Das Buch zur Küche

Was bringt mehr Wärme in die Küche? Bücher! 15 spannende Ideen, wie Sie diese platzieren können.

Erinnern Sie sich noch an die Kühlschrankmagnete, die einst in fast jeder Wohnung zu sehen waren? Diese Magnete, die meist Stundenpläne, Kinderzeichnungen, Geburtsanzeigen und Einladungen festhielten, waren oft das einzig Persönliche in sauberen, aufgeräumten, praktischen Küchen. Sie sind vollkommen verschwunden – wie die meisten Kühlschränke.

Letztere sind natürlich noch da, aber zum grössten Teil stilvoll getarnt wie ein normaler Küchenschrank. Diese Fronten sind in durchschnittlichen Mietwohnungen gerne aus Holz, nicht selten mit sichtbarer Maserung. Damit wollen Architekten und Designer mehr Wohnlichkeit in eine Küche bringen. Denn das Bedürfnis, sich in der Küche wohlzufühlen, ist gross. Doch das stillt die schwach sichtbare Maserung, wie ich sie zum Beispiel in meiner Küche habe, nicht. Wärme kommt mit der Persönlichkeit der Bewohner und deren Liebe zum Kochen, Werkeln und Zusammensein in der Küche.

Bei mir zu Hause spielen natürlich, wie auch sonst in der Wohnung und im Leben, Bücher eine wichtige Rolle. Da bin ich nicht die Einzige. In Küchen, die mit Liebe benutzt werden, finden sich meist auch Bücher. In den vielen Wohnungen, die die Fotografin Rita Palanikumar und ich für Sweet Home besuchen, entdecken wir immer wieder Bücher in der Küche und auch spannende Lösungen und Ideen für deren Platzierung. Scarlett Steiner Gaus etwa hatte in ihrer Wohnung, die wir von einigen Jahren für eine zauberhafte Weihnachtsgeschichte besuchten, Kochbücher auf einem antiken Industrietrolley gestapelt, zusammen mit antiken Backformen und viel Geschirr. (Bild: Rita Palanikumar  für Sweet Home

1 — Eingebaut

Eine sehr interessante Lösung entdeckten wir in der Küche des Interiorarchitekten Jürg Brawand. Die Industrieküche von Rametall hat der Innenarchitekt nach eigenen Vorstellungen geplant und zusammengestellt. Dabei hatte er bei der Rückwand einen Rahmen eingesetzt. Diesen wollte er mit einer geeigneten Füllung versehen. Das schicke Holzregal sieht zwar aus wie geplant, ist aber viel später entstanden. «Irgendeinmal waren da einfach zu viele Kochbücher, da kam mir die Idee, ein Regal in den Rahmen zu bauen. Ich mag Ergänzungen, die so wirken, als wären sie von Anfang an geplant gewesen», erklärt der Einrichter seine Kreation. Was Brawand verabscheut, sind Gags und künstlich Aufgesetztes. Das Bücherregal verstärkt zudem die Wohnlichkeit im Essbereich. (Bild: Rita Palanikumar für Sweet Home

2 — Gleich, aber anders

In dieser Küche vom Blog Think Decor stehen die Bücher in einer ähnlichen Art auf einem Regal, das in die Kücheninsel integriert ist. Die Küche ist zwar schwarz und weiss, streng und praktisch, und doch strahlt sie Wohnlichkeit aus. Das hat viel mit dem Holzboden zu tun, den hübschen Details und dem offenen Platz für Bücher. 

3 — Ein Regal verbindet

Es müssen nicht zwingend bloss Kochbücher in Küchennähe stehen. Viele Küchen sind offen, nicht nur zum Essbereich, sondern auch zum Wohnzimmer. Ein Grund mehr, der Wohnlichkeit den gebührenden Raum zu geben. Da ist ein volles Bücherregal perfekt. (Bild über: The Entertaining House)

4 — Die Bibliothek eines Kochstars

Dieser Blick führt in die Küche von Foodscout Richard Kägi und auf ein mit Kochbüchern aus der ganzen Welt prall gefülltes Regal. Der sympathische und hochtalentierte Kochstar hat sich ein Zuhause geschaffen, in dem die perfekt ausgestattete Küche im Zentrum steht. Es ist trotzdem oder besser gerade deswegen sehr wohnlich und persönlich. Und Bücher sind überall, nicht nur Kochbücher. Letztere aber sind zusammen mit Geschirr und Gläsern in dem Regal, das am nächsten bei der Küche steht. (Bilder: Rita Palanikumar für Sweet Home

Das Kochbuchregal ist natürlich gleich in die Küche integriert und bietet Platz für eine erlesene Kochbuchbibliothek. Dahinter türmt sich wunderschön Brennholz, die Axt lehnt noch daran – denn Holz selber hacken ist auch eine Leidenschaft des Hausherrn. Entdecken Sie das ganze Haus von Richard Kägi

5 — In der Vorratskammer

Sehr charmant ist diese farbige, gemütliche Küche. Man kann sich direkt vorstellen, abends hier am Küchentisch zu sitzen, Tee zu trinken und ein gutes Buch zu lesen. Dieses findet man in der Bibliothek, die im rot lackierten Regal hinter dem ebenfalls rot lackierten Türrahmen in der Vorratskammer steht. (Bild über: Pinterest

6 — Aufgestellt

Man hat mehr Lust, ein Buch hervorzuholen, wenn es einladend in der Nähe ist. Diese Kochbücher stehen mit dem Cover nach vorne auf schmalen Regalen, die eine Art Reling haben. Eine schöne Möglichkeit, wenn der Platz für ein normales, tiefes Regal fehlt – und natürlich auch sonst. (Bild über: Apartment Therapy

7 — Ausgestellt

So sieht das gleiche Prinzip aus, wenn es tief ist. Sie können auf solch tiefen Regalen jeweils mehrere Bücher mit Cover nach vorne hintereinander auf- und ausstellen. Wichtig ist, dass solche Regale einen Stopper haben, damit die Bücher nicht wegrutschen. (Bild über: The Kitchn

8 — Bücherwand

Diese Art Stopper sind als Bilderleisten bekannt. Sie ermöglichen es, Bilder auszustellen – und eben auch Bücher. Die Bewohner dieser Küche haben damit eine ganze Wand gestaltet. (Bild über: The Cottage Market)

9 — Miniregal

Um einige Lieblingskochbücher zur Hand zu haben, braucht es aber keine ganzen Wände und riesigen Kücheneinbauten. Ein kleines Regal genügt auch – und das hat überall Platz. Ein sehr stilvolles solches Regal haben wir in der Küche von Jukka Murto und Anna Rölli fotografiert. Da stehen die Kochbücher klassisch zwischen wunderschönen Alltagsobjekten. (Bild: Rita Palanikumar für Sweet Home

10 — Wohnlichkeit inklusive

In alten Wohnungen hat es oft Einbauregale, etwas, das heute leider nicht mehr vorkommt. In dieser gemütlichen englischen Küche ist ein solches Regal mit Büchern und nicht mit Küchensachen gefüllt, was die Räumlichkeiten viel Wohnlichkeit ausstrahlen lässt. (Bild über: The Modern House

11 — Untergemischt

Ein Regal, das eine kleine Wohn- und Stilgeschichte erzählt: Ganz im Stil der Hipsterkultur reihen sich die Kochbücher der Farbe nach aneinander. Das zwischen Keramikschalen, Einmachgläsern und Zimmerpflanzen. (Bild über: Domino

12 — Im Körbchen

Als praktische und charmante Miniversion, um seine Lieblingskochbücher nahe beim Geschehen zu halten, dient ein kleiner Korb. Dieser kann auch immer wieder neu gefüllt werden, und die restliche kulinarische Bibliothek kann woanders platziert sein. (Bild über: Pinterest

13 — Inszeniert

Wer gerne inszeniert und den Platz dazu hat, der kann auf diese Art Antiquitäten und Lieblingsbüchern einen hübschen Platz in der Küche geben. (Bild über: Pinterest

14 — In der obersten Etage

Ein solches ländlich anmutendes Regal kann man mit ein bisschen Talent selber schreinern oder es sich vom Schreiner machen lassen. Wie eine Art Garderobe kann es in einer Ecke Schürzen, Küchentüchern und Büchern einen praktischen und gemütlichen Ort bieten. (Bild über: Bookhub

15 — Spontan

Zum Schluss noch mein Liebling! In dieser Wohnung türmen sich Bücher an die Küchentheke und vermitteln das Gefühl, dass Lesen und Abtauchen hier offenbar ein gelebter Teil von Kochen, Essen und Zusammensein ist. (Bild über: The Entertaining House)

Credits: 

Blogs und Magazine: The Entertaining House, Bookhub, Domino, The Cottage Market, Think Decor, The Kitchn, Apartment Therapy 
Immobilien: The Modern House
Sweet Homestories: Scarlett Steiner Gaus, Richard Kägi, Jukka Murto und Anna Rölli, Jürg Brawand

10 Kommentare zu «Das Buch zur Küche»

  • Mom sagt:

    A doch, sie sind dort. Ich hab sie gar nicht gross registriert:-)

  • Mom sagt:

    Ohne einer lieben Person am Kochherd ist die Küche sowiso nichts. Vielleicht eine Bibliothek noch:^)
    Mir fehlen auf den Bildern etwas Blumen und Pflanzen. Aber das war nicht das Thema. Sonst wie immer Pikobello. ;-)

  • Steffi sagt:

    Sehr schöne Inspirationen.
    Wir haben unsere Bücher über den Küchenschränken, da die Wand nur eine Blende ist, wurde das Regal kurzerhand mit O-Profilen an die Decke montiert. Ich muss mich auf die Zehenspitzen stellen um an die Bücher zu kommen, dafür kommt Fett und Staub auch nicht sofort da hoch :)
    Tatsächlich haben wir auch noch einen freistehenden Kühlschrank mit Magneten :)

  • diidaadiidaa sagt:

    Wenns mal in der Küche so richtig brennt, dann hats was zum brennen. Hoppla

  • lukas sagt:

    ist das objekt rechts oben im miniregal in bild 9 eine nicht ganz jugendfreie kuchenform? :)

  • ri kauf sagt:

    s e h r schöne ideen! die körblivariante könnte ich für meine mini-küche übernehmen……

  • Bufi sagt:

    Ich wusste gar nicht, dass Kühlschränke die voll von Stundenplänen, Kinderzeichnungen, Geburtstagseinladungen und Einkaufslisten (alle von Magneten in jeglicher Form und Couleur festgehalten) selten geworden sind. Bei uns zu Hause steht jedenfalls noch so einer :-)

    • Ursula Brunold sagt:

      Geniessen Sie doch weiterhin Ihre Kühlschrank-Aussenwand, die von prallem Alltagsleben und eigener Kreativität zeugt. Am Kühlschrank in unserer neuen Mietwohnung können wir keine Magnete mehr anbringen.

      • Karin Stepi sagt:

        Wir nutzen dafür einen grossen flachen Heizkörper;-)
        War auch erstaunt, zu lesen, dass es das nicht mehr geben soll… „heutige“ Familien haben vermutlich alle Infos digital gespeichert:-)

  • Marusca sagt:

    Das blau-weiss-gelb gestreifte Päckchen Incarom von einst haben Sie bei Bild 13 vergessen!

    In unserer Küche ist ein schicker, geräumiger Food-Center aus Edelstahl der Blickfang und es würde mir das Herz brechen, würde das edle Stück plötzlich durch eine Holzplatte verunstaltet, nur weil das bei Hinz und Kunz gerade Mode ist. Und ja, Bücher gibt es in der Küche ebenfalls, vor allem aber wird darin nicht nur der Chromstahl poliert, sondern täglich mit Begeisterung gekocht – und das erst noch gut…

Kommentar

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