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Fussballer, lasst die Schiedsrichter in Ruhe!

Steilpass-Redaktion am Donnerstag den 31. Januar 2013

Unter dem Motto «Was ich zum Thema Fussball schon lange loswerden wollte» schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren über das, was sie an der populärsten Sportart der Welt stört – oder fasziniert. Heute: Roman Soom*

Recht hat er: Schiedsrichter Sascha Kever zeigt Basels Markus Steinhöfer in Bern, wer der Chef ist. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Recht hat er: Schiedsrichter Sascha Kever zeigt Basels Markus Steinhöfer in Bern, wer der Chef ist. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Kürzlich kam ich auf dem Arbeitsweg per Zufall an einem Juniorenspiel vorbei. Als ich den Platz fast hinter mir hatte, hörte ich einen Schrei, der Schlimmes vermuten liess. Ich drehte mich erschrocken um und sah, wie sich ein Junge, höchstens zwölf Jahre alt, auf dem Rasen wälzte. Sofort bildete sich eine Menschentraube. Der Schiedsrichter hatte die grösste Mühe, nicht nur die Buben, sondern auch die Trainer und die aufgebrachten Eltern am Spielfeldrand zu beruhigen.

Eine Frechheit, wie die jungen Kicker dem Unparteiischen den klassischen Satz «Schiri, bisch du blind?» an den Kopf warfen. Der Schiedsrichter, ein junger Mann, hatte eigens für diese Junioren einen Samstagmorgen geopfert. Gab seine Freizeit her, um dem Fussball-Nachwuchs die Möglichkeit zu geben, dem geliebten Hobby nachzugehen – und was erntete er: eine Ladung geballten Hasses.

Dem kleinen Schreihals mache ich keinen Vorwurf. Für ihn gehört die Schauspielerei wohl genauso zum Fussball wie das Flankenschlagen oder Toreschiessen. Er tut einfach, was er seine Vorbilder im Fernsehen tun sieht. Wenn sich die spanischen Virtuosen beim kleinsten Kontakt mit dem Gegner gleich hinlegen und tun, als wäre eine Elefantenherde über sie hinweg getrampelt, dann macht das halt jeder Junior nach. Weil er denkt, das gehöre zum guten Ton. Weil er weiss, dass Spanien Welt- und Europameister ist.

Wenn wir gleich dabei sind: Natürlich geht es nicht nur um die Spanier. Gleich diese Woche habe ich mich fürchterlich aufgeregt über das ungehaltene Benehmen eines italienischen Exponenten: Antonio Conte, Trainer des Traditionsclubs Juventus Turin, erboste sich derart über einen Schiedsrichterentscheid, dass er auf den Platz lief, den Spielleiter beschimpfte und seine Leistung als beschämend bezeichnete. Contes Bestrafung fiel genau gleich aus wie jene für Ottmar Hitzfelds Stinkefinger: zwei Spielsperren. Viel zu mild, finde ich. Wenn sich ein gestandener Coach derart gehen lässt, hat er nichts auf einer Trainerbank verloren, ganz egal, in welcher Liga er engagiert ist und um wie viel Geld es geht.

Das ganze Reklamieren und Simulieren geht mir auf den Geist. Was denken die denn? Der Schiedsrichter würde seine Meinung noch ändern? Ich habe noch selten einen gesehen, der sich durch das wilde Gestikulieren umstimmen liess. Die Fussballer, egal ob beim Quartierverein oder bei Bayern München aktiv, sollen die Schiedsrichter in Ruhe lassen. Denn könnten sie ihrem Hobby oder Beruf nachgehen, wenn es keine Unparteiischen gäbe? Nein. Also, liebe Fussballer, zollt euren Spielleitern ein bisschen mehr Respekt und zeigt Wertschätzung, dass sie euch helfen, das zu tun, was ihr am liebsten tut: Fussball spielen.

*Roman Soom ist Praktikant in der Sportredaktion von Newsnet.

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41 Kommentare zu “Fussballer, lasst die Schiedsrichter in Ruhe!”

  1. Stephen Bywater sagt:

    Herr Soom hat recht. Aus meiner Sicht besteht das Problem weil die Fifa die Schiedsrichter nicht schützen will. Die Regeln sollen ja keine Verhandlungssache sein, also sollte ein Schiedsrichter die Möglichkeit haben dem Reklamieren Einhalt zu gebieten. Sprich: Wird er ungefragt angesprochen –> gelbe Karte. Wird er absichtlich berührt –> rote Karte. Würde den Respekt meiner Meinung nach sehr fördern.

    • Kurt sagt:

      Bin absolut Ihrer Meinung. Würde sogar noch einen Schritt weitergehen. Nähert sich ein Spieler nach z.B. Penaltypfiff dem Schiedsrichter diskutiert oder berührt Ihn = rote Karte. Ausnahme der Schiedsrichter bittet den Captain zu sich um etwas klar zu stellen. Alle andern Spieler haben sich vom Schiedsrichter fernzuhalten, gilt auch für Trainer. 1. Vorfall = 3 Spielsperren, 2.Vorfall = 10 Spielsperren. Welcher Klub möchte gerne solange auf seine Spieler verzichten. Diese Unsitte wäre in kürzester Zeit abgestellt.

  2. Michael Meister sagt:

    Wie beim Eishockey sollte die Zeit bei einer Unterbrechung gestopt werden, das würde mancher Drama Queen flott wieder auf die Beine helfen. Und das Lamentieren beim Schiedsrichter sollte per se mit Gelb, resp. Gelb-Rot bestraft werden. Immerhin wird hier die Funktion desjenigen angezweifelt, der ieigentlich das Spiel leitet. Der einzige Ausgleich, der mir einfällt ist die Situa tion, wo die halbe Abwehr auf Abseits anzeigt und das Fussballspielen einstellt, der Schiedsrichter kein Abseits anzeigt und die Gegenmannschaft aufgrund fehlender Abwehr ein Tor erzielt. Als Trainer dieser Mannschaft würde ich die gesamte Abwehrriege zu 3 Monatslöhnen Strafgeld verdonnern, anders lernen es doch diese weichen Millionäre nicht…

  3. Michel Zenger sagt:

    Bravo!!!
    Da bleibt nichts mehr dazu zufügen… ausser zum Thema “sich schreiend am Boden wälzen”:
    Wenn sich ein “Star”, volltätowiert und den harten Bursche gebend, oder wenn der “Star” meint, er sei ein ganz harter Typ (Punk) wenn er mit Irokesenschnitt auffallen muss*****, ja wenn ich sehe wie sich so ein Weichei jammernd am Boden wälzt, mich frage, wieviele Sekunden es geht, bis er wieder frischfröhlich dem Ball nachjagdt und wie sehr er schreien würde, wenn es wirklich weh tut… ja dann greife ich zur Fernbedienung und zappe durch die Programme.

    *****welch lächerliche Mode heutzutag, als Kinder haben diese Deppen noch über Punks mit Irokesenschnitt gelacht!

  4. Markus sagt:

    Danke! Genau meine Meinung. Der Stürmer mit Millionensalär darf Elfmeter um Elfmeter verschiessen, Torchance um Torchace versieben – ausser einem verzeifelten Blick des Trainers passiert nichts. Aber wehe der Schiri und seine Assistenten treffen eine (vermeintlichen) Fehlentscheid. Ein SL-Schiri erhält pro Spiel ca. 1200.-, da erhält jeder Reservespieler mehr. Für ein Juniorenspiel oder in den unteren Ligen opfert ein Schiri seine Freizeit für einen Lohn von 70 – 150 .- pro Spiel (je nach Distanz zum Wohnort)

  5. Ich lese sehr oft,ihre Beitraege,leider stellte ich fest ,ein Basler Fan sind sie bei bestimmtheit nicht. ( siehe Foto von heute )
    Vielleicht ist es aber nur ein zufall. (leider was den FCB betrifft zu viele Zufaelle )
    Auch bei diesem Bericht,eine Foto eines Baslers. Im schreiben aber lese ich von Spaniern und Italienern.
    Die letzten Zwei Absaetzen kann ich ihnen nur Recht geben,man muss einen weg finden, die Schiedsrichter besser zu schuetzen.
    Das hat aber nichts mit dem FCB.,Italiener oder Spanier zu tun,sondern dieses Problem haben wir auf der Ganzen Welt.
    Das Thema Schiedsrichter sollte man nicht aus den augen verlieren und immer wieder darueber schreiben.
    VIelleicht findet man ja einen Weg den Fussbalern klar zu machen,ohne Schiedsricht kein Fussball,

    • Dustin Peters sagt:

      Tja Herr Rudolf, gab glaubs vor nicht allzulanger Zeit einen Blog von Mämä (ich will ihn zurück!!!) der genau auf solche Antworten wie die ihrige abziehen. Über solche Leute die immer und überall und jederezeit eine Verschwörung gegen ihren Lieblingsverein wittern. Sie sind ein super Paradebeispiel, gratuliere!

      @Roman Im übrigen absoluten gleicher Meinung. Wenn ich das Verhalten gegenüber den Schiris in anderen Sportarten vergleiche (Handball, Rubgy, Volleyball, mit Abstrichen Hockey) frage ich mich schon, was bei Fussballer schiefgelaufen ist…
      Die Schiris müssten viel mehr geschützt werden. Angriffe wie sie z.B. Mourinho oder auch Ferguson regelmässig vom Stapel lassen müssten knallhart bestraft werden

  6. Salvatore Presente sagt:

    Ich bin auch dieser Meinung. Mehr Respekt vor dem Schiri, sonst geht das Spiel vor die Hunde!

  7. Peter Meier sagt:

    da gibts nichts mehr hinzuzufügen. Höchstens noch, das es eine Frechheit ist wie der (zumindest der Schweizer Verband (bei den anderen weiss ich es nicht) die Schiedsrichter entlöhnt.

  8. AndyBird sagt:

    Mal zwei Wochenende Schiedsrichterstreik, schweizweit. Es wäre einen Versuch wert.

  9. Hans Eichhorn sagt:

    Amen!

  10. Dario Nielsen sagt:

    “Was denken die denn? Der Schiedsrichter würde seine Meinung noch ändern?” – Nein, natürlich nicht, aber das Meckern beeinflusst möglicherweise seine nächsten Entscheidungen! Zudem ist es menschlich und (nicht nur im Fussball) üblich, eigene Unzulänglichkeiten mit Fehlern von Dritten zu kaschieren.
    Aber ich bin trotzdem einverstanden: Sportliche Einstellung und Vorbildfunktion sehen anders aus! Nur: Profifussball macht aus Sport ein Geschäft und unterliegt damit – ob wir das wollen oder nicht – auch den geschäftlichen Gesetzmässigkeiten. Die Herausforderung ist aber, das Produkt (den Sport) nicht kaputt zu machen, sonst lässt es sich langfristig auch nicht mehr verkaufen.

  11. Peter Steiner sagt:

    Danke für diesen Beitrag.

    Wie kann man sich über angeblich primitives Publikum echauffieren wenn auf dem Platz verzogene “Buben” mit zuviel Geld sich aufführen als ob die Kinderstube nur aus Wettpinkeln bestanden hätte.

  12. James Hook sagt:

    Erstaunlich, wie man das im Fussball einfach nicht auf die Reihe kriegt.

    Warum klappt das im Handball und im Rugby zum Beispiel bestens?

    • Pascal sagt:

      Beim Rugby klappt es wegen den schärferen Regeln.
      Wenn jemand anderes als der Kapitän beim Schiedsrichter reklamiert, verliert die Mannschaft 10 Meter oder der fehlbare Spieler kriegt eine gelbe Karte. Aber auch der Kapitän darf sich auf keinem Fall im Tonfall vergreifen, sonst sieht auch er die gelbe Karte.
      Und eine gelbe Karte bedeutet das der Spieler für 10min vom Feld muss.

      So eine ähnliche Regelung würde ich mir auch im Fussball wünschen.

  13. Thomas Jordi sagt:

    Noch NIE hat ein Schiri aufgrund der Spieleräusserungen einen Pfiff rückgängig gemacht, das geht ja auch gar nicht. Trotzdem motzen alle. Es wäre einfach: jeder der Motzt kriegt ne gelbe karte. nach 2 spieltagen wäre Ruhe und man könnte den Sport wieder geniessen. Wird nie passieren… deshalb guck ich halt auch kaum noch Fussball…

  14. Steve Z sagt:

    Naja da teile ich nicht ganz Ihre Meinung, Roman Soom, würden Sie selber auf dem Platz als Spieler stehen und sehen wie der Schiedsrichter das ganze Spiel verpfeift, den Spielfluss stört und alle Spieler damit verwirrt oder gelbe Karten verteilt welche überhaupt nicht angemessen sind und somit die Spieler Karten-Bussen kassieren die sie sicherlich in kleineren Vereinen selber bezahlen müssen, würden auch Sie beim Schiedsrichter reklamieren.

    Und auch mit der Aussage, dass der Schiedsrichter seien Freizeit bei den Junioren opferte bin ich nur teilweise einverstanden, der Schiedsrichter verdient für seine 90min Pfeifen, 40min Vorbereitung und 20min Matchbericht ausfüllen genug Geld welcher auch der Verein bezahlen muss, da kann man auch erwarten, dass dieser anständig pfeift! Man bezahlt so zu sagen für ein Produkt und möchte damit auch zufrieden sein, ist ja auch bei anderen Sachen so, wenn Sie eine Band Mieten und dafür bezahlen, möchten Sie schlussendlich auch mit dem Auftritt der Band zufrieden sein!

    • Dustin Peters sagt:

      Ziemlich lachhaft, ihre Antwort.
      Auch wenn der Schiri nicht immer richtig liegt, in den meisten Fällen wird er der Akteur auf dem Platz sein, der am wenigsten Fehler macht. Und wenn es soooo attraktiv ist, Schiri zu sein, wieso sind die dann so knapp?
      Beispiel untere Ligen: Am Sonntag morgen früh aufstehen, an irgendeinen Gottverlassenen Ort hinreisen, alleine ankommen, alleine Vorbereiten, überall abschätzig Blicke kassieren, 90 Minuten + das A*Loch sein und wieder alleine heim. Sehr attraktiv.
      Beispiel obere Ligen: Mit einem peinliche Gehalt die Divenhaften Macken der Millionarios ertragen, zig Tausend Leute die lauthals jeden Pfiff kritisieren und am Schluss irgendwelchen arroganten Journis Red- und Antwort stehen, die nach der 10ten Wiederholung im TV gesehen haben, dass dem Schiri ein fataler Fehlentscheid passiert ist. Super

      • Dustin Peters sagt:

        noch anzufügen: Bin und war kein Schiri, werde nie einer sein und oben sieht man eine kleine Auswahl, weshalb…

    • Markus sagt:

      Aha, solch eine Vorstellung haben sie also vom Schiedsrichterleben. Nur so zur Info: der Schiedsrichter legt in den 90 Minuten ca. doppelt soviele Meter zurück wie z.B. ein Innenverteidiger oder Stürmer. Diese Leistung kommt nicht von alleine! Sprich: wöchentlich mehrere Lauftrainings, Intervall, etc.. Dazu kommen oblig. Weiterbildungen, Regelkunde, etc. Für einen Jun. C Spiel erhält ein Schiri 70.- , macht einen Brutto-Stundenlohn von 28.- inkl. Reisespesen und Beleidigungen. Natürlich muss dies noch als Nebeneinkommen versteuert werden. Netto dürft der Stundenlohn also unter 20.- liegen. Schlage vor, da Sie die Arbeitbedingungen so toll finden – sie melden sich sofort beim örtlichen Verein als Schiri, die nehmen Sie mit Handkuss.
      Die Respektlosigkeit gegen Schiris gibt es auch nur im Fussball. Weder im Basketball, Rugby, Handball, Eishockey, Unihockey oder Tennis gibt es – mit wenigen Ausnahmen – solche Diskussionen.

      • Mäsi sagt:

        Zumindest was das Unihockey anbelangt, muss ich vehement widersprechen. In den tieferen Ligen geht’s nicht all zu herzlich zu und her. Auch die vergangene WM zeigte ein paar Negativbeispiele in Sachen Unsportlichkeit – bleibt zu hoffen, dass dies kein Trend einläutet.

        Schiedrichter meines Vereins wurden bei Juniorenspielen bereits schon tätlich angegriffen.

        Grundsätzlich hat sich auch da der Verband um unseren ach so geliebten Schiedsrichterkoordinator einiges selber zuzuschreiben. Mit sturem und unkooperativem Verhalt vergrault er die Schiris in Scharen. Oft werden dann auch Juniorenschiedsrichter in Herren-Ligen eingesetzt… wenn man dazu noch bedenkt, dass einige zum Pfeifen verdonnert werden, muss man kein Hellseher sein, um zu realisieren, dass diese Schiris keine zweite Saison anhängen werden.

  15. Paul Robert sagt:

    Ganz ihrer Meinung, aber was erwarten sie von zu meist jungen überbezahlten Männern die nichts anderes gelernt haben als einem Ball hinterher zu rennen?
    Ich spreche hier vom Profifussball. Und genau wie sie sagen sollte dieser eine Vorbildfunktion wahrnehmen. Aber falls ein Ball o telli, ein Ronaldo, ein Lothar Matthäus (sorry kann ich mir nicht verkneifen) Vorbilder sein sollen – na dann können wir uns ja auf eine lustige nächste Generation freuen. In dem Sinne frohes Fussball schauen und sich aufregen wie sich die Spieler über die Schiedsrichter aufregen.

  16. Markus sagt:

    “Weil er denkt, das gehöre zum guten Ton. Weil er weiss, dass Spanien Welt- und Europameister ist.” Und einem wie Dir, gehört ein lebenslängliches Schreibverbot…

  17. Mauri Moser sagt:

    saubere sache, Ihr kommentar herr soom. finde die ewige reklamiererei auch zum kotzen. selbst wenn schiris fehler machen (wie viele fehler machen die spieler ein einem spiel???), beweisen ja die fernsehaufnahmen, dass sie mit ihren entscheidungen fast immer recht hatten. und trotzdem jaulen die spieler hüben und drüben bei jedem pfiff auf. memmen! sie sollten sich ein vorbild an der eben zu ende gegangenen und hochattraktiven handball-wm nehmen. wer den ball nach einem foul nicht augenblicklich hergibt, kriegt einen aufgebrummt. und das körperbetonte spiel im handball ist ja nun mindestens so hart wie im fussball. trotzdem lamentieren die spieler nicht rum.

  18. de Philippe sagt:

    Auch ein nicht neues, aber gutes Thema. Leider verliert hierbei der Fussball wohl am deutlichsten, wenn man ihn mit anderen Mannschaftssportarten vergleicht. Kaum irgendwo erfahren die Unparteiischen so wenig Respekt ihnen gegenüber wie in unserem ach so geliebten Spiel. Dabei hat ein Ref beispielsweise im Hockey oder im Handball eher noch den grösseren Einfluss. Leider wird diese Respektlosigkeit vom Verband sogar gefördert, da man es nicht mal für nötig hält, Spiele von Profis auch von Profis leiten zu lassen. Letzten Sommer hat der SFV dafür eine Quittung erhalten. So weit ich wüsste, wurde seither aber nichts kommuniziert, was auf eine Kursänderung schliesen liesse.

  19. Roberto sagt:

    Wirrwarr…
    Gehts nun ums Simulieren, um die Spanier oder um den Respekt den Schiedsrichter gegenüber?

  20. Ruedi sagt:

    Wenn FIFA und UEFA wollten, könnte man dieses unwürdige und beschämende Verhalten recht schnell aus der Welt schaffen, aber das geht nur über Bestrafung (auch keine neue Erkenntnis…).
    Vorschlag:
    Wenn sich ein Spieler behandeln lassen muss, “darf” er sich anschliessend 5 Minuten ausserhaöb des Spielfeldes erholen. Das würde das Simulieren sicherlich etwas eindämmen.
    Wenn sich Trainer oder Staff ungebührlich aufführen, z.B. Schiedsrichter-Entscheide kommentieren (das gehört nicht in ihre Job-Description) gleich mal eine gelbe Karte, und das nächste mal Verweis auf die Tribüne.

    Aber eben, wo kein Wille, da kein Weg 😉

    • bulivo sagt:

      Ja ne, is klar…

      …und eine echte Verletzung wie ein Schlag, auf welches Körperteil auch immer, welcher kurz behandelt werden muss, zieht dann nebst dem Schmerz (wie gross der dann auch sein mag) noch eine 5-Minütige “Sperre” nach sich?! Super Idee…

      • Ruedi sagt:

        Ja ne, nix is klar…

        Versuchs mal mit einem konstruktiven Beitrag, der wäre der Diskussion dann auch förderlich!

  21. René Baron sagt:

    Bei allem Respekt für Emotionen, hat jeder Versuch den Schiedsrichter zu beeinflussen, mindestens bei den Junioren und im Amateurbereich absolut nichts verloren.
    Leider versäumen es viele Clubs auch heute, trotz guter Ansätze, immer noch, Eltern und Zuschauer über ihren Verhaltenskodex ins Bild zu setzen, und Massnahmen zu ergreifen, diesen auch ernsthaft durchzusetzen.
    Es ist für mich auch klar, dass sich nicht jede soziale und kulturelle Kreis dieselbe Messlatte für Anstand und Respekt auflegt. Dennoch glaube ich, dass ein gewisse Zivilcourage der Mehrheit gut tun würde, die paar wenig Ausfälligen, zum Wohle und zur Sicherheit aller, auch ab und an mal in die hier sozial und sportlich allgemein akzeptierte Schranken zu weisen.

  22. Daniel sagt:

    Also das ist wieder einmal so ein tendenziöser Artikel. Was haben die (Deutsch-)Schweizer nur für ein Problem mit dem spanischen Fussball. Zumindest auf Steilpass ist in jedem zweiten Artikel etwas gegen Barca oder Spanien (manchmal subtil, manchmal offen) zu lesen.. Stellt doch endlich mal jemanden an, der Ahnung von Fussball hat…

    • de Philippe sagt:

      Daniel, die Antwort an dich ist an alle gemeint, die sich wegen dem Spanien-Beispiel betupft fühlen: Es kommt doch aus dem Text heraus, dass das nur ein Beispiel ist für eine schlechte Vorbild-Funktion (in diesem Fall halt der Spanier, nicht verallgemeinend). Dass es dieses Phänomen überall gibt ist doch klar. Es lässt leider sich aber nicht leugnen, dass dieses Verhalten in südländischen Ligen weniger verpönt ist, als z.B. in England oder Deutschland. Da wird seltener von Schlitzorigkeit gefaselt, wenn innerhalb des 16ers die Schwerkraft urplötzlich zunimmt. Sprecht mal mit einem (englischen) Liverpool-Fan über Suarez…

  23. Eddy Beutter sagt:

    Da kann man nur eines sagen: Hut ab vor diesem Artikel

  24. Laura Heinzmann sagt:

    Korridieren! Das ist das herausstechende Merkmal ihres Artikels! Schon in der Zeit vor Karl dem Grossen, zeigten sich heroische Tendenzen bei den karolingischen Athleten. Diese Tendenz akzelerierte mit der Evolution des modernen Wettkampfes!
    Dieser Progress fand seinen Supremum im spanischen Bürgerkrieg. Das mediterane Land jenseits der Anden ist wie in ihrem Artikel zum Vorschein kommt immernoch davon geprägt..
    Aus wissenschaftlicher Sicht ist zu bezweifeln, dass diese historisch Gewachsenen Gegebenheiten aus dem modernen Sport errodiert werden können. Fernen gilt es jedoch zu beachten, dass der Unpareische zum Ventil des emotionalen wird. Nur wenn das emotionale verdrängt werden kann, siegt die Ratio!
    Sehr guter Artikel, sprachlich annähernd auf den Stand meines germanistischen Ausdruckes.

    • Roberto sagt:

      Fehlt nur noch etwas Geographie, Frau Heinzmann.
      Schauen Sie bei Gelegenheit mal die Anden im Atlas nach.
      Dann kommt die brilliante Ironie von selbst. 🙂

    • Bastian Schweini sagt:

      Sie würden sich besser mal auf Ihre Rechtschreibung konzentrieren, Frau Heinzmann, bevor Sie in einem Fussballblog mit Fremdwörten um sich schmeissen, ohne tatsächlich auf die Problematik und eventuelle Lösungsansätze einzugehen. Für einen Kommentar hier gibt’s imfall keine Noten. Und lustig find ich das auch nicht, die Mühe hätten Sie sich getrost sparen können.

  25. Marco Steinmann sagt:

    Schöne Fantasiewelt, die Sie hier skizzieren. Wieso bitteschön sollten die Spieler aufhören zu simulieren? Solange man so einen Penalty (=Tor) herausschinden oder eine gelbe oder rote Karte für den Gegner provozieren kann, und so lange man dafür nicht selber bestraft wird (ist in 99% der Fälle der Fall), so lange werden auch die knallharten Fussballer (wenn es sie denn überhaupt gibt) simulieren. Wären ja böld, wenn sie es nicht täten. Es geht ja auch um ziemlich viel Geld und Ruhm!

    • Pedro sagt:

      deshalb: Videobeweis > drakonische Sperren > Verein will keinen Spieler bezahlen der nicht spielt !

      weiter: Gesten Richtung Schiri > Platzverweis, Rudelbildung um Schiri > Platzverweise

      weiter: liegenbleiben = Bahre = 10min. Pause (kontrolliert vom 4. Schiri)

      weiter: Spielzeit reduzieren auf 75-80min. aber effektive Spielzeit, dh. Zeit bei Unterbruch stoppen

      etc.

  26. Der fehlende Respekt vor Schiedsrichtern ist und bleibt eine Schweinerei.

    Ich will Mämä auch zurück.

  27. Pedrinho sagt:

    Nun ich widerspreche der Meinung das sich ein Schiedsrichter nicht durch das Gebärden der Spieler beeinflussen lässt. Tatort
    Cup Halbfinale Fc Winterthur – Fc Basel, als der Schiri den Wintthurern einen Glasklaren Penalty verweigerte mit der späteren Begründung, dass die Winterthurer Spieler sich ja gar nicht bei ihm wegen des unterlassenen Pfiffes beschwert hätten! Fakt:
    Hätten sie sich lauthals beschwert hätte er nicht gezögert und sofort gepfiffen. Ergo… Wer den Schiedsrichter 90 Minuten gnadenlos bedrängt wird früher oder später eine Schirientscheidung zu seinen Gunsten erhalten.