So geht der «Sleek Chic»

Schlank, geschmeidig, raffiniert: Ein Wohnstil zwischen Minimalismus und Eleganz.

Entspannt elegant

Was der «Sleek Chic» hat und dem puren Minimalismus meist fehlt, ist Eleganz. Echte Eleganz wirkt immer zufällig, beiläufig und selbstverständlich. Auch das Attribute, die der Minimalismus nicht automatisch mitbringt. Denken Sie dabei an die Mode. Jemand, der wirklich elegant ist, setzt weder auffällig auf Labels noch auf übertrieben perfekte Kombinationen. Diana Vreeland meinte dazu: «Die einzig wirkliche Eleganz kommt vom Geist, wenn man den hat, kommt der Rest ganz von alleine». Und Karl Lagerfeld: «Eleganz hat nichts mit Mode zu tun, sondern mit Stil.» 

Was für die Mode gilt, kann man auch im Einrichtungsbereich einsetzen. Zum Beispiel mit tollen Möbelstücken, die formschön und bequem sind und nicht laut «Designerlabel» schreien. Auch dazu gehören Kombinationen, die praktisch und schön sind, und eine allgemeine Anmutung, die einladend und wohnlich wirkt. Sehr schön ist das in diesem Wohnzimmer von der Sweet-Home-Story bei Rachel und Alfredo Schillirò umgesetzt. (Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home)

Die sanfte Tour

Auf diesem Bild von H&M Home geht es nicht um die Möbel, sondern um die günstigen Wohnaccessoires des schwedischen Moderiesen. Es beweist, dass man Edles und Erschwingliches bestens kombinieren kann. Was H&M und andere Modelabel, die auch Wohnaccessoires anbieten, verstanden haben, ist die Inszenierung der Begehrlichkeit. Und dazu gehört die Eleganz. Sie ist es, die man kopieren möchte und die uns dazu verführt, das eine oder andere Stück zu kaufen. 

Bequem und formstark

Zum «Sleek Chic» gehören nicht die üblichen Designerstücke. Die sind zwar auch formstark und bestimmt bequem, aber leider so popularisiert, dass sie mittlerweile eher Preisschild und Status sind statt Stücke, die man wegen ihrer Schönheit und Einzigartigkeit wählt. Schauen Sie bei der Wahl von Lieblingsmöbeln ein bisschen weiter, suchen und entdecken Sie Kollektionen, die Ihnen persönlich gefallen, und nicht solche, die Ihre Nachbarn auch haben. Und denken Sie um. Diese Esszimmereinrichtung inspiriert dazu, denn sie ist elegant, entspannt, zeigt starkes Design und wirkt zugleich neuartig und anders. (Bild über: Domino)

Gut kombiniert

Das Gleiche findet hier statt: Ein besonderer Tisch und freche Stühle sind eine überraschende Kombination. (Bild über: My Paradissi)

Neuer Lieblingsort

Genauso wenig wie angesagtes Design und verkrampfter Hipster-Minimalismus braucht der «Sleek Chic» auch keine supergrosse, weitläufige Toparchitektur. Mit ihm kann man überall gut leben. Die Bedingung ist, dass man das Beste aus den gegebenen Situationen herausholt und zufrieden ist damit. Beides ist in diesem Beispiel gelungen: Da ist eine kleine Nische, ein Erker oder ein Minizimmer perfekt und entspannt zugleich eingerichtet worden. Mit einer Tagesliege, die ein unkompliziertes Sofa abgibt, gut umgesetztem Stauraum und cleverem Schwarz-Weiss-Farbkonzept zeigt dieser kleine Raum sehr viel Grösse. (Bild über: Coco Lapine Design

Hingucker

Hier wird das Understatement, nicht das Auffällige zum Hingucker. Ein natürliches, monochromes Farbkonzept und Eleganz, die nicht überladen ist, helfen dabei. (Bild: Ikea, über: Nordic Design

Mehr als Nebensache

Beim «Sleek Chic» geht es zwar auch um Reduktion, aber nicht um Minimalismus per se. Die Liebe zum Schönen und nicht zwingend Nötigen darf ausgelebt werden. Die Wahl der kleinen Dinge und die Freude daran sorgen schliesslich auch für das Persönliche in einem Raum. Wunderschön werden hier Farben, Formen und Texturen zu einem sinnlichen Ganzen. (Bild über: Hege in France

Strahlende Schönheiten

Diese Freude am kleinen Luxus im Alltag sorgt auch für das Glück oder zumindest für mehr Freude am Normalen. Dazu gehört auch die Bettwäsche. Wenn Sie dieser und Ihrem Bettinhalt, also Duvets und Kissen, mehr Beachtung schenken, dann verwöhnen Sie sich dabei jeden Tag. (Bild: Zara Home

Umdenken

Eleganz ist, wenn man zur Jeans auch mal eine elegante Bluse statt ein T-Shirt trägt. So ähnlich ist das mit der Kombination der Möbel. Sideboard statt Nachttisch neben dem Bett, kleine Sessel statt Stühle um den Tisch, ein Bücherregal im Schlafzimmer, ein Vitrine im Bad. Umdenken und Umstellen helfen dabei, dass die Wohnung mehr «Sleek Chic» bekommt. (Bild über: Fashion me now

Platz da!

Das Beste aus einer gegebenen Situation herauszuholen, regt ganz automatisch zum Umdenken an. Das ist in diesem Schlafzimmer auf Schönste geschehen. Ein Schrank umfasst ein Bett, und eine schicke Stehleuchte ersetzt das übliche Nachttischlämpli. (Bild über: Planète Déco

Interessante Versammlung

Manchmal ist weniger mehr, aber nicht immer und überall. Genauso unglücklich wie eine ganze Wohnung überall vollzustellen, ist es, sie so leer und unpersönlich wie ein Design-Showroom einzurichten. Jeder liebt und braucht andere Dinge zum Wohnglück. Ob Blumen, Bilder, Bücher oder hübscher Kleinkram – gesammelt haben sie mehr Stil und wirken stärker. (Bild über: Thouswell)

Persönlicher Schmuck

Schmücken Sie auch andere Räume als bloss das Wohnzimmer mit Persönlichem. Dieses inspirierende und schöne Stillleben kann sowohl im Bad wie auch im Schlafzimmer Freude machen. (Bild über: With Love Yossy)

Bildschön

Ich bin auf jeden Fall für aufgeräumte Arbeitsplätze. Zumindest vor und nach der Arbeit. Während des Schaffens ist Leere eher verdächtig – oder gar uninspirierend. Dinge, die immer Anspruch auf einen Platz auf dem Tisch haben, sind Bücher, Bilder, Leuchten und Notizsachen. Das schöne lineare Bild bekommen Sie über The Poster Club

Rund und munter

Mischen Sie auch Dekoratives und Inspirierendes wie hübsche Vasen, Skulpturen und Lieblingsbücher. Das macht die einzelnen Stücke begehrlicher und interessanter. (Bild über: Authentic Trend

Credits: 

Bilder über: 
Blogs und Magazine: Domino, My Paradissi, Coco Lapine Design, Nordic Design, Hege in France, Fashion me nowPlanète Déco, Thouswell
Shops und Kollektionen: Ikea, The Poster Club, H&M Home, Zara Home

6 Kommentare zu «So geht der «Sleek Chic»»

  • Maria Bertschinger sagt:

    Gähn … Das ewig gleiche Beige/Grau, mitunter versetzt mit etwas Schwarz, auch mit einem „gewagten“ blauen Farbtupfer. So was von langweilig und steril. Zwar bin auch ich absolut kein Fan von Blüemli/Rüschen/Samt und Seide/Nippes usw., doch gibt es wunderschöne uni Stoffe aus verschiedensten Materialien, die sich z. B. als Sofabezüge eignen. Wohnen für mich also nicht im nordischen Stil oder gar „à l’anglaise“, sondern eher „all’italiana“ (Magistretti!) oder in einem vom eigenen Leben geprägten „farbigen“ Mix.

  • ABCDEFG sagt:

    Schöne Ideen!

  • Xaydes sagt:

    Einfach entspannend und eine Wohltat für die Augen. Hier kommt einfach zur Ruhe und kann sich erholen.

  • diva sagt:

    weiss-beige-grau-weiss-beige-grau und noch ein tupfer rosa. und wo verstauen die menschen, die da wohnen, ihre esswaren, kochgeschirr, kleider, putzmittel, staubsauger, spielzeug oder das hundefutter oder katzenstreu? n icht zu vergessen klopapier und andere sperrige aber notwendige dinge. diese gähnende leere ist ja nicht mal in einem japanischen teehaus machbar (dort gibt es überall raffinierte stauräume, doch dafür sind CH-wohnungen zu klein).

  • B. Stimmt sagt:

    „Zum «Sleek Chic» gehören nicht die üblichen Designerstücke“
    das trifft auf das WZ im ersten Bild nicht garade zu
    meiner Meinung nach sind weniger Statusmöbel und mehr Individualismus der ‚bessere‘ Geschmack

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