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Was macht eigentlich der vierte Schiedsrichter?

Thomas Renggli am Mittwoch den 16. März 2011


«Wie dick darf ein Schiedsrichter sein?» fragte der «Blick» in seiner Dienstagausgabe – und setzte den Super-League-Referee Daniel Wermelinger in unvorteilhafter Pose in Szene. Doppelkinn statt Doppelpass.

Ausgangspunkt des Artikels war der Unmut über die Schweizer Regelwächter in den vergangenen Wochen. Der in diesem Blog kontrovers diskutierte Massimo Busacca blieb davon explizit ausgenommen. Selbst die schärfsten Kritiker anerkennen den Tessiner als Schweizer Nummer 1.

Im Zentrum der aufflammenden Debatte stehen die Uneinsichtigkeit und Kommunikationsverweigerung der Referees. GC-Trainer Ciriaco Sforza geht in der «SonntagsZeitung» mit den Pfeifenmännern hart ins Gericht: «Wenn mir ein Schiedsrichter einen Entscheid nicht erklären kann, stinkt doch etwas. Wer überzeugt ist, das Richtige getan zu haben, braucht sich nicht zu verstecken.» FCZ-Sportchef Fredy Bickel teilt diesen Eindruck: «Die Schiedsrichter mögen es nicht, wenn man sie nach den Gründen für ihre Entscheide fragt.»

Tatsächlich entsteht das Gefühl, viele Schweizer Schiedsrichter argumentieren permanent aus dem Schmollwinkel – sofern sie das Stadion noch nicht durch den Hinterausgang verlassen haben. Minderwertigkeitskomplex statt Selbstwertgefühl.

Wie es gehen kann, beweisen ihre Kollegen aus dem Eishockey Woche für Woche. Hier stehen die Türen zu den Schiedsrichtergarderoben für Trainer und Medienschaffende nach jedem Spiel offen. Anstatt die Geringschätzung und Argwohn zu kultivieren, werden Missverständnisse aus der Welt geräumt. «Die offene Kommunikationskultur hat unsere Akzeptanz enorm gesteigert», sagt Danny Kurmann. Der Zuger besitzt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Er ist von Swiss Ice Hockey vollamtlich angestellt und lebt wie ein Profi. Wermelinger dagegen geht seiner Feierabendaktivität zwischen Büroschluss und Abendessen nach.

Die Einführung des Profibetriebs ist bei den Fussball-Refs überfällig. Sie würde Leistungsdichte und Glaubwürdigkeit der ganzen Szene steigern. Heute besteht der Verdacht, bei den Schiedsrichtern werden die Meriten und Beförderungen nach dem Zufallsprinzip ausgesprochen. Weshalb Referees wie Alain Bieri und Nikolaj Hänni das Fifa-Wappen auf der Brust tragen, bleibt im Diffusen. Sie stehen der Challenge League näher als der Champions League.

Dabei scheint ihr Chef Urs Meier das Anforderungsprofil genau zu kennen: «Sind Persönlichkeit und Fachwissen überdurchschnittlich vorhanden, reden wir von einem ganz grossen Schiedsrichter.»

Der Thuner Trainer Murat Yakin sieht ein grundlegendes Problem: «Die Schiedsrichter sollen Spiele leiten und nicht entscheiden.» Gleichzeitig stellt er eine Frage in den Raum, die schon lange einer Beantwortung harrt:«Gab es schon jemals einen vierten Offiziellen, der in einem entscheidenden Moment den Mut hatte, einzuschreiten?»

Yakins Kritik zielt exakt in die richtige Richtung. Das Schiedsrichterwesen ist in Unbeweglichkeit und Sturheit gefangen – und stellt so die eigenen Leute Woche für Woche an den Pranger. Die Zeit muss dieses Problem lösen. Selbst der Fussball wird sich nicht ewig gegen technische Hilfsmittel wehren können. Noch vorher sollte der vierte Unparteiische aber mehr Kompetenzen erhalten. Dies würde Wermelinger zwar nicht von überflüssigen Pfunden, aber immerhin von einigem Druck befreien…

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32 Kommentare zu “Was macht eigentlich der vierte Schiedsrichter?”

  1. Peter sagt:

    Wurde der vierte nicht “erfunden” damit sich die anderen drei auf das Spiel konzentrieren können statt sich zusätzlich um die Bank kümmern zu müssen?

    Zum anderen: Eine offene Kommunikation wäre auch hier, wie eigentlich praktisch überall, zu begrüssen.

    Was ich vermisse ist die Diskussion um die Schidsrichter 5 und 6.
    Ich denke die UEFA geht mit den beiden Strafraum Schiedsrichtern den richtigen Weg. Weitere Augen gerade in den heiklen Zonen sind sehr wichtig. Vor allem wen man bedenkt, dass die beiden Linienrichter sehr oft ganz einfach zu weit weg sind.

    • Herbert K. sagt:

      Ich finde die 5.und 6. Schiedsrichter total überflüssig, da ich nun schon mehrere Spiele am TV mit erlebt habe, in welchen es zu Fehlentscheiden(Foul, Handspiel etc.) kam und anschliessend in der Videoanalyse der Fehlentscheid auch bestätigt wurde.

  2. Dan Rifter sagt:

    Die Professionalisierung ist unabdingbar..

    Wem aber in der ganzen Debatte viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, sind die Linienrichter.. die fristen ein enormes Schattendasein, obwohl die Linienrichter auf den Ausgang des Spiels einen wesentlich höheren Einfluss haben als der Schiri

    Ein übersehenes Foul im Mittelfeld oder auch 5m hinter dem Strafraum, eine gelbe oder unter Umständen eine rote Karte, haben nicht so viel Einfluss auf den Ausgang eines Spiels wie ein knappes, übersehenes Offside, das zu einem Tor führt.

    Krasse Linienrichter-Fehlentscheide werden komischerweise wesentlich weniger heiss debattiert. Shaqiri stand am Sonntag auch 1m im Offside, doch die Polemik hielt sich in Grenzen. Wenn ein seltsamer Penalty gepfiffen wird, gibts am Montag jeweils die fetten Schlagzeilen.

    Zum Teil kann man den Linienrichtern nicht mal einen Vorwurf machen, das Spiel wird immer schneller und die Regeln konfuser, trotzdem ist bei den Linesmen riesiger Handlungsbedarf.

    • Zehnder sagt:

      Nun, wenn es handlungsbedarf hat, wie wäre es wenn sie sich selber an sr grundkurs anmelden, mal schauen ob sie dann irgendwann überhaupt soweit kommen um nur schon 2. liga regional assistent zu werden

  3. René sagt:

    Der “4.”-Schiedrichter hat folgende Aufgaben: Er ist besorgt, dass sein Tischchen genau in der Mitte der beiden Trainer- und Ersatzspielerbänken steht, dass der Abstand zur Seitenlinie genau eingehalten wird. Dann wacht er über das Temperament der beiden Trainer, dass sie ja nicht aus ihrer Coachingzone treten, wobei er schon überfordert ist, da er ja nur einen im Blickwinkel haben können. Dann sind sie 1.Verantwortlicher für die Bedinung folgender Tafeln: Die Tafel für Auswechslungen mit dazugehörender Schuhkontrolle und jene für die Nachspielzeit. Bei Rudelbildung vor den Trainerzonen muss er einschreiten und zur Ordnung mahnen. Und am Schluss der Spiele ergänzt er das Referee-Trio zum Quartett beim Jassen. Sie sehen, der 4. Mann ist sehr wichtig, könnte aber auch durch einen beliebigen guten Jasser ersetzt werden!

    • Daniel sagt:

      ..während in der Champions League, dank der 2 zusätzlichen Torrichtern, hauptsächlich dem Pokern gefröhnt wird. Prozentual geht ein Torrichter vermehrt All In, während sich die Linienrichter angestrengt im Bluffen üben.

  4. Roberto Haag sagt:

    Genau Herr Yakin! Noch schlimmer scheinen mir aber die heute bei internationalen Spielen eingesetzten Maenner neben den Toren. Deren Rolle verstehe wer wolle. Sie rennen von links nach rechts und sogar nach vorne – einen Eingriff ins Spiel habe ich aber bis dato noch nicht gesehen. Selbst bei klaren Regelverstoessen (z.B.Totenham-YB). Auch in Zeitlupe als klare Fehler erkennbare Eckballentscheidungen werden bei Szenen direkt vor ihren Augen nicht korrigiert. Mir scheint, Masse statt Klasse!

  5. Bruno Schum sagt:

    Alle Sportarten die nicht gemessen sondern entschieden werden,sollten nicht über einen Regionalstatus hinauswachsen.

    • De Philippe sagt:

      Dann wenden Sie sich doch in in Zukunft der Leichtathletik zu und lassen das mit den Mannschaftssportarten sein. Gewisse Dinge müsse da immer entschieden werden, was auch kein Problem ist.

      Zum Thema: Entscheidend ist neben der Kompetenz fast nur das Auftreten. Ich weiss aus eigener Erfahrung bestens, dass man gegenüber einem selbstewussten Ref, der zwischendurch mal einen Entscheid erklärt oder sogar von sich aus einen Fehler zugibt, sehr viel toleranter ist und ihm viel bereitwilliger die Rolle überlässt, für die er eigentlich da wäre, nämlich das Spiel zu leiten ohne im Vordergrund zu stehen.

      • Maesi sagt:

        Kann ich aus einer anderen Mannschaftssportart bestaetigen.
        Hatte schon katastrophale Schiedsrichter, doch ihr Auftreten liess ein ruhiges geregeltes Spiel durch (in einem Spitzenkampf). Umgekehrtes auch schon erlebt: eigentlich gut gepfiffen, aber schlechtes Auftreten, was beinahe zu einer Eskalation gefuehrt hat.

        Es ist natuerlich fuer einen Schiri auch viel einfacher, seine Entscheide zu verteidigen, wenn es keinen ‘Beweis’ gibt. Die TV-Bilder machen die Aufgabe fuer den Unparteiischen keinesfalls einfacher.

  6. Knobel sagt:

    Der Schiedsrichter ist zweifellos ein sehr wichtiger Mann (oder Frau). Er soll das Spiel leiten und nicht entscheiden (hunderprozentig einverstanden lieber Murat!). Jedenfalls müsste der Umgang und die Kommunikation wirklich transparenter sein, wie beim Eishockey. Ohne Transparenz keine Vertrauensbasis. Leider wird dies von verschiedenen Seiten unterbunden. Ich persönlich denke halt, dass der Urs Meier mehr ein Selbstdarsteller als ein Chef und Führer ist. Wenn er im Rampenlicht steht, genügt ihm das. Reformen und neue Strukturen, sich für Neues durchsetzen müssen, liegen ihm nicht. Sehr schade!!

  7. Ruedi sagt:

    Eigentlich sind sich ja alle mehr oder weniger einig, es muss sich etwas tun! Meine Vorschläge:
    1.) Die SR müssen professionalisiert werden. Jeder Verein in der höchsten Liga muss pro Saison eine fixe Summe zur Finanzierung von Profi- und Halbprofitum bezahlen.
    2.) SR sollen nach möglichst objektiven Massstäben beurteilt und entsprechend eingeteilt werden. Auch die Trainer/Vereine sollten die Möglichkeit haben SR 2 x pro Saison zu beurteilen.
    2.) Die Aufgabentrennung unter den SR muss aufgeweicht werden, so dass alle Beteiligten sich zu einer strittigen Szene äussern müssen, und den 1. SR gegebenenfalls überstimmen dürfen (Mehrheitsentscheid.)
    3.) Regionale Aspekte bei der Verteilung der SR auf die Spiele dürfen höchstens noch eine untergeordnete Rolle spielen. Die Qualität eines SR muss über dessen Einsätze entscheiden.
    4.) Das Regelwerk muss auf mögliche Vereinfachungen überprüft werden. Gerade die Offside-Regel ist ein Paradebeispiel dafür, sie ist mittlerweile derart komplex (aktiv/passiv, Spieltempo) das die Linienrichter sich fast ausschliesslich darauf konzentrieren müssen.
    5) Von allen Beteiligten etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit Fehlern 🙂

    • DAM sagt:

      “Die SR müssen professionalisiert werden. Jeder Verein in der höchsten Liga muss pro Saison eine fixe Summe zur Finanzierung von Profi- und Halbprofitum bezahlen.”
      In diesem Punkt stimme ich Ihnen vollstädnig zu. Es kann schlicht nicht sein, dass ein Amateur pfeiffen muss, wenn 22 Profis versuchen Ihn zu manipulieren und auszutricksen.

      “SR sollen nach möglichst objektiven Massstäben beurteilt und entsprechend eingeteilt werden. Auch die Trainer/Vereine sollten die Möglichkeit haben SR 2 x pro Saison zu beurteilen.”
      In der Theorie sehr schön, aber: Objektive Massstäbe zu finden ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit und sobald beurteilt wird, spielt die subjektive Meinung des Beurteilenden ins Urteil hinein. Leider.

      “Die Aufgabentrennung unter den SR muss aufgeweicht werden, so dass alle Beteiligten sich zu einer strittigen Szene äussern müssen, und den 1. SR gegebenenfalls überstimmen dürfen (Mehrheitsentscheid.)”
      Stelle ich mir spannend vor, wie da die vier (bei europäischen Spielen sogar sechs) Offiziellen eine Diskussion führen wollen, während um sie herum 22 Spieler verscuhen Einfluss zu nehmen. Die Idee hört sich toll an, führt aber meiner Meinung nach zu einem totalen Chaos und endloser Spielverzögerung.

      “Von allen Beteiligten etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit Fehlern”
      Ihre Worte in Gottes Ohr. Aber ich möchte dann Sie sehen, wenn sie aufgrund einer Fehlentscheidung mehrere Millionen Franken verlieren….

      • Ruedi sagt:

        @DAM: Danke für den Kommentar… wo sind Ihre Vorschläge?
        Ideen auf ihre Undurchführbarkeit zu prüfen ist das eine, aber konstruktive Vorschläge Ihrerseits könnten eine Diskusion erst weiter bringen. Vielleicht mögen einzelne Vorschläge einen naiven Touch haben, aber das Potential von 4-6 SR muss zukünftig besser genutzt werden, und dazu müssen diese besser miteinander kommunizieren! Im Eishockey und im Basketball funktioniert dies deutlich besser, vielleicht weil dort mit Nettospielzeit gespielt wird?! Die notwendigen Unterbrüche müssten deshalb konsequent nachgespielt werden.
        Ohne Veränderungen wird es keine Besserung geben…

        • DAM sagt:

          @Ruedi
          Meine Antwort sollte lediglich aufzeigen, dass es unglaublich schwierig ist den Schiedsrichtern sinnvoll zu helfen. Keinesfalls wollte ich Sie oder sonst jemanden angreifen, beleidigen oder als naiv bezeichnen. Ich entschuldige mich, falls dies so aufgefasst wurde.

          Es ist doch so: Wer in seinem Job noch nie einen Fehler gemacht hat, der werfe den ersten Stein. Nur sind wenn ich oder Sie einen Fehler machen nicht noch 25 Fernsehstationen und 100 Zeitungsreporter live dabei. Was ich sagen will ist: Fehler sind menschlich. Das Problem ist halt, dass es im Fussball um (zu) viel Geld geht.

          “Ohne Veränderungen wird es keine Besserung geben…” schreiben Sie und ich stimme Ihnen zu. Gleichzeitig frage ich mich aber, ob dies wirklich so schlimm wäre. Strittige und auch mal falsche Entscheide sind schliesslich das Salz in der Suppe beim Fussball. Mit perfekten Schiedsrichtern wäre der Fussball bestimmt langweiliger.

          • Ruedi sagt:

            @DAM
            Sie haben natürlich Recht damit, das zumindest strittige Entscheide auch einen Teil der Faszination Fussball ausmachen, der Fussball lebt von Emotionen!

            Als regelmässiger Stadionbesucher ärgere ich mich einfach kolossal, dass das Potential der 4-6 SR (scheinbar) nur selten ausgenutzt wird. Aber auch dann werden wir keine perfekten SR haben, genauso wenig wie perfekte Spieler.

            Und gerade weil ist in diesem Sport (auch) um so viel Geld geht, würde ich punktuell die Einführung von elektronischen Hilfsmitteln befürworten – aber nur dort wo es tatsächlich um das Big Business geht (WM, EM, ev. Championsleague).

          • Daniel sagt:

            ..und genau das ist das Problem. Es geht um zuviel Geld. Und gerade deshalb darf man nicht zu professionell werden und muss festhalten, dass auch Fehlentscheide Teil des Spiel sind, wie es das Fairplay sein muss, diese zu akzeptieren. Schluss mit den Sportwetten, dann geht’s schon um weniger Geld. Schluss mit der Champions League, zurück zum Meistercup! Alle 3 Wochen Real gegen Bayern ist einfach too much. Wir sollten unsere eigenen Ligen wieder aufwerten, und dies geht bei uns nur über den sportlichen Wettkampf also Meister, Cupsieger und Auf- Abstiegskampf. Warum darf der Viertplatzierte aus Spanien CL spielen? Und der CH Meister muss in eine Qualifikation… Ja aber Hallo! Wacht mal endlich auf, ihr Obrigkeits- und Geldgläubigen Deppen!

  8. jan sagt:

    Der vierte Schiedsrichter schaute auf das TV Bild, welches damals bewies, dass Zidane Matterazzi mit dem Kopf niederstreckte und informierte den Hauptschiedsrichter (aber offiziell gibt es ja keinen videobeweis !!!).

  9. Pat sagt:

    Wie bei vielen anderen SR steht auch bei immer die Türe offen für Diskussionen, aber nach dem Match, nicht während dessen. Zugegebener massen, dies täte sicherlich auch dem einen oder anderen meiner Kollegen gut anstehen. Jedoch kann es nicht sein, dass während dem Match jeder Entscheid mit dem Trainer diskutiert werden muss. Sonst hätten wir wie im Eishockey mehr Unterbrüche als zusammenhängende Spielzeit.
    Und wenn man’s schon mit dem Eishockey vergleichen will: hat nicht grad gestern Doug Shedden ein Strafe für heftiges reklamieren erhalten, welche dann sein Team auf dem Feld mit einem Mann weniger ausbaden musste? Und deshalb das 2:1 kassierte und das Spiel verlor? Nun ja, können wir auch gerne im Fussball einführen.
    Und so ganz nebenbei ist es den Meisten (auch Trainern) nicht ganz klar, dass Trainer und Betreuer in der technischen Zone eigentlich nur geduldet sind. Denn sie sind kein offizieller Teil der Mannschaft! Wenn es einem zusteht (mit dem nötigen Anstand) beim Schiedsrichter zu reklamieren resp. rückzufragen, dann ist dies der Spielführer (Captain) einer Mannschaft. Niemand sonst. So sind die Regeln (welche übrigens nicht durch die SR gemacht werden!).
    SR sind Menschen, und die machen hier und da Fehler. Aber wie in letzter Zeit über SR hergezogen wird ist echt traurig. Was man sich als SR auf dem Platz alles anhören und bieten lassen muss geht auf keine Kuhhaut. Dass die meisten SR das noch antun hat mit der Liebe zum Fussball zu tun, sicherlich nicht weil man von Spielern, Trainern und Zuschauern mit Anstand behandelt wird. Wird mal Zeit dass sich alle Rumpelstilzchen auf und neben dem Feld wieder auf den eigentlichen Charakter des Spiels besinnen: Fairplay, sportliche Ertüchtigung, Teamgeist, Spass. Davon sind wir leider sehr weit entfernt!

  10. DER sagt:

    Lieber Herr Renggli

    Eine kleine Hilfe für ihren investigativen Journalismus: Luzern – YB, Penaltyentscheid gegen Doumbia… wurde vom 4. Offiziellen korrigiert und als Schwalbe gewertet. Wie wärs mal mit einem Artikel, welcher uns wirklich weiterbringt und interessante Sachverhalte neu aufrollt?

    • DAM sagt:

      Guter Input. Ich stand damals etwa 3 Meter vom “Tatort” entfernt. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, war damals sowohl der Penaltyentscheid, als auch die “Verbesserung” des 4. Offiziellen falsch. Doumbia hatte keine Schwalbe begangen, sondern war einfach nur ausgerutscht.

      PS. Ich gehörte nicht zu den Zuscheuern die Doumbia mit Bier und leeren Bechern beworfen haben…

  11. Brünu sagt:

    Nur soviel, die Schiris Bieri und Hänj haben nicht das FIFA Zeichen auf der Brust……

  12. Mike sagt:

    Der Fussball sollte sich vom Rugby inspirieren lassen. Die Refs erklären den Spielern auf Wunsch jeden Entscheid (ist bei den komplizierten Regeln auch nötig…). Da der Ref verkabelt ist, kann auch der Zuschauer zuhause mithören. Das würde gleich noch eine andere Unsitte ausmerzen: das ewige Reklamieren der Spieler. Der eine oder andere Fan würde wohl erschrecken ab dem Stuss den gewisse Spieler von sich geben!
    Ansl nächstes würde ich dann noch die Kommentatoren des SF in eine Weiterbildung schicken – kommentieren seit Jahren Fussball und verstehen die einfachsten Regeln noch nicht…

  13. Hans sagt:

    1. Eishockey und Fussball sind nicht das selbe
    2. Würden die Fussballschiedsrichter gerne Auskunft geben, wenn sie den gefragt würden. Die meisten Trainer und Offiziellen gehen nach dem Spiel ja nicht Fragen, sondern wollen einfach nur ihren Frust los werden und greifen die Unparteiischen an. Und dann gibt es auch Organisationen, welche den SR verbieten, zu kommunizieren.
    3. Die Professionalisierung muss kommen. Sie wird aber auch in Zukunft nicht verhindern können, das Fehler passieren. Es gibt auch auch Profispieler, die 100% Torchancen nicht nutzen. Das ist so, weil sie Menschen sind und keine Roboter. Für viele nicht nachvollziehbar, aber das ist auch bei den Schiris so. Keine Stürmer schiesst absichtlich am Tor vorbei. Kein Schiedsrichter übersieht absichtlich ein Foul. Kein Assistent zeigt absichtlich ein nicht vorhandenes Abseits an.
    4. Ist es interessant, dass sich ein Glanz- und Glamourjournalist die Beurteilung anmasst, welche Schiedsrichter näher der CL oder der ChL sind. Hier scheint jemand mit der Einschätzung der eigenen Kompetenzen wohl auch Schwierigkeiten zu haben. Ich jedenfalls erlaube mir nicht, über die Qualität dieses Herrn zu urteilen, da ich kein Fachmann bin. Aber eben, über andere zu richten ist ja bekanntlich einfach. Wenn er es besser kann, sollte er es einfach versuchen. Wenn er die nötigen Fähigkeiten oder den Mut dazu nicht hat, wäre ein Minimum an Respekt durchaus angebracht.

    • Mikael sagt:

      zu #1: das ist correct. aber wer findet, dass danny kurmann ein guter ref ist kann das nicht wissen. oder er hat in die 3 bis 4 jahre vergangenheit keine hockey spiel mehr gesehen wo kurmann gepfiffen hat.
      keine discussion, was doug shedden macht ist nicht ok aber eben auch nicht ist was kurmann macht. shedden ist nicht der einige alleine der probleme mit ihm hat. so auch wenn ich nicht viele refs in der axpo super league kenne, um zu ehrlich sein keine richtig, aber wenn der author findet sie sind schlechter als kurmann – oje dear lord! 😉

  14. Olli Blattmann sagt:

    Ich denke das Hauptproblem ist der fehlende Respekt gegenüber dem Gegner und dem SR. Als vergleich, im Rugby ist der Viedeo Ref immer da und kann über Funk beigezogen werden. Wieso im Fussball nicht ?
    Weitere strikte Regel nur der Captain darf mit dem SR kommunizieren, ansonsten gibt es 10 meter Raumverlust. Ein Entscheid des SR wird von allen respektiert und nicht die Hände verworfen. Bei einem Penalty ist das ganze Stadion ruhig ( auch beim Gegner )damit sich der ausführende Spieler auf den Kick konzentrieren kann. Zur Fan Kultur ist anzumerken, dass die Fans beider Teams nebeneinander Sitzen und es deswegen keine Schlägereien gibt.
    Wenn von den Spielern und Zuschauern, den Sportlern mit der Pfeife mehr Akzeptanz und Respekt entgegengebracht würde, gäbe es diese leidige Diskussionen nicht mehr.
    Wer das nicht glaubt , am Samstag ist Rugby 6 Nations Live auf Antenne 2 und BBC

    Im übrigen wer es besser kann darf sich gerne als SR melden, es braucht dringend SR !

    Olli ( ehemaliger Fussball SR )

  15. Franz sagt:

    Eishockey und Fussball haben ihre je eigene Kultur. Es wäre falsch, wenn der Fussball sich am Eishockey orientieren würde. Die Einführung von technischen Hilfsmitteln wie Video oder Sensoren im Torraum wäre falsch, da zu aufwendig und übertriebene Erwartungen weckend. Ebenso falsch ist, vom SR während des Spiels Erklärungen zu verlangen. Wie oben gesagt wurde, gilt es, seine Entscheide zu respektieren. Es ist unglaublich, wie sich Spieler jeden Niveaus das Recht herausnehmen, jeden Entscheid gegen ihre Mannschaft mit Worten, Gesten und Mimik abfällig zu kommentieren. Von den Betreuern und Anhängern ganz zu schweigen, aber es geht in erster Linie um das Geschehen auf dem Feld.
    Spieler und Betreuer sollten für Reklamieren sofort mit Gelb bestraft werden. Es gilt, die Position der SR zu stärken. Sie können Fehlentscheide fällen, damit muss man leben. Aber wer spricht von den Fehlern der Spieler? Es braucht unbedingt wieder mehr Disziplin und Anstand auf dem Platz, von der 5. Liga bis zu Champions League. Sonst wird es irgendwann unmöglich, ein Spiel normal abzuwickeln. Und unmöglich, SR zu finden, ob Amateur oder Profi.

  16. Sevi sagt:

    Die Herren Trainer sollen aber dann auch so konsequent sein, intern Schwalbenkönige und Hetzer zu bestrafen und gegebenenfalls auszuwechseln….

  17. Auguste sagt:

    hmm…, den vierten schiedsrichter braucht es zwingend, um die kleine nachspielzeit-tafel hoch zu heben, weil es eine technische unmöglichkeit sein muss, die zahl auf die grosse stadion-anzeigetafel zu kriegen.

  18. René sagt:

    Zu Wermelinger und seiner Figur. Er ist ein typisches Beispiel eines Frustessers. Wenn er schlecht pfeift, kompensiert er dies durch viel Essen. Wenn er dann, wie im vorliegenden Fall, fast die ganze Saison schlecht pfeift, kumulieren sich die Kalorien halt schon. Hoffentlich pfeift er bald wieder besser, sonst besteht er den nächsten Fitnesstest nicht mehr!