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Servette, der Absteiger

Mämä Sykora am Montag den 8. Oktober 2012
Servette Spieler Genseric Kusunga und Christopher Routis nach einer Niederlage gegen Lausanne, 26. September 2012. (Foto: Keystone)

Servette-Spieler Genseric Kusunga (l.) und Christopher Routis nach einer Niederlage gegen Lausanne, 26. September 2012. (Foto: Keystone)

Am Wochenende stellte Servette einen neuen Rekord auf: So gut wie die Genfer ist noch nie ein Verein in der obersten Schweizer Liga gestartet. Die Plätze im Stadion waren zudem zu 96,3 Prozent belegt. Das ist phänomenal.

Am Wochenende stellte Servette einen neuen Rekord auf: So schlecht wie die Genfer ist noch nie ein Verein in die Super League gestartet. Die Plätze im Stadion waren im Schnitt zu 20,5 Prozent belegt. Das ist erschreckend.

Sie werden es erraten haben: Den ersten Rekord stellten die Hockeyaner von Servette auf, die vor 7000 Zuschauern gegen Biel den neunten Sieg im neunten Spiel feiern durften. Der zweite Rekord gehört den Servette-Fussballern, die gegen Basel die zehnte Niederlage im zwölften Spiel kassiert haben, dabei 27 Gegentreffer zuliessen und die noch immer ohne Sieg sind. Das sind die Werte eines designierten Absteigers.

Präsident beider Klubs ist der Kanadier Hugh Quennec. Der Vorzeigeoptimist, der mit seiner Investorengruppe den Servette FC vor dem Konkurs rettete, hat sich das nach der angesichts der chaotischen Zustände und der ungewissen Zukunft famosen letzten Saison wohl anders vorgestellt. Auf dem vierten Rang liefen die Genfer damals ein, weshalb man bis Anfang August noch von der Europa League träumen durfte. Davon ist man derzeit meilenweit entfernt. Eine Überraschung ist das nur bedingt: Die Leihspieler Miranda, Saleiro und allen voran Ishmael Yartey zogen ebenso weiter wie Stéphane Nater (zum FCSG), mit dem nun deutlich bescheideneren Budget konnte sich Servette als Ersatz für die vormaligen Leistungsträger nur noch Pasche, Lang und Kusunga ausleihen. Die Qualitätseinbusse ist offensichtlich.

Auch der Trainerwechsel von João Alves zu Sébastien Fournier brachte bislang keine Besserung, auch wenn die Partie gegen den FCB gestern so etwas wie ein Lebenszeichen war. Fakt ist: Servette hat gerade mal zwei Pünktchen auf dem Konto, sieben Zähler Rückstand auf den rettenden Platz 9 und bereits 19 auf Platz 4, auf dem sie zum Ende der letzten Saison standen. Selbst gegen den Léman-Rivalen Lausanne – selbst ein heisser Abstiegskandidat – gab es heuer schon zwei Niederlagen und sechs Gegentore. Es ist zwar erst ein Drittel der Meisterschaft gespielt, doch für mich steht Servette schon fast sicher als künftiger Challenge-League-Verein fest.

Wie sagte Hugh Quennec, als er den Job beim Servette FC annahm? «Es ist wichtig, dass die Gesellschaft den Klub unterstützt. Ich stelle Zeit, Energie, Erfahrungen und Zuversicht zur Verfügung – Geld kommt von anderen Leuten. Von jenen Leuten, die gerne bereit sind, für das, was wir hier bieten, ein Ticket kaufen.» Nun musste er feststellen, dass dies nur sehr wenige sind. Den viertbesten Zuschauerschnitt hatten die Genfer noch letzte Saison, aktuell zieht nur gerade das kleine Thun noch weniger Publikum an als der 17-fache Schweizer Meister aus der zweitgrössten Stadt des Landes. Es ist eines der grossen Probleme des Klubs: Servette interessiert nur, wenn es an der Spitze mitspielt. Das genaue Gegenteil ist derzeit und in absehbarer Zeit der Fall.

«Servette soll stabil werden, für viele, viele Jahre», wünschte sich Quennec weiter im März dieses Jahres. Es blieb beim Wunsch. Auf dem Platz ist Servette nicht Super-League-tauglich, das Interesse der Bevölkerung schwindet mit jeder Niederlage. Der weitere Weg des Traditionsvereins scheint sich schon abzuzeichnen: Relegation, weiterer Zuschauerschwund, erliegendes Interesse von Investoren und Sponsoren – denn auch für die ist Servette nur dann verlockend, wenn man an der Spitze mitspielt.

Es ist eine wegweisende Spielzeit für Servette. Der Klub müsste sportlich die Leistungen der Vorsaison bestätigen, um wieder als Spitzenverein wahrgenommen zu werden, gleichzeitig muss die Führung das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. So wird das nix. Der zum Erfolg gezwungene Verein wird aller Voraussicht nach in die Challenge League fallen, und ob dann der «Winnertyp» (Selbstbezeichnung) Quennec noch Lust hat, «Zeit, Energie, Erfahrungen und Zuversicht» dafür zu opfern, steht noch offen. Falls nicht, findet sich Servette bald wieder dort, wo es nach Pishyars Flucht kürzlich schon einmal war. Nur eine Liga tiefer.

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36 Kommentare zu “Servette, der Absteiger”

  1. Flo sagt:

    Wenn der SVF ein seriöser Verband wäre, hätte Servette diese Saison niemals in der Super League spielen dürfen. Zwar konnte Servette mehr schlecht als recht gerettet werden, doch scheinbar reicht das Geld ja nicht einmal für Autogrammkarten, geschweige denn für ein Super League taugliches Kader. Xamax wurde letzte Saison in Rekordzeit zu Grabe getragen, Sion unverhältnismässig viele Punkte abgezogen (und damit AARAU den Aufstieg verunmöglicht) und Servette gewährte man eine ziemlich lange Gnadenfrist. Nun zeigt sich, besser wäre gewesen Servette hätte gleich einen Neuanfang planen können.

    • Thomas sagt:

      Tja, die letzte Saison war eh ein Desaster.
      30% der Clubs waren in massive Probleme geraten (Servette, Xamax, Sion). Xamax war nicht mehr zu retten (Verschuldung in zweistelliger Millionenhöhe), Servette braucht eine knallharte Sanierung und Sion, tja, die Streitereien mit dem SFV sind legendär. Daneben hätte eigentlich GC gegen Aarau spielen müssen. Da wäre Uli Forte jetzt Trainer in der Nati B.

      Wenn einer Servette retten konnte, dann war es schon Hugh Quennec, allen anderen hätte ich es nicht zugetraut.

  2. Frédéric sagt:

    Aha, ein frustrierter Brügglifelder. Einfach mal ein paar Behauptungen aufstellen. Was heisst SVF übrigens?

    • Hans Füglistaller sagt:

      Schweizerischer Vussball-Ferband, dänk!

    • Flo sagt:

      Entschuldigen Sie meinen Tippfehler, SFV wäre natürlich richtig gewesen, da kommt man natürlich nicht von selber drauf. Und vielleicht können Sie mir ja noch erläutern, was an diesen “paar Behauptungen” falsch sein soll? Frustriert ist im Brügglifeld ganz sicher niemand, man ärgert sich nur, weil man in dieser Saison mit dieser Mannschaft locker hätte in der Super League mitspielen können. Nun warten wir halt bis nächsten Sommer.

      • Micze sagt:

        Warum wird dann überhaupt noch gespielt wenn Aarau bereits auf- und Servette bereits abgestiegen ist…?

      • Richard N sagt:

        Wenn ich mich recht erinnere, ist der FC Aarau vor einigen Jahren nur nicht abgestiegen, weil Lugano zwangsrelegiert wurde. Die Aarauer sind wohl die Letzten, die hier irgendwas von Ungerechtigkeit verzapfen sollten.

    • marc sagt:

      Mämä, könntest du mal einen Eintrag zum Thema Unterschied zwischen SFL und SFV machen? Hierzulande scheint das einige zu verwirren.

  3. Kusi sagt:

    Nun abgerechnet wird bekanntlich dann wenn der Ball nicht mehr rollt und das ist lieber Mämä Sykora im Frühling 2013. Wenn es Servette dann geschafft hat gegen alle Widrigkeiten im Oberhaus zu bleiben freue ich mich schon auf Ihren Blog Eintrag und Ihre von Kompetenz Sprühende Erklärung dazu. Wenn die Grenats dann halt in die CHL müssen begleiten wir die Jungs auch da hin. Da der SFV ein seriöser Verband ist muss er sich auch an die Gestze in der Schweiz halten. Nicht nur der SFV hat Servette mehr Zeit gegeben (Merci!) sondern auch die zuständige Richterin in Genf welche für das Konkursverfahren zuständig war da die Investorengruppe um Quenneq einen vernünftigen Rettungsplan präsentierte und 8,5 Mio Schulden und Verpflichtungen in Rekordzeit den Kampf angesagt hatte. Dies war wie jetzt zu sehen ist eine gute und richtige Entscheidung. Sportlich ist Servette noch nicht in Fahrt was mich auch nicht verwundert nach all den Abgängen und der richtigen und wichtigen Budgetreduktion auf 5 Mio Fr. Und zum Schluss: im Gegensatz zu anderen Vereinen und deren Präsis und Sportchefs hat sich in Genf noch niemand darüber beklagt dass Servette in dieser Saison bereits 3 Tore zu Unrecht aberkannt wurden darunter vorallem das 1 : 0 gegen Luzern wo nur der Sackschwache Schiri Sascha Amhof und sein blinder Assi an der Linie ein Offside gesehen haben oder war dass gar eine Aarauer Retourkutsche (Amhof stammt aus Rohr bei Aarau) für den verpassten Aufstieg des FC Aarau??Wohl ein Schelm wer solches denkt…:-)

    • Karl Renner sagt:

      Wenn das Versagen einer Gurkentruppe gerechtfertigt werden soll, dann kann man am Schluss immer noch die Schiedsrichter bemühen.

    • Daniel sagt:

      Ja Herr Kusi, die ganze Fussballwelt hat sich gegen die Genfer verschworen. Sogar ein Schiedsrichter aus Rohr bei Aarau???Selten so einen Schwachsinn gelesen. Mämä hat leider in Bezug auf Servette recht. Nun das Pech ist , dass es kein Xamax und keinen Fall Sion gibt. Fakt ist, so wie sich die Mannschaft derzeit präsentiert, ist die Richtung vorgegeben.

      • Mäsi sagt:

        Keine Panik, CC lässt sich schon noch was einfallen, um Servette zu retten.

        @Kusi: Einen Abstieg von Servette erwarten ist ja nun wirklich keine Allerweltsprognose. Oder glaubst du ernsthaft mit voller Überzeugung an einen Ligaerhalt? Auf wessen Kosten?

        • Kusi sagt:

          Hallo Mäsi,

          natürlich glaube ich mit Überzeugung an den Ligaerhalt. Im Moment sehe ich allerdings auch nicht wer denn im Frühling hinter uns liegen wird dafür spielt Servette zur Zeit einfach zu schlecht (gestriger Lichtblick gegen Basel mal ausgenommen). Es sind aber ja noch viele Punkte zu vergeben in dieser Saison weshalb ich doch hoffe dass sich die Aussage von Herrn Mämä Ende dieser Saison als falsch erweisen wird. Schöne Bemerkung von dir das sich CC was einfallen lässt um Servette zu retten…:-)

  4. Philippe sagt:

    Einstweilen sind die treuesten Grenat Fans (sie nennen sich u.a. “Enfants du Servette”) einfach nur traurig, dass ihr Club – den sie mit einer Vielzahl von Aktionen zu retten geglaubt hatten – in die gegenwärtige Schieflage geraten ist. Kanonenfutter für die grossentils sehr viel reicheren deutsch-CH Clubs zu sein ist nicht gerade eine angenehme Erfahrung!Die “Unparteiischen” so einfach aus der Schusslinie zu nehmen, wäre etwas zu kurz gegriffen, zu flagrant sind in den letzten Spielen gewisse Fehlentscheide (gegen SFC) gewesen. Viellicht wird sich das dann mit der Zeit etwas ausgleichen. Aber eben: vielleicht…

  5. Miguel Delgado sagt:

    Ja es sind schlimme Zeiten fuer uns. Ganz schlimme, nur hat unser lieber Maemae einen Grund vergessen: das unheimliche Verletzungspech das bis anhin weiterlaueft. Waere wohl noch ein anderer Rekord und falls es mal schlecht lauft dann braucht es einiges bis man das Ruder wieder rumreissen kann. Das ist Fussball und wir sehen es diese Saison wieder und die unheimlichen Unterschiede zwischen der letzten Saison und dieser (siehe GC, SG und Luzern). Die haben nicht schlechtere oder bessere Mannschaften als letztes Jahr, alles laueft aber ganz anders.
    Wie auch immer: Servette ist neben GC der groesste Fussballklub der Schweiz und gehoert in die CL! Und ich glaube daran dass es wieder aufwaerts geht in dieser Saison! Und in ein paar Jahren werden wir wieder Schweizer Meister! Natuerlich bin ich seit immer ein absoluter Servette Fan, und werde es immer bleiben!
    Alors: ALLEZ LES GRENATS!

    • Tommy sagt:

      Jetzt fragt sich nur noch, für was “CL” in Ihrem Beitrag steht? Champions League? Oder doch Challenge League? 😉

      Als Fussballfan finde ich, dass Servette mit dieser Geschichte und diesem Stadion langfristig einen Platz in der Super League halten sollte. Schade, aber vielleicht braucht’s diese Korrektur um langfristig wieder etwas auf die Beine zu stellen.

    • Daniel sagt:

      @ Miguel Delgado
      Ja sicher GC hat wirklich keine bessere Mannschaft als letztes Jahr. Dann muss es wohl die neue Farbe des Auswärtsdresses sein. Oder das Pumalogo.

  6. Auguste sagt:

    hmm…, die chance ist minim, aber wenn der fc luzern nicht bald aus seiner abwärtsspirale herausfindet, dann könnte es schon noch spannend werden ganz am tabellenende. servette wirkte gestern im spiel gegen basel absolut nicht so desolat, wie es die tabelle und der punktestand andeuten. das passspiel der welschen war oft sogar flüssiger als das der basler. ganz abschreiben würde ich die genfer noch nicht, aber es wird schwierig werden, sich da hinten raus zu spielen – im abstiegskampf sind in der regel andere tugenden gefragt als spielkultur.

    dennoch, an einem guten tag liegen der fcz, lausanne, thun und luzern nicht völlig ausser reichweite. wenn man sich darauf konzentriert, die regelmässig zu schlagen, könnte das wunder ja doch noch möglich werden. zweifel sind allerdings angebracht.

    • DK sagt:

      Es würde schon helfen, wenn Servette einen Goalie hätten, der mehr als nur 2.Liga-Niveau hat … jedes Mal, wenn ein gegnerischer Angriff nur schon ansatzweise Richtung Gonzalez rollt, muss man eine Heiden-Angst haben dass ein Tor fällt … das vermittelt der Mannschaft natürlich keine Sicherheit.

      Wobei es ingesamt vielleicht etwa 3-4 Spieler hat, die wirklich Super League Niveau haben. Dazu nochmals etwa die selbe Menge bei den gerade Verletzten. Gibt zusammen schon fast eine Mannschaft. Fast …

  7. Kusi sagt:

    Ja Herr Daniel da ist mir wohl ein Fehler passiert, die Gemeinde Rohr hat ja im Jahre 2010 mit der Stadt Aarau fusioniert, sorry für den Fehltritt. Verschworen hat sich auch niemand gegen Servette aber wenn Sie das so sehen will ich Ihnen nicht wiedersprechen. Für mich als Erstbloggerer bleibt nach meinem ersten mal hier unter Freunden des Fussballs leider aber nur die Feststellung das es für ein bisschen Humor hier wohl keinen Platz hat. Ja und Herr Renner wie ich schon geschrieben habe wird in Genf nicht über Fehlentscheidungen der Unparteiischen diskutiert, bringt ja auch nicht viel wenn die Mannschaft so schlecht spielt aber sie schmerzen halt doppelt wenn es nicht läuft.

    Ich wünsche allen eine schöne Woche und eine tolle Natipause mit hoffentlich 6 weiteren Punkten.

    • Daniel sagt:

      @Kusi
      Habe ein bisschen zu hart geantwortet, sorry. Aber über die Schiris und deren Entscheide müssen wir glaub ich nicht mehr gross diskutieren. Wie schon gesagt, letztes Jahr hätte es GC vermutlich erwischt. Nur jemand wird absteigen und im Moment siehts halt nach den Genfern aus. Kann sich aber schnell ändern.

      • Kusi Gallati sagt:

        @ Kusi. Ich würde es Dir und den Servette-Fans gönnen, wenn ihr in der obersten Spielklasse bleibt. Wer noch die guten Zeiten mit Favre, Rummenigge und Co. miterlebt hat, der weiss auch als Fan eines anderen Klubs, dass Servette schon aus Tradition dahin gehört. Aber Tradition allein wird Servette leider nicht helfen. Vielleicht kann sich ja doch noch einer der tausenden von reichen Genfern durchringen, den Klub finanziell zu unterstützen. Geld ist in Genf ja eigentlich genug vorhanden…

  8. Stanley sagt:

    Naja ob es jetzt GC letztes Jahr wirklicvh erwischt hätte, blebt mal dahiungestellt. Es war sehr früh klar, dass man nicht absteigen konnte und somit hat man bei GC weiter mit den Lehrlingen aus der U21 weiter gespielt und auch so die Saison beendet.
    Ich bin aber sicher, dass man wenn die vorzeitigen Absteiger nicht bekannt gewesen wären, man ganz sicher ragiert und Verstärkung geholt hätte…..

    wie auch immer, bisher sieht Servette nach dem Absteiger aus, jedoch ist die Saison noch lang und es kann noch viel passieren!!!!

  9. Rolf Wegmann sagt:

    Sind wir doch mal ehrlich, wen interessiert das Rumgegurke auf und neben den Schweizer Fussballplätzen eigentlich noch? Früher wurde die Österreichische Liga als Operetten-Liga bezeichnet, genau so weit ist es heute mit der Super League! Lizenzentzüge, Gerichtsfälle, Punktabzüge, Schiedsrichter-Schelte en masse, ein aktueller Tabellenführer der abgestiegen wäre und was weiss ich noch alles bestimmen seit längerer Zeit unseren Fussball, einfach nur noch zum lachen. Ich habe mir gestern wieder mal ein Super League-Spiel im TV angeschaut (FCZ – YB) und ich muss sagen, sowas tue ich mir nur noch an, wenn auf allen anderen Sendern zeitgleich Rosamunde Pilcher läuft. Zweitliga-Niveau par exellence… Wer etwas später noch Hannover – Dortmund geschaut hat, hat sich wohl wie ich gefragt, ob das wirklich die gleiche Sportart war. Ich bin nun wirklich von keiner der beiden Mannschaften Sympathisant, aber das hatte was mit Fussball zu tun. Und wenn ich von Herrn Wölfi noch zu hören bekomme, dass es halt mit sooooo vielen Spielen in den letzten Wochen schwierig war… Da lach ich mich glatt kaputt!! Zwei Spiele pro Woche sind einem Fussballer offensichtlich nicht mehr zuzumuten, aber Ende Monat für NIX die grosse Kohle kassieren, dann ist alles super! Ergo, wenn interessiert’s ob Servette absteigt oder nicht!

  10. Karl Eigenmann sagt:

    Servette gehört einfach in die oberste Liga. Vielleicht sollte es für Clubs die >10 Titel gewonnen haben, eine Wildcard geben – warum auch nicht? Denn Aarau für Servette?!? Das kann es echt nicht sein!

    • Denken wir doch mal Ihren geistigen Input zu Ende, Herr Eigenmann. Gemäss Ihren willkürlich gewählten >10 Meistertitel-Wildcard-Aspiranten wären somit gesetzt:

      http://www.rsssf.com/tablesz/zwitchamp.htm

      = GC, Servette, FCB, FCZ, YB.

      Die derzeitig restlichen Teilnehmer der RSL, nämlich Thun, Lausanne, St.Gallen, Sion und Luzern streiten sich um den Absteiger-Platz.

      Sion, als 12maliger Cupsieger, gehört selbstverständlich auch in die RSL, keine Frage. Die Thuner, mit der Winnermentalität der Champignonsleague-Erfahrenen, müssen, nur schon dank der gewonnenen Koeffizientspunkten, zwingend in den UEFA Europa League-Plätzen vertreten sein. Lausanne, mit 7 Meistertiteln und 9 Cup-Siegen (2 mehr als Servette) gehört ja wohl auch in der Kreis der andächtigen RSL Top 10 !

      Bleiben noch St.Gallen und Luzern. St.Gallen hat, warum auch immer, ca. 10’000 bezahlende Zuschauer mehr als Servette, also DIE bleiben ganz klar oben, auf soviel Geld verzichtet niemand freiwillig. Somit darf Luzern gegen den amtierenden CL-Tabellenführenden Aarau die Relegation/Verbleib wechselndwirkend in Angriff nehmen. Und das darauffolgende Jahr kommt der Traditionsverein Lugano zum Zuge. Wäre da nur nicht La-Chaux-de-Fonds…3 Meistertitel, 6 Cupsiege, gleichviel/mehr wie Lugano und Aarau.

      La-Chaux-de-Fonds gehört in die oberste Liga! Nicht Aarau, nicht Lugano; Vaduz, Winterthur und Bellenz schon gar nicht! Warum auch, sportliche Erfolge gemäss Reglement sind irrelevant, Wildcards sind das Mass der Dinge!

      Dies ergibt folgende, für 300 Jahre geltende Tabellenrangordnung:

      1. FCB (einmal pro ca. 8 Jahre ein Weiterkommen in der CL möglich, ansonsten deckt Gigi die Verlustrechnung) 2. Die Veryoungboyser (Qualität dank Rhys-Kohle setzt sich durch, der designierte 2. Platz sei Euch gewährt, bitte auf weitere 24 Jahre warten). 3. Sion (sofern der Präsident endlich mal das Zepter auf dem Platz übernimmt, Trainer braucht’s nicht) Und sowieso sollte ER in’s Tor und überhaupt dem Kinderschläger Serey Die das Wetten verbieten, die roten Karten werden langsam auffällig ! 4. Thun (eben, den Longo zurückholen und das Winnern wird in den Genen eingepflanzt, so die Fussballer nicht gerade neue Gene bei den Fussball-Groupies einpflanzen 5. FCZ ( Die Rauchschwaden der Canepa’s waren ungenügend, nun wird der Nebel der legalisierten Südkurven-Petarden die Gegner in’s Ungewisse laufen lassen) 6. Lausanne (9xCup, 6xMeister = 15 Titel, ergibt Quersumme 6 = 6.Platz.) 7. La-Chaux-de-Fonds, (6x Cupsieger, 1x Finalist, den Zahlenspielereien sei Dank) 8. St.Gallen ( „Dies ist die Stätte meiner Ruhe ewiglich; hier will ich wohnen, denn das gefällt mir”. Worte des Gallus, so sei es.) 9. Servette (Hugh Quennec wird’s schon richten, kleines Budget, seriös, das Optimum herausholen.) Der 10. Platz wurde ersatzlos gestrichen, die Schweiz hat das ewige Rekordmeister-Geschwafel endgültig satt.

  11. Frédéric sagt:

    Wer sich beklagt, dass Servette dem Konkurs entgehen durfte, wie unser Aarauer Kollege, dem sei in Erinnerung gerufen, dass auch andere Vereine Toleranz erfahren durften, als sie einen Schritt vom Konkurs und damit der Relegation am grünen Tisch entfernt waren: Luzern, St. Gallen oder die Kloten Flyers. Wenn Aussicht auf Rettung besteht und die Schulden beglichen werden, ist es ja nur logisch und gerecht, auch gegenüber den Gläubigern (das wird nämlich häufig vergessen), dass Fristerstreckung gewährt wird. Im Konkursfall verlieren die direkt Beteiligten. Der Club, der durch die Hintertür in die SL aufsteigen wollte, verliert nichts, er profitiert nur nicht, Nuance! Was besonders witzig ist bei einem Verein, der mindestens einmal sportlich nur deshalb dem Abstieg entgangen ist, weil ein anderer zwangsrelegiert wurde. Der Unabsteigbar-Mythos hätte dann etwas weniger lang Bestand gehabt.
    Dass die Genfer zu 99 Pro absteigen werden, ist für mich schon seit Wochen klar. Ein Grund ist das mickrige Budget, aber nicht nur. Der erste Fehler wurde mit der Verpflichtung des Sportchefs Arpad Soos gemacht, der in dieser Funktion unerfahren ist. Die Fokussierung auf Spieler aus der Romandie war dann der nächste Fehler, umso mehr, als diese sich vorher nirgends wirklich durchgesetzt hatten. Falsch war auch, Ex-Servettiens zurückzuholen (MFuyi, Kusunga). Die Saisonvorbereitung war absolut unprofessionell, die Folge war eine beispiellose Verletzungswelle. Seit Beginn zeigt sich, dass die Mannschaft physisch höchstens 60 Min. mithalten kann. So kann man nicht gewinnen.
    Die entscheidenden Fehler passierten also im Sommer, daran ändert die Entlassung Alves’ nichts mehr, umso weniger, als Fournier der falsche Nachfolger ist, weil unerfahren auf diesem Niveau.
    Das Resultat ist faktisch eine Challenge League-Mannschaft, deren Platz wohl im vorderen Mittelfeld wäre. Der Abstieg selber ist keine Katastrophe, man könnte einen Neuaufbau angehen. Allerdings fragt sich, ob die Führung dazu bereit ist. Das andere Problem ist das viel zu grosse Stadion.

    • Micze sagt:

      Betr. Stadion: Da erinnern wir uns doch mit Wehmut an die altehrwürdige Charmilles zurück, gelle, etwas Renovation, eine neue Haupttribühne et voilà…!

      Servette wird nicht absteigen, alles kommt gut, glaubt es mir, ich bin seit 40 Jahren Servette-Fan und habe all die schönen wie auch schlechten Zeiten ertragen, jetzt will ich einfach nur noch gute bis sehr gute Zeiten erleben, man wird ja nicht jünger. Ich bin überzeugt meine Gebete wurden erhört!
      (Und bevor jetzt wieder einer gnadenlos dreinschlägt: Die sollte eine galgenhumoristische Einlage in einer verzweifelten Situation sein).

    • Tschumi sagt:

      Es sind in der Tat viele Fehler passiert in Genf. Danke Frédéric, bist ein Bruder im Geiste, Du hast wohl die meisten davon aufgelistet. Du bist wohl auch schon länger ein Grenat dass Du das so auf den Punkt bringst. All die Komentare dass es Servette nicht verdient hat in der SL mitzumachen, finde ich eher komisch. Ob diese Meinungen aus der Rüebli-Provinz kommen oder nicht ist eigentlich egal. Was die meisten Deutschschweizer nicht verstehen ist dass die Genfer einfach eine andere Mentalität haben. Nicht gut oder schlecht, einfach anders. Das lamentieren bei Niederlagen ist gross. Der Traum vom nächsten Meistertitel auch. Man kann sich nur mit dem Besten zufrieden geben. Geliebt wurden immer die Künstler! Trello, Tamini, Pasteur, Fatton, Dörfel, Dobrowolski, Favre, Sinval oder Durix. Das man sich nur mit einem Spitzenklub identifiziert ist historisch. Servette ist sportlich noch nie abgestiegen! Aber, ja es ist so, wir sind sehr schlecht in dieser Saison. Es ist ein Fakt. Das schleckt keine Geis weg. Servette beweist jedes Jahr aufs Neue dass es kein Klub wie jeder andere ist. Auch jetzt. Darum lieben wir Servette! Mir als langjährigen Fan ist es lieber dieses Jahr schlecht zu spielen und abzusteigen, als wieder diese finanziellen Probleme mit Konkurs und Theater usw. zu haben. Es gibt in Genf einen harten Kern von rund 5000 Zuschauern. Ich freue mich jetzt schon wieder die Heimspiele in der Challenge League zu sehen. Dieser harte Kern hat in den letzten vier Jahren miterlebt wie (aus unbekannten Spielern) eine Emotionale-Mannschaft aufgebaut wurde die den Support wert war! Leider ist das alles in den letzten drei Monden den Bach ab. Ich denke auch dass Arpad Soos der Hauptschuldige ist. … und ja das Stadion ist zu gross. AUX ARMES!… NOUS SOMMES LES SERVETTIENS… ET NOUS ALLONS GAGNER… ALLEZ SERVETTE!

  12. Nino sagt:

    Hoffentlich liegst du wie anfangs Saison wieder falsch, da wurde der Durchmarsch vom FC Basel in der Super League angekündigt. Es ist leider richtg, Servette hat nur 2 Punkte. Nur ein Wunder kann dieses Servette retten. Ich denke, dass man die Super League auf 12 Vereine nächste Saison aufstocken könnte und es keinen Absteiger geben sollte. Es wäre schade, wenn auch noch Servette verschwindet und vielleicht wieder Vaduz oder Wil aufsteigt. Ausser Xamax, Lugano, Winterthur und Aarau sind momentan alle Traditionsvereine in der Super League vertreten. Die SL mag auf alle Fälle mindestens 12 Verein verkraften.

  13. Frédéric sagt:

    Genau, Tschumi, wie heisst das Motto von Genf doch: Post tenebras … Servette!
    Sehr gut passt auch ein anderes: Fluctuat nec mergitur (für Nicht-Latriner: Schwimmt, geht aber nicht unter).
    Und genau so soll es sein: un grand club ne meurt jamais.

  14. Frédéric sagt:

    Soos ist übrigens soeben zurückgetreten bzw. dazu gebeten worden. Mais le mal est déjà fait.

  15. John sagt:

    Also die Kommentare sind ja glatt zu lesen, eines muss man sich aber bewusst sein…
    WIR (Servette) hatte auch in der 1.Liga einen regen Zuschaueraufmarsch und hat einen sehr grossen harten Kern, ein Traditionsverein eben, ich möchte mal sehen wieviele regelmässig die Matches in der 1. Liga besuchen würden von Basel, Zürich etc, wenn man DIREKT aus der Super-League dorthin absteigt. /Zwangsrelegiert wird.
    Und ja es ist ein Fakt läuft es nicht kommen die anderen nicht!
    Tschumi, Kusi und co haben das richtig erkannt.
    Noch ist aber “Servette” nicht verloren, die Saison geht noch lange und die Chance ist da, ich gebe erst auf wenn es auch rechnerisch nicht mehr möglich ist.