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Ronaldo, Ibrahimovic, Suarez und die Bayern räumen ab

Fabian Ruch am Dienstag den 31. Dezember 2013

Das Fussballjahr 2013 ist Geschichte, der Ball rollt während der Feiertage nur in England. Es ist der ideale Zeitpunkt, Rückblick zu nehmen auf das internationale Geschehen in den vergangenen zwölf Monaten – und ein paar Ehrungen positiver sowie negativer Art vorzunehmen.

Spieler des Jahres: Darum wird es an dieser Stelle ausführlich nächste Woche gehen, kurz vor der Wahl des Weltfussballers des Jahres. Wir sagen aber bereits jetzt, dass Cristiano Ronaldo 2013 der überragende Akteur war – noch besser, grösser, stärker als Zlatan Ibrahimovic, Neymar, Franck Ribéry und Luis Suarez, die ebenfalls brillierten.

Mannschaft des Jahres: Da gibt es leider keine zwei Meinungen. Gut, wir könnten jetzt Brasilien nennen, weil die Auswahl den Confed-Cup souverän gewann. Aber in dieser Kategorie kann der Sieger nur Bayern München heissen, alles andere wäre lächerlich. Die Bayern haben jeden möglichen Titel gewonnen im Jahr 2013, und sie haben sogar einen Präsidenten, der massiv Steuern hinterzogen hat – und dennoch weiter in Amt und (na, ja) Würden ist. Uli Hoeness blickt auf verrückte zwölf Monate zurück. Sein Fall und sein Triumph stehen stellvertretend für die turbulenten Ereignissen im Fussball, wo morgen schon alles andere sein kann, als wir heute denken.

Top 11 des Jahres (wir spielen im offensiven 4-1-3-2): Neuer (Bayern); Lahm (Bayern), Thiago Silva (Paris Saint-Germain), Kompany (Manchester City), Alaba (Bayern); Vidal (Juventus); Cristiano Ronaldo (Real Madrid), Neymar (Barcelona), Ribéry (Bayern); Suarez (Liverpool), Ibrahimovic (Paris Saint-Germain). Ja, es gibt Dutzende andere Möglichkeiten. Und wir haben Lionel Messi für einmal nicht gewählt, weil er zu oft verletzt fehlte und nicht ganz so stark agierte wie in den Jahren zuvor. Neymar steht in der Elf, weil er Brasilien zum Confed-Cup-Sieg schoss und sich bei Barcelona relativ rasch als Leistungsträger etablierte – und zuletzt während Messis Verletzungspause sogar ausgezeichnet Regie führte. Ronaldo und Ribéry schliesslich agierten auf den Flügeln stärker als Messi, und als Stürmer bevorzugen wir Suarez und Ibrahimovic. Und, ja, Lahm hätten wir am liebsten auch hinten links und im defensiven Mittelfeld aufgestellt….

Trainer des Jahres: 1. Jupp Heynckes (führte Bayern zum Triple). 2. Pep Guardiola (verwaltet das Heynckes-Erbe bei Bayern vorzüglich – und hat die Mannschaft noch entwickelt mit den Feinfüssen Mario Götze und Thiago). 3. Jürgen Klopp (lieferte bei Borussia Dortmund lange Zeit ausgezeichnete Arbeit ab).

Spektakelmacher des Jahres: Er hat nicht nur eine interessante Biografie seines Werdegangs schreiben lassen, sondern schreibt selber beinahe Woche für Woche das nächste Kapitel eines aufregenden Fussballerlebens – mit fantastischen Toren, überragenden Einlagen, sensationellen Schüssen. Zlatan Ibrahimovic lässt keinen kalt, und es ist jammerschade, fehlt er an der WM 2014, weil er derzeit nur der zweitbeste Fussballer der Welt ist. Dummerweise scheiterte er in der WM-Barrage am besten Spieler, und das ist der Portugiese Cristiano Ronaldo. CR7 und Ibra zusammen in einem Team, das wäre eine Attraktion.

Aufsteiger des Jahres: Diese Wahl mag einige überraschen, aber wir entscheiden uns für Luis Suarez. Der Uruguayer im Team von Liverpool war noch vor wenigen Monaten in England eine schier unerwünschte Person, weil er mit seiner Fallsucht, seiner unsauberen Spielweise und einigen Tätlichkeiten unangenehm aufgefallen war. Sein Abschied aus der Premier League schien eine Frage der Zeit zu sein, er fehlte mehrmals wochenlang gesperrt und war landesweit verhasst – und ist jetzt dennoch beinahe restlos rehabilitiert. Denn Suarez traf und traf und traf und traf zuletzt, wie er wollte. Er ist in diesen Wochen sogar der weltbeste Stürmer. Seine Tore sind oft wunderschön und nicht bloss Abstauber. Suarez spielt derzeit in der Liga von Ronaldo und Ibrahimovic. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?

Absteiger des Jahres: Er gilt für viele als bester Torhüter der Welt, immer noch, aber hinter Iker Casillas liegen schwierige Monate. Erst wurde er von Real Madrids damaligem Trainer José Mourinho als Stammkeeper aussortiert. Mourinho sah im mächtigen Casillas einen Gegenspieler, zudem verdächtigte er den Goalie, Internas an die Presse weiterzuleiten. Aber auch jetzt, nach Mourinhos Abgang im Sommer, ist Casillas keineswegs unumstritten und auch nicht gesetzt bei Real. 2014 kann für ihn nur besser werden. Wenn er denn an der WM für Weltmeister Spanien überhaupt die Nummer 1 sein wird. Und wenn er im Sommer tatsächlich zu Manchester United oder Arsenal oder Manchester City oder Paris Saint-Germain oder Monaco oder sogar Barcelona wechseln wird.

Erkenntnis des Jahres: Vielleicht erleben wir gerade die beste Zeit des Fussballs. Oder zumindest eine Zeit mit besonders vielen besonders talentierten Akteuren. Es gab kaum jemals eine Phase mit derart vielen potenziellen Weltfussballern. Messi und Ronaldo dominierten den Sport in den letzten Jahren, doch mit Ibrahimovic und Ribéry sind zwei Akteure hinzugekommen, die ein ähnliches Niveau erreichen.

Wunsch des Jahres: Zum Abschluss des Steilpass-Blog-Jahres ein persönlicher Wunsch, der naiv sein mag und vielleicht nicht erfüllt werden kann. Aber es wäre wunderbar, wenn der Rassismus ganz aus den Fussballstadien verschwinden würde. Die integrative Kraft des Fussballs ist weltweit gewaltig, und doch ist es noch nicht gelungen, den Rassismus zu bezwingen. Es kommt immer wieder zu unschönen Vorfällen. Vielleicht muss der Weltverband Fifa noch schärfere Strafen verhängen, falls es zu fremdenfeindlichen Vorgängen kommt. Der Fussball hat schliesslich auch eine Vorbildfunktion.

Und welche Wünsche haben Sie an den Fussball? Welche Spieler und Mannschaften überzeugten Sie 2013 am meisten? Und wie sieht ihre Top 11 des Jahres 2013 aus?

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17 Kommentare zu “Ronaldo, Ibrahimovic, Suarez und die Bayern räumen ab”

  1. Alb sagt:

    Nur weil Ronaldo in den letzten Monaten sehr gut gespielt hat, sollten wir jetzt vergessen, was Ribery geleistet hat? Da hat jemand aber einen klaren Anfall von: aus den Augen, aus dem Sinn. Ribery wäre auch wegen besserem Team und seinem insgesamt teamfähigeren Charakter die Nummer 1 im Moment. Dabei hat Ronaldo immer noch nicht bewiesen, in den entscheidenden Momenten wirklich aufzutrumpfen. Die Barrage zähle ich da nicht dazu. Spiele wie der Clásico im Camp Nou, wo Real Madrid 2:1 verloren hat, sprechen eine eindeutige Sprache. Auch das EM-Spiel gegen Spanien war eher als unglücklich zu bezeichnen, obwohl er sich sehr bemühte…
    Deshalb meine Stimme würde eindeutig an Ribéry gehen.

    • Daniel sagt:

      Sie solletn mal die Bayernbrille absetzen. Ribery gehört sicher zu den besten, aber an einen Cristiano Ronaldo kommt er bei weitem nicht ran. Warum zählen Sie die Barragespiele willkürlich nicht dazu? Weil Ribery untergetaucht ist, hingegen Ronaldo Hin-und Rückspiel gewann (so viel zum Thema “in den entscheidenden Momenten nicht wirklich aufzutrumpfen”). Wen würde ein Fussballfan wohl auf dem linken Flügel offensiv auflaufen lassen? Ribery oder Ronaldo.

      • Mateus sagt:

        Ribéry das ich nicht Lache. Er ist gut aber er ist höchstens auf der stufe Alexis sanchez und schon gar nicht vom
        Ronaldo ,Ribéry oder Neymar. Also bitte alle Bayern Fans sind für Ribéry aber im internationalen Fussball ist er
        Deutlich nicht auf höchsten Niveau.

        • Marco sagt:

          Neymar ist Justin Bieber vom Fussball. Auf Youtube fantastisch, in Wirklichkeit Katzenpisse. Zitat: Joey Barton

      • Alb sagt:

        Komischerweise kann ich die Bayern eigentlich nicht leiden. Ich bin zuerst ein Lausanne-Sport Fan. Falls ich Fussball überhaupt noch verfolge, denn die Vermarktung öded mich eigentlich an.
        Zurück zu Ronaldo und die Barrage-Spiele. Das war doch gar nichts. Nur die Qualifikation für die WM, die für eine Mannschaft wie Portugal und einem Spieler wie Ronaldo eigentlich schon vorher hätte sein sollen. Die Russen sind so gut nun auch nicht. Doch sehr viele Punkte wurden liegen gelassen. Hat da Ronaldo gefehlt?
        Ich glaube eher, dass sie sich von der medialen Kampagne von Real Madrid beeinflussen lassen. Cristiano Ronaldo ist gut, und möglicherweise in diesem Moment der beste Fussballer, aber sicher nicht fürs ganze Jahr!

        • Jonny sagt:

          Doch genau das, für s ganze Jahr, wer 70 Tore und fast 20 assists erreicht in einem Jahr in einer topliga, der ist der beste dieses Jahres.
          Wenn nicht er, wer dann?

    • Jonny sagt:

      Jaaaa genau, ausgerechnet den classico, wo er nicht getroffen hat hier aufzubringen.
      Was ist mit dem Haufen classicos davor, die real gewonnen hat und Ronaldo ggetroffen hat?
      Ein messi zb trifft auch nicht immer, siehe genau diese besagten classicos, die barca verloren hat, siehe das Spiel gegen bayern, siehe gegen Deutschland…
      Und wohin hat ribery Frankreich geführt? Wohin hat Messi Argentinien geführt? Man sollte schon in der Lage sein objektiv bewerten zu können.

    • Cr7 sagt:

      Ronaldo ist der beste! Kein andera. Ja ribery ist gut und hatt den besten spieler europas verdient
      . Doch CR7 ist besser!

  2. Markus sagt:

    Solche Spielervergleiche sind total unsinnig, denn Fussball ist ein Teamsport. C.R hat bei Real eine Freirolle, er wird von Defensivaufgaben befreits und das System ist auf seine Konterstärke ausgelegt. Wenn eine Mannschaft tief steht, ist CR meist nicht so stark. Auch würde CR in einer Ballbesitzmannschaft (Barca, Bayern, ManCity) womöglich nicht mal Stammspieler sein, da seine Passquote und seine Dripplingstärke in engen Räumen zu schwach sind… Eben, im Fussball spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass einzelne Spieler nur auf bestimmte Eigenschaften, aber nicht als Ganzes verglichen werden sollten: Deshalb sind solche Weltfussballwahlen zwar für die Vermarktung aber nicht für den Fussball vernünftig…

  3. hans ulrich schwyzer sagt:

    Kompany (momentan) in der top-11 bin ich zwar einverstanden, versteh es aber nicht soo ganz – der spielt seit erst etwa einem monat wieder voll, war davor eine weile verletzt und in der letzten saison war er vielleicht auch einen drittel der spielzeit verletzt/abwesend – wenn man nur diese saison nimmt (und egal ob IV oder AV) ist zabaleta evtl eine gute (man city) alternative, oder letzte saison sonst auch baines, oder auch vertonghen wenn man einen belgier will.

  4. Jonny sagt:

    Also so langsam ist dieses Argument Ronaldo träfe in wichtigen spielen nicht ausgelutscht.
    Er traf bereits über 10 Mal in den classicos, 6 mal in Folge, soweit ich weiß ist das ein Rekord.
    Schweden alleine weggeschossen, gegen den bvb traf er auch (ich bin bvb Fan), gegen Bayern traf er letztes Jahr doppelt im rückspiel, brachte Portugal bis ins Halbfinale, wo sind denn diese ganzen wichtigen Spiele wo er nicht trifft?
    Dass er nicht in jedem Spiel treffen kann, sollte wohl klar sein.
    Dieses Jahr hat er so viele scorrerpunkte wie Messi und ribery zusammen, wenn er nicht den Ballon verdient, dann niemand.
    Ribery hat bereits die Titel für die teamleistungen, der ballon ist eine individuelle Auszeichnung, kapiert das endlich!

    • Cr7 sagt:

      Iker casilas (SAN IKER) solte nicht von den königlichen weg.den iker ist bei den U E F A champions league dabei und sehr wenige tore rein gelassen und dabei ein paar spiele ohne GG-tore.! SAN IKER IST DER BESTE KEEPER AUF DER GANZEN WELT!

  5. Maiko Laugun sagt:

    Die guten Torhüter sind alle in die Jahre gekommen oder schon zurück getreten. Neuer ist noch meilenweit von Grössen wie Schmeichel, Kahn, Cech, Casillas, Buffon etc. entfernt und wird auch nie so gut werden wie diese. Da spielt wohl der Bayern-Bonus mit.
    Wer auch immer Spieler des Jahres wird, aber bitte nicht Ribery. Ein grossartiger Spieler, keine Frage. Aber der Beste ist er nicht und wird es auch nicht mehr werden. Ich fürchte, dass auch er vom Bayern-Bonus profitieren wird. Die Bayern haben als Team überzeugt und hätten ihre Titel mit grosser Wahrscheinlich auch ohne Ribery geholt. Ich hoffe, dass CR gewählt wird.

  6. marius sagt:

    für mich berücksichtigt man in diesem artikel die letzte europa league und den confed cup viel zu wenig. david luiz hat in beiden wettbewerben hervorragend gespielt. was hingegen vincent kompany im jahr 2013 vorzuweisen hat weiss ich auch nicht.

  7. Dani sagt:

    Was ist mit den Spielern des FC Barcelona (der vergangenen Saison). Immerhin mit Rekorpunktzahl Meister in der stärksten Liga der Welt und CL-Halbfinale…???? Iniesta, Xavi, Messi, Busquets…???

  8. Thomas Tanner sagt:

    Offenbar geht’s hier für die meisten nur darum, ihre Anti-Bayern-Reflexe in Wort und Schrift auszuleben. Das beginnt schon beim Blogschreiber (Bestes Team, Zitat: “da gibt es leider keine zwei Meinungen”). Was das Wort “leider” hier zu suchen hat ist mir schleierhaft. Über Ribery brauchen wir nicht zu diskutieren. Ohne ihn wäre z.B. auch Frankreich höchstwahrscheinlich gar nicht in Brasilien. Derjenige der meint, Manuel Neuer sei “meilenweit” von früheren Grössen entfernt, irrt ebenfalls gewaltig. Thiago Silva ist – seit er in Paris ist – “träge und fett” geworden. Sehr weit entfernt von seinen besten Zeiten bei Milan. Wie wäre es mit Jerome Boateng, für mich momentan der beste Innenverteidiger der Welt (Stichworte: Passspiel, Angriffsauslösung, Zweikampfverhalten).