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Kriegt Ben Khalifa noch rechtzeitig die Kurve?

Annette Fetscherin am Mittwoch den 6. Juli 2011

Er war Weltmeister, wurde als Riesentalent herumgereicht, mit 18 Jahren in der A-Nationalmannschaft und auf dem Sprung zur ganz grossen Karriere. Jetzt ist Nassim Ben Khalifa im Fussball-Ausland gescheitert und das so schmerzhaft, wie es kaum einem Schweizer je passiert ist.

«Ich gehe mit gemischten Gefühlen nach Nigeria», sagte der damals 17-jährige kurz vor der U-17-WM. Man merkte: Lieber würde er in der Schweiz bleiben. Er hatte Angst. Nicht etwa Angst vor dem ganzen Rummel, der kurz später über den Jungstar hereinbrechen und alles in seinem Leben verändern sollte. Nein, dieser Junge hatte schlicht und einfach Angst, seinen frisch erarbeiteten Stammplatz bei GC zu verlieren. Dass er als Weltmeister zurückkommen sollte, ahnte damals noch niemand.

Nur wenige Monate später aber war der Stammplatz bei GC plötzlich nichts mehr wert. Beängstigend, wie schnell sich die Perspektive verändert mit dem Erfolg. Nassim Ben Khalifa ist unbestritten ein intelligenter Bursche. Aber wie soll man da einen klaren Gedanken fassen, wenn die eigene Welt vom einen Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt wird? Ihm ist es nicht gelungen und von seinem Umfeld wurde er denkbar schlecht beraten.

Ausgerechnet Wolfsburg sollte es sein, da drückte der Stolz der Familie durch. Es ging um Ehre, Prestige und – um Geld. Aber im VW-Land sollte Nassim nie eine Chance kriegen. Der Meistertitel hatte den VfL Wolfsburg und seine Sponsoren Blut lecken lassen. Nur der Erfolg zählte und dafür holte man grosse Namen. Nassim Ben Khalifa war zu klein, um da eine Rolle zu spielen.

Vom Regen in die Traufe kam er in Nürnberg, nur neun Minuten stand er insgesamt auf dem Platz. Nachdem sich der Club aus den Abstiegsregionen befreit hatte, war das Interesse an der Förderung eines Jungen, der nur ausgeliehen ist, gelinde gesagt, mässig.

Jetzt aber ist er zurück, Nassim Ben Khalifa, geläutert und demütig. Gibt zu, dass er einen Fehler gemacht habe, dass der Sprung zu gross gewesen sei. Er müsste nicht demütig sein – aber vielleicht sein Umfeld. Doch ich stelle die Frage an Sie, liebe Leser: Könnte es sein, dass der Schweiz-Tunesier mit YB einen weiteren Fehler begeht?

Bei den Young Boys ist er Stürmer Nummer vier. Bienvenu, Mayuka und Marco Schneuwly haben nicht auf ihn gewartet und werden ihre Plätze bis auf die Zähne bewaffnet verteidigen. Schneuwly wollte den Club verlassen, bis Christian Gross ihn zum bleiben überredet hat. Wenn das nicht ein stilles Versprechen ist!

Doch auch um Nassim Ben Khalifa hat sich der neue YB-Trainer sehr bemüht und daher mag es sein, dass unsere Nati-Hoffnung den Kampf gewinnt. Was aber, wenn das Jahr voller Rückschläge seine Spuren hinterlassen hat? Das Selbstvertrauen dürfte angeknackst sein. Was, wenn er in den ersten Spielen nicht das zeigt, was er zweifellos kann? Allzu lange wird man in YB-Bern nicht zuschauen. Und der Powerfussball à la Christian Gross wird dem feinen, schlauen Spieler mit technischen Qualitäten nicht unbedingt in die Füsse spielen.

Es ist zu hoffen, dass die obigen Bedenken unbegründet sind und Nassim Ben Khalifa in Bern sein ganzes Talent entfalten kann. Dann nämlich wird es eine Freude sein, ihn in der Super League und bald wieder in der Nationalmannschaft spielen zu sehen!

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51 Kommentare zu “Kriegt Ben Khalifa noch rechtzeitig die Kurve?”

  1. Auguste sagt:

    hmm…, und sie bewegt sich doch! nachdem der steilpass-blog zum quer- und rückpass-blog zu degenerieren drohte, reisst man mit diesem gelungen fragezeichen das steuer gerade rechtzeitig zum saisonbeginn herum. wurde aber auch zeit!

    nassim ben kalifa wird bei yb eine glänzende saison hinlegen – wage ich mal zu prognostizieren. vielleicht nicht vom ersten spieltag an, aber am ende der saison wird er wahrscheinlich einer der grossen gewinner sein – besonders dann, wenn yb auch noch einen titel verbuchen könnte. christian gross kann das potential dieses jungen spielers recht genau einschätzen und ist profi genug, es für den club möglichst nutzbringend einzusetzen. für ben kalifa könnte yb werden, was feyenoord für nuri sahin war, eine nützliche umleitung auf dem weg an die spitze.

    wie immer es auch kommen mag, das “alte” yb war kein “winner team”. um eines zu werden brauchte es frisches blut auf dem platz und auf der trainerbank. diese voraussetzungen sind geschaffen.

    und sollte dieser blog auch endlich diskussionsfreundlicher werden und die kommentare nicht erst eine woche später freischalten, dann wären auch hier minimalste, professionelle web 2.0 strukturen geschaffen. und auch hier bin ich gespannt…

    • josé bütler sagt:

      diesen kommentar kann ich vom ersten bis zum letzten buchstaben unterschreiben ;o)

      • Franz sagt:

        Sie kann es, die Frau Fetscherin. Und ist offensichtlich lernfähig.

        • Martin Locher sagt:

          Die Lernfähigkeit hat Frau Fetscherin schon bewiesen, als Sie angefangen hat zu bloggen. Sie hat gelernt, dass wenn eine Frau über Fussball spricht eh keiner zuhört. Also schreibt Sie nun darüber.. Natürlich nur Spass, da mir zum Thema Ben Khalifa nix Gscheites einfällt. Wünsche einen schönen Abend.

  2. Karl-Gustav sagt:

    Es ist schade um Ben Khalifa. Aber der Chrigel Gross ist nicht wirklich bekannt dafür, dass er auf junge Wilde setzt. Darum wird Ben Khalifa wohl eher Ergänzungsspieler werden. Leider.

    • josé bütler sagt:

      und was war mit rakitic, kuzmanovic und stocker?

      • Peter sagt:

        Werte Fussballkenner (aber auch josé bütler)
        CH. Gross ist nun wirklich nicht der Ausbildner und den Draht haben die jungen Spieler zu Herrn Gross auch nicht gefunden. Viel eher sind diese vor dem Trainer geflohen. Das Empohrheben von Herrn Gross in den Medien zeitigt ein verzogenes Bild. Ich hoffe trotzdem, das Ben K. eine faire Chance bekommt!

        • Karl-Gustav sagt:

          Wenn der Gross bestehende Grössen zur Verfügung hat, wird er immer auf solche setzen. Rakitic und Kuzmanovic musste er,mangels Alternativen (Verletzungen etc) diese ins kalte Wasser werfen. Ich erinnere an Derdjiok, Caicedo etc. Meiner Meinung nach steht definitiv auf fertige Spieler.

        • josé bütler sagt:

          ich habe nicht behauptet, dass chrigel ein ausbildner sei, ich habe nur auf die aussage von karl-gustav, gross setze nicht auf junge wilde, die drei namen erwähnt. rakitic und kuzmanovic hatten in einer saison sehr viel spielzeit von gross erhalten, was diese nutzten um sich im schaufenster zu präsentieren und danach ins ausland zu wechseln.

          • felix müller sagt:

            Chrigel Gross ist nicht als Ausbildner bekannt aber hat definitiv mehr Talente ins Ausland gebracht (die sich auch DURCHGESETZT haben) als manch anderer CH-Trainer! Es sind dies nicht nur Derdiok, Delgado, Kuzmanovic, Rakitic, sondern auch ein Vogel bei GC. Nebenbei hat er auf Talente gesetzt, die sich in der Schweiz durchgesetzt haben, wie Stocker, Degen’s (bei Basel) oder Haas, Murat Yakin bei GC! Bei Gross setzen sich diejenigen Spieler durch, welche wirklich QUALITÄT haben! Leute, seht es einfach mal realistisch!

        • josé bütler sagt:

          werter peter, wie meinst du dass mit dem verzogenen bild? ich denke die erfolge von christian gross sprechen für sich. klar, er pflegt einen eher rustikalen stil und setzt eher auf körperlich grosse spieler, aber der erfolg spricht für ihn. wie felix müller unten erwähnt hat, hat gross durchaus eine hand für junge spieler, aber er fordert sie und verhätschelt sie nicht. nicht jeder kann mit diesem druck umgehen.

  3. micha sagt:

    Der Junge ist 19, nicht 27, und hat ein Jahr nicht gespielt, aber wahrscheinlich sehr gut trainiert. Der Schritt zu YB / Christian Gross ist richtig, denn dieser hat als Talentförderer einen Track-record. Falsch war sein Entscheid vor einem Jahr, als er von einem ähnlich effektiven Talentförderer (Sforza) weg ging und viel zu hohe Ambitionen hatte und wohl auch dem Reiz des kurzfristigen Geldes erlag.

  4. Jürg Studer sagt:

    wohl ein zweiter johna vonlanthen….

  5. andreas sagt:

    Einmal mehr ist ein “secondo” Talent durch seine Berater und die familiäre Geldgier auf den falschen Weg geschickt worden. Leider. Ich hoffe für diesen talentierten Jungen, dass er bei Christian Gross die Kurve kriegt und wieder zurück in die Realität findet.

    • Geldgier? sagt:

      … ich glaube eher, GC brauchte Geld und bekam sicherlich auch gutes für B.K.
      “Familiäre Geldgier” und “Secondo” in diesem Kontext zu erwähnen, finde ich bedenklich. Einerseits gibt es nicht nur Secondos, die Geld verdienen wollen, den es ist ja auch eine CH-Tugend, Geld, viel Geld zu verdienen. Anderseits finde ich greift die “Ausrede” nach den finanz. Möglichkeiten zu kurz. Wenn ein junger Spieler die Chance hat, in einem grossen Klub sein Talent weiter auszubauen, ist dies doch i.O. (im Gegenzug,wie wir ja alle wissen, mühte sich GC die ganze Saison finanziell und sportlich ab – auch nicht ein Traum für ein junges Talent, oder?
      Nicht i.O. ist, dass man das Gefühl hat, nur weil ein BL-Klub oder einer aus Italien, England etc. anklopft, dass dann der Spieler von Beginn weg in der A-Mannschaft mitspielen kann. Mitunter kann es zwei, drei Jahre dauern. Die wirklichen Hintergründe bei B.K kennen wir nicht. Hoffen wir das Beste für ihn. Ich glaube im Übrigen auch nicht, dass er sofort Stammspieler unter Gross wird. Aber er ist ja noch jung!

  6. Mike Glarner sagt:

    Ich finde den Schritt richtig. So geht es oft im Leben: ein Schritt zurück – um danach wieder zwei Schritte nach vorne zu gehen.
    Und falls es mit YB nicht klappt, wäre er doch ab nächste Saison (2011/12) bei einem allfälligen Abgang von Alphonse beim FCZ mit seiner Tunesier-Fraktion gut aufgehoben (GC-Vergangenheit hin oder her).

  7. Homer sagt:

    Ich finde die Rückkehr in die Schweiz von BK richtig. Das bedeutet aber auch, dass es ein grosser Fehler von ihm war GC und Sforza zu verlassen (nach gerade einmal 1 Saison als “Stammspieler”) und zu Wolfsburg zu wechseln wo er mit Dzeko und Grafite Konkurrenz von internationalem Format hatte und offensichtlich chancenlos war.
    Ich hätte es lieber gesehen, wenn er zu GC zurückgekehrt wäre. Auch da die Leihe auf 1 Jahr befristet ist, glaube ich nicht, dass Gross bedingungslos auf ihn setzen wird. Er wird zu seinen Spielen kommen aber auch bei YB gibt es Konkurrenz und Gross wird kaum voll auf einen Spieler setzen, den er nächste Saison nicht mehr im Kader hat…
    Ich hoffe seine Rückkehr ist ein Mahnmal für weitere junge Spieler, dass sie nicht dem Lockruf des Geldes erliegen und ihre Karriere sorgfältiger planen.

    • Chris Heyduk sagt:

      Ich denke auch, dass eine Rückkehr zu GC und Sforza ideal gewesen wäre. Noch besser, er wäre geblieben, dann hätte er eine volle Saison in Super League gespielt und bestimmt einige Tore geschossen, die ihm und auch GC enorm geholfen hätten. Er braucht jetzt einen Trainer, der ihn langsam wieder aufbaut und eine Mannschaft, in der er sich weiter entwickeln kann. In Zürich wäre das der Fall gewesen, bei YB dürfte das jedoch schwieriger werden.

      • Tom sagt:

        Warum sollte Gross auch auf BK setzen, ihn aufbauen und stark machen, wenn dieser nach einem Jahr eh wider weg ist. Nein, BK muss es alleine schaffen. Diese Situation hat er sich wohl selber eingebrockt. Aber sicherlich erhält er bei YB eher eine Chance als in der Bundesliga. Konkurrenzkampf kann auch positiv sein. Ich denke BK weiss was er zu tun hat. Fighten, fighten, fighten…dann klappts auch mit dem Nachbarn.

    • Christoph sagt:

      nun, vertragliche inhalte sind mir bei der ausleihe nicht bekannt. aber wer weiss. evtl. ist ja eine def. übernahme nächstes jahr möglich und unter umständen im grossen und ganz billiger. und nur, weil yb ihn für ein jahr ausleiht, heisst es nicht, dass gross nicht auf ihn setzen wird. man muss nehmen, was qualitativ und finanziell möglich ist. auch wenn man genau weiss, dass eine längere Zukunft nicht möglich ist… BK wird es schaffen und viele tore für yb erzielen.

  8. Horst Knöpel sagt:

    Der gute Herr Gross ist aber auch bekannt dafür Leute welche er nicht langfristig aufbauen kann, versauern zu lassen. Siehe Eren Dediyok. Dass Gross äusserst Profesionel ist wird sich auch daran zeigen, dass er über Leichen geht. Bald werden wohl die guten Identifikationsfiguren bei YB abgeschossen. Sehe weder für Schneuwly noch für Kalifa eine Zukunft. Wahrscheinlich wird noch kurzfristig ein 5er Stürmer gekauft. Denn Gross will vorallem grosse Spieler… Basel hatte ja nur wegen ihm all diese langen Schlackse. Ich wünsche den YB Fans viel spass bei Kchompakchtem Fussball

    • Karl-Gustav sagt:

      Shaquiri wäre bei Gross definitv durch den Raster gefallen.

      • Hans vom Hübel sagt:

        Shaqiri hatte unter Gross seinen ersten Profivertrag erhalten. Un ein Spieler mit seiner Qualität setzt sich unter JEDEM Trainer durch.

        • Karl-Gustav sagt:

          Da gab es aber von gewissen Verantwortlichen vom FC Basel andere Aussagen, Gross wollte ihn anscheinend eigentlich nicht….

          • Hans vom Hübel sagt:

            Bitte um Quellenangabe. Ansonsten würde ich diese “Aussagen” als reine Mutmassungen bzw. Verleumdungen disqualifizieren.

        • felix müller sagt:

          Endlich einer, der sich informiert hat! Es ist definitiv so, dass Shaqiri von Gross entdeckt wurde und Fink mal wieder in ein gemachtes Nest sitzen konnte…

          • Horst Knöpel sagt:

            ehrm Xhaka ist aber von Fink gesichtet worden… bzw bei gewissen Spieler kann man sogar Blind sein um zu sehen welche qualität dahinter steckt. Abgesehen davon weder Fink noch Gross sind verantwortlich an der besten Jugendarbeit der Schweiz. Das wurde schon vor zig jahren ins Leben gerufen.

            Fink rotiert mehr mit Jungen und lässt sie auch mal im Cup aufs Maul fallen. Gross war gut, Fink ist besser wenn es um die Integration von Jungen geht.

            Ist nicht Gross, Inler durch die Lappen gegangen?

  9. Hans vom Hübel sagt:

    Er wird sicherlich seine Einsatzzeit bekommen. Gross hat entgegen aller Unkenrufe hier in Basel den diversen Jungen aus dem eigenen Nachwuchs ihre Chance zugestanden. Allerdings, die Einsätze waren wohl dosiert und bis sich ein Nachwuchsspieler zum Stammspieler gemausert hatte, dauerte es in der Regel mindestens zwei Saisons. Man kann aber die Situation eines Titelaspiranten nicht mit Clubs wie den Grasshoppers vergleichen, die ihre Ambitionen notgedrungen revidieren mussten und deshalb den Fokus auf die Nachwuchsförderung richten konnten/mussten.

    Beim selbsternannten Titelaspiranten YB wird die Situation für junge Spieler wie Ben Khalifa eine ähnliche sein. Nach eigener Aussage will Gross einen resultatorientierten, bestimmten und effizienten Fussball prägen. Der Spieler wird sich aus diesen Gründen in Geduld üben müssen. Wenn er – nach der langen Durststrecke im Ausland – nun das Gefühl hat, die Dinge werden sich für ihn rasch zum Guten wenden, dürfte sich relativ bald Enttäuschung einstellen. Wie seine Entwicklung unter Gross verläuft dürfte ganz wesentlich von seinem Charakter abhängen.

    Mut machen dürfte Ben Khalifa allerdings, dass jene jungen Spieler, die die Gross’sche Schule durchlaufen und überstanden haben, sich zu erfolgreichen Spielern gemausert haben und den Sprung in eine grössere europäische Liga vollzogen haben.

  10. Daniel Stirnimann sagt:

    liebe leute, der junge ist 19(!), hat talent und hat zwei jahre profi-luft in der bundesliga ‘geschnuppert’. ich hätte ihm zwar auch nahegelegt noch 1-2 saison bei ciri sforza zu bleiben, er hat sich für einen anderen weg entschieden und das hat man zu akzeptieren. ich darf daran erinnern, dass andere spieler wie beispielsweise alex frei oder diego benaglio auch nicht den einfachen, sondern den steinigeren weg gewählt haben und dadurch zu persönlichkeiten herangereift sind und schlussendlich ein beachtenswertes palmares erreicht haben. für yb kann ben khalifa mittelfristig zum glücksfall werden. bleibt zu hoffen, dass all die ‘super-trainer’ unter den yb-fans diesbezüglich die geduld haben, damit er sich an den super-league-rhythmus gewöhnen kann. ich bin ebenso davon überzeugt, dass christian gross den spieler in vernünftigem masse ans team heranführt wie davon, dass nassim ben khalifa noch eine erfolgreiche karriere vor sich hat. wieso man die diskussion betr. christian gross als ausbildner führt ist mir ebenso schleierhaft wie ein vergleich mit johann vonlanthen. ich denke nassim ben khalifa braucht heute keinen ausbildner mehr, sondern einen trainer der seinen qualitäten vertraut. johann vonlanthen mit nassim ben khalifa zu vergleichen finde ich geradezu unfair. vonlanthen hat schon seit jeher den eindruck gehabt, er wäre der star und könne sich daher als grünschnabel alles erlauben. nassim ben khalifa dagegen hat sich wenn man den aussagen von trainiern und spielern glauben schenkt, als seriöser schaffer hervorgetan und trotz keiner einsätze bei seinen bundesliga-teams gab es nie negative äusserungen, sprich er hat sich im gegensatz zu vielen spielern nie überschätzt! da könnten sich eigentlich viele fans die das potenzial ihrer lieblingsvereine zum teil masslos überschätzen ein stück davon abschneiden. gerade die yb-fans sind da zu erwähnen, die zum teil etwas mühe bekunden der realität ins auge zu sehen. meiner meinung nach hat das team 2011/2012 potenzial, man hat sich mit passenden spielern verstärkt, aber verschliesst ein bisschen die augen davor, dass es in der defensive noch gröbere ‘baustellen’ hat die es zu beheben gilt, will man tatsächlich um die meisterschaft spielen. ich halte es nicht für unmöglich, wenn yb noch etwa zwei trumpfkarten für die defensive, sprich spieler die dem gross-schema entspechen, aus dem ärmel zaubern kann.

    • Homer sagt:

      Frei war zwar nicht sofort Stammspieler bei Rennes, spielte aber schon in der ersten Saison regelmässig und Benaglio war zwar zuerst nur bei der 2. Mannschaft von Stuttgart, war aber dort Stammspieler und blieb es auch nach seinem Wechsel nach Portugal. Insofern finde ich, lässt sich das nicht ganz vergleichen. Kommt dazu, dass es für BK bei YB kein “mittelfristig” geben wird, da seine Leihe auf 1 Jahr beschränkt ist. Aber ich gebe dir vollkommen recht, das BK keinen Ausbildner mehr braucht, sondern einen Trainer, der ihn seinen Fähigkeiten entsprechend in die Mannschaft einbaut. “Erfahrung” hat er ja seit seinem Abgang von GC gesammelt.

  11. Graber sagt:

    Ich glaube nicht, dass er es schaffen wird. Die Geldgier ist viel zu gross. Kommt ja nur zurück in die Schweiz weil Wolfsburg weiterhin sein Gehalt bezahlt und YB die Leihgebühr. Würde er definitiv zurück in dei Schweiz kommen und mit hiesigem Gehalt das Beste geben hätte er eine Chance. Leider lehrnen die jungen Spieler nicht von solchen Fällen und folgen dem Geld obwohl sie die “Fussballwindeln” noch anhaben. Wenn schon ins Ausland dann wie Senderos oder Siegrist, sich in den Junioren-Ligen und Reservemannschaften dieser Ligen durchsetzten und dann nach bestandener Prüfung für die “Grossen” spielen.

    • Hansruedi sagt:

      Ich find’s manchmal ein bisschen einfach, jedem (jungen) Fussballer pauschal Geldgier zu unterstellen. Wenn dir jemand einen höheren Lohn für deine Arbeit bietet, sagst du wahrscheinlich auch nicht Nein. Und zudem wurde Ben Khalifa damals ja verkauft, weil GC die Millionen gebraucht hat. Das Problem liegt eher bei den Beratern, die die Jungen häufig zu früh zu einem Wechsel raten.
      Ben Khalifa kann immer noch ein sehr guter Stürmer werden, er ist ja erst 19, und die Anlagen sind da. Voraussetzung ist, dass er genügend Einsätze bekommt und sich langfristig mal irgendwo durchsetzen kann. Hoffentlich setzt Gross auch wirklich auf ihn.

      • Graber sagt:

        Ihr Kommentar hat was, aber wieso gehen die in diesem Alter gleich zu einem Topclub, wo die Chancen auf einen Einsatz sehr gering sind? Wäre wohl besser gewesen zu einem Klub zu wechseln, wo er zum Einsatz käme wenn es auch nicht soviel Kohle gegeben hätte.

  12. andy sagt:

    Ben Khalifa ist technisch hervorragend geschult, körperlich scheint er mir zu fragil. Die Ausleihe zu YB macht null Sinn, spielt er gut, holt ihn Wolfsburg zurück, spielt er schlecht, kommt er bei den Bernern auch nicht zum Einsatz.
    Ben Khalifa passt am besten zum FCZ, dort steht er in unmittelbarer Konkurrenz zu Drmic und Admir Mehmedi, wie auch schon erwähnt, spielen Tunesier für den FCZ (Integration,Kultur usw.).Beim FCZ wird er gefördert, YB fordert.

    • Chregi sagt:

      Ben Kalifa ist in Morges geboren, im Wadtland aufgewachsen und hat, als hätte man es schon wieder vergessen, den U17-Weltmeistertitel gewonnen. Mit der Schweiz übrigens und seinen schweizer Mitstreitern.

      Ben Kalifa ist von der tunesischen Kultur ungefähr im gleichen Masse geprägt worden wie Modern Talking vom Punk. Er ist im Fall Schweizer.

      • Auguste sagt:

        hmm…, also bohlens benehmen in diesen casting-show panels lässt an manchen tagen sogar johnny rotten oder sid vicious wie chorknaben aussehen, chregi.

  13. Thomas sagt:

    Die Frage die im Blog gestellt wird, ist die gleiche wie vor ein paar Wochen, wie soll sich ein junger Spieler entscheiden, wenn das grosse Geld winkt. Und wie beim Beispiel Shaqiri muss man einfach festhalten, dass ab gewissen Summen die Vernunft definitiv ins Abseits läuft. Ach mein Gott, ich würde doch nicht Nein sagen zu einem Angebot im 7stelligen Bereich. Zudem doch BK wusste, dass in seinen jungen Jahren ein 2t Aufbau möglich ist. Zuerst mal die Zukunft sichern, für sich und Familie, dann nochmal fussballerisch Gas geben. Die Frage ob YB der richtige Verein ist, ist berechtigt. Vorallem wenn man wie ich FCB Anhänger ist, und den zwar erfolgreichen, doch ab 2003 doch immer weniger attraktiven Fussball von Gross mitangesehen hat. Gerade für technisch anspruchsvolle Spieler ist die Spielanlage Gross eher eine Zumutung. Da wären andere Alternativen in der SL (FCZ/FCL?) oder auch Frankreich vielleicht besser gewesen. Zudem ist die Leihproblematik immer latent, wenn der Leihspieler nicht sofort einschlägt, macht es dann Sinn ihn aufzubauen (der Blog verweist auf Nürnberg welche diese Frage mit NEIN beantwortet hat)? Man kann für BK nur das beste hoffen, auch im Interesse des Schweizer Fussballs.

  14. SAM sagt:

    Hat man einen Stammplatz, wenn man 3 Spiele vor der WM durchspielt – und alle Spiele zuvor nur eingewechselt wurde? Die Einsätze von Beginn weg könnten unter Umständen sogar Verletzungen geschuldet gewesen sein… 😉

  15. Herbert sagt:

    Tja, schade um Ben Khalifa. Jetzt ist er beim ewigen Verlierer gelandet. YB wird nie Erfolg haben. Trotz Millionen und trotz extrem teurem und hochwertigem Kader bringen die Berner es eben nie fertig, Meister zu werden. Wenn es um etwas geht, verlieren sie regelmässig die Nerven. Und mit ihren Hooligan-Fans und den anderen provinziellen und hysterischen Fans haben sie es auch nicht leicht, cool zu bleiben. Da steckt an.

  16. Sebi sagt:

    lieber herbert

    für einmal war ich wirklich positiv überrascht von der qualität und der sachlichkeit der diskussion auf einem fussball blog – bis sie kamen. ich möchte gerne wissen welchen klub mit ach so mondänen fans denn sie unterstützen?
    zum leihgeschäft übrigens, gemäss känzig wollte yb ben khalifa voll übernehmen, allerdings wollte der vfl (noch nicht), ich bin mir sicher känzig bleibt da dran. auch glaube ich nicht, dass ben khalifa automatisch zurückbeordert wird, falls er gut spielt. wolfsburg gibt so hirnlos geld aus und verpflichtet spieler, dass der kader schon sehr bald verkleinert werden muss, ben khalifa könnte durchaus ein kandidat datür sein, vor allem, wenn vfl noch weitere junge talente kauft.

    • Homer sagt:

      So weit ich weiss wurde der Vertrag von BK mit Wolfsburg um ein weiteres Jahr verlängert bevor er dann für 1 Jahr zu YB ausgeliehen wurde. Also zurückholen werden sie ihn auf jeden Fall aber frühestens nach 1 Jahr, evtl. kann Känzig ja die Leihe um ein weiteres Jahr verlängern, was wohl im Interesse aller Beteiligten wäre.

  17. Mark Willi sagt:

    Wenn sich Ben Khalifa gegen diese drei YB Stürmer nicht durchsetzt, hat er in der Nationalmannschaft nichts zu suchen

  18. Kudi Müller sagt:

    Zurück in die Schweiz und einen neuen Anlauf holen. Das beste, was diesem Jungen passieren konnte. Wobei es für ihn wohl einerlei ist, ob er nun beim FCZ, YB oder Basel. Aber: Der Weg ist noch weit, sehr weit. Und erst muss er mal wieder regelmässig spielen, dann wird man auch wissen, wo er genau steht.

    (Eigentlich hätte ich ja lieber auf diesen wirklich saudummen Artikel von Mario Widmer geantwortet.)

  19. Kahn sagt:

    Welch ein Thema für einen Spieler, der für 1 Jahr ausgeliehen ist und dann wieder retour geht in die Bundesliga.
    Ich wünsche mir für den Spieler dass er eine gute Saison hinlegt und das wars.

  20. don alfredo sagt:

    wenn christian gross etwas anpackt, dann ganz oder gar nicht. genau so wird es sich im fall b.k. verhalten. ich habe ein gutes gefühl.

  21. Hurti sagt:

    Dem Nassim Ben Khalifa stieg der plötzliche Ruhm zu Kopf.

    Wer hoch aufsteigt, fällt entsprechend tief.

    Vielleicht sollte er es mit Futsal versuchen:

    Mehr dazu: http://www.amigos-de-futsal.org

    Gruss

    Hurti

  22. Karl Eigenmann sagt:

    Es würde mich schon wundern, wenn YB um den Titel mitspielen könnte… Klar ist Gross ein guter Trainer mit entsprechenden Erfolgen. Ich denke aber, dass YB es verpasst hat, in den acht vergangenen, “mageren” SL-Jahren den Titel zu gewinnen. Das haben stattdessen der FCB und FCZ getan. Insbesondere mit dem SFC ist ein Club in die SL zurück gekehrt, der immer zu den Titelanwärtern gehören wird. LS hat bereits in der vergangenen EL-Teilnahme angedeutet, wie ambitioniert sie sind. Xamax und Sion werden ebenfalls nicht zu unterschätzen sein, Luzern und Thun spielen in neuen Stadien, was wiederum sehr beflügelnd wirken kann. Und GC darf man so oder so nie ausser Acht lassen, insbesondere in der anstehenden Spielzeit nicht! Will Gross mit YB ernsthaft um den Titel mitspielen, braucht er fertige Spieler und könnte erst nach gewonnener Meisterschaft, dem einen oder anderen Rohdiamanten, den nötigen Schliff verpassen. Ben Khalifa kann einem Leid tun, denn es würde mich wundern (aber freuen), wenn er in den Überlegungen von Gross, mehr als ein Ergängzungsspieler sein wird. Aber auch Seferovic sollte nicht vergessen werden, war er für die U17-Nati 2009 ein mindestens ebenso wichtiger Offensiv-Spieler wie Ben Khalifa es war! Warum dass Seferovic nicht in die Schweiz zurück geholt wird, ist mir ein Rätsel…

  23. Hans Meyer sagt:

    Nachdem ich den Blog nun so oft kritisiert habe, wird es mal wieder Zeit für ein lobendes Wort.
    Frau Fetscherin hat sich eindeutig gesteigert und Mämä war sowieso ein wertvoller Zuzug.
    Es dreht sich wieder um das sich drehende Latexlederwasauchimmer und das trotz der Sommerpause.

    Weiter so und der Steilpass wird vielleicht noch zum Transfersieger durch die klügsten Transfers.

  24. josé bütler sagt:

    der start für ben khalifa bei yb war nicht besonders glorreich. im zweiten meisterschaftsspiel eine dämliche rote karte und gestern in der euro-league eine 1000% versiebt …