10 sommerliche Kochtricks

Mit diesen einfachen Ideen verleihen Sie Alltagsgerichten den Sommerkick.

Bei jedem Sonnenschein erwacht die Hoffnung auf diese ersehnte Wärme und ein wenig Feriengefühl. Eigentlich hatte ich für heute eine Schlechtwettergeschichte mit gemütlichen Gerichten eingeplant, die über das fehlende Grillwetter hinwegtrösten sollten. Doch nun (also gestern Abend, siehe Instagram) sitze ich im Garten und schreibe sonnige Rezepte. Daneben knabbert Miss C. genüsslich einen Knochen oder jagt Eidechsen, die sie natürlich nicht erwischt. Wie zaubere ich nun mal schnell Sommer, frage ich mich, und schon habe ich meine neue Geschichte! Es gibt nämlich einfache Tricks, die man in der Alltagsküche anwenden kann und die ganz unkompliziert den Geschmack oder die Frische des Sommers herzaubern. (Bild über: The Woks of Life

1 — Der Trick mit den Sardellen

Meine Lieblinge dafür habe ich immer im Küchenschrank, es sind die Sardellen. Viele mögen sie nicht, auch mein Mann würde die herrliche Pasta nie loben, wenn er wüsste, dass die kleinen salzigen, geschmacksstarken Fischchen drinstecken. Ich brauche sie oft und gerne. Nicht nur in Pastasaucen, auch über Gemüse oder zusammen mit Paniermehl als Zugabe, extra Geschmack und Textur für ein einfaches Gericht. Wenn ich damit koche, esse ich auch gleich einige direkt aus der Dose, mit einem Glas Rotwein, den ich auch für die Pastasauce brauche. Zudem verwende ich gerne Sardellenpaste aus der Tube (von Il Viagator Goloso bei Manor Food). Auf Crostini serviert, ergibt dies einen blitzschnellen Apéro oder sorgt für einen dieser gemütlichen Momente hinter dem Herd. (Bild über: Serious Eats) 

Meine einfache Tomatensauce mit Sardellen geht so:
Dünsten Sie einige Sardellenfilets mit fein gehacktem Knoblauch, Peperoncino und Schalotten in Olivenöl langsam an. Löschen Sie mit ein wenig Wein ab und lassen Sie diesen einköcheln. Dann kommt eine Dose gehackte Tomaten rein und eine Hand voll Rosinen. Alles etwa 20 Minuten zu einer herrlichen sizilianisch inspirierten Pastasauce köcheln. 

2 — Der Trick mit dem Paniermehl 

Nein, es geht hier nicht um Paniermehl mit Butter – das ist eine Wintergeschichte. Rösten Sie jedoch Paniermehl mit fein gehacktem Knoblauch, Peperoncino und Salbei in Olivenöl an und geben noch einige Sardellenfilets bei, so lässt sich damit Gemüse oder Pasta sommerlich aufpeppen. (Bild über: Simply Gee Cee

Pasta mit schwarzen Oliven und Pangrattato

Ein geschmacksstarkes Stück Italien, bei dem Sie gleich die zwei ersten Sommerkochtricks anwenden können, zaubern Sie mit dieser Pasta auf den Tisch. (Bild über: Pasta Fondaio)
Und so gehts: 
Schneiden Sie entsteinte, schwarze Oliven in Stücke, hacken Sie Knoblauch sowie Peperoncino fein und schneiden Sie Sardellenfilets in Stücke. Geben Sie reichlich Olivenöl in eine Gusseisenpfanne. Geben Sie die Oliven mit dem Knoblauch, dem Peperoncino und den Sardellen dazu und dünsten Sie alles einige Minuten, bis es fein duftet. Kochen Sie Spaghetti oder Linguine al dente. Rösten Sie in einer Bratpfanne Paniermehl mit ein wenig abgeriebener Zitronenschale an. Geben Sie die Pasta zu den Oliven und mischen Sie alles gut, eventuell noch etwas Pastawasser beigeben. Gehackte Petersilie beigeben und mit etwas geröstetem Paniermehl darüber servieren. 

3 — Der Trick mit dem Joghurt

Ich habe gerade eine Joghurtwelle. Damit frische ich ziemlich viele Gerichte auf. Erst kürzlich habe ich Jamie Olivers Safranreis gekocht und ihn gemäss Empfehlung mit viel Joghurt serviert. Am letzten Sonntag gab es bei uns Davids Lieblingsgericht: Poulet aus dem Ofen und geröstete Kartoffeln. Dazu habe ich Joghurt mit Gurken gemischt und mit etwas Salz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle gewürzt. Es war die perfekte Kombination. Die letzten Wochen hatte ich ziemlich viel um die Ohren und manchmal ganz einfach keine Zeit, um was Richtiges zu kochen. Dann habe ich Spiegeleier mit Tomaten gebraten und diese über Joghurt angerichtet – ein kleines Fest! Joghurt verleiht ganz vielen Gerichten einen Frischekick und das gewisse Etwas. (Bild über: Cookie and Kate)

Geröstete Tomaten und Joghurt 

Ein wenig raffinierter als mein Spiegelei-Znacht ist es, Tomaten im Ofen zu rösten und über Joghurt zu servieren. (Bild über: Ful Filled
Und so gehts: 
Legen Sie Tomaten auf ein Backblech. Geben Sie Salz, ein wenig Muskatnuss und Olivenöl darüber – wenn Sie mögen auch Knoblauch. Dieser wird süsser, wenn sie die Zehen in der Schale lassen. Alles bei etwa 200 Grad 20 Min. rösten und über Naturjoghurt servieren. Ein wenig Honig darüberträufeln und mit gutem Brot servieren.  

4 — Der Trick mit dem Blech

Den nächsten Trick habe ich mit dem vorherigen Rezept bereits verraten, nämlich Dinge im Backofen zu rösten. Das Rösten im Ofen ist fast so was wie Grillieren. Es macht meiner Meinung nach vieles einfach besser, sorgt für einen stärkeren Geschmack und mehr Raffinesse. Und es spart Arbeit. Ich mache manchmal auch Pastasaucen im Ofen. (Bild über: Feasting at Home

Pasta puttanesca

Versuchen Sie rustikale Pasta Puttanesca mit einer Sauce aus dem Backofen. (Bild über: Cool Chic Style Fashion)
Und so gehts: 
Legen Sie Tomaten, schwarze Oliven, Kapern, einige Sardellenfilets, Peperoncino und einige Knoblauchzehen auf ein Backblech. Geben Sie Olivenöl darüber und rösten alles etwa 20 Minuten bei 200 Grad. Kochen Sie Spaghetti oder Penne al dente. Zerdrücken Sie die Tomaten mit einer Gabel und mischen Sie alles unter die Pasta. Mit gehackter Petersilie servieren.

5 — Der Trick mit den Kräutern

Beim Einkaufen schaue ich immer zuerst, welche frischen Kräuter gerade im Angebot sind. Diese inspirieren mich meist zum Kochen. Ich kann nicht ohne frische Kräuter kochen – ausser vielleicht die Tomatensauce aus dem Beispiel 1! Auch ohne grüne Daumen schaffe ich es, dass ich immer Rosmarin und Salbei auf dem Balkon oder im Garten habe. Beim Thymian und Basilikum versage ich leider. Und wenn es wirklich gar nichts geben sollte, so gibt es ja immer noch das Schweizer Duo Peterli und Schnittlauch. Ich finde, dass Kräuter ganz einfach jedes Gericht verbessern und auch im Winter für eine Sommerbrise sorgen. Doch wir haben nun endlich schönes Wetter und Hoffnung auf mehr. So kann man mit Kräutern so ziemlich alles «versommern»! Dabei hilft auch ein wenig Umdenken: Basilikum über die Eier, Schnittlauch über die Tomaten, Dill ins Joghurt, Estragon zu den Kartoffeln, Thymian zum Fisch und Majoran zur Pasta. (Bild über: We heart it)

Kräuter im Tiefkühler

Ein kleiner Extratrick zu den Kräutern: Geben Sie Kräuter mit Olivenöl in eine Eiswürfelform und ins Gefrierfach. So haben Sie immer fast frische Kräuter zur Verfügung. Zudem hält man frische Kräuter länger frisch, wenn man sie in feuchtes Küchenpapier wickelt und in einem Zip-Bag im Kühlschrank lagert. (Bild über: Apartment Therapy)

6 — Der Trick mit dem Eis

Zwar sitze ich noch in der Wolljacke im Garten, aber eben: Die Sonne ist da und damit die Lust auf Sommergefühl oder zumindest auf warme Frühlingstage. Und da passen eisgekühlte Getränke. Gefrorene Kräuter und Zitronenschnitze geben jedem Getränk einen besonderen Twist. Dasselbe funktioniert auch gut mit Beeren. (Bild über: Healthy Cravings)

7 — Der Trick mit dem Feta

Ich gehöre zu den wenigen Leuten, die nie «Games of Thrones» geschaut haben, aber eine Sonntagabend-Lieblingssendung haben. Sie heisst «The Durrells», ist nun leider fertig und war unser perfektes Wohlfühl-TV-Programm, mit dem man jeweils optimistisch und voller Tatendrang eine neue Woche angehen konnte. Die Geschichte der exzentrischen Familie Durrell spielte auf Korfu und weckte das Fernweh nach Griechenland. Ein kleines bisschen davon zaubere ich mit Feta auf viele Gerichte. Der griechische Käse aus der Salzlake entführt Bratkartoffeln auf eine griechische Insel, macht aus normalen Tomatenspaghetti etwas Besonderes und verleiht auch Salaten, Eiern oder Gemüse einen neuen, frischen und sehr sommerlichen Geschmack. (Bild über: Salted Mint)

8 — Der Trick mit den Salsas

Ganz optimistisch hoffe ich auf ein Wochenende, an dem mein Mann am Grill steht. Damit Grillgut auf jeden Fall sommerlich frisch schmeckt, helfen Salsas. Besonders solche mit Mangos oder anderen Früchten. (Bild über: Chelseas Messy Apron

Mango-Salsa

Salsas sind keine Saucen, wie wir sie kennen, sondern bestehen vor allem aus gehackten Früchten, Gemüse und Kräutern. (Bild über: Cookie and Kate)
Und so gehts:
Schneiden Sie Mangos und rote Peperoni in kleine Würfel. Hacken Sie rote Zwiebeln, Peperoncini, Koriander und Petersilie. Mischen Sie alles zusammen mit viel Limonensaft und ein wenig Salz. 

9 — Der Trick mit dem Mais

Goldene Maiskörner sind so was wie Sonne im Essen und bringen auf jeden Fall Sommerfeeling auf den Tisch. Mischen Sie sie zu Kartoffeln oder in den Salat. Oder geniessen Sie Maiskolben vom Grill – auf die amerikanische Art mit viel Butter und Salz als Beilage. (Bild über: Recipe for perfection)

Reissalat mit Mais und Avocado

Zum Grillfest gehören substanzielle Salate wie Reissalat. Goldene Maiskörner versprechen dabei den Sommer. (Bild über: Little Spice Jar)
Und so gehts:
Mischen Sie gekochten Reis mit Maiskörnern, Avocadowürfeln, gerösteten Pinienkernen und Fetakrümeln. Machen Sie eine Sauce mit Limonensaft, Olivenöl, Honig, etwas Salz und fein gehacktem Peperoncino. Mischen Sie alles zusammen mit viel gehackter Petersilie. 

10 — Der Trick mit den warmen Früchten

Wenn Früchte gekocht oder im Backofen geröstet werden, dann werden Sie ganz automatisch zu einem superedlen Dessert oder geben einem schlichtes Brunchgericht Gourmetcharakter. Rösten Sie Pfirsiche im Backofen und servieren Sie sie mit Crème fraîche. Versuchen Sie das altmodische Dessert, das nur heisse Himbeeren und Vanilleglace braucht. Oder aber legen Sie Melonen und Ananas auf den Grill und braten Sie Bananen mit Honig. (Bild über: Wife Mama Foodie

French Toast mit Rhabarber

French Toast ist unser Comfort-Food, der immer glücklich macht. Wir geniessen ihn genauso oft zum Znacht wie zum Wochenendbrunch. Durch den warmen Rhabarber wird diese Version zur Delikatesse. (Bild über: Tending the table)
Und so gehts:
Kochen Sie gerüstete Rhabarberstängel in etwas Zuckerwasser, bis sie weich, aber noch knackig sind. Geben Sie 4 Minuten vor Schluss einige Himbeeren bei. Mischen Sie Eier mit Rahm, etwas Zucker und Vanillezucker. Weichen Sie Brotschnitten in dieser Mischung ein und streuen Sie einige Mandelplättchen darüber. Dann braten Sie die Toasts beidseitig in Butter golden. Servieren Sie die Toasts mit den Rhabarbern und ein wenig Ahornsirup.
Credits: 

Bilder über Foodblogs und Magazine: The Woks of Life, Serious Eats, Simply Gee CeePasta Fondaio, Ful FilledFeasting at Home, Cool Chic Style Fashion, We heart it, Apartment Therapy, Chelseas Messy ApronCookie and Kate, Recipe for perfection, Little Spice JarWife Mama FoodieTending the table, Salted Mint, Healthy Cravings,

 

23 Kommentare zu «10 sommerliche Kochtricks»

  • Elisabeth Inselsperger-Stadler sagt:

    Ganz toll – alales!! Die Rezepte und Tipps von Frau Kohler… ich möchte ein jedes gleich nachkochen, sofort, auf der Stelle!!!
    Und dann all die Kommentare und die Antworten darauf – sehr unterhaltsam ;-)

  • Tamara sagt:

    Frische Kräuter sind herrlich, leider sind beim Detailhändler die meisten aus Marokko oder Israel, manchmal gar aus Südafrika. Für mein persönliches Geschmackserlebnis ist mir dabei der globale Preis (politisch und klimatisch) doch zu hoch. Zum Glück ist Schnittlauch unkompliziert zum Selberhegen und ein Tipp, der die Überlebenschance von Basilikum steigert: Topf in eine Schüssel stellen und immer von unten und täglich mit ca. 1 Kaffeetasse Wasser giessen.

  • Georg sagt:

    Frau Kohler, Sie haben den falschen Mann und ich die falsche Frau, genissen wir doch zusammen ein Glas Rotwein und die Sardellen mit einem Stück feinen Brot, gemütlich im Grünen in der Abendsonne.
    Sardellen im Hackbraten, kennen Sie das? Möchten Sie das Rezept?

  • Sandra sagt:

    Ich finde Louisa hat nicht ganz unrecht. Es ist schon etwas einseitig (das von einer Frau, die nicht gerne kocht :-) ). Aber Louisa, Frau Kohler kannst Du nicht belehren, die wird Ihr Ding durchziehen. Es ist einfach schade weil sie eine Vorbildfunktion hat. Obwohl Ihr das wohl nicht bewusst ist. Oder etwa doch?

  • Sander sagt:

    Il Viaggiator Goloso heisst die Marke bei Manor Food richtig ;-)

  • Charles Hügli sagt:

    Puttanesca heisst „nach Art der Prostituierten“… hihihi

  • Chris Östman-Wenger sagt:

    Lese immer Marianne Kohler – aber dieser Artikel gleicht „Mama mia“!!
    Megainteressant und eine wahre Aufklärung in der Küche!!

  • Ralph Geh sagt:

    Hab gerade den Reissalat gemacht. Noch Erbsen und Pfefferminz hinzu gefügt. Besonders lauwarm ein absoluter Genuss!

  • Sardella sagt:

    Beste Sardellenpaste ist eindeutig „BALENA“ erhältlich im Jelmoli.
    Und ich habe mindestens 20 verschiedene getestet.
    Sardellen sind unerlässlich, sie sind UMAMI

  • Louisa sagt:

    Ja das stimme ich Ihnen zu Natalie! Doch leider können nicht alle frei wählen, was sie lieber machen wollen und was nicht. Wenn ihr Freund lieber am Grill steht, ist das auch gar nicht verwerflich. Mein Kommentar will nur anmerken, dass solche stereotypen Rollenbilder in einem ÖFFENTLICHEN Blog überdacht werden können und nicht weiter gefestigt werden sollten. Vielleicht könnte man ja nächstes Mal auch mal schreiben, ich koche, während mein Freund die Wäsche zusammenlegt . Dann bin ich zufrieden. Ich denke, Sie verstehen was ich meine – oder versuchen es zumindest.

    • Monika Klein sagt:

      Meine Güte, haben Sie wirklich keine anderen Probleme? Manchmal denke ich wirklich, ich bin im falschen Film: alles, aber auch alles wird von irgendjemandem auf die Goldwaage gelegt; irgendjemand findet immer einen -ismus oder ist betupft. Und unterstellt damit allen anderen, nicht feinfühlig genug zu sein! Nein, es ist ganz anders: man kann tatsächlich in seiner Umgebung ganz, ganz schlechte Laune verbreiten und anderen den Genuss verderben, in dem man ständig seine Betupftheiten meint, äussern zu müssen.
      Ach übrigens: mein Freund legt nicht die Wäsche zusammen, während ich koche! Er kocht, während ich die Wäsche zusammenlege! Ich gehe aber davon aus, dass halbwegs intelligente Leute sich das selber denken können – auch ganz ohne Disclaimer!

  • Swiss Miss sagt:

    Liebe Frau Kohler!
    Mir geht es wie Ihnen – ich vermisse die Durrells jetzt schon. Und sie sind mit ein Grund, weshalb wir jetzt gerade in Griechenland in den Ferien sind. Danke für die feinen Rezepte. Die Sardellenpasta kenne ich von Jamie Oliver, in tolles Rezept!

  • balu sagt:

    nun ja, bei jedem Fleischgerich wird am Schluss eine Litanei an Belehrungen zum Kauf von Fleisch (nur lokal, bio etc.) aufgelistet. Aber Mango aus Übersee und die ökologisch mehr als fragwürdige Avocado sind anscheinend kein Problem?!
    Mango lässt sich übrigens meistens gut durch Pfirsich ersetzen, zb in Chutneys oder Salsas … Bei Avocado hilft weniger davon essen.

    • tina sagt:

      weniger ist sowieso das zauberwort wenn es um luxusgüter wie fleisch und exotische früchte geht :). kann man alles, aber warum nicht als superspecial, dann freut man sich auch mehr darüber. und kann die ganz superfeine teure sorte nehmen, weil es ja preislich nicht mehr ins gewicht fällt, wenn man nur alle 3 monate eine mango und eine avocado isst

    • Zora sagt:

      Avocados gibts inzwischen auch aus Spanien. Sie sind klein und lecker. Und sicher wird kein Tropenwald dafür abgeholzt.

  • Louisa sagt:

    Liebe Frau Kohler Nizamuddin
    Besten Dank für Ihre leckeren Rezepte. Gerne möchte ich sie darauf aufmerksam machen, dass sie mit solchen Beiträgen leider sehr stark stereotypen Rollenbilder von Mann und Frau festigen. Sie kochen (klar das ist auch ihr Beruf), doch der Mann weiss nicht mal genau, ob da Sardellen drin sind… Und dann ist auch logisch, dass ihr Gatte den Grill anwirft – Fleisch braten, für das sind die richtigen Kerle!
    Ich will Sie nicht beschuldigen, ich bitte Sie einfach darum, doch mehr Acht darauf zu geben und solche Kommentare wegzulassen. Denn genau solche ständigen Reproduktionen von Geschlechternormen führten uns u.a. zur heutigen Situation – von der wir uns langsam am entfernen sind. Daher ist es besonders wichtig, 2019 solche Rollenzuschreibungen zu hinterfragen.

    • Natalie sagt:

      Ich finde Ihren Kommentar sehr stereotyp – alles umkehren wollen macht nichts besser. Ich koche meistens. Manchmal aber auch mein Freund. Und dann weiss ich auch nicht immer, was drin ist. Am Grill steht er – weil er es besser kann und es lieber tut als ich. Er macht aber auch das Zmorgemüesli.
      Ich backe dafür. Tut er nicht. Weil es ihm nicht liegt.
      Viel wichtiger als stereotype Rollenbilder (in die eine oder andere Richtung) finde ich, dass jeder Mensch die Gelegenheit haben soll, das zu tun, was er gerne tut. Unabhängig von der Chromosomenzusammensetzung!

      • Hubert Münst sagt:

        Der Sprachgebrauch von Frau Koch ist eher in anderer Hinsichtzu beanstanden. Sie spricht hauptsächlich von weiblichen Dingen: die Tomate, die Sardelle, die Gabel, die Pasta, die Schalotte, die Rosine, die Olive, die Petersilie … Als Mann, der oft kocht, fühle ich mich dadurch in meiner Rolle zu wenig ernst genommen. Man müsste eventuell die Antidiskriminierungsgesetzgebung ergänzen.

        • Lichtblau sagt:

          Der Sprachgebrauch der von mir sehr geschätzten Frau Kohler ist tatsächlich speziell. So verwendet sie stets das Wort „über“, wo andere „auf“ schreiben würden. Dafür hat sie einen ganz eigenen Stil, der sie unverwechselbar macht. Und ihr Blog ist einfach klasse.
          Nur an das immer noch verbreitete „hinter dem Herd“ werde ich mich nie gewöhnen. Da stelle ich mir extrem stromlinienförmige Sixties-Housewifes vor, die sich hinter das Möbel quetschen, um dem „Göttergatten“ ein gewisses Barfeeling zu ermöglichen. Warum nicht einfach „am Herd“?

    • Pauline Overath sagt:

      Meine Güte, kann ich nurdazu sagen! Bitte weiter so , Frau Kohler!

      • Georg sagt:

        @Louisa, ich finde es breichernd, wenn geschlechterspezifisch gelebt wird. Ansonsten gibt es doch nur einen Einheitsbrei. :-) Die Würze des Unterschieds macht es aus. Dort der Kochlöffel und hier der Hammer und jedem sein Ding!

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