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Zeitreise zum FC Aarau

Mämä Sykora am Montag den 27. Februar 2012

Die Bestrebungen der Swiss Football League (SFL), die Vereine mit stetig steigenden Anforderungen in professionellere Strukturen zu zwingen, hat für einen Fussballfan nicht nur gute Auswirkungen. Sicher, die Vereine stehen auf gesünderen Beinen (auch wenn es noch immer nur wenig braucht, bis ein Klub zugrunde geht, wie die Causa Xamax bewiesen hat). Sicher, die ganzen neuen Stadien überall im Land sorgten hier und da für einen stolzen Zuschauerzuwachs. Bald wurden aber eben diese neuen Bauten zum Normalfall, so dass es heute eher ein Erlebnis ist, wieder einmal ein Stadion aus einer anderen Zeit zu besuchen.

In der durchorganisierten neuen Welt des Profifussballs, in der sich die Spielstätten in erster Linie durch die Grösse unterscheiden, die Pausenverpflegungen sich ebenso gleichen wie die Frisuren der Nachwuchskicker auf der Tribüne, steht ein Verein herrlich quer in der Landschaft: der FC Aarau.

Das Provinzielle, das dem dreifachen Schweizer Meister anhaftet, bot zumindest zu Super-League-Zeiten den gegnerischen Fans oft Anlass zu Hohngesängen, «Aarau hät kei Disco» war einer der Lustigeren. Tatsächlich ist man beim FCA weit, weit weg vom Glamour des Spitzenfussballs. Die Spieler begrüssen Passanten mit einem freundlich-schüchternen «Grüezi», nach dem Vormittagstraining trifft man sie im «Restaurant Sportplatz», wo «günstige Mittagsmenüs» (Sandro Burki) aufgetischt werden. Für die Heimfans kommt es nicht drauf an, ob der Gegner FCZ, Brühl oder wie gestern Sonntag der direkte Aufstiegs-Konkurrent Lugano heisst – in der Schlange vor dem Kassenhäuschen rätselten tatsächlich einige Besucher, gegen wen gespielt wird – der Aufmarsch ist stets in etwa der Gleiche.

Wer das Brügglifeld besucht, kann kaum glauben, dass hier noch vor wenigen Jahren Super-League-Fussball gespielt wurde. Ausser der einen Tribüne wirkt alles wie ein Provisorium, die Fans singen und schreien auf der Gegengerade zwischen jungen Mädchen und Rentnern, die sanitären Anlagen verdienen diese Bezeichnung nicht und können durch Runterrutschen eines matschigen Abhangs erreicht werden. Am Verpflegungsstand kommt man schnell ins Gespräch, während überforderte Mitarbeiter den Gesamtbetrag der Bestellung ausrechnen, erleichtert durch einen Zettel an der Kasse, auf dem steht «1 Bier = 4.–, 2 Bier = 8.–, 3 Bier = 12 .–» etc.

Das Spiel gegen Lugano, nun ja, es war schlecht. Wohl genau so schlecht wie die gleichzeitig stattfindende Partie GC gegen Lausanne, mit dem Unterschied, dass die 3000 im Letzigrund verloren wirkten und kaum einer von einem gelungenen Fussballnachmittag reden konnte, während die Aarauer trotz der unschönen Darbietung und der Kälte zufrieden an ihrem FCA-Spiess nagten und sich nach dem Schlusspfiff zu den Klängen von «The Final Countdown» gegenseitig zum Sieg dank eines Eigentors beglückwünschten. Das kleine Stadtfest nahm im angrenzenden Restaurant beim Kafi Zwetschge seine Fortsetzung.

Ein Ausflug an ein Spiel des FC Aarau ist wie eine kleine Zeitreise. Unfreiwillig sind die Rüebliländer, die sich als die «Unabsteigbaren» trotz konstantem Missmanagement penetrant in der obersten Liga hielten, zu einem Mahnmal gegen den klinisch sauberen, bis ins kleinste Detail reglementierten Schweizer Profifussball dieses Jahrzehnts geworden. Eine lebendige Erinnerung daran, wie noch vor wenigen Jahren ein Matchbesuch auch hat sein können.

Abwechslung macht das Leben süss, so sagt man. Wenn die Restrukturierungspläne der SFL aufgehen, spielen in den obersten zwei Ligen bald nur noch perfekt organisierte Vereine in neuen Arenen. Für einen FC Aarau ist da kein Platz mehr. Da denkt man wehmütig daran zurück, als die Liga auch von den Unterschieden lebte. Als reiche Vereine mit mondänen Stadien und gelfrisierten Stars noch über solche mit besseren Sportplätzen und Spielern aus der Region stolpern konnten. Als mancherorts Werbespots von Global Player über die Videoleinwand flimmerten, während anderswo lokale Gewerbler ihr Werbeschild bei der Totomat-Tafel aufhängten. Und als man noch neugierig auf das kulinarische Angebot sein konnte.

So sehr ich diese Entwicklung hin zur «Gleichmacherei» bedauere, so wenig wird sie aufzuhalten sein. Der FCA schafft es immerhin, die Erinnerungen an vergangene Zeiten noch einmal aufleben zu lassen. Und vielleicht werden die Aarauer tatsächlich einmal mehr zum ungebetenen Gast im Oberhaus. Nach dem Sieg gestern trennt den FCA nur noch die Tordifferenz vom Barrageplatz. Ich hoffe, dass der «Disco»-Schmähgesang bald wieder durch die Super-League-Stadien hallt und der FCA wieder das erfrischende Gegenstück zu seinen Konkurrenten sein kann.

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64 Kommentare zu “Zeitreise zum FC Aarau”

  1. Auguste sagt:

    hmm…, brillant.

    • Auguste sagt:

      hmm…, anfügen könnte man noch, dass in zürich sogar in einem stadion aus einer anderen sportart gespielt wird. aber darf ein “grümpelturnier” wie die asl bezüglich spielstätten überhaupt noch wählerisch sein?

  2. Julian sagt:

    als nicht-aargauer sage ich: FCA ist wohl sympathischer als GC, FCZ und FCB

    • Auguste sagt:

      hmm…, aus anlass des beginns der “scheenschte däg, ohne cl-match…” ein kleiner gruss an die geschätzten basler mitkommentatoren in form dieser herrlichen basler tradition…

      am bulat sim xamax ischs nid guet gloffe
      sie sin in dr tabälle total abgsoffe

      dr tschagajew gseht iberall nur no rot
      in dr maladière herrscht blanki not
      drum sitzt dr bulat jetzt au bi wasser und brot

      dr steinhöfer haut d’balle an die eigeni latte
      em sommer si ghiis will zämeklappe
      dr alex luegt dr vogel a

      doch dä meint nur:
      gottlob het dä ä schlächte obe gha

      helau!

      • josé bütler sagt:

        dr’steini esch e glatte, dr’steini esch e glatte,
        haut de ball a die eiget latte (also die des eigenen (fcb) tores) ;o)

        em bobadischa raul, dem tüüre gaul,
        schaut in bern, keiner ins maul.

        z’lozärn nach em match, hed türe knallt,
        er hed’s welle erzwenge mit roher gwallt,
        doch de lezcano isch billiger und trifft,
        de känzig hed us dr’wösch gluegt, wie bekifft.

        wer hed ächt bim transferpoker gwonne,
        wer sitzt ächt ändi saison a de sonne,
        yb hed gmeint, sie sige am längere hebu,
        doch am ändi längts ned, gäll chregu.

        • Mark M. sagt:

          Bobadischa? Lächerlich! Standard-Spanisch wird der Name Bobadija ausgesprochen und geschrieben wird er auf der ganzen Welt Bobadilla. Möchte mal wissen, waum alle (auch die Aargauer) so tun, als ob sie rioplatensisch sprächen. Oder betet irgendjemand die Namen in der Aufstellung eines spanischen Erstligisten auf katalanisch, baskisch, galicisch, asturleonesisch oder einem kastilischen Dialekt runter, je nachdem, woher die Spieler stammen. Wohl kaum, oder?’

          • josé bütler sagt:

            @m&m’s: ich weiss wohl, dass man bobadilla schreibt! falls du es nicht gemerkt hast, es ist ein fasnachtsreim in mundart! und übrigens, ich bin freiämter, nicht aargauer!

          • Yorgi Yorgurt sagt:

            Ja nun, Mark M., sprechen Sie Xavi vom FC Barcelona “Schawi” oder “Chawi” aus?

  3. Thorsten Legat sagt:

    Tolles Stadion! Wenn es gut voll war kam immer sehr gute Stimmung auf. Auch die Dame vom Verpflegungsstand, welche mit der Fliegenklatsche jeweils Jagd auf die Hände der Bierdiebe machte, war alleine schon die Reise wert)..

  4. Daniel sagt:

    «1 Bier = 4.–, 2 Bier = 8–, 3 Bier = 12 .–»
    Das wird der wohl witzigste Hohngesang der Zukunft!

    • Auguste sagt:

      hmm…, in aarau steckt die bargeldlose “bier & wurst transaktion” offensichtlich noch in den kinderschuhen. das mittelland wie es leibt und lebt.

  5. Martin sagt:

    wer isch arm und het kei geld,dr fca vum brüglifeld
    ist nett im vergleich zu
    GC GC die Schei..e vom See

  6. Lukas sagt:

    Hab da auch lustiges erlebt. Als ich ein kleiner Furz war, Ende der 80er, wohnte meine Grossmutter neben dem Brügglifeld. Wenn ich bei ihr in den Ferien war, ging ich mit einem Bekannten von ihr, einem knorrigen 80-jährigen, die Heimspiele schauen. Der alte Amedeo in seinem Trenchcoat, ich mit den farbigen Eighties-Klamotten, er brüllte und japste, ich piepste und japste. Er erklärte mir Taktik, ich wusste die Namen der Spieler, die er sich nicht mehr merken konnte. In den Pausen holten wir Bratwürste und Rivella. Weil er zu alt und zu schwach und ich zu jung und zu schwach war, mussten wir immer andere Matchbesucher fragen, ob sie uns die Flaschen aufmachen können. Nach dem Spiel stiefelten wir durchs Verkehrschaos nach Hause, um die Zusammenfassungen der anderen Spiele im TV zu schauen. Autos aus allen Richtungen hupen einander an, zwei Polizisten stehen auf dem Trottoir, der eine zum anderen: “Etz lueg emol das Puff aa…” Schön, dass sich nichts geändert hat.

  7. Nik D. sagt:

    Danke für diesen Beitrag, als FCA Fan freut man sich natürlich darüber, ausnahmsweise mal wieder etwas über seinen Verein in der Zeitung zu lesen. Die ChL ist ja offenbar nur bezüglich Hakan Yakin interessant, so dass SF fürs Sportpanorama gestern extra Kameras in Bellinzona hat aufstellen lassen, es gleichzeitig aber nicht für nötig hält, wenigstens die Resultate der anderen Spiele zu nennen. Nicht gerade Fairplay was das Staatsfernsehen da abzieht.

    Dass der FCA nicht mehr oben mitspielt, liegt sicherlich auch am Stadion und den daraus resultierenden mangelhaften Möglichkeiten, Sponsoren einen Mehrwert zu bieten. Man muss sich aber auch fragen, ob die ASL mit 10 Manschaften, wobei pro Saison bis zu zwei absteigen oder Konkurs gehen, nicht etwas unterbesetzt ist. Gerade weil die ChL so unattraktiv und schwach ist, bedeutet ein Abstieg für manchen Club eine Bedrohung für dessen Existenz. Das kann ja kaum im Interesse der Liga sein?

    In anderen Ländern gibt es die klassischen Lift-Manschaften, die ständig auf- und absteigen. Dass das überhaupt möglich ist, liegt an der Qualität der unteren Ligen in diesen Ländern und die wiederum hängt, nicht nur aber auch, mit der Aufmerksamkeit zusammen, die diesen Ligen entgegengebracht wird. Siehe z.B die Deutsche Sportschau, wo von der 3. bis zur 1. Bundesliga jedes Spiel mehr oder weniger gleich viel Sendezeit erhält. Hierzulande gibt es, abgesehen vom Montagsspiel auf SSF, absolut keinen Medien-Bezug zur ChL. SSF, als einziges Medium mit Bezug zu dieser Liga, sendet meines Wissens noch nichtmal die Resultate der anderen Spiele.

    Und nun wird die ChL von 16 auf 10 Manschaften zusammengestrichen und die Ligabosse erhoffen sich dadurch eine Qualitätssteigerung. Dass dabei aber bis zu 6 Manschaften aus dem Profibetrieb gekippt werden, die Aufmerksamkeit deswegen nicht zunimmt und der Aufstieg in die ASL für die verbleibenden Teams nicht einfacher wird, scheint aber keinen zu interessieren. So wird lediglich der Status der Top 5 der obersten schweizer Liga zementiert und eine praktisch unnehmbare Hürde für alle anderen erstellt. Oder wie lange können es sich Teams wie Thun, Lausanne, St. Gallen und bald auch GC leisten, ständig auf- und abzusteigen und dann jeweils eine Saison gegen unattraktive Gegner zu spielen? Ich behaupte, auf die Dauer kann das nicht gutgehen.

    Da schätze ich doch Vereine wie den FCA, die nach gut schweizerischem Verhalten nur das Geld ausgeben, dass sie haben und sich nicht zwecks Bilanzrettung fürs Internationale Geschäft qualifizieren oder junge Spieler beim erstbesten Angebot ins Ausland verschachern müssen. Wenn man dann noch ein Stadion hat, das zwar nicht schön aussieht aber man das Spielfeld sieht, wo Stehplätze eine Selbstverständlichkeit sind und nicht jede Spielsituation einen eigenen Sponsor hat, dann kann man sich eigentlich als Fussballfan in diesem Land bereits verdammt glücklich schätzen.

    • Hans Zoss sagt:

      Lieber Nik

      Du sprichst wohl den meisten Fußballfans aus dem Herzen. Auch ich gehe mir “nur” noch Spiele unterer Ligen anschauen. Auf die totale Kommerzialisierung des Sports kann ich verzichten und Fr. 40.– – 50.– für einen Sitzplatz bezahle ich eh nicht. habe fertig !

    • linus stamm sagt:

      gutes Statement!

      Hier noch mein Argument gegen diese Schrumpfungen auf 10 Teams:

      Ich hasse Operationen am offenen Herz…entweder spielt man oben mit oder direkt gegen den Abstieg! Nie kann man sich mal im “schnöden” Mittelfeld ausruhen. Immer dieser Stress!

    • thomas sagt:

      Die ChL ist ja offenbar nur bezüglich Hakan Yakin interessant, so dass SF fürs Sportpanorama gestern extra Kameras in Bellinzona hat aufstellen lassen, es gleichzeitig aber nicht für nötig hält, wenigstens die Resultate der anderen Spiele zu nennen. Nicht gerade Fairplay was das Staatsfernsehen da abzieht.

      wieso wird die chl nicht mit den resultaten und der tabelle gezeigt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      sollte eine speziele sendung geben nur für fussball supoerliga und challenliga ???
      chl wirde ende session auf 10 vereien verkleinert!!!!

  8. Sandro sagt:

    Aber euch ist schon klar, dass der FCA eigentlich schon länger auf ein neues Stadion wartet. Zustände wie in ZH.
    http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/aarau/aarauer-stadion-quartier-rueckt-langsam-naeher-108522834

    • Nik D. sagt:

      Sandro, das ist nur zur Hälfte richtig. Ja, Aarau wartet auf ein neues Stadion und das seit langem. Aber nein, es sind nicht Zustände wie in Zürich und ich erklär auch gerne warum:

      1. Zürich baute ein Leichtathletik-Stadion aus der Not heraus gebaut, um EM Spielort zu bleiben. Inzwischen sind dort aber alle unglücklich mit diesem Bau. In Aarau plant man langfristig, das Brügglifeld ist schliesslich seit über 100 Jahren in Betrieb und das neue Stadion muss dementsprechend auch eine Weile halten.

      2. In Aarau gibt es nicht nur ein Stadion sondern ums Stadion herum gleich ein ganz neues Quartier. Dort ist jetzt ein Industriegebiet, das zuerst umgesiedelt, abgerissen und neu bebaut werden muss.

      3. In Aarau wird sehr viel Wert darauf gelegt, es möglichst allen recht zu machen. Eine Studie hat kürzlich ergeben, dass das Gesammtkonzept hervorragend sei.

      Zu guter letzt ist zu erwähnen, dass ein neues Stadion trotz aller Nostalgie auch viele Vorteile bringt. Gedeckte Stehplätze, Logen für Sponsoren die sich das was kosten lassen und eine hoffentlich moderne Infrastruktur sollen es uns ermöglichen, mittelfristig wieder in der obersten Spielklasse mitzuspielen. Ohne neues Stadion bleibt nicht viel mehr als ein paar schöne Erinnerungen an vergangene Zeiten.

  9. Bobby sagt:

    Es war tatsächlich sehr traurig als der Fc Aarau abgestiegen ist -dass das Restaurant Sportplatz nicht mehr auf der Auswärts-Reiseroute leigt ist ein herber Verlust – wenigstens gabs im Cup einen netten Besuch.

  10. ambossma sagt:

    “Aarau hät kei Disco” entstand am 4.8.2001 vor dem Match FCA-FCZ beim feuchten Vorspiel auf dem Weg zum Brügglifeld. Nach Besichtigung der Feldschlössli-Brauerei gings gut angetätscht zum Match in den Brügglifelder Matsch nach Aarau. Beim frohen Schlachtgesang-Einsingen (20minutä – halbinüüni – FCZ!) fiel mir ein, dass ich als Everywhere-Everyweekend-96h-Partygänger noch nie (!) im Aarau in einem Club war und niemand unserer Truppe einen kannte. So schrie ich: “Aarau hät kei Disco” als schlichte Tatsache – und meine Kumpels erkannten die tiefe Wahrheit sofort und brüllten sofort mit. Während des Spiels verbreitete sich der Kampfruf und verwirrte mit seiner klaren und wahrhaften Aussage die Aargauer Spieler derart, dass der FCZ mit 2:3 gewann. Das war der Beginn meiner wunderschönen Freundschaft zum Brügglifeld, wo ich wieder immer gerne singe…

  11. David sagt:

    Danke!

  12. Georgios sagt:

    Lieber Mämä (ich schreib Dich jetzt mal mit DU an)
    Hab mich selten an einem Blog so amüsiert wie an diesem hier. Beim Spiel FCA – Locarno am 26. Juli 2010 sass ich im Stadion neben einem Unternehmer, bei dem ich vor 20 Jahren während des Studiums meine Diplomarbeit schrieb und wir unterhielten uns über Fussball und über manches mehr (sowas passiert einem im Letzigrund wohl eher nicht). Trotzdem 3 Bemerkungen zu Deinen Zeilen (mal scherzhaft, mal ernsthaft gemeint):
    1. Es gibt in Aarau definitiv Discos!
    2. Das mit dem “konstanten Missmanagement” kann ich nicht gelten lassen. Klar, es war z.t. auch Glück dabei, dass der der FCA so lange in der obersten Spielklasse blieb (war es vielleicht das Glück des Tüchtigen?), aber mit konstantem Missmanagement hat das nichts zu tun. Die ganze Chose ging nach hinten los (Abstieg), als Fritz Hächler zum Sportchef “gemacht” wurde, sich wie der Elefant im Porzelanladen verhielt und vom Präsidenten nicht gestoppt wurde. DAS kann als Missmanagement bezeichnet werden, ja, aber ich sehe keine Konstanz.
    3. Es fehlt der Hinweis, dass im Torfeld Süd ein neues Stadion entstehen soll. Zugegeben, dieses ist schon lange im Gespräch, es fanden x Abstimmungen statt und der Spatenstich fand auch noch nicht statt. Gut Ding will eben Weile haben (nicht nur in der Stadt – auch in der Provinz).

  13. Theo Zehnder sagt:

    Zugegeben Aarau hat ein altes Fussballstadion…Die grösste Schweizer Stadt
    Zürich hat nur ein Leichtathletikstadion,wo keine Stimmung aufkommt….

  14. Keppi sagt:

    Perfekt geschrieben
    Genau deshalb liebe ich den FC Aarau….

  15. Rindolone sagt:

    Hinzufügen muss man lediglich noch, dass dem legendären Brügglifäld Stadion dieses geniale Musikvideo gewidmet wurde:
    http://www.youtube.com/watch?v=VrGS_jd65H0

    Ganz wie das Stadion.

  16. Peter Jann sagt:

    Als Neo-Aarauer bin ich froh im Brügglifeld den unsäglichen 08.15-Arenen und Investoren- und Prestigebauten der restlichen Liga entronnen zu sein. Wohl nicht für lange; leider.

    Lieber Mittelmass mit Stil , Spass und gesunden Finanzen als (erfolg)reich in einem öden Stadion mit einer auswechselbaren Mannschaft ohne Lokalbezug, die irgendwo spielen könnte.

    Geniessen wir das Brügglifeld solange es noch steht.

  17. Nils Holgersson sagt:

    Als Fcb Fan vermisse ich die Auswärtsspiele im Espenmoos. Eine Atmosphäre wie bei den Duellen St. Gallen – Basel zu Beginn des neuen Jahrtausends, sucht man heute vergebens…. leider

  18. Thomas sagt:

    Den FC Aarau braucht kein Mensch, das Brügglifeld genauso wenig. Das ist Provinzfussball, der in den Augen weh tut. Wie hätte ich den “Unabsteigbaren” letzte Saison einen weiteren Abstieg gegönnt!

    • Flo sagt:

      Jemanden der solche Kommentare schreibt, braucht auch kein Mensch! Provinzfussball? Na und? Wenigstens kommen dann nicht so aufgeblasene Schnösel wie Sie zu Besuch. Entweder Sie sind aus Baden oder Luzern?!

      • Thomas sagt:

        Leider falsch. Aber das tut auch nichts zur Sache. Tobias Bopp (zwei weiter unten) liefert weitere schöne Denkanstösse.

  19. stefan sagt:

    Einfach Kult dieses Stadion. Da schmeckt die Bratwurst noch nach Bratwurst und das Bier noch nach Bier.

  20. Tobias Bopp sagt:

    Also da habe ich schon eine andere Meinung. Ich war jahrelang im Gästesektor des FCA, und was da dem Zuschauer geboten wurde, hat nichts mit “süsser Nostalgie” zu tun, sondern schlicht mit Geringschätzung von Gästen. Sanitäre Einrichtungen, die 100 km gegen den Wind gestunken haben, für 1000 Fans eine Würstlibude und eine Bierabgabestelle (durchschnittliche Wartezeit 30 Minuten), himmeltraurig organisierter Einlass usw usf. Ich würde den Artikel noch einigermassen akzeptieren, wenn auch der Preis entsprechend gewesen wäre. Wir haben aber 25 Fr. bezahlt, gleich viel wie damals in den neuen Stadien in Basel, Bern und Neuenburg. Was an diesem ganzen “setting” nostalgisch sein soll, verstehe ich nicht. Noch eine Bemerkung zu den vielen Kommentaren, die auf die finanzielle Seriosität des Clubs hinweisen: Ich weiss nicht, wie oft der FCA in den letzten 20 Jahren im letzten Moment gerettet werden musste, weil viel mehr Geld ausgegeben wurde als eingenommen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass es der FCA über Jahre niht geschafft hat, mehr Geld zu generieren. Und da sind wir wieder bei einem Stadion, in dem in den letzten gefühlten 100 Jahren nichts geändert wurde. Und wenns ums finanzielle geht, ist dann die Nostalgie entgültig vorbei…

    • Kraft sagt:

      Na ja, ich fands eigentlich immer nett auf dem Dreckhügel. Ich fands aber auch nett im Espenmoos und sowieso am nettesten im Hardturm. Aber wahrscheinlich habe ich einfach ein antiquiertes Verständnis der bereichspezifischen Kundenwünsche. Ich sollte wohl wieder mal Tyler Brulé anrufen.

      • Tobias Bopp sagt:

        Ich finde deinen Beitrag interessant, oder besser gesagt extrem übrlegt. Schon die Wortwahl (“nett”) zeugt von tiefer Reflektïon. Eine 2. Würstlibude oder ein Pissoir, das diesen Namen verdient, hat mit Design nicht wirklich viel zu tun. Ein Tipp: Grümpelturniere im Mittelland sind sogar gratis, und dort ists noch viel viel netter…

    • Jorge sagt:

      Aber genau das ist ja das Besondere. Der Eingezaunter Grass Hügel als Gästesektor fand ich immer das Beste an den Aarau Reisen. Eigentlich sind sowieso alle Diskussionen überflüssig da der FCA-Spiess alles weg macht.

  21. Goggi sagt:

    Der noch viel tiefgründigere Spruch fehlt leider im Artikel und wurde fast durchwegs von allen Gästefans gesungen: “Nie meh, nie meh Brügglifäääld, nie meh, nie meh Bröööglifääld”. Was im Fall der St.Galler etwas verfrüht war, stellt sich nun be Baslern, Luzernern, Bernern und natürlich Zürchern als wehmütiges Jammerlied heraus. Wie schön es doch ist, im Brügglifeld Rasen zu riechen! Die Monotonität gewohnten Grosstädtler seien jedoch beruhigt: in 40 Jahren sieht auch die grösste Big-Bang-Arena wieder ein bisschen kultiger aus.

  22. Marco sagt:

    Das Stadion ist schon lange Abbruchreif, ich fühlte mich dort immer unsicher. Nur Stacheldraht sonst nicht viel, und Würstchen-Stand vom Metzger Sträässsle aus Suhr. Ein ehemaliger Aargauer “nun” Basler…

  23. Koch sagt:

    Fachkundige Experten im Rentenalter auf der Gegen”tribüne” (jeder hätte den Titel “Ehrenpräsident” verdient), je nach Spielverlauf war ein spontanes Solidarisieren mit der einen oder anderen Fangruppierung möglich, das Bier war noch selbiges und das WC war verrostet. Hats geregnet, hats einem weggespült in der gegnerischen Fankurve und wem der Hot Dog verleidet ist, für den gabs die grössere Hot Cat. Auch als Nicht-FCA-Anhänger gabs wunderbare Zeiten zu erleben im Brügglifeld.

  24. Thomas Luchs sagt:

    Ein schöner Bericht, momol. Das mit dem konstanten Missmanagement könnte ich so nicht unterschreiben, das Missmanamgent ist meiner Ansicht nach eher ein Phänomen der jüngeren Vergangenheit. Vorher waren wir doch bekannt für emotionsloses Bünzli-Wirtschaften à la Godfather Lämmli, am Ende der Saison stand die schwarze Null und alle konnten beruhigt in die Ferien. Wenn man bedenkt, welche Spieler einst auf dem Brügglifeld Ackerbau betrieben (Rufer, Sforza, Knup, Di Matteo, Hermann, Ratinho… oder *hüstel* Inler) kann die Vereinspolitik früher nicht so lätz gewesen sein.
    Interessant ist auch immer wieder, dass Aarau als erster (selektive Gedächtnisstörungen vorbehalten) Verein der Schweiz ernsthaft ein grosses, neues Stadion plante. Vor dem geistigen Auge sah man Anfangs der 90er Jahre schon Bon Jovi und die Nati in der Kiesgrube Schafisheim auflaufen – der Rest ist Geschichte. Heute wartet man als einer der letzten Urgesteine auf ein neues Zuhause, obwohl man sich eigentlich einig ist, dass das Brügglifeld unersetzbar ist.

  25. Rene Meier sagt:

    Wohlen & Aarau in der Challenge League und Muri und Baden in der 1. Liga, das reicht. Es braucht keinen SuperLeague Club aus dem Aargau. Märssi.

  26. Raffaele sagt:

    Bei aller Ablehnung als Luzerner gegen den FCA: Man muss ihnen lassen, dass bei ihnen (noch) ehrlicher Fussball gespielt und “geboten” wird.
    Im neuen Stadion, welches dann vielleicht in fünf Jahren mal stehen wird, wird der Verein aber wohl genauso zur Seelenlosen Eventfirma, wie dies schon in SG, LU, Bern oder Thun passiert ist.
    Geniesst diese Zeiten nun noch!

  27. Alex V. sagt:

    Mir geht dieses Geplapper einfach nur noch auf den Sack. Diese unnützen Schriftstücke werden doch IMMER von alten/älteren Journalisten verfasst die sich an die Zeit zurückerinnern möchten, in der sie noch ohne Viagra eine Frau beglücken konnten.

    Diese Gedankengänge, die bestimmt auch bei einigen auf der Teppichetage des SFV herumgeistern, gefährden, nein sie hindern schon das Fortschreiten der allgemeinen Qualität und Modernisierung des Schweizer Fussballs. Die jüngere Generation möchte Stadien wie sie in Deutschland stehen, eine Show erleben und daran ist auch gar nichts auszusetzen, schliesslich kostet ein Fussballticket gerne mal das 5fache und mehr als ein Kinobesuch der gleichen Länge.

    Ich bin ganz klar für diese Modernisierung, ansonsten würden wir denselben grottigen Fussball sehen wie der in Österreich gespielt wird…und wer möchte das schon?

    • Marcel sagt:

      Drehen wir mal am Zeitrad – den Alex, ohne Helm und Gurt, 20 Jahre vorwärts, dann lassen wir ihn seinen völlig inhaltslosen Kommentar nochmals lesen. Kleine Gedankenstütze – warum wohl kosten Fussballspiele heute das zehnfache als vor 25 Jahren? Nein die Teuerung ist’s nicht…Die Show ist’s, zugunsten von völlig überteuerten Möchtegern und Echtstars die nicht mal einen Satz geradeaus schreiben können und sich mit 35 wundern,dass sie weniger Kohle haben als mit 22. Und es soll noch Menschen geben, die finden solche Typen geil. Aber die finden auch DSDS und dergleichen sei hochwertige Unterhaltung.
      Und zum Schluss wären da noch die Ultras. Diese gegen alles Kommerzielle kämpfende Guerillatruppe in besten Markenklamotten, welch ein Hohn, die denkt, sie hätten die Fankultur erschaffen und seien deshalb die einzigen und wahren Fussballfans. Du siehst, vieles kann einem auf den Sack gehen

      So, abgesehen von alledem, find ich Modernisierung im Fussball ein Muss. Ich geh jetzt mal Viagra suchen, krieg ich das im Internet? 🙂

    • Goggi sagt:

      Modernisierung? etwa im Stil Schweiz-Argentinien vom Mittwoch? Föhnfrisuren-Kicker, Glanz und Gloria als Kommentatoren und ein Eventpublikum statt richtigen Fans im Publikum?… momol, sehr erstrebenswert dieser moderne Fussball…

  28. Adrian Grenado sagt:

    Ein ähnliches Stationerlebnis lässt sich auch in der “Grossstadt” Winterthur oder in der “Zukunftsstadt” Biel geniessen.Einzig die WC’s stinken dort nicht und sie(die WCs) sind auch bei Starkregen benutzbar 😉
    .
    Neubau Stadion FCA: VOR dem Abstieg drohte der Lizenzentzug wegen dem in jeder Hinsicht ausgemusterten Brügglifeldstadtion. Deshalb wurde das Projekt Torfeld Süd vorangetrieben und bis zur Baureife gebracht. Nachdem der Lizenzentzugsdruck fürs erste weg war und in der Aargauer Kantonshauptstadtkaum jemand ernsthaft mit dem Wiederaufstieg des lokalen Clubs in die höchsteSchweizer Fussball-LIga rechnet, will halt auch niemand das Risiko eingehen, in ein nicht benötigtes Stadion zu investieren. Sollte der Aufstieg irgendwann doch gelingen, wird man die Pläne schnell aus der Schublade ziehen und möglichst vor dem nächsten Abstieg die neue Spielstätte realisieren wollen…
    .
    So oder so, ich würde es begrüssen, wenn der FCA wieder in der Axpo Super Leaugue mit dabei wäre, im neuen Stadion selbstverständlich. Ums Brügglifeld wäre es nicht wirklich schade.

    • Goggi sagt:

      Adrian, das Stadion-Projekt wird nicht mehr und nicht weniger vorangetrieben als vor dem Abstieg. Es braucht halt einfach seine Zeit.

  29. Tim sagt:

    mann kann aus denn kommentaren und dem bericht herauslesen das es heute nur noch um geld geht. klar ist das auch so wir leben im 21 harhundert aber ist es nötig das mann in der ganzen sache den fussball vergisst !!!

  30. Tim sagt:

    die gästekurve in aarau ist einer der besten in der schweiz sagen viele fans die mal da brögglifeld von innen gesehen haben. ich bin lieber 1-2 meter von den spielern entfernt und in einem kleinem stadion als in einem joggeli wo ich denn ball mit dem feldstecher suchen muss 😉 aber sind wir ehrlich das brögglifeld ist um einiges besser als das comunale in bellinzona oder bringt mehr stimmung ( wenn es voll ist ) als der letzigrund oder ?

  31. Franz sagt:

    Ruine oder Neubau ist mir eigentlich wurst. Was mich stört, sind die Kartoffeläcker, die uns Wochenende für Wochenende daran erinnern, dass die Schweiz mal ein Agrarland war. Nicht einmal zu St. Jakob ist man fähig, einen Champions-League-würdigen Rasen zu präsentieren. Die Platzwarte der SL sollten im Winter im nördlichen Nachbarland einen Ausbildungskurs besuchen. Kapieren sie es immer noch nicht, sollte nicht vor Mitte März gespielt werden dürfen.

  32. Cris Chelios sagt:

    Auch der FC Aarau wünscht sich nichts sehnlicher als ein neues Stadion.

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