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Saisonstart in der Romandie: Auf in den Abgrund

Mämä Sykora am Montag den 18. Juli 2011


Zum ersten Mal seit zehn Jahren startete dieses Wochenende eine Saison, in der vier Vertreter der Romandie im Oberhaus vertreten sind. Den Auftakt hätte man sich dort indes anders vorgestellt: Servette und Xamax verloren ihre Heimspiele, Lausanne muss am Mittwoch bei GC antreten, lediglich Sion fuhr einen Dreier ein.

Doch gemessen daran, was auf die welschen Vereine mittelfristig noch zukommen könnte, sind diese Enttäuschungen Kleinkram. Einen ersten Eindruck erhielten die leidgeplagten Xamax-Anhänger schon mal beim ersten Aufritt ihrer Mannschaft. Das Vereinslogo wurde zu Ehren Tschagajews «tschetschenisiert», der Hauptsponsor wurde ebenso verjagt wie diverse Leistungsträger und Talente (Nuzzolo, Mveng, Niasse). Von der Videowand grüssten kyrillische Botschaften, in der Pause wurden russische Volkstänze gezeigt. Dass dieses skurrile Theater vielen Interessierten ein Graus ist, zeigte schon die Tatsache, dass sich trotz Gratiseintritt nicht einmal 5000 Leute in die Maladière verloren.

Auch dem einst so stolzen Servette steht ein undurchsichtiger Boss vor. Der Iraner Majit Pishyar irritierte mit utopischen Zielvorgaben (Meister 2014, Champions-League-Sieger 2018) sowie leeren Versprechungen (ein Porsche für jeden Spieler im Falle eines Aufstiegs) und Drohungen (Lohnkürzungen um 50 Prozent). Das Umfeld befürchtet wohl nicht zu Unrecht, dass Pishyar zum Pulverfass werden könnte, wenn nicht die erwartetet Resultate eingefahren werden.

Dagegen wirkt der Walliser Sonnenkönig Christian Constantin wie ein Schuljunge. An seinen Trainerverschleiss hat man sich gewöhnt, die Zuschauer sind dennoch äusserst treu und beklagen sich nur selten darüber, was wohl mit dieser zweifellos hochkarätigen Mannschaft möglich wäre, wenn denn nur mal ein bisschen Ruhe einkehren würde.

Ganz andere Probleme hat man bei Aufsteiger Lausanne: Seit jeher kämpft der Fussball in der Léman-Stadt vor allem gegen das Eishockey vergebens um Aufmerksamkeit. Die Zuschauerzahlen waren selbst in erfolgreichen Zeiten ernüchternd, die Geldbeschaffung gestaltet sich angesichts dessen äusserst schwierig. Während man sich im Rest der Romandie grossen Träumereien hingibt, backt man am Genfersee kleinere Brötchen: Mit dem kleinsten Budget der Super League kann das Ziel nur Klassenerhalt heissen. Und selbst das wird schwer zu erreichen sein.

Vor knapp zehn Jahren endeten die Träume von der Vormachtstellung im Schweizer Fussball in Trümmern. Sion liess sich mit dem angeblich schwerreichen kamerunischen Bierbrauer Gilbert Kadji ein, Lausanne wurde vom polnischen Industriellen Waldemar Kita an die Wand gefahren. Beide wurden ebenso zwangsrelegiert wie 2004 Servette, dessen Investor Marc Roger gar im Knast landete.

Es ist doch erstaunlich, dass solche Gestalten in der Fussball-Romandie offene Türen einrennen. Der Wunsch nach dem Wiederaufleben vergangener, glorreichen Zeiten scheint derart gross zu sein, dass man die Warnsignale gerne übersieht. Man will wieder wer sein im Fussball, man will mit der Deutschschweiz mithalten können. Dafür wird in Kauf genommen, dass man einen sehr schmalen Pfad nehmen muss. Nicht alle werden sich auf diesem Pfad halten können, und der Abgrund ist nahe, steil und sehr tief. Es muss damit gerechnet werden, dass schon bald wieder einige Vertreter der Romandie ihren Platz in der Super League räumen müssen.

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43 Kommentare zu “Saisonstart in der Romandie: Auf in den Abgrund”

  1. Marthaler Patrick sagt:

    Servette soll oben bleiben. Sion auch. Lausanne mit dieser leeren Pontaise hat mich nie gepackt. Und was bei Xamax abgeht: Gute Nacht.

  2. Hans vom Hübel sagt:

    Die beiden Aufsteiger sind die beiden Abstiegskandidaten Nr.1.

    Was aber bei Xamax abgeht, widert mich dermassen an, dass ich kotzen könnte! Jedem echten Fussballfan muss es einfach wehtun, sowas mit anzusehen. Das Credo müsste eigentlich jetzt bereits lauten: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende…

  3. Kurt Stierli sagt:

    Kaum ist die 1. Runde gespielt, kommt bei Mäma schon Endzeitstimmung auf, sind die welschen Vereine alle abgestiegen. Ganz ruhig bleiben, die Saison ist noch lang. Gib Ihnen wenigstens eine Chance, Aufsteiger haben es immer schwer.

  4. Andi Gentsch sagt:

    Schwarz ist das neue Schwarz wie es scheint. Bisher hat mich an Pishyar nur die Konstanz überrascht mit der er arbeiten liess. Diese gab es in Genf selbst in den sportlich erfolgreichen Zeiten nur was die Inkonstanz betrifft.

    Als Weiler den Job übergab hatte ich Zustände wie in Neuenburg erwartet, das Paket dort müffelt für mich doch einiges mehr während man die Situation rund um CC einfach zu schlucken begonnen hat – was schlussendlich ja auch nicht unbedingt das richtige ist.

    Lausanne schlussendlich gefällt mir am besten: In die Hände gespuckt und an die Arbeit. Ich mag ihnen den Ligaerhalt gönnen und bin zuversichtlich.

  5. Richard N. sagt:

    Xamax ist schon seit dem Ende der Facchinetti-Ära ein seelenloser Plastik-Verein (nicht nur wegen des Kunstrasens). Sammelbecken zweit- und drittklassiger Afro-Fussballer. Null-Nachwuchsförderung, egomanische Präsidenten Ich hoffe, die kriegen jedes Mal die Bude voll.

  6. DAM sagt:

    Sion wird ganz bestimmt nicht das geringste mit dem Abstieg zu tun haben. Falls mal eine ganze Saison intern Ruhe herrschen würde, könnte man mit diesem Kader wohl sogar um die Meisterschaft mitspielen. Aber eben, Ruhe wird man mit CC aber ganz bestimmt nie lange genug haben um konstant etwas aufbauen zu können.

    Was bei Xamax momentan abläuft ist einfach nur grotesk. Hinweise in kyrillischer Schrift, tschetschenische Volkstänze als Pausenunterhaltung, ein Trainer der nur als Marionette für den Sportschef mit fehlender Trainerlizenz wirkt und auf dem Feld eine Mischung aus alternden spanischen Stars und drittklassigen neuen Spielern, die aus allen Teilen der Welt zusammengekauft wurden.

    Lausanne hat bei mir wenig Kredit. Sie haben zwar sicherlich eine vernünftige Vereinspolitik, allerdings denke ich, dass das Kader zu schwach ist um in der ASL zu bestehen. Zu bedenken ist aber, dass man sich wohl fühlt in der Rolle des Aussenseiters (Siehe EL letzte Saison).

    Servette ist für mich nicht so richtig zu beurteilen. Das man aber nach den Machenschaften des Herrn Roger erneut einen reichen Alleinherrscher an die Macht lässt, zeugt nicht unbedingt von Ein- und Weitsicht.

  7. SAM sagt:

    Solange Servette und Lausanne in der NLB rumdümpeln, fordert die halbe Fussballschweiz, dass diese doch wieder aufsteigen mögen – man gönnt es beiden, sie gehören dazu, sind ja Traditionsvereine. Die Zuschauerzahlen in Genf und Lausanne werden schöngeredet – man glaubt, alles wär jetzt anders.

    Kaum sind sie oben, klagt man über die Vergangenheit, bemängelt die wenigen Zuschauer in Lausanne (als ob man das nicht vorher gewusst hätte) und stellt fest, dass skandalöserweise – bevor eine Runde zu Ende gespielt ist, 2 welsche Teams mit zweifellos undurchsichtigen Führungsetagen am Ende der Tabelle stehen. Das dritte – Lausanne – wird folgen, da ist man sich sicher.

    Mag sein – nur hat es in meinen Augen dieses Lausanne verdient, nicht in diesen Topf geworfen zu werden. Man wirtschaftet solide – aber der Gürtel ist eng geschnallt. Wer weiss, vielleicht gelingt die Überraschung – der Ligaerhalt. Für Lausanne sind noch 36 Spiele zu spielen – im Mai 2012 wird abgerechnet. Einen Abstieg würde man verkraften. Wenn man untergeht, wird man es überleben.

    Auf eine spannende ASL-Saison – die vielleicht spannendste aller Zeiten. Basel, YB, der FCZ werden um den Titel spielen – Luzern und Sion wollen “oben rein” – GC kann vielleicht “oben rein” – bei Xamax weiss niemand, was passiert – und Thun wird mit Lausanne und Servette gegen den Abstieg kämpfen. Schön ist ja, dass es Jahr für Jahr eine positive und eine negative Überraschungsmannschaft gibt… wer ist das neue Thun – wer das neue GC?

    • The Grummelbear sagt:

      Ja, auch ich bin einer der sich immer wieder vom abgeblätterten Glanz von welschen Traditionsvereinen blenden lässt. Obwohl ich weiss dass Lausanne in der letzte NLA-Saison zum Teil knapp 1600 Zuschauer hatte. Aber irgendwie häng ich immer der Wahnvorstellung nach, dass die Romands sich von der Euphorie mitreissen lassen und vielleicht ja doch mal mehr als 10’000 in ein Stadion kommen. (Die Barrage/letzte Runde NLB hats ja gezeigt)….Wär ich nicht absolut immun gegen rationale Gedanken, würde ich behaupten:
      Dass während der Saison 2011/2012 mindestens 1 Xamax Spieler/Funktionär auf dem Penaltypunkt der Maladière mit einer vergoldeten AK47 erschossen wird, dass Porsche neuer Hauptsponsor bei Servette wird (heisst noch lange nicht dass die Spieler auch einen bekommen) und dass Lausanne trotz Gratiseintritten für Weinbauern, Schüler, Arbeitslose, Pensonierte, Alkoholiker, Prostituierten (und deren Freiern), Welschen und Deutschschweizern den Saison-Minusrekord haben wird.

  8. n.v. sagt:

    Servette und Xamax haben wenigstens ein richtiges Stadion, Lausanne und Sion (noch) nicht. Die Besitzverhältnisse der Clubs sind schon beängstigend. Aber was wäre passiert, wenn diese Tschetschenen und Iraner nicht eingestiegen wären? Vermutlich lässt sich auf diese Weise in der Romandie (leider) nichts Nachhaltiges aufbauen. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Die Saison ist ja noch lang…..!

    • kuede borni sagt:

      Auch in der Deutschschweiz geht es an der Spitze nicht ohne Mäzene (Oeri, Canepa, Rihs, Stierli). Das ist zwar nicht unbedingt gut, aber es ist eine Realität. Auch Basel mit über 25000 Zuschauern und finanzstarken Sponsoren machte letztes Jahr 10 Millionen Verlust…

      • n.v. sagt:

        @Hallo Kuede borni: Warum hast du Einsicht in die Buchhaltungen der Clubs? Glaube nur das was du siehst! Ein paar Millionen Verlust stehen ein paar Millionen Gewinn aus der Champions-League bereits fix gegenüber, das kann ich dir auch ohne Buchhaltungsbelege berechnen….! Richtig, ohne Geld oder Mäzene geht natürlich nichts, aber Oeri, Canepa & Co. möchte ich noch nicht mit den Tschetschenen und Iranern vergleichen, ….warten wir hier mal ab wie sich das so entwickelt…!

      • markus lang sagt:

        kuede borni: was reden sie da für unfug? basel hatte einen kleinen gewinn, canepa ist kein mäzen,
        und rihs noch viel weniger. und es ist dann schon noch ein unterschied, ob ein volksnaher stierli für den fc luzern hinsteht, oder dubiose superreiche tschetschenen.

      • Fedy Hintz sagt:

        Canepa und Mäzen…..?Llooooooool
        Aber einen haben sie noch vergessen!
        Volker Ekel: soll ja mächtig viel Geld den Hoppers nachwerfen.

      • Stefan Thalmann-Lavanchy sagt:

        @Kuede Borni
        Bitte informieren sie sich das nächste mal, bevor sie etwas behaupten. Der FCB hat letztes Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Diese Saison wird das – Champions League und tiefere (Lohn-) Ausgaben sei dank – nicht anders sein.
        Und das Canepa nun plötzlich ein Mäzen sein soll, ist mir auch neu…

  9. FCZ Andy sagt:

    Was in Neuenburg abgeht und während dem Spiel im Stadion gezeigt wird, ganz zu Schweigen von der Änderung des Vereinslogo, ist wirklich……… Mein Anstand verbietet es mir, dass zu schreiben, was ich denke. Ich vermute mal, so geht es auch wirklich vielen Xamax Anhänger, sind blos 5000 erschienen und das bei Gratiseintritt. Eine Abstimmung mit den Füssen, gegen diese Vertschetschenisierung? Ich mache alles mit, in tiefster Verbundenheit mit “meinem” FCZ, ertrage die Winterspiele bei Null Grad im Stadion, die unendliche lange sieglose Serie gegen Basel, auch Niederlagen gegen GC schmerzen sehr, sogar ein Abstieg in die zweite Liga nähme ich in Kauf. Aber käme hier so ein Investor, Übernehmer “meines” FCZ, ich würde kein Schritt mehr ins Stadion tun, meine Fanartikel einmotten oder sogar entsorgen und kein Spiel mehr am TV ansehen, solange bis der Club wieder in echten Zürcher Händen ist, die mit dem Herzen und nicht einfach nur mit dem Geldbeutel mit dabei sind. Keiner Mannschaft mag ich es gönnen, auch den Spielern von Xamax nicht, aber ich hoffe sehr, dass dieser Geldbeutel in die zweite, oder noch tiefere Liga absteigen muss.

    • Franz sagt:

      Dieser Artikel von Herrn Sykora ist leider sehr undifferenziert. Die erste Runde ist noch nicht mal gespielt, und schon stehen die Absteiger fest. Ja, einer wird sicher absteigen, ja, es könnte durchaus ein welscher Klub sein, vielleicht auch zwei. Es bleiben aber dann immer noch zwei oben. Sowohl LS wie SFC wissen, dass es eng wird. LS kann nicht mehr investieren, Servette versucht, mit der praktisch gleichen Mannschaft und einem entsprechend bescheidenen Budget sich zu halten. Es ist aber zu erwarten, dass 2-3 Verstärkungen geholt werden, die Transferfrist läuft noch lange. Was ist falsch daran? Thun hat es ja auch geschafft letzte Saison. Man darf die grossen Töne des Herrn Pishyar einfach nicht ernst nehmen – sie stehen in krassem Gegensatz zu seinen Handlungen, das sollte mittlerweile klargeworden sein. Es ist auch völlig falsch, den Iraner mit den Tschetschenen zu gleichzusetzen. Wer diese Investoren kritisiert, was durchaus verständlich ist, sollte eines bedenken: Weder Xamax noch Servette hatten die Wahl. Ohne Pishyar wäre Servette in der 1. Liga. Es ist nun mal so, dass sich die reichen Genfer seit Jahrzehnten nicht mehr für den Club engagieren. Eine Ausnahme war Olivier Maus, der vom Filou Marc Roger prompt hereingelegt wurde. Herr Sykora schreibt in Unkenntnis der Tatsachen, besonders der letzte Abschnitt zeigt dies deutlich.

    • DAM sagt:

      @FCZ Andy
      Schön geschrieben. Genau darin liegt meiner Meinung nach das Problem bei Xamax. Als FC Luzern-Anhänger war ich am Sonntag vor Ort. Eine Identifikation mit der Stadt / Region findet überhaupt nicht (mehr) statt. Im Stadion wähnte man sich eher in Russland als in der Westschweiz (und das nicht nur wegen des Wetters!). Der Verein könnte genauso an jedem x-beliebigen Ort “zu Hause” sein, zufälligerweise ist es nun halt Neuenburg.

  10. Klaus Hammer sagt:

    Die Kommentare fallen mir zu einseitig aus. Blicken wir auf die Deutschweizer Klubs: St. Gallen, Misswirtschaft. Luzerns Stierli ist auch nicht über alle Zweifel ehaben(hakin,Fringer-theater) in Thun lässt es die halbe Mannschaft mit Minderährigen krachen, Vaduz gehört zu Liechtenstein, GC ist ein ständige Auf und Ab in den letzten Jahren und der Blick ist mit dabei, wenn wieder mal ein Präsident einen fahrn lässt, wie der FCZ die fehlenden Championsleaguemillionen verkraftet, man wird sehen. der FCB hat Publikum, Mäzenin und Novartis, war aber nicht immer so. YB oh mein Gott YB entdeckt gerade die neoliberale Art des Fussballmanagments. Haben einige Pannenjahre hinter sich. ( stadieneröffnungetc).

    Entschuldigt die Schreibfehler.

    • DAM sagt:

      @Klaus Hammer
      “…in Thun lässt es die halbe Mannschaft mit Minderährigen krachen, Vaduz gehört zu Liechtenstein…”
      Gelungener Vergleich, wie ich finde…

      Ausserdem haben die von Ihnen genannten Argumente so gut wie überhaupt nichts mit dem Thema des Blogs zu tun.

  11. Allez Lausanne sagt:

    Lausanne-Sports hat es immerhin als einzige NLA-Mannschaft geschafft, innerhalb von 2 Monaten sein Budget zu verdoppeln 🙂 Mal schauen was sich mit 6 Millionen machen lässt, die Transfer-Politik war klug, mit Page, Coltorti, Kamber, Lang (alles Deutschweizer!) und die brasilianische “Tormaschine” Junior Negrao hat sich LS klar verstärkt. Nach 3361 Tagen in der Dämmerung der Unterligen kann man natürlich nicht mehr als Ligaerhalt erwarten. Die Vereinsführung ist vorsichtig und es ist gut so. Sie baut den Club langsam auf, dass mit der Waadtld. Kantonalbank und Migros-Vaud zwei lokalen Hauptsponsoren LS unterstützen, ist ein gutes Zeichen, mit dem Erfolg werden auch andere kommen. Nach fast 10 Jahren ohne Fussball in der Elite hat sich das Publikum abgewendet, es wird Zeit brauchen bis die Lausanner wieder scharenweise den Weg zur Pontaise nehmen, es kamen immerhin über 10’000 für die Europa-League-Spiele. Mit dem Aufstieg sind wir noch nicht am Ende des Tunnels, aber wir sehen langsam das Licht und wenn wir es schaffen, in der ersten Spielen zu punkten, denn ist vieles möglich. Und nicht vergessen, ab 2015 gibt es ein neues Stadium, also noch vor Zürich 🙂 Deshalb Herr Sykora, schreib uns noch nicht ab! Allez Lausanne!

    • Urs Schläfli sagt:

      BRAVO!! Als langjähriger FCZ-Fan (auch in der Nati B) freue ich mich auf ein Wiedersehen mit LS. Herz und Vernunft sollten den einzigen ernstzunehmenden Romandie-Club mehrere Jahre in der Super League begleiten. Ich wünsche viel Glück und Toitoi

      • Mäsi sagt:

        Egal, wo man in der Deutschschweiz hinhoert – fast ausnahmslos jeder hat von den welschen Vereinen (mit Abstand) am meisten Sympathien fuer Lausanne. Hoffe auch meinerseits, dass sie den Ligaerhalt schaffen und Schritt fuer Schritt das Interesse am Fussball in der Region steigern und eine kontinuierlich konkurrenzfaehigere Mannschaft stellen koennen.

  12. Mauineptun sagt:

    Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass sich die Fussball- und Hockey-Liga in der Schweiz, sich die US-Amerikanischen Profi Ligas als Vorbild nehmen.

    Es zählt nicht mehr nur der sportliche Erfolg über den Verbleib in der höchsten Liga sondern ob dieser Verein die Mittel mitbringt um eine attraktive starke Liga zu garantieren. Vorrausetzungern werden ein modernes und ökologisch vernünftiges Stadion sein, eine starke finanzielle Struktur garantieren und einen Standort bieten der marketingtechnisch interresant ist.

    Eigentlich wollte ich damit nur verdeutlichen, dass der FC St.Gallen wieder in die Super League gehört.

    FCSG no ka oi!

    • DAM sagt:

      @Mauineptun
      Sie schreiben: “eine starke finanzielle Struktur garantieren” und einige Zeilen später “Eigentlich wollte ich damit nur verdeutlichen, dass der FC St.Gallen wieder in die Super League gehört.”

      Wenn als Voraussetzung eine starke finanzielle Struktur gefordert wäre, wäre der FCSG schon längstens weg vom Fenster.

      • Mäsi sagt:

        Sehne mir schon laengst ein Modell aehnlich der Major Leagues her. Im Eishockey war das ja glaubs mal ein Diskussionspunkt – im Fussball wohl kaum umsetzbar.

        Auch ‘Features’ wie Salary Caps, Drafts (statt Millionenvertraege fuer Klein-Messis) wuerden einige Probleme loesen. Der Haken daran ist halt, dass alle Ligen mitziehen muessten, um ein solches System marktfaehig zu machen.

  13. kurt abächerli sagt:

    finde es etwas früh nach (teilw. nicht mal einer partie) bilanz zu ziehen. so wäre ja der fcz der erste absteiger 😉 erinnert mich an letztes jahr als herr renggli zu anfang der zweiten hälfte schrieb, wieso man luzern den titel nicht mehr nehmen könne. so viel zu den prognosen. zudem wird hier etwas gar schwarz gemalt wegen unseren freunden aus der romandie. schaut mal die englischen zeitungen und kommentare an, als abramowitch chelsea übernahm, tönte genau gleich. ist nicht gut, aber heute kümmert es keine schwein mehr. selbst in zürich kann man öfters ein chelsea-shirt sehen…

    • FCZ-Andy sagt:

      Klar, es gibt ja auch immer welche die ihre Grossmutter oder Seele verkaufen würden, so lange es Geld dafür gibt. Dazu würde ich nie gehören. “Mein” Club in den Händen eines fremden Geldbeutels, der wohl selbst keine Beziehung zur Region, zum Land und selbst zum Club hätte und es wäre vorbei, auch nur einmal noch das Stadion zu betreten. Wir werden ja sehen wohin das führt, wenn einfach einer aus der Fremde so kommt, einen Club übernimmt und ihm seine Kultur aufzwingt. Mir tun die echten Xamaxs Fans wirklich leid, aber in drei bis vier Jahren wird dann in Neuenburg kyrillisch gesprochen und nix mehr mit Französisch! Gute Nacht!

      • Auguste sagt:

        hmm…, also wie das aussehen könnte, wenn dann in neuenburg kyrillisch “gesprochen” werden würde, das haben die zwei von “ohne rolf” perfekt drauf, allerdings noch nicht auf kyrillisch:

        youtube: ohne rolf

        • Auguste sagt:

          hmm…, die geschichte, dass fcl-präsident, walter stierli, im letzten winter nach einer vorstellung der beiden luzerner kabarettisten, wolfisberg und anderhub, die ohne rolf auftreten, eine eingebung gehabt hatte, gehört für mich allerdings ins reich der fabel.

  14. Franz Brunner sagt:

    man sollte sich nur mal ganz grundsätzlich überlegen, wieso ein iraner oder tschetschene in ch fussball-klubs investiert—globalisierung? ja, geldwäsche ist sicher globales “phänomen—nehme mal an wenn die engländer den abramowitch einbürgern, werden die neuenburger mit dem xamax-präsi dasselbe machen

    • Auguste sagt:

      hmm…, franz brunner, mit einem zwölftausend plätze stadion und einem club-brand, dessen wert grosszügig bewertet etwa bei hundert stutz liegt, geht wahrscheinlich keine investitionsrechnung auf. aber mit einem profitablen “wasch-salon” könnte die rechnung ganz anders aussehen.

      ich bin erstaunt, dass von behördenseite noch niemand ein auge auf diese völlig undurchsichtigen und verdächtigen umtriebe in neuenburg geworfen hat. oligarchen neigen vordergründig zwar dazu, geld zu verbrennen – siehe abramowitsch mit dem fc chelsea oder veckselberg mit oc oerlikon – aber auch in jenen kreisen muss es doch so etwas wie eine “learning-curve” geben. vielleicht überschätze ich sie auch, und sie sind doch bloss einfaches plündererpack von staatsvermögen.

  15. C. Algor sagt:

    Nein, hier in der Romandie werden die Warnsignale nicht übersehen und die zweifelhaften Mäzäne aus mehr oder weniger exotischen Länder werden nicht aus Sehnsucht nach vergangenen, glorreichen Zeiten her geholt (dass die zweit- und die fünftgrösste Stadt des Landes Mannschaften in der höchsten Liga gerne hätten, scheint mir berechtigt). Es ist eher so, dass die Klubs keine interessierten lokalen Abnehmer finden. In Genf und Neuenburg haben sie lange gesucht aber niemand gefunden. Die Genfer Privatbänkler und Luxusuhrhersteller scheinen nicht im Sport interessiert zu sein. Wer will schon mit Fussball Millionen verlieren, ausser Constantin?

    • Henry sagt:

      Endlich jemand, der es gecheckt hat. Wären Schweizer Investoren oder Supporter, wie immer man die Geldgeber nennen mag, auch in der Romandie zu finden, hätten weder Tschetschenen noch Inder heute die Clubs übernehmen können. Die Baslern möchte ich daran erinnern, dass der FCB vor noch nicht langer Zeit froh war um das Geld von Frau Oeri, und ob der FCZ, falls er die nächsten 2 Saisons ohne europäische Einnahmen bleibt, nicht im Ausland oder wieder bei Herrn Hotz anklopfen muss, bleibe dahingestellt.

      • DAM sagt:

        @Henry
        Es ist halt einfach so, dass Servette und Xamax für kurzfristige Erfolge ihr langfristiges Überleben aufs Spiel setzten. Denn was passiert wenn der Iraner und / oder der Tschetschene plötzlich das Interesse verlieren? – Servette sollte es eigentlich nach dem letzten Zwangsabstieg besser wissen….

        Da ist mir Lausanne sympathischer. Die steigen evtl. aufgrund ihrer zurückhaltenden Vereinspolitik direkt wieder ab, haben aber dafür die Garantie, dass der Club auch in 5, 10 oder 20 Jahren noch existiert.

        • Franz sagt:

          @DAM
          Wenn es so einfach wäre. Wer ist Servette bzw. wer setzt das langfristige Überleben aufs Spiel? Profivereine sind Aktiengesellschaften. Der Mehrheits- oder Alleinaktionär (bei Servette hiess er Francisco Viñas, Jahresbudget rund 2 Mio.) will und kann nicht weitermachen, er sucht Nachfolger, findet aber keine lokalen Investoren. Also MUSS er den Club an den Iraner verkaufen. Die Alternative wäre die 1. Liga gewesen. Oder soll der Club verstaatlicht werden? Sie und andere Kommentatoren hier scheinen wenig Ahnung vom Fussballgeschäft zu haben.

          • DAM sagt:

            @Franz
            WIe heisst es so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das “Modell” Servette und Xamax ist eine tickende Zeitbombe.
            Wie Sie richtig schreiben gibt es 2 Varianten: 1. Den Club an reiche Ausländer verkaufen oder 2. Mit kleinerem Budget etwas eigenes in einer unteren Liga aufbauen. Ich würde die zweite Variante wählen, da die erste Variante, wie gesagt, spätestens in ein paar Jahren sowieso auch in den unteren Ligen enden wird.

    • Hans vom Hübel sagt:

      Zu aller erst fehlt es an lokaler Verankerung. In einer Stadt, in der sich die Leute über ihre Internationalität definieren, braucht es aber nicht zu verwundern, dass diese nicht (mehr) vorhanden ist. Kein Millionär wird sein Geld in einem seelenlosen Verein “verlochen”!

      • Auguste sagt:

        hmm…, ist das vielleicht der grund, warum herr tschagajew xamax jetzt mit allem, was goldgerandeter oligarchen-pomp so zu bieten hat, eine tschetschenische seele “einhauchen” will?

  16. josé bütler sagt:

    was in neuenburg abläuft ist echt zum k****. xamax hat seine seele verkauft, das ist schon schlimm genug. noch schlimmer ist, wem es seine seele verkauft hat, einem tschetschenen der den diktator kadyrow seinen bruder nennt. die ganzen wirren um transfers, umbenennung, wappen, etc. sind nur das vorspiel. ich kann bernasconi und die verantwortlichen von xamax nicht verstehen, dass sie dieser übernahme zugestimmt haben. wieso ist es nicht möglich, mit diesem schönen stadion im rücken, kleinere brötchen zu backen, vernünftig zu wirtschaften und auf die karte eigene junioren zu setzen, dafür aber die identität zu behalten. der club müsste breit abgestützt von unternehmen aus der region gesponsert werden (uhrenindustrie). in luzern ist dies auch möglich, klar w. stierli und seine equipe haben sich den arsch aufgerissen, aber was jetzt erreicht wurde, ist ein meilenstein. in basel hat es auch lange gedauert bis g. oeri und novartis eingestiegen sind. das gleiche gilt für servette, einer aus dem lande ahmadinedschads, namens pishyar, steht dem traditionsverein der grenats vor. 17 titel hat servette geholt, hat ebenfalls ein topmodernes stadion im rücken. genf rühmt sich eine weltstadt zu sein, die uno, sowie andere internationale organisationen sind hier angesiedelt, es ist der zweitgrösste finanzplatz der schweiz, aber der sfc gehört einem iraner …

    • Franz sagt:

      Alles Blabla. Zum x-ten Mal: Weder in Neuenburg noch in Genf wollten lokale oder regionale Firmen investieren. Der Fussball allgemein und diese Clubs im Besonderen haben nicht das beste Image. Wer glaubt, dass eine Bank oder eine Premium-Marke in einen Club, der einen Konkurs hinter sich hat, Millionen pumpt, dem ist nicht zu helfen. Bernasconi hat auch viel Mist gebaut, überdies ist Neuenburg eine Kleinstadt, da ist es sowieso schwierig, Jahr für Jahr 10 Mio. aufzutreiben.

      • DAM sagt:

        “Weder in Neuenburg noch in Genf wollten lokale oder regionale Firmen investieren.”
        Und die letzten die in Neuenburg noch dazu bereit waren hat der Tschetschene nun auch noch vertrieben…

  17. DK sagt:

    Nachtrag nach der 2. Runde: muss es jetzt heissen “Saisonstart beim FC Zürich: Auf in den Abgrund!” ?

  18. E. Schönbächler sagt:

    Bei Xamax denke ich immer an die 80er-Jahre unter den beiden Gilberts zurück. Der väterliche Präsident Faccinetti und der schon damals legendäre Gress. Im Gegensatz zu heute kannte man die Spieler noch. Z. B. Karl Engel, Don Givens, Philippe Perret, Robert Lüthi oder Heinz Hermann. Mit ihrem attraktiven Fussball holten die Neuenburger 1987 und 1988 den Meistertitel. Unvergessen sich auch die Europacup-Spiele gegen den HSV, Real, Bayern und andere europäische Top-Clubs. Doch nun ist ein Vierteljahrhundert vergangen und die aktuellen Ereignisse haben leider mit Fussball nichts mehr zu tun. Es ist jammerschade um den ehemals auch in der Deutschschweiz sehr beliebten Club. Am meisten tut mir in dieser leidigen Angelegenheit Gilbert Faccinetti leid. Sein Lebenswerk wurde innerhalb weniger Wochen zerstört.