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Grasshoppers: Ergeht es dem Rekordmeister wie dem Böögg?

Thomas Renggli am Mittwoch den 13. April 2011

Zwischen Rorschach und Genf sind sich alle einig. Kein Fussballexperte würde etwas anderes behaupten. Ciriaco Sforza bestätigt es bei jeder Gelegenheit: Die Grasshoppers sind deutlich unter Wert klassiert. Ihr 8. Platz verzehrt die sportliche Wahrheit – steht für eines der grössten Missverständnisse der jüngeren Geschichte. «Alles wird gut» tönt es aus Niederhasli mit missionarischer Penetranz.

«Wenn es optimal läuft, können wir 5. werden», hatte Captain Boris Smiljanic vor Beginn der zweiten Saisonphase gesagt. Nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag in St. Gallen schien die Prophezeiung in Erfüllung zu gehen. Schien. Seither haben die Grasshoppers in acht Partien nur noch sechs Punkte gewonnen. Dass sie selbst nach Niederlagen (wie gegen Basel) über den grünen Klee gelobt werden, ändert an den Fakten nichts: Keines der zehn Super-League-Teams weist weniger Siege aus. Nur Schlusslicht St. Gallen hat noch weniger Tore geschossen.

Es sind höchst alarmierende Symptome. Dennoch bleibt es beim Rekordmeister erstaunlich ruhig. Während die anderen Teams im Abstiegskampf die branchenüblichen Notfallszenarien (Trainerwechsel) vollzogen haben, ist Sforza bei GC kein Thema. Das kann als erfreuliche Besonnenheit gewertet werden. Spätestens seit letztem Sonntag muss aber auch der Trainer in die Verantwortung gezogen werden. Eine Mannschaft, die zu einem Derby derart blutleer und uninspiriert antritt wie GC, hat möglicherweise ein Führungsproblem.

Wenig erfolgreich war auch das winterliche Personalmanagement. Die leihweisen «Ergänzungen» mit Milan Gajic und Andrés Vasquez vom FCZ sind ein Schlag ins Wasser. Der vollkommen deroutierte Gajic wurde im Derby von Sforza schon in der 37. Minute vom Platz geholt. Vasquez spielte bisher erst sieben Minuten für seinen neuen Klub. Man könnte den FC Zürich schon fast der Sabotage bezichtigen. Ob auch der frühere FCZ-Junior Innocent Emeghara fussballerisch mehr als ein trojanisches Pferd ist, bleibt abzuwarten. Als 100-m-Läufer hätte der schweizerisch-nigerianische Doppelbürger vermutlich die grösseren Erfolgsaussichten als in den gegnerischen Strafräumen…

Offenbar hat man beim Grasshoppers-Club aber ohnehin andere Präferenzen. Am Tag nach der Derbyniederlage war auf der GC-Homepage folgende Meldung zu lesen: «Dem Böögg ist es dieses Jahr rasch an den Kragen gegangen. Nach 10 Minuten und 56 Sekunden ist der Kopf explodiert. Hautnah mit dabei waren Boris Smiljanic und Ricci Cabanas als Ehrengäste und das gesamte GC-Team mit Staff als Gäste der Zunft Fluntern. Die Grasshoppers fühlten sich geehrt, aus Anlass des 125-Jahr-Jubiläums eingeladen worden zu sein und genossen das Bad in der Menge in vollen Zügen.»

Gesellschaftlich sind die Grasshoppers also unverändert hoch im Kurs. Sportlich steht ihnen eine wegweisende Woche bevor – am Sonntag mit dem Gastspiel im Basler St. Jakob Park, drei Tage später mit dem Kellerduell gegen den FC St. Gallen. Die Ostschweizer liegen zwei Punkte hinter den Grasshoppers, trotzdem sind sie der Konkurrenz aus Zürich einen entscheidenden Schritt voraus. Sie haben den Ernst der Lage längst erkannt – und können das Leben momentan kaum in vollen Zügen geniessen.

Und zu guter Letzt: Merci! Steilpass ist zum Superblog 2011 in der Kategorie Sport gewählt worden. Das ist natürlich nur dank Euren zahlreichen Stimmen zustandegekommen. Eine freudige Anerkennung und zugleich Aufforderung, weiterhin mit Herzblut über Fussball zu bloggen.

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39 Kommentare zu “Grasshoppers: Ergeht es dem Rekordmeister wie dem Böögg?”

  1. Knobel sagt:

    Warum nicht ein “Bad in der Menge” in vollen Zügen geniessen, wenn man schon von der Zunft Fluntern eingeladen worden ist? So etwas kann sehr befreiend sein. Allerdings, was am Derby von GC geboten wurde, war trist. Kein inneres Feuer, kein Sich-zerreissen. Da sollte man sich einmal die Davoser mit ihrem Del Curto vor Augen halten. Dieser Biss, dieser Einsatz wurde belohnt! Mich jedenfalls würde es im jetzigen Zustand nicht wundern, wenn es Ciriaco Sforza mit seiner Mannschaft wie dem Böögg gehen würde. Noch hoffe ich aber, dass es St. Gallen trifft. Diese Mauschelei dort, mit ihren Funktionären, verdient eigentlich nichts Besseres…

    • Franz sagt:

      Schon verständlich, dass GC die Einladung der Zunft angenommen hat. Denn so viele Zuschauer hatten sie noch nie – und werden sie vermutlich nie mehr haben. Als Aussenstehender hat man für dieses Miteinander von Geldadel und einer höchst mittelmässigen Truppe von Fast- und Halb-Parvenüs kein Verständnis.

      • Marc Fehr sagt:

        Sie sind nicht das Sprachrohr der “Aussenstehenden”. Wenn man keine Ahnung hat wie und bei welchen Leuten der GC in Zürich verwurzelt ist, sollte man nicht mitreden.

  2. Heinz sagt:

    Ist doch erfreulich, dass man Sforza arbeiten lässt. Man sieht es mit Aarau, die entlassen alle paar Monate den Trainer und wundert sich dass keine Fortschritte gemacht werde. GC hat es noch selber in der Hand. Lasst die Jungen ran, wird gejammert. Kommt nicht gleich der Erfolg wird sofort der Trainer in Frage gestellt! Da im Fussball, siehe auch FC Bayern selbsternannte “Experten” an den Steuerseilen sitzen und alles sich erlauben können, sollte man diese Leute auch mal in die Verantwortung nhemen und ein sogenanntes “Berufsverbot” erlassen. Aber die Mietglieder wählen ja Ihre Totengräber selber.

  3. Sigi Tobler sagt:

    Hallo Herr Renglli
    GC hat noch gegen YB gewonnen, 3:2. Macht es zwar nicht viel besser aber immerhin.

  4. Auguste sagt:

    hmm…, ohne liga-tauglichen sturm kann selbst der beste trainer keine spiele gewinnen. sforza holt aus dem team heraus, was herauszuholen ist, aber wenn sich der verein keine treffsicheren stürmer leisten kann, dann spielt er in der falschen liga.

    nüchtern betrachtet heisst das, dass gc nur eine siegchance hat, wenn der gegner patzt oder einen schwachen tag hat. darauf lässt sich nichts aufbauen und der gegenwärtige zerfall des clubs/fussballsektion bestätigt es. ob die einladung ans sechseläuten unterstützung oder bereits mitleid war, lasse ich mal dahingestellt.

  5. robert holzwart sagt:

    herr rennchli wäre ein super coach. der text suggeriert aktivismus wie trainer-entlassungen und mannschaftsisolation sind für abstiegskandidaten angesagt. und @franz: eigentlich sollte der sieg der tunesier-truppe vom sonntag genügen, wieso immer so unfair nachtreten….

    • marc sagt:

      @r.holzwart: Die Tunesier-Truppe bestand vergangenen Sonntag aus folgenden Spielern:
      Zürich: Leoni; Philippe Koch, Teixeira, Beda, Magnin; Schönbächler (63. Nikci), Aegerter, Zouaghi, Djuric; Chermiti (88. Buff), Mehmedi (74. Drmic). Davon sind einige Schweizer dabei (wenn den CHer ein spezielles Merkmal sein soll) und noch mehr vom eigenen Nachwuchs. Sprechen Sie bei Barça auch vom Argentiniertrupp oder bei Real vom Portugaltrupp… ?

      • Andy Dreyer sagt:

        Barca = Argentiniertruppe? Messi lebt seit er 12 ist in Barcelona, Mascherano und Gabi Milito gehören nicht zur Stammelf und spielen kaum. Barca ist vorallem eigener Nachwuchs, was ja auch an den Erfolgen der Seleccion zu sehen ist…

  6. Kurt sagt:

    Apropos Personalmanagement:
    Mario Frick (ex St.Gallen) der Hochgelobte, ist offenbar auch nicht das, was sich Sforza vorgestellt hat.
    Der sitzt seit Wochen auf der Ersatzbank und kommt zu Minuteneinsätzen!!!!

  7. gubser sagt:

    Ist doch gut, es geht schliesslich noch um etwas. Oben ist die Sache klar – Basel wird Meister. Und GC schafft es doch noch und verbleibt ganz knapp, aber verbleibt in der Super League. Was will man mehr ? Ist doch alles gut. HOPP GC !

    • FCZ Andy sagt:

      Sorry, ein Zürcher Club wird Meister und GC kann es unmöglich werden. Ergo wird es der FCZ sein und nix da von Basel!!! Hopp FCZ

  8. E. Schönbächler sagt:

    GC ist wirklich in höchster Abstiegsgefahr. Aber es ist anzunehmen dass Trainer Sforza und der Vorstand intern Klartext reden und erkannt haben dass es Matthäii am Letzten mit dem Rekordmeister ist. Doch mit dem aktuellen Kader ist halt nicht viel möglich. Smiljanic ist in die Jahre gekommen, Cabanas beschäftigt mehr die Physiotherapeuten als die gegnerischen Abwehrreihen und ein echter Knipser ist auch nicht zu finden. Aber das grösste Problem aus sportlicher Sicht ist das wirre Wechselspiel auf dem so wichtigen Goalieposten. Alle 1/2 Jahre wird ein Torhüter abgegeben und ein anderer ausgeliehen. Wer stand in den letzten 5, 6 Jahren nicht alles im GC-Tor. Ausser dem von Basel ausgeliehenen Sommer war kein wirklicher Rückhalt dabei. Obwohl Leoni und Guatelli wahrlich keine Top-Goalies sind hat in der Stadt Zürich eher GC als der FCZ ein Torhüter-Problem. Ob der junge Bürki für die Grasshoppers die Kohlen aus dem Feuer holen kann ist mehr als ungewiss. Auf jeden Fall stehen GC finanziell wie sportlich ungemütliche Monate ins Haus. Auch die schon angekündigten Transfers für die neue Saison wecken wenig Hoffnung auf eine Wende zum Guten.

  9. Fedy Hintz sagt:

    Hmm Heugümper schmecken gegrillt tatsächlich am besten.

  10. Franz Göpfert sagt:

    Noch nicht gemerkt,dass man GC absteigen lassen will?! Diese Personalpolitik, die man gemacht hat anfang Saison, sagt doch alles . gesamte Offensive weg und mit Emeghera und dem immer verletzten Renella die Saison bestreiten. Ein Witz.
    Nach dem Motto, wir müssen sparen Es kommt gut oder wir tauchen. Das hat man sicher von Anfang an einkalkuliert.
    Aus wirtschaftlicher sicht wohlverstanden. Das Stückwerk auf Dauer nervt. Ich bin soweit und sage: Lieber runtergehen und den Verein gesunden. Solange keine Geldgeber da sind. Neues Stadion, Investoren etc. So hat GC keine Zukunft.
    Das Grounding zeichnete sich schon lange ab. Und alle haben zugesehen. Ein Desaster was aus GC geworden ist.
    Und Sforza kann ja nichts anderes sagen, als es kommt schon gut. Wie soll er die Jungs sonst motivieren?

  11. Stef sagt:

    Immerhin steht jetzt endlich Bürki zwischen den Pfosten – der kann was!

  12. Beat sagt:

    Der Nobelclub will sich halt bei der besseren Gesellschaft wieder anbiedern in der Hoffnung dass die Ratten aufs sinkende Schiff zurückspringen.

  13. Daniel sagt:

    Warum all die dumm-dämlichen Stimmen der FCZ Anhänger hier? So musstet ihr doch jahrelang unter der Vorherrschaft des GC leiden, und nun macht ihr euch noch lustig über deren Misere? Ich hab mal gelernt, dass man auf’s Rote Kreuz nicht schiesst. Aber das hat dann wohl mit Erziehung, Charakter und IQ zu tun – Dinge die den meisten Modefans fehlen dürften.

    Wir wahren Fans der beiden Clubs würden die Derbys, die ganze Vorfreude und das lange Nachtreten vermissen. So war es schon mal Ende 80er Jahre, als sich der FCZ mit Basel in der NLB herumschlug. 2 verlorene Jahre sozusagen, nicht nur aus Sicht des FCZ!

    • Sigi Tobler sagt:

      So isses

    • Fabian sagt:

      Klar würden wir Derbys vermissen, allerdings nicht solche, wie wir es letzten Sonntag vorgesetzt bekamen. GC ist bereits kein wirklicher Konkurrent mehr, weshalb die Spiele gegen die Grasshüpfer bereits jegliche Emotionen verloren haben. Noch ein guter Artikel zum Thema:

      http://www.kurzpass.ch/Fussball/Super-League/ein-derby-der-nettigkeiten.html

      • kurt abächerli sagt:

        das ist jetz doch sehr kurzsichtig. und auch der sonntag war vor allem von unvermögen von beiden seiten geprägt. oder hat der kultige trend-club extra die spannung so lange aufrecht erhalten…. ganz schön cool.

      • Kraft sagt:

        @Fabian: Der FCZ war während Jahren auch kein richtiger Konkurrent, aber die Spiele haben deswegen nie an Emotionalität eingebüsst. Das Problem ist wahrscheinlich, dass beide Teams keine Spieler mehr haben (wie ein Fischer, ein Cabanas), die mit ganzem Herzen und über Jahre bei ihrem Verein sind. Die heutigen Fussballsöldner spielen vor allem für gute Verträge und für Geld, nicht mehr für Ruhm und Ehre (auch wenn das arg pathetisch klingen mag).
        Trotzdem haben die Derbies grossen emotionalen Wert, einfach für die Zuschauer. Die Stimmung war am Sonntag jedenfalls toll. Und deshalb sollten auch die FCZler hoffen, dass der GCZ oben bleibt….Vaduz oder Lugano werden keine 19’000 ins Stadion locken.

    • marc sagt:

      Nun, Daniel, ich plädiere allgemein für mehr Anstand untereinander. Dies beginnt schon bei gewissen Sprechchören, nicht nur in Zürich, auch überall anders. Und auch nicht, dass es beim FCZ generell besser tönt, aber ein Blick hierher, zeigt auch auf, warum FCZler generell ein Problem mit GC haben:

      http://www.gczforum.ch/forum/viewtopic.php?f=1&t=14985&p=367162&hilit=derby#p367162

      Leider werden in den Foren allgemein solche Dinger gesagt. Doch nicht bei allen wird es gleich wahr- oder ernst genommen. Ein Klub, bei dem Köbi Kuhn noch als Arbeiterkind durchgefallen ist, ein Klub also, der vor noch nicht allzu langer Zeit die “Wir-hier-oben”-Mentalität verteidigte, der hat es schwer, auf einmal eine andere Kultur zu verbreiten. Und ja, sicher sind die Derbys cool, und ja, ich würde sie auch vermissen. Aber darf deswegen, wie von einigen Fans gefordert, GC nicht absteigen? Sportlich gesehen, ist es mir egal, ob GC oben bleibt oder nicht. Auch Zürich war unten, Basel und andere. Die Frage ist dann vielmehr, gehts dann in Richtung FCZ oder FC Aarau?

      • Daniel sagt:

        @Marc: dann lesen Sie ja bestimmt auch im FCZ Forum, und haben dort nicht etwa die Worte “Insektenplage”, “GayClub” etc. gelesen? Falls nicht, sollten Sie dringendst einmal bei Fielmann vorbeischauen! Ich fordere ja auch nicht mehr Anstand – sticheln gehört nun mal dazu – sondern sich mal genau zu überlegen, was alles wegfällt sollte GC oder der FCZ nicht mehr der obersten Liga angehören. Sportlich hätten wir (also GC) den Abstieg verdient, keine Frage. Ich persönlich würde aber deshalb nie ein Spiel des FCZ besuchen, da lob ich mir dann 1.Liga Stadien in Tuggen und sonstwo. Alle die sich diebisch darüber freuen, werden so oder so nie verstehen worum es uns Fans geht. Es sind genau die Leute die Pyros in den Familiensektor schmeissen, oder für ein Pyroverbot plädieren. Von aussen gesehen grundverschieden, aber charakterlich ziemlich gleichgeschaltet. Kurzsichtig, dumm und asozial.

        • marc sagt:

          Tja Daniel… das mit der Dummheit ist eben schon ein Problem. Ich sage nicht, dass es im FCZ-Forum besser ist. Es geht einerseits darum, dass ich sehr wohl für mehr Anstand plädiere, v.a. was die Fäkalsprache angeht. Und zum anderen geht es darum, zu erklären, warum viele FCZ-Fans kein Mitleid mit GC haben. Es sind hier Kulturen, die aneinander abprallen. Ich wage zu behaupten, dass den meisten FCZ-Fans GC als Klub “leid” tut. Aber mit den GC-Fans tut man sich im Allgemeinen schwer, ein Grund ist eben, das Hinstellen als Bauernvolk (was ja noch ginge), und vor allem der Wunsch, dass einen die Pest holen soll. Das erinnert sehr stark an Schemas wie “oben” und “unten”. Und sportlich gesehen: Wenn GC absteigt, hat es der Klub allein in der Hand, wieder aufzusteigen. Auch wir mussten unten durch, und in der Nati B, aber ich glaube nicht, dass ein GC-Fan sagte, schade gibt es keine Derbys mehr. Der Erfolg auf nationaler und internationaler Ebene war für Klub und Fan wichtiger als ein verlotteter FCZ.
          Und dann müssten Sie sich mal nun mal noch entscheiden, was Sie wollen: das die “dumm-dämlichen Stimmen der FCZ Anhänger hier” aufhören oder ob nun “Ich fordere ja auch nicht mehr Anstand – sticheln gehört nun mal dazu” gilt. Falls Sie das Sticheln aber lustiger finden, o.k. Leider gibt es aus “sticheln” bald “Stiche” und die ufern gerne aus. Und nein, ich halte nichts davon, Pyro irgendwohin zu schmeissen. Und ja, Pyro wäre mal ein gutes Thema, ob ich nun dafür bin oder nicht. Es gibt mehr als nur schwarz / weiss.
          Nun Daniel, vielleicht trifft man sich ja, wenn ich gerade von Fielmann komme, mal an einem ZSC-Match, zu einem Bier. Sie können mir dann sagen, wie es beim Logopäden so geht. Gruess.

          • Daniel sagt:

            Ich rede nur von Sticheln, alles andere ist eh nix. Ich bin beinahe 30 Jahre GC Fan, aufgewachsen in der Stadt. 95% meiner Freunde, Clubkollegen etc. sind FCZ Fans. Denken Sie, ich hätte mir berechnend ausgesucht was ich Fan sein will? Man läuft doch dem Papi oder Götti hinterher. Damals 1981 war der FCZ am Drücker, aber die Derbys waren auch dort schon das Highlight – auch für GC Fans. Als der FCZ dann immer mehr im Keller rumtingelte, war das für mich nicht wirklich witzig, denn, wie gesagt – aufs rote Kreuz schiesst man nicht. Macht auch keinen Spass.

            Zum “Hinstellen als Bauernvolk”. Sorry, aber das ist ja lachhaft! Wer stellt sich denn gerne als “Arbeiterverein” dar? Die FCZ Fans selbst sehen sich so, niemand sonst. Der FCZ war immer einer der reichsten Clubs, denn Hotz hat die Rechnung wirklich bezahlt. Bei GC hat das niemand gemacht, bis dann Gut/ Gerber den Saustall saniert haben.

            Aber eigentlich will ich hier nicht saudoof “missionieren”. Bring nix. Will ja niemanden zum Judas machen, sie bestimmt auch nicht, oder? Aber die Pest darf euch gerne ereilen, muss ja nicht gerade bis zum bitteren Ende gehen… 😉

            Mir würde nur was fehlen, könnte ich nicht mehr sticheln gegen all die Kollegen, Freunde und Verwandte. Und, seien Sie mal ehrlich, es wäre eine ganze Ecke langweiliger in Zürich. Auf das Bier komm ich gerne zurück, aber dann doch lieber am Bellevue oder sonstwo, und nicht beim kaputt komerzialisierten Hockeyclub. Da kommen mir nämlich grad nochmals die Tränen wenn ich an die schönen Zeiten in der Halle zurückdenke…

    • 1896 sagt:

      ihr habt euch ja auch die letztebn hundert jahre über uns lustig gemacht! und jetz gleuch rumheulen weil wir euch mal 3 jahre lang von oben beobachten?? ihr wisst ja noch gar nicht was eine misere ist!

      • kurt abächerli sagt:

        du bist ja wohl auch erst vor kurzem dazugekommen und hast risi und lüdi nicht persönlich gekannt, so wie ich…

  14. Richard N. sagt:

    Bei GC ist man wohl auch so ruhig, weil der Abstieg (finanziell) nicht so dramatisch wäre. Mit dem Owner’s Club ist das Budget auf 3 Jahre hin gesichert. Auf die Zusachauerzahlen würde die Relegation auch keine grossen Auswirkungen haben. Ob sich jetzt 2’000 oder 3’000 Leute im Letzigrund verirren ist irreklevant. Ich gehe auch davon aus, dass Vontobel als Sponsor erhalten bliebe. Somit sollte man auch das Kader mehr oder weniger zusammenhalten können. Ausstiegsklauseln dürften wohl nur Salatic, Renella und evtl. Voser haben. Ich erinnere mich noch gut an den “halben” Abstieg 1992, sprich Verbannung in die Relegationsrunde. GC konnte sich oben halten, hat das Kader erneuert und ist dann mit dem jungen Chrigel Gross durchgestartet.

    • Kraft sagt:

      Schön wärs, aber leider stimmt davon fast gar nichts. Ja, das Budget ist gesichert, aber das Super League Budget. 2’000 oder 3’000 Leute? Sie waren noch an keinem Spiel. Und wie sieht der Schnitt ohne die Spiele gegen Basel und den FCZ aus? Salatic verlässt den Klub auf jeden Fall, der Vertrag läuft aus. Vosers Vertrag läuft ebenfalls aus. Renella ist ausgeliehen von Genua, nur 25% der Rechte gehören einer Investorengruppe aus Zürich. Sprich, keiner von denen hat eine ‘Ausstiegsklausel’. Der Vergleich mit 1992 hinkt gewaltig, denn damals gab es zwar Budgetkürzungen aber die Spieler hiessen damals Sutter, Elber, Vega etc., das ist leider nicht das Personal, das momentan beim GCZ aufläuft. Ausserdem war ab 94 Spadaro der Präsident und der glänzte dann ja durch grosszügige Rechnungslegung. Beim GCZ ist man ruhig, weil man keine Optionen hat. Traurig aber wahr.

      • Richard N sagt:

        Doch, doch, ich war bei allen Heimspielen dabai. So auich bei denen gegen Bellinzona mit 3’000, gegen YB mit 4’000 oder dem Publikumsrenner gegen Basel mit fantastitschen 7’000 Zuschauern. Ich bleibe dabei: Auf die Zuschauererträge würde der Abstieg keine grossen Auswirkungen haben. Zudem würden wohl auch die Sicherheitskosten tiefer sein, da weniger oder ger keine Hochrisikospiele mehr. Mit den fehlenden Alternativen haben Sie wohl recht. Aber wer im Schweizer Fussball hat die schon? Was ist denn die Akternative für Basel zu Oeri, für den FCZ zu Canepa oder für Sion zu CC?

        • Kraft sagt:

          Na ja, gegen Basel waren 8500 angezeigt, allerdings hatte es meiner Meinung nach mehr als 10000 im Stadion. Dafür waren die 3500 gegen die ACB wohl ziemlich grosszügig gerechnet. Wie auch immer, im B würden sich wohl kaum 1000 Nasen in den Letzi verirren. Und bei der Stadionpolitik würden auch dann noch lächerlich viele Sicherheitsleute das Stadion bevölkern. Zu den Alternativen: Ich wäre ehrlich gesagt nicht unglücklich, wenn sich wieder einmal ein paar reiche Zürcher dazu entschliessen würden, sich ein teures Hobby zuzulegen. Gaydoul wäre für mich bei aller Prinzipientreue nicht die schlechteste Lösung gewesen. Jetzt bleibt uns nur die ewige Hoffnung auf ein neues Stadion….

          • Richard N. sagt:

            Und Gaydoul hätte dann gleich noch Trapattoni mitgebracht. Und der dann irgend einen alten Spezi aus Italien… Kennen wir doch alles schon: Hodgson, Ailton, Tosh McKinlay (you remember). Und nach 2-3 Jahren verliert man die Lust und kauft sich halt doch eine Yacht im Mittelmeer. Wie gesagt: Der eingeschlagene Weg von GC ist schmerzhaft und mir als Fan blutet das Herz. Es ist aber wohl der einzige richtige Weg, auch wenn es ein Ritt auf Messer’s Schneide ist.

  15. Dominic H. sagt:

    Wow, gibts das? Ein Beitrag bei dem es nicht um den FCB oder Frei geht….

  16. Andy Dreyer sagt:

    Bin schon immer GC fan gewesen, und werde es auch immer bleiben. Mir geht es nicht darum ob GC ein Arbeiter- oder Nobelclub ist, sondern nur um Fussball. Ich bin ganz gewöhnlicher Mittelstand. Als kleiner Bub habe ich die erfolgreiche Zeit der 80er Jahre erlebt, und das hat mich für immer geprägt. Es half auch, dass ein bekannter Spieler damals unser Nachbar war, und wir manchmal mit ihm im Garten getschüttelet haben.
    Ich verstehe einfach diese ständige Häme und Schadenfreude von gewissen Kreisen nicht, nur weil GC das Image des Nobelclub hat und gewisse Leute im GC den Klassenfeind sehen. Wieso soll der GC nicht der Einladung der Zunft folgen? Wieso darf der GC nicht auch mal absteigen? Wieso soll man nicht an seinem Trainer festhalten? Wo steht geschrieben, dass man keine Beziehungen zu Hochfinanz und Wirtschaft pflegen sollte? Was am Ende zählt ist was auf dem Rasen geliefert wird und die Resultate. Und das hat einfach nichts, aber auch gar nichts mit Nobel- oder Arbeiterclub zu tun.
    Und noch etwas: Es sollte doch allen klar sein, dass es für Fussball-Zürich einfach viel besser ist 2 Teams in der obersten Liga zu haben. Die Derbys, die Rivalität, die Fandiskussionen etc. machen doch auch den Reiz des Fussballs aus.

  17. Peter Locher sagt:

    Dass man den FCZ immer noch als angeblichen Arbeiterclub hinstellen will, ist einfach nur lächerlich. Der Club hatte immer finanziell potente Gönner bzw. Präsidenten, von armem Arbeiterclub kann und konnte nie die Rede sein. In den 70ern war es Edi Nägeli, dann Sven Hotz und nun Canepa, das waren und sind nicht gerade arme Schlucker… GC hatte einfach immer den britischen Stil und war zeitweise schon ein wenig elitär vom Auftreten her. Wie übrigens die meisten Top-Clubs… Bevor man Häme ausschüttet, sollen die anderen Vereine zuerst einmal die Erfolge von GC erzielen (Anzahl der Meistertitel u. Cupsiege, internationale Erfolge). Dann reden wir weiter. GC hat zweifelsohne auch Fehler begangen in den letzten Jahren, aber an der Stadionmisere die massivst mitverantwortlich ist für die jetzige Situation sind sie unbeteiligt. Man hätte den alten Hardturm niemals abreissen sollen und vor allem den Stadtbehörden (Politikern) keinen Glauben bzw. Vertrauen schenken sollen. Es war ziemlich rasch klar, dass die Anwohner einen Stadionneubau (egal in welcher Form) mit allen Mitteln verhindern wollen und die Sache endlos verzögern. Und von politischer Seite kam keine echte Schützenhilfe. Man sollte versuchen, in einer Vororts-Gemeinde ein neues Stadion zu bauen. Und bis dann: DURCHHALTEN! Leider sind die Aussichten für nächste Saison nicht gut, das Kader wird wohl noch schwächer oder zumindest nicht verstärkt, was aber nötig wäre. GC darf auf keinen Fall absteigen, das ist das allerwichtigste.