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Ärgernis Kunstrasen

Thomas Renggli am Dienstag den 14. September 2010

In den neuen Schweizer Fussball-Arenen in Luzern, Thun oder Schaffhausen wird bald auf Kunstrasen gespielt. Eine Dummheit. Das zeigen auch zwei Beispiele, wo man zur Einsicht gekommen ist.

Der neue YB-Chef Ilja Kaenzig hat in den ersten Wochen seiner Berner Amtszeit nicht viel lachen: Zuerst die verpuffte Parforceleistung im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation gegen die Tottenham Hotspurs, dann die ernüchternde Bilanz in der Meisterschaft (im Vergleich zum Vorjahr fehlen den Bernern 13 Punkte) und zuletzt der dramatische Zwischenfall von Abwehrchef Dudar. Trotzdem setzt Kaenzig in den Medien ein Zeichen, das für die Zukunft des Schweizer Fussballs von grosser Bedeutung sein kann – und für die meisten Spieler, Trainer und Fans ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk darstellt: „Die Rückkehr zum Naturasen steht auf unserer Traktandenliste ganz oben“, sagt der frühere Bundesliga-Manager (Leverkusen, Hannover) gegenüber der „NZZ am Sonntag“ zur infrastrukturellen Ausrichtung im Stade de Suisse.

Damit lanciert Kaenzig eine Diskussion neu, die je länger je mehr auf eine bürokratische Ebene abgeglitten ist – in der vor allem die ökonomischen und nicht die sportlichen Gedanken eine Rolle spielen. Sowohl in Bern als auch in Neuenburg beruhte der Entscheid zugunsten des Kunstrasens auf wirtschaftlichen Kriterien. Der Erwerb und die Installation einer künstlichen Unterlage kosten zwar rund dreimal mehr (ca. 1 Mio. Franken) als bei einem Naturrasen, aber in Sachen Pflege und Haltbarkeit zahlt sich die Investition aus. Im Zürcher Letzigrund betragen die Kosten für die Rasenerneuerung nach den U2-Konzerten 250‘000 Franken.

So wollen auch die Verantwortlichen in Luzern im neuen Stadion einen Kunstrasen ausrollen. Gleiches gilt für die neuen Arenen in Thun und Schaffhausen. Im Norden von Frankreich (Lorient, Nancy) hat man sich aus klimatischen Überlegungen für Plastikgras entschieden.

Sportlich läuft die Argumentation in die gegenteilige Richtung. Ausserhalb von Bern und Neuenburg bekennt sich momentan kaum ein Schweizer Fussballer zum Kunstrasen. Plastik mag als Trainingsunterlage im Winter eine hervorragende Alternative sein. Als echter Rasenersatz wird er sich in unseren Breitengraden aber nie durchsetzen – zu sehr verändert sich das Spiel auf der schnelleren und härteren Unterlage. Zu keimfrei und synthetisch wirkt das Geschehen aufs Publikum.

Der Zwiespalt kommt auch in der Haltung der Fifa zum Ausdruck. Der internationale Verband hat sich die Förderung des Kunstrasens zwar auf die Fahne geschrieben, dennoch musste er zurückbuchstabieren. Die vor Jahren geäusserte Absicht von Präsident Joseph S. Blatter, die WM 2010 in Südafrika auf Kunstrasen auszutragen, wurde stillschweigend auf dem Komposthaufen deponiert.

Selbst in der fussballerischen „Retorten-Hochburg“ von Red Bull Salzburg hat man das synthetische Zeitalter beendet. Seit diesem Sommer wird in der Mozartstadt wieder auf Naturrasen gespielt. Freuen tut dies den österreichischen Verband. Ab sofort kommt die Red Bull Arena wieder für Länderspiele in Frage.

Auch in der Schweiz muss man über die Bücher. Es kann nicht sein, dass die Super League die einzige ernstzunehmende Liga südlich des Polarkreises ist, in der das Plastikgras fast ebenso üppig spriesst wie der Naturrasen. In Zürich liegen sich die beiden A-Klubs schon auf Vorrat in den Haaren. FCZ-Boss Ancillo Canepa sagt: „Wir vom FCZ sind klar der Meinung, dass im neuen Stadion auf Naturrasen gespielt werden soll.“ GC-Verwaltungsratspräsident Urs Linsi, ein altgedienter Fifa-Funktionär, dagegen kontert: „Kunstrasen ist die Zukunft des Fussballs.“

Anders als in Bern ist diese Diskussion in Zürich allerdings von virtueller Natur. Bevor man über die Spielfeldunterlage diskutieren kann, braucht man ein Stadion. Und das wächst in der Zürcher Bürokratie bekanntlich noch langsamer als Kunstrasen.

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29 Kommentare zu “Ärgernis Kunstrasen”

  1. ball sagt:

    eigentlich auch ein gedanke an den skirennen – quasi-künstliche pisten….

    es sind beide aspekte, der wirtschaftliche und sportliche, zu berücksichtigen. der entscheid ist von jedem club/stadionbetreiber eigens zu fällen. und da gibt es halt unterschiedliche rahmenbedingungen.
    sobald der verband einfluss nimmt, hat er sich auch (monetäre) pflichten zu tragen.

    mein fazit: internationale spiele finden auf naturrasen statt. natinale spiele auf frei wählbarer unterlage.

    • bitschel sagt:

      spiele im stade de suisse solle viel interessanter sein weil es auf kunstrasen ist!??? so ein schwachsinn!!!
      ich schaue seit über 20 jahren live fussball und das unter anderem in deutschland england und der schweiz. die mit abstand langweiligsten und sterilsten spiele habe ich in neuchâtel und bern sehen müssen. zum grossen glück sieht das endlich einer!
      logisch gibt es gurken-spiele und top-spiele auf beiden unterlagen, das ist unbestritten. aber zu einem guten fussballspiel
      gehören echte zweikämpfe und tacklings genauso wie geniale pässe und torschüsse. fehlt etwas davon, ist das spiel nicht
      mehr komplett.
      der sc bern könnte ja aus finanziellen gründen auf einer betonunterlage mit inlines spielen lassen, das wäre auch nicht das gleiche spiel!!
      das ausgerechnet der sfv diesen unsäglich kunstrasen zuläst ist kein wunder, die basteln ja auch seit 20 jahren an der liga rum. die leute die dort am ruder sind haben keinen respekt vor traditionen. neu ist nicht immer besser!!

    • Thibault Schmidt sagt:

      Von Fussball hab ich nicht zu viel Ahnung. aber ist doch wirklich schöner auf echtem rasen zu stehen als auf diesem Plastik… Beim Skifahren ist das was anderes… 1. braucht es genug Schnee und 2. ist es auch ein Sicherheits-Aspekt… harte Unterlage ist da meistens besser

    • ball sagt:

      @bitschel

      ich habe keine bewertung abgegeben – nur gedanken für eine regelung geäussert.
      ich finde neu auch nicht immer besser.
      zumal nur auf einem naturrasen “dräck gefressen” werden kann… 😉

      @t schmidt
      bezüglich sicherheit bin ich mir nicht so sicher, ob harte skipisten besser sind (tempo, kurvenkräfte etc.)

  2. fcz_fan sagt:

    So ein Quark! Seit Ihr es nicht auch leid, diese Spiele der Super League auf diesen Äcker in Luzern und Thun anschauen zu müssen. Ich war ein paar Mal im Stade de Suisse. Das ist geil, wie gepflegt das Spiel dort ist. Leider: wie es war. Denn Känzig will jetzt Naturrasen. Gute Nacht. Hoffentlich bleibt man in Luzern und Thun konsequenter.

  3. Thomas Hubschmied sagt:

    Ich spiele selber nicht Fussball und kann den Unterschied im Spiel nicht beurteilen.
    Ebenso würde ich aber den Plastikrasen nicht verteufeln. Bei sehr vielen Sportarten hat sich in den letzten Jahren einiges im technischen Bereich getan, ob das nun die Spielunterlage oder die Spielutensilien betrafen. Beim Eishockey gibt schon lange kein Natureis mehr. Beim Tennis haben sich die Unterlagen laufend verändert – zumindest Sand/Asche und Hartplatz (ev. nicht in Wimbledon?). Bei der Leichtathletik sprinten die Athleten schon längst nicht mehr auf Asche sondern einer Tartanbahn. Es gäbe noch zig Beispiele und überall haben die Veränderungen der jeweiligen Sportart gut getan, diese attraktiver gemacht. Warum also nicht auch im Fussball?! Schnelleres, interessanteres Spiel, kein zerspringen mehr der Bälle auf holprigen Äckern. Zudem macht die Forschung nicht halt und lanciert ständig neuere, bessere Kunststoffrasen. Dem FC Barcelona sein Tempokurzpassspiel wäre noch viel schneller und berauschender… Und, es kommt ja auch keiner auf die Idee, den Jabulani gegen einen alten Lederball einzutauschen. Oder?

  4. Thomtackle sagt:

    Kunstrasen ist als Hauptspielfeld völliger Schwachsinn. Als Trainingsunterlage kann man das aktzeptieren, da man im Winter viel die besseren Möglichkeiten hat. Aber in einem Stadion? Es ist nicht nur das Ende des “richtigen” Fussballs – wo nun einmal tiefe Böden, verdreckte Spieler und hin- und wieder ein richtiges Kampfspiel dazugehören – nein es ist auch Wettbewerbsverzehrung höchster Güte. Betrachtet man die Heimbilanz von YB, ist die Sache schon beeindruckend. Rückblende zum Champ. League Quali Spiel. Tottenham hatte gerade einmal einen Tag Zeit um sich an die Unterlage zu gewöhnen. Resulat: drei verletze Spieler und eine erste Halbzeit in der nicht nur YB besser war, sondern auch die Unterlage offensichtlich zum Resulat beigetragen hat. Das darf auf internationaler Ebene einfach nicht sein. Darum danke Herr Känzig zu Ihrer Einsicht!

  5. ricci sagt:

    Thomas Renggli hat da wohl etwas verwechselt wenn er von der Super League als ernstzunehmende Liga südlich des Polarkreises spricht. Es kommt bei diesem jämmerlichen Niveau wohl nicht auf die Unterlage an. Somit würde ich auch auf die wirtschaftlichen Vorzüge des Kunstrasens setzen.

  6. rené sagt:

    Ich freu mich auf den Kunstrasen in Luzern. Vom Acker im Gersag habe ich sowas von genug. Das ist übrigens auch Wettbewerbsverzerrung.

    • Silvan Metzger sagt:

      Die neuen Naturplätze in Basel, St. Gallen und Zürich beweisen, dass mit einer Rasenheizung und einem guten Drainagesystem auch im Winter nicht auf einem Acker gespielt werden muss. Weshalb man nun in Luzern einen Plastikrasen verlegt ist für mich unerklärlich. Denn auch rein Kostentechnisch ist der Plastikrasen klar im Nachteil. Alle Studien die behaupten, dass der Plastik auf lange sicht billiger ist, rechnen mit einer Lebenszeit von 12 Jahren und einer sehr intensiven Nutzung. YB musste seinen Plastik aber bereits nach vier Jahren auswechseln, dass macht die Variante Plastik wesentlich teurer als Naturrasen. Auch der Drang immer auf der neusten Entwicklung des Plastiks zu Spielen macht eine Lebenszeit von 12 Jahren sehr unwahrscheinlich. Es gibt daher keinen nachvollziehbaren Grund weshalb man auf Plastik spielen sollte.

    • Oliver sagt:

      Der Gersag ist marode, weil er überbenutzt wird. Bringt nicht die Dinge durcheinander. Lasst mal 100 Kuherden während ebenosvielen Tagen über das Stade de Suisse – dann sieht das dort auch wie ein Spannteppich aus dem Konkursladen aus.

  7. Simon Lüthi sagt:

    Fussball auf Kunstrasen und Fussball auf Naturrasen sind zwei unterschiedliche Sportarten. Der FC Barcelona hätte mit seinem Kurzpassspiel auf dieser schnellen Unterlage grosse Schwierigkeiten. Ein wichtiger Punkt werden wir wohl erst in der Zukunft bemerken: die harte Unterlage verursacht viele Gelenk- und Rückenprobleme. Seit meine Mannschaft jedenfalls auf Kunstrasen spielt, sind die Verletzungen markant gestiegen. Fussball auf Kunstrasen macht einfach weniger Spass. Die einzigen sinnvollen Gründe auf Plastik zu spielen, sind die Witterungsunabhängigkeit und der finanzielle Aspekt. Desegen gibt es auch fast nur Befürworter, welche entweder noch nie auf Kunstrasen gespielt haben oder für die finanziellen Belange verantworltich sind…

    • buddyguy sagt:

      Keine Ahnung was Sie als Kunstrasen bezeichnen… auf einem Kunstrasen, wie er im Stade de Suisse verlegt ist, gibt es garantiert weniger Verletzungen, als auf den Natur”rasen” (äcker) auf welchen ich meistens mit meiner Mannschaft spiele. Klar ist ein Allwetterplatz wie er der FC Weissenstein hat nicht wirklich eine Freude. Auch der alte “Kunstrasen” im Hessgut war eine Zumutung. Doch der aktuelle Kunstrasen im Hessgut, oder der Kunstrasen des FC Gerzensee ziehe ich allemal den Äckern mit den Sandkasten im 5er Raum vor. Und der im Stade de Suisse – einfach genial!

  8. Hans Meier sagt:

    In Zukunft müssen wohl zwei separate Meisterschaften gespielt werden d.h. eine auf Naturrasen und eine auf Kunstrasen. Am Ende gibt es dann eine Ausmachung zwischen den zwei “Champions” – ein Spiel auf Kunstrasen und ein Spiel auf Naturrasen. Als Fussballfan und aktiver Fussballspieler gibt es für mich für Meisterschaftsspiele nur eine Variante: Naturrasen, schön gepflegt und auch entsprechend nach Gras und Erde riechend!!!

    • buddyguy sagt:

      nur eine Variante: Naturrasen, schön gepflegt und auch entsprechend nach Gras und Erde riechend!!!

      Von dem Träumts mir auch. Nur treffe ich das nie an (ausser beim Golfspielen). Dann doch lieber ein guter Kunstrasen als auf diesen Äcker mit Sandkasten, die ich meistens antreffe.

  9. Steilpass-Meckerer sagt:

    Ob in Schaffhausen jemals ein neues Stadion und damit der projektierte Kunstrasen gebaut werden, steht noch in den Sternen…

  10. Boris Sepulveda sagt:

    Ich als Trainer einer Juniorenmannschaft sehe den Unterschied gross an. Wenn es regnet finden unsere Spiele immer auf unserem Kunstrasen statt. Vorteil: Man muss das Spiel nicht absagen und hat gegenüber dem Gegner auch einen Vorteil, da man auch auf der Unterlage trainiert und die bestens kennt. Nachteil: Meine Spieler sind keine Profis… weil der Rasen nass ist und die Unterlage schnell, verspringt viel. Die flachen Bälle sind kaum mehr zu halten, weil sie mit einem abnormalen Speed kommen. Und im Vergleich zum Naturrasen springt der Ball ganz anders auf.
    Das Niveau ist extrem schlecht auf “Amateur-Niveau”. Und bei den Profis sieht das manchmal auch so aus.

  11. Stefan Landolt sagt:

    Fussball auf Kunstrasen gefällt mir nicht. Es gehört zum Fussball, dass der Ball zwischendurch in ungeahnte Richtung verspringt, dass er in einer Pfütze stecken bleibt (Yakin EM 08 gegen die Türkei) oder dass Spieler längere Rutschpartien auf nassem Naturrasen in Kauf nehmen müssen und einen schmutzigen Arsch bekommen. Fussball muss doch nicht immer berechenbar sein… A-Propos attraktivere Spiele auf Kunstrasen: Ich finde eine Schlammschlacht im Herbst viel geiler als ein steriler, technisch hochstehender Kick auf Kunstrasen. Bitte nehmt uns Fussballfans nach den Stehplätzen und dem Bier nicht auch noch den Naturrasen weg…

    • buddyguy sagt:

      und dann sich über die Willkür der Schiedsrichterentscheide aufregen und den Videobeweis verlangen…..

    • Tom sagt:

      Stefan, wer bitteschön hat dich denn zum Sprecher der Fussballfans ernannt? Ich, meines Zeichens selber Fussballfan weiss es sehr zu schätzen, dass im Wankdorf die Wintermonate über auch professioneller Fussball gespielt werden kann und nicht diese unberechenbaren Zustände wie anderswo herrschen. Ein Fussballspiel soll das bessere Team gewinnen, nicht das, welches weniger mit dem Rasen zu kämpfen hat!

  12. Sven sagt:

    Mein Vorschlag waehre:
    Im Profi bereich alles belassen mit Naturrasen aber im Amteurbereich alles auf Kunstrasen umstellen. Das hat wirtschaftliche Vorteile fuer die Gemeinden and Sportklubs.
    Die heutigen neuen Kunstrasen sind schon so gut das es fast keinen unterschied zu einem richtigen Naturrasen gibt.
    Ich bin selber akiver Amateur Fussballer und habe schon selber im Ausland auf diesen Belaegen gespielt und muss sagen ich war begeistert wie gut und authentisch die neuen Kunstrasen sind. Zum Teil hat es sogar noch Vorteile gegenueber einem Naturrasen wie z.B. das Spielausfaelle durch starken Regen kommen kaum vorkommen oder es gibt keine unebenheiten und gefaehrliche gesundheitsgefaehrdente Loecher im Boden (wie man es noch auf so machen Acker findet!). Ich kenn auch noch die Kunstrasen der ersten Generation die einfach schrecklich waren, man hatte den ganzen Koerper voller Verbrennungen und der Ball war viel zu schnell (vorallem bei Regen). Die heutigen Plaetze sind nicht mehr zu vergleichen. Ich habe aber gelesen das selbst die heutigen neuen Kunstrasen immernoch die Knochen und Gelenke etwas mehr belasten als ein Naturrasen. Im Profi Bereich kann dies viel groessere Auswirkungen haben als im Amateur Bereich, deshalb bei dem Profis alles noch bei Naturrasen belassen.

    • Silvan Metzger sagt:

      Ich denke das ist ein guter Ansatz. Im Amateurbereich kann der Kunstrasen seine Vorteile (kann intensiv genutzt werden, weniger Pflegeaufwand) klar ausspielen. Aber im Profibereich macht das Spiel auf Kunstrasen aus keinem Grund Sinn. Man sollte sich da für einmal an England orientieren und deren Entwicklung anschauen. Dort gibt es schon einige Plätze wo Naturrasen mit Kunstrasen verstärkt wird. Auch an der WM in Südafrika gab es Plätze mit diesem System.

    • Lukas sagt:

      Auch die heutigen Kunstrasen können zu Verbrennungen führen. Habe ich schon öfters erlebt.
      Ich selbst habe auf beiden Belägen schon öfters gespielt: Es geht einfach nichts über einen Naturrasen.
      Die Löcher und Unebenheiten sind in Amateurligen natürlich ärgerlich und können zu Verletzungen führen.
      Doch der Kunstrasen ist meiner Meinung nach für Rücken und Gelenke viel schädlicher. Ich selber habe starke Rückenschmerzen, was ich zum Teil auch auf den Kunstrasen zurückführe.
      Die Äcker in Thun und Luzern im Herbst/Winter sind natürlich nicht förderlich fürs Spiel, doch wie schon erwähnt, könnten bei Neubauten eine Rasenheizung und ein System wie in Zürich oder Basel gebaut werden und so einen gepflegten Naturrasen in den Wintermonaten garantieren.
      Also: Als Trainingsplatz und in den unteren Ligen eventuell als Ausweichmöglichkeit bei schlechtem Wetter sind Kunstrasen noch akzeptabel. Doch in Profiligen finde ich sollte nur auf Naturrasen gespielt werden.

    • Henry sagt:

      Das BASPO Magglingen spricht übrigens von “Kunststoffrasen” und nicht von Kunstrasen.
      Bitte denkt daran, dass auch Kunstrasenbeläge verschiedene Qualitäten aufweisen können. Es gibt verschiedene Aufbau-Systeme und die Unterschiede machen sich im Spielverhalten für die Spieler stark bemerkbar. Auch hier gilt: Das Billigste kann selten das Beste sein – aber auch das Teuerste ist nicht zwingend das Beste.
      Grundsätzlich wird bei aktuellen Kunststoffrasen zwischen verfüllten und unverfüllten Systemen unterschieden. Für Fussballspiele in oberen Ligen entsprechen nur die verfüllten Kunststoffrasen den strengen Anforderungen und Prüfungen der FIFA. Also: die obigen Kritiken sind kaum zuzuordnen, solange nicht bekannt ist, um welche Qualitäten und um welches System es sicht bei der Beurteilung handelt. Weitere Fragen?
      Gruss Henry

      • Silvan Metzger sagt:

        Du sprichst einen guten Punkt an Henry, die “Prüfungen der FIFA”. Für mich der einzige Grund warum die Fifa überhaupt Kunstrasen im Profibereich zulässt, sie verdient ein heiden Geld damit. Der Kunststoff muss nämlich von der FIFA zertifieziert sein damit er für Profispiele zugelassen wird. Dieses Zertifikat muss auch jedes Jahr erneuert werden. Damit hat die FIFA eine Monopol auf Kunstrasen im Profibereich bzw. verdient an jedem installierten Kunstrasen mit.

  13. Oliver sagt:

    Fussball auf Kunstrasen ist wie Hallenfussball im Freien. Will dies wirklich jemand?

  14. Hobbytschütteler sagt:

    Ich finde Kunstrasenplätze für die Öffentlichkeit eine gute Sache. So ist man als Hobbyfussballer nicht von den Platzwärtern abhängig, welche oft mal den Rasen nicht mähen oder den Platz aus nichtigen Gründen absperren.
    Ein Kunstrasen kann auch viel öfter gebraucht werden, ein Naturrasen dagegen braucht seine Regenerationszeit.
    Vorallem im Sommer wenn sich viele Leute auf den Fussballplätzen tummeln, ist ein Kunstrasen von Vorteil, so ist er nach einer Regenschauer schneller trocken und bespielbar.
    Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Kleider nicht schmutzig werden und man sich so einen intensiven Waschgang sparen kann;=)

    Das mit der erhöhten Verletzungsgefahr ist durchaus ein ernst zunehmendes Thema. Ich muss aber dazu sagen, ich habe auch schon auf neueren Kunstrasenplätzen gespielt und diese sind einiges “weicher” als ein ausgetrockneter Naturrasen.

  15. Hannes Estermann sagt:

    LUZERN bekommt ein Naturrasen !!!!

  16. WilliamBlake sagt:

    1. Soweit ich weiss erhält Luzern einen Naturrasen.
    2. Der Rasen an der White Hart Lane ist nicht nur natürlich, aber das interessiert ja niemanden.
    3. Inwiefern gilt das Argument “Fussball auf Naturrasen und Kunstrasen sind zwei verschiedene Sportarten”? Ein zugefrorenes Brügglifeld bietet die gleiche Spielunterlage, wie das Wembley?
    4. Bitte Naturrasen für YB – schon nur wegen den Grännis aus Basel und London 🙂