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Kann der FC Zürich Meister werden?

Fabian Ruch am Mittwoch den 12. März 2014
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Wundertüte bleibt Wundertüte: FCZ-Spieler jubeln nach Gavranovics 3:0 im letzten Derby gegen GC. (Foto: Ennio Leanza/Keystone)

Klar ist: Es wird auch in dieser Saison einen Schweizer Meister geben. Aber: Im Schneckenrennen an der Super-League-Tabellenspitze ist es nahezu unmöglich, eine Prognose zu stellen. Konstanz beweisen die Teams in dieser Saison einzig in der Unkostanz. Mal legt YB, wie zu Saisonbeginn, eine mitreissende Siegesserie hin; mal überzeugen, wie im Spätherbst, die Aussenseiter St. Gallen, Luzern und GC; mal brilliert Zürich, wie in den letzten Wochen, als der FCZ einen meisterlichen Lauf hinlegte mit bisher sechs Siegen seit der Winterpause.

Und der FC Basel? Der Primus stolpert von Spiel zu Spiel – oder besser: von Unentschieden zu Unentschieden. Er hat mehr Remis (12) gespielt als gewonnen (11), aber auch erst einmal verloren. Er ist mit seiner Klasse gut genug, um trotz Turbulenzen Erster zu sein. Basels Vorsprung beträgt, obwohl das Team überhaupt nicht überzeugt, immer noch fünf Punkte auf das Trio GC, YB, FCZ. Vermutlich können sich die Basler nur selber stoppen. Allerdings ist der Serienmeister anfällig, er wackelt und wäre diesmal zu packen. Wenn ein anderes Team zumindest ansatzweise beweisen würde, ein Titelteam sein zu können.

Bescheidenes Niveau

Aber, und das muss auch mal geschrieben werden, das Niveau dieser Saison ist bescheiden. Der FC Basel kann sich einen mässigen Auftritt nach dem anderen leisten – und ist dennoch ziemlich unangefochten an der Tabellenspitze. Die Führung der Basler ist auch der Baisse der Konkurrenz zuzuschreiben. Nach 24 Runden hatte der Leader der Super League noch nie wie jetzt erst 45 Punkte auf dem Konto. Und diesmal glänzt der mit Abstand beste, grösste, erfolgreichste Schweizer Klub der letzten Jahre ja überhaupt nicht.

Dazu sei ein Zahlenbeispiel erwähnt, welches polemisch erscheinen mag, aber dennoch korrekt ist. Es ist ja so: Basel gewann vor ein paar Wochen gegen YB letztlich mit 3:2, weil die Schiedsrichter den Gast aus Bern gleich in drei heiklen Situationen deutlich und fälschlicherweise benachteiligte. Das wird – ausserhalb von Fussballbasel – als Fakt betrachtet. Hätten die Young Boys also jene Begegnung gewonnen, dann wären sie jetzt tatsächlich Leader und hätten mit 43 Punkten einen Zähler Vorsprung auf den FCB.

Schmuckloser Titelkampf

Dazu muss man wissen: YB agiert gerade alles andere als meisterlich, zuletzt folgten mal wieder zwei miese Auftritte in Sion (0:3) und gegen Zürich (1:3). Es ist ein weiteres Zeichen für einen ziemlich schmucklosen Titelkampf, dass die Young Boys mit Rang 1 überhaupt in Verbindung gebracht werden können.

Und das führt zur nächsten Frage: Kann ein Team, welches in der Vorrunde aus 18 Partien nur 22 Punkte holt und bloss auf Rang 7 überwinterte, am Ende Meister werden?

Die Antwort ist eine Gegenfrage: Warum nicht? Der FC Zürich jedenfalls reiht in der Rückrunde Sieg an Sieg, und er tut das durchaus überzeugend in einem erfrischenden, offensiven 3-1-4-2-System. Die Abwehr steht relativ solid, Yassine Chikhaoui und Davide Chiumiento geben die wunderbaren Feinfüsse im zentralen Aufbau, Marco Schönbächler entdeckt defensive Qualitäten als Aussenspieler, vorne trifft Nationalspieler Mario Gavranovic fast immer – und manchmal sogar mit viel Glück wie am Sonntag beim 3:1-Sieg in Bern gegen ein schwaches YB. So wird man, heisst es dann doch gerne, Meister.

Kein konstant starkes Team

Es ist nicht auszuschliessen, dass dieser selbstbewusste, forsche, unbeschwerte FCZ in den nächsten Wochen mindestens einen Titel gewinnt. Im Cup empfängt er ja Ende März im Halbfinal den FC Thun. Weil aber die Zürcher in dieser Saison ebenfalls eine Wundertüte darstellen, würde es keineswegs überraschen, wenn bald wieder schwierige Zeiten auf den FCZ warten würden.

Konstant stark ist in dieser Saison kein Team. Das öffnet das Feld der Titelkandidaten. Und das lässt zumindest auf reichlich Spannung im letzten Drittel der Spielzeit hoffen. Und auf höhere Zuschauerzahlen. Denn die Stadien waren zuletzt enttäuschend gefüllt. Diese Saison reisst noch kaum jemanden mit.

Wer ist für Sie jetzt Titelfavorit? Und warum? Wird am Ende doch mal wieder Basel triumphieren? Oder können die Verfolger GC, YB oder FCZ die Überraschung schaffen?

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12 Kommentare zu “Kann der FC Zürich Meister werden?”

  1. erich schweizer sagt:

    basel wird es wieder schaffen, sie haben den mit abstand besten Trainer der Liga und das kader ist immer noch genug stark auch nach den letzten abgängen. dieses jahr ist der zweite platz fast genauso wertvoll da er zur teilnahme an der championsleague berechtigt. zweiter wird wahrscheinlich tatsächlich der fcz. yb ist sicher die grosse Enttäuschung dieser Saison, mit den vielen zuzügen und mit dem angeblich guten Trainer forte hatte man sich dies sicher ganz anders vorgestellt.
    gc hat weiterhin den grossen Nachteil im letzigrund fast ohne Unterstützung des Publikums zu spielen und ist daher auch heimschwach. traumhaft wäre wenn es zum cupfinal fcz – fcb kommt.

  2. Carlos sagt:

    FCZ wird Meister….

  3. cello sagt:

    ich finde die aussage von erich schweizer treffend “YB mit dem angeblich guten Trainer”. was kann forte? ausser sprüche klopfen vor dem mikrofon und behaupten das immer die gegener bevorteilt wurden? bei YB muss er sich jetzt beweisen und mit diesem kader was er zur verfügung hat zeigt er, er ist eben doch nicht der super Trainer. Am ende wird es basel wie immer machen. den die basler sind immer noch international am spielen und haben trotzdem erst 1 mal verloren in der gesamten Saison. die Fussball schweiz kann froh sein gibt es den fcb. sonst wären wir im ranking schon längst auf Position 100 abgerutscht.

  4. Andy Dürr sagt:

    Ach, Herr Ruch! Verfallen Sie schon wieder in Ihre Rolle als YB-“Gränni”? Zu Ihrer Frage gibt es eine einfache Antwort: Der FCZ hat in den vergangenen Wochen guten Fussball gespielt, letztendlich ist er aber ganz einfach zu leichtgewichtig, um den FCB zu gefährden.

  5. Body Shape sagt:

    Ach ja – da wären noch die Eishockey Playoff Spiele –
    Ach ja – die Zürcher Mannschaften haben verloren

  6. Matthäus sagt:

    der FCZ wird Meister und Cupsieger!
    Basel ist sich die Gefahr nicht bewusst und genau deswegen wird der Stadtklub es allen zeigen!
    GO FCZ!

  7. René Obi sagt:

    Ein Stadtzürcher Triple (mit dem ZSC) wäre schon schön. Nur… zuerst mal nach Luzern.

  8. E. Schönbächler sagt:

    Meister können noch Basel, der FCZ, YB und GC werden. Keine dieser vier Mannschaften kam bisher problemlos durch die Saison. Aber von einem Schneckenrennen zu sprechen finde ich respektlos. In der Bundesliga wäre man froh wenn der Titelkampf ein bisschen spannender wäre. Die Zuschauerzahlen sind übrigens gar nicht so schlecht. Der Februar ist ja trotz des sehr milden Winters nicht der idealste Monat für den Fussball in unseren Breitengraden.

    Und zum Schluss noch die Gewinner eines für mich idealen Fussballfrühlings:

    Meister: GC

    Cupsieger: FCZ oder Thun

    Europa-League-Sieger: Basel

  9. Buschbrenner sagt:

    Ausserhalb von Fussball-Basel werden vor allem zwei Dinge als Fakt betrachtet: 1. Herr Ruch ist ein Gränni! 2. In besagtem Spiel wurde YB durch den Schiedsrichter alles in allem über die ganzen 90 Minuten massiv bevorteilt!

  10. mike sagt:

    ich habe schon am anfang der rueckrunde in diesem blog geschrieben, dass nur der fcz meister werden kann, weil er vom goali bis zur sturm spitze die ausgeglichensten fussballer hat. dies hat sich nun immerhin 6 spiele lang as wahr erwiesen.
    hopp fcz

  11. FussballER sagt:

    Typisch FCZ! Da gewinnen sie, nach einer indiskutabel miserablen ersten Saisonhälfte, mal ein paar Spiele. Und dann gleich grössenwahnsinnig vom Meistertitel reden! Ist ja völlig lächerlich und verkennt die Schweizer Fussball-Realität. Und da wundern sich die Zürcher, weshalb sie in der restlichen Schweiz als arrogant wahrgenommen werden. Drum: danke FC Luzern fürs Zurück-auf-den-Boden-der-Realität-holen.

  12. oliver brunner sagt:

    schön wäre, wenn diese katastrophale fehleinschätzung nach vierzehn tagen nochmals aufgegriffen würde. aber das wäre ja nicht journalistisch.