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Internet-Ranking der Nationalspieler

Annette Fetscherin am Dienstag den 20. September 2011
Wer Inforamtionen zu den Nati-Spielern im Internet sucht, wird nicht immer fündig: Johan Djourous Homepage.

Wer Informationen zu den Nati-Spielern im Internet sucht, wird nicht immer fündig: Johan Djourous Homepage.

Auf dem Spielfeld konnten unsere Natistars vorletzte Woche gegen Bulgarien endlich wieder einmal begeistern. Vielleicht war dies ein Schritt zur Rückkehr einer populäreren Schweizer Nationalmannschaft. Da wäre es doch förderlich, wenn die Fans auch neben dem Platz ab und zu ein Häppchen Nati-Flair serviert bekämen.

Gerade Kinder, die zum ersten mal Fussballluft schnuppern, klappen nach dem Match in Basel den Laptop auf, entsperren das iPad und googeln den Namen von Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka oder Stephan Lichtsteiner.

Doch was finden sie? Können die Homepages unserer Start-Elf des Bulgarien-Spiels genauso begeistern wie die Spieler selbst?

Wenn man die Frage auf die «neue» Generation, an die sich Ottmar Hitzfeld herantastet, bezieht, ist die Antwort einfach: Nein. Wer etwas über Mehmedi, Shaqiri und Xhaka wissen will, muss sich an Wikipedia, Tranfermarkt.de und Weltfussball.de halten, denn keiner von ihnen führt eine eigene Website.

Auch die «mittlere» Generation, zu denen ich Ziegler, Derdiyok und Dzemaili zähle, findet keine Freude daran, sich im Internet zu produzieren, oder tut dies nur via Facebook.

Entweder war die Homepage als persönliches Accessoire früher mehr «in» als heute oder die Jungstars sind zu bescheiden, als dass sie diese für nötig hielten. Bilder und Infos über sie interessiere niemanden, scheinen sie wohl zu meinen. Anders sehen das Senderos, Lichtsteiner, Djourou, Inler und Benaglio. Hier meine Top 5-Homepages in umgekehrter Reihenfolge.

5. Stephan Lichtsteiners Seite ist ziemlich klinisch, schlicht und nur einigermassen modern. Immerhin: Die Rubrik «News» ist aktuell. Man erfährt, dass die Schweiz wieder im EM-Rennen ist und dass Stephan bei Juve einen Traumeinstand feiern konnte.

4. Philippe Senderos’ Seite erinnert an ein Computerspiel, ist ziemlich unübersichtlich, aber wenigstens einmal etwas anderes. Wie auch bei den anderen Spielern, wird eine Art Tagebuch geführt, leider tut auch Philippe dies nicht selbst.

3. Diego Benaglios Website würde «unter ferner liefen» gehen, wäre da nicht das imposante Video ganz am Anfang. Beim ersten Mal draufklicken macht es Spass, Benaglio bildschirmgross in die Volkswagen-Arena zum Aufwärmen zu begleiten. Beim zweiten Besuch kann es übersprungen werden. Was dahinter kommt, ist allerdings nicht halb so spektakulär. Dass er gerne Rindsfilet mit Kartoffelgratin isst, ist die persönlichste Info, die unserem Nati-Torhüter zu entlocken ist. Immerhin. Dafür verlost er bei Wettbewerben seine Trikots und Handschuhe. Sowas lieben die Fans.

2. Viel Mühe mit seiner Website gibt sich Johan Djourou . Man wird von Infos fast erschlagen. Johan gibt bekannt, wenn er ein neues Photo auf Facebook gepostet hat und wünscht den Arsenal Ladies, die gegen Liverpool spielen, viel Glück. Seine Sponsoren finden schön brav ihren Platz und im Video vom Arsenal TV-Magazin lernt man einen witzigen, sympathischen Djourou kennen.

Was bei allen Seiten fehlt, ist die ganz persönliche Note. Mich würde interessieren, ob der Spieler in der Nacht nach dem so wichtigen Spiel gegen Bulgarien ein Auge zu tun konnte? Was hat er gemacht nach dem Spiel? Was schwirrte ihm durch den Kopf?

1. Zum Schluss möchte ich Ihnen ein sehr positives Beispiel nicht vorenthalten. Klicken Sie mal auf Inler.ch: Diese Seite macht richtig Spass. In drei Sprachen erfahren wir, ansprechend gestaltet, alles Wissenswerte zu Gökhan und zu Napoli. Man kann dem Mittelfeldspieler persönliche Fragen stellen und Inler nimmt sich selbst die Zeit zum Antworten. In einem Video richtet er einige Worte an die Fans und das alles kommt extrem authentisch und sympathisch rüber. Ich jedenfalls bin mir sicher: Würden sich noch andere Spieler zumindest im Netz so volksnah zeigen, könnte dies die Identifikation mit der Schweizer Nationalmannschaft erheblich steigern.

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21 Kommentare zu “Internet-Ranking der Nationalspieler”

  1. Dustin Peters sagt:

    wundert mich nicht wirklich, dass Medien-Liebling Inler auch hier obenauf schwingt…

  2. Reto sagt:

    Ich hätte da noch ne schöne Homepage für Sie Frau Fetscherin: http://www.schoenbi.com/ da hats sogar noch Style-Tipps.

    • Hans-Ueli Letzi sagt:

      wollte die schönbipage grad als unglückliches beispiel eines jungen spielers erwähnen, dem nicht nur die haar in den himmel gewachsen sin.

    • Thomas Meier sagt:

      habe mir die Seite angeschaut….. Scheint mehr ein Modekatalog zu sein… als eine Seite eines Fussballspielers.

    • Wishaw Thomas sagt:

      wenn der schönbi so konsentriert und mit voller hingabe fussballspielen würde, wie er sein styling zelebriert, hätte die schweiz einen riesen fussballer. schon vor 2-3 jahren im FCZ tv ging es bei schönbi nur um kleider, frisuren und teure autos.
      der unterschied zwischen einem guten superleaque spieler und einem guten z.b. bundesligaspieler wir genau in der zeit zwischen 18. und dem 23 lebenjahr gemacht. wenn das styling in diesen jahren wichtiger ist, als das fussballspielen, bleibt es ebben beim superleague spieler – obwohl das fussballerische talent vorhanden ist.
      die homepage von schönbi finde ich nicht sehenswert und sogar sau-schlecht! ein FCZ fan!

  3. Hans sagt:

    Nichts zum Thema Fussballer-Website, aber ein allgemeines Detail: es stört mich (am Beispiel der Einstiegsseite Inlers), dass oft als Icon für die Sprachversionen die deutsche, italienische (oder auch die französische) Flagge verwendet wird. Das stört mich gerade bei Schweizer Seiten. Diese drei Sprachen gehören genauso zur Schweiz wie zu den betreffenden Ländern. Es sieht natürlich schön aus, aber korrekter wäre wohl, einfach einen Button mit “deutsch”, “italiano” etc. anzuschreiben.

    • Genau-Hans sagt:

      Finde ich auch.

      Noch unpassender ist, wenn (wie auf inler.ch) für die englische Sprachversion die britische und nicht die englische Flagge angezeigt wird. naja…

      Sonst finde ich, dass inler.ch eine sehr schöne und informative Website.

    • Duncan Hawke sagt:

      eeeehm….das stört Euch jetzt nicht im ernst oder?
      😀

    • Serge de la Rey sagt:

      Jaaa! Darauf hat die ganze Internet-Welt gewartet! Hans und Genau-Hans sagen uns endlich, was wir alle schon lange vermutet haben aber einfach nicht wussten wie loesen! Jetzt endlich, nach langem, bangen Warten, koennen wir sogar auswaehlen: entweder wir benutzen nur noch die CH-Fahne, oder wir benutzen doch wenigstens die englische Flagge (haettest Du’s gewusst??) oder einfach nur “deutsch”, “italiano” – und wie ging’s dann weiter? Naja, ich schlage jedenfalls vor, die beiden Hanseln unter “Denk-mal!”-Schutz zu stellen. So waeren wir alle vor solchen Denk-Ausbruechen geschuetzt!

  4. josé bütler sagt:

    arrrr … seit thomas renggli nicht mehr der blogger ist, dreht sich der steilpass hauptsächlich um nebensächlichkeiten … ;o/

  5. Peter Schöni sagt:

    Dass bei inler.ch die Menü-Bezeichnungen (“Aktuelles”, “Kolumne” etc.) mitten in Gökhans Gesicht sind, finde ich weniger gelungen.

  6. Ray sagt:

    habt ihr mal die http://www.degendegen.com angeschaut? cheers rainer

  7. Don Ballon sagt:

    Jepp. Es hat sich etwas geändert: Ich zitiere: “Gerade Kinder, die zum ersten Mal Fussballluft schnuppern, klappen nach dem Match in Basel den Laptop auf, entsperren das I-Pad (hä?) und googeln den Namen …” Zu meiner Zeit kam man allerhöchstens bis Winterthur zum FC, meistens aber nur vor die Röhre und ist danach raus, um Oleg Blochin vs. Ueli Hoeness zu spielen. Wir hatten einen Ball und Turnschuhe und die Privilegierten unter uns hatten sogar Fussballschuhe. Unser Fan war der Schulabwart, sofern der Rasen nicht frisch gemäht war. Aber vor allem hatten wir eines: Spass. Aber wie konnten wir Spass haben, ohne entsperrten I-Pad und ohne Inlers Website?
    Genereller Tip: Fussball ist ein Spiel, dauert in der Regel 90 Minuten, multipliziert mit der Anzahl Spiele pro Wochenende und darüber könnte man unendlich viel berichten – wenn man nur wollte

  8. Meier Peter sagt:

    Nichts gegen diese Homepages. Aber auch Trainer haben eigene Homepages. Dort finde ich die Homepage von Ciriaco Sforza sehr gelungen. Layoutisch, vom Inhalt und last but not least von der Aktualität. Die Page wird top aktuell gehalten und gute Backgrounds geliefert. Inkl. Matchberichte und stetige Interviews mit Sforza! Chapeau. Das kann keine der obigen Pages liefern…

  9. Meier Peter sagt:

    Das war mal ein Nati-Star und kein Möchtegern. Und als Trainer hat er seine Page: http://www.ciriaco-sforza.ch/

  10. Jan sagt:

    Recht originell für eine Fussballer-Site und mit witzigen Details guckst du diese:

    http://www.jan-rosenthal.de.

  11. s'Efeu sagt:

    Weil’s schnurzpiepegal ist. Ich will Fussball und keine chicen Homepages

  12. Claudio Barzagli sagt:

    Diese Webseiten interessiert ausser ein paar Groupies doch niemanden wirklich. Das sie sich ernsthaft mit sowas befassen…

  13. E. Schönbächler sagt:

    Mich interessiert nicht ob Beckhams Frau ein neues Tatoo hat oder Christan Ronaldo ein uneheliches Kind. Deshalb kann ich auf diese Webseiten gut verzichten. Ich gehöre noch zu jenen die mit Zeitungen und Zeitschriften aufgewachsen sind und bedaure es trotz Internet, Radio, TV, Teletext und Tagespresse dass es in unserem Land keine Sportzeitung mehr gibt. Klar gibt es gute Homepages über Sport aber eine gutgemachte, spannend recherchierte Zeitung wie die frühere Fachzeitung “SPORT” oder der “TIP” von der Sporttotogesellschaft ist nicht mehr zu finden. Schade dass vor einem Jahr das Projekt “Sportwoche” nach nur 8 Monaten gescheitert ist. Bei den Monatszeitschriften wie “EuroSoccer” oder “Slapshot” im Eishockey fehlt logischerweise die Aktualität. Vielleicht hat ein grosser Verlag den Mut (und die Finanzen) und belebt in der Schweiz den “SPORT” wieder.

  14. Rene Baron sagt:

    Die oben erwähnten Protagonisten tun sich einen Bärendienst wenn ihre Webseiten sich vor allem durch technische Verspieltheiten (die dann oft mehr verwirren oder gar nicht funktionieren) glänzen als durch AKTUELLE Inhalte. Und wenn schon Inhalte dann ist doch erstaunlich wie wenig es da um Fussball geht. Mich zum Beispiel interessiert nicht das Lieblingsessen sondern was der Mann ganz konkret unmittelbar vor einem Match zu sich nimmt.
    Fansiten sollte man nicht nur für Groupies und Technofreaks gestalten ! Ab und zu verirrren sich auch Fussballer dorthin !