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Verpasst Fussball-Afrika den Anschluss?

Mämä Sykora am Donnerstag den 26. Januar 2012


Das waren noch Zeiten: Die ganze Welt liegt Kameruns Nationalmannschaft zu Füssen.

Als Kamerun an der WM 1990 mit dem nimmermüden Roger Milla für Furore sorgte und erst in der Verlängerung des Viertelfinals gegen England nach einem Foulelfmeter ausschied, nahm die Welt erstmals Notiz von den fussballerischen Fortschritten auf dem Schwarzen Kontinent. Und nach Nigerias Auftritten vier Jahre später in den USA meinten die Experten nahezu einstimmig, es sei nicht die Frage, ob Afrika mal den Weltmeister stellen würde, sondern lediglich wann.

Heute, 20 Jahre später, ist Afrika weiter von diesem Ziel entfernt als damals. Trotz einem zusätzlichen Startplatz strichen 5 der 6 WM-Teilnehmer in Südafrika nach der Vorrunde bereits die Segel, 3 davon als Gruppenletzte, in Deutschland 2006 schieden 4 von 5 vorzeitig aus. Die einst führenden Nationen kämpfen mit allerlei Problemen. Für den momentan laufenden Afrika-Cup konnten sich Nigeria, Kamerun, Ägypten und Südafrika nicht einmal qualifizieren, im Gegensatz zu Ländern wie Libyen, Sudan und Niger.

Die fehlende Motivation der Stars

Bleibt der Elfenbeinküste am Afrika-Cup treu: Chelsea-Star Didier Drogba beim Match gegen den Sudan am 22. Januar 2012. (Keystone)

Die Probleme sind vielseitig. Zwar sind afrikanische Profis in Europa nach wie vor sehr begehrt – in den Top-5-Ligen beträgt der Anteil afrikanischer Spieler über 20 Prozent –, dennoch haben sämtliche Nationen grosse Mühe, eine schlagkräftige Nationalelf zusammenzustellen. Ein Grund dafür ist sicher die fehlende Motivation der Stars. Die meisten spielen seit Jahren in Europa und verdienen gutes Geld, nicht allen gefällt die Vorstellung, mitten in der Meisterschaft nach Gambia oder Äthiopien zu reisen und sich auf dem Platz zu zerreissen für vergleichsweise mickrige Beträge. Wer es schon nach Europa geschafft hat, braucht das Sprungbrett Afrika-Cup nicht mehr. Und wer seinem Verein zu Beginn der Rückrunde des Afrika-Cups wegen gleich einen ganzen Monat fehlt, der läuft Gefahr, seinen Platz im Team zu verlieren. Jüngstes Beispiel für diese Prioritätensetzung ist der Ghanaer Kevin-Prince Boateng von Milan, der mit gerade mal 24 Jahren den Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet hat, aufgrund der körperlichen Belastung, wie er sagte. Auch sein Landsmann Essien spielt lieber für Chelsea, den Afrika-Cup lässt er sausen.

Wenn Funktionäre nicht funktionieren

Hinzu kommt der in beinahe allen Ländern herrschende Ärger mit Funktionären und Politikern, die sich gerne und oft einmischen, sowie der ewige Zank um die Prämien. Der Ghanaer Samuel Opoku Nti, in den 80ern bei Servette und Aarau aktiv, sagte mir einst: «Das Problem sind nicht die Fussballer, sondern die Funktionäre. Was der Kontinent braucht, ist eine Wende zum ‹Beckenbauer-Modell›: Alle wichtigen Positionen sollen mit ehemaligen Fussballern besetzt werden, die sich im Geschäft auskennen.»

Doch auch in fussballerischen Belangen steht es nicht zum Besten. Die Zeiten, in denen afrikanischen Teams grosse Spielfreude, aber mangelndes Taktikverständnis attestiert wurde, sind zwar längst vorbei. Doch jede Nationalelf kränkelt in irgendeiner Hinsicht. Ghana etwa, momentan Afrikas Vorzeigeteam, verfügt – zumindest in Vollbesetzung – zwar über ein beeindruckendes Mittelfeld, doch der Sturm ist ein laues Lüftchen. Der einzige Stürmer mit Format, WM-Held Asamoah Gyan, erlag dem Ruf des Geldes und spielt derzeit bei Al Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dahinter folgt die grosse Leere, und so schaffte Ghana gestern gerade mal ein mühsames 1:0 gegen Afrika-Cup-Neuling Botswana, in der Quali erwies sich selbst die Defensive des Sudan als unüberwindbar.

Zu wenig Klasse für eine Weltmeisterschaft

Zerreist keine Stricke: Malis Nationalelf beim Training mit Coach Alain Giresse. (Keystone)

Die Elfenbeinküste mit ebenso grossem Potenzial konnte dieses bislang in entscheidenden Partien nie abrufen und die Teamstützen sind bereits alle um die 30. Bei Kamerun tobt derzeit ein Streit zwischen den Stars Samuel Eto’o und Alex Song, zudem fehlt es an überdurchschnittlichen Spielern, so dass gleich mehrere Profis aus niederen Ligen im Aufgebot stehen. In Nigeria verlaufen die Karrieren der auffälligsten Spieler an Junioren-WMs regelmässig im Sand, zudem mischt sich die Politik dort besonders dreist ein. Präsident Goodluck Jonathan hat nach der enttäuschenden WM den Super Eagles gar ein zweijähriges Spielverbot auferlegt, das er nach einer Warnung der Fifa allerdings wieder zurückzog.

Sämtlichen anderen Mannschaften fehlt es schlicht an Klasse, um an einer WM auftrumpfen zu können. Dass die Kleinen mit den Favoriten mithalten können, ist leider weniger eine Verbreiterung der Spitze, sondern eher eine Nivellierung nach unten. Und so wartet man weiterhin vergebens, bis das schlummernde Potenzial geweckt wird.

Von den Asiaten ausgespielt?

Derweil hat man anderswo den Anschluss an die Spitze schneller geschafft. Als Nigeria Mitte der 90er-Jahre die Fussballwelt entzückte, waren Asiens Nationalmannschaften noch Kanonenfutter. Seither hat es Südkorea in den WM-Halbfinal geschafft, und der Rivale Japan machte in den letzten Jahren erstaunliche Fortschritte und ist die neue Macht auf dem Kontinent. Die Prognosen von einst müssen leider revidiert werden. Wenn die Dominanz der Südamerikaner und der Europäer zumindest angekratzt werden kann, dann eher von den asiatischen Vertretern. Afrika droht, den Anschluss zu verpassen.

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46 Kommentare zu “Verpasst Fussball-Afrika den Anschluss?”

  1. Jay-Jay sagt:

    Ich denke nicht, dass der Anschluss verloren geht aber das Problem ist, ich bin selber aus Afrika und viele Spieler vergessen um was es wirklich geht. Kevin Prince Boateng bestes Beispiel, wie kann man sein Land nicht vertreten wollen mit 24? Essien? Schade…auch Kamerun hätte eine gute Truppe. Die Meisten vergessen einfach ihre Wurzeln, wirklich sehr schade, denn ein Spieler wird erst zur Legende wenn er für sein Land das unmögliche möglich macht, aber ja Geld regiert alles heutzutags und ich denke Ghana wird es auch so wieder schaffen und die Elfenbeinküste hat ja noch Kalou und Afrikaner mögen lange Fussballspielen, Roger Milla war auch nicht mehr der Jüngste – Rigobert Song spielt wahrscheinlich heute noch irgendwo 😀

    • Andi Meier sagt:

      Ein gewisses Verständnis kann ich aber trotzdem aufbringen, wenn ein Spieler nicht zum Beginn der Rückrunde gleich einen Monat lang im Verein fehlen und auch noch die gesamte Vorbereitung verpassen will. Besonders Spieler die nicht gerade Eto’o, Essien oder Boateng heissen, laufen dann Gefahr ihren Stammplatz zu verlieren. Ich will zwar nicht abstreiten, dass einige Spieler des Geldes wegen nicht spielen wollen, aber in kleineren Europäischen Verbänden werden auch keine Super Löhne bezahlt, für die Teilnahme an Spielen der Nationalmannschaft.

      Ich habe mich nie gross mit dem Afrika-Cup auseinandergesetzt, vielleicht können Sie mir ja Auskunft geben. Wurde jemals darüber diskutiert, ihn in der Sommerpause auszutragen?

      • Alex Bötschi sagt:

        Sommerpause und Afirkacup geht leider nicht zusammen da auf diesem Kontinent wenn oben Sommer, unten Winter ist. Und bezogen auf Sommer in Europa käme das Ganze wohl der EM und WM in den Weg, da der Afrika-Cup meines Wissens alle 2 Jahre durchgeführt wird?

        • Andi Meier sagt:

          Na gut, aber Flächenmässig liegt trotzdem der grössere Teil Afrikas nördlich des Äquators. Egal, Sie haben ja verstanden, dass ich einfach eine Anpassung an die Spielpläne in Europa gemeint habe.

          Dass er alle 2 Jahre ausgetragen wird, war mir nicht bewusst. Da käme aber wieder das Thema der Belastung auf, im gleichen Jahr, neben der langen Saison im Verein, noch Afrika-Cup und WM zu spielen ist schon sehr viel

          • Mäsi sagt:

            Was wuerde gegen die ungeraden Jahre sprechen?

          • Mämä Sykora sagt:

            Gar nichts. Es wurde jetzt auch erkannt, dass es wenig Sinn macht, Afrika-Cup und EM/WM im gleichen Jahr durchzuführen. Deshalb wird jetzt umgestellt. Nächstes Jahr findet gleich wieder ein Afrika-Cup statt (in Südafrika), und dann alle zwei Jahre in ungeraden Jahren.

        • René Kälin sagt:

          Genau, da die Winter in Afrika bekanntlich extrem hart und schneereich sind, geht das natürlich unmöglich 😉

        • Fredi sagt:

          Warum? Die WM in Südafrika war auch im Juni – Juli. Wenn man ein wenig Richtung Äquator gehen würde kann man ruhig den Afrikanischen Winter für den Afrika Cup nehmen. Finde ich…

    • Ruedi Norhus sagt:

      Bei Essien liegt der Fall etwas anders als beim Prince. Nachdem er sich zweimal (oder schon dreimal?) am Knie verletzt hat (unter anderem mit der Nationalmannschaft vor dem Afrika-Cup) will er sich wohl einfach die teils eher schlechten Spielunterlagen nicht mehr zumuten. Und ob er in seiner aktuellen Verfassung, 20-30 Minuten Spielpraxis nach über 6 Monaten out, überhaupt eine Verstärkung wäre, ist zu bezweifeln.

  2. Estaban sagt:

    Ich glaube die Hauptprobleme der Afrikaner sind die fehlende Fussballintelligenz und die Defizite in der Taktik. Wenn ich sehe aus welcher Distanz die manchmal sinnlos abziehen und man sofort merkt dieser Schuss geht nicht mal annähernd aufs Tor. Aber auf der Seite wären 3 Mitspieler völlig alleine gestanden. Von gefühlten 127 Distanzschüssen ging gestern der erste rein. Und im Konter genau das selbe, die Zuspiele sind meistens haarsträubend. Ungenau, schlecht getimed, viele Spieler stehen einfach irgendwo und es wird konsequent immer die mieseste Option gewählt. Was mich am meisten erstaunt, ist die Tatsache, dass heute viele Afrikaner in Europa oder in Camps ausgebildet wurden. Diese sollten eigentlich taktisch gut geschult sein. Aber in der Nationalmannschaft wird dann alles über den Haufen geworfen. Ich kann es mir nur so erklären…

    • Jay-Jay sagt:

      Nein, ich denke es nicht dass es an die Fussballintelligenz liegt, dass kann man nicht so sagen. Eher an die taktischen Anweisungen und an den letzten Pass, aber ich denke das diese Ausgabe der CAN nicht nur negativ ist. Andre Ayew in meinen Augen besser als viele in Europa auf seiner Position und trotzdem will man Shaqiri verpflichten 😀

      Aber kurz gesagt, Afrika wird noch kommen und Esteban du bist dir wahrscheinlich am tiki-taka gewohnt.

      • Estaban sagt:

        Da hast du Recht, ich bin mir das Tiki-Taka gewohnt aber nur weil ich Barça-Memeber seit Cruyffs magischen Zeiten bin, den ich bin südamerikanischer Herkunft und kein Spanier. 🙂
        Ich bin keinesfalls der Meinung, dass der CAN schlecht ist. Durch meine “bessere Hälfte” (sie ist Afrikanerin) und einen Teil meiner Verwandtschaft, interessiere ich mich extrem für den afrikanischen Fussball und den Kontinent an sich. Aber es ist einfach nicht zu leugnen, dass es da etwas an fussballerischer Intelligenz fehlt…dies hat vielleicht auch bei der Fussballkultur ihren Ursprung (jeder Kontinent lebt den Fussball anders). Bei den Clubs in Europa fällt dies nie so stark ins Gewicht, da es viele Europäer, Südamerikaner und jetzt auch Asiaten im Team hat. Aber der CAN ist ein geiles Turnier, schade nur, dass der Kongo nie dabei ist… 🙂

        • Severin Brunner sagt:

          es ist mir auch schon oft aufgefallen, dass die Afrikanischen Spieler auf Ihrem Kontinent bzw. in der Nationalmannschaft sich häufig anders verhalten als in Europa. Ich glaube aber nicht, dass das irgendwas mit Intelligenz zu tun hat, sondern vielmehr mit Identität. Die Afrikanischen Länder sind, anders als die europäischen (Ex-Yugoslawien mal ausgenommen) immer noch im Aufbau. Da sind z.B. die Loyalität gegenüber dem Heimatland nicht immer gleich ausgebildet wie in Europa, wobei es ja auch in Europa immer wieder Härtefälle gibt. Viele Afrikanischstämmige Fussballer sind in Frankreich aufgewachsen und haben nicht denselben Bezug zu ihrem Heimatland wie die Einheimischen (die meistens nicht in der Nationalmannschaft spielen). Viele kennen nicht mal mehr wirklich ihre eigene Kultur. Das macht es auch für einen Coach schwierig, den richtigen Ton zu finden. Deshalb holt man häufig ausländische Trainer, was dann teilweise von den Funktionären und Politikern im Heimatland nicht goutiert wird. Also eine Art Teufelskreis.

          • Rainer Hochstrasser sagt:

            @brunner: mit Identität und Loyalität hat es kaum was zu tun, im Gegenteil. In ihren Heimatländern würden die Fussballer wie Halbgötter gefeiert und sie würden auch üppig belohnt, sollte die jeweilige Mannschaft erfolgreich sein. Für den Ruhm, die Verehrung und den Pomp sind auch die Stars motiviert, sogar übermotiviert, so strapazieren sie ihre Leaderrollen und wollen gleichzeitig Vorbild, Spielmacher und Torschütze sein. Die andern Problembereiche sind dafür die grösstenteils unfähigen Funktionäre und die mit der afrikanischen Mentalität wenig vertrauten europäischen Trainer. Nicht umsonst wurde der Africa-Cup die letzten drei Mail von Aegypten mit einem aegyptischen Trainer gewonnen.

  3. Sammy sagt:

    “…Ghana etwa, momentan Afrikas Vorzeigeteam, verfügt – zumindest in Vollbesetzung – zwar über ein beeindruckendes Mittelfeld, doch der Sturm ist ein laues Lüftchen.” Ein laues Lüftchen ist wohl etwas übertrieben. Was ist mit André Ayew?

    • Jay-Jay sagt:

      Andre Ayew wird wie Ribery oder Nasri von Marseille zu einem Top-Klub wechseln und sein Weg machen, er ist die afrikanische Hoffnung im Moment für mich, die Spielfreude, Dribblings und frech ist er noch zudem.

      • Sammy sagt:

        Genau das meinte ich! Den Sturm als laues Lüftchen zu bezeichnen ist nicht angemessen, mehr Qualität als die Schweizer Nati hat er allemal!

        • Mämä Sykora sagt:

          «Laues Lüftchen» ist vielleicht etwas überspitzt formuliert. Nur: André Ayew ist kein Mittelstürmer, sondern höchstens ein Flügel. Neben Asamoah Gyan stehen im Aufgebot für den Afrika-Cup lediglich zwei Stürmer: Prince Tagoe (Bursaspor, 3 Saisoneinsätze von Beginn weg) und der erst 20-jährige Jordan Ayew (Marseille, Ergänzungsspieler, auch er ein Flügel).

          • Mäsi sagt:

            Hey, der FCL ist ohne Stuermer immerhin auf Rang 2. Es ist also moeglich – zudem haben sie ja immerhin einen.

          • Sammy sagt:

            Das mag ja stimmen. Mich stört es nur, wenn der Sturm als Ursache für den Krampfsieg herhalten muss. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Nationen ist der Angriff doch überdurschnittlich gut besetzt. Den Hauptgrund sehe ich beispielsweise eher an der Absenz Essiens und dem Rücktritt Boatengs.

          • Mämä Sykora sagt:

            Der wenig durchschlagkräftige Sturm ist ja schon länger Ghanas Problemzone. Ich war 2008 am Afrika-Cup in Ghana, und schon damals war das Mittelfeld brillant, aber vor dem Tor ging gar nichts mehr. Es gab minimale Krampfsiege gegen Nationen wie Guinea oder Namibia, obwohl die Black Stars stets überaus dominant waren. Und genau wegen dem fehlenden Angriff sind sie dann auch am inferioren, aber eben mit Eto’o ausgestatten Kamerun gescheitert.

          • Jay-Jay sagt:

            Klar du hast recht Mämä, aber nicht nur Mittelstürmer können treffen und mit einem guten Mittelfeld, Weltklasse Flügelspieler könnte man auch Alexandre Alphonse als MS aufstellen 😀 sogar er würde er vielleicht zufälligerweise treffen.

          • Severin Brunner sagt:

            was ist mit Dominic Adiyiah oder Ransford Osei ?

          • Mämä Sykora sagt:

            Adiyiah war einst nach dem U20-WM-Triumph von Ghana ein hochgejubeltes Talent. In seiner ganzen Profikarriere im Ausland hat er bis jetzt aber insgesamt ein einziges Törchen zustande gebracht, und das war in der Serie B. Er ist nun 22, zwar noch immer jung, aber nun bereits bei seinem fünften Verein. Auf ein Leihgeschäft folgt das nächste. Bei seinem Besitzer AC Milan zum Einsatz zu kommen, ist völlig ausgeschlossen. Momentan spielt er bei Karsiyaka in der 2. türkischen Division. Nicht eben eine Vorzeigeadresse für den Gewinner des Goldenen Balls an der U20-WM 2009… Bei Osei sieht es ähnlich aus. Wird von hier nach da weitergereicht und schafft es nirgends zum Stammspieler, hat kaum Einsätze. Er spielt derzeit nicht mal mehr in Europa, sondern ging zum südafrikanischen Mittelfeldklub Bloemfontein.

        • Severin Brunner sagt:

          Ich bin überzeugt, dass Ghana die Ayew’s nicht mal unbedingt brauchen würde. Ghana hat seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten, gut funktonierende Mannschaften und ich bin überzeugt, dass sie auch dieses Jahr wieder eine gute Figur abgeben werden (neben den Ivorern wahrscheinlich, vielleicht noch Tunesien und Marokko). Auch die Jugendauswahlen (mit Ayew) boten in den letzten Jahren gut funktionierende Mannschaften, die füreinander arbeiteten. Ich denke da z.B. auch an Spieler wie Ransford Osei und Dominic Adiyiah. Auch Anthony Annan oder Kwadwo Asamoah und auch Asamoah Gyan, John Mensah oder John Paintsil spielen sehr mannschaftsdienlich. Ich denke, das Finale wird Ghana-Côte d’Ivoire lauten, wobei die Ghanaer wahrscheinlich gewinnen werden.

  4. Auguste sagt:

    hmm…, ich wiederhole mich zwar, aber ohne das “dreigestirn des erfolgs”: gute führung, gute infrastruktur und gute ausbildung isst der fortschritt hartes brot – so auch im fussball. die geschichten rund um den afrikansichen fussball übertreffen ja sogar die an absurditäten überreich gesegnete, hiesige super league. wenn das keine ganz schlechten vorzeichen sind.

    ich wage mir gar nicht auszumalen, wie es bei uns zu und her ginge, wenn es im einen oder andern kanton noch revolutionen gäbe.

  5. roman sagt:

    Wenn sie den Anschluss nur im Fussball verpassen würden, wäre es ja kein Problem…

  6. Mike Glarner sagt:

    Habe mir die 2. Halbzeit von Zambia gegen Libyen angetan (Resultat: 2:2). Das Spiel war vom Niveau her mit unserer Challenge League zu vergleichen. Und der Super League Spieler Mayuka war der überragende Spieler auf dem Feld.

    Die Entwicklung des afrikanischen Fussballs widerspiegelt doch allg. die Entwicklung des afrikanischen Kontinents (wirtschaftlich, sozial etc.). Status quo seit vielen Jahrzehnten, mit ein paar wenigen Ausnahmen.

  7. Severin Brunner sagt:

    Diskussion schon am Ende? Wer gewinnt den diesjährigen Afrika-Cup ?

    • Roy Präger sagt:

      Wo ist Winnie Schäfer Trainer?

    • Mike Glarner sagt:

      Winnie Schäfer trainiert Thailand und könnte mit einem Sieg gegen Oman (und gleichzeitiger Niederlage Saudi Arabiens gegen Australien) die letzte Runde der Quali für die WM 2014 erreichen.

      Zum Africa-Cup: ich denke das Trio Elfenbeinkünste, Ghana und Tunesien ist für den Sieg zu favoritisieren.

      • Severin Brunner sagt:

        Erfahrungsgemäss ist das Heimteam immer stark einzuschätzen. Ich tippe deshalb auf Gabun. Die Elfenbeinküste ist zuwenig Team und Ghana hat zuwenig Sturm. Tunesien wird an der eigenen Überheblichkeit scheitern. Vielleicht ist Guinea ein Geheimtipp.

  8. Severin Brunner sagt:

    @Präger. Was hat die ganze Debatte mit Winnie Schäfer zu tun ?

  9. Antonio sagt:

    Ich habe “leider” noch kein Spiel im Africa-Cup gesehen. Wenn ich mir aber vergangen Kommentare von Extrainer erinnere, da wären wir doch bei Winnie, sind Infrastruktur, medizinische Betreuung und Organisation in den Afrikanischen Vereinen nicht einmal mit unserer 3. Liga vergleichbar. Machtgerangel bei Präsidenten, Funktionäre die vom Fussball keine Ahnung haben, dafür fürs Rampenlicht, abenteuerliche Organisation, undurchsichtige Finanzen sind eher der Normalfall. Dass da ein Spieler aus einer Europäischen Liga, der sich an ein professionelles Umfeld gewöhnt ist sich schnell einmal vom Nationalteam verabschiedet, ist da kaum zu verurteilen. Ich ziehe da eher den Hut vor denen, die trotzdem dabei sind.

  10. Steiner78 sagt:

    Kevin-Prince Boateng ist nun aber ein ganz schlechtes Beispiel, denn er ist ein Deutscher, den mit Ghana eigentlich nichts verbindet, ausser dass sein Vater halt dort geboren ist. Er hat sich mit 22 ein Jahr vor der WM entschieden für Ghana zu spielen, wohl weil er vermutete, dass er es für ihn nicht ins deutsche Team reichen wird. Er hat dann mit Ghana eine erfolgreiche WM absolviert, und es war absehbar, dass er danach nicht mehr viel Lust haben würde, für ein ihm eigentlich weitgehend fremdes Land mitten in Afrika antreten zu müssen. Seine Situation ist nicht vergleichbar mit derjenigen Essiens, auch wenn es für Ghanas Nationalelf natürlich dasselbe bedeutet.

  11. Severin Brunner sagt:

    Die Debatte verläuft hier im Sand … Schade eigentlich.

  12. Severin Brunner sagt:

    Die Antwort auf die Frage: “Verliert Afrika den Anschluss” ist: es hatte den Anschluss noch gar nie !