Das Haus, das in sieben Tagen gebaut wurde

Das Haus steht in Madrid und heisst «Hemeroscopium». Das Wort kommt aus dem Griechischen und bezeichnet den Ort, an dem die Sonne untergeht. Auch wenn dieser Ort nur in der Vorstellung existiert, ist er doch Vorbild für dieses aussergewöhnliche Haus, dessen Entwicklung ein Jahr brauchte, der Bau hingegen nur sieben Tage. Das spanische Architekturbüro Ensamble Studio hat das Projekt entwickelt und realisiert.

Quelle: Tree Hugger.y x,yDurch seine monumentale Konstruktion wirkt das Wohnhaus, das aus Betonelementen zusammengesetzt ist, wie eine Verbindung zwischen Moderne und Antike. Ein Swimmingpool ist auf Bodenhöhe, ein zweites auf dem Dach. Brüchige Elemente, die wie Ruinenfragmente wirken, und  massive Verstrebungen, die Kraft ausstrahlen, ergeben ein Haus, das in seiner Widersprüchlichkeit aussergewöhnlich ist.

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Doppel-T-Träger, die in der Regel als tragende Elemente im Bau nicht sichtbar sind, werden hier zu wesentlichen, äusseren Bauelementen eines  modernen Einfamilienhauses. Alle Elemente wurden vorfabriziert und in kürzester Zeit auf- und ineinander gelegt, um das Wohnhaus zu errichten.

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Das fertige Haus hat etwas Unfassbares, ganz wie der Ort, nach dem es benannt wurde. Seine gewaltigen Elemente definieren die Grundkonstruktion des Gebäudes, das aus offenen Räumen zu bestehen scheint. So schweben massive Mauern in der Luft. Der eigentliche Wohnraum wirkt hingegen delikat und zerbrechlich. Er wird durch die imposanten Betonelemente beschützt, durch ihr Hängen aber auch etwas bedroht.

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Nichts scheint so, wie es sein sollte: Der Innenhof ist ein Wohnzimmer, der Parkplatz ein Swimmingpool, der Wohnraum eine Halle und das Dach ist offen zum Himmel.

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Das Haus ist eine Wohnkonstruktion, die Innen- wie Aussenräume schützt und doch offenlässt.

Keine Kommentare zu «Das Haus, das in sieben Tagen gebaut wurde»

  • Dali sagt:

    Architektur ist angewandte Kunst und muss die Gratwanderung zwischen Kunst und Funktionserfüllung gehen. Dieses Haus ist zwar ein Spektakel an künstlerischer Darstellung aber verfehlt wohl die Funktionserfüllung grösstenteils. Ein weiteres tragisches Beispiel dafür,wie ein Architekt sich ein künstlerisches Denkmal setzt, bei dem der Zweck des Hauses, nähmlich die Behausung von Menschen, völlige Nebensache ist. Auch unter dem energietechnischen Aspekt muss beachtet werden, dass dieses Haus nur für die warmen Regionen von Südeuropa taugt. Dabei stellt sich auch die Frage, ob gegen die hohe Sonnenstrahlung überhaupt genügend Schutz gegeben ist und es in den Räumen nicht zu heiss wird. Es stellt sich die Frage, ob das Wohnen darin ganz grundsätzlich angenehm ist.

    Dieses Haus ist für das harrsche Klima von Nordeuropa nicht zu gebrauchen und erfüllt nur ästhetische und künstlerische Aspekte. Zudem scheinen technische Fragen wie Energiehaushalt, Kosten, Platzausnützung keine Rolle gespielt zu haben – und das in einer Welt, in welcher diese drei Anforderungen immer härter werden. Aus diesem Grund fällt dieses Haus bei mir als Beispiel von guter Architektur erbarmungslos durch. Architektur muss nicht spektakulär sein, um gut zu sein. Architektur muss Häuser designen, welche Menschen beherbergen können. Eine tatsächlich grosse architektonische Leistung wäre es, eine kostengünstige Mieterbaracke in einer Schweizer Grossstadt zu bauen, welche aber trotzdem noch höhere ästhetische Anforderungen erfüllen würde.

    • Martha sagt:

      Dieses Haus erhebt ja nicht den Anspruch, der Prototyp für das ideale Haus zu sein.
      Ich persönlich verabscheue Beton, in all seinen Ausformungen.
      Mir gefallen traditionelle japanische Häuser.
      Und das ist auch, was für mich den Reiz dieses Betonscheusals ausmacht.
      Dass Grundideen der traditonellen japanischen Wohnweise aufgegriffen und in Beton umgesetzt wurden.

  • Au sagt:

    Sieben Tage brauchte doch schon nur der Bau vom unteren Swimming Pool…

  • lukas sagt:

    auf den ersten blick schaut es obergeil (etwas erfrischend neues) aus, auf den zweiten erschliesst sich mir die ästhetik nicht ganz…. eher ein temporäres fancy mietobjekt ;)

  • daniel sagt:

    Minergie ?

  • Murat Asik sagt:

    Viel Spass bis (wenn) man die Bewilligung in der Schweiz bekommt. Aber total cool das Design… nur 2 Pools sind einer zu viel ;)

    • Barkeeper01 sagt:

      es sind eben nicht zwei Pools. Die Dachrinne ist zum Schwimmen gedacht, der normale nur um zu „planschen“. Geniales Haus!

  • Ella Müller sagt:

    Grässlich!

    Unteres „Schön“ stammt nicht von mir!

  • rené stöckli sagt:

    herrlich anzusehen, aber wie so oft hier, wurde die frage nach der verhältnismässigkeit nicht gestellt.

    gesamtheitlich betrachtet ist das haus ausdruck einer schier nicht zu überbietenden dekadenz der 1. welt. aber wie heisst es so schön – nobel geht die welt zu grunde.

    an alle zweifler der klimaproblematik: ich wünsch mir ja auch so ein haus und hoffe auch, dass unser planet unseren einfluss verkraftet. aber leider bin ich mir so sicher, dass WIR so ungeschoren davon kommen. deshalb ziehe ich etwas vernünftigere häuser vor – auch solche lassen gutes design zu!

  • Richard Rubli sagt:

    Da hiess es doch früher einmal, in (Eisen-) Beton zu wohnen sei aus gesundheitlichen Aspekten nicht empfehlenswert….???
    Aber heute werden ja auch bei uns wieder haufenweise Mehrfamilienhäuser (auch mit teuren Eigentumswohnungen) mit Fertigelementen aus Beton gebaut…….

  • Sorin Muncaciu sagt:

    Sieht super aus… Ich hoffe aber der Bau übersteht das nächste schwere Erdbeben ohne Schäden…

  • Hauser sagt:

    potthässlich.

  • Natty sagt:

    hässlicher grauer betonklotz, der erst noch viel zu viel platz braucht für den wenigen raum, der geboten wird.

  • Gerhard sagt:

    Für mich die Zukunft der Architektur. Schnell- und Billigbauweisen. Wir hier in der Schweiz bauen Häuser wie andere Atombunker und für das nächste halbe Jahrtausend. Jeder Grundbesitzer sollte wie und was bauen können, genau so wie er es für richtig hält. Bauen in der Schweiz macht heute keinen Spass mehr, es geht zu wie in einem Spiesser-Kleingartenverein. Alles ist bis auf den letzten Centimeter reglementiert.

  • Manfred Josef Pauli sagt:

    Da fällt mir nur eine Zitatabwandlung von Max Goldt ein: Es ist schön, sich ein offenes Haus aus Beton vorzustellen, nicht schön ist es, es so gebaut zu sehen.

  • Mirjam sagt:

    Wow! Was für ein Haus! Ein absolutes architektonisches Meisterwerk! Ich liebe diese verschachtelten Formen, dieser Swimmingpool ist genial komponiert. DAS würde ich gerne auch haben! Nur fehlt mir das nötige Kleingeld dafür. Besonders das Foto mit dem Vollmond zwischen den beiden Hauskomponenten ist einfach genial.

  • Jasmin Loser sagt:

    das gebäude sieht phantastisch aus, darin würde ich auch gerne wohnen – allerdings in unseren breitengraden wärmegedämmt!

  • Das nenne ich Kunst am Bau. Cool Sache!

  • Daniel Graf sagt:

    immer wieder schön anzusehen, welche möglickeiten sich erschliessen, wenn die ganze dämmerei weggelassen werden kann…
    und baukommissionen und baugesetze ein wenig freizügiger sind

  • Arthur sagt:

    Die Swimmingpool-Dachrinne oben hätte ich auch gerne!

  • Nicole sagt:

    Nö. Das finde ich jetzt echt noch geil. Keine Probleme mehr mit Bauverzug! :-)

  • Ella Müller sagt:

    Schön!

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