FCZ: Beschämende Behandlung eines HIV-positiven Fussballers

Simon Zimmerli am Montag, den 18. November 2013
Daniel Tarone, Lucky Isibor, Miroslav Koenig, Mario Raimondi und Marc Schneider, von links nach rechts, die neuen Spieler des FC Zuerich, aufgenommen beim Fototermin des FCZ in Zuerich am Montag 1. Juli 2002. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Vorstellung der neuen FCZ-Spieler vor elf Jahren: Daniel Tarone, Lucky Isibor, Miroslav König, Mario Raimondi und Marc Schneider (v.l.n.r.) an einem  Fototermin des FCZ, 1. Juli 2002. (Keystone/Walter Bieri)

Die Geschichte, die sich vor über zehn Jahren ereignete, im Frühling dieses Jahres vor dem Zürcher Obergericht verhandelt wurde und nun rechtskräftig ist, war den meisten Medien nur eine Randnotiz wert: «FCZ muss 315‘000 Franken zahlen». Was war passiert?

Auf die Saison 2002/03 hin, war der FC Zürich eifrig an der Transferfront tätig und vermeldete bereits im Frühling 2002 stolz den Zuzug von Anthony Joseph Isibor. Isibor war ein grossgewachsener und kräftiger Stürmer, der fortan mit Alhassane Keita für die Tore sorgen sollte.  Kurz vor dem Saisonstart teilte der damalige Präsident Sven Hotz in einem Zeitungsinterview mit, dass er immer noch auf die Freigabe des südkoreanischen Clubs Samsung Blue Wings, Isibors letztem Arbeitgeber, warte. In Tat und Wahrheit hatte der FCZ den damals 25-jährigen Nigerianer bereits wieder entlassen. Fristlos, knapp zwei Monate nach der Vertragsunterzeichnung.

Der inzwischen verstorbene nigerianische Fussballer Lucky Isibor, 1. Juli 2002. (Keystone/Walter Bieri)

Der inzwischen verstorbene nigerianische Fussballer Lucky Isibor, 1. Juli 2002. (Keystone/Walter Bieri)

Bei den medizinischen Tests wurde Isibor eine tadellose physische Leistungsfähigkeit attestiert, allerdings stellte der FCZ-Mannschaftsarzt bei ihm auch eine HIV-Infektion fest. Nun stellte man Isibor grosszügig vor die Wahl; entweder er würde seine Mitspieler darüber informieren, dass er das HI-Virus in sich trägt – oder er würde entlassen. Jeder kann sich vorstellen, wie ein Grossteil seiner Mitspieler vermutlich reagiert hätte. Isibor verzichtete auf sein Outing. Fraglich ist auch, wie es überhaupt zum Aids-Test gekommen ist, gehört er doch nicht zum Standard von Gesundheitsabklärungen im Sport. Und eigentlich bedarf er auch der Einwilligung des betroffenen Spielers.  Die Verantwortlichen des FC Zürich hüllen sich in Schweigen.

Die Aids-Hilfe Schweiz ist schockiert über das Vorgehen des Stadtclubs. «Es gibt keinen Beruf, der es rechtfertigen würde, HIV-positive Menschen auszuschliessen», sagt der Medienverantwortliche Harry Witzthum und erzählt vom Fall eines technischen Operationsassistenten, der aufgrund seiner positiven HIV-Diagnose von der Ausbildung ausgeschlossen wurde. Ein Rechtsgutachten eines angesehenen Infektiologen stellte fest, dass unter Wahrung der ohnehin üblichen Vorsichtsmassnahmen – wie sie auch im Fussball gelten – im Umgang mit Blut keinerlei Ansteckungsrisiko vorhanden war. «Selbst in Gesundheitsberufen ist somit unter der Beachtung von normalen Richtlinien HIV keine Gefährdung», sagt Witzthum. Der Ausbilder musste daraufhin den Ausschluss wieder rückgängig machen.

Elf Jahre sind vergangen, seit Isibor vom FCZ entlassen wurde. Dass der Verein nun 315’000 Franken zahlen muss, nützt ihm nichts. Er fand nach dem kurzen Gastspiel in Zürich keinen neuen Verein mehr und beendete seine Fussballerkarriere mit 25 Jahren. Daraufhin reiste er in seine Heimat Nigeria und verstarb gemäss der Zeitung «The Punch» diesen Sommer im Alter von 36 Jahren nach kurzer Krankheit. Eine menschliche Tragödie.

Ich war schockiert über die zahlreichen Kommentare auf der Online-Plattform einer grossen Schweizer Tageszeitung, nachdem das Urteil des Obergerichts im Fall Isibor veröffentlicht wurde. Es gab Leser, die Isibor als tickende Zeitbombe und Gefahr für Mit- und Gegenspieler darstellten. Es würde wohl einigen Menschen gut tun, sich besser über die möglichen Übertragungswege des HIV-Virus zu informieren.

Was denken Sie liebe Leserinnen und Leser? Wie sollte ein Verein in einer solchen Situation handeln?

Portugal und Ronaldo gehören einfach an die WM

Fabian Ruch am Mittwoch, den 13. November 2013

Die Schweiz hat sich souverän für die WM 2014 qualifiziert – und bestreitet am Freitag ein Testspiel in Seoul gegen Südkorea, das nun wirklich bloss hartgesottene Fussballfans interessiert. Es gibt ja ohnehin ein paar Länderspieltermine, die sind ziemlich überflüssig. Jene in den nächsten Tagen gehören zwingend dazu.

Einerseits.

Andererseits finden von heute bis nächsten Mittwoch nebst bedeutungslosen Testbegegnungen auch die letzten Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft statt. In den Playoffs (oder Barrage, wie man in der Schweiz sagt) werden die elf letzten Teilnehmer ermittelt. Wir betätigen uns für einmal als Wettempfehlungsblog und wagen Prognosen (die nur leicht sympathiegefärbt sind…).

Mexiko (gegen Neuseeland) und Uruguay (gegen Jordanien) setzen sich in den interkontinentalen Duellen gegen krasse Aussenseiter durch. Mexiko verfügt über sehr starke junge Akteure und gehört an die WM, wenn man das so schreiben darf. Und Uruguay mit den zwei Weltklassestürmern Luis Suarez und Edinson Cavani ist an der Weltmeisterschaft gleichfalls ein interessanter Farbtupfer. Insbesondere in Brasilien. Ältere Menschen und Fussballfreaks wissen Bescheid.

In Europa stehen derweil vier Playoffpaarungen auf dem Programm. Kroatien ist gegen das unangenehme Island deutlich favorisiert. Zwischen Rumänien und Griechenland stehen die Chancen 50:50, die biederen, aber stabilen Griechen sind jedoch erfahrener. Beide Länder sind – so ehrlich darf man sein – eher unattraktive WM-Teilnehmer. Was umso bitterer ist für all jene Romantiker (wie mich), die gerne alle Superstars an einer Weltmeisterschaft dabei hätten. Natürlich: Wales mit Gareth Bale wird sich leider kaum einmal qualifizieren, aber dass einer der drei besten Fussballer im nächsten Sommer nicht dabei sein wird, ist sehr schade. Entweder Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic wird die WM ja als prominenter Zuschauer verfolgen, weil Portugal und Schweden in der Barrage aufeinandertreffen. Wir glauben an das zuletzt schwächelnde Portugal, weil die Schweden sehr stark von Ibrahimovic abhängig sind, im Mittelfeld über weniger Klasse als der Kontrahent verfügen und auch in der Defensive alles andere als überzeugend agieren.

Ronaldo gehört einfach an die WM nach Brasilien, so ist das. Und auch die Fussballweltmacht Frankreich muss zweifellos dabei sein und wird die Ukraine bezwingen. Frankreich steckt nach schwierigen Jahren wieder in einer positiven Entwicklung und wurde im Sommer mit dem grossartigen Strategen Paul Pogba (Juventus) U-20-Weltmeister. Pogba ist längst Nationalspieler und eines der vielen Talente Frankreichs. Die Ukraine dagegen hat den Generationenwechsel verpasst, und offen ist, zu was die alte Garde noch fähig ist. Mit Andrei Jarmolenko von Dynamo Kiew, der zuletzt auch gegen den FC Thun in der Europa League brillierte, haben die Ukrainer derzeit bloss einen Akteur von gehobener individueller Qualität.

In Afrika stehen unterdessen die Rückspiele der fünf Playoffbegegnungen an. Die Grössen Ghana (6:1 im Hinspiel gegen Ägypten), Nigeria (2:1-Sieg in Äthiopien) und auch die Elfenbeinküste (3:1 gegen Senegal) dürften durch sein. Und Kamerun, wo Weltstar Samuel Eto’o den gefühlt 23. Rücktritt vom Rücktritt gab, steht nach dem 0:0 im Hinspiel in Tunesien ebenfalls vor der WM-Qualifikation. Algerien schliesslich verlor zwar beim überraschend starken Burkina Faso 2:3, wird diesen Rückstand aber im Heimspiel korrigieren können.

Und so stehen in einer Woche die 32 WM-Teams fest. Wen wir aus den unterschiedlichsten Gründen neben Schweden an der Weltmeisterschaft vermissen werden: die Türkei (wegen den vielen Türken in der Schweiz, die jetzt im nächsten Sommer nicht mitfiebern dürfen), Polen (wegen Robert Lewandowski), Irland (wegen seiner singenden Fans), Dänemark (wegen seiner fröhlichen Fans), Kanada (wegen seiner Grösse), Südafrika (wegen seiner politischen Bedeutung in Afrika), China (wegen seiner politischen Bedeutung in der Welt), Thailand (weil es ein so schönes Reiseland ist), Jamaika (weil Jamaika).

Und was glauben Sie, wer setzt sich in den Playoffspielen durch? Welches Land hätten Sie gerne noch an der WM gesehen? Würden Sie lieber auf Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic an der Weltmeisterschaft verzichten?

Der FCB wackelt – wer profitiert?

Fabian Ruch am Mittwoch, den 6. November 2013
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Wirkt zurzeit immer wieder ein bisschen Ratlos: Marco Streller, Captain des FC Basel hier im Champions-League-Spiel gegen Steaua Bukarest. (Keystone/Salvatore di Nolfi)

Auch ich habe mich getäuscht. Vor der Saison dachte ich, dass der FC Basel locker zum fünften Mal in Serie Meister werden würde (und eigentlich denke ich das ja immer noch). Zu überlegen scheint das Kader des Champions zu sein, zu stark ist das Team, zu weit enteilt ist der Primus in seiner Entwicklung der nationalen Konkurrenz. Gemessen an seinen Möglichkeiten könnte der FCB mit einem Zehn-Punkte-Polster an der Spitze liegen.

Und jetzt? Sind 14 Spieltage absolviert, und die ersten fünf Teams sind bloss durch fünf Punkte getrennt! Es herrscht Hochspannung an der Tabellenspitze. Der FCB ist – natürlich – Erster. Aber er ist nur Leader, weil die härtesten Rivalen zu unkonstant sind. Und nicht, weil er so dominant ist, wie die meisten Beobachter annahmen. YB beispielsweise ist trotz einer miesen Serie von sieben sieglosen Partien (mit bloss drei Punkten) nach zuletzt zwei Erfolgen wieder bis auf drei Zähler an den FCB herangerückt.

Basel schwächelt, Basel wackelt, Basel minikriselt. Man liest und hört vieles, von internen Querelen, von Unstimmigkeiten zwischen Trainer Murat Yakin und dem Vorstand, zwischen Yakin und Captain Marco Streller, zwischen Yakin und den Degen-Zwillingen. Trotz prächtiger Bilanz ist der Ende Saison auslaufende Vertrag mit dem Coach bisher nicht verlängert worden. Glaubt man den Medienberichten und den Aussagen gut informierter Kreise, brennt es gerade ein bisschen beim FCB. Noch aber wirkt die glitzernde Champions League derzeit auch ein wenig als Kitt im Betrieb. Auf grell erleuchteter Bühne will jeder brillieren. Der zuweilen langweilige Ligaalltag aber gestaltet sich in diesen Wochen mühsam für die Basler.

Dennoch bleibe ich dabei: Nur der FC Basel entscheidet, wer Meister wird. Und die grosse Frage ist ohnehin: Wer könnte den Dominator denn überhaupt gefährden, falls dieser noch stärker ins Straucheln gerät? GC verfügt über eine bemerkenswerte Stabilität und ist eingespielt, doch die Mannschaft erzielt wenig Tore und hat eher mässige Alternativen im Kader, wenn Stammkräfte ausfallen. Zudem sind die Zuschauerzahlen in Zürich, auch das muss mal wieder geschrieben werden, einfach himmeltraurig. YB derweil verfügt zwar nach wie vor über reichlich Potenzial und eine grosse Fangemeinde, befindet sich aber mal wieder im Umbruch – und ist eine Wundertüte.

Eine Mischung aus GC und YB wäre, so schrieb die «Schweiz am Sonntag» zuletzt treffend, der Superrivale Basels. Tatsächlich wären die breit besetzten Young Boys, verstärkt mit Veroljub Salatic, Stéphane Grichting sowie Izet Hajrovic und versehen mit der Ordnung von GC und dessen Stärke bei Standards, ein Team, welches den FCB gefährden könnte.

Den Baslern fehlt derzeit schlicht ein Gegner, an dem sie sich reiben können, der ihnen auf Augenhöhe begegnet, der sie zu Bestleistungen zwingt. Oft reicht es dem Serienmeister, mit halber Kraft den nächsten Arbeitssieg in der Super League einzufahren. Einige FCB-Leistungsträger deuteten in den letzten Wochen an, es sei nicht immer einfach, sich auf Partien in der Liga mit der gleichen Intensität vorzubereiten wie auf Festspiele in der Königsklasse. Man kann sie verstehen. Zumal es ja auch so reicht, die Gegnerschaft in Schach zu halten.

Der Schweizer Meister wird nächste Saison mit allergrösster Wahrscheinlichkeit direkt für die Champions League qualifiziert sein. Das sollte für GC und YB Ansporn genug sein. In beiden Vereinen wird man in der Winterpause bestimmt versuchen, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Für die Young Boys wäre es dabei geradezu fahrlässig, würden sie den an Thun ausgeliehenen Topskorer Josef Martinez nicht zurück nach Bern beordern. Diese Möglichkeit besitzen sie ja.

Der Rest der Liga wird kaum in den Titelkampf eingreifen können. Luzern und St. Gallen halten beachtlich mit, in diesen Vereinen wird tadellos gearbeitet, aber es fehlt beiden Mannschaften letztlich an Klasse, um den FCB über 36 Runden herausfordern zu können. Sion und Zürich schliesslich hätten starke Teams, sind aber enttäuschend in die Spielzeit gestartet. Sie rangeln derzeit mit den erstaunlichen Punktesammlern aus Thun und Aarau um die Plätze im Mittelfeld. Das ist enttäuschend. Eigentlich sollten sie auch oben mitspielen – und diese nicht restlos überzeugenden Basler konkurrieren.

Wer kann dem FC Basel in dieser Saison gefährlich werden? Oder spazieren die Basler auch mit mässigen Leistungen zum nächsten Titel? Welches Team in der Super League hat sie bisher besonders enttäuscht?

Unverständliches Urteil nach Bundesliga-Phantom-Tor

Simon Zimmerli am Donnerstag, den 31. Oktober 2013

Das Sportgericht des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) ging mit dem Urteil über Kiesslings Phantom-Tor (Video oben) zum zwischenzeitlichen 0:2 im Spiel der TSG Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen (1:2) den Weg des geringsten Widerstandes und vermied so die Konfrontation mit dem Weltverband FIFA.

Ich bin ein Gegner von neuen Fussball-Technologien. Fussball beruht auf Tatsachenentscheidungen. Leider auch auf falschen Tatsachenentscheidungen. Das Tor von Stefan Kiessling am 18. Oktober 2013 wurde aber nicht durch einen ungerechtfertigten Penalty oder aus einer Offside-Position erzielt, der  Bundesliga-Torschützenkönig aus der letzten Saison erzielte das 2:0 für Leverkusen mit einem Kopfball durch das Aussennetz. Dies hat für mich weniger mit einem Tatsachenentscheid des Schiedsrichters, als viel mehr mit einer nicht intakten Spielanlage zu tun. Es ist die Aufgabe der beiden Linienrichter, die Tornetze vor Spielbeginn zu prüfen.

Vor knapp 20 Jahren hat das Sportgericht des DFB in einem ähnlichen Fall noch anders entschieden (siehe Video unten). Wenn aber die FIFA bereits im Vorfeld der Verhandlung darauf aufmerksam macht, dass die Tatsachenentscheidung nach wie vor eines der höchsten Güter ist, hat  man auch als DFB-Sportgericht schlechte Karten. Kommt erschwerend hinzu, dass es  in der Spielordnung der Deutschen Fussball Liga unter Paragraf 14 heisst, dass rechtskräftige Entscheidungen zu Spielwiederholungen zur abschliessenden Beurteilung der FIFA vorgelegt werden müssen. Hätten die Hoffenheimer vor dem DFB-Sportgericht ein Wiederholungsspiel erwirkt, hätte dies nicht zwingend stattfinden müssen. Deshalb verzichten die Verantwortlichen der TSG 1899 Hoffenheim wohl auch darauf, Berufung einzulegen.

Verlierer sind in diesem Fall eigentlich fast alle. Die Hoffenheimer, die betrogen worden sind, Schiedsrichter Felix Brych und  seine Assistenten, die das Phantom-Tor nicht als solches erkannt haben und das Sportgericht des DFB, das in seinem Urteil von der FIFA massgeblich beeinflusst wurde. Leidtragender ist auch Kiessling, der das Kunststück vollbrachte, das Leder durch eine einzelne gerissene Masche zu bugsieren und nun die neue Unsportlichkeit in der Bundesliga verkörpert. Der 29-jährige, der trotz seiner vielen – regulären – Tore von Bundestrainer Löw, nie mehr berücksichtigt wurde,  musste seine Facebook-Seite vom Netz nehmen, nachdem ein Shit-Storm über ihn hereinbrach. Selbst öffentliche Personen wie der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Andreas Biebricher liess sich in einem Forum zu folgendem Kommentar hinreissen: «Ich war immer dafür, dass er eine Chance in der Nationalelf bekommt. Aber jetzt soll sich der charakterlose Typ beide Beine brechen», wie der «Express» weiss.

Diese Loch zu treffen, war ein extremer Zufall: Geflicktes Netz in Hoffenheim. (Keystone/Uwe Anspach)

Dieses Loch zu treffen, war nicht einfach: Geflicktes Netz in Hoffenheim. (Keystone/Uwe Anspach)

Ich mache Stefan Kiessling keinen grossen Vorwurf (es ist für einen Spieler auch kaum fassbar, wie ein vermeintlich daneben geköpfelter Ball plötzlich im Netz zappelt) aber er sowie alle anderen Beteiligten von Leverkusen, die gesehen haben, dass der Ball ausserhalb des Tores eingeschlagen hat, haben es verpasst, ihrem farblosen Pillenclub durch eine grosszügige Fairness-Geste etwas Glanz zu verleihen und die Bundesliga in Fussballromantik zu hüllen.

Liebeserklärung an Typen wie Zlatan

Fabian Ruch am Mittwoch, den 30. Oktober 2013
PSG-Spieler Zlatan Ibrahimovic feiert einen Sieg gegen Olympique Lyon, 12. Mai 2013.

Spieler mit Kanten und Ecken faszinieren immer: PSG-Spieler Zlatan Ibrahimović feiert einen Sieg gegen Olympique Lyon, 12. Mai 2013. (Keystone/Guillaume Horcajuelo)

Zuerst Zico, bald Walter Zenga (obwohl Goalie), Careca, Beat Sutter, später Romário, Pep Guardiola, Fernando Redondo (sogar, obwohl Argentinier), Eric Cantona und David Ginola, der unverwüstliche Javier Zanetti (ja, ja, ein Gaucho), dann vor allem Ronaldo, der mit den Zähnen, und bald Ronaldo, der mit dem Haargel, aktuell Mario Götze (obwohl Bayern) und natürlich Neymar, der Brasilien nächstes Jahr bitteschön zum Weltmeister schiessen soll: Meine Liste der Lieblingsfussballer ist lang und vielfältig, jeder hat halt Helden der Jugend und Kicker des Vertrauens. Idole, Vorbilder, Ikonen.

In meiner kunterbunten Liste, in der selbstredend absolut keine Gewähr auf Vollständigkeit herrscht, sind auch Franzosen und Argentinier sowie Akteure von Bayern und Barcelona dabei, obwohl mir diese Teams nicht ans Herz gewachsen sind. Es geht um Sympathie, und die kann bei einem Fussballer nicht verloren gehen, bloss weil er den Verein wechselt oder eine unpassende Nationalität besitzt. Es sind stilprägende Sechser dabei, wie es Guardiola und Redondo waren, weil ich auch so stark und passsicher und smart hätte spielen wollen (und es in meiner Vorstellung auf 100-mal tieferem Niveau natürlich auch tat …).

Mit der Zeit gefielen mir Fussballer immer wie mehr, die nicht geformt sind; die nicht auf die erste Frage mit «wie gesagt» antworten; die nicht als Traumschwiegersöhne gelten; die eigene Meinungen vertreten, auch mal für Unruhe sorgen, zuweilen einen Skandal verursachen. Ich mag spannende, interessante, vielleicht manchmal verrückte, wilde Spieler. Spinner und Exzentriker, wie es Paul Gascoigne, Stefan Effenberg, Mario Basler und Marcelinho waren. Leider sterben sie in dieser glattgebügelten Fussballwelt der Phrasen und Managerkontrolle und Bussenkataloge langsam aus.

Ich finde es toll, wenn einer wie Kevin-Prince Boateng keine Angst hat, sich mit aller Macht gegen den Rassismus zu stellen – und die unverständlichen, dummen Pfiffe und Affenlaute in italienischen Stadien eben nicht wie 99,9 Prozent der Spieler, Schiedsrichter, Trainer, Journalisten und Fans still akzeptiert. Das ist Charakterstärke.

Ich gebe es zu: Ich mag Bad Boys wie Trainer José Mourinho, selbst wenn sie möglicherweise für die meisten Menschen als Ekel gelten. Stefan Effenberg und sogar Lothar Matthäus (das bleibt unter uns) waren und sind mir lieber als Jürgen Klinsmann und Philipp Lahm. Zlatan Ibrahimović spricht mich deutlich stärker an als Lionel Messi. Selbst wenn Lahm wie Messi absolute Weltklasse verkörpern. Ich finde es sogar faszinierend, den mit immer gröberen Eskapaden gepflasterten Weg eines ziemlich freakigen Typen wie Mario Balotelli zu verfolgen. Mein Toleranzpegel ist da sehr hoch, ich mag es jedem gönnen, wenn er das Gefühl hat, er müsse seine Garage mit 14 Ferrari füllen und oben in der 23-Zimmer-Villa 200 Geliebte haben.

Zlatan Ibrahimović hätte in meinen Augen sogar 100 Ferrari und 1000 Frauen verdient. Es ist ein Riesenglück für uns, diesem sensationellen Fussballer und Typen zusehen und zuhören zu dürfen. Zur Lektüre sei das «Spiegel»-Interview vor ein paar Wochen empfohlen. Der bosnische Schwede schiesst ja mittlerweile alle drei Tage ein Tor des Jahres. Mal mit der Hacke, mal aus 30 Metern in den Winkel, mal mit einem Fallrückzieher. Ibrahimović schert sich einen Dreck um Konventionen, spricht und spielt, wie er will und was er will. Er attackiert selbst seinen früheren Trainer Guardiola, der (eigentlich) einen Heiligenschein besitzt. Er ist ein Anti-Konzeptfussballer und damit ein Graus für die Matchplan-Fanatiker unter den Coaches, die gerne jede Sekunde der Partie kontrollieren und jeden Laufweg ihrer Akteure wie Schachfiguren bestimmen möchten.

Ibrahimović ist anders, er ist einmalig und in keine Schablone zu pressen und dermassen stark, dass er jede Mannschaft automatisch besser macht. Er wurde fast immer Meister in den letzten Jahren, egal wo er auch spielte – und er wechselte oft den Club. Es ist wirklich jammerschade, ist der Stürmer bereits 32 Jahre alt. Andererseits: Er wird irgendwie immer besser.

Zlatan, der ehemalige Fahrraddieb aus dem Ghetto von Malmö, wäre heute vielleicht im Gefängnis, wie er selber einräumt, wenn er nicht mit derart viel fussballerischem Sondertalent ausgestattet worden wäre. Seine spektakuläre, attraktive, mitreissende Spielweise ist einzigartig, und vielleicht besitzt er im Jahr 2013 sogar die Chance, Weltfussballer zu werden. Verdient hätte er es. Sonst gucken Sie im Internet mal ein Best-of seiner schönsten Tore der letzten Monate an (unten ist ein Beispiel zu sehen). Und: Ibra hat seine Wurzeln nie verleugnet, er ist immer noch derb, direkt, dominant.

Zu Ibrahimovićs Ehren wurde in Schweden ja das Verb «zlatanera», auf Deutsch am ehesten «zlatanieren», ins Wörterbuch aufgenommen. Es stehe für «etwas mit Kraft dominieren», teilte die schwedische Sprachakademie mit. Wir schlagen gleich noch das Wort «Ibrakadabra» als Synonym für Fussballzauber vor.

Zlatan zlataniert also die Fussballwelt. Wir verneigen uns vor ihm und seiner Kunst und sind traurig, verpasst er die WM 2014, weil Schweden und Portugal in der Barrage aufeinandertreffen. Haargel-Ronaldo, der andere Liebling, muss ja zwingend dabei sein im nächsten Sommer in Brasilien.

Kann die Fifa, falls Schweden scheitert, Ibrahimovićs Team nicht mit einer Wildcard ausstatten?

Wer waren Ihre Lieblinge in der Jugend? Welche Fussballer schätzen Sie heute? Und wie stehen Sie zu Exzentrikern wie Zlatan Ibrahimović?

Zu viele Köche, die den Brei verderben

Simon Zimmerli am Freitag, den 25. Oktober 2013
Der Zuercher Trainer Urs Meier geht seinen Gedanken nach, vor dem Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC Aarau, am Donnerstag, 26. September 2013, im Letzigrund Stadion in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Hat sich nach der Kanterniederlage gegen Aarau vor das Team gestellt: FCZ-Trainer Urs Meier, 26. September 2013. (Keystone/Steffen Schmidt)

Für einmal teile ich die Meinung von Kollege Türkyilmaz, der in seiner «Blick»-Kolumne mit Urs Meier, Trainer des FC Zürich, Tacheles redet. Ich wäre auch nicht unglücklich gewesen, wenn Meier an der ersten grossen Trainerentlassungswelle in der Super League teilgenommen hätte, und trete heute nicht nur als Blogger, sondern als Fan des FCZ auf.

Der FCZ müsste in der Meisterschaft mit Chikhaoui, Gavranovic, Pedro und Chiumento vorne mitspielen. Was Meier mit grosser Sozialkompetenz, Loyalität und dem Streben nach Erfolg bei seinem Amtsantritt gelungen ist, nämlich aus Individualisten eine Mannschaft zu formen, ist nun sein grosses Manko. Auf dem Rasen spielt eine unorganisierte und vor allem undisziplinierte Elf, der ganz offensichtlich eine ordnende Hand fehlt.

FCZ Trainer Urs Meier, links, und der Technische Direktor Marco Bernet, rechts, stellen sich den Fragen der Journalisten, anlaesslich einer Medienkonferenz im Hinblick auf die neue Fussballsaison, am Montag, 8. Juli 2013, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Der Technische Direktor des FCZ sah offensichtlich ein anderes Spiel gegen Aarau als der Trainer: Coach Urs Meier (l.) und der Technische Direktor Marco Bernet, 8. Juli 2013. (Keystone/Steffen Schmidt)

Wer das Spiel in Aarau nicht gesehen hat, hätte nach Meiers Interview kurz nach Spielschluss beinahe das Gefühl bekommen können, dass auch eine Punkteteilung gerecht gewesen wäre. Ich habe mir die Rückkehr ins Brügglifeld anders vorgestellt und habe ein anderes Spiel gesehen als Meier. Während dieser 90 Minuten habe ich keinen Spieler ausmachen können, der sich gegen die Niederlage gestemmt hat, vielleicht abgesehen von Pedro. Es ist positiv zu werten, wenn sich ein Trainer vor die Mannschaft stellt und sich mit Kritik an einzelnen Spielern zurückhält. Wenn der FCZ aber 1:5 in Aarau verliert, selbst Sportchef Bernet von Zerfall spricht und Meier der Mannschaft keinen Vorwurf machen kann, da sie nie aufgegeben hätte, dann ist das der blanke Hohn.

Dass Philippe Koch die Mannschaft als Captain auf den Platz führt, ist Sinnbild für dieses Team. Der FCZ hat keine Leader-Figuren. Stattdessen hat er Spieler, die sich für ihre Nationalmannschaft zerreissen und in der Super League nur durch Undiszipliniertheit und Lustlosigkeit auffallen. Chikhaoui konnte früher Spiele entscheiden, heute ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Er kann es noch, wie er jüngst in der tunesischen Nationalmannschaft gegen Kamerun bewiesen hat. In der Super League wirkt er meist lustlos. Ausser Benito ist die Zürcher Verteidigung stets überfordert, und vorne konnte Josip Drmic nicht ersetzt werden. Djimsiti, einziger Lichtblick im dunklen FCZ-Keller, spielt diese Saison bei Meier kaum eine Rolle, obwohl er in der zurückliegenden Spielzeit der konstanteste Mann in der Hintermannschaft war.

FCZ Trainer Urs Meier, rechts, und Assistent Massimo Rizzo, links, stellen sich den Fragen der Journalisten, anlaesslich einer Medienkonferenz im Hinblick auf die neue Fussballsaison, am Montag, 8. Juli 2013, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Teammanager Massimo Rizzo (l.) und Trainer Urs Meier, 8. Juli 2013. (Keystone/Steffen Schmidt)

Präsident Canepa wird langsam, aber sicher zur Kenntnis nehmen müssen, dass seine Billiglösung – Chefcoach Urs Meier, Teammanager Massimo Rizzo und Marco Bernet als Technischer Direktor – keinen sportlichen Erfolg garantiert. Auch wenn dies sein Portemonnaie weniger strapaziert. Nach einem kurzen Zwischenhoch im letzten Frühling müssen diese eher unbekannten Vertreter des Schweizer Fussballs erst noch den Beweis antreten, dass die Super League nicht doch eine Schuhnummer zu gross ist. Dazu zähle ich auch Thomas Bickel, der im 50-Prozent-Pensum als neuer Chef-Scout und Talentmanager vorgestellt wurde.

Eine weitere Kanterniederlage dürften sich Meier und Co. kaum mehr leisten können. Dass mit dem kurzerhand begnadigten Gavranovic die Wende kommt, ist eine schwache Hoffnung, zumal die beiden nächsten Gegner FC Basel und GC heissen.

Es sind schon einige andere Trainer gescheitert, die es aus der Junioren-Abteilung in die höchste Spielklasse gespült hat.

Ich habe fertig.

Marcel Koller ist die beste Lösung als Nationaltrainer

Fabian Ruch am Mittwoch, den 23. Oktober 2013
Marcel Koller: Der 52-Jährige weiss, wie ein Nationaltrainer funktionieren muss. (Reuters)

Marcel Koller: Der 52-Jährige weiss, wie ein Nationaltrainer funktionieren muss. (Reuters)

Ottmar Hitzfeld wird respektiert, aber nicht geliebt. So war das schon immer. Der Deutsche ist ein erfolgreicher Coach, ein Titeltrainer, er hat die Champions League gewonnen, mit Dortmund und Bayern, er ist ein reich dekorierter Meistermacher in der Schweiz und in Deutschland. Und doch gilt er als nüchtern, als sachlich, zuweilen als bieder.

Hitzfelds Image wird sich nicht mehr ändern. Und der 64-Jährige lebt ja ausgezeichnet damit. Kaum einer geniesst im Fussballgeschäft einen besseren Ruf, kaum einer hat sich in den letzten Jahrzehnten besser verkauft. Hitzfeld ist unbestritten als Trainer, anerkannt als Experte, begehrt als Sponsor. Und er ist smart. Stets war er mit den einflussreichen Journalisten befreundet oder zumindest verbunden. Hitzfeld kann es sich sogar leisten, eine Partnerschaft mit dem Ringier-Verlag einzugehen und für den «Blick» Kolumnen zu schreiben. Man stelle sich einmal vor, Joachim Löw würde in Deutschland mit der «Bild» zusammenarbeiten! Es gab in der Schweiz zwar kritische Voten zum umstrittenen Deal Hitzfelds mit Ringier, aber bald war Ruhe. Hitzfeld steht über den Dingen. Würde er auch noch von den Fans verehrt werden, wäre das beinahe schon wieder verdächtig für die Journaille.

Dieser Ottmar Hitzfeld also beendet im nächsten Sommer seine glanzvolle Trainerkarriere. Er hat richtig entschieden. An der WM 2014 in Brasilien kann er seiner Tätigkeit als Schweizer Coach die Krone aufsetzen. Und danach? Kommt eine EM-Qualifikation, klar, doch weil 24 von 53 Uefa-Mitgliedsländern 2016 an der Europameisterschaft in Frankreich dabei sein werden, dürfte die sportliche Brisanz der Ausscheidung geringer sein.

Es ist fraglich, ob Hitzfeld noch einmal Motivation und Kraft gefunden hätte, diese hochbegabte Nationalmannschaft weiterzuentwickeln. Er hat das erkannt und kann sich jetzt – ohne Rücksicht nehmen zu müssen – auf die WM-Expedition konzentrieren.

Wer aber ist der perfekte Nachfolger Hitzfelds?

Die Antwort kann nur Marcel Koller heissen.

Koller ist ein kleiner Bruder im Geiste Hitzfelds. Ruhig, souverän, erfahren. Und auch erfolgreich, natürlich nicht auf dem Niveau Hitzfelds, aber als Meister mit St. Gallen und GC geniesst der ehemalige Schweizer Nationalspieler viel Respekt. Koller kennt Land, Leute, Liga. Ein Experiment mit einem teuren, prominenten ausländischen Trainer wäre diesmal die falsche Lösung. Und ein tüchtiger Nachwuchstrainer des Schweizerischen Fussballverbandes – wie Hitzfeld-Assistent Michel Pont oder U-21-Coach Pierluigi Tami – wäre zwar fachlich bereit, aber würde kaum die Aura besitzen, um Hitzfeld ersetzen zu können. Das Ansehen von Christian Gross schliesslich ist beschädigt, seine Arbeitsmethoden gelten als veraltet.

Selbstverständlich gäbe es andere fähige Kandidaten. Aber Basels Murat Yakin beispielsweise ist zu jung für das Amt eines Nationaltrainers, er steht vor einer interessanten Laufbahn, die ihn eher früher als später in die Bundesliga führen wird. Dort ist Lucien Favre bei Gladbach mit Erfolg tätig, und er wäre eine spannende Besetzung als Nationaltrainer, weil er Fussballspieler besser machen kann. Aber die Stärken des zuweilen eigenwilligen Favre sind besonders ausgeprägt, wenn er täglich mit den Spielern arbeiten und auf Fehler in einer Partie sofort reagieren kann. Als Nationaltrainer hätte der Romand keinen so straffen Zugriff auf seine Akteure.

Andere Fussballlehrer, die gehandelt werden, besitzen nicht im Ansatz das Format Hitzfelds oder auch Kollers. Deshalb ist dieser Marcel Koller die beste Lösung als Nachfolger Ottmar Hitzfelds. Koller hat zwar in der Vergangenheit mehrmals erklärt, er würde gerne wieder ins Tagesgeschäft zurück und einen Club trainieren. Die Möglichkeit, das überaus talentierte Schweizer Team zu übernehmen, ist aber gleichfalls enorm faszinierend für ihn. Und vielleicht einmalig.

Marcel Koller hat zuletzt als Nationaltrainer Österreichs tolle Arbeit geleistet. Er hat die Auswahl verbessert und sich gegen massive Widerstände in den Medien und bei den mächtigen Medienexperten durchgesetzt. Der 52-Jährige weiss also, wie ein Nationaltrainer funktionieren muss. Zudem, und das ist eine weitere Parallele zu Hitzfeld, ist er mit den wichtigsten Zürcher Medien durchaus in gutem Kontakt. Und auch das kann nicht schaden.

Wer ist für Sie der beste Nachfolger Ottmar Hitzfelds? Und warum? Und: Können Sie Hitzfelds Rücktritt von der Trainerbühne verstehen?

Deutschlands Angst vor dem Abwehrpudding

Simon Zimmerli am Freitag, den 18. Oktober 2013
Warum so sorgenvoll? Deutschlands Trainer Joachim Löw während des Schweden-Spiels.

Warum so sorgenvoll? Deutschlands Trainer Joachim Löw während des Schweden-Spiels. Foto: Keystone.

Es gab Zeiten, da taten einem die Schienbeine schon weh, wenn man nur die Namen der deutschen Abwehrspieler hörte. Es war die Epoche der Terrier und Treter, die eine Verwarnung noch als Auszeichnung sahen. Berti Vogts, Ditmar Jakobs, die Gebrüder Förster und Manni Kaltz. Inzwischen hat sich die Lage aber drastisch verändert. Deutschland steht für attraktiven Angriffsfussball mit vielen Toren – und eben auch vielen Gegentreffern. Alleine in den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Schweden (4:4, 5:3) klingelte es siebenmal im deutschen Tor.

«Wie sollen wir mit so einer Abwehr Weltmeister werden?», fragte die «Rheinische Post» bereits beunruhigt, nachdem die DFB-Elf am Dienstag in Stockholm einem 0:2-Rückstand nachjagen musste. Ein Votum, das durchaus repräsentativ ist für die Stimmungslage im Land von Franz Beckenbauer, der sich in den Reihen der DFB-Elf mehr «harte Hunde» wünscht und einen Mangel an Männlichkeit ortet. Die deutsche Fussballgemeinde befürchtet etwas mehr als 200 Tage vor der WM-Endrunde, dass sich Joachim Löws Mannschaft bei der Titeljagd in Brasilien am Abwehrpudding verschluckt, der aus Fehlern von Mats Hummels oder Jérôme Boateng zubereitet ist.

Natürlich, Boateng ist bisweilen etwas gar sorglos, und Hummels scheint seine Priorität vor allem darauf zu legen, als deutscher Verteidiger mit den wenigsten gelben Karten in die Geschichte einzugehen, vielleicht weil er sich einen sportlichen Friedensnobelpreis erhofft. Die Panik der Deutschen ist dennoch Unsinn. Sie sind vorne und in der Mitte so gut, dass sie auch mit einer Wackelpuddingabwehr noch sehr schwierig zu bezwingen sind.

Deutschlands Problem ist nicht die Abwehr, sondern die Angst vor dem Versagen. Denn diese ist das Gegenteil von Siegermentalität und ein Garant dafür, bei der nächsten Gelegenheit ähnlich jämmerlich auszuscheiden wie im EM-Halbfinal 2012 gegen Italien und im WM-Halbfinal 2010 gegen Spanien, als der Mut jeweils in der Garderobe geblieben war.

Wer etwas gewinnen will, darf das Risiko nicht scheuen, und er darf sich schon gar nicht durch böse Überraschungen aus dem Konzept bringen lassen. Die Schweizer sind – endlich einmal – ein gutes Vorbild für den grossen Nachbarn. Sie haben nach dem kuriosen 4:4 gegen Island in den entschiedenden WM-Qualifikationsspielen in Norwegen (2:0) und Albanien (2:1) mit Offensivgeist die Zweifel vertrieben. Und mit einer Portion Goodwill betrachtet, war dann auch das Island-Spiel gar nicht mehr so schlimm. Immerhin hatten sich die Schweizer nach dem 4:1 nicht als Verwalter versucht, sondern auf den fünften Treffer gedrängt.

Ich freue mich, wenn ich höre, dass der leider scheidende Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld im deutschen Fernsehen selbstbewusst verkündet, dass er mit der Schweizer Mannschaft an der WM-Endrunde im kommenden Sommer für Furore sorgen will und die Viertelfinalqualifikation als durchaus realistisches Etappenziel ansieht. Und ich finde es grossartig, dass Granit Xhaka ausspricht, was unverkennbar ist: Wir gehören längst nicht mehr zu den kleinen Nationen. Platz 7 im ansonsten wenig aussagekräftigen Ranking von Sepp Blatters Fussballförderanstalt (Fifa), die WM-Qualifikation ohne Niederlage und der Testspielsieg über Brasilien kommen nicht von ungefähr. Hoffentlich merken die Deutschen nicht, dass sie mit dem neuen Schweizer Selbstbewusstsein Weltmeister würden.

Brasilien ist WM-Favorit, Belgien Geheimfavorit

Fabian Ruch am Mittwoch, den 16. Oktober 2013

Knapp acht Monate dauert es noch bis zum WM-Start in Brasilien. Es ist Zeit, ein Ranking der fünf aktuell stärksten Nationen zu erstellen. Kolumbien und die Schweiz sind die gefährlichen Aussenseiter, die es bis in den Halbfinal schaffen können, aber hier nicht unter den Top 5 rangieren. Und auch grosse Fussballnationen wie England, Frankreich oder Portugal werden im nächsten Sommer nicht zu den Favoriten gehören – wenn sie überhaupt alle an der WM dabei sein werden.

Rang 5: Italien

Mario Balotelli im Zweikampf mit dem Tschechen Tomáš Sivok, 10. September. (AP/Massimo Pinca)

Mario Balotelli im Zweikampf mit dem Tschechen Tomáš Sivok, 10. September. (AP/Massimo Pinca)

Die Italiener unter dem smarten Trainer Cesare Prandelli sind souverän, aber ohne zu brillieren durch die Qualifikation spaziert – in einer unangenehmen Gruppe mit Tschechien, Dänemark, Bulgarien und Armenien. Die Mannschaft ist defensiv stark, das sind italienische Auswahlen ja immer, sie hat ein paar griffige Balleroberer im Team – und verfügt in der Offensive über tolle Akteure. Wenn Mario Balotelli im nächsten Sommer sein Genie ein paar Wochen über seinen Wahnsinn stellt, ist den Italienern sogar der ganz grosse Coup zuzutrauen.

Rang 4: Argentinien

Lionel Messi schiesst einen Penalty gegen Paraguay, 10. September 2013. (AP/Jorge Saenz)

Lionel Messi schiesst einen Penalty gegen Paraguay, 10. September 2013. (AP/Jorge Saenz)

Wer Lionel Messi im Team hat, muss gut sein. Der Superstar hat seine Leistungen im Nationalteam stabilisiert, und mit einem WM-Titel nächstes Jahr, ausgerechnet im Land des riesigen Rivalen, könnte er sich mit den skeptischen Fans in der Heimat versöhnen – und unsterblich werden. Neben Messi figurieren in der Offensive weitere Weltklasseakteure wie Sergio Agüero, Gonzalo Higuain und Ezequiel Lavezzi. Das Problem ist die Verteidigung, die im Tempofussball des Gegners zuweilen Mühe bekundet.

Rang 3: Belgien

Eden Hazard ist vor dem Kroaten Domagoj Vida (l.) am Ball, 11. Oktober 2013. (EPA/Antonio Bat)

Eden Hazard ist vor dem Kroaten Domagoj Vida (l.) am Ball, 11. Oktober 2013. (EPA/Antonio Bat)

Die belgische Mannschaft ist der – nicht mehr ganz so geheime – Geheimfavorit. Die 25 Nationalspieler besitzen laut der Fachwebsite Transfermarkt.ch im Schnitt (!) einen Marktwert von fast 18 Millionen Franken – und sind damit wertvoller als Italiens Akteure. Das Team Belgiens ist jung, talentiert, spielstark, die meisten Leistungsträger sind längst Grössen in der Premier League und anderen Eliteligen. Von Torhüter Thibaut Courtois (21 Jahre, Atletico Madrid, Marktwert 31 Millionen Franken) über Abwehrchef Vincent Kompany (27, Manchester City, 44 Millionen), Spielmacher Axel Witsel (24, Zenit St. Petersburg, 40 Millionen) und Edeltechniker Eden Hazard (22, Chelsea, 53 Millionen) bis Stürmer Romelu Lukaku (20, Everton, 30 Millionen) stehen überragende Akteure in der Auswahl. Und das sind nur die fünf bekanntesten Namen – selbst auf der Ersatzbank sitzen ausgezeichnete Spieler. Besonders für ein so kleines Land wie Belgien.

Rang 2: Deutschland

Philipp Lahm feiert an der EM in Polen einen Treffer, 22. Juni 2012. (EPA/Bartlomiej Zborowski)

Philipp Lahm feiert an der EM in Polen einen Treffer, 22. Juni 2012. (EPA/Bartlomiej Zborowski)

Die Deutschen sind richtig stark, selbst wenn sie nach wie vor die Grossmeister der Selbstzerfleischung sind – und in den Medien aufgeregt debattieren, ob Torjäger Stefan Kiessling nicht ins Nationalteam gehört. Oder ob der Dortmunder Mats Hummels mit seiner Kritik am Verband übers Ziel hinausgeschossen hat. Oder ob der zuweilen hüftsteife Per Mertesacker die Anforderungen an einen modernen Innenverteidiger erfüllt. Natürlich gibt es Fragezeichen, gerade in der Defensive, dennoch ist Deutschland einer der grossen WM-Favoriten. Im Tor steht mit Manuel Neuer die vielleicht weltbeste Fachkraft, und die Offensive ist mit Spitzenkönnern wie Mario Götze, Mesut Özil, Marco Reus, Toni Kroos oder Thomas Müller herausragend besetzt. Und: Die Führungsspieler Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira sind reifer geworden. Sie sind bereit für den grossen Triumph.

Rang 1: Brasilien

Neymar erzielt einen Treffer gegen Australien. Goalie Schwarzer ist chancenlos, 7. September 2013. (AP/Felipe Dana)

Neymar erzielt einen Treffer gegen Australien. Goalie Schwarzer hat das Nachsehen, 7. September 2013. (AP/Felipe Dana)

Gastgeber, Rekordweltmeister, Confed-Cup-Sieger, dazu begabt und formstark: Es gibt eine Menge Gründe, die an der nächsten WM für Brasilien sprechen. Selbst wenn der Druck gewaltig sein wird. Die Mannschaft ist prächtig besetzt, das ist die Seleçao ohnehin immer. Aber diesmal stimmt die Balance. In der Defensive stehen mit Thiago Silva und David Luiz die zwei wohl besten Innenverteidiger der Welt zur Verfügung, und der erste Ersatz Dante ist vielleicht der drittbeste zentrale Abwehrspieler. Auch die Aussenverteidiger Dani Alves und Marcelo sind – in der Vorwärtsbewegung – Weltklasse. Ins defensive Mittelfeld hat Trainer Luiz Felipe Scolari, der schon 2002 mit Brasilien Weltmeister wurde, zur Absicherung mit Luiz Gustavo und auch Paulinho giftige Zweikämpfer eingebaut. Die Offensivabteilung um den grossartigen Neymar sowie die spielfreudigen Oscar und Lucas schliesslich ist schlicht exzellent. Der Torhüter wird nicht besonders fangsicher sein, aber dieses Brasilien braucht keinen überragenden Goalie. Die Frage ist einzig: Wer gibt den Angreifer? Fred, am Confed-Cup überzeugend, ist nicht kombinationssicher. Vielleicht startet einer der vielen prominenten Sturmkandidaten wie etwa Alexandre Pato, wieder in Brasilien bei Corinthians engagiert, im nächsten Frühling ja noch durch.

Sie vermissen Weltmeister Spanien? Derzeit ist die jahrelang beste Nationalmannschaft der Welt auf der Suche nach Stabilität, es fehlt trotz guten Stürmern an einem echten Torjäger – und die Helden wie Xavi und Andrés Iniesta werden nach einer langen, anstrengenden Saison im klimatisch herausfordernden Brasilien (mit teilweise sehr hoher Luftfeuchtigkeit) möglicherweise an ihre physischen Grenzen stossen.

Und wer ist Ihr WM-Favorit? Was trauen Sie Weltmeister Spanien im nächsten Sommer zu? Was kann die Schweiz erreichen?

Tops und Flops der Super League

Simon Zimmerli am Freitag, den 11. Oktober 2013

Die Raiffeisen-Super-League ist so ausgeglichen wie noch nie. Etwas mehr als ein Viertel der Spiele sind absolviert. Während der Nati-Pause ein idealer Zeitpunkt, um eine erste Bilanz zu ziehen, respektive die Gewinner zu küren und die Verlierer wachzurütteln.

DIE VERLIERER

FC Zürich

FCZ-Spieler Davide Mariani nach einer Niederlage gegen Aarau, 26. September 2013. (Keystone/ Steffen Schmidt)

FCZ-Spieler Davide Mariani nach einer Niederlage gegen Aarau, 26. September 2013. (Keystone/ Steffen Schmidt)

Der FC Zürich hat in fünf Heimspielen lediglich vier Punkte geholt. Urs Meier rotiert in den Super-League-Spielen, als müsste er nebst dem Schweizer Cup und der Meisterschaft auch noch den Uhrencup, den Uli-Hoeness-Cup und die Champions League gewinnen. Die Mannschaft trat zuletzt desolat auf, wird von der Südkurve aber trotzdem gefeiert. Der FCZ steht in der Tabelle besser da, als er dies aufgrund seiner Leistungen eigentlich müsste und es könnte ein frostiger Spätherbst werden für den Stadtclub.

Uli Forte

YB-Trainer Uli Forte während eines Spiels in St. Gallen, 24. September 2013. (Keystone/Ennio Leanza)

YB-Trainer Uli Forte während eines Spiels in St. Gallen, 24. September 2013. (Keystone/Ennio Leanza)

Nach einem fulminaten Saisonstart mit 15 Punkten aus fünf Spielen, holten die Berner Young Boys aus den letzten sechs Spielen gerade noch zwei Punkte. Fortes belanglose Erklärungen und Schönredereien nach Niederlagen erinnern mich an den früheren GC-Trainer Ciriaco Sforza. Natürlich, die Berner Young Boys haben in dieser Spielzeit einige Verletzungssorgen. Wenn man allerdings Josef Martínez aufgrund der Spielpraxis bei Thun platzieren kann, Vietkieviez nach St. Gallen ausleiht und Christian Schneuwly zu Thun abschiebt, darf man davon ausgehen, dass das Kader breit genug ist, um Ausfälle kompensieren zu können. Für den YB-Coach könnte es trotz seines Dreijahresvertrages schon bald eng werden.

Mario Gavranovic

FCZler Mario Gavranovic dikutiert mit Coach Urs Meier, 10. Februar 2013. (Keystone/ Patrick B. Krämer)

Mario Gavranovic diskutiert mit Coach Urs Meier, 10. Februar 2013. (Keystone/ Patrick B. Krämer)

Gavranovic ist abgesehen von der Transfermeldung Ende Mai noch nie aufgefallen beim FC Zürich. Dies hat sich nun geändert. Der schweizerisch-kroatische Doppelbürger lieferte sich kurz vor Spielschluss im Stade de Suisse gegen YB ein heftiges Wortfgefecht mit Assistenzcoach und Teammanager Rizzo und attackierte diesen auch körperlich. Der talentierte Gavranovic wird mit einer pädagogischen Massnahme in die U-21 degradiert und von Ottmar Hitzfeld vorläufig aus dem WM-Kader gestrichen.

Raúl Bobadilla

Raul Bobadilla nach einem verschossenen Penalty, 20. Mai 2013. (Keystone/Steffen Schmidt)

Ex-FCB-Spieler Raúl Bobadilla nach einem verschossenen Penalty, 20. Mai 2013. (Keystone/Steffen Schmidt)

Der 26-jährige Argentinier war Ende Juli an das Testspiel gegen Mainz unterwegs. Weit kam er allerdings nicht, da er noch in seiner Wohngemeinde Seewen im Solothurnischen mit 111 km/h einer Polizeipatrouille ins Netz ging. Bobadilla war nicht mehr tragbar für den Verein und wechselte für einen Discountpreis zum Bundesligisten FC Augsburg. Auch MuratYakin konnte den argentinischen Heisssporn also nicht bändigen. Bobadilla zog sich im ersten Spiel mit seinem neuen Arbeitgeber einen Innenbandriss am Knie zu und ist immer noch rekonvaleszent.

Weitere Verlierer: Fredi Bickel, Erich Vogel, die «Fussballstadt» Zürich

DIE GEWINNER

Heinz Peischl

St.-Gallen-Sportchef Heinz Peischl, 8. Dezember 2010. (Keystone/Ennio Leanza)

St.-Gallen-Sportchef Heinz Peischl, 8. Dezember 2010. (Keystone/Ennio Leanza)

Heinz Peischl sieht oder hört man kaum, obwohl dieser ein Doppelmandat als CEO und Sportchef beim FC St. Gallen ausübt. Das kritische St. Galler Publikum war selbst beim Aufstieg unzufrieden und warf Trainer Jeff Saibene vor, unattraktiven Fussball spielen zu lassen. Eineinhalb Jahre später entzückt der FC St. Gallen mit einem qualitativ überdurchschnittlichen aber nicht überteuerten Kader seine Fans mit begeisterndem Fussball. Nicht nur in der Super League, sondern auch auf der internationalen Bühne.

Christian Constantin

Sion-Präsident Christian Constantin nach dem Cupspiel gegen Sursee, 17. August 2013. (Keystone/ Steffen Schmidt)

Sion-Präsident Christian Constantin nach dem Cupspiel gegen Sursee, 17. August 2013. (Keystone/ Steffen Schmidt)

Um den exzentrischen Präsidenten des FC Sion ist es ruhig geworden. Er hielt an Trainer Michel Decastel fest, obwohl die Mannschaft mehr als 550 Minuten benötigte, um den ersten Super-League-Treffer der Saison 2013/14 zu erzielen. Dieser für Constantin ungewöhnliche Durchhaltewille scheint sich nun auszuzahlen. Der FC Sion ist seit drei Runden ungeschlagen und findet immer besser zu seinem Spiel.

 

Alexander Frei

Alex Frei während eines Spiels gegen GC, 21. April 2013. (Keystone/Sigi Tischler)

FCL-Sportdirektor Alex Frei während eines Spiels gegen GC, 21. April 2013. (Keystone/Sigi Tischler)

Auch Frei, Sportchef des FC Luzern, hält sich im Hintergrund und sorgt lediglich mit seinem guten Transferriecher für Aufsehen. Bozanic, Mikari und zuletzt der erst 19-jährige Ägypter Mahmoud Kahraba sorgen dafür, dass sich der FC Luzern in der Spitzengruppe halten kann. Für die Innerschweizer ist in dieser Saison einiges möglich.

 

 

Josef Martinez

Thun-Spieler Martinez feiert einen Treffer gegen YB, 28. Juli 2013. (Keystone/Marcel Bieri)

Thun-Spieler Martinez feiert einen Treffer gegen YB, 28. Juli 2013. (Keystone/Marcel Bieri)

Bei YB sass er letzte Saison meist auf der Ersatzbank wenn er nicht gerade mit der U-21 gegen den FC Oberwallis Naters oder den Sportclub Düdingen spielte. Heute ist der 20-jährige Venezolaner mit sieben Toren für den FC Thun Torschützenleader und eine echte Bereicherung für die Liga.

 

 

Weitere Gewinner: Jeff Saibene, Goran Karanovic, Urs Fischer, die Schrebergartenbesitzer im Hardturm, Yann Sommer

Wer war für Sie Top oder Flop nach dem ersten Viertel, liebe Steilpassblogleser?