Die hohe Kunst des Buffets

Entdecken Sie, wie man was auftischt, wenn viele Gäste kommen.

Ein Buffet ist die einfachste Art, viele Gäste zu verpflegen. Im Sommer eignen sie sich perfekt für Partys draussen. Doch wie kreiert man ein wirklich gutes Buffet? Mit diesen Ideen schaffen Sie es, kulinarischen Genuss und Stil einfach zu verbinden. Dazu gibt es viele unkomplizierte Rezepte. (Bild: Zara Home)

An den meisten Eröffnungen, Lancierungen, Produktevorstellungen und anderen Events, an die ich beruflich eingeladen bin, gibt es kleine Häppchen. Diese sind zum grössten Teil sehr kompliziert, und man sieht nie genau, was einem da angeboten wird. Wie oft habe ich mich gefragt, ob da wohl Blutwurst auf dem Mini-Brioche sitzt, Randenmousse oder Schokolade. Caterer profilieren sich gerne mit besonders raffinierten Ideen. Solche Häppchen sind mit Vorliebe kunstvoll ausgearbeitet und dekoriert – und stossen zumindest mich genau deswegen ab. Ich frage mich jeweils, wie viele Hände da ihr Werk getan haben und wie lange es dauerte, bis die unzähligen, kleinen Kunstwerke fertig wurden. Es mangelt mir am simplen Genuss von frischen Produkten, die ein Glas Wein oder Champagner begleiten. Dabei wäre es so einfach!

Grossartig

Einer, der diese Art von Bewirtung versteht und auf Sinnlichste umsetzt, ist der Creativedirector Beda Achermann. Dieses Bild ist ein Schnappschuss vom Buffet, der kürzlichen Lancierung seines brandneuen «The Zurich Magazine». Wenn Achermann einlädt, gibt es immer gute frische aber einfache Produkte, die wunderschön in ihrer ganzen Sinnlichkeit aufgetischt werden: Brot und Käse, Charcuterie, Oliven, Knabbergebäck, Gemüse.

Der Trick ist, von allem genügend anzubieten und eine üppige Fülle zu bieten. Von dem Moment an, wo Salami in Rädchen gerollt wird und Salzstängeli in Gläsern dastehen, oder bloss einige wenige Sprinzröschen auf einem Glasteller blühen, ist der Zauber vorbei. Grosse Schüsseln, Schalen, Körbe, Etageren und Holzbretter dienen als Serviergeschirr. Als Schmuck gehen Dinge aus der Natur wie Blätter und Blumen. Eine einfache Idee, die auch perfekt ist für private Einladungen zum Apéro. (Bild: MKN) 

Feine Häppchen

Wenn Sie an einem Sommer-Buffet mehr bieten möchten als bloss etwas zum Apéro, dann passen noch Antipasti, Crostini, Salate und Spiessli dazu. Richten Sie aber auch diese in schöner Fülle an. Die Regel ist: immer nur etwas auf eine Platte, keine gemischten Platten mit verschiedenen Spiessli. Das gilt auch bei den Crostini und Antipasti. (Bild über: Boho-Weddings)

Crostini Margerita

Die einfachsten Crostini haben fast die gleichen Zutaten wie eine Pizza. (Bild über: I take you)
Und so gehts: 
Schneiden Sie Tomaten in kleine Würfel und mischen Sie sie mit etwas Olivenöl und Salz. Schneiden Sie Weissbrot wie Ciabatta oder Baguette in dünne Scheiben, beträufeln Sie diese mit etwas Olivenöl und geben Sie etwas Salz darüber. Toasten Sie die Brotscheiben knusprig im Backofen oder auf dem Grill. Belegen Sie die Brotscheiben mit den Tomaten und garnieren Sie mit etwas Pesto und Mozzarella.

Das Salatbuffet

Ein beliebter Mitspieler an grossen Sommerfesteinladungen ist der Salat – auch ein typisches Buffetprodukt. Immer noch kann man in vielen Restaurants und in praktisch allen Kantinen sich Salat vom Buffet servieren. Wenn Sie eine Sommerparty mit Salaten planen, machen Sie am besten einfach welche für ganz verschiedene Geschmäcker. Am besten sind auch substanzielle Versionen dabei wie ein Kartoffel- oder Pastasalat. Das hilft nicht nur, den Hunger zu stillen, sondern bietet auch einen guten Boden, falls Wein und Bier dazu serviert werden. Für ein Salatbuffet im Garten eignet sich sehr gut eine lange schmale Tafel, bei der man sich von beiden Seiten bedienen kann. (Bild über: Style me pretty)

Orzo-Salat

Orzo ist eine kleine reisförmige Pasta und eignet sich gut für einen Pastasalat. (Bild über: Kay Nutrition)
Und so gehts: 
Orzo im Salzwasser al dente kochen. Abgiessen und mit etwas Olivenöl mischen. Abkühlen lassen. Hacken Sie rote Zwiebeln, getrocknete Tomaten, Rüebli, Stangensellerie und Petersilie. Mischen Sie das Gemüse mit dem Orzo und geben Sie gekochte Maiskörner dazu. Diese können Sie aus der Dose nehmen oder aber von frisch gekochten Maiskolben. Mischen Sie ein Dressing mit dem gleichen Anteil Olivenöl und Zitronensaft. Würzen Sie mit Salz. Pastasalate brauchen mehr Salz als warme Pastagerichte. 

Gartenfest

Zu einem richtigen Gartenfest gehören Gerichte, die viel Gemüse und Früchte und Beeren haben. Sie erinnern an die Schätze, die man im Garten hat. Unterstützen Sie dieses frische, unbeschwerte Gartengefühl und decken Sie die Tische des Buffets mit grünen oder geblümten Tischdecken. Servieren Sie Früchte in Körben, offerieren Sie Beerenkuchen auf Etageren, und stellen Sie Blumen in Krüge ein. Am besten passen hier weisses Geschirr und schöne schwere Gläser im Bistrostil. (Bild über: Vivi Bistrot)

Gartensalat

Mischen Sie spezielle Salate, die nicht nur fein sind, sondern auch hübsch aussehen. (Bild über: Weelicious
Und so gehts: 
Für einen solchen Gartensalat schneiden Sie Gurken, Radieschen, Rüebli und Zucchetti in feine Scheiben. Mischen Sie sie mit knackigen, grünen Rucolablättern. Geben Sie essbare Blüten in den Salat, kleine verschiedenfarbige Tomaten und Mais vom Kolben. Für ein passendes Dressing mischen Sie den Saft von einer Zitrone mit 4 EL Olivenöl, 1 EL Quittensenf (einen feinen Quittensenf kaufe ich im Manor Food) 1 EL Honig und etwas Salz.

Ganz entspannt

Sie können auch gekochte Gerichte an einem Buffet servieren. Eier in Tomatensauce, Gemüseragouts, Reis- und Pastagerichte eignen sich dabei sehr gut. Am schönsten funktioniert das, wenn Sie diese Gerichte ganz entspannt gleich in der Pfanne, in der sie gekocht wurden, servieren. (Bild über: Pinterest)

Grüner Reis

Ein frisches Reisgericht bereiten Sie mit Avocado und Koriander zu. (Bild über: Simple as that
Sie brauchen gekochten Reis, etwa 4–5 Tassen davon. Am besten ist Vollkornreis. Zerdrücken Sie 2 reife Avocados mit der Gabel und geben 2 Esslöffel Limettenensaft dazu, eine Handvoll gehackte Korianderblätter, eine Prise gemahlener Kreuzkümmel und eine fein gehackte Knoblauchzehe, würzen Sie mit Salz und Pfeffer und vermischen Sie die Paste mit dem gekochten Reis. 

Mediterran angerichtet

Mediterranes Essen bringt automatisch Sommerstimmung. Dazu gehören etwa der klassische Salade niçoise, provenzalisches Poulet, Caprese oder grilliertes Gemüse. (Bild über: My Domaine)

Weisse Bohnen und Thunfisch

Für grosse Sommerbuffets möchte man nicht für jedes Gericht stundenlang arbeiten. So ist es auch voll in Ordnung, einfach mal Dosen aufzumachen und daraus etwas Feines zu kochen. (Bild über: My Recipe Magic
Und so gehts:
Für dieses Blitzgericht braucht man weisse Bohnen und Thunfisch. Achten Sie beim Thunfisch darauf, dass er nachhaltig gefischt wurde. Beides abtropfen und ein wenig waschen, denn das Öl vom Thunfisch und das Einlegewasser der Bohnen sind nicht besonders fein! Nun mischen Sie alles mit feinem Rotweinessig, Olivenöl, Meersalz, grob gehackter Petersilie und nach Geschmack mit roten Zwiebeln. Klassisch italienisch gehören dazu die leicht süsslichen, milden Zwiebeln von Tropea.

Und nun zum Dessertbuffet

Ein gutes sommerliches Dessertbuffet ist am besten prallvoll mit Früchten und Beeren. Dazu servieren Sie einfache Kuchen. Auch Cremes passen gut und eignen sich besser für ein Buffet als Glace. Auch hier funktionieren Klassiker wie Vanillecreme und Schokoladencreme sehr gut. Schneller, frischer und unkomplizierter gehen Fruchtcremes, die Sie mit Früchten, Beeren, etwas Zucker, Honig oder Ahornsirup und Joghurt mischen. (Bild über: Oh Best Day Ever)

Madeleines mit Früchten und Rahm

Madeleines, diese klassischen, kleinen Kuchen, machen sich perfekt an einem Sommerbuffet. Man muss keine grossen Torten und Kuchen aufschneiden, sie schmecken fantastisch und haben etwas Poetisches. Madeleines kann man im Supermarkt fertig kaufen und mit frischen Früchten wie Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren servieren. Streuen Sie noch ein wenig Puderzucker darüber, das lässt sie frisch gebacken aussehen. Wer gerne bäckt und genügend Zeit hat, kann die Madeleines natürlich selber backen. (Bild über: Wedding Chicks)

Zutaten:

Zubereitung:

150 g Butter

150 g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

3 Eier

1 EL Crème fraîche

die abgeriebene Schale einer Zitrone

200 g Mehl

1/2 Päckchen Backpulver

1 Prise Salz

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Butter bei Zimmertemperatur weich werden lassen, im Wasserbad schmelzen, abkühlen. Zucker, Vanillezucker, Eier, Crème fraîche und Zitronenschale verrühren. Mehl, Backpulver und Salz daruntermischen. Die flüssige Butter dazugiessen und gut verrühren. Den Teig im Kühlschrank eine Stunde lang ruhen lassen. In einer ausgebutterten und mit Mehl bestäubten Madeleineform verteilen. Ca. 15 Minuten im heissen Ofen goldgelb backen. Einige Minuten abkühlen lassen und dann aus der Form stürzen. Mit Puderzucker bestreuen.

Credits: 

Bilder über Blogs und Magazine: Wedding Chicks, Oh Best Day Ever, My Recipe Magic, Simple as that, Weelicious, Kay Nutrition, Style me pretty, I take you, Boho-Weddings
Restaurants und Cafés: Vivi Bistrot
Shops und Kollektionen: Zara Home

11 Kommentare zu «Die hohe Kunst des Buffets»

  • Georg Porter sagt:

    Oppulent, oppulent im Überfluss. Ein Genuss im wahrsten Sinne, für alle Sinnesorgane. Ich glaube da werd ich schwach und habe das Gefühl in Trance zu schweben. Wie wird man so einen tollen, genussvollen Rausch wieder los?

  • adam gretener sagt:

    So sind den Heidi oder Déja-Vu? Alle in den Ferien oder was?

  • Danièle Brown sagt:

    @adam gretener Sie wissen doch gar nicht wie viele Gäste geladen waren… und wenn es schmeckt wird alles aufgegessen. ;-) Bon apettit! :-)
    Schöne Anregungen, danke Frau Kohler–Nizamuddin!

    • adam gretener sagt:

      Ich organisiere beruflich alle drei Monate ein Buffet. Natürlich nicht so hübsch wie die Beispiele von Frau Kohler, wir nennen es intern eher Fassstrasse. Ich kann ihnen sagen, da erkennt man den Charakter eines Menschen.

      Was ich sehr schnell gelernt hatte, ist die Gäste (ca. 500) zum Mitbringen von Tupperware aufzufordern. Bei mir bleibt niemand hungrig!!

  • Marusca sagt:

    Ach, es wäre ja alles so wunderbar, nur.. wie macht Ihr all dem fliegenden Getier den Garaus, welches des Sommers, besonders gerne abends, herumschwirrt, sich aber noch viel lieber auf und in liebevoll präsentierten Salaten, Crostinis, Fleischplatten, Orzoschüsseln etc. niederlässt? Also hygienisch ist das gerade nicht. Und nein, Fliegen und Mücken gastieren leider nicht nur an den „gluschtigen“ Buffets ländlicher Gebiete, genauso wie es den Vöglein im wahrsten Sinne des Wortes piepegal ist, ob sie Ihren Dreck gerade über Zürich oder Mattwil runterlassen.

    • adam gretener sagt:

      Wir sind uns ähnlicher, als ihnen lieb ist, Frau Marusca. Hauptsache rummosern, aber das können wir dafür sehr gut.

      • Marusca sagt:

        Die Ähnlichkeit mit Ihnen, verehrtester Gretener, ist mir – entgegen Ihrer Annahme – sogar seeehhhr lieb, denn Sie kommen ab und an noch eine gehörige Spur ironischer rüber als ich und ich muss sagen, dass mir das äusserst gut gefällt.

        Beste Grüsse und ein sarkastisch-morbides Wochenende wünsche ich Ihnen.

        • adam gretener sagt:

          Verehrtester? Ich glaube sie flirtet mit mir. Uiuiui. Nun werde ich den ganzen Tag mit einem hochroten Kopf rumlaufen und grinsen.

          :-)

  • adam gretener sagt:

    Sehr schöne Bildauswahl, Frau Kohler. Das Problem ist, dass das Buffet nach dem ersten Ansturm und einer Stunde an der Wärme aussieht, als ob ein Tornado drüber weggefegt wäre.

    Achermanns Buffet als Beispiel. Die Erdbeeren-Schüssel wird nach den ersten paar Löffeln zu Matsch zerfallen. Schade um die delikaten Nüsse. Mir würde so ein Salami-Berg sofort jeglichen Appetit zerstören. Und was macht man anschliessend mit den übrig gebliebenen Scheiben? Die fangen doch sofort an zu schwitzen, genau wie Käse. Oder wenn der Hörnli-Salat so eine appetitliche leichte Trocken-Kruste entwickelt, mmmh…

    • Marusca sagt:

      @ag: Ja, verehrter Adam, tatsächlich sind wir uns in gewissem Sinne ähnlich, nur dass Sie bedeutend zynischer sind, wenn ich das so sagen darf. Was den obigen Kommentar betrifft, haben Sie aber zu 100% recht. Wenn es sich vermeiden lässt, bleibe ich diesen Fressbalken mit dem ganzen Matsch drauf, sowie der sich schamlos darüber hermachenden unkultivierten Plünderermeute von Herzen gerne fern.

  • Maura Hanley sagt:

    Danke sehr, Frau Kohler, für Ihren wunderschönen Artikel und die gluschtigen, sinnlichen Fotos dazu! Kann Ihre sehr nachahmenden Vorschläge gut gebrauchen – laden unsere Nachbarn ein – wie jedes Jahr, ein schönes Fest, und ALLE kommen, vor allem auch, sich wieder einmal zu begegnen, ohne Hast und Zwang. Das Buffet ist u.a. das Zentrum, welches immer neue Ideen braucht – herrlich, dass Sie mir solche ‚schenken‘. Vielen Dank.

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