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Warum der FC Basel nicht Meister wird

Thomas Renggli am Freitag den 24. September 2010


Alex Frei & Co. könnten sich freuen. Morgen spielen sie gegen den FC Zürich. Seit 17 Spielen und dem 26. November 2006 sind die Bebbi gegen den Erzrivalen ungeschlagen – und ein Ende dieser Serie ist nicht absehbar. Denn unabhängig von Tagesform, Biorhythmus, Klimaerwärmung oder Platzbedingung, findet Basel gegen den FCZ immer einen Weg in die Erfolgsspur.

Und trotzdem besteht im Lager des Doublegewinners Anlass zur Sorge: der Champions-League-Fluch lastet wie ein dunkler Schatten über Thorsten Fink und seinen Mannen. Es ist ein Fluch, der den Schweizer Klubs seit 13 Jahren schwer zu schaffen macht, der schon in den nächsten zwei Monaten für eine Entscheidung in der Super League sorgen kann – zum Nachteil des FCB.

Dieser Einschätzung liegt weder notorische Schwarzmalerei noch der „Anti-Basel-Reflex“ zugrunde, sondern eine statistische Tatsache: Sechsmal (bis 2009) erreichte ein Schweizer Klub die Gruppenphase der Königsklasse – je zweimal GC und der FCB sowie je einmal Thun und der FCZ –, nur einmal (GC 1996) führte das danach nicht zum Verlust der Meisterschaft. Krassestes Beispiel ist der FC Zürich, der im Vorjahr im europäischen Millionen-Rausch zunächst die Orientierung und dann komplett den Boden unter den Füssen verlor.

In Basel akzentuieren sich die Zeichen, dass sich die Vergangenheit wiederholen wird. Die Doppelbelastung geht auch am ewigen Favoriten nicht spurlos vorbei. In der Super League bot er zuletzt grosse Angriffsflächen und gewann in 6 Spielen nur 6 Punkte. Und in der Champions League war der Besuch bei Cluj in Transsilvanien wie ein Schauermärchen.

Die Basler Achillesferse ist die Defensive. Die Innenverteidigung (Abraham, Cagdas) liess sich am Mittwoch von ein paar GC-Jünglingen schwindlig spielen. Aussenläufer Inkoom scheint gedanklich im Vaterschaftsurlaub, und im zentralen Mittelfeld kommt Benjamin Huggel derzeit fast immer einen Schritt zu spät. Abnützungserscheinungen? Der Zustand seiner Mannschaft muss bei Thorsten Fink vor dem Champions-League-Schlager gegen Bayern München vom Dienstag Albträume auslösen.

Freuen darf sich nicht nur der deutsche Meister, sondern auch die heimische Konkurrenz. Das Feld der Super League ist ausgeglichener denn je. Leader Luzern und den Siebten Bellinzona trennen nur fünf Punkte – und dahinter lauert mit GC die unberechenbarste Mannschaft der Liga. Der Druck auf den Meister wird bis im Dezember nicht abnehmen.

Basel verdient mit der Champions-League-Teilnahme mindestens 25 Millionen Schweizer Franken. Aber der sportliche Sieger dieses Europacup-Herbstes könnte paradoxerweise ein Schweizer Klub werden, der keine europäischen Perspektiven besitzt. Der FC Luzern, die dominierende Kraft der ersten Saisonphase? Oder vielleicht doch der FCZ, der noch grosses Steigerungspotenzial besitzt?

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9 Kommentare zu “Warum der FC Basel nicht Meister wird”

  1. rené sagt:

    der fc basel packt das und wird auch heuer meister. das kader ist zu gut.

  2. jenni sagt:

    typischer Artikel eines FCZ fans

  3. josé bütler sagt:

    der artikel trifft den nagel auf den kopf. die abwehr wirkt zu behäbig, vorallem der innenverteidigung fehlt die nötige klasse. die grösste baustelle sehe ich im mittelfeld. da spielen mit huggel und looser yapi zwei typische 6er. es wird munter zurück und quer gespielt, aber selten dynamisch und zielstrebig nach vorne. der fcb hätte so viel offensives potential mit shaq, stocker, streller und frei, aber keiner der die erwähnten lanciert. statt yapi hätten die basler besser den jungen m. costanco von st. gallen verpflichtet, er spielt entscheidende pässe und hat hervorragende freistösse und eckbälle zu bieten. der fcb hat klar das stärkste kader und wird zu 99% wieder meister, aber man darf den fc luzern nicht unterschätzen, wenn die mal einen lauf haben ist alles möglich, siehe 1:4 in basel.

  4. jean sagt:

    Habe nichts dagegen wenn der FCB in der Champigon-Leauge eine gute Falle macht und sogar weiter kommt. Die Doppelbelastung wird dann ab sehr wahrscheinlich in der “SSSuper-League” ihren Tribut fordern.
    Hopp FCZ!

  5. Toobie Tobler sagt:

    Renggli, das ist unverantwortlich!!!
    Den FCB schwachschreiben – vor dem Derby gegen den FCZ ist das fatal.
    Ich wette ja meinen bescheidenenen Monatslohn, dass die Bebbis am Samstag wieder den Tritt finden. der FCZ wird sie einmal mehr aufbauen und sie zu einem neuerlichen Lauf ansetzen.
    Kommen dazu Gejammer und Händegeverwerfe vom Frei und Schiris, die darauf reinfallen und der Streller mit seinen Mätzli und unsere Buben, die sich von alldem narrisch machen lassen…
    Haben schlechtes Gefühl im Urin…

  6. Dani Keller sagt:

    Tja, dieser Artikel ging wohl sowas von in die Hose – 9 Basler schiessen 12 Zürcher mit 4:1 ab ….

  7. A. Meyer sagt:

    Fussballer und ihre Fans aus- und abschaffen. Schweiz ohne Fussball – das wäre doch etwas. Auf das zusammengespielte Geld von ein paar Fussball-Millionären verzichten wir ebenfalls gerne, und ab sofort gibt es keine Fussball-Spiele mehr in der Schweiz.. wozu auch?