Orange Is the New Black

Was geschieht, wenn ein Modestar Möbel entwirft? Die Farbe Orange kommt zurück in die Wohnung!

Mode und Design flirten gerne – und immer wieder. So haben immer mehr Modehäuser ihre eigenen Interiorkollektionen, Modedesigner werden zu Interiordesignern. Doch wenn sich das renommierte Designhaus Vitra der Mode öffnet, wird auf einmal alles spannend und anders!  

Vitra hat sich einen Star ausgesucht. Er heisst Virgil Abloh und ist so was wie ein Karl Lagerfeld für die Millennials. Er studierte Architektur, arbeitete als Praktikant bei Fendi, lernte dort Kanye West kennen, gründete Modegeschäfte, Galerien und das eigene Label Off-White, das für schicke Streetwear steht. Dazu ist er DJ und hat seit 2018 einen Topjob bei Louis Vuitton als Creative Director für die Männerlinie des Hauses. Mit Vitra präsentiert er die «Twentythirtyfive»-Installation in der Fire Station auf dem Vitra-Campus, die während der Art Basel am 12. Juni eröffnet wurde. Dabei steht die Wechselwirkung zwischen dem heranwachsenden Menschen und seiner häuslichen Umgebung im Zentrum. Virgil Abloh hat daraus eine sehr persönlich gefärbte Wohnbiografie eines fiktiven Teenagers aus dem Jahre 2019 entworfen, der ins Jahr 2035 begleitet wird. Gleichzeitig zu dieser Installation, die noch bis Ende Juli zu besuchen ist, lanciert Vitra drei Produkte von Virgil Abloh als Ausstellungs-Spin-off in kleiner Auflage. 

Aufgewachsen ist Virgil Abloh als Kind ghanaischer Emigranten in einem Vorort von Chicago. Er schafft es, Luxusmode zu entwerfen und lässt dabei gleichzeitig Gedanken über deren Notwendigkeit aufkommen. Ob Renaissancegemälde oder Sneakers, Rem Koolhaas oder Kim Kardashian, was immer ihm an kollektivem Kulturgut in die Finger gerät, wird gesampelt und gehackt, zitiert und verändert. Damit möchte er einer heranwachsenden Generation, die sich zunehmend über Social Media informiert und inspiriert, eine Art Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft bauen. 

Der leuchtend orange «Ceramic Block» gehört zu jenen Objekten, die der Designer in limitierter Auflage für Vitra entworfen hat, und ist eine Art Symbol für diesen Brückenbau. 

Bei der Kooperation mit Vitra hat er sich von Anfang an mit der Arbeit von Jean Prouvé auseinandergesetzt, von dessen Entwürfen er schon immer fasziniert war. Der Sessel Antony wurde von Prouvé zu Beginn der Fünfzigerjahre entwickelt. Virgil Abloh zeigt in seiner Installation «Twentythirtyfive» eine Hommage an diesen ikonischen Entwurf. So veränderte er den Sessel mit einer Plexiglas-Sitzschale und lenkt den Blick auf die tragende Metallstruktur mit der leuchtenden Lackfarbe Orange. Auch beim dritten Objekt, der Leuchte Potence, setzt er auf die feurige Signalfarbe Orange und akzentuiert damit die industrielle DNA des Entwurfs. Natürlich steckt hinter dem Gitter ein LED-Leuchtmittel. 

In der Zukunftswohnung des Teenagers spielen Arbeit und Kreativität eine wichtige Rolle, weshalb auch ein dominanter und multifunktionaler Tisch im Zentrum steht. Zu der tragenden Farbe Orange kommt ein leuchtendes Grasgrün.

An der Gitterwand hängen Werkzeuge, die im Jahre 2035 Sammelstücke und Inspiration für Neues sind. 

Das Wohnzimmer ist das Spielzimmer eines erwachsen gewordenen Teenagers. Die Sneakers sind als wertvoll gewordenes Sammelobjekt entsprechend platziert.

Die Installation «Twentythirtyfive» von Vitra mit Virgil Abloh ist noch bis zum 31. Juli auf dem Vitra-Campus zu besichtigen. 

7 Kommentare zu «Orange Is the New Black»

  • Othmar Riesen sagt:

    Tut mir leid: die Farbe erinnert mich 1:1 an einen hiesigen Grossverteiler, den ich wenn immer möglich zu meiden versuche.
    Beste Grüsse
    O.R.

  • gabi sagt:

    Überraschend uninspiriert, höchstens.

  • Lila Flieder sagt:

    Offensichtlich handelt es sich um einen Stuhl für Tiefstapler!

  • adam gretener sagt:

    Der orange Stuhl sieht mega bequem aus. Gibt es dazu einen Kran, dank dem man auch wieder aufstehen kann?

    • Johann Branov sagt:

      Aber Herr Gretener, das ist doch von den Proportionen her ein ganz normaler Sessel, einfach in etwas ungewöhnlichen Materialien. Mit Ihrer Aussage wecken Sie eher die Neugier auf Ihre Statur …

      • adam gretener sagt:

        Nach dem letzten Arztbesuch meinte dieser, meine Statur sei aber ziemlich athletisch. Elegant wie eine Gazelle, oder wie heisst das graue Tier mit dem Rüssel?

    • Edith Engel sagt:

      Ich glaube, Sie missverstehen da etwas… Sie gehören wahrscheinlich nicht zur Zielgruppe. Der Stuhl ist für einen fiktiven Teenager gedacht, fiktiv wohl darum, weil kaum ein Teenie Geld für Vitra hat. Unser fiktiver Teenager ist fit, weil ja noch jung, also kommt er spielend aus dem Möbel. Und sollte er mal doch überhöckelt haben (Smartphone, Games, Social Media – wie auch die Zeit vergeht), hat er Optionen. Als felsenfester Glaubender der Kirche des Internet of Things funkt sein Sessel flink ein Frölein der Spitex heran, die ihn heraushievt. Und gut ist :)

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