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Die Fans an die Macht?

Annette Fetscherin am Freitag den 5. August 2011


Auf gut Luzernerdeutsch prangen gross und kunstvoll zwei Worte über der Stehplatz-Kurve der neuen Swissporarena: «Härzbluet ond Liideschaft». Ein Graffiti, gemalt mit Zustimmung der Vereinsverantwortlichen. Die Anhänger durften «ihre» Wand selbst gestalten.

Die Zusammenarbeit zwischen Clubleitung und Fans ist bei jedem Club ein Seiltanz. Der FC Luzern, rund um Präsident Walter Stierli, begeht beim Bau des neuen Stadions den kommunikativen, fortschrittlichen Weg. Man nimmt sich Zeit, diskutiert mit den Anhängern und versucht, auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

So forderte der Anhang – wie meist – eine Stehplatzrampe und in Luzern ist sein Wunsch Befehl. Auch wenn dies für den Verein einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeutet. Weil mehr Plätze angeboten werden, müssen die ganzen Verpflegungsboxen ausgebaut werden, der Rückbau des Stadions wird vergrössert. Der FCL lässt sich nicht lumpen und wählt bei der Stehrampe die Luxusvariante. Für internationale Spiele lassen sich die Sitze aus Stahlbüchsen hervorzaubern, ein lästiges an- und abschrauben entfällt. Man lässt sich die Fan-Zufriedenheit etwas kosten.

Fan dankt, doch wieviel wert hat die Verbundenheit der Anhängerschaft? Sie kann von einer Sekunde auf die andere in Rebellion kippen. Bei der Premiere im Stadion ist das Bier zuwenig kalt und geht gegen Ende des Spiels auch noch aus. Ein Fauxpas, der vorkommen kann, wenn man in kurzer Zeit von 0 auf 17’000 muss. Die Geduld der Anhänger wird jedoch dadurch schon zum ersten Mal erheblich strapaziert. Wer sein Bier nicht kriegt, ist hässig, da beruhigt ihn auch ein Blick auf die Graffitiwand nicht. Also sucht der FC Luzern einmal mehr das Gespräch mit den Fans und die Bierpanne wird sich beim nächsten Heimspiel mit Sicherheit nicht wiederholen. So viel «Gspüri» tut irgendwie gut, in Zeiten, wo in Neuenburg kyrillische Schrift und tschetschenische Volkstänze die letzten treuen Anhänger vergraueln.

In der Bundesliga gilt der Hamburger SV seit Jahren als Vorbild in Punkto Mitspracherecht für die Fans. Ihnen ist per Satzung ein fester Aufsichtsratsposten garantiert und einer der vier Vorstandsposten besetzt ein Delegierter, der alleine für die Wünsche der Supporter zuständig ist. Sie sind die Basis jedes Vereins, ohne sie kann keiner überleben. Also: Warum sollen sie nicht mitbestimmen können?

Die Frage ist, inwiefern solche demokratischen Gedanken im Fussball-Business heutzutage bestehen können? Echte Fans wollen ihre Mannschaft mit Schlachtgesängen zum Sieg peitschen, wollen den Rivalen verlieren sehen, am liebsten möglichst schmerzhaft. Wirtschaftliche Interessen haben bei dieser idealistischen Einstellung keinen Platz. Doch der Fussball ist ein knallhartes Geschäft geworden, ohne Geld kein Erfolg. Idealismus darf in der Kurve dominieren, doch kann er in der Geschäftsleitung nicht existenzbedrohend sein?

Der FC Luzern geht den Mittelweg. Zwar hat der Anhang in der Clubhierarchie nichts verloren, aber man lässt ihn sein Gärtchen selbst anpflanzen. Die Kurve ist sein Revier. Als Dank geben die Fans dem Verein «Härzbluet ond Liideschaft» zurück und versprechen, dafür dass sie freie Hand bei der Kurvengestaltung kriegten, den Rest des Stadions nicht zu beschmieren. Bis jetzt sind sie noch sauber, die Wände der neuen Swissporarena.

Welchen Weg würden Sie gehen, liebe Steilpassleser? Den Dialog mit den Fans suchen, oder gar das politische Mitbestimmungsrecht fordern? Oder würden sie als Clubverantwortlicher die tschetschenische Musik so laut aufdrehen, dass die Fans nicht mehr zu hören sind?

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37 Kommentare zu “Die Fans an die Macht?”

  1. Hans vom Hübel sagt:

    Die Antwort auf Ihre Frage liegt auf der Hand. Der Dialog mit der Kurve ist unerlässlich. Je grösser der Club, je grösser die Fanbasis, desto wichtiger ist der Dialog; hinsichtlich des gegenseitigen Respekts, hinsichtlich eines konstruktiven Zusammenlebens, hinsichtlich der Gewaltproblematik. Basel spielt diesbezüglich in der Schweiz eine Pionierrolle. Von Vorteil ist es dabei, wenn die Leute die das Sagen haben einen Bezug zur Kurve haben, wenn sie etwa in früheren Jahren selber dort gestanden haben. Beim FCB haben wir mit Berni Heusler einen Mann an der Spitze, auf den dies zutrifft. Herr Heusler strahlt soziale, sowie fachliche Kompetenz aus, orientiert sich an der Sache, lässt sich nicht auf Polemik und äussert sich nicht zu jeder Lappalie (vgl. Canepa). Sein Führungsstil hat einen ausgeprägten integrativen Charakter – ein Glücksfall für den FCB.

    • Max Schlauer sagt:

      Schön geschrieben!
      Dem ist nichts mehr hinzuzufügen….. (Heusler h.i.E.) 🙂

    • Petter vom Kübel sagt:

      Vielen Dank für diese völlig objektive Meinung eines nicht FCB Fan’s…

      • Kathy sagt:

        Genau, darum verhalten sich die FCB-Fans ja auch alle so anständig..

        • michael basler sagt:

          ja ja liebe Kathy.. Alles ein Frage des Verhältnisses. Je grösser eine Stadt und der Anhang, je mehr finden sich auch wenige Chaoten unter der Grosszahl an richtigen Fans!!
          Schiebt ruhig die Verantwortung der Gesellschaft weiter auf die Bühne Fussball und FCB.
          Die Antwort erhält man im Stadion. wenn 30000 Fäns freude haben, ab Spiel und auch ab der Unterstützung aus den Kurven. Die meisten Hardcore Fans stecken ihren letzten Franken in ihr Hobby. So entstehen gewaltige und eindrückliche Choreos. Selbst das abbrennen von Pyros geht ja “in der Horde von tausenden von Chaoten” in der Regel problemlos von sich. Nehmt eure Pflicht wahr und erzieht eure Kinder wieder!!!! Dann hält auch Anstand und Respekt wieder vermehrt Einzug. Sei es in den Kurven oder im Alltag.

          • Realist sagt:

            Es gibt auch Kinder deren Eltern sich grösste Mühe geben, sie gut zu erziehen; draussen aber prügelt sich der Nachwuchs/ist sonstwie asozial und weder Eltern noch Lehrer verstehen wieso.

      • Hans vom Hübel sagt:

        @ Petter vom Kübel: Ironie? Ich BIN FCB-Fan. Dennoch haben meine subjektiven Äusserungen universelle Gültigkeit! 😉

    • Henrik Islin sagt:

      Selbstredend objektiv: Die Restschweiz neidet Rotblau um Erfolg (trotz den schlechtesten Stürmern, die je auf Schweizer Plätzen das Tor getroffen haben), Geld (die Trillionärin, die in Scheichmanier alle diese schlechten Stürmer aus der Portokasse kauft) und Begeisterung (ist ja auch klar, wenns in der Provinz nichts ausser diesem einen Stadion gibt). Es ist nun aber wirklich schade, dass Bernie Heusler (h.i.E) bisher noch nicht auf dem Radar der kommentarspaltenfüllenden Fussballspezialisten aufgetaucht ist. BH hat es geschafft die Gräben zwischen Kurve, Reststadion und Vorstand zuzuschütten. Polemikfern, mit Sachverstand, Durchsetzungsvermögen und gleichzeitig einer offenen Haltung gegenüber dem Phänomen “Kurve/Fans” müsste er sich doch schon längst als neue Zielscheibe qualifizieren.

      • andi Meier sagt:

        Die schlechtesten Stürmer?
        Frei: 2010: 27 Tore, 10 Assists; 2009: 15 Tore, 10 Assists
        Streller 10 Tore, 14 Assists; 2009: 21 Tore, 10 Assists

        Haben Sie die letzten beiden Saisons verpasst? Das ist für mich die einzige Erklärung wie Sie ein Sturmduo mit 61 (2010) bzw. 56 (2009) Scorerpunkten als schlecht bezeichnen können.

    • Mark sagt:

      Diesen Lobgesang auf den Heusler finde ich ein bisschen lächerlich. Mag sein, dass die Basler Fans im eigenen Stadion “besänftigt” worden sind. Dafür wüten sie im Rest der Schweiz entsprechend mehr. Das hat man sogar in der neuen Saison wieder beobachten dürfen.

  2. Auguste sagt:

    hmm…, päsident canepa lässt sich nur zu weltbewegendem vernehmen – schreiben sie sich das hinter die muttenzerkurve, hvh.

  3. Franz sagt:

    Dialog ja. Mitbestimmen nein. Ausser natürlich die Fans sind Aktionäre, was aber selten ist. Die Frage ist auch, welche Fangruppe von einem Delegierten vertreten wird: die Modefans, die Anständigen, die Ultras, die Krawallbrüder? Deshalb keine Fan-Delegierten.

    • Auguste sagt:

      hmm…, was ist der unterschied zwischen einem fussballclub und einer grossbank?

      beim fussballclub sind die fans keine aktionäre und bei der grossbank die aktionäre keine fans.

    • Warum keine Mitbestimmung? Der Verein liegt vielen Fans mehr am Herzen, als der Chefetage und vielen Aktionären, welche einfach das grosse Geld sehen. Wer spendet den Clubs, welche vor dem Abgrund stehen. Ja genau, diese Fans will man nicht mitbestimmen lassen, kein Wunder entsteht Unmut.

  4. Beat Hänsler sagt:

    dass in luzern ein einigermassen anständiger dialog zwischen fans und verein statt finden, ist also als letztes das verdienst von präsident walter stierli. ganz im gegenteil.

    • guidobrasil sagt:

      ich weiss nicht was ihr fuer probleme mit walter stierli habt. ein chef kann nicht mit allen auf kumpel machen. aber ich errinnere mich als er beim spiel gegen lugano, nach den petarten wurf, auf die fan seite gelaufen ist und die fans beruhigt hat und das ganze stadion danach WAAAAAAALLTER STIERLI gesungen hat. also so schlecht kann er nicht sein.aber es gibt halt immer leute bei denen das glas halb leer ist, statt halb voll !!!!

  5. Luzerner sagt:

    In Luzern findet der Dialog mit den Fans zwar statt, allerdings ist dafür nicht Herr Stierli zuständig. Mike Hauser und CEO Schönenberger sind in dieser Beziehung sehr vorbildlich und offen für Inputs der Anhängerschaft. Walter Stierli hingegen ist eher bekannt dafür, dass er keine Gelgenheit auslässt, Fans zu kritisieren und alle in die selbe Schublade steckt. Luzern hat ihm viel zu verdanken, er hat den Stadionbau in Rekordtempo veranlasst, liess den Verein finanziell gesunden und konnte die Luzerner Wirtschaft wieder als Sponsoren gewinnen. Dies wird von den Fans respektiert und dennoch kommt Stierli bei den Anhängern teilweise nicht gut an.

  6. Steiner Matthias sagt:

    Ersetzen Siem al das Wort “Fan” durch “guter Kunde”, was sie ja sind, und lesen Sie den Text nochmal. Im Weiteren wird auf Sitzplätzen keine Stimmung gemacht. Der “Event” Fussballmatch wäre ohne die treuen fans eine ziemlich fade Sache. Die auf Stehplätzen singenden “Hooligans” (wie sie in den Medien fälschlicherweise genannt werden) haben also durchaus ihre Daseinsberechtigung. Die Klubs tun gut daran, den Dialog mit diesen Kreisen zu suchen und zu pflegen, und diese auch in die Verantwortung zu nehmen, was sie aber nicht davon abhalten sollte, gewalttätige Unruhestifter gnadenlos auszusortieren.

  7. Fedy Hintz sagt:

    Als Fan wünsch ich mir bezüglich Mittspracherecht, Argentinische Verhältnisse.

    • Alban Berg sagt:

      Sie wünschen sich also von den Klubs entlöhnte Fans, mafiöse Strukturen in den Kurven, bürgerkriegsähnliche Zustände rund um die Stadien und hin und wieder Tote? Falls nicht, sollten Sie Ihren Beitrag vielleicht nochmals überdenken…oder sich kundig machen, was in Argentinien wirklich abläuft.

  8. Antonio H. sagt:

    Die Meinung der Fans einholen ist wichtig. Aber ansonsten soll der Vorstand oder der Verwaltungsrat entscheiden. Diese können gewählt werden. Und somit sind die demokratischen Verhältnisse gewährt.

    Fans sind ernst zu nehmen, aber sie dürfen nicht tonangebend sein.

  9. Cris Fetscherin sagt:

    Die Vereinsverantwortlichen sind immer im Spannungsfeld zwischen der Kurve die für Stimmung sorgt aber auch für Ärger und hohe Sicherheitskosten. Auf der anderen Seite sind häufig Sponsoren, die sich über Negativpresse wegen Randale und Pyros ärgern. Vor allem das Pyrothema sorgt immer wieder für Probleme. Und gerade die Medien lassen dabei keine Gelegenheit aus, Pyro mit Gewalt gleichzusetzen. Mir kommt dieser ganze Artikel ein wenig naiv vor.

  10. Don Ballon sagt:

    Aus Sicht des Clubs ist der Fan Kunde. Je grösser der Club, desto weniger lebt er von diesen Kunden, sondern umso mehr von TV-Einnahmen, Sponsoring, Merchandising, VIP-Logen etc. Diese Quellen sprudeln aber nur, wenn der Club erfolgreich ist – und das hat mit den Fans erst einmal wenig zu tun. Der Fan bleibt beim Grossclub aber insofern unerlässlich, als ohne ihn keine Stimmung herrscht, also kein Event,. und sich damit auch nichts verkaufen lässt. Damit wird der Fan immer mehr vom Kunden zur Staffage, zum notwendigen Teil des Gersamtevents – oder wie es in der Tuborg-Reklame heisst: “Part of the experience”. Selbstverständlich sieht das der Fan anders – zurecht – und selbstverständlich würde das kein Clubverantwortlicher je einem Fan ins Gesicht sagen. Also hat jeder Club seinen Fan-Delegierten oder Fan-Vertreter und die dürfen sich dann über die Gestaltung der Stehkurvenhabitats Gedanken machen – und ab und zu wird ein Profi zu einer Fanstunde delegiert. Damit ist auch klar, was der Fan wirklich in der Exekutive des Clubs zu sagen hat, nämlich nichts. Der Club ist also nicht für den Fan da, sondern der Fan für den finanziellen Erfolg des Clubs. Das ist zwar traurig, aber wahr.

    • andi Meier sagt:

      Beim grössten Club der Schweiz sind es dennoch die Zuschauer (ohne Logen), die einen Drittel der Einnahmen generieren (20’000’000 im 2010), hinzu kommen noch die Logen (5’000’000). Die TV-Einnahmen (1’600’000) in der Schweiz sind im Vergleich dazu unbedeutend, genau so wie das Merchandising (600’000).

  11. de philipp sagt:

    ‘tschuldigung frau fetscherin aber was beim fcl so vorbildlich sein soll, verstehe ich jetzt nicht. die abnehmbaren sitzplätze sind eine lösung die ok ist, mehr aber auch nicht. der club hat bei nationalen spielen durch die mehreinnahmen ja auch was davon, will ja aber bald einmal europäisch spielen. und dass man den fans punkto (zweitklassiger-) choreo nicht dreinredet ist ja eine extrem tolle leistung. oder stellen sie sich vor, dass bei anderen, grösseren vereinen ein marketingverantwortlicher das konzept für das einlaufen der mannschaften gestaltet?

  12. Buschbrenner Rudi sagt:

    Zu Hans vom Hübel’s Kommentar kann ich nur gratulieren! Perfekt getroffen. Doch leider gilbt es halt auch hier überwiegend traurige Neider welche – egal was – alles was mit dem FCB in Verbindung steht schlecht machen müssen. Aber wenn man natürlich aus natürlich auch einer Fussballhochburg wie ZH kommt – was das geilste Fussballstadion weltweit steht und diesen in CL-Quali-Spielen aus allen Nähten platzt – ja dann muss man natürlich alles besser wissen. Schreiben Sie sich das mal hinter die Südkurve (oder wo ist die? München oder sonstwo?

  13. Odio Giputxis sagt:

    Die Ultras sollen ihr Maul halten. Das sage ich als einer der jahrelang im Hardturm in der Kurve stand. Kaum einer der sogenannten Fans ist Mitglied des seines Vereins denkt aber er sei der wahre Fan. Nachdem ich mehr als fünf Jahre Spanien lebe muss ich feststellen dass es ohne Ultras besser geht. Ich würde mit meiner Freundin niemals ein Spiel in der CH besuchen. Das schlechte Niveau des CH-Fussballs wäre mir dabei egal. Das Niveau der Kurve nicht. 2003 sah ich mit ausländischen Gästen im Hardturm eine 0:4 Niederlage gegen Basel. Beim Stand von 0:3 drehten einige durch und schleuderten Toilettensitze auf das Feld…und das ist nur ein Beispiel. Die CH-Klubs sollten alles unternehmen um die Ultras aus den Stadien zu verdrängen damit die “normalen” Fans wieder kommen.

    • Hans vom Hübel sagt:

      In der vergangenen Meisterschaft wurde das erste Mal die 2Mio Zuschauer-Grenze geknackt. Soviel zu Ihrer Theorie des durch die Kurve vergraulten Normalo-Fans.

      Im Übrigen ist Ihre Gleichsetzng Ultras=Gewalttäter nicht statthaft. Entsprechend hat Ihr Beitrag keinerlei Relevanz.

      • Odio Giputxis sagt:

        WOOOW 2Mio.!!!! Dazu ein kleiner Vergleich: Ich lebe in Bilbao ( 350’000 Einw.). Die Provinz Biskaya hat 1, 15 Mio Einwohner. Unser über alles geliebter Athletic Club hat 760’000 Zuschauer jährlich. Das Argument dass es keinen anderen Sportverein in der Region gibt der Zuschauer anzieht gilt im Gegensatz zu Basel nicht. Der lokale Basketballverein hat einen 8500 Schnitt. Dazu kommen noch die Klubs aus der Segunda und Tercera División welche ebenfalls jeweils von mehreren tausend Leuten besucht werden. Ich selber bin Socio (Klubmitglied mit Stimmrecht) bei Sestao River Club welcher in der Segunda B (dritthöchste Liga) spielt. Der Schnitt hier beträgt 3’500 pro Heimspiel. Sestao hat 30’000 Einwohner. Und das alles ohne Ultras und ihre “wunderbare Stimmung”. Wie gesagt ich stand selber jahrelang in der Ostkurve des Hardturms und weiss daher wieviele richtig hirnverbrannte Leute in der CH an die Matches gehen.

      • Odio Giputxis sagt:

        Habs hochgerechnet: Die Nati A müsste pro Jahr ca. 4,6 Mio Zuschauer haben.

  14. Petar sagt:

    Ein bisschen recherche zu diesem ansich spannenden und gut gewähltem thema hätte wohl nicht geschadet. Der FCL geht diesen weg noch nicht lange. Noch letzte saison fiel die FCL führung vorallem durch respektlose aussagen und kurzschlussreaktionen gegenüber den (eigenen) Fans auf. Erst nach aktionen und protesten der fans und der viel zu späten einsicht von stierli wurde der konstruktive weg des dialoges begangen. Die xamax fankurve lässt sich komischerweise nicht mit dem ganzen Folkloretamtam vergraulen. Die fanclubs stehen hinter der neuen Vereinsleitung…. Ein kurzer blick auf die homepage der führenden Fangruppe der Xamaxiens, fanatiX03, hätte genügt um das herauszufinden.

    Der Dialog sowie der gegenseitige respekt zwischen Kurve und Verein ist essentiell für das Clubleben. Eine gewisse Mit- und selbstbestimmung der Fans sollte gewährleistet sein. Nur so können sie sich auch selber als teil des Vereins fühlen —> selbstregulierung! Man will sich ja nicht selber schaden.

  15. Albert Seiler sagt:

    Der HSV als Vorbild? Ja, aber als negatives Vorbild. Der Supporters Club hat mit seiner Verhinderungspolitik, Mobbings und Indiskretionen einen massgeblichen Anteil daran, dass der HSV so tief im Schlamassel steckt und wohl auf Jahre hinaus im BL-Mittelfeld herumdümpelt oder sogar im Absgiegskampf stecken wird. Meine Meinung ist, dass Fans sich im Stadion vergnügen, gröhlen und saufen sollen und das Profi-Geschäft den Profis überlassen sollen.

  16. Auguste sagt:

    hmm…, ich wollte noch anmerken, das wirklich befremdliche an der tschetschenischen volkstanzgruppe ist, dass sich sveta, galinotschka, olga und ihr kolleginnen besser über den kunstrasen bewegen als die heimmannschaft. und die profile und bikini-bilder der heiratswilligen, kaukasischen dorfschönheiten auf der grossleinwand sind auch mal etwas anderes als nur stierer totomat. tous n’est pas mal à la maladière!

  17. Fischer sagt:

    Der fcl hat neben yb die übelsten fans. Keine alten und damit keine kontrolle. Wers nicht glauben will, am bahnhof altstetten siehts man jeweils nach den spielen. Aber hey, hauptsache gute fanarbeit.

    • Heinz Flohe sagt:

      Fischer, Frau oder Herr, das ist absolut normal. Warst du mal in Neapel, oder seinerzeit im Heysel? Irgendwann, vielleicht 1975, sind wir aus Köln zu RW-Oberhausen. Während der Pause meinte Budde, der Oberschläger, mit einem gegipsten Unterarm, er müsse jetzt rübergehen. Tat er, allein, kriegte was er offensichtlich nicht wollte. Kölle gewann, Budde musste zum Arzt, also alles im Lot.

      Meine Grossmutter lebte in einem kleinen behaglichen bayrischen Dorf. Eine Bahnlinie war gelegt, dumm nur, dass diese das Dorf teile. Auf diese Weise entstanden das Ober- und das Unterdorf. Neujahr, Ostern, Pfingsten etc. marschieren sie alle, uniformiert, besaufen sich und dann geht es richtig zur Sache.

      Niederländische Ruderer, war mal dort zu Gast, Utrecht, veranstalten jährlich Aehnliches wie Oxford und Cambridge. Später, am Abend, ist einer ohne Beule eine verachtenswerte Ausnahme.

      Jetzt wollte ich zu den alten Römern. Geht nicht, will mit dem Hund spazieren (spazen) gehen. Gruss

  18. Heinz Flohe sagt:

    Als Fan des 1. FC Köln, seinerzeit, in den 70ern, haben wir uns mit den Düsseldorfern mit Vergnügen die Köppe eingeschlagen. Das war Ritual und es ist heute nicht anders. Hierzu gibt es einen grandiosen Film über die Fans von West Ham. Wir haben uns alle immer mit Vergnügen die Köppe eingeschlagen, und weil ich jetzt hier beim TAGI bin, erwähne ich die Eidgenossen und die Sauschwaben. Selber bin ich Tscheche und wir lieben beispielsweise die Polen – auf die erwähnte Art. Zurück zum Fussball: Es ist wie sonst auch. Ist der Erfolg da, küssen sich alle. Bleibt er weg, morden sich alle. Was hier als Mittelchen immer wirkt, ist die Kommunikation. Insofern ist die Linie des FCL klug. – Hoffentlich machen die Dortmunder weiter so, es ist, als wäre man selber in Barcelona – Ach, da lese ich noch etwas über den HSV, also Albert Seiler, das sehe ich anders. Der HSV wird schneller oben sein als es viele denken. Und jetzt Bona Serra und Tschüss

  19. Mani sagt:

    Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen aufbereitet für uns präsentieren. Weiter so!