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Wie Fairplay aussieht – und wie nicht

Mämä Sykora am Donnerstag den 22. November 2012

Schachtar Donezks Brasilianer Luiz Adriano verstiess vorgestern im Champions-League-Spiel gegen FC Nordsjælland gegen jegliche Regeln des Fairplays (siehe Video oben). Nach einem Schiedsrichterball wollte Willian den Dänen den Ball zurückspielen, Luiz Adriano hatte jedoch anderes im Sinn: Er ersprintete den Ball, umkurvte den fassunglosen Keeper und schob zum 1:1-Ausgleich ein. Für den übermotivierten Stürmer hier einige Anschauungsbeispiele, wie Fairplay wirklich aussieht.

Arsène Wenger (Arsenal), 1999:
In der 5. Runde des FA-Cups 1998/99 zwischen Arsenal und Sheffield United wollte Ray Parlour den zuvor vom Sheffield-Keeper einer Verletzung wegen ins Aus spedierten Ball zurückgeben. Davon wusste aber Debütant Nwankwo Kanu nichts. Er holte sich den Ball und legte ihn Marc Overmars auf, der den Siegtreffer erzielte. So einen Sieg wollte Arsène Wenger nicht haben und offerierte ein Wiederholungsspiel, das sein Team wiederum mit 2:1 gewann.

Ajax Amsterdam, 2005:
Auch ein als faire Rückgabe gedachter Ball kann zum Problem werden: Im holländischen Pokal wurde ein solcher von Jan Vertonghen immer länger und schlug hinter dem machtlosen Keeper von Cambuur ein. Die ratlosen Ajax-Spieler fanden aber einen Weg zur Wiedergutmachung und liessen die Gäste ohne Gegenwehr einen Treffer erzielen.

Valter Birsa (AJ Auxerre), 2009:
Schiedsrichter sind nun mal nicht unfehlbar. Nach einem Zusammenstoss zwischen Birsa und OM-Akteur Bakari Koné blieb der Slowene am Boden liegen und der Referee zeigte dem erstaunten Koné rot. Kaum stand der Auxerre-Stürmer wieder, verlangte er vom Unparteiischen, diese Entscheidung wieder rückgängig zu machen. «Koné hat nichts Verbotenes getan, sondern nur seine Hand auf meinen Rücken gelegt. Wir kämpften um den Ball und er fiel auf mich», klärte er später auf.

Costin Lazar (Rapid Bukarest), 2009:
Auch Rapid-Stürmer Lazar hatte schon den Mut, den Schiri umzustimmen. Nachdem er im Strafraum korrekt von einem Otelul-Verteidiger vom Ball getrennt worden war, bekam er einen Strafstoss zugesprochen, den er aber partout nicht annehmen wollte.

Marius Ebbers (FC St. Pauli), 2012:
Solche Fairplay-Aktionen fallen einem leicht, wenn man schon komfortabel in Führung liegt oder es um nichts mehr geht. Im Spiel St. Pauli gegen Union Berlin im April dieses Jahres stand es allerdings 1:1 und für Pauli ging es um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Da erzielte Stürmer Marius Ebbers 10 Minuten vor dem Ende einen Treffer mit einer Kombination aus Kopf und Oberarm. Der Schiedsrichter wollte den Treffer anerkennen, doch Ebbers gab das Handspiel zu. Dafür gab’s von Mitspieler Fin Bartels das erlösende Tor in der Nachspielzeit und vom DFB die «Fair ist mehr»-Medaille.

Vittorio Esposito (US Termoli), 2012:
Und es geht noch dramatischer: Im Viertelfinal-Rückspiel des italienischen Amateurpokals steht es nach dem Remis im Hinspiel 1:0 für Sassari Torres, als Termoli-Stürmer Vittorio Esposito in der Nachspielzeit ohne Kontakt eines Verteidigers im Strafraum zu Boden geht und dafür mit einem Elfmeter belohnt wird. Die Last des Betrugs wog aber doch zu schwer auf den Schultern von Esposito, der gleich selber zum Elfer antrat und ihn absichtlich verschoss. Somit war sein Team ausgeschieden, er hingegen zu einem Held des Fairplays geworden.



Was halten Sie von Luiz Adrianos Tor? Welche Beispiele von unfairen oder besonders fairen Spielsituationen fallen Ihnen ein?

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60 Kommentare zu “Wie Fairplay aussieht – und wie nicht”

  1. Dustin Peters sagt:

    Unfair: Henry’s Handvorlage in der Barrage FRA-IRL, Maradonnas Hand Gottes, das Phantom-Tor Bayern-Nürnberg, ausser den Schiris sah jeder, dass der Ball am Tor vorbeiging, aber keiner sagte was…
    Fairplay im Fussball?? Hm so sponat glaube ich, hast Du wohl alle Beispiele aufgezählt…

  2. Tschumi sagt:

    Ein wirklich gutes Beispiel von einem unfairen Spieler über Jahre war Kurt Jara. Er passte auf den Hardturm! Im Entscheidungsspiel um die Schweizer Meisterschaft 1984 ging er mit einer unglaublichen Schwalbe in der Verlängerung zu Boden. Gilbert Castella hatte ihn nicht berührt. Der Schiedsrichter André Daina (ein ehemaliger Servette Spieler aus den 60er Jahren!!!) gab zum entsetzten aller Penalty. Die Grasshoppers gewannen dank dieses Skandals die Meisterschaft. Nach dem Spiel gab er zu, dass er sich fallen gelassen hat. Ohne Sanktionen. Es wurde ihm gar als Cleverness ausgelegt. Man stelle sich vor was was passiert wäre wenn das ganze ein Servette Spieler gemacht hätte. Heute kann sich fast niemand mehr an dieses Spiel erinnern, was wohl nicht so wäre wenn es GC oder Basel getroffen hätte… Kurt Jara soll in der Hölle schmoren für diese Unsportlichkeit! So etwas verjährt niemals.

    • Dustin Peters sagt:

      🙂 jep, daran erinnere ich mich auch noch. Gab damals schön Streit mit meinem Bruder: Er war für Servette, ich für GC…

      • E. Schönbächler sagt:

        Die Medien wurden durch die bereits laufende (!) Fussball-EM in Frankreich und den Papst-Besuch in der Schweiz abgelenkt. Deshalb wurde diese Meisterschaftsentscheidung kein grosses Thema.

    • Mäse sagt:

      Es geht Dir also um GC, der Rest ist eigentlich egal….zumindest entnehm ich dies Deiner Wortwahl.

  3. Samuel sagt:

    Vor allem, dass er danach sagt, er hat den Ball erst gesehen, als er ihn am Fuss hatte. Und als seine Mitspieler die Andern nach dem Anspiel durchlaufen liessen, war es auch Luiz Adriano, der solange protestierte, bis jemand den Ball eroberte. Asoziales, arrogantes A******** ist meiner Meinung nach eine passende Bezeichnung.

  4. bulivo sagt:

    Ist aber auch irgend jemandem aufgefallen, dass der Nordsjælland-Spieler sich nach dem Zweikampf auf dem Boden wälzt und das Gesicht hält, in der Zeitlupe aber klar erkennbar ist, dass er, wenn überhaupt, auf Brusthöhe getroffen wurde?!Von wegen Fairplay und so….

    Kann ja auch sein, dass Adriano dies gesehen hat und aus diesem Grund das Tor erzielt hat und mit seinen Gesten auch noch verhinderte, dass ein “Ausgleichs-Tor” erzielt werden kann…

    • Thomas Paine sagt:

      Da beim folgenden Schiedsrichter-Ball nur Willian (Shaktar) beim Schiedsrichter steht, scheint es unter den beiden Mannschaften (Kapitänen) bereits abgemacht worden zu sein, dass Nordsjaelland den Ball zum Wiederaufbau bekommt (sollte auch klar sein, da Nordsjaelland den Ball beim Unterbruch des Schiedsrichters in seinen Reihen hatte). Dabei spielt es, meines Erachtens, überhaupt keine Rolle, ob’s vorher ein Foul war oder nicht. Abgemacht ist abgemacht!

      • bulivo sagt:

        Klar war die Aktion nicht in Ordnung…

        …ging mir mehr darum zu zeigen, dass halt auch die Nordsjaelland Spieler keine Musterknaben sind…der simulierende Spieler befolgte mit seiner Aktion auch nur ein Ziel: Schwächung des Gegners durch unfaire Mittel….so in etwa dasselbe wie Adriano….nur hat es bei ihnen halt geklappt;))

        • Thomas Paine sagt:

          Du hast völlig recht, wenn du meinst, dass im Fussball meist gewinnorientiert gespielt wird, oft auch auf Kosten des Fairplays. Nur gibt es aber immer noch Tabus, wie ich finde, welche nicht gebrochen werden dürfen.

          Auch wenn Luiz Adriano eine Schwalbe des Nordsjaelland Spielers monierte, der Schiedsrichterball wird nachher nur vom Shaktar Spieler Willian gespielt, wobei kein Nordsjaelland-Spieler in der Nähe steht. Es kann sogar sein, dass Willian zum Schiedsrichter gesagt hat, er würde den Ball zum Gegner zurückspielen, worauf dieser gar nicht darauf wartete, bis ein Nordsjaelland Spieler zum Schiedsrichter-Ball bereit war. Wenn es so war, hat auch der Schiedsrichter daran Schuld..

  5. dä Walter sagt:

    Da war noch das Handtor von Klose bei Lazio in diesem Jahr.
    P.S.: Donezk wollte das gleiche machen wie Ajax im 05 aber ein weiterer Spieler war dagegen und drosch den Ball einfach weg.

    • de philippe sagt:

      Klose ist zwar allgemeiner als fair bekannt, in der Szene begann er aber bereits jubelnd abzudrehen, bevor die ganze Napoli-Mannschaft auf ihn einstürmte. Auf dem Tor zu beharren wäre für ihn im Nachhinein ziemlich peinlich gewesen.

  6. dellboy sagt:

    da fehlt eine szene, nämlich di canio als er noch bei west ham spielte. torhüter verletzt, spiel geht weiter, ball kommt in die mitte und di canio könnte ein tor schiessen, nimmt den ball jedoch mit der hand auf damit dergegnerische torhüter gepflegt werden kann.

  7. dellboy sagt:

    ach ja, hab’ noch eine situation (und man muss dazu sagen dass ich fcb supporter bin): fcb-fcz 2006, zürich gewinnt meisterschaft in der letzten szene der saison und was machen unsere tollen “supporter”? sie wissen nichts besseres als auf den platz zu stürmen und fcz-spieler tätlich anzugreifen. zürich stand nach allen spielen oben, punkt. das muss akzeptiert werden und man muss die grösse haben um auch dem gegner bei der pokalübergabe applaus zu spenden.

  8. Fede sagt:

    aha, und wenn sich der nordsjaelland spieler nach nem rempler den sterbenden schwan mimt und sich den kopf hält, ist das dann fairplay? die sind völlig selber schuld. luiz adriano hat keine regel verletzt. die situation ist zugegebenermassen ziemlich unglücklich, aber wenn der ball zurückgespielt werden MUSS, dann soll die fifa das gefälligst ins regelwerk aufnehmen.

  9. Stephan sagt:

    Gab es da nicht einen englischen Fussballer (John Terry ?), der eine auf ihn gedachte Kopfballvorlage vor dem leeren gegnerischen Tor mit den Händen abfing weil der gegnerische Torhüter verletzt am Boden lag. Sein Kommentar dazu: So wolle er kein Tor erzielen !
    Er wurde darufhin von verschiedenen Verbänden mit Fairplay-Auszeichnungen gewürdigt.

  10. E. Schönbächler sagt:

    Besonders unfair und verwerflich sind Spielmanipulationen. Da wird je nach Fall nicht nur der Gegner, der eigene Club oder die ganze Liga beschissen (Entschuldigung für den Ausdruck) sondern auch die Fans und die Öffentlichkeit für dumm verkauft. Manipulierte Spiele und Wettkämpfe sind die grösste Gefahr für den Spitzensport.

    Drei besonders grobe Fouls sind mir über die Jahre in Erinnerung geblieben. Im Meisterschaftsspiel Vevey-Servette verletzte Gabet Chapuisat den damaligen Genfer Spielmacher Lucien Favre so schwer dass der heutige Trainer von Gladbach seinen Widersacher anzeigte. Wie der Fall juristisch ausgegangen ist habe ich vergessen.

    In der Bundesliga wurde einem Spieler in den Achtzigerjahren durch den Stollenschuh des Gegers der Oberschenkel aufgerissen. Die Bilder von dieser hässlichen Szene gingen um die Welt. Beteiligt war Ewald Lienen, ob als Opfer oder Täter ist mir entfallen.

    An der WM 1982 rannte Deutschlands Nationalgoalie Harald “Toni” Schumacher, in einem der besten Fussballspiele die ich je gesehen habe, Franksreichs Patrick Battiston über den Haufen. Schumacher suchte nur den Mann, er wollte nicht den Ball wegschlagen. Battiston wurde schwer verletzt. Er erlitt unter anderem einen Schädelbruch und verlor mehrere Zähne. Das grobe Foul wurde vom Schiedsrichter nicht geahndet und Schumacher erhielt auch keine Bestrafung. Er durfte 3 Tage später im WM-Final gegen Italien (1:3) das Deutsche Tor hüten.

    • monk sagt:

      Der Verletzte war Ewald Lienen, das war 1981 und ist eine der wenigen Erinnerungen, die ich an die Sportschau in der ARD aus der Zeit noch habe. Ich war damals 15.

    • knowmix sagt:

      @schönbächler der damalige armine lienen war das opfer. der werderaner siegmann wurde kurz zuvor von otto rehagel eingewechselt und angeblich soll siegmann von trainer rehagel ganz klar die weisung bekommen haben, den lienen mal so richtig abzugrätschen. sowas grässliches habe ich zum glück seither nicht mehr gesehen.

      • Pedro sagt:

        …und zu allem Elend war der Schiedsrichter ein Schweizer und hat nicht einmal eine gelbe Karte gezeigt. Daraufhin wurde der Schiedsrichter Austausch zwischen Bundesliga und NLA abgebrochen.

    • Kalkbreite sagt:

      Schumacher war damals wahrscheinlich mit irgendwelchen “Drogen” zugedröhnt. Er hat ja längst schon zugegeben, Doping und andere Medis geschluckt zu haben. Er meinte in einem Interview mal, er sei manchmal auf dem Platz gestanden und wusste nicht mal, gegen wen er spielte…

  11. Philipp Schlatter sagt:

    Paolo Di Canio sollte man an dieser Stelle auch mal lobend erwähnen – und NUR an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang.
    In einem Liga-Spiel gegen Everton in der Saison 2000/2001 schob er nach einer Verletzung des gegnerischen Torwarts den Ball nicht ins verwaiste Tor, sondern unterbrach das Spiel sofort, indem er den Ball mit den Händen fing. Für diese Aktion wurde er auch mit dem Fairplay-Preis ausgezeichnet.

  12. Steiner78 sagt:

    Als besonders eindrückliches Beispiel für Fairplay sind mir noch die Schweizer an der WM 2006 in Erinnerung, als sie neidlos anerkannten, dass die Ukrainer besser gespielt hatten und deswegen beim abschliessenden Penaltyschiessen absichtlich danebenschossen.

  13. André Aenishänslin sagt:

    Und nicht zu vergessen der SFV, der die Meisterschaft mit einem 3:0 Forfait – im Fall Mundwiler – am grünen Tisch für den FCZ entschied und der FCB nur noch zuschauen konnte (wie hätte hier der CC aus Sion reagiert?)!

    Das ist Einmalig in der Geschichte des Fussballs, das ein Verband nach seinem Gusto die Meisterschaft entscheidet!!

    • Steiner78 sagt:

      Und nach wie vor heult das Muntwiler-Gejammere vom Rheinknie rüber … Ich fürchte allerdings, die Regeln wurden vom SFL schon vor dem betreffenden Spiel festgelegt und das Urteil überdies vom CAS bestätigt. Natürlich waren für die nicht-gewonnene Meisterschaft nicht die sechs Niederlagen und acht Unentschieden Basels verantwortlich, sondern nur gerade die zwei Extrapunkte des FCZs aus der 25. Runde …

      • Remo Nydegger sagt:

        Eine Meisterschaft gehört auf dem Platz entschieden, völlig egal wieviele Niederlagen eine Mannschaft spielerisch einfährt und unabhängig davon, ob es sich dabei um Basel, Zürich oder Niederbipp Süd handelt!

        Und auf dem Platz hat eben jenes Basel damals mehr Punkte geholt als Zürich, so wie Zürich ein Jahr zuvor mehr Punkte geholt hat. Punkt. Da gibt es nichts zu diskutieren. (Mal ganz abgesehen davon, dass Munti damals in der Nachspielzeit eingewechselt worden ist!)

        Seit dieser “Aktion” kann ich für den FCZ keinen Respekt mehr aufbringen.

    • E. Schönbächler sagt:

      Muntwiler war nicht einsatzberechtigt. Der SFV musste auf Forfait entscheiden. Der FC Basel konnte sich in dieser Angelegenheit nur über den administrativen Fehler des FC St. Gallen beschweren.

      • André Aenishänslin sagt:

        Mussten sie nicht, da war noch was mit der 1. Liga-Kommission die ihn als spielberechtigt frei gaben! Da wusste die Linke nicht was die rechte Hand machte und das im gleichen Haus (SFV) und zu allem Uebel war übers Wochenende Niemand erreichbar! Das war der eigentliche Skandal………..

        Der Fehler war zuerst beim SFV und nicht beim FC St. Gallen…………..so gesehen, hat der SFV dem FCZ ein Meistertitel geschenkt!!

      • SandroS sagt:

        Zudem war der FCZ mehrere Punkte noch hinter Basel, als der SFV dieses Urteil fällte. Es interessierte dort niemanden, auch die Basler nicht. Erst als die allerletzte Sekunde einer unglaublich geilen Saison gespielt waren (Pescus unglaubicher Coup) musste jemand Schuld sein – der SFV.

        • Steiner78 sagt:

          Das stimmt wiederum nicht, zum Zeitpunkt des Spiels hatte der FCZ als Tabellenführer einen komfortablen Vorsprung auf Basel, das sich danach stetig hochgekämpft hat und u.a. den FCZ in der Direktbegegnung besiegte. Du verwechselst das mit der Saison ein Jahr zuvor.

          • Hans vom Hübel sagt:

            Und genau dort liegt der eigentliche Ursprung der verlorenen Meisterschaft 2007. Die so genannte “Schande von Basel” hat den FCB eine Ära der absoluten Dominanz gekostet. Von diesem mentalen Knacks (die Geisterspiele und damit verbunden die finanziellen Einbussen in Millionenhöhe nicht zu vergessen) hat sich die Mannschaft, der Club und das Umfeld so richtig erst in der übernächsten Saison 2008 erholt.

            Gleichzeitig war der 13. Mai 2006 der Startschuss zu einer nachhaltigen Veränderung in der Fanpolitik des FCB – hin zum Dialog. So gesehen hatte dieser Schock auch etwas Heilsames.

            Wobei dieses Muntwiler-Theater schon ein Armutszeugnis sondergleichen war für den SFV. Jedem einigermassen zurechnungsfähigen Fussballfan dürfte allerdings der Unterschied zwischen Verschwörung und Unfähigkeit offenkundig sein.

  14. SandroS sagt:

    Ihr habt schon mitbekopmmen, dass KEIN Foul vorangegangen war?! Das heisst es war ein gewöhnlicher Schiri-Ball, nachdem man nicht den Ball dem Gegner faiereweise zuspieln müsste (weil kein Foul!). Würde bestimmt nicht so reagieren, aber es war korrekt (leider)… überhaupt KEIN grund für die spieler, hier einfach nicht mehr weiterzuspielen

    • monk sagt:

      Aber die Dänen waren vor dem Unterbruch im Ballbesitz und Fair wäre, den Ball den Dänen in ihrer Hälfte zurückzuspielen. Schiedsrichterball à la Eishockey Bully ist im Fussball eh keine Alternative, da knochengefährdend.
      Aber es stimmt schon, da ist eine Lücke im Regelwerk der FIFA. Etwa, bei einem Spielunterbruch ohne Foul, darf der Goalie der ballbesitzenden Mannschaft einen Abstoss spielen.

  15. SandroS sagt:

    Ist ja eh wieder gelöscht… aber ist natürlich eine unfaire Aktion (habe vorhin Stuss geschrieben). Aber was da alles geschauspielert wird, gehört das dazu? Scheinbar schon.

  16. SandroS sagt:

    @monk: hast natürlich recht (habe mich wohl innerlich so sehr über die schwalbe der dänen aufgeregt hehe). Denn sie waren in Ballbesitz, also gibt es dem (eigentlich) nichts beizufügen.

  17. Auguste sagt:

    hmm…, galant war es definitiv nicht, was adriano abzog, aber war es wirklich unfair? der schiedsrichter unterbrach das spiel nach einem zusammenprall (kein foul) zweier spieler. er neutralisierte es quasi. damit schuf er künstlich eine neue situation, nämlich den unterbruch zur pflege. beim anschliessenden schiedsrichterball hatte keines der teams mehr anrecht auf den ball zur fortsetzung des match. nach dem kick von willian in die dänische hälfte, wo genug dänen standen, hätten die roten eigentlich ganz normal wieder um das spielgerät kämpfen müssen. die donezker waren ihnen nichts schuldig.

    das ganze verlief zwar etwas unglücklich am ende, aber es war mehr missverständnis als unfairness, so wie ich die szene in erinnerung habe.

    • Alex sagt:

      Ich bin mir nicht sicher, ob Luiz Adriano ein Schlitzohr ist, das ohne Skrupel die Situation zu seinen Gunsten ausnutzte, oder ob er einfach nicht in der Lage war, zu verstehen, was da vor sich ging (es braucht ja keine grossen geistigen Kapazitäten, um gut Fussball zu spielen).

      Wenn es ein Foul gewesen wäre, hätte der Schiedsrichter pfeifen müssen. Natürlich war es keines. Dass aber das Team, das beim Unterbruch des Spiels durch den Schiedsrichter beim Schiriball den Ball wieder bekommt von von hinten wieder aufbauen kann, ist eigentlich normal im Fussball und die Dänen erwarteten es auch alle. Um Situationen wie diese zu verhindern sollte man aus dieser ungeschriebenen Regel vielleicht eine echte Regel machen.

      Könnte möglicherweise die UEFA den Luiz Adriano für unfaires Verhalten für ein paar Spiele sperren? Das wäre einmal etwas…

      • Mämä Sykora sagt:

        Ein Verfahren wurde jedenfalls schon eröffnet. «Die Uefa beschuldigt den Stürmer, im Spiel gegen den FC Nordsjaelland (5:2) gegen Artikel 5 des Uefa-Disziplinarreglements verstoßen zu haben und leitete ein Disziplinarverfahren ein. In dem Artikel heißt es, dass Spieler sich “loyal, integer und sportlich zu verhalten” haben. Gegen diese Statuten verstößt unter anderem, wer “sich beleidigend verhält oder in anderer Weise elementare Anstandsregeln verletzt.” Der Fall Adriano wird am kommenden Dienstag von der Kontroll- und Disziplinarkammer der Uefa behandelt.» (Die Welt)

  18. Urs sagt:

    Absolut legendär war die ‘Fairness’ von von Manfred Burgsmüller, immerhin einer der erfolgreichsten Torschützen der Bundesligageschichte. In den 80er Jahren hat er mal einem Torhüter von hinten den Ball aus der Hand geschlagen, ins leere Tor geschoben und sich jubelnd abgedreht. Der Schiri hat das Tor gegeben und Burgsmüllers lapidarer Kommentar nach dem Spiel war: ‘Tor ist, wenn der Schiedsrichter pfeift’.
    Von den eigenen Fans und einem Teil der Presse wurde das dann als lobenwerte Schlitzohrigkeit schöngeredet.

  19. D.Schober sagt:

    Eine typische “heikle” Situation, die aus meiner Sicht oft sehr einseitig beurteilt wird, habe ich gerade vor ein paar Tagen wieder gesehen. Ein Angreifer geht im Zweikampf zu Boden und macht keine Anstalten, sich bald wieder am Spiel zu beteiligen, es sieht nach einer Verletzuing aus. Aber seine Mannschaft, die den Ballbesitz durchgehend hatte, spielt konsequent weiter und erzielt ca. 15 Sekunden später ein Tor. Niemand sagt etwas.
    Im umgekehrten Fall wird dann oft moniert, die Offensive sollte aus Fairnessgründen den Ball ins Aus spielen, um den “verletzten” Verteidiger pflegen zu lassen.
    Entweder oder!
    Für mich ist es absolut okay, wenn ein Spieler eine halbe Minute auf den Teamarzt warten muss, damit werden auch falsche Anreize (vortäuschen einer Verletzung…) verhindert.

  20. Reto sagt:

    NIcht wirklich eine Torszene, aber passt auch sehr gut zum Thema Fairplay:

    25.5.2007:
    “Inler gab den Pokal für einen kurzen Moment in jene Hände, die nicht unwesentlichen Anteil am Titelgewinn hatten. «Er ist unser Anwalt; er hat uns die Muntwiler- Punkte geholt», erklärte er die kurzfristige Herausgabe der Trophäe.”

    Philipp Muntwiler entschied mit seinem Einsatz gegen den FC Zürich am 1. April 2007 indirekt die schweizerische Fussballmeisterschaft, da er am Tag zuvor in einem Spiel mit der U21 des Feldes verwiesen worden und somit eigentlich nicht spielberechtigt war. Die sportliche Abteilung des FC St. Gallen hatte sich bei der Abklärung, ob der Spieler eingesetzt werden dürfe oder nicht, jedoch nicht an die richtige Instanz gewandt. Muntwiler wurde beim torlosen Spiel gegen den FCZ rund eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt; die Disziplinarkomission der Swiss Football League wertete die Begegnung im Nachhinein als 3:0-Forfait-Sieg für die Zürcher. Der FC Zürich gewann in Folge die Meisterschaft mit einem Punkt Vorsprung auf den favorisierten FC Basel.

    Eine Meisterschaft am grünen Tisch zu verlieren, so was werde ich nie vergessen…

  21. Facchinetti sagt:

    unsportlich ist der Torhühter von Basel im Cupfinal .

  22. Alex sagt:

    Adriano soll nie nirgends auf der Welt ungestört ein Fussballspiel absolvieren können. Dieser Penner gehört ausgepfiffen und aufs übelste beschimpft!

  23. Joe sagt:

    Mir kommt als kürzliches Beispiel für eklatante Unfairness spontan GC-Goalie Bürki in den Sinn. Da ist zum einen das kindische, unsportliche und tumpe Geklatsche, beim Elfmeter, neulich gegen den FC Basel. Dann aber auch die Kamikaze-Aktion gegen Chermiti vom FCZ im Sommer, bei der er dem Tunesier den Oberschenkel aufschlitzte. Eine Schande, dass zweiteres nicht hart bestraft wurde. Und eine Frechheit, dass der Schiri solch doofes Getue, wie gegen Streller, nicht sofort unterbindet. Gelebte Unfairness à la Bürki. Pfui!

    • Steiner78 sagt:

      Bitte, wie? Da ist wohl eine Fanbrille auf, ich bin mir aber nicht sicher, ob FCZ oder FCB …

      Bürki und Chermiti sind beide von weitem auf einen hohen Ball zugerannt und dann mit Blick gen Himmel hochgesprungen. Die daraus resultierende Fleischwunde sah zwar übel aus, aber ohne sie wäre die Szene kaum ne Erwähnung wert gewesen, es sei denn als vertane Torchance für den FCZ.

      Das “kindische, unsportliche und tumpe Geklatsche” sollte den anlaufenden Penaltyschützen ablenken. Dadurch hat Bürki gegen YB schon mal einen Penalty pariert. FCB-Sommer hat auch ein solches Repertoire drauf. Wenn das unfair sein soll, dann möchte ich zuerst mal hören, wie sich jemand empört, wenn bei Freistössen ein Schütze vorgetäuscht wird.

    • E. Schönbächler sagt:

      Bürkis Verhalten beim ungerechtfertigten Penalty (es war eindeutig ein Stürmerfoul von Stocker) gegen Basel war nicht unsportlich. Das Torhüter durch Klatschen, Bewegungen auf der Torlinie, Grimassen usw. den Elfmeterschützen verunsichern wollen ist nichts Neues. Auch Yann Sommer im Cupfinal gegen Luzern oder der legendäre Bruce Grobbelaar von Liverpool haben ein paar Tricks auf Lager.

      Die Aktion gegen Chermiti aber war grobfahrlässig und brutal und hätte steng bestraft werden müssen.

      • Remo Nydegger sagt:

        Falls du vergangenes Wochenende meinst, müsstest du mir jetzt aber schon erklären, WIE genau da ein Stürmerfoul zustande gekommen sein sollte?

  24. dä Walter sagt:

    vor einigen Jahren fischte doch wölfli einen FCZ schuss hinter der torlinie heraus
    der schiri sah nichts und wölfli sagte auch nichts

  25. Auguste sagt:

    hmm…, das mit dem fairplay ist manchmal komplizierter, als es auf den ersten blick scheint. waren die liverpooler äusserst faire gastgeber, dass sie yb gestern mit einem 2 : 2 aus anfield davonkommen liessen, oder war das bereits mitleid? oder steckte da ein wett-syndikat aus macao dahinter? für ein weihnachtswunder ist’s eigentlich noch etwas zu früh.