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Die beste Liga der Welt?

Mämä Sykora am Samstag den 16. Juli 2011


Viel wird über die Schweizer Liga gespottet. Super League heisst sie, Gurkenliga wird sie gerne genannt. Der Qualitätsunterschied zu bedeutenderen Meisterschaften ist angesichts der riesigen Unterschiede bei den Budgets nicht verwunderlich, dennoch können Schweizer Teams hin und wieder im Europacup turmhohe Favoriten in Verlegenheit bringen. So «gurkig» kann die Liga also doch nicht sein.

Was braucht eine Liga, um super zu sein? Spannung, Abwechslung, Tore und Herausforderungen. Kaum eine Liga bietet in diesen Belangen mehr als unsere allzu oft belächelte Super League. Die letzten 6 Meisterschaften wurden 5 Mal erst am letzten Spieltag entschieden. In der letzten Spielzeit waren sogar sämtliche Begegnungen der letzten Runde von Bedeutung. Wo hat es denn sowas schon gegeben? In den letzten 25 Jahren durften sich zudem 10 verschiedene Vereine zum Meister küren lassen. Abwechslungsreicher ist keine andere europäische Liga, in den meisten stehen die ewig gleichen zwei, drei Vereine mit einem grotesken Punktevorsprung zum Schluss an der Tabellenspitze. Zudem fielen auch in der vergangenen Saison pro Spiel fast 3 Tore im Schnitt und damit deutlich mehr als in den allermeisten anderen Ländern, obwohl Kantersiege nicht häufig vorkamen.

Eine Liga wie die unsere, in der die Mannschaften derart nahe beieinander liegen, verlangt von den Verantwortlichen unglaublich viel ab. Praktisch alle Vereine der Super League operieren mit stark beschränkten finanziellen Mitteln. Leistungsträger müssen bei Angeboten aus dem Ausland sofort weggeben werden, sie zu ersetzen ist eine extrem schwierige Aufgabe. Einerseits sind einheimische Talente spärlich gesät, andererseits kommen von den ausländischen Profis nur sehr junge oder dann höchstens drittklassige Ausländer in Frage, alle andern bevorzugen aus finanziellen Gründen einen Wechsel in eine Top-Nation, und sei es dort nur die 2. Division. Gleichzeitig kann ein Fehltransfer anders als in grösseren Liga, wo die Budgets der Vereine mehrere solche erlauben, bereits ein Schritt in Richtung Abgrund sein.

Aus dieser Not heraus hat sich die Super League zur optimalen Ausbildungsliga für junge Fussballer entwickelt. Dies wiederum bietet auch Trainern, die ebenfalls am Anfang ihrer Karriere stehen, fantastische Möglichkeiten. Ihnen wird ermöglicht, mit diesen «unfertigen» Spielern ihr eigenes System zu entwickeln und so auf sich aufmerksam zu machen. Lucien Favre, Urs Fischer, Murat Yakin und Ciriaco Sforza ist dies bereits gelungen, ihnen werden mit Sicherheit noch viele weitere folgen.

Fehler verzeiht diese Liga nicht, fair ist sie allemal. Wer über seine Verhältnisse lebt, dem droht – anders als in Spanien beispielsweise – die Zwangsrelegation, wie die Fälle von Servette, Lausanne, Lugano und Sion in der Vergangenheit bewiesen. Und weil die Meisterschaft so ausgeglichen ist, kostet ein Ausrutscher auf der Zielgeraden auch mal den Titel, während sich ein Verein mit hanebüchenen Personalentscheidungen und Schnellschuss-Transfers direkt in den Abstiegsstrudel steuert. Letzteres hat dieses Jahr der FC St. Gallen anschaulich demonstriert, der es nicht geschafft hat, trotz neuem Stadion, stets gut gefüllten Rängen und einem potenten Geldgeber in der Liga zu verbleiben.

Klar, wir sehen hier keine Superstars bei der Arbeit. Im Champions-League-Endspiel wird nie ein Schweizer Verein stehen. Und die Stadien werden nie so voll sein wie in Deutschland. Aber sonst bietet die Super League alles, wirklich alles, was wir uns wünschen können. Vielleicht ist sie sogar die beste Liga der Welt. Schön, dass sie wieder beginnt.

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58 Kommentare zu “Die beste Liga der Welt?”

  1. micha sagt:

    Ihr Artikel trifft viele richtige Punkte. Mit dem reisserischen Titel hat sie nichts zu tun. Dazu noch einige Punkte:
    Es gibt nicht so wenig einheimische Talente, wie Sie suggerieren. Die Schweiz ist ja gemessen an den Erfolgen der Nachwuchsmannschaften sehr erfolgreich. Diejenigen Klubs, welche den Nachwuchs systematisch fördern (FcB, FcZ, GC), haben doch einige in die erste Mannschaft integrieren können. Schade ist, dass Talente aus der Westschweiz im letzten Jahrzehnt so wenig Unterstützung hatten. Der Fc Sion unter CC ist völlig herabgekommen, statt junge Walliser wie früher nur noch eine Söldnertruppe. Mit Xamax wird jetzt das gleiche passieren. Mit der Talentförderung und mit gutem Scouting international kann man Erfolg haben. YB hat in den letzten 5 Jahren hervorragende junge Spieler geholt und einzelne erfolgreich verkaufen können.

    Stadionkomfort, Stammpublikum und Modus sind ebenfalls Pluspunkte der Super League. Das Modell mit der Ausbildungsliga ist jetzt bei vielen Klubs erkannt, und die entsprechenden Schritte eingeleitet. Mehr ist nicht zu erreichen. .

  2. n.v. sagt:

    Die Super League ist eine der besten Ligen, wo die technisch, taktisch bestens ausgebildeten Jungtalente spielen, dies gemischt mit Routiniers. Dies die Früchte der gezielten Talentförderung in der Schweiz in den letzten 15 Jahren. Zusätzlich stimmt nun bei fast allen Clubs auch die Infrastruktur, mit den modernen Stadien. Aufgrund der beschränkt möglichen Werbeeinnahmen sowie finanziellen Mitteln (im Verglieich zum Ausland, mit mehr Einwohnern und grösserem Werbemarkt) war dies die einzige Möglichkeit sich fussballerisch international zu etablieren, vom SFV richtig erkannt und umgesetzt. Ein nächster Schritt wäre eine noch grössere finanzielle Unterstützung von Staat und Privatwirtschaft für die Clubs, dies sollte in einem der reichsten Ländern der Schweiz möglich sein. Dann ist der Schritt in die Top Ten Europas nicht mehr weit, an die wir in den letzten 15 Jahren immer näher rangerückt sind. Die Schweizer Liga ist hochinteressant und nur für Laien eine Gurkenliga.

    • sepp z. sagt:

      bin mit fast allem einverstanden.
      aber unterstützung vom staat? aber bitte. bis heute können wir nicht mal spiele der liga auf SF1 sehen, und eben wurden sie wieder an einen privaten anbieter verkauft. wenn schon die privatwirtschaft geld mit fussball verdienen will, dann sollen die auch bezahlen. aber bestimmt nicht die öffentliche hand aka steuerzahler.

      • n.v. sagt:

        @Lieber sepp z.: Hat Sport, Fussball (Sport) nicht einen sozialen Aspekt? Es ist DIE Lebensschule. Was der Staat in den Fussball investiert, erspart er sich für höhere Ausgaben an Sozialfällen, falls sich der Staat nicht engagiert; d.h. eine lohnende Investition. Fussball holt die Jungs von der Strasse. Fussball ist Weltweit die Nr. 1 Sportart und Sport verbindet Völker. Fussball als Lebensschule (Teamgeist, Teamplayer, Fairplay, unterordnen, Respekt, Niederlagen verkraften, Siege Feiern, Reisen in fremde Länder in jungen Jahren, Weitsicht fördern, kämpfen, nie aufgeben, Freundschaften). In jungen Jahren erleben Fussballer (Teamsportler) während 10 Jahren so viel, wie andere das ganze Leben nicht, zudem sind diese Erlebnisse positiv auf das 2. Leben nach dem Fussball, in die Arbeit zu aller Nutzen übertragbar.

        • Franz Melliger sagt:

          Naja, haben sie in der letzten Zeit mal einen Match in der 3. Liga gesehen? Da wird vor, während und nach dem Spiel geflucht und gepöbelt. Schiedsrichterbeleidigungen und Handgreiflichkeiten sind auch keine Seltenheit. Zudem werden junge Männer aus dem Fussballclub öfters gewalttätig als solche, welche keinem Sportclub angehören (Studie von Martin Killias).
          Fussball ist ein toller Sport, den ich gern ausübe und betreibe. Aber man sollte hier nichts verherrlichen. Von der Strasse geholt werden vielleicht Talente in Brasilien, aber hierzulande existiert dieser Aspekt eher nicht. Zu vernünftigen und sozialen Menschen sollten Familie, Schule und Arbeit den Menschen machen. Dafür brauchen wir den Fussball nicht. Auch wenn Sepp Blatter ja immer noch das Gefühl hat, Fussball würde die Welt verbessern…

          • n.v. sagt:

            Ist zwar nicht Vorbildlich, aber auch nicht die Regel, jedoch irgendwo muss der Frust raus. Lieber auf dem Spielfeld entladen als im Ausgang. Nach dem Spiel ist alles vorbei und man pflegt die Kameradschaft, oder meinst Du das ganze Team geht dann noch auf Einbruchstour?

          • Mäsi sagt:

            “Nach dem Spiel ist alles vorbei…” wuerde ich so mal nicht unterschreiben. Gibt ja immer wieder Vorfaelle, wo der Schiri fluchtartig das Gelaende verlassen muss. Nicht zuletzt auch wegen den Fans, die alkoholisiert ihre Buddies anfeuern und aufgebracht sind wegen ‘Fehlentscheiden’.
            Aber wie du sagst, n.v., dies ist wohl eine Minderheit – genaue Zahlen kenne ich nicht, aber ich weiss auch von guten Beispielen in der 3. Liga.

  3. Marco Affolter sagt:

    Ist der Schreiber dieses Artikels Teil einer Super-League-Lobby?;-). Nein, es ist viel, viel einfacher. In dem Moment wo jemand Vorzüge anhand von Argumenten hervorheben kann das Produkt bzw. die Dienstleistung, der Event oder wie hier die Liga eben emotional nicht von sich aus überzeugen. Ich schaue Fussball emotional und nicht rational (Toredurchschnitt, Talentschmiede, Ausgeglichenheit) interessieren nur am Rande. Und die Dinge welche künftig mehr Leute anziehen würden werden schlicht ausser Acht gelassen. Nein, es wird auch weiterhin keine gedeckten Stadien geben. Nein, man wird sich auch weiterhin gegen mehr Kommerz wehren. Nein, man wird auch weiterhin an der dämlichen Sommerpause festhalten und mit orangem Ball vor 1500 Zuschauern im Schneegestöber sich zum Affen machen. Nein, man will weiterhin den FCZ und GC als separate Clubs mit 40 gleichwertig durchschnittlichen Spielern und je 3 guten Spielern statt 1 gutes Team mit total 6 guten Spielern. Nein, man möchte weiterhin auch Hinterpfupfingen in der Super League statt nur 8 Clubs. Super League ist unterhaltsam (am TV) solange ich nicht bezahlen muss dafür. So wie ein Hot Dog in Ikea der nur 1 Franken kostet. Der ist zwar nicht super aber für 1 Franken ok 😉 !!! Jetzt wo die Super League im Pay TV ist wird sich der Gelegenheitsgucker auch noch von dieser verabschieden…

    • stiller beobachter sagt:

      Sie erwähnen Emotionen………was wenn nicht ein Stadtderby beinhaltet mehr emotionen……guckst Du Inter-Milan, Hamburg – Pauli, Arsenal – Chelski etc. also bitte lassen Sie uns unser Derby denn wenn beide stark sind geht es dem Schweizer Fussball auch besser, gute Saison

    • FCZ-Dani sagt:

      Ach komm Marco sei doch nicht so negativ. Gedecktes Stadion. Brauchen wir momentan wirklich nicht. Wie oft spielen Schalke und Frankfurt mit geschlossenem Dach? Es ist interessant, spannend, man sieht gute Spiele. Nimm mal bei einem durchschnittlichen Bundesligaspiel die Zuschauer weg. Dann ist auch nicht mehr alles Gold was glänzt. Das in anderen grösseren Ländern mehr bessere Spieler herausgebracht werden ist nicht verwunderlich.

      Bezüglich Fusion GC FCZ. 1+1 ergibt nicht immer 2. Man kann nicht doppelt so viel Geld aus dem Hauptsponsor lösen. Es werden nicht doppelt so viele Zuschauer kommen und wenn dann auch noch Wohlen anstelle von dem zweiten Stadtzürcherverein in der SL spielt, haben wir wirklich Fortschritt gemacht. Gut man könnte dann auf 8 Teams reduzieren. Dann spielen wir fünfmal gegen den gleichen Gegner. Ob dies für den Schweizer Fussball mehr bringt weiss ich nicht. Gut für den Zürcher Club könnte es einen Fortschritt bringen, aber nicht für den gesamten Schweizer Fussball.

  4. Marco sagt:

    Naja…
    Die schweizer Liga hat:
    – leere Stadien
    – viele Mannschaften, die nur als Füllmaterial dienen (Clubs wie Bellinzona)
    – Eintrittspreise, die fern ab von jeglichen Verhältnissen sind

    Auch der Punkt mit der Spannung. Ja mag sein, aber das ist eine Spannung, die rein tabellarischer Natur ist. Die Spiele selber sind oft träge und langweilig. Ausserdem ist das eine Statistik, deren Zeitrahmen so gewählt wurde, dass sie in die Argumentation passt.
    Man könnte es auch so formulieren:
    “in den letzten 8 Jahren wurden gab es stets die selben beiden Meister”. Zum Vergleich, in der Bundesliga gab es in dieser Zeit 5 verschiedene Meister (Bayern, BVB, Wolfsburg, Bremen und Suttgart).
    Auch, wird man in der Super League nie wie in der Bundesliga erleben, dass ein Aufsteiger mal eben fast eine ganze Saison oben mitmischt und auch Vereine schlägt.

    Ich bin mir zwar bewusst, dass diese Vergleiche nicht ganz fair sind. Die Schweiz ist kleiner, hat kleinere Städte, die Vereine kleinere Budgets und auch nicht verschweigen darf man, dass der Schweizer nicht ganz so begeisterungsfähig ist, wie manch anderer Europäer. Dennoch, muss ich, der jedes Wochenende die 1. Bundesliga schaut und auch immer mal wieder versucht ein Spiel vor Ort zu erleben, dass ich mit der heimischen Liga überhaupt nichts anfangen kann.

    Die Super League hinkt in jeder Beziehung meilenweit hinterher. Auch diese Utopie von der super Jugend. Davon wird schon ewig geredet, aber wo sind die super jugendlichen den im A-Team? Ausserdem ist das doch eine Truppe, die kaum noch einen Bezug zur Schweiz hat. Bin keiner diese Mode-Rechtspopulisten, aber finde es dennoch schade, dass es gerade im Nachwuchs kaum noch schweizer Namen im Team hat. Kaum einer spielt da noch wirklich für die Schweiz, weil er sich als Schweizer fühlt.

    Auch hier Vergleiche ich mal mit unserem nördlichen Nachbarn. Schaut mal wie die Jugend letztes Jahr die Bundesliga aufmischte (Dortmund, aber auch Bayern, Bayer usw) und auch dort hats ab und an mal einen Secondo, aber vlt 10 % und 90 % von diesen wiederum haben ausschliesslich den deutschen Pass, weil sie kaum mehr einen Bezug zum Land ihrer Eltern und Grosseltern haben (Boateng z.B).

    Etwas letztes was hier gar nicht angesprochen wird und wo ich mich wenn nötig auch gerne verbessern lasse: Die Schulden.
    Ist es nicht so, dass so mancher Verein bei uns tief in der Kreide steht?
    Auch hier sollte die Bundesliga ein Vorbild sein. Die Finanzregeln sind die strengsten überhaupt. So mancher südländischer und englischer Schuldenverein wird auf die Welt kommen, wenn das FIFA Financial Fairplay dann mal kommen wird. Die Bundesliga erfüllt fast sämtlich Vorgaben schon ewig durch das ligainterne Lizenzierungsverfahren.

    Mein Fazit: So leid es mir tut, aber ich kann der Super League beim besten Willen nicht viel Gutes abgewinnen. Man fängt halt automatisch Vergleiche an, die teilweise etwas hinken, aber man kann sich ja nicht zwingen nur mit dem Vorsatz “für ihre Verhältnisse machen die es ganz gut”.

    • Hans sagt:

      Sehr gut analysiert. Daumen hoch !!!!!

    • Aeti sagt:

      Sehr guter Kommentar! Ich schaue neben der 1. Bundesliga noch Premier League und auch dort sind die Spiele von anderer Qualität als in der ASL.

    • Marco sagt:

      Ah inzwischen wurde es sogar freigeschaltet 😉
      Sorry für die vielen Schreibfehler, wurde im Halbwachzustand geschrieben.

      noch etwas zu einem Kommentarschreiber hier:
      Zitat “die Bundesliga war letztes Jahr ein Trauerspiel”
      Mit Verlaub, ich spreche Ihnen entweder die fussballerische Kompetenz ab oder Sie reden über etwas, ohne es überhaupt verfolgt zu haben.

      Die letzte Bundesligasaison bot eine Spannung, die ihrergleichen sucht. Logisch, der Meisterkampf war letztlich dann 3 Spieltage vor Schluss entschieden. Aber das ist ja auch wieder einer der Unterschiede zwischen SL und BL, die Kämpfe und die anderen Positionen sind genauso spannend.
      Die CL-Quali Entscheidung zwischen Bayer und Bayern. Der Abstiegskampf etc. Alles entschied sich erst kurz vor schluss und vorallem nicht mit den Mannschaften, die man erwartete.

  5. Franz sagt:

    Über den Titel braucht man keine Worte zu verlieren, das weiss auch Herr Sykora. Einiges im Artikel trifft zu, anderes nicht. Es gibt auch Aspekte, die nicht erwähnt werden. Insgesamt wird die Vergangenheit verklärt und die neue Saison mit viel Vorschuss-Euphorie bedacht. Ausgeglichenheit? Fehlanzeige, in den letzten zwei Saisons betrugen die Rückstände des Dritten auf das Spitzenduo 15 bzw. 12 Punkte. Geht man noch eine Saison zurück, klafft zwischen dem Dritten und dem Vierten ein Abgrund von 22 Punkten. Wie in anderen Ländern dominieren auch in der SL seit Jahren dieselben Mannschaften (FCB, YB, FCZ). Das dürfte sich auch in dieser Saison nicht ändern. Einigermassen zufriedenstellende Zuschauerzahlen können nur Basel und Bern ausweisen. Kläglich sind bzw. waren sie bei Xamax und Bellinzona. Der FCZ hat eingebüsst. Die Aufgabe als Ausbildungsklubs wird lediglich von FCB, FCZ und GC wahrgenommen. YB ist diesbezüglich gerade ein Negativbeispiel (Ausnahme Affolter). Es ist möglich, dass die Aufsteiger LS und SFC den dringend nötigen frischen Wind bringen, sicher ist es keineswegs. Beide können bzw. wollen wenig investieren, ein Fiasko ist durchaus möglich. Wer garantiert, dass Luzern nicht dasselbe erlebt wie St. Gallen? Xamax und Sion werden für viel Unruhe sorgen, der Anfang ist schon mal gemacht. Trägt das zur Attraktivität der Liga bei? Abwarten …

  6. Gerd sagt:

    klar ist es ne Gurkenliga ,es geht doch am Ende um die Qualität u wenn eine “SUPERLEAGE” eine Ausbildungsliga ist ;einfach nur peinlich ….

  7. hans ulrich schwyzer sagt:

    super blogger, dieser herr sykora. ein gewinn für den tagi und uns leser. was der super league angeht, finde ich, sollte sie einfach wieder nationalliga A heissen. jede zweite liga in europa heisst doch super league, und insbesondere im vergleich mit der griechischen oder der süper league ist der name kein vorteil sondern erinnert an matchfixing. noch dööfer find ich nur noch “challenge” league. nach der gestrigen auslosung von europacupplätzen können wir aber immerhin schliessen dass die CH-liga zwar nicht unbedingt zu den besten europas gehört, aber wenn man sich freut dass der fcz gegen einen belgischen rekordmeister und yb gegen einen anderen belgischen (jupiler-league; klingt doch viel besser – warum nicht feldschlösschen-liga?) klub spielen darf, braucht man sich nicht verstecken. in einer liga der europäischen ligen läge die CH sicher im oberen tableau. und ein vorteil gegenüber anderen ligen is dass unsere indertat zu den spannendsten in europa gehört. aber damit es so bleibt, darf basel dieses jahr nicht meister werden.

  8. Rolf Bachmann sagt:

    Eine Liga muss nicht unbedingt gut sein, sie muss spannend sein. Es braucht 4-5 ausgeglichene Teams die das Zeug haben die Meisterschaft zu entscheiden, dann ist es spannend und wird von vielen Zuschauern verfolgt. Die Spanische Liga wird immer hochgejubelt.. aber ist ja zum heulen langweilig, weil nach 10 Runden Real und Barca “uneinholbar” vorne liegen… Englische Meisteschaft, und DT Bundesliga sind diesbezüglich sehr gut.

  9. Mike Müller sagt:

    Beste Liga der Welt? Na ja… Sicherlich werden andere Ligen überbewertet. Aber nur weil YB in einem Testspiel West Ham United schlägt oder gegen Hertha gewinnt, das mit der Vorbereitung erst begonnen hat, kann man daraus noch keine Schlüsse ziehen. Als Massstab ¨gelten müssten Spiele, bei denen es um etwas geht, also im Europacup. Und da ziehen Schweizer Club fast immer den Kürzeren. Selbst gegen einen Gegner, der schwächer eingestuft wird. Ich habe letzte Saison einige Spiele in der Bundesliga gesehen und einige in Schweizer Stadien. Ohne unsere Clubs schlecht reden zu wollen: Der Unterschied bezüglich Tempo und SPielwitz ist frappant. Daher haben auch viele Schweizer Mühe, sich im Ausland einen Stammplatz zu ergattern.

    • Martin Locher sagt:

      Es geht ja nicht um die Spielstärke. Es ist ziemlich logisch, dass Klubs aus grösseren Ligen sich auch bessere Einzelspieler und somit bessere Mannschaften leisten können. Die Bundesliga war doch ein Trauerspiel dieses Jahr. Schon Monate vor Saisonende war klar, wer Meister werden wird. In Spanien teilen sich Barca und Real meist die Plätze 1 und 2, in England lange meist dieselben 4 Klubs die ersten 4 Plätze, erst jetzt durch Millioneninvestitionen von Einzelpersonen kommen noch 2,3 weitere Teams hinzu. In Schottland seit Jahrzehnten (mit einer Ausnahme) immer die gleichen 2 Teams aauf den ersten 2 Plätzen. Gääähn. In der Schweiz Finalissimas (oder Fernfinalissimas) noch und nöcher. Spannung pur.

      • MIke Mülller sagt:

        Stimmt, in der Super League spielen 10 Mannschaften viermal pro Saison gegeneinander. Wahnsinnig spannend. Die Bundesliga war überhaupt kein Trauerspiel, der Kampf um die Champions-League- und Europacup-Plätze war sehr interessant. Und doch, es geht auch um Spielstärke. Die besten Ligen der Welt definieren sich in jeder Sportart über Spielstärke und nicht darüber, ob sie eine Finalissima haben oder nicht.

  10. Thomas Feusi sagt:

    Ich finde die Super League hat ein gutes Niveau. Die besten drei Mannschaften wie Basel, Zürich, YB spielen technisch einen ansprechenden Fussball, der sogar in der Champions Leage siehe Basel einige gute Resultate hervorbrachte, auch YB hat in der letzten Saison überzeugt und fast eine englische Spitzenmannschaft ausgeschaltet in der Europa League. Die U21 Nationalmannschaft und alle anderen Auswahlen erzielen regelmässig konstant starke Leistungen. Hut ab davor.

    Somit ist es sicherlich keine Gurkenliga. Sonder eher eine Ausbildungsliga mit ansprechendem sportlichen Gehalt. Logischerweise gibt es in jeder Liga schwächere Teams, das ist in jedem Land so.

  11. Bernhard sagt:

    Der Autor dieses Artikels hat entweder von Weltklassefussball keine Ahnung oder er ist ein naiver Traumtänzer, der sich in kindisches Wunschdenken vertieft. Träumen ist erlaubt, Fakt ist aber, dass die Schweizer Super League im internationalen Vergleich ein armer Haufen blinder Hühner ist, die ab und zu auch mal ein Korn finden.

    • Mämä Sykora sagt:

      Wie schon Martin Locher richtig angemerkt hat, ist wohl allen bewusst, dass die Super League nicht zum «Weltklassefussball» zu zählen ist. Das wird auch mit keinem Wort behauptet. Es geht um die Spannung, die Ausgeglichenheit und um das, was die Vereine mit ihren bescheidenen Mitteln machen. Es ist nichts als logisch, dass die Vergleiche mit Vereinen aus grösseren und finanzstärkeren Ligen in neun von zehn Fällen zugunsten der Favoriten ausfallen werden.

      • Mike Mülller sagt:

        Aber dann kann man die Super League doch nicht als die “vielleicht beste Liga der Welt” bezeichnen. Auch wenn Schweizer Vereine im Europacup andere Clubs in Verlegenheit bringen: Mehr als ein Strohfeuer ist das nicht, sonst hätten Schweizer Clubs auf europäischem Niveau schon viel mehr erreicht. Und Spannung besteht doch nicht darin, dass die gleichen Teams viermal gegeneinander pro Saison antreten müssen. Aber gut, wenn man sich damit zufrieden gibt…

  12. Eric Cerf sagt:

    Natürlich ist die “Superleague” eher eine Gurkenliga (MJ). Mit den grossen Ligen in Europa kann die CH ganz gewiss nicht im entferntesten mithalten. Ausser beim FCB und YB kommen so wenig Zuschauer in die Stadien, dass Besucher aus dem Ausland fast einen Lachkrampf kriegen. Trotz der bescheidenen Fussballkünste der meisten Klubs, wachsen immer wieder sehr gute Spieler heran, die jedoch nur im Ausland reifen können. Manchmal drücken die dort nur die Ersatzbank und kommen dann wieder zurück, besser als vor dem Wechsel ins Ausland. Siehe Ben Khalifa. Gemessen an der Einwohnerzahl und lizenzierten CH-Kickern eine mittlere Sensation. Was wiederum lückenlos beweist, dass in den Juniorenabteilungen bei uns sehr gute Arbeit geleistet wird. Es gibt zu denken, dass immer mehr CH-Secondo-Kicker auftauchen, ohne diese ehrgeizigen Jungen könnten wir den hiesigen Fussball beerdigen und besser Hornussen oder Sackgumpen.

    • Pat McAllister sagt:

      Die Schweiz hat aber auch keine 80 Millionen Einwohner wie etwa Deutschland oder Italien (50 Millionen) und das ist absolut gut so!

    • M. Bättiger sagt:

      Also bezüglich Zuschauer täuschen Sie sich gewaltig. Ich glaube, die Fussballbegeisterung in der Schweiz – auch gemessen an den Zuschauern bei den Spielen – ist in Europa fast einmalig, wenn man denn die Grösse des Landes miteinbezieht. Ich glaube, nur in Irland ist die Begeisterung noch grösser.

      • Martin Locher sagt:

        @M. Bättiger wir haben doch vor Kurzem erst hier im Steilpass gelernt, dass die Iren nicht Fussball, sondern Hurling spielen 🙂

      • Hans sagt:

        Fussballbegeisterung in der Schweiz????? Die Stadien leer, Stimmung = 0. Gelsenkirchen ist kleiner als Zürich, und das Stadion ist immer restlos ausverkauft. (66 TSD). Dort kommen alleine schon 6000 wenn der Rasen gemäht wird. Und 10 KM weiter ist Dortmund mit 80 Tsd auch immer ausverkauft! Sowas nenne ich Fussballbegeisterung!

        • Martin Locher sagt:

          Gelsenkirchen liegt im Ruhrgebiet (über 5 Millionen Einwohner). Zürich liegt im Züribiet (Agglo Zürich 1.7 Mio Einwohner). Das Ruhrgebiet (fünftgrösster Ballungsraum Europas) liegt zudem direkt in einem noch grösseren Gebiet an purer Volksmasse. Alleine die Metropolregion Rhein-Ruhr hat über 10 Millionen Einwohner im Vergleich zu den knappp 7.8 Mio in der ganzen Schweiz.Schalke hat also ein massiv höheres Einzugsgebiet als die Zürcher Klubs. Zudem ist die Liga grösser, internationaler und stärker. Die Bundesligaklubs ziehen deshalb auch viele auswärtige (und ausländische) Fans an.

          • Hans sagt:

            Ich sprach von der Stadt Gelsenkirchen. Nicht über ein Gebiet. Im Ruhrgebiet gibt es an sich 5 Große Fussballvereine. Da teilen sich die 10 Mio schon mal auf. Gelsenkirchen hat ca. 260 Tsd Einwohner. Zürich ca. 100 Tsd mehr. Trotzdem gehen bei normalen Spielen unter 10 Tsd ins Stadion. In Gelsenkirchen immer 66 Tsd!

            Man kann sich die Daten also hinbiegen wie man will. Meine Grundaussage war eigentlich nur, dass die Schweiz kein Fussballland ist, bzw. die Fankultur nicht groß ist. Und das hat nichts mit der Einwohnerzahl des Landes zu tun. In Portugal sind die Stadien auch immer voll!

          • Mämä Sykora sagt:

            In Portugal sind die Stadien mitnichten «immer voll», sie sind sogar weitgehend leer. 11 der 16 Erstligisten haben einen Zuschauerschnitt von weniger als 5000 und damit weniger als der FC Thun! Im Schnitt hat die Liga 9900 Zuschauer pro Spiel, das ist trotz Benfica, Sporting und Porto weniger als die Super League.

          • Hans sagt:

            @Mämä
            Ok stimmt. Die Liga Sagres hat aber 16 Mannschaften wobei die SL nur 10 hat.
            Die Top 5 in Portugal haben einen Schnitt von 25Tsd. In der Schweiz sind die Top 5 bei 16 Tsd. Also im Schnitt fast 9 Tsd weniger. Und die Stimmung in den Stadien von Porto oder Lissabon sind mit der SL nicht zu vergleichen.

            Der Erfolg der Mannschaften in Portugal spricht auch für sich. In der Schweiz hört man immer nur: Für unsere Einwohnerzahl sind wir sehr gut im Fussball. Und das ist falsch.

          • Mämä Sykora sagt:

            Das ist eine etwas kuriose Einschränkung, wenn man bedenkt, dass ja alle Mannschaften je einmal gegen die ganz Grossen spielen dürfen zuhause und deshalb einen besseren Zuschauerschnitt haben müssten. In der Bundesliga oder in England haben auch die Mannschaften vom Tabellenkeller einen fantastischen Zuschauerschnitt, in Portugal sind es lediglich die genannten drei grossen Vereine (Benfica, Lissabon, Porto). Und die Stimmung in Portugal ist sehr, sehr lau, wenn es nicht gerade ein Aufeinandertreffen dieser drei Rivalen ist.
            Ob ein Land gut oder mässig im Fussball ist, hat zwar bestimmt auch mit der Einwohnerzahl zu tun, aber natürlich nicht ausschliesslich. In Portugal ist der Fussball mit unglaublichem Abstand Sportart Nummer Eins und braucht sich die Aufmerksamkeit von Medien, die Zuschauer und die Sporttalente nicht mit Eishockey, Ski, Tennis, Unihockey etc. zu teilen.

    • Martin Locher sagt:

      Es geht hier nicht um die Stärke der Spieler, sondern um die Spannung und Unterhaltung. Welche Profifussball-Liga war denn in den letzten 5 Jahren spannender als die Schweizer Liga? Genau. Wohl keine. Sie Liga hätte hunderte von Franken einnhemen können, leider konnte ich im Ausland jedoch die Spiele nicht schauen und es gab hier in Schottland sogar einige Leute die sich die Endphasen der MEisterschaften jeweils gerne angesehen hätten, als ich denen davon erzählt habe.

      • Marco sagt:

        Das die SL sich nicht mit der Bundesliga vergleichen darf ist ja richtig.

        Aber selbst, wenn man sie mit der 2. Bundesliga vergleicht, wird man in Verlegenheit kommen. Man schaue sich nur den ersten Spieltag dieser Saison in Bundesliga 2 an…

        Gründe, die es gibt für diese mässige Gekicke vor leeren Rängen in der SL mag es ja geben und die sind auch nachvollziehbar. Aber dann soll man sich doch nicht immer wieder einreden, man wäre absolut top “im Verhältniss zu XY”. Die Schweizer sind halt genügsamer und sportlich bei weitem nicht so ehrgeizig wie andere Nationen in Europa. Man muss ja nur ein Mal den Anteil an Ur-Schweizern in den Nationalmannschaften betrachten. Sowas sind keine Zufälle und das spiegelt sich halt auch in der heimischen Liga wieder.

  13. Raphi sagt:

    Finde den Artikel gelungen, wenn auch etwas übertrieben. Ist ja wohl auch so gewollt.
    Die Schweiz hat im übrigen einen beachtlichen Zuschauerschnitt, wenn man mal die Grösse der Städte und den kleinen Markt (10 mal kleiner als Deutschland und kein Interesse im Ausland) anschaut. Ausserdem hat man beim Eishockey den zweithöchsten (!) Zuschauerschnitt weltweit!

    Nur ist ein Satz völlig falsch bzw. falsch interpretiert: “In den letzten 25 Jahren durften sich zudem 10 verschiedene Vereine zum Meister küren lassen. Abwechslungsreicher ist keine andere europäische Liga, in den meisten stehen die ewig gleichen zwei, drei Vereine mit einem grotesken Punktevorsprung zum Schluss an der Tabellenspitze.”
    Schaut man die letzten 10 Jahre an, so haben sich genau 3 Mannschaften zum Meister küren lassen können: FCB, FCZ und GC. Ewig spielen oben die momentan 3 grossen mit und sie werden mit groteskem Punktevorsprung auf die weiteren Ränge Meister.

    • Mämä Sykora sagt:

      Da haben Sie zwar Recht, Raphi, in den letzten 10 Jahren sind tatäschlich nur drei Vereine Meister geworden. Dennoch besteht ein riesiger Unterschied zu Ligen wie Spanien, Italien oder England: GC war bis vor wenigen Jahren noch Dauer-Titelanwärter, jetzt müssen sie arg untendurch. Basel spielte vor 17 Jahren noch in der NLB und ist heute das Mass aller Dinge. Der FCZ durchlebte die gleichen Wellen: Dominanz in der 70ern, Tristesse in den 80ern und 90ern. Servette war jahrzehntelang ein Topteam und ist eben erst wieder aufgestiegen. In den genannten anderen Ligen besteht die Spitzengruppe fast ohne Ausnahmen aus den stets gleichen Teams. Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass die Vereine hier eben näher beieinander liegen und Missmanagement, Fehleinkäufe oder andere Faktoren ein Spitzenteam schnell zu einem Abstiegskandidaten werden lassen können. FCB, YB und der FCZ mögen momentan die dominanten Vereine sein, das Blatt kann aber hierzulande sehr schnell wenden, wie die Vergangenheit zeigte.

  14. giuri sagt:

    Einigen Punkten (gute Ausbildungsliga, kein finanzieller Wahnsinn à la UK/Spanien) kann ich durchaus zustimmen, bei anderen bin ich mir nicht so sicher…gerade was die beschriebenen immergleichen Mannschaften mit ihrem “grotesken” Punktevorsprung in anderen Ligen betrifft. Das trifft in dieser Form nur auf Spanien zu…und bei uns ist es ein Bisschen à la Premier League, FCB und FCZ als Chelsea und United, und YB als dauernder Ehrengast, der in Schönheit stirbt (Arsenal). Es ist ja auch nicht so, dass wir seit 2004 einen überraschenden Meister am anderen gehabt hätten. Die Zuschauerzahlen sind auch nicht das Wahre. Also nichts gegen die Super League, aber der Titel des Artikels ist dann doch vielleicht eine Nummer zu gross. (Nebenbei, beeindruckend finde ich Portugal, auch nur 10 Mio. Einwohner und Clubs wie Benfica und Porto).

    • Martin Locher sagt:

      Schottland.. seit Menschengedenken immer Rangers oder Celtic Meister. Auch in den letzten zig Dutzend Jahren ausserein Mal vor ca. 5 Jahren (da wurde Hearts 2.) immer diese 2 Teams auf Platz 1 und 2… mit teils groteskem Vorsprung auf den Dritten. Ich denke Mämä hat unter Anderen diese Liga gemeint.

  15. Marmot sagt:

    Bin grosso modo einverstanden mit dem Artikel – der einzige Wermutstropfen ist der bescheuerte Name der Liga, der ebenso peinlich ist wie der (mittlerweile wieder umbenamste) Unique Zurich Airport. Wie viele andere hoffe ich, dass die Liga eines Tages wieder “Nationalliga A” heissen wird – was schlicht und einfach besser passt zur Schweiz.

    • Alfredo Garcia sagt:

      Dieser Meinung schliesse ich mich vollumfänglich an! Dem Zeitgeist folgend könnte unsere Gurkenliga eines Tages Unique National League heissen….

  16. Franz sagt:

    Monsieur Isoz, der Chef der SL, klopft sich sehr gerne auf die eigene Schulter. Tatsächlich ist er inkompetent. Ihn interessiert nur die Vermarktung, deshalb geilt er sich so auf an den Zuschauerzahlen in Basel und Bern. Diese verfälschen das Bild krass. Er sieht beispielsweise auch nicht, dass nun mit Thun schon wieder ein Plastikgeläuf dazugekommen ist, mittlerweile haben wir drei solche auf zehn Mannschaften, ein Missstand. Immer noch werden Spiele auf Schnee und Eis ausgetragen, was nichts anderes als Spielverfälschung ist. Eine solche Meisterschaft ist nur beschränkt ernst zu nehmen. Isoz war auch die treibende Kraft hinter der Reduktion der Challenge League. Auch hier: Die kleineren Clubs interessieren ihn nicht, er glaubt, er könne diese Liga besser vermarkten, eine grosse Illusion. Er sieht nicht, dass es dadurch viel weniger Spielmöglichkeiten für Junge gibt. Isoz démission!

  17. Leo Nauber sagt:

    Fussball von mir aus für jeden so, wie er es gerne möchte. Für den einen ein paar wenige gute Spieler und viele Gurken und Gürklein, vielleicht noch das eine oder andere saure Cornichon darunter.
    Nur eines, Steuergelder sind TABU, staatliche Gelder sind TABU, denn verdienen tun, wenn überhaupt die privatwirtschaftlichen Vereine, deren GerneGrossPräsidenten, die sich eine Schaubühne finanzieren etc. Dafür darf es kein Steuergeld geben. Und auch nicht Geld von staatlichen oder halbstaatlichen Einrichtungen und Firmen!!!!!!!

  18. Joakim Vikskog sagt:

    Guter Artikel. Mindestens auf einem Auge hattest du jedoch die rosarote Brille montiert, gäll!? Jaja, die lustige Super League. Teilweise ist das Fussballminimalismus in Reinkultur, andererseits gibt es natürlich auch gut ansehbare Spiele. Das Niveau der Super League wird meines Erachtens grausam überschätzt. Dies liegt u.a. daran dass im TV ein Fussballspiel einfach “besser” aussieht – sitzt/steht man jedoch im Stadion, sieht das Ganze etwas anders aus.
    Obwohl ich mich praktisch nur für englischen FUssball begeistern kann – das dann dafür so richtig – schau ich mir gerne ab und zu die SL an. Ich finds amüsant, manchmal jedoch zum fremdschämen (z.B. Margairaz gestern mit seinem “Panenka für Anfänger”) und wenn ich Glück hab, seh ich hie und da doch den einen oder anderen Fussballleckerbissen.
    Ich selbst kann mich nicht so richtig begeistern für unsere Fussballliga, aber wem’s gefällt, soll sich freuen.

    Gruss
    Joakim

    • Auguste sagt:

      hmm…, joakim, der penalty gestern war….ein echter ukrainer. aber englische penaltyschützen sind in ihrem gloriosen unvermögen auch nicht zu verachten.

  19. Franz Melliger sagt:

    @ n.v.
    Dass Angehörige von Fussballclubs (aber auch Basketball, Boxen oder was auch immer) öfters Gewalttaten verüben als andere, hängt natürlich nicht damit zusammen, dass diese quasi als Mannschaft begangen werden. Auch macht sicher nicht der Fussball die Jungs kriminell. Aber offensichtlich treten junge Männer mit einem Hang zur Gewalt oder ähnlichem eher einem Fussballclub bei, als dass sie ihre Freizeit anderweitig verbringen.
    Bei selbstberichteter Kriminalität konnte auf jeden Fall eine Korrelation zwischen z.B. Schlägereien und Mitgliedschaft in einem Fussballclub bewiesen werden. Aber wie gesagt, da gibt es natürlich auch noch andere Variablen wie sozialer Status, Herkunftsland. Aber die besagte Korrelation lässt sich nun mal nicht leugnen.
    Von daher bin ich immer ein wenig erstaunt, wie sehr es auch heute noch heisst, dass Fussball eine sozialisierende, integrierende usw. Funktion hätte.

  20. Marco Affolter sagt:

    Pragmatik ist ja eine Schweizer Tugend. Nichts ist schlecht, nichts ist super. Vieles ist gut. Vielleicht will da einfach einen Tick mehr wenns um die Unterhaltung geht. Talente die Bälle nicht stoppen können, Foul-Einwürfe fabrizieren und bei Standards zusehen wie der Gegenspieler alleine hochspringt und einköpft kann ich auch in der 3. Liga sehen. Gratis und erst noch mit einer Prise Lokalcharakter;-). Nein, sorry… da sind Schönredner am Werk. Die ASL ist einfach schlecht. Das heisst aber nicht, dass dem so sein muss. Es wäre mehr möglich. Aber dafür brauchts radikale Einschnitte. Es wird jahrelang über Zürcher Stadien debattiert, statt sie zu bauen. Und wenn dann gebaut wird ist die Architektur das A und O. Kommerzialisieren sag ich. Das wollend die eingefleischten Superleague-Fans nicht, welche hier als Stammkundschaft genannt wurden. Die wollen die ASL so wie sie immer war: bünzlig mit 6-Tage-Rennen-Flair!!!;-)

    • Franz sagt:

      @Marco Affolter
      Glauben Sie wirklich, dass noch mehr Kommerzialisierung die Qualität steigert? Dass mit einem neuen Stadion in Zürich der Fussball besser wird? Nehmen wir mal das “Topspiel” von gestern in Bern. Da treffen die Mannschaften mit den höchsten Budgets aufeinander, das Stadion ist ausverkauft. Fussball spielte jedoch nur die Mannschaft mit dem zweithöchsten Budget. Was der amtierende Serienmeister und Champions-League-Teilnehmer bot, war geradezu peinlich. Trotz mehr als 30 Mio. Es brauchte einen jungen Schweizer Torhüter, um diese aus Söldnern und Schweizer Altstars zusammengesetzte Truppe im Spiel zu halten. Was schlagen Sie zur Qualitätssteigerung vor?

    • Ruedi von Steiger sagt:

      In den vergangenen zwei Saisons gelangen Schweizer Mannschaften im EC Siege gegen folgende Vereine: Milan, Roma (zwei Mal), Getafe, Stuttgart, Tottenham, Zenit St. Petersburg, Lok Moskau und Fenerbahce. Der Schweizer Clubfussball ist nicht einfach schlecht.

    • DAM sagt:

      @Marco Affolter
      Sie wollen also sagen, dass die Spieler plötzlich besser werden, wenn die Stadt Zürich ein Stadion baut? Ich sehe hier den Zusammenhang nicht.

      • Marco Affolter sagt:

        @DAM: Vielleicht war ich nicht präzise. Was ich sagen wollte: auch hier bauen wir Schweizer auf Pragmatik. Ein Stadion soll nicht zu teuer sein, nicht zu gross sein, komfortabel aber nicht luxuriös sein. Es soll ins Stadtbild passen und möglichst einen Architekturpreis gewinnen. Links wie rechts müssen mit dem Kopf nicken. Solche Stadien enden dann wie der Letzigrund: Note 4 oder max. 4-5. Keiner ist wirklich happy und keiner total unhappy. Aber genau so wird die Emotion abgewürgt. Fussball in der Schweiz ist vergleichbar mit dem VW Golf. Richtiger Fussball ist aber Porsche oder Fiat Cinquecento, sprich emotional! Stimmung gibts wenns polarisiert. Wenn das Stadion eben nicht dort ist wo es keinen stört sondern im Zentrum. Wenns eben nicht für Fussball, Leichtathletik usw. gleichermassen ok ist. Wenns ein Verkehrschaos vor dem Stadion gibt. Wenn das Dach verschliessbar ist und bei 0 Grad oder weniger draussen im Stadion noch 10 Grad herrschen und man noch Lust hat zu schreien. Ach was schreib ich da. Wer echte Stimmung nicht kennt dem kann ichs nicht beschreiben. Fahrt nach Buenos Aires oder nach Rio, dann seht ihr was ich meine. Ach und das Beste am ganzen: das Niveau in der Argentinischen und Brasilianischen Meisterschaft ist keinesfalls besser als in der CH. Aber das Drumherum ist einfach da. Die Leidenschaft, das Gebastelte, das Improvisierte. Bei uns ist das Drumherum öde und auch das was auf dem Platz geboten wird.

    • Hans vom Hübel sagt:

      Was genau verstehen Sie denn unter Kommerzialisierung? Und wo genau sehen Sie denn da noch Potential? Und was, wenn nicht GENAU die von Ihnen gebetsmühlenartig gepriesene Kommerzialisierung prägt seit Jahren den Schweizer Fussball? Neue Stadien mit Cüpli-Lounges für Sponsoren, GC-Family, YB-Womans Day, Pausenspiele (*würg*), Plastik noch und nöcher, Einkaufszentren in den Stadien… (Die Liste liesse sich beliebig erweitern).

      Und betreffend Ihres wenig überzeugenden Beispiels Zürcher Stadion: Woran, wenn nicht eben gerade am Kommerz (Stichwort Mantelnutzung) ist das Projekt Hardturm letztlich gescheitert?

      Sorry, aber Ihr Beitrag ist so brauchbar wie das neue Logo von Xamax!

  21. Enderli sagt:

    Unsere Liga kann von Haus aus mit den gegebenen Voraussetzungen gar nie mehr als eine Ausbildungsliga sein. Es ist also Birnen mit Aepfeln vergleichen, wenn man die SL den Topligen gegenüberstellt. Man muss Länder herbeiziehen, welche eine ähnliche Grösse, ähnliche Spielstärke, ähnliche finanzielle Mittel haben. Ergo Ligen aus Belgien, Oesterreich, Schweden, Dänemark. Und hier schneidet die SL gut ab. Der Zuschauerschnitt bewegte sich während der letzten Saison um 11000, was gemessen an der Einwohnerzahl ein respektabler Wert darstellt.
    Spannung wird dieses Jahr garantiert sein, ich denke, so ausgeglichen war die Liga noch nie.

  22. E. Schönbächler sagt:

    Der Fall Sion schadet dem Schweizer Fussball massiv. Der Verband hätte mit Christian Constantin und der FIFA schon vor Monaten die Probleme rund um die Transfersperre bereinigen müssen. Jetzt hat Sion schon unter Protest gespielt und auch die Gegner werden nun gegen die Walliser wohl Protest einlegen sollten die Zuzüge eingesetzt werden. Es droht also das totale Chaos. Und da es bei Xamax immer noch wie auf einem Basar zugeht ist ein weiterer Westschweizer Verein eine Gefahr für unseren Spitzenfussball. Zusammen mit der immer mehr ausufernden Gewalt rund um die Spiele ein schlechtes Omen für die neue Saison. Fazit: Sportlich kann unser Fussball wirklich erfreuen (U21, Europacup, längerfristige Perspektiven) aber neben dem Rasen läuft derzeit zu vieles total schief.