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Frauen wollen keine Schlabber-T-Shirts

Annette Fetscherin am Samstag den 11. Juni 2011

Das Durchstöbern der Schweizer Fanshops ist unterhaltsam. Eine FCB-Zahnbürste für nur 7.50 Franken oder der YB-Flachmann für den trockenen Gaumen sind originell. Und trotzdem fühlen wir uns als Frauen dabei nicht so richtig verstanden. Wir lieben Shopping und würden gerne viel Geld in unseren Lieblingsverein investieren. Aber, liebe Fanshopverantwortliche aller Clubs, ihr macht es uns wirklich schwer! Dabei könnte durch das Einhalten einiger weniger Regeln, unsere Beziehung viel fruchtbarer sein.

Regel 1: Wir Frauen mögen keine T-Shirts in Übergrösse. Auch dann nicht, wenn GC oder FCZ draufsteht. Herrenschnitt in der kleinsten Grösse gekauft, passt schlicht und einfach nicht. Wir wollen taillierte Formen und grössere, V-förmige Ausschnitte!

Regel 2: Vergesst die Clubfarben. Wenn diese ein modisches No-Go sind, taucht euer Sortiment in einen anderen Farbtopf und die Fans werden es euch verzeihen. Hauptsache, das Logo ist drauf. Werfen wir einen Blick in Richtung Grossbritannien. Manchester United führt, wie alle grossen englischen Vereine, eine Frauenlinie. Die modisch eher schwierige Clubfarbe rot wird für die Ladies in trendiges Pink verwandelt und schon hat man(n) die Damen im Sack.

Regel 3: Macht es den Anderen nach! Wenn alle Frauen Shirts tragen, auf die «I love …» gedruckt ist, dann kreiert ein solches von Eurem Verein und die Damen werden es lieben! «Love Spurs» von den Tottenham Hotspur ist ein modischer Leckerbissen. Man beachte, dass auch die Spurs Pink nicht in den Vereinsfarben haben.

Regel 4: Setzt auf die Spieler, sie sind Euer grösstes Kapital! Shirts mit aufgedruckten Gesichtern sind  gerade total angesagt also nehme man Steven Gerrard und pappe ihn auf Textil. Oder Chelseas Fernando Torres modisch umgesetzt auf einem sexy Shirt. Da werde sogar ich fast schwach, auch wenn ich nie etwas von Chelsea tragen würde!

Regel 5: Blickt nach Norden und nicht nach Süden. Englische Fanshops bringen Damenaugen zum leuchten, italienische dagegen sind eine einzige Enttäuschung. Mailand schimpft sich zwar Modemetropole. Aber im Online-Fanshop von Inter Mailand findet man nur Angebote für Männer, Kinder und Neugeborene. Einziger Artikel für die Ladies: Ein Inter Mailand-Küchenset. Mit modischer «I love Inter»-Schürze. Da wurde wohl etwas falsch verstanden.

Zu guter Letzt: Sexy muss es sein! Auf der Suche nach einem schnittigen Nachthemd bin ich bisher nicht fündig geworden. Viele Clubs bieten zwar Damen-Pyjamas an, doch die sind ziemlich kleinkariert und zugeknöpft. Würde Eurer Meinung nach ein verführerisches Seidennegligee nicht ins Sortiment Eures Lieblingsvereins gehören?

Geschätzte Leserinnen und Leser, der Blog lebt von Ihnen und Ihren Kommentaren. Während den Wochenenden kann es allerdings länger dauern als üblich, bis Ihre Beiträge freigeschaltet sind. Die Redaktion.

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28 Kommentare zu “Frauen wollen keine Schlabber-T-Shirts”

  1. Adam sagt:

    Fanartikel sind per se für Grenzdebile gemacht. Da kann ich echt nur mit den Achseln zucken.

    • Adam sagt:

      Nachtrag: Mir gehen im Stadion auch iPhones mit rosa Plastikhülle auf den Geist, Mango-Lassi aus dem Coop gehört da nicht hin, die Frage nach Lippenbalsam ist daneben und nein, ich finde deine Leggins nicht gut.

    • HansK sagt:

      Auch wenn ich Adam zustimme, sollte man jedem Tierchen sein Pläsierchen lassen. Man kann es aber auch anders sehen: Offensichtlich halten Roger Federer & Co. ihre weiblichen Fans nicht für dumm genug, um einen Haufen Geld für überteuerte, schlecht sitzende oder lächerlich machende China-Ware mit lausigem Design, mieser Qualität oder verkürzter Lebensdauer auszugeben, und das auch noch voller Stolz in aller Welt kundzutun. Hut ab, Roger!

      • Francesco Ungaro sagt:

        @HansK: In der Tat, Federer&Co. machen das kaum – um dieses Business kümmern sich deren Sportbekleidungslieferanten/Sponsoren…

  2. paedemorf sagt:

    muss das wirklich sein, dass jetzt auch frauen kollektiv fussballverbloedet werden wie die mehrheit der maenner schon sind?

  3. Bernd S sagt:

    Taillierte Formen mit V-Ausschnitt. Wer würde dann noch auf das Spiel schauen?

  4. Ella Müller sagt:

    Ha ha, ich stelle mir gerade Spieler-Porträts vor, “ausgestopft” mit etwaigen Kurven darunter…

  5. Hans Meiser sagt:

    Für was braucht man das Zeug? Hauptsache der Rubel rollt und es gibt noch mehr Kommerz. Welcher Markt ist noch nicht richtig erschlossen, welche Zielgruppe konsumiert noch zu wenig und dabei macht der Tagi auch noch mit….. Schade, denn eigentlich müsste es anderst herum sein, dass der Tagi solche Geschäftsgebaren kritisch hinterfragt, anstatt die Werbetrommel für umme anzuschmeissen….

  6. Pippa Blaustrumpf sagt:

    Also ich mag T-Shirts in Übergrösse, immer schon. Oder riesige Wollpullover, wo frau sich richtig einbetten kann. Es muss nicht immer alles tailliert und sexy und “weiblich” bla bla sein, ich weiss, dass ich eine Frau bin, auch wenn ich kein Decollete trage. Decolletes und körperbetontes für den Abend, ok. Aber tagsüber muss das nicht sein.

    Aber vor allem braucht es keine Fanartikel, 90 Franken für ein T-Shirt aus Plastik sind ein Witz!

  7. Franz sagt:

    Da bin ich wohl aus Versehen im Mamablog gelandet.

  8. AMi sagt:

    Pfui Teufel!!! Was sind das für Tussie-Accercoires?????? Ich bevorzuge die Shirts und hoodiesvom FCZ und von FCSM. Die Schals sind bei Spartak am besten. Wer kauft solchen Dreck????????? Ich mag C.F.C. auch, aber NICHT SO!!!

  9. fufi sagt:

    Wurde schon etwa 1998 mit einer GC-Unterwäsche-Linie konfrontiert. Letztes Jahrtausend, also.
    Seither trage ich aber immer GC-Slips, wenn ich Durchfall habe!
    😉

  10. Schmuerzel sagt:

    Weiss zwar nicht ob dieses Thema in den Steilpass gehoert, aber …..die Fanartikel der CH Fussballklubs sind prinzipiell schwach! Wollte auch mal was fuer meine Freundin einkaufen…habe aber definitiv nichts gefunden. (Sie interessiert sich einen Dreck um Fussball, darum sollte sie irgendwas “weibliches” kriegen wie T-Shirt mit V-Ausschnitt, String oder sonst was).
    In diesem Bereich haben die CH Vereine einiges zu lernen. In Laendern mit schlechteren Ligen kriegt Frau das Meiste in den Fanshops od ueber das Netz. Frage mich warum noch keiner darauf gekommen ist.

    • DAM sagt:

      Bleibt nur die Frage weshalb du deiner Freundin, die sich offenbar gar nicht für Fussball interessiert, einen Fanartikel schenken wolltest….

  11. Michael Perini sagt:

    Tja, hier darf man sich bemerkbar machen, weil es um Frauenmode geht.

    Dort, wo die Männerwelt im Moment wieder sagt, wo es die nächsten paar Jahre langgeht, da werden Kommentare ominöserweise vorenthalten.

    Viel Spass wünsche ich mit Ihren hoffentlich modischen T-Shirts in der neuen Weltordnung!

    (Dieser Kommentar muss nicht unbedingt bewilligt werden)

  12. Oskar Weiss sagt:

    Die sexy Zahnbürste ist wohl der sexieste Artikel in der Bildergalerie.

  13. CestLaVie sagt:

    Möchtegern-Spielerfrauen. Spielerfrauen. Frauen-WM. Klub-Fanartikel für Frauen. Ich hätte nicht gedacht, dass es einmal so weit kommt. Aber ich vermisse Herrn Renggli und den FUSSBALL. War die gute Frau Fetscherin schon mal an einem Fussball-Spiel wegen des Fussballs? Vielleicht in einer Fankurve. Dort gibts Kultur. Und keine Shirts mit pinker I love you-Aufschrift. Pfui Teufel. Andererseits: Frauen wie die braucht kein Klub im Stadion…und ich nicht mehr länger im Steilpass. Bitte Tagi, erlöse uns von der Ahnungslosen.

  14. Pascal sagt:

    an und für sich finde ich den blog gut egal ob anno dazumal noch vom herr renggli oder jetzt von der netten frau fetscherin. aber es ist pause und die spieler in den ferien. da muss nicht mehr alle zwei bis drei tage ein neuer blog her.

    aber es ist trozdem interessant was in den fanshops so alles geboten wird. egal für wen und egal wo. und ja ich bin auch der meinung es gibt nachhol bedarfin den shops. aber ich denke ein selbst “glismete” schal genügt einigen hier voll und ganz.

  15. andy sagt:

    Hauptsache leuchtfarben und Tattoo des Lieblingsklub auf der Stirn, da weiss Mann woran und später worauf man isst.

  16. Colours of Fame sagt:

    Sexy Frauenslips mit dem FCB Logo drauf muessten in Zuerich eigentlich der Renner sein…so koennten die frustierten FCZ Fans wenigstens ab und zu mal ein Erfolgserlebnis gegen den FCB feieren (auch wenns nur im Bett ist), sofern sie von den Farben Rot-Blau keine Errektionsstoerungen bekommen….

  17. Marc Fehr sagt:

    Guter Beitrag! Manchmal brauchts als Ablenkung einfach Frauen im Stadion. Jeder der die GC-Spiele unter Latour verfolgen musste, weiss wovon ich spreche. Solange sie nicht zu viel über Fussball quatschen!

    Hab Gerüchte gehört, dass Herr Renggli eine wöchentliche trendige FCZ-Zeitung konzipieren wollte. Nach der Enttäuschung des Titelverlustes wurden diese Pläne aber verworfen 😉

  18. Hans Meyer sagt:

    Um noch ein bisschen konstruktiv zu wirken, aktuell ist ja gerade eine U21-EM, worüber an dieser Stelle noch kein Wort verloren wurde 🙂

  19. Don Ballon sagt:

    Fussball ist in erster Linie ein schönes Spiel , leidenschaftlich, emotional – und das war auch 100 Jahre lang alles und siehe, es ward gut. Dann wurde Tuborg “part of the game”. Heute ist es in erster Linie Kommerz und Event. Damit erschliesst man vielleicht neue Käuferschichten, es ist viel mehr Geld im Spiel, aber das Spiel ist dadurch nicht besser geworden. Das ist nun wirklich nichts Neues, aber es ist schade, dass der Steilpass sich diesem Trend voll angeschlossen hat. Fan ist Fan, weiblich oder männlich, aber es gelten auch für alle dieselben Regeln. Die Farben des eigenen Clubs verleugnen und gegen Pink eintauschen? Hallo! Tailliert und mit V-Ausschnitt? Ob das T-Shiret sitzt, ist doch sch…egal, es geht hier um den Ausdruck der Zugehörigkeit und Solidarität. Auch in der Niederlage übrigens und im Regen, wenn alle pinkigen T-Shirts zuhause bleiben. Oder geht es nur noch um Selbstdarstellung? Ich lese hier, Frauen woillen auch ihren Spass? Na klar, sicher doch. Aber vielleicht erst einmal den Ball flach halten, statt alles uimkrempeln wollen. So wie es war, war es nämlich gut.

  20. William Bickel sagt:

    Beim Fussball sollte es eigentlich alleine um Fussball gehen und nicht um gelangweilte Fussball-Blondinen die ihr Dékollté im Stadion (oder anderswo) zur Schau stellen wollen, aber wahrscheinlich keine Ahnung vom Fussball als Sport haben.

  21. Daniel Bürgin sagt:

    Nein! Mehr gibts dazu nicht zu sagen!