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«Das isch emol e Goal!»

Simon Zimmerli am Freitag den 5. Juli 2013
Alex Frei erzielt einen legendären Treffer gegen GC, 20. März 2011. (Keystone/Walter Bieri)

Auf diesen Treffer folgte ein legendärer Torjubel (siehe Video unten): Alex Frei erzielt ein Goal gegen GC, 20. März 2011. (Keystone/Walter Bieri)

Früher feierten die Spieler ihre Treffer auf den Knien oder mit Sprüngen in die Luft. Heute gibt es mehrere Varianten, um seiner Freude Ausdruck zu verleihen und reichlich Platz für Selbstinszenierer. Hier einige Beispiele.

Eric Cantona – Manchester United

Ein, zwei Körpertäuschungen reichen Cantona, um zwei gegnerische Spieler zu Statisten zu degradieren. Ein Sprint über das halbe Feld und ein perfekt getimter Doppelpass mit Brian McClair leiten das Schlussbouquet ein. Eines der schönsten Tore überhaupt und eine heroische und sehr passende Jubelpose von Eric the King. Platz 1!

Alexander Frei – FC Basel

Dass es auch anders geht, beweist Alex Frei, der in der heutigen Rubrik natürlich nicht fehlen darf. Frei jubelte gerne alleine, kokettiert hier aber mit der Kamera und Tausenden von Zuschauern. Zugegeben, ein tolles Tor und auch hier ein ehrlicher Jubel. «Das isch emol e Goal» konnte sich im Vokabular meines Freundeskreises etablieren und dient nun zur Steigerung des Superlativs.

Giorgos Katidis – AEK Athen

Einen mehr als unglücklichen Eindruck macht hier auch der 20-jährige Katidis, der sein Tor mit dem Nazigruss feiert und lediglich mit einer gelben Karte fürs Trikot ausziehen bestraft wird. Der U-21-Internationale wird vom griechischen Verband allerdings lebenslang aus sämtlichen Nationalteams ausgeschlossen. Immerhin.

Albert Roger Miller – Kamerun

Vermutlich durch einen Schreibfehler eines Standesbeamten besser bekannt als Roger Milla, hat er den Fussball nicht nur mit seinen Toren bereichert, sondern auch mit seinen Tanzeinlagen an der Eckfahne.

Bebeto – Brasilien

Einen Meilenstein hat auch Bebeto mit seiner oft kopierten Babyschaukel gelegt und das Tor wohl seinem neugeborenen Sohn Matthäus gewidmet.

Stjarnan FC – Island

An Originalität kaum zu überbieten sind die Inselkicker aus Island. Wenn ich mir aber überlege, wie die Spieler nach Trainingsschluss noch eine halbe Stunde im Taktikraum sitzen, um neue Jubelvarianten einzustudieren, relativiert dies die ganze Sache etwas. Sehenswert ist es trotzdem.

Nobuhiro Sugawara – Japan

Zum Schluss möchte ich auch unseren treuen Eishockey-Fans noch etwas bieten! Kann ja mal passieren, dass man in einer unübersichtlichen Randsportart wie Eishockey ins eigene Tor trifft und sich darüber auch noch freut.

Was meint Ihr, liebe Steilpass-Leser und -leserinnen, habe ich etwas vergessen?

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14 Kommentare zu “«Das isch emol e Goal!»”

  1. Dustin Peters sagt:

    Der Japaner war ja ganz geil. War damals die 1. WM in der Japan wieder absteigen konnte (vorher waren sie aus wirtsch. Gründen geschützt) und genau das war der Treffer der den Abstieg bedeutete…

  2. Christoph Siegenthaler sagt:

    Abgesehen davon, dass die Jungs vom Stjarnan F.C schön jubeln, spielen sie auch gut: Seht auch mal die Vorbereitung beim “Dancing” bei Minute 2:25 an… herrlich. Und auch der Rush bei “Bicycle” ein Tor später über die rechte Seite ist nicht übel.

  3. Paolo Maldini sagt:

    und wo ist Super Mario Balotelli???

  4. Fredi Moser sagt:

    Die Spieler sollen jubeln wie sie wollen. Sollen sie sich doch mit Urwaldtanzeinlagen, doofen Choreos, vollständigem Striptease oder sonstwie lächerlich machen. Eine Verwarnung gibts nur für Beleidigungen/Verhöhnungen von Gegner und dessen Fans.
    ABER: Der Ball ‘gehört’ nach einem Tor der verteidigenden Mannschaft. Und nach 45 Sekunden wird wieder angespielt. Egal wer dann wo noch rumsteht, welchen Volkstanz aufführt oder sich erst noch wieder anziehen muss.

  5. Jean-Luc sagt:

    Lustige Sache. Nur weiss ich nicht, weshalb immer wieder behauptet wird, der japanische Eishockeyspieler juble nach seinem Eigentor. Er wirft seinen Stock weg und schämt sich sofort, indem er seine Hände über seinen Kopf wirft

  6. Lars Hug sagt:

    Sorry Herr Zimmerli, aber sollte diese abschätzige und total danebene Bemerkung über das Eishockey Ihrer Meinung nach cool oder witzig sein?! Ah und übrigens, einer der besten und hintergründigste Jubel: Paul Cascoigne nach seinem Tor an der EM 96 gegen Schottland.

  7. Rufete sagt:

    Gute Auswahl.

    Nicht fehlen sollte allerdings der Torjubel von Van Nistelrooy…

    Hier der Link: http://www.youtube.com/watch?v=4H9pTgQY_mo

  8. Yann Erzberger sagt:

    Die besten Jubler sind jene von Torschützen, die sich beim Vorlagengeber bedanken und mit diesem zusammen jubeln. Es fällt auf, dass es im Fussball immer mehr Narzissten gibt, welche v.a. sich selber feiern. Dabei ist zumeist die Vorbereitung eines Goals viel gekonnter als der Abschluss selbst.

  9. Hans Klemm sagt:

    Lieber Sportfreund Zimmerli,
    Du hast wunderschöne Tore gezeigt, die von den entsprechenden Schützen auch in der verschiedenen Art und Weise
    danach unterschiedlich zelebriert wurden. Wenn man aber die Szenen richtig betrachtet, sind sie, abhängig von der Wichtigkeit der Spiele, ein Gemisch zwischen richtig, ehrlicher Freunde der jeweiligen Schützen (außer dem Selbsttor im Eishockey!) und für die eigene Mannschaft, (Fernseh-) Zuschauer und Sponsoren ein inszenierter Showeffekt!

    ZUr Beantwortung Deiner letzten Frage:
    Ja, Du hast etwas vergessen. Die herzerfrischendsten Freudenszenen nach Toren kann man nämlich auf den vielen kleinen Sportplätzen in allen Regionen beobachten, wenn von den Amateurspielern, angefangen in allen Alters- und untersten Spielklassenklassen, also von den Knaben bis zu den Senioren, Tore erzielt werden!! Da geht es nicht um Geld oder zukünftige Verträge, sondern nur um die Ehre. Ein Phänomen begleitet mich bei der Beobachtung des Torjubels schon seit Jahren, weil man im Moment der ausgelassenen Freude nach einem erzielten Tor noch längst nicht weiß, ob dieses auch den Sieg bedeutete. Erst nach dem Schlusspfiff des Schiedsrichters müsste deshalb auf einer der beiden Seiten immer ein Jubelausbruch kommen, der viel gewaltiger als bei einem geschossenen Tor davor sein sollte! Das gilt übrigens für alle möglichen Sportarten…….

    Für mich wird auch stets unverständlich bleiben, dass ein kurz ausgezogenes Trikot mit der gleichen Härte bestraft wird, wie ein böses Foul! an den jeweiligen Gegner!

  10. Armando sagt:

    Ich glaube da gäbe es noch hunderte von unglaublichen Szenen, welche man hier noch aufnehmen könnte, Aber die Auswahl ist schon sehr gut. Hab noch eine Laudrup-Posse (glaub ich zumindest) an einer WM oder EM in Erinerung, welche auch sehr gut passen würde.
    Ich persönlich finde es toll, wenn die Spieler ihre Emotionen beim Jubel zeigen. Verstehe jedoch nicht wieso das Triokotausziehen als “übertriebener Torjubel” geahndet wird und wenn sich ganze Mannschaften vor den Augen des Gegner in einen Menschenberg verwandeln, dies kein Problem sein soll. Die Rechnung geht für mich hier nicht auf resp. die Argumentation passt mir nicht. Grundsätzlich geht es doch nur um die Verhinderung von (Werbe-)Botschaften unterhalb des eigenen Trikots.

  11. Kenny D. sagt:

    Luis Suarez Jubel nach dem ihn von David Moyes vorgeworfen worden war er falle zu leicht im Strafraum. 😀

    https://www.youtube.com/watch?v=pafN0BZhX5Y&hd=1

  12. Jean sagt:

    und nicht zu vergessen “der Fischer”