram entdeckt, als es eine stilbewusste Kollegin postete. Und sehr viel Stil hat auch das Hotel. Es bietet eine Art Luxus, den man nicht mehr oft findet. Er ist leise, liegt in den Details und in der Geschichte des Hauses. Nichts ist aufgesetzt oder inszeniert, alles ist echt. Kein Wunder, gehen hier auch Berühmtheiten ein und aus, ganz selbstverständlich, ohne grosses Aufheben. Man erfährt eine warme Gastfreundschaft, bei der sich alle gleich willkommen fühlen. 

Im Restaurant sitzen ganz unterschiedliche Gäste, und ich fühle mich ein wenig wie einem Roman. Jede kleine Gruppe an den hübsch mit Alpenrosen dekorierten Tischen kommt aus einer eigenen Welt, hat eine eigene Geschichte. Anita Brookners «Hotel du Lac» geht mir durch den Kopf. Da geht es zwar um ein ganz anderes Hotel, aber ebenfalls eines in der Schweiz.   

Das Hotel ist ein kleines Prachtstück. Es wurde 1938 erbaut und zeigt eine wunderschöne Mischung aus Chaletgemütlichkeit und der koketten Eleganz der 40er- und 50er-Jahre. Die Kegelbahn ist übrigens von Künstler und Grafiker Alois Carigiet bemalt. Zu den vielen berühmten Gästen gehörten Greta Garbo, Gene Kelly, Françoise Sagan oder John Irving. 

Klosters ist ein wunderbar angenehmer Ferienort, der jegliche typische touristische Merkmale von anderen bekannten Ferienorten in den Bergen ignoriert. Statt Reisecars, Gucci- und Prada-Boutiquen findet man hier ein wenig charmante Exzentrik. Uns sind beim Spazieren ein Skistockgarten und ein Blumenauto aufgefallen.  

Ferien in Paspels, Domleschg

Ein anderer Ferienort, den wir einige Zeit öfters aufsuchten, ist das hübsche Dörfchen Paspels im Domleschg. Ich habe auf meiner Suche nach hübschen Ferienhäusern ein kleines Bijou auf einer englischen Website entdeckt. Nun finde ich die Wohnung auf der Website Caselas. Es handelt sich um ein Dorf ohne Hotel und Tourismus. So spazierten wir mit Miss C. als «The only tourist in the village» durch Dorf und Gegend. Ein Grund, weshalb wir uns für die Ferienwohnung entschieden hatten, war der nahe liegende Canovasee. Dieser wird liebevoll betreut und ist ein Badeplatz-Juwel. Rundum grasen Kühe, und zwar solche mit Hörner. 

Die Gegend ist perfekt für lange Spaziergänge durch eine wunderschöne Landschaft mit malerischen Dörfern und eleganten Burgen und Schlössern.   

Das Ferienhaus ist ein Hausteil mit zwei Stockwerken, drei Schlafzimmern und einem dieser alten Balkone, die rund ums Haus gehen. Es ist liebevoll und mit Stil eingerichtet und renoviert. Wir haben es gar einmal für mehrere Wochen gemietet, und ich habe von dort aus gearbeitet. Dank WLAN, Waschmaschine und perfekt eingerichteter Küche, die übrigens eine tolle Aussicht auf die Landschaft bietet, war es uns ein angenehmes Zuhause, in dem wir uns sehr wohlfühlten. Man kann auf umliegenden Feldern Blumen pflücken und beste lokale Lebensmittel in kleinen Hofläden kaufen. 

Ferienwohnungen sind ganz oft mit Dingen eingerichtet, die die Besitzer zu Hause nicht mehr wollen oder von denen sie denken, dass es nicht schade drum ist, falls Mieter ihnen zu wenig Sorge tragen. Nicht so im Ferienhaus in Paspels. Es ist ein stilvolles Zuhause mit hübschen Möbeln und liebevollen Details. Während ich das hier schreibe, bekomme ich eine Art Heimweh und muss dringend meine Agenda für noch mehr Ferien prüfen. 

Hotel Meisser in Guarda

Unser Ur-Ferienort in den Bergen ist das Hotel Meisser in Guarda. Wir flüchteten erstmals hierher, als in einem superkalten Winter unsere Küche einen kleinen Brand hatte und es zu Hause mehr als ungemütlich war. Den Tipp für dieses einzigartige Dorf bekam ich von einem Kollegen aus der «Tages-Anzeiger»-Redaktion. Und wir fühlten uns sofort wohl in dem schönen, entspannten Hotel, das wir ab dann immer wieder aufsuchten. Für uns ist der Besuch im Hotel Meisser und im fantastisch schönen Dorf Guarda wie eine Art Kur. Die Ruhe und Stärke, die dieser Ort ausstrahlt, lässt uns innert null Sekunden von allem abschalten.

Und dann ist da die Schönheit. Sie ist überall. Wohin man schaut, sind starke Bilder von eleganten, stolzen Häusern und einzigartiger Landschaft.

Oft gingen wir in der Zeit, in der die Bergblumen blühen. Für mich ist das ein betörend schönes Naturwunder. Natürlich begegnen wir bei unseren Spaziergängen auch frei herumspazierenden Hühnern, Murmeltieren, Ziegen und Kühen, die auf der Alp den Sommer und die Freiheit erleben. 

Ristorante Posta in Carona

Das Dorf Carona, in dem die Fotografin Rita Palanikumar und ich die spannende Homestorys von Michelle Nicol und Rudolf Schürmann produzierten, ist auch eine kleine Ferienreise wert. Es gibt ein Hotel, das einen wunderschönen Garten hat. Ich wohnte mal einige Tage beruflich dort, und es war sehr gastfreundlich. Bloss hatte es für mein persönliches Empfinden zu viele antike Puppen und Raumduft. Aber das können andere auch als besonderen Charme empfinden. Was ich unbedingt empfehle, ist das Ristorante Posta – ein wunderbarer Ort. Es hat einen schattigen, liebevoll eingerichteten Garten wie auch hübsche Räumlichkeiten. Das Essen ist mehr als hervorragend. Frische Hausmannskost vom Allerbesten: knackige Salate, Gemüseplatten, erstklassige Pasta und das alles serviert in hübschen Tellern auf bunten Tischtüchern. 

Bed and Breakfast im Toggenburg

Eine Geschichte, die grossen Erfolg hatte auf dem Sweet Home Blog, ist die über das charmante Bed and Breakfast im Toggenburg, deshalb kommt auch dieser spezielle und charmante Schweizer Ferienort hier nochmals zur Erwähnung. Das grosse, stolze «Haus im Glück» steht in Hemberg und bietet eine wunderschöne Location für ruhige, naturnahe Ferien und Wochenendausflüge. Die Idee, es in ein Gästehaus zu verwandeln, kam der Innenarchitektin Madlaina Feuerstein. Sie hat sich ganz einfach in das alte Toggenburger Haus mit den schiefen Böden und der wunderbaren Aussicht auf die umliegende Landschaft verliebt. Mit viel Liebe und Selbstinitiative hat sie es renoviert und in einem gemütlichen, schlichten und modernen Stil eingerichtet. 

Die Gastgeberin kombiniert das warme Holz mit viel frischem Weiss. Alle Gästezimmer hat sie mit grossen, eleganten Betten ausgestattet.

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