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Zurück in der Operettenliga

Mämä Sykora am Montag den 6. August 2012
Weltmeister im Anflug: Sions Gattuso landet vor dem Basler Tor. (Bild: Keystone)

Weltmeister im Anflug: Sions Gattuso landet vor dem Basler Tor. (Bild: Keystone)

Kein Transfer hat in den letzten 20 Jahren für so viel Aufregung gesorgt wie jener von Gennaro Gattuso zum FC Sion. Ein Weltmeister wechselt in die Schweiz! Eine Sensation! Da ist es nebensächlich, dass dessen WM-Titel schon sechs Jahre zurück liegt und der Superstar schon 34 Jahre alt ist. Was zählt, ist der Name, auch wenn selbst ein Gattuso weit über dem Zenit hierzulande noch einiges bewirken kann.

Bei so einem Transfer muss man unweigerlich zurückdenken an jene wilde Zeit in der damaligen NLA, in der sich gerne jeder Klub mit einem solch grossen Namen schmücken wollte. In den 80er-Jahren waren es tatsächlich noch Spieler, die einigermassen im Saft standen, die ihre Karrieren in der Schweiz ausklingen liessen. Uli Stielike wechselte direkt von Real Madrid zu Xamax (1985), Karl-Heinz Rummenigge kam von Inter zu Servette (1987), der italienischen Weltmeister Marco Tardelli (von Inter) verstärkte im gleichen Jahr den FC St. Gallen.

So eine Ansammlung von Weltstars in der heimischen Liga ist heute schlicht undenkbar. Mäzene, die ihren Verein so gerne eine solche Galionsfigur kauften, gibt es heute kaum mehr. Zudem wurden für Altstars andere Ligen im arabischen Raum oder in Japan attraktiver, so kam die Schweiz bald nur noch als Altersheim für Spieler infrage, die ausser vergangenem Ruhm und einem beachtlichen Bauch kaum etwas zu bieten hatten. So mussten die Fans teure Spieler erdulden wie Tomas Brolin, Rashidi Yekini, Adrian Ilie, Jean-Marc Ferreri (alle FCZ), Maurizio Gaudino, Franco Foda (beide FCB), Bernard Genghini (Servette) oder Aílton (GC), die allesamt mit Sätzen wie «Ein Weltklassemann! Genau der Spieler, den wir so lange gesucht haben!» vorgestellt und mit «Es hat gezeigt, dass ein guter Name und viel Erfahrung nicht genügen, wenn der Wille nicht stimmt» wieder verabschiedet wurden. (Die beiden Sätze sind übrigens Zitate um das Engagement des französischen Europameisters Jean-Marc Ferreri beim FCZ.)

Heute sind die aufregendsten Spieler der Liga zumeist junge, aufstrebende, oft einheimische Talente. Ein Nassim Ben Khalifa ist etwa bei GC schon ein grosser Hoffnungsträger, beim FCZ ist es Mario Gavranovic, beim FCB waren neben den beiden Routiniers im Sturm vor allem die Youngsters Shaqiri und Xhaka die Attraktion. Die Rechnung geht gleich doppelt auf: Selbst auf dem Höhepunkt der Altmeisterschwemme strömten nicht annährend so viele Zuschauer in die Stadien wie heutzutage, zudem können die weitaus günstigeren Jungen im Erfolgsfall mit einem schönen Gewinn verkauft werden. So ist tatsächlich vernünftiges Wirtschaften möglich, auch ohne grosszügige Geldgeber. Die Vereine haben den neuen Status unserer Liga – Ausbildungsliga statt Operettenliga – akzeptiert und arbeiten seither lieber mit Nachwuchsnationalspielern als mit alternden Exzentrikern mit dem Aktionsradius von der Grösse eines Bierdeckels.

Gennaro Gattuso ist bestimmt kein solcher Spieler. Dennoch bezahlt Sion in erster Linie für seinen Namen. Seine Erfahrung kann die Mannschaft sicher weiterbringen – Bekundungen in diese Richtung sind hingegen wenig aussagekräftig, die müssen ja fast kommen –, dennoch ist ein solcher Zuzug ein Risiko. Die Verletzungsanfälligkeit, das Lohngefüge und die Motivation sind die heiklen Punkte. Und selbst wenn die Leistung ein Jahr lang stimmt, ist das investierte Geld «verloren», denn einen wie Gattuso kann man nicht weiterverkaufen. Sein Engagement ist also – wenn man etwas hart urteilt – nur dann ein Erfolg, wenn Sion mit (und dank) ihm Meister werden sollte, denn vorne mitspielen würden die Walliser nämlich auch ohne den teuren Neuzuzug mit der kurzen Halbwertszeit. Deshalb bleibt die Frage, ob man das Geld nicht besser langfristig für einen noch entwicklungsfähigen, aber schon überdurchschnittlichem Mittelfeldmann ausgegeben hätte – selbst wenn so einer auch einiges kostet.

Immerhin: Dank Gennaro Gattuso bekam nun endlich jenes hoch dekorierte Team Zuwachs, das als Antwort auf eine selbst für Schweizer Fussballexperten knifflige Quizfrage zusammengestellt werden soll. Wer gerne grübelt: Welches sind die Spieler, die – neben den im Artikel genannten – schon in einem WM-Finale im Kader standen und die auch in der Schweiz als Profifussballer tätig waren? Insgesamt sind es deren 18. Viel Spass beim Nachdenken!

Die Auflösung:
• Dida (Bra, WM-Finale 2002/FC Lugano 1998/99)
• Nestor Clausen (Arg, WM-Finale 1986/FC Sion 1989-94)
• Uli Stielike (Deu, WM-Finale 1982/Xamax 1985-88)
• Hans-Peter Briegel (Deu, WM-Finale 1982 und 1986/FC Glarus 1989-92)
• Johan Neeskens (Ned, WM-Finale 1974/FC Baar 1987-90, FC Zug 1990-91)
• Gabriel Calderón (Arg, WM-Finale 1990/FC Sion 1990-92, Lausanne 1993-94)
• Marco Tardelli (Ita, WM-Finale 1982/FC St.Gallen 1987-88)
• Günter Netzer (Deu, WM-Finale 1974/Grasshoppers 1976-77)
• Giancarlo Antognoni (Ita, WM-Finale 1982/Lausanne 1987-88)
• Karl-Heinz Rummenigge (Deu, WM-Finale 1982 und 1986/Servette 1987-89)
• Sándor Kocsic (Ung, WM-Finale 1954/Young Fellows 1958-59)
• Olivier Neuville (Deu, WM-Finale 2002/Locarno 1991-92, Servette 1992-96)
• Norbert Eder (Deu, WM-Finale 1986/FCZ 1988-89)
• Jan Lala (Tsch, WM-Finale 1962/Lausanne 1969-73)
• Christian Karembeu (Fra, WM-Finale 1998/Servette 2004)
• José Altafini (Bra, WM-Finale 1958/Chiasso 1976-79, Mendrisio 1979-80)
• Lionel Charbonnier (Fra, WM-Finale 1998/Lausanne 2001-02)
• Gennaro Gattuso (Ita, WM-Finale 2006/FC Sion 2012-?)

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60 Kommentare zu “Zurück in der Operettenliga”

  1. Geni Meier sagt:

    Bei allem Respekt Mämà Sykora, Operettenfussball wird primär von unseren Nationalauswahlen gespielt. Komödien ersten Ranges. Gattuso war nie ein “Star” sondern ein Vorbild als Kämpfer. Das ist und bleibt er auch mit 34 Jahren. Alex Frei schiesst nach wie vor Tore, ob man ihn liebt, oder nicht. Gavranovic und Ben Khalifa sind gerade zwei Beispiele von jungen
    Spielern, die es (bisher) im Ausland nicht geschafft haben und nur in der “Le Roselet”-Gangart des CH-Fussballs in Erscheinung treten.

    • Marco Todeschini sagt:

      Stimme Geni Meier zu 100% zu. Gattuso hat bis dato die “Operettenliga” bereichert und ich behaupte nicht dass Sion wegen ihm soweit oben steht aber ich wage zu behaupten dass er einen grossen Beitrag dazu geleistet hat. Die Saison ist noch jung und abgerechnet wird am Ende, dennoch glaube ich das Sion mit Gattuso sehr weit kommt!

      • Fabio Bonina sagt:

        Muss ich auch zustimmen, zu 100%! Der Blogg Verfasser ist anscheinend ein Amateur und hat keinen Schimmer vom Sport (Fussball)!

        • Maurizio sagt:

          Mäma hat mehr Ahnung vom Fussball als Sie je haben werden, Herr Bonina.

          Artikel richtig lesen und verstehen.

        • Nino sagt:

          Fabio Bonina: Mämä Sykora muss immer am Schweizer Fussball rummotzen. Mämä hat keine Ahnung von Fussball und ist auf beiden Augen blind. Ich behaupte der Schweizer Fussball hat in den letzten 20 Jahren riesen Fortschritte gemacht mit EM- und WM Qualifikationen, U17 – U21 Weltklasseleistungen, Top Klassierung der Schweiz International permanent verbessert, Zuschauerschnitt in der Super League überproportional erhöht, Top Nachwuchs in ausländischen Ligen, taktisch auf internationalem hohen Niveau, alles mit verhältnismässig geringen Budget’s – Mämä was zum Teufel muss man denn da immer kritisieren?

          • Mämä Sykora sagt:

            Nur ganz kurz, Nino: Ich stelle keine deiner erwähnten Fortschritte in Frage. Oder kannst du mir ein Beispiel dafür nennen? Von irgendwann? Es ist viel Raum zwischen «in den Himmel loben» und «alles runterputzen». Ich sehe mich grundsätzlich dazwischen: Wenn der FCB in den Achtelfinals der CL steht, gehört er (und der Schweizer Fussball) für mich noch lange nicht zu den Top-Nationen in Europa. Wenn die U21 in den EM-Final vorstösst, ist das toll und dafür gebührt der Arbeit im Verband und den Vereinen grosses Lob, deswegen sind wir noch lange nicht der aufgehende Stern am Fussballhimmel. Wenn ein Junior im Ausland gut startet, ist das schön für ihn, Gleiches ist aber auch der Fall bei einem Dutzend anderer Länder. Ich bin nun mal kein Freund vom sofortigen Hochjubeln, nur weil es im Moment gerade für einen Spieler/einen Verein/eine Nationalmannschaft gut läuft. That’s all. Für dich ist das «ständiges Kritisieren», für mich «auf dem Boden bleiben». Die Perspektiven sind verschieden.
            Und man liest auch das, was man lesen will. Wenn im Titel «Operettenliga» vorkommt, steht im Artikel noch lange nicht, dass ich die Super League für eine Operettenliga halte. Oder irre ich mich? Es steht lediglich da, dass ich einen anderen Ansatz gewählt hätte an Constantins Stelle. Eine Meinung, mehr nicht. Die muss niemand teilen.
            Gruss, der Blinde und Ahnungslose

          • xyxyxy sagt:

            Nino – genau genommen hat Mämä ja gesagt, dass es heute besser ist als früher, aber sie haben das nicht gemerkt.
            Er kritisierte ja das Früher und lobt das Heute und meinte, dass Gattuso ein Rückfall ins Früher war.
            Ob er damit recht hat oder nicht…. kann uns egal sein. Gattuso macht die Liga spannender und besser CC verschleudert sein Geld mit so einer Bereicherung, als mit peinlichen Gerichtsgängen.

            Ihnen wünsche ich, dass sie etwas genauer und differenzierter Lesen lernen.

            Und Mämä – es gibt auch Leute, die Leben lieber in der in der Schweiz als in Arabien oder China. Dann tschutten sie halt für etwas weniger Geld, dafür passt Land und Leute.

          • manu sagt:

            Welches dieser drei utopischen Szenarien hat die grösste Chance Wirklichkeit zu werden?

            – Basel wird nicht Meister
            – CC verhölt sich so ruhig, dass Fussballfans vergessen, wer Sions Präsident ist
            – Ein Steilpass-Blog erscheint und Mämä wird nicht der absoluten Fussball-Ignoranz bezichtigt

          • Nino sagt:

            @Mämä: Wenn CC mal einen Gattuso kauft, ist das für mich kein Rückfall in vergangene Zeiten, auch früher hatten wir keine eigentliche Operettenliga. Gattuso ist das (vielleicht erfolgreiche) Spielzeug von CC, da spielt Geld keine Rolle. Vielleicht kommt nur mir dein Kommentar eher negativ rüber, dann habe ich deine Zeilen falsch interpretiert. Ich bin auch nicht für’s rasche Hochjubeln, aber das ewige gemotze einiger Schreiber über den Schweizer Fussball ist auch nicht ok, das geht mir voll auf den Geist. Sei nicht so empfindlich, zeig eine breitere Schulter, du polarisierst, darum musst du auch ab und zu einstecken können. Ich nehme den Blinden und Ahnungslosen wieder zurück und freue mich schon auf deine nächsten Blogs.

    • sepp z. sagt:

      Wer die Matches von Sion gesehen hat, kam nicht umhin festzustellen, dass Gattuso einen Gang mehr eingelegt hat als die übrigen 21 Spieler auf dem Platz, eine brillante Übersicht hat und mit seinen Pässen brandgefährliche Angriffe lanciert. Daneben ein (über-)motivierter Kämpfer. Nur vom illustren Namen lebt der Gute (noch) nicht.

      • Marco Todeschini sagt:

        …und er ist ein ganz toller Typ: Gattuso war übrigens einer der wenigen Spieler des AC Mailand, der die Partei Popolo della Libertà des Vereinspräsidenten Silvio Berlusconi nicht unterstützt und sich öffentlich gegen Berlusconi gestellt hat!

    • dres sagt:

      Der Herr Sykora ist auf jeden Fall um Einiges unaufgeregter als die meisten Kommentierenden hier. Nachdenken vor dem in die Tasten greifen schadet in der Regel nicht… 😉 Aber Gattuso ist trotzdem eine witzige Bereicherung, auch wenn er nur noch Atem für zwei Drittel eines Spiels hat…;-)

  2. Sacha Sommer sagt:

    Operettenhaft ist die Tatsache dass Sion nach dem letztjährigen Theater wieder eine Lizenz erhalten hat!

    • Max Müller sagt:

      Opperettenhaftt ist, dass Sion mit 36 Punkten Abzug bestraft wurde, wobei beispielsweise eine italienische Mannschaft aufgrund eines Manipulationsskandals lediglich mit 6 Punkten Abzug bestaft wurde.

      • Marco Todeschini sagt:

        Nicht ganz korrekt, Juve musste absteigen – zum Beispiel! Aber ich stimme Ihnen zu Herr Müller, selbst mir als Italiener sind gewisse Machenschaften in der italienischen Liga peinlich

        • Albert Seiler sagt:

          Nur keine Bange Herr Sommer. Ich bin sicher, dass sich der SFV auch in dieser Saison etwas einfallen lässt, um dem ungeliebten Herrn Constatin ans Bein zu pinkeln. Und sei es nur, um das eigene Unvermögen (das des SFV) wie im Fall der irrtümlich erteilten und dann zurückgezogenen Spielerlizenzen letzte Saison, zu vertuschen. Oder wenn der FC Sion dem FC Basel zu gefährlich werden könnte, …

          • Remo Meyer sagt:

            Immer diese bösen Üsserschwiizer! Machen das grosse Sion einfach kaputt, weil es sonst einfach spielerisch zu gut ist. Ich lach’ mich kaputt, solche Verschwörungstheorien können nur Menschen glauben, die ihre Leben als ständigen Kampf gegen die Obrigkeit auffassen. Glauben Sie mir Herr Seiler, dem SFV wäre es auch lieber gewesen wenn das ganze nicht passiert wäre, das Theater von letzter Saison schadete nur dem Image der Liga und damit dem SFV. Und dann kam noch der Druck von der üblen FIFA, der die Situation auch nicht einfacher machte. Die 36 Punkte Abzug sind ein Hohn, aber wenn CC früher eingesehen hätte, dass der Gescheitere auch mal nachgeben muss, hätte es das ganze Drama nicht gegeben. Aber nein, er musst alle Gerichte der Welt beschäftigen…um dann an allen Fronten zu verlieren.
            Wenigstens hoffen wir wohl beide, dass so etwas am besten gar nie mehr passiert. Und dann sehen wir Ende Saison, ob Sion spielerisch wirklich das Zeug zum Meister hat. Die bessere Mannschaft soll gewinnen!

  3. Kraft sagt:

    Die Frage stellt sich schon, aber da es Constantins Geld ist, kann er damit machen, was er will. Ich freue mich jedenfalls, dass Gattuso die Liga bereichert. Egal, wie lange seine Halbwertszeit ist.

    Spieler fallen mir spontan Netzer (GC) und Neuville (Servette) ein. Galvão von Lugano war nie im Finale, oder? Clausen von Sion? Elber (GC)?

    • Ricci Cabanas sagt:

      Elber hat seine Karriere bei GC eingeleitet, er wurde erst dannach zum Star. Das Gleiche gilt für Oli Neuvill, welcher, glaube ich, sogar in der Schweiz geboren wurde und den Schweizer Pass (oder zumindest die Lizenz) hat.

      • Mario Bernasconi sagt:

        @Ricci. Jawohl, Oliver Neuville ist Schweizer (Ticinese, al parla ul dialett) und hat mit dem FC Locarno seine Karriere gestartet. Den deutschen Pass hat er über seine Mutter erhalten. Der SFV hatte schon damals geschlafen, nicht erst heute (siehe Herren Petric & Co.).

      • Franz sagt:

        Neuville wurde im Tessin geboren, als Sohn eines Deutschen, und kam von Locarno nach Genf, nachher gings nach Teneriffa. Er hat keinen Schweizer Pass, sonst hätte er wohl für unser Land gespielt.

        • Mario Bernasconi sagt:

          @Franz. Recht hast Du die Nationalität von Olli ist ‘andersum’ richtig. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Olli Ticinese ist und der SFV es damals verschlafen hat, zusammen mit Olli, den CH-Pass zu beantragen. Olli ist hier geboren und hat bevor er nach DE ging viele Jahre in der Schweiz gespielt. Uebrigens ein kleines Detail, bis vor Kurzem hatte Olli’s Auto ein TI-Nummernschild…..

  4. Franz sagt:

    CC und die lange Frist – das beisst sich. Alles oder nichts triffts wohl besser. Oder französisch: ça passe ou ça casse. Aber der Einfluss Gattusos ist nicht zu unterschätzen, auch wenn er ab und zu den Ball verliert. La grinta, das machts aus! Mindestens den Cup muss Sion holen, sonst ist die ganze teure Aktion ein Flop. Denn nur weil Gattuso seiner Familie weder Chinas Lebensstil noch die Golfregion zumuten wollte, bedeutet nicht, dass er gratis ins Raclette-Land gekommen ist. Ausser Basel hätte da finanziell kein Schweizer Verein mithalten können.
    Zum Rätsel fallen mir noch Tardelli (SG), Antognoni (LS) und Karembeu (SFC) ein. Aber Sion hatte bestimmt auch einen.

  5. Uli von Bödefeld sagt:

    Franco Foda, geschätzter Herr Sykora, war zwar nicht mehr der aller jüngste bei seinem Engagement beim FC Basel, war jedoch absoluter Leistungsträger und Publikumsliebling. Bei seinem Abschied, von der Muttenzerkurve mit lauten Sprechchören gefeiert, flossen Tränen und der gute Herr zog sich bis auf die Schienbeinschoner aus um der Kurve seine Devotionalien zu überreichen.

    • Dave Meierhofer sagt:

      Das selbe gilt für Adrian Ilie beim FCZ, die Cobra hat zugeschlagen und viel für den Erfolg des FCZ beigetragen in der Zeit wo er in Zürich gespielt hat….

  6. tommaso sagt:

    Die Aussagen des Beitrags:

    1. Früher haben Vereine ausländische Stars jenseits ihres Zenits eingekauft
    2. Einige haben sich durchgesetzt, andere nicht
    3. Sion hat Gattuso gekauft

    Und wo ist jetzt genau die Pointe?

  7. Simon Moser sagt:

    Elber stand doch nie in einem WM-Finale. Netzer meinte ich auch nicht. Clausen schon eher, spielte aber gleube ich nicht, im Finale 1986. Johan Neeskens (Zug), Hans-Peter Briegel (Glarus), mehr kommen mir nicht in den Sinn.

    Lionel Charbonier, Dritter Torhüter der Franzosen 1998 war mal kurz bei Lausanne unter Vertrag. Und Antognioni, Weltmeister mit Italien, im Finale jedch nicht eingesetzt, spielte ebenfalls für Lausanne.

    • Markus sagt:

      Stielike sicher 1982 und die Frage ist, welche Spieler im Kader der jeweiligen Mannschaften waren und nicht ob sie effektiv gespielt haben. Netzer war im Kader der Nationalmannschaft 1974.

  8. Sebastien Jacquet sagt:

    Mit ein bisschen “Bschiss” komme ich auf 14:Netzer, Rummenigge, Clausen, Neuville, Gattuso, Tardelli, Antognoni, Karembeu, Stielike, Ronaldinho (Sion Junioren), Calderon, Briegel (Spieler/Trainer FC Glarus?), Neeskens (FC Zug), evt. Ove Grahn (Schweden 1958?).

  9. stiller Beobachter sagt:

    Hoi Mämä, Karl Heinz Riedle, GC Senioren:-))) gruess de ernst

  10. Sebastien Jacquet sagt:

    hat Dida im Finale 2002 gespielt? Falls die Trainer auch als “Profifussballer” zählen, hätten wir noch Littbarski und Alfredo Foni (Chiasso).

  11. Clöde sagt:

    Lieber Mämä Sykora. Kannst du nicht einmal relaxen? Nimm dir ein paar Tage frei, kauf eine Packung Bier und mach den Fernseher an. Geniess es einfach wenn die Welt auch mal etwas Schönes zu bieten hat: Spaniens Tiki-Taka Spiel, das in seiner ganzen leichtfüssigen Eleganz immer noch bei weitem ausreicht um die zweitebeste Mannschaft der EM wie Erstklässler aussehen zu lassen, die Tatsache dass eine Wahnsinnstyp wie Gattuso den Weg in die Schweiz gefunden hat und hier tatsächlich auch noch alles gibt, und überhaupt wenn der Fussball märchenhafte Episoden schreibt. Ist wohl eine eine Schutzreaktion deinerseits, die Angst davor dass alles Schöne doch einmal zu Ende geht, die dich immer “mötzle” lässt. Ist aber unnötig. Tust dir und uns keinen Gefallen.

    • Marco Todeschini sagt:

      Danke Clöde, meine Worte!

    • Michel Zenger sagt:

      Clöde, ohne Mämä’s (wie meistens) guten Fussballblog hättest du relaxen und Bier trinken können… so aber musstest du (O-Ton) “mötzle”… hä?!

      Weiter so Mämä, freue mich auf den nächsten Blog!

  12. Rolf Hilfiker sagt:

    Altafini (Chiasso) und Anastasi (glaube auch Chiasso), wobei ich mir nicht sicher bin ob Anastasi in der Italien Auswahl 1970 war…

  13. Dm sagt:

    anastasi wurde als serie b-spieler europameister 68. wm-teilnehmer 74, aber nicht bei der wm 70….und er spielte für lugano

  14. Auguste sagt:

    hmm…, die einen walliser möchten antike steinbrocken aus dem süden zurückbringen, andere greifen zum antiken mittelfeldstar. wenn es das leben im engen tal etwas aufheitert und erlebnisreicher macht, wohlan.

  15. Nino sagt:

    Weil jetzt Gattuso in Sion spielt ist doch nicht die ganze Liga eine Operettenliga. Sion hat nie langfristig geplant und dort ist es auch egal, wenn Gattuso in 1 Jahr nicht mehr verkauft werden kann. In Schalke04 spielte auch Raul, von Real aussortiert, aber Raul war bei Schalke Leistungsträger. Warum soll Gattuso nicht Leistungsträger sein? Alle anderen Clubs, auch Basel, können sich nur gute Nachwuchsspieler aus dem Ausland leisten, sind also alles Ausbildungsvereine. Dies ist den finanziellen Mitteln der Clubs angepasst und längerfristig auch finanziell erfolgreich. Einen Messi kann sich kein Schweizer Club leisten, dafür wird in den Nachwuchs investiert, ist ja auch in Ordnung.. Mämä muss auch nicht übertreiben, so viele ex Weltklassefussballer spielten in den letzten 30 Jahren auch nicht in der Schweiz und Flops gibt es überall auf der Welt. Ich finde gemessen an den nicht vorhandenen finanziellen Möglichkeiten in der Schweiz im Vergleich zu GB, E, D, I, F spielen die Schweizer dank Nachwuchsförderung in Europa ziemlich weit vorne mit. Mämä immer kritisieren ist zu einfach!

  16. Tina Kaiser sagt:

    Es ist das Geld des Herrn Constantin, das vernichtet wird, und sein FC Sion ist nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, also was soll’s ? Er wird keine Nachahmer finden.

  17. micha sagt:

    Der Artikel streift den Kernpunkt am Modell CC Sion, aber trifft ihn nicht wirklich. Was wirklich stossend ist, dass unter CC nie mehr die zweifellos weiterhin vorhandenen Talente des Walliser und Westschweizer Fussballs angezogen und ausgebildet werden. Was andere Vereine mit viel Engagement und auch Erfolg schaffen, nämlich die Super-Ligue zu einer Ausbildungs-Liga im Rahmen eines sehr guten Modells der Junioren-Förderung zu positionieren, wird unter CC komplett vernachlässigt. Das ist das wahre Desaster am Modell CC für den Schweizer Fussball. Daneben ist ein wilder Spieler-Basar mit unterschiedlichem Erfolg, aber zweifellos nicht ohne Geschick des Chefhändlers zu beobachten. Dass in diesem Rahmen einmal ein wirklich guter Spieler wie Gattuso, der im Ankauf nichts gekostet hat, im Unterhalt aber sehr teuer sein dürfte, hineingekommen ist, ist nicht die schlechteste Idee von CC. Fussballerisch bringt Gattuso wirklich seine Leistung. Auch sonst hat CC Talent: Im Winter, als klar wurde, dass keine Chance auf europäischen Fussball in der nächsten Saison besteht, verkauft er mit Sio den besten Stürmer an das kaufkraftstarke und zudem kaufwütige Wolfsburg unter Magath für ein paar Millionen. Dafür steht jetzt mit Itaperuna wieder ein Schnäppchen aus der vierten Liga Brasiliens unter Vertrag, der gleich voll einschlägt.
    Wenn es Sion zudem einmal in die Champions League schafft, erst recht wenn CC ein Stadion-Neubau gelingt, dürfte der Fc Sion sogar kommerziell zu einem Erfolgsmodell für CC werden.

  18. Karl Renner sagt:

    Dies ist eine wahre Gurkenliga.

  19. Sebastien Jacquet sagt:

    Danke für die Auflösung und kleine Korrektur: nicht Jiri (Eishockeyspieler?) sondern Jan Lala spielte bei Lausanne-Sports.

    • Mämä Sykora sagt:

      Oje, hihi… Danke für die Korrektur! Mein Vater hat wohl zu oft zuhause die tschechische Eishockeynati geschaut, dass ich Lala automatisch mit Jiří ergänzte.

  20. marius sagt:

    Ich finde den Artikel sehr gelungen. Ich mag an Mämä, dass er selbst in seinen Kritiken einen grossen Anstand bewahrt und es nicht nötig hat, TV-Verfehlungen wie “Strassenköter” in seinen Artikeln breit zu schlagen. Vorallem nicht am nächsten Tag nachdem sein Team 2:0 verdient verloren hat.
    Auch ich bin eher skeptisch gegenüber Spielern welche die CH als Fussball-Altersheim nutzen. Dennoch ziehen Namen die Massen an, daher finde ich Gattuso eine Bereicherung für die Liga. Zudem stimmt es zumindest bis jetzt auch sportlich. Ich hoffe es geht weiter so.

  21. André Aenishänslin sagt:

    …………….die Frage ist! Wie lange nützt noch Gattuso dem FC Sion mit seinen ca. 70 Minuten Spielzeit?

  22. Sparwasser sagt:

    Rashidi Yekini, RIP, unter Fehltransfers zu verbuchen, Mämä, passt nicht. Zumindest kam er mir ganz und gar nicht so rein. Der hat doch durchschnittlich bestimmt jedes zweite Spiel getroffen, nicht?

    • Pedro sagt:

      Richtig, Yekini war ein Gewinn fuer den FCZ (28 Spiele/14 Tore), hat zusammen mit Nonda etliche Spiele entschieden!
      Da war Ilie eher ein Reinfall.

  23. jo sagt:

    Also bei Yekini würde ich nicht unbedingt von erdulden sprechen, der hat wie man hier früher lesen konnte ja immerhin 14 Tore in 28 Spielen erzielt…

  24. Claudio sagt:

    War da nicht auch noch Franz Beckenbauer, der ganz am Schluss seiner Karriere in der Schweiz (GC? )gespielt hat?

  25. Danijel Markovic sagt:

    Sorry lieber blogger aber dass Alex Frei ein altender “Star” war und Basel ihn teuer finanziert hat, das erwähnst du nicht? Hauptsache auf SION rumhacken. Bei Basel ist ja alles so wunderbar. Bedenke dass auch sie nicht nur auf Junge setzen.
    Auch Sion hat junge Talente ausgebildet und teuer weiterverkauf. Gelson Fernandes (Man City) für 9.1 Millionen, Giovanni Sio (Wolfsbrug) für 7.5 Millionen, und zur Zeit mit Adao ( 2mal für Gattuso eingewechselt), Crettenand, Sauthier, Melo, Yerly, Wüttrich und Basha junge Talente ausbildet. (Wüthrich und Basha von Xamax übernommen)
    . Ich ertwarte doch ein wenig Objektivität von dir Mämä! GC holt Grichting, Basel Streller, Frei und Huggel, (alle die sich im Ausland nicht durchgesetzt haben ausser Frei….. Da gibt es noch mehrere Beispiele. Und noch was. Gattuso kam ablösefrei und hat ein Salär wie Alex frei… ca 2 Mio….. also auch hier mit gleichen Ellen messen.

    • marius sagt:

      Hier gehts doch um Weltstars die am Ende ihrer Karriere nichts mehr beweisen mussten und in der Schweiz entsprechend keine grosse Stricke mehr gerissen haben. Da ist doch die Skepsis berechtigt, dass es bei Gattuso anders sein soll.

      Wir sind uns doch einig dass die Bebbi Einkäufe eine ganz andere Situation darstellten. Bei Frei, Streller oder Huggel war die Motivation doch selbstverständlich im eigenen Land wieder etwas zu reissen. Ich denke die Aussicht die CL zu spielen war die Voraussetzung, dass Frei sich für den FCB entschieden hat.

      Ich bin happy über die Verpflichtung von Gattuso, das macht die Liga viel attraktiver. Und für mich macht Sion seit Jahren einen super Job und hoffe dass sie Meister werden.

  26. Markus sagt:

    Grundsätzlich gebe ich Dir recht Mämä; einzig Dida und Neuville gehören eigentlich auf eine separate List. Sie sind vor ihrem internationalen Durchbruch in der Schweiz im Einsatz gestanden. Dida wurde m.W. von Inter an Lugano als überzähliger Ausländer ausgeliehen und Neuville ist Doppelbürger, in der Schweiz aufgewachsen und hat die Juniorenzeit in der Schweiz absolviert, hat sich dann aber bei der Nationalmannschaft für Deutschland entschieden.

  27. Markus sagt:

    Ergänzung zu meinem Kommentar: Nur um Missverständnissen vorzubeugen; er ist bzw. war I / D Doppelbürger und nicht CH / D hat sich also zwischen italien und Deutschland entscheiden müssen.

  28. kinda sagt:

    Was ich bisher von Gattuso gesehen habe ist absolut eindrucksvoll. Braveheart, wie er wegen seines kämpferischen Stils in Italien auch gennant wurde, ist sicherlich kein Messi aber mit seiner Art und Einsatzwillen kann er jeden mitreissen. Etwas das unsere oft gepriesenen jungen “Talente” nie erreichen werden. Jedenfalls nicht wenn sie für die CH Nati spielen.

    Dann gibt es noch Leute wie Shaqiri die es in Grossclubs schaffen. Eigentlich gönnt man das denen auch doch mittlerweile führt jede Ballberührung zu einem Artikel in den Medien. Am Ende nervt das ganze dann nur noch.

  29. Peter Hagedorn sagt:

    Olivier Neuville war wohl der einizige der VOR dem grossen Durchbruchb ei uns gespielt hat. Alle andere mehrer Jahren nacher.

  30. Steve Johnson sagt:

    Wer schon mal einen Mannschaftssport getrieben hat, weiss wie wichtig eine charismatische Persönlichkeit für den Teamspirit ist. Deshalb würde ich mal behaupten, dass der FC Sion ohne Gattuso nicht da stehen würde wo sie momentan stehen.