Logo

Murat Yakin ist zum Erfolg verdammt

Simon Zimmerli am Freitag den 13. Dezember 2013
Murat Yakin.

Wenn der FCB Murat Yakin nicht will, wird dieser nicht lange nach einer neuen Stelle suchen müssen: Basel-Trainer Yakin, 7. Dezember 2013. (Keystone/Patrick Straub)

Zwei Siege gegen Chelsea reichen dem FC Basel nicht, um die K.-o.-Phase der Champions League zu erreichen. Er spielt nach dem 0:2 gegen Schalke 04 im nächsten Frühjahr lediglich in der Europa League. Und auch sonst scheint die Sonne nicht am Rheinknie. Ein Rückblick auf die vergangenen Wochen.

«Der Trainer ist wichtig, aber nicht alles», liess sich Georg Heitz, Sportdirektor des FC Basel, von der «NZZ am Sonntag» vor knapp zwei Wochen entlocken und «überraschend ist einzig, dass Yakin so viel Erfolg hat». Es war der vorläufige Höhepunkt mit Kritik und – in diesem Fall – fehlender Wertschätzung an die Adresse von Murat Yakin. Im Vorfeld gab es «kommunikative» Missverständnisse zwischen Yakin und seinem Captain Marco Streller, Kritik innerhalb der Mannschaft an seinem Spielsystem, aufmuckende Zwillinge und Maulwürfe, welche die Medien in regelmässigen Abständen mit Internas fütterten und so einen wesentlichen Bestandteil der atmosphärischen Störungen bildeten, die von FCB-Präsident Bernhard Heusler ausgemacht wurden.

Yakin wurde mit dem FC Basel Meister und führte den Ligakrösus in den Cupfinal. Der FCB ist aktuell Tabellenführer der Super League und steht mit einem Bein im Halbfinal des Schweizer Cups. Ausserdem überwintert er international, wenn auch lediglich in der Europa League. Yakin hat mit den Baslern in dieser Saison nur drei Pflichtspiele verloren, gegen den FCZ und zweimal gegen Schalke 04.

Das Palmarès von Yakin liesse sich mit seiner Arbeit beim FC Luzern und beim FC Thun nach Belieben erweitern. Die Aufgabe in Basel ist eine andere und ungleich schwieriger, der Druck um einiges grösser. Dem Cheftaktiker stehen 16 aktuelle oder ehemalige Nationalspieler zur Verfügung, die alle den Anspruch haben, zu spielen. Das birgt, neben Yakins natürlicher Autorität, die ihm oft als Arroganz angelastet wird, Probleme. Der 39-jährige Münchensteiner nimmt keine Rücksicht auf prominente Namen, das hat er bereits bei der Personalakte A. Frei demonstriert. Viele Spieler tun sich zudem schwer mit seinem distanzierten Führungsstil. Yakin scheint unnahbar und mit seinen mangelnden Soft-Skills ist er zum Erfolg verdammt. Bleibt dieser Erfolg aus, ist er angreifbar, wie zuletzt nach zwei Unentschieden in der Meisterschaft und zwei Punkteteilungen gegen den amtierenden rumänischen Meister Steaua Bukarest.

Auch im Anschluss an das Champions-League-Spiel in Gelsenkirchen liess Heitz ein klares Bekenntnis zum Trainer vermissen. Soll sich die Basler Führungsetage ruhig noch ein wenig Zeit lassen mit der Vertragsverlängerung. So bleibt die kleine Hoffnung, dass uns der Schweizerische Fussballverband SFV – entgegen allen Erwartungen – ein schönes Geschenk in Form eines neuen Nationaltrainers unter den Weihnachtsbaum legt: Murat Yakin.

Was denken Sie, liebe Steilpass-Leser, wechselt Yakin bereits in der Winterpause zu Lazio Rom? Bleibt er dem FCB auch in der neuen Saison erhalten oder wird er gar Nati-Trainer?

« Zur Übersicht