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Wer ist der beste Trainer der Super League?

Thomas Renggli am Mittwoch den 27. Oktober 2010


Luzern ist Leader – GC am Tabellenende. Nach einem Drittel der Schweizer Meisterschaft scheint die Fussballwelt Kopf zu stehen. Nicht alles basiert auf Zufälligkeiten. Im Fokus stehen die Trainer. Wer schöpft das ihm zur Verfügung stehende Potenzial am effizienztesten aus? Das Steilpass-Ranking:

1. Murat Yakin (Thun). Yakin und Thun – das tönte anfänglich wie ein grosses Missverständnis. Doch der Ex-Internationale – als Spieler mehr Diva als Handwerker – liefert im Berner Oberland tadellose Arbeit ab, weckt Erinnerungen an die Latour-Ära und stellt sogar Fast-Meister YB in den Schatten.

2. Rolf Fringer (Luzern). In knapp zwei Jahren vom abgeschlagenen Schlusslicht zum Leader. Die Statistiken sagen mehr als 1000 Worte.

3. Thorsten Fink (Basel). Auch wenn der Double-Gewinner in der Meisterschaft vor Ausrutschern nicht gefeit ist: Fink liegt mit seinen Personalentscheiden meist richtig und schafft den schwierigen Spagat zwischen Champions League und Alltag. Ist er der erste Trainer seit Christian Gross (1996), der einen Schweizer Teilnehmer an der Königsklasse zur erfolgreichen Titelverteidigung führt?

4. Bernard Challandes (Sion). Allein die Tatsache, dass Challandes von seinem Chef Christian Constantin noch nicht öffentlich an den Pranger gestellt wird, spricht für seine solide Arbeit. Der ehemalige FCZ-Meistertrainer hat Sion zu spielerischer Stabilität verholfen – und zu mehr Ruhe. Kann er auch noch die Effizienz in der Offensive steigern, ist (fast) alles möglich.

5. Didier Ollé-Nicolle (Xamax). Das Ranking des Franzosen ist nur eine Momentaufnahme. Doch seit Ollé-Nicolle in der Maladière an der Linie steht, ist mit Xamax wieder zur rechnen. Das musste zuletzt sogar Luzern zur Kenntnis nehmen.

6. Roberto Morinini (Bellinzona). Spektakel und Showtime sucht man im Comunale vergeblich. Dafür hat Morinini der Mannschaft eine solide Organisation und ein klares Konzept verpasst. Mehr liegt bei diesem Spielermaterial nicht drin.

7. Urs Fischer (FCZ). Punktemässig befindet sich der frühere Abwehr-Handwerker mit dem FCZ im Soll. Doch Struktur und Konstanz fehlen im Spiel seiner Mannschaft. Noch hat Fischer nicht bewiesen, dass er mehr als eine Billiglösung ist.

8. Uli Forte (St. Gallen). An der desaströsen Finanzlage seines Arbeitgebers ist Forte unschuldig. Die Transferpolitik hat er aber mitzuverantworten. Und die ist der Auslöser des Leistungszerfalls in Olma-City.

9. Ciriaco Sforza (GC). So lang die Verletztenliste auch ist; so sehr in Niederhasli immer wieder darauf hingewiesen wird, dass GC jetzt ein Ausbildungsklub ist. Als Tabellenletzter kann man keine mildernden Umstände gelten machen.

10. Vladimir Petkovic (YB). Erfolge in der Europa-League besitzen den Wert eines Trostpreises. Bern dürstet nach fussballerischen Grosstaten. Im vergangenen Frühling verspielte man den ersten Titel seit 1986 fahrlässig. In dieser Saison ist die Tabellenspitze vorzeitig entschwunden. Die Luft für Petkovic wird dünner und dünner…

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19 Kommentare zu “Wer ist der beste Trainer der Super League?”

  1. Hennes sagt:

    Muri Yakin, der hat doch einfach nur Glück. Fringer auch. Wobei: Der FCL hat auch eine sehr gute Mannschaft: Ferreira, Yakin, Gygax, Renggli, der neue Kroate hinten, Zibung, und wenn wieder fit: Ianu. Also ich denke, das könnte zum Titel reichen.

  2. Marco Stucki sagt:

    Diese Rangliste kann man ja wohl nicht ganz Ernst nehmen oder?!?!?!

    • Michi sagt:

      Da pflichte ich Marco Stucki voll und ganz bei. Mickrige zwei Verlustpünktli hat “Star-Trainer” Yakin mehr als Fast-Schlusslicht Sforza! Mir jedenfalls macht Sforza derart viel Freude mit seinem Enthusiasmus und seiner coolen Jungtruppe.
      Und Petkovic auf den letzten Rang zu setzen und die Spiele der Europaleague als Trostpflaster hinzustellen ist doch einfach Blödsinn. Wann hat eine Schweizer Mannschaft letzmals europäische Spitzenmannschaften im Multipack geschlagen? Ich denke, dass der Trainer, der das hinkriegt, nicht der schlechteste der Super League sein kann. Ich habe jedenfalls so viele vergnügliche Europacup-Abende erlebt wie schon lange nicht mehr.

    • Toobie Tobler sagt:

      Wieso denn nicht? Ich hätte einfach Fringer top gesetzt und die beiden letzten Plätze abgetauscht. Ist alles sehr gut nachvollziehbar.

  3. Thea sagt:

    Petkovic ist im Moment vielleicht nicht der beste Trainer der Super League und doch denke ich, dass er eine eigene Klasse ist. Nicht nur, dass er YB attraktiven Fussball spielen lässt,er tut auch viel für die Teambildung. Ihn jetzt zu feuern, wäre der falsche Schritt. Die Europa League ist übrigens kein Trostpflaster, sondern sollte einen jeden YB-Fan stolz machen Vorallem die Leistungen, die dort gebracht werden.

    • Geni Meier sagt:

      Sorry, Petkovic ist das eigentliche Problem bei YB, nur haben es die Gnomen aus Zürich noch nicht gemerkt.
      Ihn überhaupt unter die “besten Trainer” aufzuführen ist eine Farce. Aber, bei so wenigen Clubs verständlich.
      1 Mittelfeldspieler vom Format Yapi und ein Stürmer vom Format Doumbia würden allerdings noch mehr bringen.
      Dann kann sogar ein Nobody auf dem Bänklein Platz nehmen.l

  4. Peter sagt:

    Die Rangliste kann nur eine Momentaufnahme sein. Der FC Thun ist sicher eine positive Überraschung, hat jetzt aber doch auch schon einige Spiele nicht mehr gewonnen. Luzern und Rolf Fringer muss im zweiten Viertel der Meisterschaft noch den Beweis antreten, dass es eine Spitzenmannschaft ist. Urs Fischer hat bis jetzt einen guten Job gemacht einige junge Spieler eingebaut und kommt nach meiner Meinung zu schlecht weg. Bernhard Challandes ist auf gutem Weg, noch ist die Mannschaft aber zu unkonstant um über einen längeren Zeitraum eine gute Leistung zu erbringen. Der letzte Platz ist für mich in Ordnung, da ich auch davon ausgehe, dass YB den ersten Trainerwechsel in der Superleague vornehmen wird. Auf Platz 1 gehört nach meiner Ansicht aber Thorsten Fink. Der die Mannschaft auch in der Öffentlichkeit fordert, welches das Team aber mehr oder weniger auch umsetzten kann. Bis jetzt hat die Mannschaft nur sehr wenige Durchhänger und dies nach dem Double Gewinn der Mannschaft überhaupt nicht träge gemacht hat. Auch hat er bis jetzt immer das richtige Händchen für Mannschaftsumstellungen bewiesen. Darum ganz klar die Nummer ein an Thorsten Fink.

  5. fritz müller sagt:

    wie (fast) immer: eine brillant geschriebene Kolumne. Jedoch hätte ich erwartet, dass ein sprachlich sensibler Zeitgenosse wie Herr Renggli das Unwort “Spielermaterial” nicht auch noch (wie schon allzuviele) in seinen Wortschatz aufnimmt….

  6. Gerhard Tubandt sagt:

    Für mich ist Fink die Nummer 1. Es ist die grössere Leistung, einen Klub über einen längeren Zeitraum an der Spitze zu halten, als mit Thun mal eine gute Saison abzuliefern. Murat Yakin hat aber schon früher unter Beweis gestellt, dass er als Trainer ungleich fleissiger, emsiger, schneller und talentierter ist, denn als Fussballer. Das ist unbestritten. Petkovic ist im Übrigen ein guter Trainer. Was viele so genannte Fussball-Experten nie merken: Auch gute Trainer können aus einer mässigen oder verunsicherten Mannschaft nicht viel herausholen.

    • Michel sagt:

      Wenn man das Ganze mit dem Budget der jeweiligen Klubs noch adjustieren würde, dann würde Fink schnell mal in der Rangliste nach unten rutschen. Wer mehr Kohle zur Verfügung hat (und keine lange Verletzenliste), der hat nun mal einen grossen Vorteil im Fussball. Bei Fink merkt man nach Niederlagen, wie er unsicher nach Floskeln und Ausflüchten sucht.

  7. Auguste sagt:

    hmm…, ich weiss nicht, ob torsten fink der “beste” trainer ist, aber unbestritten ist, dass er mit seiner mannschaft bislang die gesteckten ziele erreicht hat und dass seine spieler sich unter seiner führung weiter entwickeln. der beleg dafür ist der saisonverlauf und das ausländische interesse an einigen basler spielern.

    vladimir petkovic hat mit seiner mannschaft nach einer glänzenden saison den meistertitel verspielt – solche negativerlebnisse sind nur schwer zu kitten. wenn yb nicht ganz schnell in die gänge kommt, müsste man sich konsequenterweise trennen. auch unter urs fischer ist der fcz noch nicht wieder stabil geworden und eine entwicklung zum besseren kann ich auch nicht ausmachen. da muss man wohl oder übel noch ein wenig abwarten, bis sich der nebel lichtet. rolf fringer ist bewiesenermassen ein guter trainer und es ist ihm zuzutrauen, ein meisterstück abliefern zu können.

    yakin und sforza waren mit allen wassern gewaschene spieler, und sie können mannschaften ausbilden, aber ob sie schon reif sind für eine wirkliche spitzenmannschaft, wage ich noch zu bezweifeln.

  8. Mathias sagt:

    Es ist noch zu früh um Bilanz zu ziehen. Eines ist aber klar: Thorsten Fink gehört auf den ersten Platz. Im ersten Jahr das Double und die Quali für die CL zu schaffen ist gar nicht zu toppen. Der Leistungsausweis ist grossartig.

    Über Yakin reden wir am Ende der Saison wieder. Der hat – wie Sforza und erst recht Fischer (ganz schwach – hat die Mannschaft nicht einen Schritt weitergebracht, obwohl nach Basel das zweitbeste Spielermaterial!!) – noch überhaupt garnichts bewiesen. Rolf Fringer hingegen schon. Also: 1. Fink, 2. Fringer, 3. Challandes…. Schlusslicht: Fischer… Alle Anderen: Mittelmass (Stand heute)

  9. Viktor Hägler sagt:

    Fink gehört an 1. Stelle. Klar hat er das mit Abstand beste Kader in der SL und die besten Strukturen. Aber er lässt einen attraktiven Fussball spielen und hat erst noch Erfolg. Der FCB spielt in der CL wesentlich besser als vor 2 Jahren und hat alle Chancen um sogar ins Achtelfinale zu kommen.
    An 2. Stelle setze ich Petkovic von YB. Was YB bisher europäisch in dieser Saison geliefert hat, war ausser ein bis zwei Ausnahmen spitze. Auch YB hat noch gute Chancen zum weiterkommen. Ins Rennen um den Meistertitel wird YB aber nicht mehr eingreifen können, dafür ist das Kader in der Breite zu schwach. Mit 13 guten Spieler gewinnt man keine Meisterschaft. YB muss sich wohl oder übel von Spieler wie den beiden Schneuwlys, Raimondi, Regazzoni usw. trennen. Sie bringen YB nicht weiter, denn sie können keinen Druck auf die Stammspieler ausüben und fallen jedesmal ab, wenn sie eingewechselt werden. Eine starke Bank ist ein absolutes Muss wenn man Titel gewinnen will. Von daher ist die Zielsetzung, Meister zu werden, völlig unrealistisch. Da nützt selbst der beste Trainer nichts.
    Fringer kommt bei mir höchstens auf Platz 3 und zwar, weil er in der EL-Quali versagt hat und sang- und klanglos ausgeschieden ist. Luzern verfügt zwar über eine gute Mannschaft, wird aber bald vom FCB an der Spitze abgelöst werden, vermutlich schon am kommenden Wochenende.
    Yakin liefert bisher gute Arbeit mit Thun ab, aber die vielen Unentschieden könnten sich demnächst noch rächen, nämlich wenn die Mannschaft eine Baisse durchläuft.
    Sforza machtt mit seiner jungen Mannschaft einen guten Job. Trotz den vielen Verletzten jammert er nie und entwickelt die jungen Spieler weiter. Er wird die nötigen punkte zweifellos noch holen.
    Challandes folgt auf Platz 6, er kann mit diesem Kader aber noch wesentlich mehr heraus holen. Eigentlich müsste er ganz vorne in der Tabelle stehen.
    Morinini sehe ich auf Platz 7, er holt das Maximum aus den Möglichkeiten heraus, auch wenn sein Fussball alles andere als attraktiv ist.
    Forte sehe ich auf Platz 8, St. Gallen hat bisher mehrheitlich enttäuscht. Vermutlich spürt das Team den grossen Druck aus dem Umfeld.
    Fischer sehe ich ganz am Schluss. Was der FCZ mit desem Kader bietet und das noch ohne zusätzliche Belastung in einem europ. Wettbewerb, ist schlicht und einfach ungenügend. Der FCZ ist drauf und dran endgültig ins Mittelmass abzurutschen.
    Olle-Nicolle ist noch zuwenig lang im Amt um bewertet werden zu können.

    • werner grundlehner sagt:

      lieber herr hägler. ich schlage sie als renggli ersatz vor. genau so ist es…
      aber der tagi ist halt an sein schreibermaterial gebunden, trainer kall hat das kader wüst ausgeünnt.

  10. E. Schönbächler sagt:

    Auch der beste Trainer kann nicht viel ausrichten wenn das Umfeld nicht stimmt. So sind z. B. Sforza bei GC und Forte bei St. Gallen praktisch die Hände gebunden. Ohne Geld und die entsprechenden Topspieler kann man auch in der Schweiz kaum mehr einen Blumentopf gewinnen. Auch für Petkovic ist es in Bern schwer. Da gibt es zu viele (nicht nur graue) Eminenzen die der sportlichen Führung dreinreden. Die Frage von Thomas Renggli wer denn nun der beste Trainer in der SuperLeague sei kann ich nicht eindeutig beantworten. Für mich liegen Rolf Fringer und Thorsten Fink gleichauf. Olle-Nicolle, Murat Yakin und auch Urs Fischer sind zuwenig lang im Amt um richtig beurteilt werden zu können. Noch eine Anmerkung zur EuropaLeague. Für einen Schweizer Verein (egal ob Basel, YB oder z. B. Lausanne) ist dieser Wettbewerb eine Herausforderung und eine Abwechslung im sportlichen Alltag. Nicht umsonst kämpfen die Clubs in der Meisterschaft um eine Qualifikation für diese internationalen Spiele. Nicht jeder (nicht nur Schweizer) Verein spielt in der Champions League mit.

  11. GABRIEL sagt:

    Seit Petkovic Trainer ist, macht YB noch mehr Spass. Und darauf kommt es mir an!

  12. Ruedi Meyer sagt:

    Stimmt diese Reihe immer noch? 1. FCL?