Pastellfarben ziehen ein

10 Gründe, weshalb diese sanften und süssen Farben der Wohnung guttun.

Jeden Frühling kommen die Pastellfarben zurück und ziehen uns magisch an. Die Schaufenster sind voll mit rosa, himmelblauen, vanillegelben und zartgrünen Kleidern, Taschen und Schuhen. Auf der Strasse aber sieht man selten süsse Kleiderfarben, ausser bei Kindern. Wobei die typischen Barbiepinks und -lilas, in denen sich auch Kindervelos und -helme zeigen, nicht süss, sondern eher grell und grässlich sind.

Trotzdem wurzelt die Liebe zu den Pastellfarben in der Kindheit. Wir denken bei den sanften Farben an Jugend, Unschuld und Romantik. Sie sind eben die Farben des Frühlings. Ihren Ursprung und Namen haben sie aus der Kunst: Pastell kommt von Paste, und eine Paste braucht es, um die Farbpigmente zusammenzuhalten. Das war zum Beispiel Gummi, Öl oder Kreide. Mit Letzterer haften die Pigmente nur ganz sanft auf dem Papier. Sie wurden eingewischt und es entstanden fragile, feine Kunstwerke mit differenzierten Farben. Solch differenzierte Töne tun auch der Wohnung gut. (Bild über: Linneas Hage)

1 — Sie wirken diskret

Weiss steht als Wandfarbe in den meisten Innenräumen immer noch auf dem obersten Platz. Alle, die sich vor Farben fürchten und sich trotzdem ein bisschen was davon wünschen, wählen Pastellfarben. Sie sind verhalten sanft und so hell wie weiss. (Bild über: Archzine)

2 — Sie sind modern

Bei den Pastellfarben handelt es sich nicht um die grellen Zuckerfarben, sondern um helle, frische Töne. Diese sind modern und hübschen eine Wohnung aufs Schönste auf. Gar Puristen erliegen ihnen, und Designer wählen gerne diese hellen sanften Töne, um strenge, klare Formen nicht zu hart wirken zu lassen. Pastellfarben sind auch von grosser Bedeutung, wenn es um die Raumgestaltung geht. Hier sehen wir ein schönes Beispiel von Grzywinski+Pons. Die Architekten haben die Räume des Hotels Eden Locke in Edinburgh mit solch frischen Farben gestaltet. 

3 — Sie bringen Eleganz

Pastell war im 17. und 18. Jahrhundert besonders in Frankreich hoch im Kurs. Nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Mode und im Interiordesign. Die hellen, sanften Farben gaben den Ton an im Rokoko. Dieser Stil ist der Inbegriff der Eleganz. Deshalb bringen Pastellfarben auch immer eine grosse Portion Eleganz mit sich. (Bild über: Dear Designer)

4 — Sie funktionieren ganz entspannt

Wer zu cool ist für Rokoko, der entkommt den zarten Farben trotzdem nicht. Sie tauchen nämlich auch in ganz entspannten lockeren Wohnstilen auf. (Bild über: Inrichting Huis)

5 — Sie lassen sich gut kombinieren

Mit Pastell wird ihnen nie langweilig. Denn Pastelltöne sind wunderbar anpassungsfähig und lassen sich praktisch zu allem kombinieren. Dieses Bild habe ich an der letzten Möbelmesse in Mailand gemacht. Es zeigt den Showroom von The Socialite Family, einem tollen französischen Blog, der auch einen Webshop hat und eigene Kollektionen macht. (Bild: MKN

6 — Sie kommen immer wieder

Die Pastellfarben stehen nicht nur mit einem einzigen Stil oder einer bestimmten Zeit in Verbindung. Sie sind einfach mit bestimmten Zeiten stärker verbunden als mit anderen. Zu ersteren zählt Art déco, besonders der tropische Teil des Stiles. Eine der schönsten Erinnerungen daran ist Miami Beach. Die Art-déco-Häuser zeigen sich dort in Glacefarben und verbinden sommerliche Nonchalance mit Eleganz und Coolness. Eine andere wichtige Epoche für süsse Farben waren die Fifties. Man denke an die mintgrünen Cadillacs und an die ach so «sweeten» Petticoats, Blusen und Haarschleifen.

Da in den 80er-Jahren die Fifties und der Art déco ein grosses Revival feierten, kamen die Pastelltöne fulminant zurück. Das auch an einem Ort, wo sie bis anhin eher verpönt waren: in der Männermode. Die Fernseh-Krimiserie «Miami Vice» mit Armani als Kostümdesigner hat einen bedeutenden Teil dazu beigetragen. Nun, in den nahenden 20er-Jahren des 21. Jahrhunderts, suchen wir nach Trost und Ablenkung aus anderen Zeitepochen, und dabei macht sich im Interiorbereich gerade wieder der Art déco breit – sanft, natürlich und mit zarten Tönen. Dieser mintgrüne Sessel Landskrona von Ikea ist hier im neuen Art-déco-Stil inszeniert.

7 — Sie vermitteln Stil

Wenn Sie nicht gerade die Fassade Ihres Hauses in Vanillegelb streichen, dann liegen Sie mit den sanften Farben nie falsch. Sie schaffen immer und überall Stil – ausser eben als Vanille an der Aussenmauer! (Bild über: The Design Chaser)

8 — Sie sorgen für Schönwetterstimmung

Einzelstücke oder gar mehrere Elemente in einer Einrichtung, die helle zarte Farben haben, sorgen dafür, dass der Frühling und mit ihm die Sonne ins Haus kommt. Das Bild zeigt den Sessel Sapo in Rosa, von Interio.

9 — Sie beruhigen

Sanfte Farben sind ruhig und harmonisch. Sie eignen sich auch für Schlafzimmer, wie dieses Beispiel aus dem Pariser Hotel Henriette beweist.

10 — Sie frischen auf

Und sie können auch das Gegenteil von beruhigen, nämlich auffrischen und aufwecken. Diese Stühle, der Vorhang und einige Wohnaccessoires sind hier in etwas stärkeren, zuckrigeren Farben gewählt, was dem eher industriellen Stil der Wohnung guttut. (Bild über: VM design blogg)

Credits: 

Blogs und Magazine: VM design blogg, The Design Chaser, Inrichting Huis, Dear Designer, Linneas Hage, Archzine
Shops und Kollektionen: Interio, Ikea 
Interiordesign: Grzywinski+Pons 
Hotels: Eden Locke, Hotel Henriette

6 Kommentare zu «Pastellfarben ziehen ein»

  • Marcus Ballmer sagt:

    Bild 1 sieht aus wie fleischfarbene Unterwäsche. Brrrrr……

  • Veronica sagt:

    Ich suche noch immer die Farbe die ich einmal in einem Hotel traf: eine Art rosa. Jedesmal als ich am Nachmittag die Türe öffnen wollte, sah ich die Tapete daneben und schaute überrascht um: doch noch etwas Sonne? Aber nein, dass könnte nie war sein in einem Zimmer auf dem Norden im Frühjahr.
    Vielleicht war es das Rosa von Foto 9.

  • Anita sagt:

    Eine überzeugte Verfechterin von weissen Wänden und reduziertem Wohnstil liess sich auf Pastellfarben ein… (etwa wie Bild 1 und 7) und siehe an: Das Wohngefühl wurde fundamental anders, besser, schöner, heimeliger,
    eleganter….. Ich werde nie mehr in weissen Wänden wohnen.
    Und es ist so, dass sich auch „graue“ Tage nicht mehr so grau anfühlen., denn Pastellfarben geben Licht und Luft und viel Atmosphäre.
    Danke, Frau Kohler, für diesen Beitrag.

  • Maike sagt:

    Na klar kommen die wieder – so wie in der Mode auch alles wieder wiederkommt. Für mich wäre das nichts – ich brauche es knallig. Aber es ist ja immer nur ein Vorschlag, ein Gedankenanstoss, nie ein Muss. Und es muss nicht jedem gefallen. Das ist das Gute an solchen Blogs.

  • sophie sagt:

    Schön und ruhig, gefällt mir. Nichts grelles was einem verleidet.

  • Zora sagt:

    Pastellfarben sind freundlich und stimmungsaufhellend – in einem solch einladendem Ambiente fühle ich mich stets willkommen geheissen. Es ist ein warmes willkommen der Seele, das sagt: es ist gut so. Hier ist es entspannt, aber nicht langweilig, sondern sanft anregend.

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