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Xamax: Patient tot, Liga funktioniert

Mämä Sykora am Donnerstag den 19. Januar 2012
Xamax-Präsident Tschagajew.

Der Schuldige ist schnell gefunden: Xamax-Präsident Tschagajew. (Bild: Keystone)

Das Ende hat niemanden mehr überrascht. Mit sofortiger Wirkung hat die Swiss Football League (SFL) jenem Schweizer Verein die Lizenz entzogen, der mich als erster zu begeistern vermochte. Es war lediglich der Abschluss einer traurigen Geschichte, deren Ausgang schon alle kannten. So habe ich mein Xamax-Trikot aus besseren Zeiten bereits am letzten Wochenende dem Sportmuseum vermacht, damit in Zukunft interessierte Besucher an den einst grossen Verein erinnert werden.

Natürlich geht nach einem solchen Paukenschlag umgehend die Suche nach den Schuldigen los. Klar: Bulat Tschagajew hat vom ersten Moment keine Zweifel offen gelassen, dass unter seiner Regentschaft das Chaos herrschen wird. Neuzuzüge mit völlig überrissenen Löhnen sowie Trainer- und Spielerentlassungen waren noch das Harmloseste, bald folgten gefälschte Bankgarantien und haltlose Vorwürfe in alle Richtungen. Das konnte nicht lange gut gehen. Aber wer hätte ihn aufhalten sollen?

In vielen zu diesem Thema erschienen Artikeln wird dem ehemaligen Präsidenten Sylvio Bernasconi auch ein grosser Teil der Schuld an diesem Desaster unterstellt. Der Bauunternehmer, der 2005 den Verein vom langjährigen Mäzen Gilbert Facchinetti übernommen hatte, durfte das neue Stadion bauen und hat damit ein gutes Geschäft gemacht, der sportliche Erfolg blieb indes aus. Kurzfristig musste Xamax gar in die Challenge League. Auch finanziell war die Lage bei den Neuenburgern stets angespannt. Wiederholt musste Bernasconi die Löhne seiner Angestellten aus seiner Privatschatulle berappen und diverse Betreibungen waren hängig. Kein Wunder also, wollte er sein Spielzeug so bald wie möglich wieder loswerden. Denn Bernasconi ist Geschäftsmann, kein Fan wie vor ihm Facchinetti.

Doch wer übernimmt einen maroden Klub mit einer erfolglosen Juniorenabteilung und einem sehr bescheidenen Zuschaueraufkommen? Nur ein Käufer stand bereit, und dies war der undurchsichtige Tschetschene. Mit der Alternative – einem freiwilligen Abstieg und dem damit verbundenen Neuanfang – wollte sich in Neuenburg niemand abfinden. Im Xamax-Umfeld klammerten sich alle an diesen dünnen Strohhalm, bei der Aktionärsversammlung votierten lediglich 3 von fast 300’000 Stimmen gegen den Verkauf. Denn bei den Anhängern nährte Tschagajew die Hoffnung auf viel Geld und baldige Erfolge. Der Demonstrationszug gegen Tschagajews Einstieg umfasste gerade mal eine Handvoll Fans, der Traum des grossen Rests platzte bald.

Auch der Swiss Football League (SFL) wird gerne eine Mitschuld zugeschoben. Die Liga mag im Falle Sions keine gute Figur abgegeben haben, sie aber für die Vorgänge bei Xamax mitverantwortlich zu machen, ist nicht korrekt. Hierzulande kennt man keine 50+1-Regel wie in Deutschland, die eine Übernahme der Stimmenmehrheit verhindern würde. Dass die Liga in Zukunft mehr Möglichkeiten braucht, um bei einem Besitzerwechsel genauer hinschauen zu können, hat sie selber erkannt und arbeitet daran. Doch wenn ein Verein unbedingt so einen Weg gehen will, kann man ihn diesen nicht verbieten. Der tiefe Fall von Xamax hat gezeigt, dass die Mittel der SFL greifen. Nach lediglich einem halben Jahr konnte die SFL hart durchgreifen, und das ist eine markante Verbesserung gegenüber von vor 10 Jahren, als ähnlich dubiose Vereinsbosse bei Lugano, Xamax, Sion und Servette so lange geduldet wurden, bis nur noch Scherbenhaufen – und im Falle von Lugano zwei Selbstmordopfer – übrig blieben.

Xamax musste sterben, weil zu viele Leute in dessen Umfeld sich nicht damit abfinden wollten, nicht mehr an der Spitze mitspielen zu können, weil die Realität verkannt wurde. Kaum jemand wollte den (langsamen) Weg der Rückbesinnung und des Neuaufbaus gehen, die allermeisten hingen unerreichbaren Träumen nach. Mit dieser Haltung provozierten sie den unvermeidbaren Untergang des Traditionsklubs, und bestraften damit eine ganze Region, die fortan ohne Profifussball auskommen muss.

Das einzig Positive an dieser Geschichte ist der damit gelieferte Beweis dafür, dass die Liga aus den Fehlern der Vergangenheit im Umgang mit ähnlich wirr geführten Vereinen wie Lugano unter Helios Jermini, Sion unter Gilbert Kadji, Lausanne unter Waldemar Kita und Servette unter Marc Roger gelernt hat, und heute deutlich schneller zur Stelle ist, wenn Auflagen nicht erfüllt werden. Die Kontrollmechanismen der Liga greifen also, und dies soll als Warnung an andere Vereine verstanden werden, die mit dem Einstieg eines schwer greifbaren Investors liebäugeln. Denn die Saison 2001/02 war anscheinend nicht Warnung genug.

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39 Kommentare zu “Xamax: Patient tot, Liga funktioniert”

  1. Hans vom Hübel sagt:

    Wir Schweizer halten uns für moralisch integer und schauen selbstgefällig, bisweilen überheblich über die Grenzen. Doch sobald einer mit Geldscheinen wedelt, setzt auch hierzulande die Vernunft aus und macht Gier, Naivität und Masslosigkeit platz. Wir sollten nicht so arrogant sein und unsere Unvollkommenheit und Schwäche negieren. Solche Tragödien wird es immer wieder geben. Erst kürzlich hat sich der GC in die Arme eines Hochstaplers verrannt und damit schweizweit Hohn und Spott geerntet.

    Immerhin – und da gebe ich Mämä Sykora recht – hat die Liga aus der Vergangenheit auch ihre Schlüsse gezogen, sozusagen der menschlichen Fehlbarkeit Rechnung getragen und sie kann künftig schneller intervenieren. Es ist zu hoffen, dass davon auch eine abschreckende Signalwirkung nach aussen ausgeht.

  2. jose müller sagt:

    GC hats aber noch rechtzeitig gemerkt, im Gegensatz zu Xamax

  3. André Aenishänslin sagt:

    Klar ist der Hochstapler der Schuldige Nummer eins, aber auch der SFV machte hier wie auch schon im Fall FC Sion sprich CC, eine ganz unglückliche Figur!!

    Aber noch viel mehr stösst mir die Untätigkeit aus dem ganzen weiten Umfeld von dem FC Xamax auf. Irgendwie hatte man hier das Gefühl, dass die in ihrer Naivität dachten, das wird schon gut!! Hier haben wirklich alle versagt und zwar schon beim vorherigen Präsidenten- bzw. Besitzer Bernasconi!! Sahen stillschweigend zu wie er den FC Xamax verscherbelte und keiner griff ein!!

    Wo waren all die Diejenigen – als man sie wirklich brauchte – die sich jetzt mit irgend einem Kommentar bei den Medien melden?!?

    Sehr sehr schade für den FC Xamax und ihre Region!!

  4. Roland Wegner sagt:

    Der Verband hat aus den Fällen Jermini, Kadji und Kita überhaupt nichts gelernt und nur weitergeschlafen. Hätte der Verband mal richtig gearbeitet, würde es den Fall Xamax nicht geben.

    • Nick Schmid sagt:

      Wieso? Ist es verboten, einen Fussballverein zu übernehmen? Zudem haben auch schon Schweizer Vereine Löhne zu spät bezahlt, es wäre nicht verhältnismässig, beim ersten Versäumnis gleich den Laden dicht zu machen. Zudem ist es einfacher, Xamax in der Winterpause aus dem Verkehr zu ziehen als mitten in der Hinrunde.

    • Roy Präger sagt:

      sehe ich genau so!

      • Michel Ehrmi sagt:

        Nein es ist nicht verboten einen Verein zu übernehmen, aber es ist erlaubt einen Verein zu sperren wenn er Löhne nicht zahlt oder einen Spieler zu sperren und freizustellen, der nicht bezahlt wurde. Der Uche wäre jetzt schon lange irgendwo, wo er speilen könnte und seinen Lohn bekommen hätte.

    • Hans Eichhorn sagt:

      Gut gebrüllt Löwe! Aber worauf stützt sich Ihr Gebrüll? Was werfen Sie dem Verband vor? Oder anders herum gefragt: Was hätten Sie besser gemacht?

    • Thorsten Legat sagt:

      Die Clowns in Muri haben Glück. Mit dem Fall Xamax können Sie schön von der Akte Sion ablenken, wo der SFV absolut himmeltraurig und eines Verbandsoberhauptes unwürdig, gehandelt hat. Auch würde mich mal wundernehmen ob es dafür personelle Änderungen geben wird?!

      Hat ex-Ligapräsident Grimm eigentlich zu Xamax gewechselt oder konnte er sich noch husch-husch durchs Mauseloch aus dem Staub machen?

      Im November 2011: Grimm verurteilt den Tschetschenen nicht, im Gegenteil: «Er mag ungewöhnliche Methoden angewendet haben, aber solange er sich innerhalb der Bestimmungen der Liga bewegt, gibt es von unserer Seite nichts einzuwenden. Herr Tschagajew und seine Leute verdienen den notwendigen Respekt. Wir müssen ihnen ein bisschen Zeit geben. Vieles ist neu für sie.»

      Mämä der SVF (gewisse Leute) haben ganz genau gewusst was da in Neuenburg vorging..diese Leute sind z.T. immer noch im Verband tätig. Es wird Jahre dauern bis da hoffentlich mal frischer Wind hinein kommt!

  5. Altenburger Daniel sagt:

    Ich verstehe nicht, wieso ein Investor wie Tschagajew nicht eine Sicherheit in der Höhe eines Jahresbudgets hinterlegen muss, damit der Betrieb gesichert ist und allfällige Gläubiger mittels Betreitung auf Konkurs im Notfall darauf zurückgreifen können. Es war von Anfang an klar, dass Tschagajew kein Geld hat respektive man ihm nicht trauen kann . Denn der Mann kommt aus Tschetschenien, hat also sein Geld (sofern er doch welches hat) sicher nicht auf sauberem Weg verdient. Da bieten sich so schöne Dinge wie Waffenhandel, Schmuggel aller Art, etc. an. Wie die Leute in Russland reich geworden sind, das weiss man, wenn man es denn wissen will.

    Es wäre kein Problem für die Liga, entsprechende Regeln für solche “Investoren” zu erlassen. Können diese keine Sicherheit in der Höhe eines Jahresbudgets hinterlegen, so haben sie schlicht nicht genug Geld, um einen Verein zu übernehmen. Oder aber sie verstecken das Geld vor dem Zugriff der Gläubiger. Soll doch mal jemand versuchen, in Tschetschenien (also Russland) Geld für Forderungen aus der Schweiz einzutreiben 🙂

    • Nick Schmid sagt:

      Würde ihre Regel auch für Schweizer Besitzer angewendet werden? Dann würde es nämlich ganz schnell zappenduster, weil kaum ein Verein eine Sicherheit über einen zweistelligen Mio.-Betrag leisten könnte. Es sei denn, alle Sponsoren, Zuschauer und Supporter verpflichten sich jeweils Anfang Jahr schriftlich, ihre mutmasslichen Geldleistungen auf jeden Fall zu bezahlen. 🙂

      Oder gilt ihre Regel nur für Russen und Tschetschenen? Oder gibt’s eine Länderliste? Dann doch lieber gleich die 50+1-Regel analog Deutschland.

      • Altenburger Daniel sagt:

        Ich glaube das Resultat zeigt deutlich, wieso man unglaubwürdige Investoren à la Tschagajew nicht wie Schweizer behandeln kann. Eine andere Sicherheit als Cash respektive andere Werte, welche sich liquidieren lassen, ist da nichts wert. Und dann kommt noch die ganze Geldwäschereigeschichte. Mann müsste also auch abklären, woher das Vermögen kommet.

        Bei Schweizern hingegen ist das Vermögen problemlos zurückverfolgbar und (sofern sie sich entsprechend verpflichten) es kann auf dem Rechtsweg darauf zurückgegriffen werden . Sie sehen also, es macht durchaus einen Unterschied. Ich habe persönlich nichts gegen Tschetschenen, wer aber aus Tschetschenien kommt und angibt, dass er Geld hat, der ist grundsätzlich mal verdächtig. Tschetschenen haben in der Regel kein Geld, Tschetschenien ist kriegsversehrt und von den Russen unterdrückt. Ich weiss wirklich nicht, wieso da die Alarmglocken nicht läuten. Geldgeil? Egal wo das Geld herkommt? Das wird den Nagel wohl auf den Kopf treffen.

        • Altenburger Daniel sagt:

          Oder noch einfacher ausgedrückt: Würden Sie einem Tschetschenen einen Ferrari auf Kredit verkaufen, nur mit dem Versprechen, dass der Käufer die Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist begleichen wird? Wohl kaum oder? Sie wollen Cash sehen, sofort, Zug um Zug. Wieso? Weil sie genau wissen, dass sie das Geld nie sehen werden und keine Chance haben, es einzutreiben. Wieso bittschön soll das im Fussball nicht gelten? Wieso glaubt man jemandem, dass er reich und zahlungswillig ist, ohne dass er es entsprechend belegt? Ziemlich unlogisch oder? Die Welt ist voll von Leuten, welche Ihnen gross anküdingen, was sie alles bezahlen werden. Nur wenns dann ums Bezahlen geht, dann wollen sie meistens nichts mehr davon wissen. Oder noch realistischer: Die Grossmäuler haben gar kein Geld.

          • Marco sagt:

            Sorry, Herr Altenburger, Ihre Aussagen grenzen an Rassismus. Ob jemand Schweizer ist oder nicht: Solange er einen Wohnsitz in der Schweiz hat, kann er betrieben werden. Und auf dem Rechtsweg kann grundsätzlich sowieso nur etwas zurückgefordert werden, wenn überhaupt Geld vorhanden ist!
            Grundsätzlich ist Xamax eine Firma und wird wohl wie alle Vereine in der SL und ChL so etwas wie einen Business Plan an die SFL abgegeben haben müssen. Wollen Sie denn von jedem Aktionär eines Fussballvereins noch die privaten Finanzen nachweisen und entsprechende private Sicherheiten haben? Das würde niemals funktionieren… Einem Fussballclub müssen auch gewisse Freiheiten gegeben werden, sonst muss ja die SFL bei jedem Transfer, der etwas überteuert aussieht, mitreden. Wetten, dass Sie dann einer der ersten wären, die dann ebenfalls wieder lauthals motzen würde…?

            Klar war Tschagajew von Anfang an suspekt. Trotzdem kann man ihn nicht einfach anders behandeln, nur weil er nicht auf einer Alp aufgewachsen ist!

            Notabene würde ich auch einem Schweizer, den ich nicht kenne, einen Ferrari auf Kredit verkaufen…

        • Nick Schmid sagt:

          “Bei Schweizern hingegen ist das Vermögen problemlos zurückverfolgbar und (sofern sie sich entsprechend verpflichten) es kann auf dem Rechtsweg darauf zurückgegriffen werden”

          So einfach ist es ja auch mit Schweizer Besitzern nicht. Wenn ein Verein Konkurs geht können sie lange auf dem Rechtsweg auf irgendwen zurückgreifen, wenn keine Mittel mehr vorhanden sind gibt’s auch nichts mehr zu holen. Egal ob Tschetschen, Russen oder Schweizer. Fragen sie mal die zahlreichen Swissair-Gläubiger, die haben maximal eine geringe Konkursdividende erhalten, mehr nicht.

          • Altenburger Daniel sagt:

            @ Herr Schmid Sie haben mich zitiert, inklsive der Stelle, die den entscheidenden Unterschied macht. Ich schrieb Zitat: “sofern sie sich entsprechend verpflichten” Zitat Ende.

            Der Investor muss sich verpflichten, mit seinem Privatvermögen für Schulden des Vereins zu haften, mindestens in der Höhe eines Jahresbudgets. Und mindestens über diesen Betrag muss er privates Vermögen besitzen und zwar solches, welches sich schnell verflüssigen lässt. Das lässt sich bei Schweizern problemlos nachprüfen, da braucht es keine gefälschten Kontoauszüge von der Bank of America. Und bei Investoren aus Ländern ohne Rechtssicherheit wie Russland (Tschetschenien) muss eben der entsprechende Betrag hinterlegt werden. Ansonsten wird nie Geld fliessen. Bulat Taschagajew hat dies gerade eindrücklich bewiesen. Wer sich einen Fussballklub kauft, muss auch Geld haben und bezahlen. Wer kein Jahresbudget finanzieren kann, der kann sich auch keinen Fussballclub als Spielzeug kaufen.

          • Nick Schmid sagt:

            @D. Altenburger: Spannend. Nach ihrer Logik dürfte auch niemand eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH gründen, ohne mit seinem Privatvermögen für den Geschäftsbetrieb für einige Monate zu haften? Dort läuft ja jeder Lieferant Risiko, bei einem Konkurs auf seinen Forderungen sitzen zu bleiben. Die ASL-Vereine sind nun mal sinnvollerweise als AGs aufgestellt, mit allen Vor- und Nachteilen. Und wenn sie ihr Prinzip mit der Haftung mit Privatvermögen durchsetzen möchten werden sie kaum mehr Leute finden, welche einem Verein vorstehen wollen.

    • Alex Bötschi sagt:

      @ Altenburger: Sorry aber ist das hier eine Rassistenseite? So ein Beitrag:
      “Denn der Mann kommt aus Tschetschenien, hat also sein Geld (sofern er doch welches hat) sicher nicht auf sauberem Weg verdient.”
      gehört schon gar nicht erst veröffentlicht. Gehts vielleicht noch niveauloser?

      • John sagt:

        WISO HERR ALTENBURG HAT JA IM GEWISSEN SACHEN RECHT…WILL EUCH MAL SEHEN WEN SO EIN TYP WIE Tschagajew EUREN FUSSBALL CLUB IN DEN ABGRUNDREISST….IHR WÜRDET SICHER NUR GUT ÜBERLEGTE WORTE FINDEN ODER?????

    • Mämä Sykora sagt:

      Bei diesem Beitrag stört mich gleich einiges, Herr Altenburger. Erstens vertreten Sie die Meinung, dass jeder Tschetschene (und Russe), der nicht bettelarm ist, kriminell ist. Das ist schon mal eine äusserst dreiste und abschätzige und auch nicht korrekte Aussage. Zweitens sind Sie anscheinend der Ansicht, dass bei jedem Schweizer das nicht passiert wäre, was alleine schon die Fälle von Helios Jermini (Lugano) oder Andreas Hafen (Wil) widerlegen. Auch da konnte lange niemand nachweisen, woher das Geld kommt. Drittens funktionieren Fussballvereine fast gleich wie normale Unternehmen. Und auch da muss bei einem Besietzerwechsel so viel ich weiss niemand eine Sicherheit in der Höhe des Jahresbudgets hinterlegen oder Ähnliches. Es gibt im Schweizer Fussball Kontrollmechanismen: Es muss bewiesen werden, dass Löhne und Sozialabgaben bezahlt werden, wenn dies nicht der Fall ist, werden Sanktionen beschlossen. Und die führen dann – wie bei Xamax – bis zu Ausschluss. Und so soll es auch sein.

      • Andi Meier sagt:

        Bei einem normalen Unternehmen funktioniert das schon ein wenig anders. Wenn ein neuer Besitzer mehr investieren will, wird eine Kapitalerhöhung vorgenommen oder ein Darlehen gewährt. Bei Xamax ist sowas nie passiert.

        Auch bei einem Fussballverein braucht es nicht zwingend Privatpersonen, die für allfällige Defizite aufkommen, aber es muss plausibel dargelegt werden, dass ein Budget realistisch ist. Wenn aber ein Verein wie Xamax sein Budget plötzlich vervielfachen will, geht dies nicht ohne neue Geldgeber.

        Der FC Basel zum Beispiel, wird auch ohne Frau Oeri als Sicherheit, sein Budget bei der SFL durchbringen. In den Geschäftsberichten sieht man, dass sich das Budget über Jahre entwickelt hat. Konstant hohe Zuschauerzahlen, Sponsoring, Einnahmen aus internationalen Wettbewerben oder die Reserven der FC Basel Holding AG legen nahe, dass der FCB auch in der nächsten Saison seinen Verpflichtungen nachkommen wird. Auch ohne Garantien von Frau Oeri.

  6. E. Schönbächler sagt:

    In den letzten beiden Jahrzehnten hat der Schweizer Fussball dank einer sehr guten Nachwuchsarbeit des Verbandes, talentierter junger Spieler und modernen neuen Stadien einen enormen Aufschwung erlebt. Doch im finanziellen und administrativen Bereich liegt beim SFV und zu vielen Vereinen noch einiges im Argen. Der Verband hat es trotz den Fällen Wettingen, Wil, Lugano, Servette und Lausanne verpasst ein griffiges Lizenzierungswesen aufzubauen. Dass ein Club mitten in der Saison aus der Liga ausgeschlossen wird hat das Ansehen unseres Fussballs im In- aber auch im Ausland nicht gerade erhöht. Die Schweizer Super-League-Vereine können nur überleben wenn sie in ihren Regionen gut verankert sind und auch das wirtschaftliche Potential ausnutzen können. Die Klubführungen müssen so aufgestellt sein dass nicht ein einzelner Präsident oder Mäzen den Klub finanzieren muss oder aber ins Elend stürzen kann.

    Der Fussball hat leider durch die unzähligen Negativschlagzeilen ein mehr und mehr schlechtes Image bekommen. So musste man in der Altjahreswoche (!) neben der Schweizer Problemen Xamax, Sion und FIFA auch über Gewalt an Hallenturnieren in Deutschland und Spielabsprachen in Italien lesen. Es wenden sich leider immer mehr Leute (darunter auch Fans) vom Fussball ab und verweigern so zum Beispielen ihren lokalen Vereinen die Unterstützung auf dem Fussballplatz und an der Urne. So wurde Ende November ein “unumstrittener” Kunstrasenplatz für die Junioren des FC Einsiedeln knapp verworfen.

    Aber um den Fussball wieder populärer und attraktiver zu machen sind nicht nur die Vereine und Verbände gefordert. Die Zuschauer sollen die Gewalt aus den Stadien (und natürlcih auch aus dem Umfeld) verbannen und die Spiele nicht dazu benutzen die Sau rauszulassen!

    Der Fussball (insbesonders auch der Schweizerische) ist anfangs des Jahres 2012 auf steinigem und eisigen Gelände unterwegs. Es droht der totale Absturz!

    • Rudolf Steiner sagt:

      Schwachsinn, in der Schweizer Liga gibt es fast jedes Jahr einen neuen Zuschauerrekord.

      • Franz sagt:

        Das ist genau das falsche Argument, das auch von der Liga immer wieder vorgebracht wird. Es sind nur drei Mannschaften, die durchschnittlich 15’000 und mehr haben. Weitere drei haben 10’000 bis 11’000. Und vier von zehn haben 6’500 und weniger. Stand Vorrunde 2011/12. Das ist eine sehr ungleiche Verteilung. Zu wenig Zuschauer, zu wenig Fernseheinnahmen. Das geht nicht auf die Dauer.

  7. Werner Jandl sagt:

    Ich frage mich wo waren da die Behörden…. keine Miete für das Stadion bezahlt??? die AHV-Beiträge der Spieler/Angestellten nicht bezahlt. Auch die Spielergewerkschaft hat versagt! Alle Beteiligten haben vor irgendeiner Stelle Angst.

  8. Oliver Gysin sagt:

    Da lässt man seitens der Liga viel Freiraum gewähren und die Vereine schaffen es dabei, sich selbst zu schaden in dem sie zwielichtigen, meist unbekannten Personen zu viel Vertrauen schenken. Gerade wenn sie nicht aus der Schweiz stammen und die “Spielregeln” z.B. in Tschetschenien gelernt haben, ist die Chance gross, dass es früher oder später zu Verstössen gegen das hiesige Reglement kommt.
    Eine Kaution der nächsten 3-4 Monatslöhne könnte solchen unehrenhaften Machenschaften garantiert Einhalt gebieten

    • Alex Bötschi sagt:

      Man noch so ein Beitrag mit unterschwelligem Rassismus, als ob sich in der Schweiz alle an die Spielregeln halten würden. Bin ich den hier nur von Schafen umgeben? Was für ein Forum ist das denn?

      • Oliver Gysin sagt:

        Habe ich geschrieben, dass sich alle Schweizer an die Spieregeln halten oder habe ich geschrieben, dass Leute, die die “Spielregeln” z.B. in Tschetschenien gelernt haben, Mühe haben werden, sich hier daran zu halten?!

        Und bei aller Liebe zu Osteuropa. Was die Regierung und Wirtschaft angeht, ist dort Korruption an der Tagesordnung. Obwohl ich ein bekennender Antirassist bin, weiss ich, dass islamische Staaten Kirche und Staat nicht trennen können, dass in Osteuropa durch Korruption politisch oder wirtschaftlich viel erreicht werden kann, dass die Amerikaner drauf und dran sind, einen Mormonen zum nächsten Präsidenten zu wählen oder dass Nordkorea und der Iran immer mehr zu tickenden Zeitbomben werden.
        Mach dir mal selbst Gedanken, deswegen bist du noch lange kein Rassist!

        • Marius sagt:

          Ist immer schön zu lesen wie genau man über die Korruption anderer Länder informiert ist, dabei aber das eigene Land schön vorneweg lässt. Im CH-Steuergesetz steht sogar geschrieben dass Bestechungsgelder nicht steuerlich abziehbar sind. Ist denn Bestechung keine Korruption? Hier ist es ja sogar legal! Sie können Politiker schmieren soviel sie wollen. Das Volk bestimmt die Hampelmänner, vertreten tun sie aber die Gesellschaften welche sie bezahlen. Wir wir sind ja soviel besser als Osteuropa.
          Bernasconi wird sicher etwas verblendet gewesen sein, als er Xamax verkauft hat. Es war er einfach optimistisch zu denken, dass jemand der ein Verein übernimmt wohl weiss was er eingeht. Aber die Herkunft einer Person spielt da doch keine Rolle. Also mir sind mehr Leute aus dem Osten bekannt, die extrem viel Geld in Vereine stecken als Pleitiers. zBsp. Abramovich, Mansour bin Zayed Al Nahyan, Tamim bin Hamad al-Thani oder Sheikh Abdullah Bin Nasser Al Thani. Wieviele Bulat’s kennen denn sie?

          • Claude Ruchti sagt:

            Hui, da weiss es aber Einer besser, dann ist die Schweiz eben genau so schlimm wie Länder in Osteuropa.
            Ausser dem Chelsea-Eigner haben Sie keinen Geldgeber aus Osteuropa aufgezählt. Die anderen sind Scheichs mit nachgewiesenem Reichtum, aus dem arabischen Raum. Und bei Topclubs wie Chelsea wurden sicher ganz genaue Abmachungen getroffen, bevor der Verein von Abramovic übernommen wurde (es konnte nur wenig schieflaufen).
            Bei einem Verein wie Xamax aber, wo plötzlich von heute auf morgen ein Geldgeber gesucht wird (Bei Xamax wollte Bernasconi verkaufen) sieht man es mit den Abmachungen nicht so genau, man war einfach froh, dass der Verein von einem scheinbar reichen Mann übernommen wurde…
            Zählen Sie mal die misslungenen schweizer Vereinsübernahmen durch ausländische Geldgeber, die sich kein bisschen mit dem gekauften Verein identifizieren können, auf..
            Am besten und sichersten ist es sowieso, wenn eine Vereinsübernahme vorallem eine Herzensangelegenheit ist und nicht das Geld im Vordergrund steht (siehe FC Basel und Gigi Oeri).

  9. Chris Chelios sagt:

    Bei einem Besitzerwechsel müsste die Lizenz neu erteilt werden. Dann kann ein Lizenzierungsverfahren durchgeführt werden, wo die finanzielle Potenz des neuen Besitzers geprüft werden kann. So wäre es zumindet wesentlich schwieriger für mittellose Hochstapler, einen Verein zwecks Ausplünderung zu übernehmen.

  10. Dhar sagt:

    Die Schweiz ist schlichtweg nicht dafür geschaffen, dass iwelche drittklassige Millionäre zum Spass einen Verein für ihr eigenes Amusement aufkaufen und bei einem Zerfall keinen Schaden tragen. Die Mehrheit der Aktien besitzt Tschagajew und somit muss er auch für die Misere eines Vereins geradestehen. Ich weiss, dass Bulat nicht alleine an diesem Desaster Schuld ist, doch muss bei der Übergabe keine Iudikative zuschauen, besser gesasgt der SFV?? Man muss immer wieder auf Deutschland zeigen, das nervt zuweilen, aber die Bundesliga wird nach der Einführung des Financial Fairplays einen exorbitanten Vorsprung auf andere Top-Ligen haben. In die Schweiz kommen die Millionäre, in England kaufen wenigsten Milliärdäre den Verein und zahlen wenigstens die Haushaltskosten ;P

  11. Franz sagt:

    Wer ist die SFL? Das sind einige Funktionäre in Muri sowie die Präsidenten der SL und der ChL, die Entscheide fällen und Verantwortung tragen. Darunter hats ein paar grosse Träumer, allen voran der Senior Manager Isoz. In der Schweiz haben höchstens 3-4 Vereine ein Zuschauerpotenzial von 15‘000 bis 20‘000. Dies brauchts, um für Sponsoren attraktiv und somit breit abgestützt zu sein. Nur diese Clubs können realistischerweise regelmässig um den Titel spielen. Alle andern sind entweder von einem Mäzen abhängig, mit allen Risiken, die damit verbunden sind, oder ihr Ziel ist der Klassenerhalt. Der Fall Xamax zeigt es deutlich: Die Region Neuenburg ist vom Zuschauerpotenzial her die schwächste der SL. Es genügt nicht, einfach ein neues Stadion hinzustellen. Deshalb ist das Debakel auch nicht erstaunlich. Wären lokale Geldgeber/Investoren/Mäzene da gewesen, hätte ein B.Tsch. keine Chance gehabt. Man muss sich fragen, ob der Profifussball wirklich das Richtige ist für die Schweiz. Bestimmt nicht für alle Vereine. In skandinavischen Ländern ist man zum Halbprofitum zurückgekehrt. Aber die Träumerei der Fussballmanager macht nicht Halt in der obersten Liga. Nein, man glaubt, mit der Reduktion der ChL auf 10 Clubs auch diese Liga zu professionalisieren, mit immer mehr Auflagen seitens der Liga. Wen erwischts als Nächsten?

  12. Auguste sagt:

    hmm…, die club-kappe mit dem “sieger-lorbeer” ums wappen könnte absurder nicht sein. vielleicht einer der zukünftig kultigsten fan-artikel der schweiz und gewiss praktischer als so manches, das sich die leute nach der swissair-pleite als “souvenir” beim liquidator kauften. in italien denken die abstiegskandidaten daran, fan-mützen im “kapitäns-stil” machen zu lassen. wenn schon untergehen, dann aber “schettino-mässig”.

  13. Rolf Schild sagt:

    Wenn man “Geldgeil” ist wie Facchinetti & Bernasconi muss das Resultat so sein wie es heute ist:
    Dann noch einem Hochstapler wie Tschagajew den Klub zu verkaufen war dem Bernasconi auch
    gleich, Hauptsache die Kohle stimmt (dazumal schon?) Hätte man nachgefragt wer dieser BT
    ist: wäre es nicht soweit gekommen, da er bei seinem “Alten”Klub noch viel Schulden hatte: laut
    Sportminister.( Es gibt nur einen Russen der ein Fussballklub “Finanziell führt” und auch ohne
    wenn und aber immer sofort bezahlt, die Engländer lieben ihn Abramowitsch ) BT ist eine kleine
    Nummer und ein “Schuldenbürrli” Es musste ja so enden mit Xamax, sehr schade für diesen
    Klub und hauptsächlig für die Spieler.

  14. Kurt Stierli sagt:

    Jeder der selbst schon einmal eine Zeitung geschrieben hat, und sei es auch nur eine Klubzeitung, wie in meinem Fall, weiss wie schwierig es ist genügend Stoff zu finden um eine Zeitung zu füllen. Jeder Schweizer Journalist wird dieser Zeit nachtrauern, Tschagajew und Constantin sind Zeitungsfüller. Wie langweilig wird es werden wenn die Beiden sich eines Tages aufs Altenteil, bzw. hinter den Ural oder in die Abgeschiedenheit der Walliser Alpentäler zurückziehen. In einigen Jahren werden wir uns gelegentlich bei einem Grinsen ertappen wenn wir uns an diese Typen erinnern. Swiss boring? Ganz im Gegenteil, medial sind wir im eurpäischen Fussball absolute Spitze. ..und den Blatter Sepp haben wir ja auch noch!