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Schweizer Legionäre mit Bankplatzgarantie

Mämä Sykora am Montag den 5. November 2012
Admir Mehmedi im Training mit Dynamo Kiew, 23. Oktober 2012. (Foto: Keystone)

Die meisten Schweizer Fussballer kommen im Ausland zurzeit nicht zum Einsatz: Admir Mehmedi im Training mit Dynamo Kiew, 23. Oktober 2012. (Foto: Keystone)

Die Schweiz ist im Ausland bekannt für ihre Banken. Und die Bänke im Ausland sind bekannt für ihre Schweizer. Zumindest hierzulande. Dieses Wochenende in der Bundesliga: 13 Schweizer stehen dort unter Vertrag, zum Einsatz kamen deren vier. Von den 4 Schweizern in der Premier League spielte gar keiner, es durfte gar nur einer (Senderos) wenigstens auf der Bank Platz nehmen. In der Serie A blieb für 4 der 11 Eidgenossen auch nur die Zuschauerrolle. In der Ukraine kam Admir Mehmedi gegen Tavriya Simferopol zu seinem ersten Einsatz über 90 Minuten in dieser Saison, Emeghara bei Lorient reichte es bislang für 19 Einsatzminuten und eine rote Karte, Reto Ziegler von Lok Moskau durfte erst vier Mal ran. Fleissige Statistiker sind gesucht, um herauszufinden, ob sonst noch eine Nation ein derart schlechtes Verhältnis zwischen Legionären und deren Einsatzminuten aufweisen kann.

Ist das nur Zufall? Oder nur eine Ausnahmesituation? Letzteres mit Sicherheit nicht, denn seit vermehrt Schweizer Fussballer den Sprung ins Ausland wagen, ist der Anteil der Bankdrücker konstant hoch. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Unsere Liga ist klein, die Verdienstmöglichkeiten im Ausland ungemein besser, da ist es nicht verwunderlich, dass viele beim erstbesten Angebot gehen, selbst wenn die Einsatzzeit beim neuen Verein keineswegs garantiert ist. Nur: Auch aus Österreich etwa, wo die gleichen Bedingungen gelten, spielen 13 Profis in der Bundesliga. Davon sassen am Wochenende nur gerade 4 auf der Bank, der Rest gehört wie auch der für einmal übergangene Pogatetz (Wolfsburg) zur Stammformation. Eine ähnliche Quote erreichen auch Tschechen, Kroaten, Polen, Dänen oder Belgier.

Einen einleuchtenden Grund nannte mir GC-Flügel Steven Zuber im Sommer im Interview: «Ein Fehler ist sicher, wenn man sich schnell den anderen Profis anpasst, das gleiche Programm absolviert und nach dem Training gleich mit den Älteren in die Stadt zum Essen geht. Wenn man neu ist, sollte man viel mehr machen als der Rest.» Denn «geschafft» hat man es nicht schon mit dem Auslandtransfer, sondern erst, wenn man im neuen Verein auch spielt. Ein Engagement in einer grösseren Liga ist nicht nur der Lohn für die bisherige Arbeit, sondern vor allem tatsächlich jene «neue Herausforderung», von der kürzlich transferierte Spieler zwar stets reden, die sie aber kaum annehmen. Was man bis dahin geleistet hat, zählt gar nichts mehr am neuen Ort. Man gibt seine Stellung in der alten Mannschaft auf und beginnt bei null. Alles muss man sich neu erarbeiten. Und dessen sind sich anscheinend gerade die Schweizer Fussballer zu wenig bewusst.

Diejenigen, die aus der Schweiz in eine grössere Liga wechseln, gehören selbstverständlich zu den Besten des Landes. Sie haben meist einen schnellen Aufstieg hinter sich, sind unangefochtene Stammspieler, nehmen eine wichtige Rolle in der Mannschaft ein. Verfolgt man die Karrieren dieser Transferierten, beschleicht einen das Gefühl, dass sie fast davon ausgehen, dass es beim neuen Verein im gleichen Stil weitergehen wird. Es deutet vieles darauf hin, dass sich einige dafür zu bequem sind, um den geforderten zusätzlichen Effort zu leisten, der ihnen zum Durchbruch verhelfen könnte. Zudem fehlt nicht nur der Wille dafür, es fehlt auch der Zwang: Denn auch wer es nicht ganz schafft, streicht dennoch einen ansehnlichen Lohn ein und kann dann immer noch in die Schweiz zurückkehren, wo man gleich wieder den Star-Status innehat, ohne sich dafür ein Bein ausreissen zu müssen.

Angesichts der derzeitigen Situation vieler Schweizer Legionäre könnte uns in der Winterpause – spätestens dann im Sommer – ein regelrechter Zustrom aus «Gescheiterten» erwarten. Gelson hat seine Rückkehr schon angedeutet, Emeghara bemüht sich drum, gefrustet sind mit Sicherheit auch Affolter, Ferati, Nikci, Derdiyok, Seferovic, Senderos und Kasami. Es wäre für sie eine Heimkehr ins warme Nest. Hier ist es halt doch auch sehr schön, warum soll man da im Ausland so lange hartes Brot knabbern?

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46 Kommentare zu “Schweizer Legionäre mit Bankplatzgarantie”

  1. Dustin Peters sagt:

    Tja, ist halt noch immer so, sobald hierzulande einer den Ball 3 mal jonglieren kann, will er ins Ausland.

    • willi mosimann sagt:

      Vielleicht müsste mach bedenken, dass fast sämtliche Schweizer Spieler relativ jung sind und sie deshalb eine gewisse Angewöhnungszeit benötigen (z.B. Xhaka, Shaquri, Affolter usw.) Sicher gehen viele zu früh ins Ausland und sind noch nicht so gefestigt. Der Trend ist aber durchwegs positiv, lieber im Ausland ab und zu bänklen als sich als Star in der CH fühlen. Nur so werden sie sich weiterentwickeln.

  2. Franz sagt:

    Und doch gibts immer noch Leute, die glauben, unser Fussball sei dem österreichischen oder belgischen überlegen oder ebenbürtig. Er ist kläglich, und wenn Mannschaften wie GC oder SG an der Spitze sind, ist das kein gutes Zeichen. Insbesondere fehlt es an Tempo und Intensität. Deshalb können sich v.a. Stürmer im Ausland nicht durchsetzen. Transfers werden bewusst als Ergänzungsspieler getätigt, weil es lukrativ ist. Anderseits ist das Lohnniveau in der Schweiz in vielen Clubs im Verhältnis zur Performance der Spieler auch viel zu hoch, sodass eine Rückkehr für die Gescheiterten finanziell immer noch sehr interessant ist.

  3. Theo sagt:

    Den meisten Schweizer Spielern fehlt es an “Klasse” sonst würden sie sich in einer
    Spitzenliga durchsetzen ! Für mich ist völlig unbegreiflich dass Spieler wie Derdiyok,
    Djourou und einige mehr immer wieder für die Nationalmannschaft aufgeboten werden,
    obwohl sie bei ihren Clubs meistens 90 Minuten auf der Bank sitzen ! Unglaublich
    dass ein Club wie Hoffenheim 5,5 Millionen Euro für den Ersatzspieler Derdiyok aus
    Leverkusen bezahlt hat….

  4. micha sagt:

    Stimmt alles, was geschrieben steht, aber ein Punkt wird einfach komplett unterschätzt: Der Run der jungen Spieler auf das schnelle Geld, oft auch ein Motiv von mittelmässigen und transaktionsorientierten Spielerberatern, und nicht zuletzt von Eltern, die sozial untendurch müssen. Auch Klubpräsidenten oder Sportchefs, die noch schnell das defizitäre Geschäftsjahr schönen wollen, spielen eine Rolle. Bei vielen Auslandstransfers ist im vornherein klar, dass sie im Nichts enden werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Auslandkarriere ist doch, dass ein Spieler in der Super League zum absoluten Leistungsträger gereift ist, und seine Leistung konstant auf hohem Niveau erbringt. Wer unfertig ins Ausland geht, hat ohnehin schlechte Karten. Beispiele: Seferovic, Ben Kalifa. Die zweite Krankheit ist, dass viele dann zu einem Klub gehen, der zunächst über ihrem Niveau liegt, und wo sie bestenfalls als Ergänzungsspieler zum Einsatz kommen. Lieber zu einem soliden Mittelfeldverein oder sogar zu einem Zweitliga-Klub mit Aufstiegsambitionen wechseln und dort regelmässig zum Einsatz kommen, als bei einem potentiellen Europaliga oder CL-Verein auf der Ersatzbank oder Tribüne versauern. Die jungen Spieler sollten begreifen, dass sie im Ausland eine Chance haben, aber dass diese bei weitem am grössten ist, wenn sie den richtigen Verein mit dem richtigen Umfeld treffen.

    • Leo sagt:

      Mag sein,dass es für viele CH Spieler,die ins Ausland wechseln,noch zu früh ist. Nur,die Chance es international wirklich zu schaffen, ist ziemlich gering, egal ob man es früh oder spät probiert. Was ist, wenn ein junger zuerst Jahre in der SL reift,dann doch nicht einschlägt und kein gutes Angebot von der BuLi kommt? Dann hat er jahrelang für relativ wenig Geld gespielt und bereut, nicht als Junger schon gewechselt zu haben. Was ist, wenn ein Junger mit 20 in die BuLi wechselt? Dann schafft er es vielleicht nicht, wird vielleicht wieder weiterverliehen…ABER er kassierte in den 3, 4 Jahren das 3 oder 4fache des CH-Lohnes.

  5. Nik D. sagt:

    Ich behaupte einfach mal, dass ein grossteil der im Ausland engagierten Schweizer einfach zu brav ist. Die wenigen, die meines Erachtens wirklich Charakter und Biss haben, die spielen auch regelmässig (Shaqiri, Bunjaku, Schwegler, Benaglio).

    Spieler wir Barnetta, Xhaka, Derdijok , etc. gehören, so sieht es zumindest aus der Distanz aus, eher zu den Mitläufern als zu den Spielern, die wirklich etwas reissen. Dann gibt es auch noch diejenigen, die bereits in jungen Jahren ins Ausland sind und nun dort auf einen Durchbruch hoffen, der wohl so bald nicht kommen wird (Kasami, aber auch Djourou).

    Ich bin aber nicht der Meinung, dass es viel bringt, länger in der Schweiz zu bleiben. Schliesslich werden gleichaltrige Spieler aus den Ländern mit den grossen Ligen auch nicht erst woanders aufgebaut sondern direkt ins kalte Wasser geworfen, dann sieht man gleich wer schwimmen kann. Hingegen müsste man irgendwann einfach einsehen, wenn man gescheitert ist und versuchen, in eine “einfachere” Liga zu wechseln. Ich denke da insbesondere an Senderos und Djourou, die wohl beide in Frankreich oder Deutschland besser aufgehoben wären.

    • Dustin Peters sagt:

      Na ja, Barnetta war über Jahre eine feste Grösse bei Leverkusen. Eventuell täuscht mich mein Erinnerungsvermögen, aber Schalke ist seine 1. Station, wo er härteres Brot essen muss. Bei Djourou und Senderos wäre es interessant zu sehen, wo sie stünden, wären sie nicht dauernd verletzt und Xhaka sollte man schon noch etwas Zeit geben, bevor man ihn zum Mitläufer stempelt, dagegen es auch bei Shaqiri verfrüht ist, ein abschliessendes Urteil über dessen Auslandskarriere abzugeben.

  6. Karl-Heinz Plum sagt:

    Der Grössenwahn zeigt sich schon in der Bezeichnung “Super League”. Da wird den Spielern etwas vorgegaukelt, dass nicht der Realität enspricht und schon Halten sie sich für die Grössten. In anderen Ländern heisst die oberste Spielklasse schlicht 1. Liga oder 1. Bundesliga, nur in dert Schweiz geht es nicht unter “Super”.

  7. de Philippe sagt:

    Guter Artikel, aber für mich jetzt doch etwas zu pauschal. Wir sind ziemlich sicher nicht sooo viel besser wie Österreich, wie das manche denken, aber ob wir schlechter sind, wage ich jetzt mal zu bezweifeln. Bei Belgien rückt eine goldene Generation immer mehr in den Fokus. Da können wir zur Zeit schlicht nicht mithalten.

    Zu den Spielern: Bei Djourou bin ich voll einverstanden. Entweder überschätzt er sich um einiges oder hat tatsächlich keine Lust mehr auf Fussball. Dass er sogar ohne Matchpraxis gut sein kann, hat er bei der Nati bewiesen. Mit Praxis bei einem mittleren PL-Verein könnte sogar noch was aus ihm werden. Bei anderen war das Scheitern absehbar, aber wenn du Affolter oder Emeghara heisst und Angebote aus der Bundesliga oder der L1 erhältst, ist klar, dass du die annimmst. Gleich wie damals bei Degen zu Liverpool. Seferovic hat aufsteigende Tendenz, Kasami hats jetzt nochmals versucht und wird im Winter wohl wechseln. Dass Senderos nicht denkt, dass seine frühen Erfolge in der Nati und bei Arsenal Zufall waren und sich nach mehreren Verletzungen nochmals rankämpfen will, ist zumindest aus seiner Sicht auch verständlich. Barnetta hat bei seinem Wechsel alles richtig gemacht, dann aber Riesenpech, dass Schalke danach mit Affelay auf genau seiner Positon einen eigentlich unrealistischen Transfer machen konnte und der schlicht besser ist. Bei den “Italienern” muss man sich kaum Sorgen machen. Von Bergen ist Stamm, vier spielen zumindest eine wichtige Rolle bei zwei Topclubs. Und zu guter Letzt: Xhaka und Shaqiri werden ihren Weg gehen und sind jeweils am genau richtigen Ort. Für sie ideal wäre zwar, wenn die eine Mannschaft nicht dermassen dominieren würde und die andere etwas stilsicherer wäre, aber dass sie im Momemt noch nicht immer spielen, ist völlig normal und ok.

    • DAM sagt:

      @de Philippe
      Im Fall Djourou glaube ich mich zu erinnern gelesen zu haben, dass er eigentlich wechseln wollte, Arsenal ihn aber nicht gehen lassen will. Die Logik von Arsenal einen Spieler unbedingt behalten zu wollen, dann aber doch wenig bis nie einzusetzen, verschliesst sich mir allerdings.

  8. Pascal sagt:

    Der Schuh drückt bei den Schweizern im Ausland auch deshalb, weil wir die üblicherweise (und nicht nur im Fussball) die typische schweizerische Bescheidenheit leben. Es gibt wenige Ausnahmen, die meisten fügen sich ihrem Schicksal und geben sich mit der Bank nach aussen hin zufrieden. Es fehlt uns an Persönlichkeiten, die wirklich von sich selbst überzeugt sind und den Mut haben, einen Platz zu fordern. Da haben die Österreicher uns etwas voraus (Pogatetz, Arnautovic, Scharner, Ivanschitz, Fuchs – alle nicht unbedingt für ihre Kleinlautigkeit bekannt). Wen haben wir? Lichtsteiner noch am ehesten, Shaqiri & Behrami vielleicht. Wenn unsere Spieler ein bisschen unbequemer wären, sie würden wahrscheinlich öfter spielen (aber nicht unbedingt besser).

  9. Rolf sagt:

    Hauptsache deren Berater sahnen ab – darum gehts doch schlussendlich. Es sind einzig und allein die finanziellen Perspektiven die ins Ausland locken – jonglieren kann ich auch zuhause üben und revolutionäre Systeme werden auch nirgends gespielt.

  10. Seppe Hügi sagt:

    Viel mehr machen als der Rest? Genau. Habe ich nicht in einem Interview mit Granit Xhaka gelesen, dass er damit prahlte, jeweils nach dem Training noch 15 min. Zusatzübungen zu machen….? Nachdem er mit grosser Klappe in Gladbach angekommen ist, findet er sich nun auf der Bank wieder. Hoffentlich kommt er wieder auf den Boden, wäre schade um sein Talent!

    • Franz sagt:

      Xhaka gehört zur Kategorie der überschätzten Spieler. Talent ist unbestritten vorhanden, aber ein Reisser war er auch in Basel nicht, sondern hatte den Vorteil, dass er in einem eingespielten Team sich entwickeln konnte. In Gladbach sind die Erwartungen höher, da muss er auch mal eine Führungsrolle übernehmen. Ich habe nicht den Eindruck, dass Favre noch von ihm überzeugt ist. Er wird hartes Brot essen in der BuLi.

      • josé bütler sagt:

        genau meine meinung! xhaka konnte in basel viel von shaqiri (offensiv) und huggel (defensiv) profitieren. sein glanz hat in gladbach schon ordentlich an strahlkraft verloren. darum sehe ich ihn in der nati immer weniger auf der 10! auch bin ich gespannt, wie lange hitzfeld in der verteidigung an djourou und von bergen festhält, der eine hat eine saisonkarte auf der tribühne auf sicher und der andere ist für einen innenverteiger in gottes namen zu klein. hier wären eggimann, klose oder rossini sicher ebenbürtige alternativen. so wie es aussieht, wird auch rodriguez in wolfsburg hartes brot essen und damit seinen platz in der nati gefährden. auch derdiyok, der in der nati noch praktisch nie überzeugt hat, gehört nicht in die startelf!

        “meine” nati:

        ———————————————————————benaglio——————————————————————-

        —lichtsteiner————————klose————————————————-eggimann—————-rodriguez/ziegler—

        ————————————————inler———————————dzemaili————————————————–

        ————–barnetta——————————————–shaqiri————————————-stocker————————

        —————————————————–gavranovic/ben khalifa/zuber———————————————————-

        • Seppe Hügi sagt:

          ich glaube nicht, dass Gladbach (Favre ist unbestritten ein Fachmann / wobei: im Fussball und auch in diesem Blog ist wohl nichts unbestritten) so viel Geld für einen überschätzten Spieler ausgibt. Ich bin mir auch noch nicht sicher, wie gut Xhaka wirklich ist, habe aber auch schon sehr gute Spiele auf hohem Niveau von ihm gesehen, z.B. letztes Jahr gegen Bayern (natürlich im Hinspiel……). Auf der 10 sehe ich ihn auch nicht, sondern momentan auch in der Nati auf der Bank.

        • bulivo sagt:

          Endlich endlich begreift ein Grossteil der Fussballinteressierten, dass dieser Xhaka masslos überschätzt wurde/wird. In Basel hatte er bereits nach 5 Spielen gmeint, Beni Huggel locker verdrängen zu können aus dem Zentrum. Als Huggel dann diverse Verletzungen hatte und Xhaka spielte, war es halt tatsächlich so, dass die Mannschaft des FC Basel in der letzten Saison allen anderen so massiv überlegen war, dass auch ein Xhaka “gut aussah”…

          Wieso aber Gladbach rund 70% des Erlöses aus dem Verkauf von Marco Reus in einen bestenfalls durchschnittlichen DM investiert, war mir schon damals ein Rätsel…

          …wieso aber Othmar Hitzfeld ihn sogar auf der 10er Position einsetzt, ist das noch viel grössere Rätsel…!! V.a wenn man bedenkt, dass Shaqiri diese Rolle beim FC Bayern das einte oder andere mal in den Testspiel relativ überzeugt bekleidet hatte und die CH zudem diverse gute Flügespieler im Kader hat, ist es für mich absolut unverständlich, wieso dieser Xhaka immer wieder auf dieser Position eingesetzt wird!

          Aufstellung von José find ich grundsätzlich sehr oke, evtl. noch schwegler für dzemaili….und zuber wohl eher als Ersatz auf der Flügel- denn auf der Sturmposition.

          • de philippe sagt:

            Zählen sie doch bitte mal die so guten (rechten) Flügelspieler auf! Ich kenne knapp zwei mit Schweizer Pass und die spielen beide vorzugsweise links. Der eine spielt in der Schweiz, der andere ist Bankdrücker. Ganz toll…

        • DAM sagt:

          @josé bütler
          Die von Hitzfeld aufgestellte Verteidigung hat in den vier bisherigen WM-Quali-Spielen erst ein einziges Tor zugelassen. Ganz so falsch kann also Hitzfelds Wahl wohl kaum gewesen sein.
          Hingegen wird für mich Pirmin Schwegeler von Hitzfeld unbegreiflicherweise völlig übergangen.

          • Pedro sagt:

            Nicht dass ich OH verteidigen moechte, aber schon Roy Hodgson hat gemeint: “bei mir spielen nicht die 11 Besten, sondern die beste 11.”
            Gehe hier mit allen einig, dass Xhaka keinesfalls ein 10 ist und dass Shaqiri im Zentrum besser waere.

          • josé bütler sagt:

            und genau gegen norwegen hat der 2.02 riese per kopfball den ausgleich erzielt. du hast aber schon recht, bis jetzt haben wir erst ein gegentor erhalten, wobei die gegner in dieser quali-gruppe aber auch relativ bescheiden sind, es hätte schlimmer kommen können. mir geht es um die automatismen. jetzt sind zwei testspiele vor der türe, da müsste hitzfeld mit zwei anderen innenverteidigern testen, denn, wenn es dann wirklich zur wm geht oder auch in eine allfällige barrage, dann reichts mit “tribühnenhocker” djourou und “zwerg”, 1.81, von bergen einfach nicht mehr! es wäre interessant schwegler neben inler spielen zu sehen. gruss an den pilatus ;o)

  11. Paul Breitner sagt:

    Guter Artikel – Sie sprechen mir aus der Seele. An O. Hitzfelds Stelle würde ich mir gewisse Sorgen machen, ob der aktuellen Lage unser Legionäre.. um die guten Bsp. vorwegzunehmen, wie Lichtsteiner, Klose (endlich), Benaglio, Inler, Behrami sowie Rodriguez, Barnetta & Dzemaili mit Abstrichen…und Shaqiri, der in einem absoluten TOP-Verein spielt…oder eben (noch) nicht so oft spielt…noch dazu sehr jung ist und damit eine Eingewöhnungszeit von mind. 1 Saison zugestehen werden muss! Daneben sind z.B. Ferati, Mehmedi, Derdiyok, Senderos, Fernandes und Djourou hoffnungslos überschätzt und/oder in konstanter Unterform…Xhaka – wenn auch nicht hoffnungslos – wird aber ebenfalls überschätzt. Das ist die Realität, BL/Serie A/Premier League und weitere Ligen sind 1-2 Klassen besser als die CH Gurkenliga…weitere Bsp. gibt es genug – CH-Spieler geniessen zu Recht einen guten Ruf (gut ausgebildet)…gehen dann aber oft zu früh ins Ausland, bzw. sehen sich plötzlich 20 und mehr starken Mitspielern gegenüber und müssen damit klarkommen in der Hackordung hinten anstehen zu müssen, bzw. auch mal auf der Bank platz zu nehmen. Die einen kommen damit klar und setzen sich durch (Sforza und Chapuisat waren TOP), die andern wandern früher oder später wieder zurück – und in den meisten Fällen muss man trotzdem sagen, einen Versuch war’s wert.

  12. Thomas sagt:

    Die Sache ist doch leicht erklärt. Diese Spieler haben einfach nicht die Qualität um dauerhaft in der Buli einen Anspruch auf einen Stammplatz erheben zu können. In der Schweiz wird immer groß kommuniziert, dass hier die beste Jungendarbeit mit den Talenten stattfindet. Schaut euch doch mal die Bundesligamannschaften und deren Altersdurchschnitt an. In jeder Mannschaft gibt es sicher 4-5 junge Spieler die die selbe Qualität bzw. noch eine Stufe höher einzuschätzen sind wie die schweizer Spieler.
    Und das es mit jungen Jahren möglich ist einen Stammplatz bei einem Spitzenverein zu bekommen sieht man ja am Beispiel Badstuber, Müller oder auch Alaba.

    • kurt abächerli sagt:

      wenn aber die u-21 und u-17 gegen den grossen kanton spielen ist es nicht so, dass die schweizer spürbar schlecher sind. es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die leute von grossen stadien und tv-geldern beeindrucken lassen. wenn die gelbe wand in dortmunt tobt und zehnmal lauter ist als das letzigrund heisst das beileibe nicht das der fussball viel besser ist. schweizer fussballer die sich in der buli durchgesetzt haben waren nicht die superfussballer (frei, chapuisat, sforza) und z.B. chapuisat siche kein reisser. könig glück regiert. vielleicht sind die schweizer einfach zu schüchtern. eigentlich wollte ich hier aber nur meine meinung widerholen. hitzfeld raus, zuber, salatic rein.

      • Thomas sagt:

        Naja. Die Schweiz ruht sich auch schon Jahre auf dem U17 Titel aus. Aber was kam danach?
        Es geht ja auch nicht darum sich mit den Jugendtiteln zu ergötzen sondern darauf aufzubauen. Wenn man sieht welche Spieler von der 2009 U21 Mannschaft heute in der D-N11 spielen ist das schon erstaunlich. Wer hat denn den Sprung von der U17èr von 2009 geschafft (Außer Xhaka)?

        Und das der deutsche Fussball wohl 5 Klassen besser ist als die SL sieht man sicher nicht nur an den ZUschaerzahlen oder der Lautstärke in den Stadien. Nicht umsonst gehört Bayern zu den Top 5 der Welt. Auch der Sieg vom BVB gegen Real war ein Qualitätsbeweis der Buli. Die Buli stellt immerhin 3 Mannschaften in der CL, von denen alle gute Aussichten haben eine Runde weiter zu kommen. DIe SL stellt keine Mannschaft in der CL.

      • Auguste sagt:

        hmm…, ich teile ihre ansicht, kurt abächerli. in den jüngsten barrage-spielen der u21 gegen ihre deutschen altersgenossen, war es vor allem der cl-gehärtete lewis holtby von schalke 04, der, hauptsächlich im rückspiel, spielerisch den unterschied ausmachte. was allerdings spürbar war, war dieses unbedingte deutsche wollen. man geht auf den platz um zu siegen, ein anderer gedanke – wozu denn? im mentalen liegen immer noch die grössten defizite der schweizer nationalmannschaften, auch wenn es einen leichten trend zur besserung gibt. und dafür ist nicht nur xhaka’s ego verantwortlich.

        so bemerkenswert das obige zuber-zitat ist, ob’s schon für die nati reicht, bin ich mir nicht sicher. salatic wäre mal ein interessantes experiment, aber im defensiven mittelfeld ist der konkurrenzkampf jetzt schon enorm. sein schicksal wird es wohl sein, ein lokaler held zu bleiben.

        • DAM sagt:

          @Auguste
          Nebst den deutschen Tugenden war im genannten U21-Barrage-Rückspiel vor allem die Naivität der Schweizer Defensive um “Möchtegern-Bundesliga-Star”-Affolter auschlaggebend. Sowohl vor dem 0:1, als auch vor dem 0:2 wurde an der Seitenauslinie ein völlig unnötiges Foul begangen. Die resultierenden Freistösse wurden dann von den Deutschen eiskalt verwertet und schon war das Spiel gelaufen.

    • de Philippe sagt:

      An der Qualität liegts nicht, sondern am Biss, den defintiv nicht alle mitbringen. Oder würden Sie Gökhan Inler als ausserordentlich talentiert bezeichnen? Trotzdem finde ich immer noch lustig, dass Aarau und Basel ihn nicht wollten…
      Alaba brauchte aber auch zwei Jahre bevor er seine Postion fand (oder sie ihn, weil er sonst nirgends eine Chance hätte) und die Deutschen haben in DE selbtverständlich einen Bonus, sowieso die aus der eigenen Jugendabteilung.

  13. Seppe Hügi sagt:

    Ich möchte hier mal um eins bitten: Diejenigen, die nicht müde werden, die Schweizer Fussballmeisterschaft als “grottenschlecht”, “Gurkenliga”, etc. zu betitteln, können dies nun langsam mal bleiben lassen (passt unter “Kommentare” im Blick ganz gut). In den Topligen sind ganz andere Geldbeträge und Strukturen vorhanden. Niemand zwingt euch, ein Spiel der Nationalliga A zu schauen….

    • Andy Dreyer sagt:

      Gut gebruellt Seppe ! Finde auch diese immer wiederkehrenden abschaetzigen Kommentare bringen nichts und sind unangebracht. So schlecht ist die Superleague nicht, wenn man bedenkt was fuer Mittel zur Verfuegung stehen. Die Nati war seit 2004 an jedem grossen Turnier ausser 2012 dabei, Basel macht im Europacup immer mal wieder gute Figur und die Nachwuchsmannschaften des Verbandes haben auch Erfolg. Andere aehnlich grosse Nationen beneiden uns darum. Der Schweizer Fussball ist sicher nicht Schrott

  14. Jea Reno sagt:

    Die meisten Schweizer haben einfach keine geschickten Wechsel vollzogen. Barnett hat bei Schalke mit Affelay, Farfan, Draxler und Holtby zwei Reisentalente aus Deutschland und einen Barca-Spieler vor sich, Wechsel nicht nachvollziehbar. Derdiyok ist zu Hoffenheim, welche sich gerade Joselu von Real Madrid geholt haben. Kein Wunder sitzt der auf der Bank. Xhaka hat die Vorschusslorbeeren verloren und muss sich bei Lucien Favre wieder beweisen (hat auch das Potential dazu). Genauso Shaqiri und Rodruigez (welche sich aber auch durchsetzen werden)

    • de philippe sagt:

      War umgekehrt. Affelay und Joselu wurden erst nach den Schweizern transferiert. Schlimm ists bei Derdiyok, für den Joselu aus der Nachwuchsabteilung (!) von Real geholt wurde um ihm Dampf zu machen. Nun ist er dummerweise besser. Affelay holte man schlicht weil man es konnte. Sicher zu recht. Zu Xhakka, Shaqiri und Rodriguez gebe ich Ihnen recht. Obwohl dieser zuletzt in der Liga und der Nati nur noch ein Ärgernis war.

  15. Rolli Rallo sagt:

    Typisch schweizerisch halt: Anpassen, anpassen, anpassen. Das es dann mit dem Passen nicht mehr so läuft, liegt auf der Hand. Wer immer nach dem Leitwolf schielt, hat das Spiel aus den Augen verloren und kann ihn wenigstens von der Bank aus anhimmeln.

    • bulivo sagt:

      Xhaka wollte sich eben nicht anpassen..und wo befindet er sich jetzt? Richtig, auf der Bank von BMG (was ich nebenbei Sportlich absolut “unterstütze”, bzw. verstehe…)

      Nebenbei sollte man sich als CH-Spieler, welcher gerade mal rund 1 Saison bei Basel gespielt hat, sich eben doch ein wenig anpassen und nicht bei der erst möglichen Gelegenheit von den CL-Spielen schwärmen…

  16. Armando sagt:

    Von einem schweizer Fussballer im Ausland wird ganz einfach etwas mehr erwartet als bloss Mitläufer zu sein. Das gleiche gilt ja auch bei uns, wo von einem ausländischen Fussballer mehr erwartet wird als von einem Einheimischen.

  17. Auguste sagt:

    hmm…, manchmal frage ich mich: was hat othmar hitzfeld im leben eigentlich so schlimmes verbrochen, dass ihm der liebe gott immer mal wieder solche prüfungen auferlegt wie gerade jetzt mit seinen “bänklern” und “lätzen” legionären. am sündenfall mit dem “blick” kann’s allein nicht liegen.

    tatsächlich stehen momentan im ausland vielerorts spieler in der startformation, die in der nati weder stammspieler, noch im erweiterten kader stehen, während unsere spitzenkräfte – zumindest die mit arbeitsort bundesliga – das wort “recaro” schon gar nicht mehr sehen, geschweige denn am rücken wissen wollen. es wäre zum verrücktwerden, wäre es nicht so gut dotiert. aber im fussball kann sich die lage ja jederzeit wieder ins gegenteil verkehren und alles wird gut. vielleicht sogar für abdi.

    • Mario Bernasconi sagt:

      Ja eben auch der Herr Almen Abdi. Viel zu früh weg aus der Schweiz. Spielt nun in der 2ten englischen Liga bei Watford und anscheinend gar nicht sooo schlecht! Möchte mal sehen welcher CH-SuperligaVerein in der 2ten engl.Liga bestehen könnte? Herr A.Abdi wäre vielleicht, hoffentlich, in der Zukunft wieder NatiSpieler? Schön wär’s.

    • josé bütler sagt:

      who the f*** is abdi??? ;o)

  18. Marco Affolter sagt:

    Guter Artikel. Bin eigentlich grösstenteils einverstanden mit der Analyse. Anfügen würde ich noch folgendes. Die Clubs kaufen sich die Spieler nicht bloss, weil sie sich Verstärkung erhoffen. Tatsache ist, dass wohl das Gros der Spieler nicht primär zur Verstärkung des Teams eingekauft wird. Klar, die Big Shots der Branche werden ganz spezifisch gesucht und eingekauft. Aber Spieler der internationalen Unter- und Mittelklasse – und in diese Kategorie fallen wohl 95% der Schweizer Legionäre – werden als Investitionsgüter hin- und hergeschoben. Da sie nicht sehr teuer sind kauft man sie, schaut wie sie sich entwickeln, prüft das Potenzial und schiebt sie, falls sie den Test über eine bestimmte Zeitperiode nicht bestehen, bzw. bei grossem Interesse eines anderen Clubs, einfach wieder ab. Der neue Arbeitgeber beginnt dann das Investitionsspiel wieder von vorne. Ein guter Vergleich sind namhafte Design- und Werbeagenturen: da sucht ein angehender Schweizer Designer oder Werber die Topstelle nach dem Studium. Die Big Shots der Branche im In- und Ausland kann sich die talentiertesten Designer/Werber aussuchen. Der Design-Student wird mit Stolz erfüllt sein, wenn er dann zu AY&R nach New York darf. Dort wird er dann entweder arbeiten wie ein Schwein und mit ganz viel Glück tatsächlich den Durchbruch schaffen. Oder – und dies ist viel wahrscheinlicher – bald schon wieder in den sicheren Hafen Schweiz zurückkehren und bei den Lohnverhandlungen hierzulande, die Referenz AY&R ins Feld führen. Dass er in NY bloss Umsetzer und nicht Kreativer war bleibt sein Geheimnis bzw. auch jenes von AY&R. Denn auch AY&R hat ein Interesse daran, dass ehemalige Praktikanten beim neuen Arbeitgeber dank AY&R-Referenz hoch angesehen werden. Es gewinnen also beide Seiten. So auch bei den Fussballern. Kommt der Bundesliga-Profi zurück in die Schweiz wird er sicher mehr Cash wollen, weil er ja zuvor in der 1.BL gespielt hat. Dass er in Tat und Wahrheit mehr auf der Bank war, bzw. Tee für die Kollegen aufbereitet hat, bleibt sein Geheimnis bzw. jenes des Clubs. Der Club wird ihm jedenfalls wenn immer möglich kein schlechtes Zeugnis ausstellen, sondern beim Verkauf darauf hinweisen, dass seine Position einfach doppelt besetzt ist und man sich hätte entscheiden müssen. Qualitäten hat der Mann definitiv. Nur können wir ihm in unserem breiten Team einfach nicht den Platz bieten den er verdient hätte…bla…bla…bla 🙂

  19. sydney sagt:

    nun hat also xhaka probleme in mönchengladbach weil er nicht mehr regelmässig spielt und sich anscheinend immer noch beim fc basel und in der championsleague wähnt… er beklagt sich anscheinend über sondertrainings etc. fazit: ein hoffnungsvoller spieler mit spielinteligenz aber sonst dumm wie brot. arroganz, dummheit und faulheit waren noch nie eine gute mischung und xhaka scheint eine überdosis davon zu haben… wenn er so weitermacht, wird er in 3 jahren bei yb, gc oder dem fc luzern vorssprechen, da er seine karriere nicht lancieren konnte. übrigens, ich mag ja einen ronaldo nicht, aber der macht regelmässig extra trainings und hält seinen körper topfit…

  20. Pedro sagt:

    Wenn ein junger Spieler den Verein wechselt und ins Ausland geht waere es unter Umstaenden ganz interessant, wenn er wie wir “normalen Arbeitnehmer” nicht einen Zeitvertrag unterschreiben wuerde, sondern einen “ganz normalen Arbeitsvertrag” mit den ueblichen Kuendigungsfristen (oder halt nur kurzfristige Vertraege fuer eine Periode bis das naechste Transferfenster aufgeht). Dann koennte er sich nicht zuruecklehnen und muesste immer wirklich Gas geben. Mit dem Nachteil fuer den Klub bei dem er angestellt ist, dass er ganz schnell weg sein koennte, wenn er dann wirklich einschlaegt. 😉