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Dauerfeuern in der Super League

Mämä Sykora am Donnerstag den 1. November 2012

Bis vor einigen Tagen versprach diese Super-League-Saison eine angenehm ruhige zu werden. Gerade im Vergleich mit der desaströsen letzten, in der das Sportliche lediglich das Rahmenprogramm zu Konkursen, Fast-Konkursen, juristischem Hickhack, Punktabzügen und Fan-Fehlverhalten und Boykotten war. In der Saison 2012/13 sorgten hingegen tatsächlich wieder einmal die Leistungen auf dem Feld für Gesprächsstoff. Die Überraschungsmannschaften GC und St.Gallen waren das Thema, die durchzogenen Leistungen des FCB, die Baisse von Luzern. Es ging doch tatsächlich wieder um Fussball.

Doch dann ging’s doch noch los. Dass es in Sion begann, mochte noch niemanden überraschen. Der Rücktritt von Sébastien Fournier sorgte dafür, dass auch weiterhin die Konstanz (und damit auch allenfalls mal der Erfolg) nicht im Wallis Einzug halten kann. Kurz darauf wurde João Alves bei Servette gespickt. Alles noch im Rahmen. Dann schockte der FCB mit der Trennung von Heiko Vogel, vor wenigen Tagen wurde der zweite Sion-Trainer dieser Saison über die Planke geschickt und YB-CEO Ilja Kaenzig musste seinen Platz räumen. Und damit war’s aus mit der Ruhe. Seither wild über wilde Rochaden spekuliert. FCZ-Sportchef Fredy Bickel soll zu YB, in Luzern feuern Ex-Präsident Stierli und Investor Alpstaeg gegen Sportchef Hermann und Trainer Komornicki. «Der Verwaltungsrat tagt demnächst», heisst es allerorts.

In jeder dieser Sitzungen kann ein Entscheid mit weitreichenden Konsequenzen gefällt werden, denn die Verwaltungsräte der Schweizer Fussballvereine sind die neuen Machtzentren. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein allmächtiger Patron in sämtlichen Fragen alleine entschied. Heute kommen einem Präsident mehrheitlich repräsentative Aufgaben zuteil, wo es lang geht, entscheidet der Verwaltungsrat. «Der Verwaltungsrat entscheidet nicht immer so, wie ich das gerne hätte», sagte etwa Ancillo Canepa nach der Entlassung von Trainer Urs Fischer.

Grundsätzlich ist es nicht schlecht, wenn ein Entscheid von mehreren Leuten getragen wird. Dass aber im emotional aufgeladenen Feld Fussball Strukturen aus der Privatwirtschaft eins zu eins übernommen wurden, birgt auch einige Gefahren. In den Verwaltungsräten der Schweizer Fussballvereine sitzen mehrheitlich Leute aus der Wirtschaft, die diesen Job wohl auch darum antraten, weil sie Fan des Vereins sind. Nur die wenigsten haben in irgendeiner Form Erfahrungen im Profifussball gesammelt, und doch führen sie gleich die Geschicke des Klubs. Sie haben ihre Vorstellungen, wo der Verein stehen sollte, und diese sind – genau wie bei den Fans – vermutlich nicht selten etwas übersteigert, wenn nicht realitätsfremd. Während sich der Fan aber lediglich aufregen kann, hat ein Verwaltungsrat ungleich mehr Einflussmöglichkeiten. Es braucht nur einige Gleichgesinnte in diesem Gremium, und ein Trainer ist seinen Job los. Verwaltungsräte feuern zudem auch noch aus der Anonymität heraus. Kaum jemand kennt die Namen der Mitglieder, sie treten kaum in Erscheinung, wechseln oft – und ihre Entscheide muss ohnehin der Präsident den Medien und den Fans verkünden. Die Schelte kriegt ebenfalls er ab. So ist es noch einfacher, einen Trainer zu feuern.

Ein Jahr und sieben Monate ist Jeff Saibene beim FCSG im Amt, damit ist er tatsächlich der dienstälteste Trainer der Super League. In der Premier League sind die Trainer im Schnitt seit vier Jahren im Amt, in der Schweiz seit fünf Monaten. Das sind erschreckende Zahlen, die der ebenfalls umstrittene FCZ-Trainer Rolf Fringer im «Sonntag» auf «die unrealistischen Zielsetzungen der Klubführungen» zurückführt. Weiter merkt er an, dass «im Gegensatz etwa zu England der Respekt fehlt. Wir sind auf dem Weg, eine ‹Piratenliga› à la Griechenland und Zypern zu werden.»

Es ist tatsächlich sehr schwer, die Möglichkeiten einer Mannschaft, mit der man emotional verbunden ist, richtig einschätzen zu können. Dafür fehlt es gerade in den Verwaltungsräten, die zudem auch noch die Investoren nicht verärgern sollten, an Fachkompetenz. So wird gerne mal «übersehen», dass die letzte Saison vielleicht nicht repräsentativ war (Luzern), eine Handvoll Stammspieler abgegeben wurde (Basel) oder die Ansprüche allenfalls ein Stück zu hoch sind (YB). Der Effekt davon sind die vielen geschassten Trainer, noch immer das Allerheilmittel bei kriselnden Klubs.

Vielleicht ist dies nur eine Übergangserscheinung, bis sich die Vereine an die neuen Strukturen gewöhnt haben und erkennen, dass Verwaltungsräte nicht wie Fans handeln sollten und dass mit einer solchen Fluktuation sowohl auf den Trainerbänken wie in den Vereinsführungen keine Erfolge erzielt werden können. Ein Blick auf die Tabelle sollte schon mal einen Denkanstoss bieten: Mit Uli Forte und Jeff Saibene stehen zwei der drei dienstältesten Trainer der Super League ganz oben. In der Ruhe liegt eben doch die Kraft. Ich als Vereinspräsident würde umgehend Zuckersäckchen mit dieser Redensart drucken lassen und an Verwaltungsratsitzungen zum Kaffee reichen.

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27 Kommentare zu “Dauerfeuern in der Super League”

  1. Auguste sagt:

    hmm…, piratenliga? – so ein chabis. die super league ist eine märchenhafte liga…

    in einem kleinen land, umgeben von hohen bergen, flog einmal ein ball an einem weissen tor vorbei ins wasser. daraufhin schlugen am andern ufer die wellen hoch und scheuchten einen vogel auf nimmerwiedersehen hinfort. ein böser architekt bekam wieder einmal kalte füsse, worauf er hitzig reagierte. andernorts begann ein reicher könig aus den bergen um den vierwaldstättersee auf seinen hofstaat zu schimpfen, der an jedem tor, an dem sie auf ihren zügen durchs land vorbeikamen, scheiterte. der junge knabe ilja aus der altehrwürdigen bundesstadt sah älter und älter aus, daraufhin verstiessen ihn die andern jungen knaben aus ihren reihen und er musst fortan wieder alleine durchs land ziehen auf der suche nach den sagenumwobenen heiligen phasen des erfolgs. warum der schatzmeister auch gleich gehen musste ist seither ein dunkles geheimnis hinter den dicken mauern der stadt.

    am ufer des mächtigen stroms hingegen feierte man die unverhoffte rückkehr eines verlorenen sohnes, der in der fremde sein glück gemacht hatte, und mutter emine lud alle zum fröhlichen kebab ein. fernab steckten ein paar von den zwergen die köpfe zusammen und beratschlagten, ob vielleicht ein bickel beim wiederaufbau hilfreich wäre, währenddessen ein kühner junger recke mit seinem noch kühneren und jüngeren gefolge forte von sieg zu sieg eilt und nach geschlagenen schlachten am warmen bratwurststand an zugigem orte von der wiederauferstehung ihrer geschleiften burg mit hardtem turm träumen. noch ne dose – jemand?

    im osten dieses wunderlichen reiches grünt es schöner den je, seit ein lockiger cowboy namens jeff und ein gaucho namens oscar die bande anführen. (anm. des verfassers: wenn pixar cowboys und astronauten in eine geschichte packen kann, nehme ich mir diese freiheit auch.) nur im westen des landes hält das warten auf die nächste blüte der granatapfelfarbigen weiter an – was für ein fluch.

    und wenn sie nicht rausgeworfen wurden oder abgestiegen sind, dann…

    • WO finde ich hier den “follow me”- und “Daumen hoch”-Button?

    • Pat Hasler sagt:

      @ Auguste: herrlich geschrieben….im Gegensatz zum Blog, welcher den Rauswurf von Yakin in Luzern unterschlägt und das unglaublich lange Engagement von Forte bei GC zu einem Denkanstoss führen soll…..

    • Nik the Quick sagt:

      grossartig, gebt Auguste eine eigene Sub-Rubrik!

    • Marc Leber sagt:

      Wundersam erzähltes Märchen aus dem Fussball-Märchenland mit Namen “Helvetia”! Den Grimm Brüdern in nichts, aber auch gar nichts, nachstehend ¦-) WO ist der verdammte “Thumbs-up” Bötten?

    • Auguste sagt:

      hmm…, freut mich, wenn der kleine taucher in die märchenwelt anklang fand. eigentlich bin ich ja schon längst eine sub(versiv)-rubrik hier, dank der grosszügigen “beinfreiheit”, die mir die grossartigen stammautoren des steilpass-blogs immer wieder zugestehen, wenn ich zwischendurch mal etwas den knüppel aus dem sack lasse.

    • Daniel sagt:

      Weltklasse!!!!!!!!!!!!!

  2. Cris Chelios sagt:

    Ich muss auch immer lachen, wenn ich von derartigen Exponenten höre, dass ein Fussballverein nichts anderes als ein KMU darstelle und nach den selben Grundsätzen zu führen sei. Um dann mit einer wilden Hire and Fire Mentalität genau das Gegenteil umsetzen. Dass ein VR über Transfers oder Trainerentlassungen mitentscheidet ist hanebüchen und ein sehr guter Garant für anhaltenden Misserfolg. Das Zauberwort heisst Kontinuität und keinen Fremdeinfluss auf den sportlichen Bereich. So wie es derzeit in St.Gallen gehandhabt wird, nachdem jahrelang Sponsoren Einfluss genommen haben und Druck auf die jeweiligen Trainer ausgeübt haben. Mit dem bekannten Ergebnis.

  3. Jürgen Kohler sagt:

    Ich weiss nicht, ob die Premier League wirklich als Vergleich taugt, da Ferguson und Wenger den Amtszeit-Durchschnitt gewaltig nach oben schrauben. Als Statistiker würde mich eher der Median interessieren.

  4. Tafor Dexelmann sagt:

    Wer in der Aufzählung vergessen wurde: Murat Yakin, der in Luzern gleich zu Beginn der Saison entlassen wurde.

  5. hans nötig sagt:

    Piratenliga? Eher Operettenliga, wozu auch der Name ein wenig beiträgt (Super ist sie auf alle Fälle nicht). Aber solange in den Nachwungsabteilungen Stabilität herrscht und weiterhin gute Arbeit geleistet wird ist mir das alles eigentlich herzlich egal.

  6. Karl Renner sagt:

    Das mit den Rochaden ist es. Die gleichen Säcke können an anderer Wirkungsstätte weitermachen.

  7. Johann Baumann sagt:

    That’s funny!

    Aber so voellig zutreffend. Und die immer gleichen “Experten” (Ex-Fussballer / Trainer / Manager) werden weiterhin gefragt, zu allem und jedem Geruecht ihren Senf dazuzugeben. Nichts Neues unter der Sonne also.

  8. Marco Polo sagt:

    Ein Grund für die schnellen Entlassungen ist sicher auch die Zehnerliga. Wenn der Strich naht, werden Klubleitungen schnell einmal nervös. In England kann man hingegen gemütlich eine Saision lang im Mittelfeld rumdümpeln.

  9. Buschbrenner Rudi sagt:

    Dieser Blog ist m.E. etwas “generell” gehalten! Wenn man die einzelnen Fälle betrachtet, sind gewisse Entlassungen allenfalls durchaus gerechtfertigt. Was die anderen Fälle betrifft fehlt mir das Insiderwissen, bei der Entlassung von HV beim FCB haben die verantwortlichen Personen ihre Aufsichtspflicht absolut wahrgenommen und richtig gehandelt!
    Ich gehe jedenfalls stark davon aus, dass die VR bei den meisten Vereinen (auch wenn sie aus der Privatwirtschaft kommen)über doch ein wenig mehr Wissen verfügen was im eigenen Club so abläuft als irgendwelche Journalisten welche dann – meist aus der Fussballfach- und Allwissenheitszentrale Zürich – das Ganze richtig einzuordnen wissen…..

  10. Nik the Quick sagt:

    Noch vor wenigen Jahren gab es nur CC, der sich als Querschläger und komischer Kauz präsentiert. Heute gibt es nur wenige Vereine in der SL, deren Führung nicht von derartigen Köpfen beherrscht wird. Eigentlich ist die halbe SL ein Theater von Selbstdarstellern wie Stierli, Caneppa, CC, dem YB Vorstand, dem FCL VR und den Yakins.

    Wenn ich der Sepp wäre würde ich mir die Einführung einer Transferphase für Trainer überlegen, genau wie bei den Spielern. Dies würde einerseits die Trainer vor Leuten wie CC schützen und andererseits kleinere Clubs vor feindlicher Trainerübernahme durch grössere Clubs.

    Was am meisten erstaunt, ist die Tatsache, dass die ganze Trainerwechslerei noch nie und nirgends den Erfolg gebracht hat. Klar gibts Phasen wo ein Trainer ausgetauscht werden muss, weil er die Manschaft gegen sich hat (Maggat) oder weil er sie nicht mehr erreicht (Sforza). Aber nach knapp 2 Monaten den Trainer wegen Misserfolg zu entlassen zeugt nicht von Sachverstand.

    • DAM sagt:

      Warum sollten die Trainer mit neuen Reglementen vor CC und Konsorten geschützt werden? Jeder der den Job in Sion annimmt sollte doch mittlerweile wissen auf was er sich da einlässt. Und dennoch findet sich immer wieder irgendjemand der den Job macht…

      • Auguste sagt:

        hmm…, dam, ich glaube, cc und der fc sion würden problemlos genügend stoff für mehrere dissertationen in volkswirtschaftslehre und psychologie liefern. aber auch als angehende domina, könnte man sich rund ums studio tourbillon wohl noch noch den einen oder andern “trick of the trade” abschauen – sieht man mal vom lederjacken-geschmack des präsidenten ab.

        wie jede saison grosses kino in der provinzarena tourbillon, wo trainerverträge inoffiziell “flugtickets” heissen.

  11. micha sagt:

    Der Hintergrund solch aktivistischen Verhaltens ist das prekäre Geschäftsmodell vieler Super League Vereine – eine unerfreuliche, aber unstreitige Tatsache. Es gibt nur wirklich Aussicht auf Erfolg, wenn man sich regelmässig für CL oder mindestens EL qualifiziert. Abstieg ist ohnehin verboten, da in der Challenge League ganz andere finanzielle Verhältnisse herrschen. Auch vor diesem Hintergrund ist der kurzfristige Erfolg derart dominante Handlungs-Richtlinie geworden. Dies kombiniert mit der Tatsache, dass für viele talentierte Spieler, einheimische wie Ausländer, die Super League nur Durchgangsstation für die grösseren Ligen ist. Deren Verkaufserlöse sind dann besonders hoch, wenn die Spieler aktuellen Erfolg haben.
    Die Trainer sind dadurch in einer unmöglichen Situation. Sie müssen, statt etwas mittel- und langfristig aufbauen zu können, rasch Erfolg haben. Per definitionem geht dies nur für 1-3 Trainer pro Saison, so dass der Rest der Trainer ständig am Abgrund steht. Auch die Presse, inlusive des Tages-Anzeigers, spielt dann eine oftmals verderbliche Rolle.
    Neben diesen objektiven Tatsachen sind spezielle personelle Umstände wie in Sion oder zeitweise anderswo für das hire and fire auf der Kommandobrücke verantwortlich. Netto bringt das nix. Was ich gut finde, dass es zeitweise auch die Verwaltungsräte (wie bei GC) letzte Saison oder die Sportchefs erwischt. Ich finde ich es viel vernünftiger, dort anzusetzen, als bei den Trainern.

  12. rodolfo sagt:

    Selbstdarsteller: Ja-Ja- diese gibt es genug und wo sind sie klassiert? Luzern-FCZ: Gut YB
    geht noch und der grösste davon ist Sion der ist ja noch gut dabei, aber CC ist ein unmöglicher
    Typ: wetten dass noch vieles passiert in dieser Saison! und wenn CC glaubt dass er mindestens
    den 2.Platz in der Meisterschaft erreicht, dann irrt er sich: oder er muss mal für ein paar Monate
    verschwinden, damit ein Trainer in Ruhe arbeiten kann, aber das wird schwierig sein!!

  13. DAM sagt:

    “Ein Blick auf die Tabelle sollte schon mal einen Denkanstoss bieten: Mit Uli Forte und Jeff Saibene stehen zwei der drei dienstältesten Trainer der Super League ganz oben. In der Ruhe liegt eben doch die Kraft.”

    Es gibt zwei Varianten:
    1. Der Erfolg hat sich wie von Mämä beschrieben aufgrund der langen (bzw. etwas längeren) Amtszeit der genannten eingestellt.
    2. Die beiden sind noch im Amt aufgrund ihres momentanen Erfolges.
    Ich tendiere stark zu Letzterem.

    • Mämä Sykora sagt:

      Natürlich ist die Gefahr einer Entlassung geringer, wenn es sportlich gut läuft. Nur: Jeff Saibene ist mit dem FCSG abgestiegen (!) und wurde gar nach dem Wiederaufstieg ausgepfiffen, Uli Forte holte aus den ersten 8 Spielen mit GC ganze 2 Punkte. Dafür wäre man anderso mit ziemlicher Sicherheit schon gefeuert worden.

      • Pedro sagt:

        Wobei Forte das Glueck hatte, dass ihm GC 3 extrem wichtige Spieler geholt hat. Der waere doch immer noch dort wo Sforza gewesen ist, wenn er Salatic, Grichting, Vilotic und mit Abstrichen Ben Khalifa nicht haette. Und damit waeren wir wieder dort, dass er in der Winterpause entlassen wuerde.

  14. C. Basler sagt:

    Genau, realistische Erwartungen sind echte Mangelware.
    Es wird von vielen Vereinen die “fehlende Winnermentalität” erzwungen. Alle Vereine werden mit dem FCB verglichen (nicht aber das eigene Budget) und es wird von oben behauptet, es läge nur an der falschen Einstellung, bzw. Führung. Leider nicht nur.
    Doch das will man nicht wahrhaben (die Wahrheit tut meistens weh) und man handelt wie ein “Winner” = Kein Titel / ein paar unglückliche Niederlagen = Aus die Maus.
    Das wirkt sich auch auf den Respekt vor dem Trainer auf die Mannschaft aus.

  15. Andi Meier sagt:

    Ich finde eigentlich schon, dass die Strukturen aus der Privatwirtschaft auf einen Fussballverein übertragen werden können. Das impulsive, emotionale Verhalten ist wirklich Problem und das finde ich eigentlich erstaunlich, denn ein Unternehmer wie z.bsp. Alpstaeg hat zur Swisspor sicher auch eine emotionale Bindung und verhält sich trotzdem professionel.
    Dass er, wie beim FCL, in aller Öffentlichkeit gegen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter feuert, würde bei Swisspor sicherlich nie vorkommen.
    Während einige B. Heusler bei Vogels Entlassung als kühl und emotionslos kritisierten, fand ich genau das positiv und professionel. Auch wenn ein Präsident mit viel Leidenschaft einen Verein führt, muss er bei wichtigen Entscheidung die Emotionen ausblenden. Die Vereinsstrukturen spielen dabei eine untergeordnete Rolle.
    “It’s not personal, it’s strictly business.”

    • Franz sagt:

      Figuren wie Alpstaeg und Stierli haben doch grossen Unterhaltungswert in dieser biederen Liga. Aber es geht nicht nur darum: Leute, die viel eigenes Geld in die Clubs investieren, haben doch das Recht auf Meinungsäusserung. Sie reden nicht um den Brei herum wie Heusser, sind eben nicht Anwälte, sondern sagen, was sie denken. Und man kann doch nicht sagen, dass Alpstaeg und Stierli zufrieden sein sollen mit den Leistungen ihres Personals. Das Grundproblem ist nämlich genau dieses, und es betrifft nicht nur den FCL: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht bei den allermeisten Clubs der SL. Was zu Zuschauerschwund führt, und damit einhergehend zu weniger Sponsorengeldern. Die Stadien sind in der Schweiz viel zu teuer, das Personal wurde in den letzten Jahren immer zahlreicher und besser bezahlt, aber die Performance ist schwach. Von Basel in den letzten Jahren mal abgesehen. Eigentlich könnte nur gerade Lausanne einen Abstieg verkraften, dank bescheidenem Budget und altem Stadion. Für alle anderen Clubs wäre die Challenge League eine Katastrophe: noch weniger Zuschauer, noch weniger Sponsoren, noch weniger TV-Einnahmen. So ist es klar, dass die Führungsleute und Geldgeber nervös werden nach ein paar Niederlagen. Die Zehnerliga bietet wenig Raum für Experimente und Geduld. Vom Budget her müsste mehr als die Hälfte der Clubs sich für einen europ. Wettbewerb qualifizieren (FCB, FCZ, YB, GC, FCL, Sion). Oder jedes Jahr einen lukrativen Spielerverkauf tätigen können, damit die Rechnung ausgeglichen ist. Man kann nicht einfach erwarten, dass immer ein Mäzen sein Portefeuille öffnet. Ob dann die Personalentscheide richtig sind, zeigt ja erst die Zukunft. Die allermeisten Entlassungen waren jedenfalls nachvollziehbar. Für Aussenstehende und Presse ist es einfach zu kritisieren. Wer glaubt, es sei einfach, einen Club zu führen, sollte mal in der 4. Liga beginnen. Viele Kritiker kämen schon dort an ihre Grenzen.