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Gehört Gavranovic schon in die Nationalmannschaft?

Thomas Renggli am Samstag den 19. März 2011


Es war definitiv schon schwieriger, ein Aufgebot für die Schweizer Nationalmannschaft zu erhalten. Dies gilt zumindest für Mario Gavranovic. Der 21-jährige Stürmer brauchte faktisch einen starken Auftritt auf internationalem Parkett, um sich in die Gunst von Trainer Ottmar Hitzfeld zu spielen – vor anderthalb Wochen mit Schalke 04 gegen Valencia. Gavranovic traf dabei dreimal: das Tor, die Latte und den Pfosten.

Nun könnte der Stürmer schon im wegweisenden EM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien am nächsten Samstag zu seiner Premiere im Schweizer Trikot kommen. Die Blitzkarriere vom Bankdrücker in Gelsenkirchen zum Hoffnungsträger im Zeichen Helvetias lässt sich nicht nur fussballerisch begründen. Wären die sportpolitischen Grenzen klar gezogen, Hitzfeld hätte den Jüngling wohl noch zum Aufwärmen in die U-21-Auswahl geschickt. Eine halbe Saison in der Super League und acht (torlose) Bundesliga-Teileinsätze genügen normalerweise nicht für die höchsten Weihen. Doch Gavranovic, geboren in Lugano, besitzt neben dem Schweizer auch den kroatischen Pass. Und auf dem Balkan wird dem Heimatgefühl mit finanziellen Argumenten auf die Sprünge geholfen.

So profitierten die Doppelbürger Mladen Petric, Ivan Rakitic und Zdravko Kuzmanovic von den hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten im Schweizer Verband, um dann von der hiesigen U-21-Nationalmannschaft ohne mit den Wimpern zu zucken in die Auswahlen von Kroatien (Petric, Rakitic) bzw. Serbien (Kuzmanovic) überzulaufen. In der Schweiz dagegen ging man davon aus, dass Dankbarkeit Lohn genug sein müsste – ziemlich naiv. Dass in der «Causa Petric» der nachmalige Captain Alex Frei nicht eben eine integrative Rolle gespielt haben soll, ist eine andere Geschichte.

Bei Gavranovic will man nicht nochmals in die Doppelpass-Falle tappen. Hitzfeld hat es in der Hand: Gewährt er dem Youngstar gegen Bulgarien nur eine Sekunde Spielzeit, gibt es kein Zurück mehr. Der Einsatz in einem Ernstkampf ist verbindlicher als jeder Treueschwur. Deshalb ist der Fall klar: Gavranovic muss gegen Bulgarien spielen – auch wenn in der mannschaftsinternen Hierarchie andere vor ihm stehen. Denn die Zukunft der Nationalmannschaft hat faktisch schon begonnen. Hitzfeld muss erstmals beweisen, dass Erneuerung für ihn keine leere Floskel ist – dass er einen seriösen Plan für die «Post-Frei-Ära» in der Tasche hat…

Sehr geehrte Leser, sind Sie auch dieser Meinung? Oder finden Sie es ein falsches Zeichen, wenn Hitzfeld seine Entscheide nicht nur aus sportlichen Überlegungen trifft? Macht er sich dadurch gar erpressbar?

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70 Kommentare zu “Gehört Gavranovic schon in die Nationalmannschaft?”

  1. Dani Meier sagt:

    …es ist ja auch nicht schwierig, mit einem einzigen, richtig guten Auftritt am Duo Streller/Frei vorbei zu kommen. Die Zukunft im Sturm gehört Derdiyok. Jetzt gilt es, den idealen Partner zu finden.

    • Anja sagt:

      Nichts gegen Eren, aber schon mal die Tore von ihm und die Einsätze in der Schweizer Nati gezählt? Es sind von ihm 30 Länderspiele mit insgesamt 2 Toren. Er ist ausserdem nicht einfach ein guter Spieler bloss weil es ihn in die BuLi verschlagen hat, denn dort gehört er nicht zum unbestrittenen Stamm sondern zum erweiterten Stammkader, kommt öfters als Einwechslungsspieler rein.

      Das Problem ist für mich dass im Mittelfeld zu wenig agressiv agiert wird, es gibt meiner Meinung nach zuwenig brauchbare Bälle in den Sturm. Und mir fehlt so ein robuster kampfstarker Spieler wie Beni Huggel, der nicht dazu da war elegant auf dem Feld auszusehen aber der den Gegner gut gestört hat.
      Im übrigen Strelller hat (wenn man seine Verletzungen mal abzieht) 36 Länderspiele und 12 Tore gemacht und die Quote von Aelx Frei sollte erstens bekannt sein und zweitens ist der Diskussionspunkt bald beendet. Ich freue mich dass Gavaranovic sich für die Schweiz entschieden hat, denn hier hat er, wenn er sich so gut weiterentwickelt, eher die Garantie einen Stammplatz in der Nati zu erobern denn einen Offensiv Allrounder haben wir so nicht in den Reihen. Ausserdem hat sein U21 Trainer Herr Tami sich sicherlich mit Herrn Hitzfeld wegen Mario Gavranovic zusammengesetzt. Ist Herr Tami also unfähig Talent und Können zu erkennen? Wie oft beschäftigt hier sich einer mit der U21 wenn sich nicht gerade mal sich für ein Turnier qualifiziert hat? Wie man es macht es scheint nicht richtig zu sein. In dieser Hinsicht hat Herr Hoeness in dem Interview dass er kürzlich über Otthmar Hitzfeld und die Erwartungen der Schweizer an ihn und das Team schon recht. Und wer meint Mario Gavranovic hätte mit Kroatien mehr Chancen an die WM zu kommen, soll mal schauen wo Kroatien an der WM’06 und WM’10 war. Daheim auf dem Sofa nämlich.

      • Antonio sagt:

        Anja mädchen kroatien war bei der wm 2006 dabei ok, und zu gavranovic soll er doch für die schweiz spielen den bei kroatien könnte er ja so wieso nicht spielen weil er scheiße ist, kroatien hat top-stürmer die ihn den besten ligen der welt spielen und noch was kroatien hat ja überhaupt kein interesse an ihm gezeigt.

        • Benj S. sagt:

          Super Kommentar Antonio!!! Du bist der Kenner!!! Magath, Tami, Hitzfeld, Schürmann sind alles Idioten die Keine Ahnung von Fusball haben und ihre Spieler überhaupt nicht einschätzen können. Ach ja und das “madchen” war ganz billig! In diesem Sinne, erst informieren, dann denken und erst dann Schreiben. Danke

        • luca sagt:

          sorry antonio aber du hast echt keine ahnung von fussball. verstecke dich lieber in ein loch und mach selbstgespräche. alles andere ist doch nur peinlich

    • Severin Brunner sagt:

      Mich regt auf, mit welcher Einfältigkeit hier die Nati diskutiert wird. Es sind immer dieselben Themen: Alle Nicht-Basler sind gegen Streller und Frei. Langsam regt mich das extrem auf. Aber auch einer wie Gavranovic, der noch nicht so viele gute Auftritte hatte, überzeugt mich nicht. Hitzfeld überzeugt mich übrigens auch nicht ..

      • Dani Meier sagt:

        Frei hatte eine gute Zeit. Derdyok ist kein Joker-Spieler, er schiesst die Tore, wenn er von Anfang an spielt. Wer sich etwas mehr als nur mit der Nati und denn verwöhnten Bebbis interessiert, weiss das (gell Brunner)…

  2. Knobel sagt:

    Die Nomination von Mario Gavranovic kam für mich überraschend. Irgendwie ist er mir gar nie aufgefallen. Und doch, sein Auftritt in der Champion League war ein richtiges Highlight. Dazu kommen klar die verbandspolitischen Überlegungen, Gavranovic in UNSERE Nati einzuverleiben, bevor er in die kroatische abspringt. Im Moment neige ich dazu, diese Nomination zu unterstützen. Gut, einen weiteren jungen Spieler zu bringen. Nur, mein Vertrauen in Hotzfeld ist ziemlich dahin. Für mich ist er halt eben zu viel Taktiker, als Motivator. Wir werden sehen.

  3. Hannes Estermann sagt:

    1 ) Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling,,,,,,,,,deshalb Geduld zeigen auch von all den Möchtegern-fachleuten im Land.
    2 ) Hr.Hitzfeld musste so handeln ,sonst hätte man ihm u.dem Verband wieder (nicht einmal falsch )nach gesagt,dass
    sie sich zu spät um die Doppelbürger Fussballer kümmere.
    3 ) Also lieber 10 unerfahrene ,willige Junge als nur noch einmal ein Frei in der Nati-ich anerkenne seine sportlichen Verdienste,
    kenne aber durch einige Nebenspieler auch sein spez.Charakter- betreffend Ego.
    Es war in all den Jahren nicht nur,der mir bestens bekannte Fall Petric-aber hier trägt der Verband und der jeweilige Trainer
    auch seine Teilschuld.
    Freuen wir uns auf “viele” Gavranovic-dem anderen sei nochmals gedankt und lassen in frei-hoffentlich ohne Rückkehr !

    • josé bütler sagt:

      @hannes estermann: es würde mich interessieren was genau im “fall frei-petric” passiert ist. immer wieder geistern gerüchte und legenden durch die presse. sie sagen, der fall ist ihnen bestens bekannt … ;o)

  4. von Arx Karl sagt:

    Gavranovic rein , Frei und weitere Senioren über 30 raus!

  5. René Meier sagt:

    Ich habe einen Kollegen aus Kosovo (Doppelbürger Schweiz & Kosovo), er spielt in der 5. Liga. Man sollte ihn möglichst rasch in die Schweizer Nationalmannschaft aufbieten, damit er nicht abgeworben wird.

    • Severin Brunner sagt:

      Lass nicht so einen Scheiss raus hier.

      • Lieber Herr Brunner,
        falls Ihnen das nicht aufgefallen ist: Es handelt sich bei Herr Meier’s Aussage höchstwahrscheinlich um reine Ironie.

        • Severin Brunner sagt:

          ganz ehrlich ?

        • luca sagt:

          was lauft met üch. de gröscht teil do esch nor behendert! klar eschs ironisch gmeint aber zwösche 5. liga ond bundesliga/champions league esch en chline onterschied. ond wenn sogar de raul ond magath sehr viel vo ehm haltet de hets glaubs chli meh dra als üchi amateur biträg. oder ned? ond de magath esch ned äine wo eifach so uf äine ohni talent setzt. vo dem här.. schach ond matt!

  6. josé bütler sagt:

    erstmal herzlichen dank für die spannende themenwahl!
    die entscheidung von hitzfeld den stürmer mario gavranovic für das em-quali spiel gegen bulgarien aufzubieten ist zu 100% richtig und dafür gebührt hitzfeld auch ein lob. es wäre fatal für die schweizer offensive, wenn sich neben petric, rakitic und kuzmanivic ein vierter hoffnungsvoller secondo gegen die schweizer nati entschieden hätte. gerade im offensivbereich benötigen wir dringend junge und dynamische spieler mit einer gewissen schlitzohrigkeit. klar, der leistungsausweis von gavra ist noch nicht berauschend, aber trotzdem ist es richtig den doppelbürger an die schweiz zu binden.

  7. Philipp sagt:

    Hitzfeld täte gut daran, Gavranovic an die Schweiz zu binden. Und erpressbar oder nicht: es scheint so, aber was wäre die Alternative? Ihn nicht aufbieten und hoffen, dass er nicht für Kroatien spielen wird? Hat ja in der Vergangenheit gut geklappt.

  8. sepp z. sagt:

    Dass Alex Frei auch -unvermeidlich- wiederholt in diesem Text auftaucht, unterstreicht einmal mehr, wie wenig man in Sachen Nati, Tore schiessen und Stürmerfrage an ihm vorbeikommt. Es wird ein paar Jahrzehnte dauern, bis wir wieder einen Stürmer haben, der die Schweiz zuverlässig an die EMs und WMs schiesst.

  9. zürich8005 sagt:

    Alex beFREIen von der Nati.
    Gavranovic für die Zukunft sichern.

  10. Mike Glarner sagt:

    Gavranovic wurde nicht einfach per Zufall bei den Junioren von Schalke aufgenommen. Da haben deutsche Experten schon früh sein Talent entdeckt, welches in der Schweiz nicht wahrgenommen wurde. Ausserdem erzielte er für Schalke bereits einen enorm wichtigen Treffer beim Cup-Viertielsfinal-Sieg gegen Nürnberg (den Siegtreffer zum 3:2 für S04 schoss übrigens Julian Draxler, ein weiteres Schalke Talent). Mario hat also in 10 Pflichtspielen bereits 2 Mal getroffen und das jeweils in 2 enorm wichtigen Partien. Wieso soll so einer nicht in der Lage sein auch in Sofia oder London seine Tore zu machen?

    • turi sagt:

      genau, ist damals als sehr junger spieler schon in xamax positiv aufgefallen

      • Adrian Schmid sagt:

        Bravo! Wenigstens jemand der eine wirkliche Ahnung von der Bundesliga hat und weiss, dass Gavranovic wesentlich mehr Spiele bestritten hat als nur ein Champions League Spiel gegen Valencia. Huntelaar ist zwar immer wieder angeschlagen aber langsam aber sicher dürfte es für ihn kritisch werden mit dem Stammplatz, sofern Gavranovic so weiter spielt und der neue Trainer ebenfalls auf ihn setzt. Am Wochenende hat er auf jedenfall wieder 71. Minuten gespielt – von wegen Teileinsatz Herr Rengglil!!! Unter Teileinsatz wird in der Regel verstanden, dass er nach 75-80 Minuten eingewechselt wurde.

  11. bruno sagt:

    Er machte ein gutes Spiel in der CL. Im letzten Bundesligamatch wurde er nach schwacher Leistung zu recht ausgewechselt. Bei uns meinen gewisse Experten immer wieder, dass ein Spieler, der 2x hintereinander einen genauen Pass spielt oder gar ein Tor schiesst, in die Nati gehört. Das ist vor dem nächsten EM-Quali-Spiel höchstes Risiko. Nur gut, geht es nicht um die Goalie-Position.

  12. Tobias Hans sagt:

    naja, es scheint auch nicht allzu schwierig zu sein ein nati-aufgebot als stürmer zu bekommen. wenn ich mich recht erinnere war doch beim letzten spiel nassim ben khalifa dabei, welcher bis dahin nur bei den reserven in der deutschen regionalliga gespielt hat.
    es scheint aber noch einfacher zu sein, ein aufgebot für die position als torwart zu bekommen. ein gutes spiel oder eine miserable saison beim tabellenletzten reichen, um zumindest als ersatz aufgeboten zu werden. david zibung sollte da ja eigentlich im vorteil sein, aber offensichtlich mag ihn keiner der experten und nationaltrainer… tja, vielleicht sollte auch er die nächste vorrunde auf der bank verbringen, denn dann würde er wahrscheinlich an der euro spielen…

  13. Heinz Lüthi sagt:

    Ob O, Hitzfeld mit Gavranovic richtig entschieden hat, wird sich nach dem Bulgarienspiel entschieden haben. Hoffentlich kann der Jungspund die Chance nützen und vielleicht sogar die Nati einer EM- Qualifikation näher
    bringen. Also: Daumen drücken!!

  14. David sagt:

    Obwohl Gavranovic ein vielversprechendes Talent ist, finde ich die Strategie des SFV fragwürdig. Wenn er so wichtig für die Zukunft ist, warum ihn nicht schon nominieren und einsetzen, BEVOR er in der Bundesliga/Championsleague auf sich aufmerksam macht? Wegen 1 oder 2 guten Spielen ist er noch kein wichtiger Spieler für die Nati. Das sieht sicher auch Hitzfeld so. Um nicht unnötig den Kroatischen Verband ins Spiel zu bringen, hätte man ihn doch für das Malta-Spiel aufbieten und da einsetzen können, und die Sache wäre geregelt. Ich wiederhole: wenn er so wichtig ist für die Zukunft der Nati, muss man doch nicht warten, bis er in der Champions League ein Tor schiesst. Auf ähnliche Art und Weise hat der SFV anno dazumal Neuville verpasst. Spielte bei Teneriffa ganz gut, aber nein, man wartete und schlief, und schon hatten sich ihn die Deutschen geschnappt.

    • Matthias sagt:

      Gemäss den FIFA-Statuten ist für die definitive Anbindung eines Spielers an einen Verband ein Einsatz in einem Wettbewerbsspiel nötig, dadurch hätte ein Einsatz im Malta-Spiel hier nichts gebracht (Ausführungsbestimmungen zu den FIFA-Statuten, Art. 18), dann gab’s glaub ich auch eine Regelung, die besagt, dass man bis 21 den Verband wechseln kann (diese konnte ich allerdings auf die Schnelle nicht finden..).
      Gavranovic wurde im letzen November 21, somit ist das Spiel gegen Bulgarien die erste Möglichkeit, ihn an die Schweizer Nati zu binden.

  15. Karl Eigenmann sagt:

    Auch wenn immer gesagt wird, dass der Trainer die Nominierungen macht, glaube ich, dass es in der Personalie Gavranovic, der Verband war, der das durchdrückte und zwar mit gutem Grund. Ich verstehe den Frei sogar, dass er den Petric sozusagen desintegriert hat – Petric ist Züricher, hat Talent und ist auch spielerisch dem Frei überlegen – solche Konkurrenz muss man los werden, wird sich der Frei gedacht haben. Was ich hingegen nicht verstehe ist, dass man am Glauben festhält, sich für die EM 2012 noch qualifizieren zu können. Es wäre JETZT an der Zeit, die Nati auf die WM 2014 auszurichten und entsprechend aufzubauen. Da ist die Nominierung Gavranovic’s sicher ein erster, aber zu dezenter Schritt. Noch immer besteht in der Nati eine “Leistungsträger-Achse” aus Spielern, die in den Siebzigern oder anfangs der Achziger geboren wurde – das verstehe ich nicht. Insbesondere verstehe ich auch nicht, dass Frei, obschon er seinen Rücktritt auf weiss ich nicht wann erklärte, noch immer aufgeboten wird – als sei es ein Wunschkonzert – respektlos gegenüber jenen Spielern, die sich aufzudrängen versuchen. Was hat ein Schwegler im Aufgebot verloren? Die Eintracht ist im freien Fall und Schwegler dort ein “Leistungsträger”…. Gavranovic hat immerhin ein Tor in einem CL-Achtelfinale erzielt, wie viele aktive Schweizer gibt es, die das von sich behaupten können?

  16. Hartmut Schnellmann sagt:

    Mario hat sich absolut richtig entschieden. Jeder, welcher Doppelbürger ist, wird aber verstehen können, dass man hin- und hergerissen ist. In einer Zeit der diskriminierenden Abstimmungskampagnen und fremdenfeindlichen Tendenzen in der Gesellschaft ist es berechtigt, sich also Secondo zu frogen, für welches Land man spielen will. Die Behauptung, dass bei Petric und Rakitic Geld im Spiel sein soll, die hätte ich gerne noch belegt. Wie viele Millionen müssten das wohl sein? Ich freue mich darauf, das Leibchen von Gavranovic zu kaufen und es neben das von Petric im Schrank aufhängen zu dürfen.

  17. Gloor Marcel sagt:

    Gavra und Eren könnten in der Tat ein gutes Duo werden. Eren “die Rakete” Derdyiok reisst Löcher und Gavra verwandelt die Hereingabe. Sämtliche Tore von Gavra beruhen auf gute Vorlagen von Mitspielern ohne dass er selbst viel Vorarbeit leisten musste. Daher ist es für die CH-Nati wichtiger endlich mal einen off-MF zu haben der die Stürmer anständig füttert. Da seh ich mit Abstand das grösste Problem unserer Nati. Ich freue mich jedenfalls auf kommendes WE und den Match gegen die Bulgaren. HOPP SCHWIIZ!

  18. danny sagt:

    Ist schon krass wie wir Schweizer uns an jedem Strohalm festhalten müssen. Jetzt setzt man diesen Jungen ein um ihn möglichst nicht an sein eigentliches Heimatland zu verlieren. Früher mussten sich Spieler mit mehreren Auftritten beweisen. Heute wo diese Multikultitruppe nicht das hielt (und nie tat) was sie im allg. versprach, zieht man nun alle Register um doch mal vom Fleck zu kommen.

  19. Ruedi Lanz sagt:

    Ich finde es korrekt, Gavra vorsorglich ein paar Minuten spielen zu lassen, um ihn für alle Fälle an die Schweizer Nati zu binden. Ansonsten habe ich das Vertrauen in die Personalpolitik von Hitzfeld schon lange verloren. Das Ausscheiden an der WM, durch die lachhafte Aufstellung gegen Chile verursacht, werde ich ihm nie verzeihen!

    • josé bütler sagt:

      @r. lanz: die aufstellung gegen chile ging ja noch, da chile in der südamerika quali-gruppe sehr stark spiele konnte ich die defensive aufstellung gegen chile noch einigermassen akzeptieren. lachhaft finde ich hingegen die aufstellung gegen honduras. da wusste man von anfang an, dass nur ein SIEG mit zwei toren differenz für die achtelfinals reichen würde und dann so eine defensive aufstellung …

  20. milan sagt:

    klar, der leistungsausweis von gavra ist noch nicht berauschend, aber trotzdem ist es richtig den doppelbürger an die schweiz zu binden. es wäre fatal für die schweizer offensive, wenn sich neben petric, rakitic und kuzmanivic ein vierter hoffnungsvoller secondo gegen die schweizer nati entschieden hätte. gerade im offensivbereich benötigen wir dringend junge und dynamische spieler mit einer gewissen schlitzohrigkeit. Ich habe einen Kollegen aus Kosovo (Doppelbürger Schweiz & Kosovo), er spielt in der 5. Liga. Find ich übrigens auch. Gruntz

  21. Mike Ribary sagt:

    Wir brauchen keine Petric, Rakitic und Kuzmanovic in der Schweizer Nati. Diese Spieler sollen dort spielen wo sie her kommen, aber der Schweizer Fussballverband soll von diesen Länder eine Ausbildungsentschädigung verlangen. Wenn solche anscheinend so gut integrierte Spieler sich mit 20 Jahren noch fragen müssen zu welchem Land sie gehören, stimmt so oder so etwas nicht. Und ehrlich gesagt so gut sind sie nicht damit wir nicht auf sie verzichten können. Und noch etwas zu Hitzfeld, auch ihn sollte man nach der Gegenwart beurteilen und nicht was er vor 10 – 20 Jahren erreicht hat.

    • John Hednsteve sagt:

      Lieber Mike, ohne die ic’s und gülübüz’z ist die schweizer Nati nur tiefes Mittelmass. Wollen Sie das? Und es ist doch absolut verständlich, dass sich so ein junger Spieler genaustens überlegen muss, für welches Land er spielen möchte. Ich bitte um mehr Toleranz…

  22. Merian sagt:

    Hitzfeld hat gar keine andere Wahl, dass Spiel muss gewonnen werden, da muss er möglichst viel Offensivkraft mit an Bord haben. Wer weiss vielleicht wird Yakin für das Bulgarien-Spiel gar als Mittelfeldspieler gesehen, dann hätte man noch drei Stürmer und einen Vierten bräuchte es da schon noch. Und wer soll das sein? Ben Khalifa? Mehmedi? Nein, da ist Gavranovic wirklich die beste Wahl.

  23. Stefan Batt sagt:

    Seien wir doch ehrlich: Hitzfeld hat sich mit der vorzeitigen und unnötigen Vertragsverlängerung selbst dermassen unter Druck gesetzt, dass er schlicht nach jeden einigermassen vielversprechenden Strohhalm greift. Denn tauchen wir gegen Bulgarien, sieht seine Gesamtsituation noch mal eine Spur trüber aus als jetzt schon. Gavranovic hat ja eventuell schon Potential, aber vermutlich will man ihn einfach möglichst rasch ans Schweizer Ufer ziehen. So einfach ist das!

  24. Stefan Lüthi sagt:

    Abgeworben???? mit Geld??? Sie machen wohl Witze. Im Kroatischen (aber auch in anderen Verbänden auf dem Balkan) Verband fliesst bei Weitem weniger Geld als im Schweizer Fussball. Mag sein dass bei uns jede Menge Korruption im Land ist, aber bei uns appelliert man an das Herz und die Inspiration als Sohn der Diaspora für die Heimat der Eltern zu spielen. Deshalb halten wir auch die Hand vor die Brust bei der Nationalhymne und wir nennen unsere Nati auch ‘Vatreni’ (die Feurigen). Sie wissen wohl auch nicht was Fussball für Völker bedeutet welche gerade einen Krieg hinter sich haben. Dieses Zusammenstehen wird man in der Schweiz niemals zustande bringen auch aus politischen, ökonomischen und auch Mentalitätsgründen. Ich bin auch ein Secondo, doch werde ich niemals mit soviel Eiffer die Schweiz anfeuern wie ich es für Kroatien tue. Blut ist nunmal nicht Wasser.

  25. Darko Matic sagt:

    Entscheidend beigetragen zum Verbandwechsel von Petric und Rakitic haben eher diejenigen welche einerseits in den letzen 20 Jahren den ‘Jugo’ zum nationalen Feindbild machten (heute sind es wohl die Deutschen), und danach andererseits so etwas wie Loyalität erwarten. Leute wie Mladen Petric haben das sicher in ihrer Jugend mehr als einmal erlebt. Dass sich Gavranovic für die Schweiz entschieden hat ist sicher als ein Zeichen gelungener Integration und als Beitrag Kroatiens zur Vielfältigkeit der Schweiz gesehen werden. Dieses Beispiel hatten die Kroaten schon an der WM 2006 erlebt als gegen Australien 15 Kroaten auf dem Feld standen. Hier bei der Nati wird er ja fast nun in einer Söldnertruppe spielen mit vielen anderen Ex-Jugos und Secondos und dazu beitragen die Schweizer Inferioritätskomplexe im Fussball zu vermindern. Wir haben noch genug andere Talente, viel Glück Mario.

  26. n.v. sagt:

    Bei Petric und Rakitic hat es der SFV verschlafen diese beiden für die Schweiz zu gewinnen (beide wären Stammspieler, da grosse Klasse). Bei Gavranovic darf der SFV nicht nochmals den gleichen Fehler machen. Gavranovic hat sicher Talent, aber hiesse er Meier oder Müller, dann hätte er momentan ein Aufgebot für die U-21. Sicher floss bei Petric und Rakitic auch Geld von Kroatien, das gleiche würde mit Gavranovic passieren. Irgend was läuft falsch, der SFV investiert in Spieler, danach spielen diese für ein anderes Land, das müsste unterbunden werden (SFV/FIFA?). – Geht über die Bücher!

  27. Andy Green sagt:

    Warum sollte man Gavranovic nicht aufbieten? ich nehme mal stark an, dass Hitzfeld nicht wie andere selbsternannten Experten erst beim CL-Spiel auf ihn aufmerksam geworden ist. Der profitiert wahrscheinlich bei den Trainings mit Raul, Farfan, Huntelaar und Co schon mehr als viele andere Stürmer in der Suppen-Liga. Das Problem für ihn ist eher der Trainerwechsel auf Schalke, Rangnick wird vielleicht nicht mehr konsequent die Jungen immer wieder einsetzen. Gavranovic kann noch ein Grosser werden, was ich bei Derdiyok, Inler, Barnetta schon lange nicht mehr glaube. Die stagnieren seit Jahren

  28. Ronny sagt:

    Gavra spielte ein sensationelles Halbjahr bei Xamax. Spieler der kleinen Vereine werden aber äusserst selten in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Hätte er diese 6 Monate bei Basel oder FCZ gespielt, wäre er wohl schon zur WM gefahren. Wenn Tagi, Blick oder SF einen Spieler lange nicht beachtet hat, ist er deswegen nicht umbedingt eine Eintagesfliege. VonBergen und Margairaz erhielten übrigens auch erst ein Aufgebot, als sie beim FCZ “entdeckt” wurden.

    • yorgi sagt:

      Aber Von Bergen und Margairaz haben aufgrund von spielerischen resp. körperlichen Defiziten auch kein Aufgebot verdient.

  29. John Hednsteve sagt:

    Die Frage, ob Gavranovic schon in die Nationalmannschaft gehört, ist relativ einfach zu beantworten: JA!

  30. samuel sagt:

    Sobald der Zug für die EM endgültig abgefahren ist, soll Hitzfeld alle Fussballtalente mit zwei Pässen aufbieten! Am besten gleich alle U17 Weltmeister.

  31. René Meier sagt:

    Die Spieler in der Nationalmannschaft sollten SVP-Mitglieder sein.

  32. Milan sagt:

    ach kommt, jeder der meint, bei den entscheiden von leuten wie petric (“ich würde niemals zum sch***** fc basel gehen”, ähä, alles klar), rakitic und konsorten würden heimatgefühle oder lyalität irgendeine rolle spielen, ist einfach nur blauäugig.
    es geht einfach immer nur darum, wo’s mehr zu holen gibt. sei’s lohn oder erfolg. vielleicht hat es etwas mit der herkunft zu tun, dass es bei diesen leuten etwas stärker ausgeprägt ist? in jedem fall entspricht es aber dem heute gültigen zeitgeist und ist somit wohl auch legitim und macht darüber hinaus jeden und alle irgendwann und irgendwo erpressbar, welche in einem “business” erfolg haben wollen (eben auch einen SFV). ob uns das nun passt, oder nicht.
    btw, einer meiner lieblingsfussballer hatte dasselbe schon vor jahrzehnten gemacht und damals gab’s keine solche diskussionen (osder zumindest nicht in diesem ausmass): roberto di matteo wird jedenfalls auch heute noch mal in ein WM studio eingeladen! 😉

  33. Die Systeme in den Integrationsnationen sind überall die gleichen im Fußball. Gute Ausbildung, schnelle Förderung und Berufung.
    Jeder der über einen längeren Zeitraum Leistung bringt soll seine Chance bekommen, wenn kein Besserer da ist – Erbhöfe trotz
    dauerhaft mangelnder oder durchschnittlicher Leistung braucht auch keiner. Das Problem ist eher die “Maschinerie” um diese jungen Spieler herum – da schneien nach ein paar guten Ligaminuten sofort die “Millionenangebote” rein und die Medien freuen sich
    über den Next Top Fussballer….die Spirale dreht sich immer schneller und die Beispiele von den Jungs, die es wirklich schaffen als
    Fußballer, Mensch und mit ihrem Umfeld zu reifen kann man an einer Hand abzählen.
    Aber wie groß muss die Not sein einen jungen Spieler der bei den Erwachsenen gerade mal das Laufen gelernt hat in eine Nationalmannschaft zu berufen, obwohl er auch erst einmal bei den Junioren nachweisen müsste, dass er auf dem Niveau ist.

  34. Chelsea Fan sagt:

    Wenn er nicht spielt, wird er möglicherweise für Kroatien auflaufen. Das wäre insofern schlimm, weil im Sturm ausser Derdiyok kein Stürmer unter 30 ist (Frei, Streller, Yakin)
    Ob er aberwirklich zum Stammspieler in der Nati avanciert steht in den Sternen.

  35. Auguste sagt:

    hmm…, wenn das qualifikations-heil unserer nati in der em-quali auf den international doch noch recht schmalen schultern wie jenen von mario gavranovic liegen soll, dann sehe ich etwas schwarz. bemerkenswert ist aber, dass sich der junge mann bei felix magath einen platz im schalker team erspielt/erkämpft hat und das ist keine unbedeutende leistung.

    trotzdem, etwas weniger lotterie-charakter könnte dem nati-aufgebot nicht schaden.

  36. Helmut M. sagt:

    Gavranovic? Unbedingt!! Endlich mal eine neue Kraft, neuer Wind. Hoffentlich spielt auch wieder mal Dzemaili. Hopp Schwiiz. Ich habe ein gutes Gefühl für Samstag.

  37. Adrian Schmid sagt:

    Dieser Blog und viele Kommentare zeigen deutlich auf, dass die meisten Schweizer neben Axpo Gurkenliga & Champions League nicht den blassesten Schimmer haben, was auf europäischen Fussballplätzen wirklich abgeht!! Herr Renggli, Gavranovic spielt seit Wochen von Beginn an und hat teilweise sogar den Vortritt vor Huntelaar (aus Ihrer Sicht wahrscheinlich ein Weltklassestürmer) erhalten. Man sollte vielleicht zwischendurch ein wenig Bundesliga schauen und sich auch ausserhalb der Spieltage damit befassen bevor man einen solchen Mist in einen Blog stellt. Gavranovic gehört ab sofort in die Nati – oder haben sie einen Besseren? Frei/Streller/Derdyok treffen sporadisch aber nicht konstant (die beste Zeit von Frei ist schon lange durch – international). Nach einer Niederlage werden Veränderungen gefordert, sind die Veränderungen da, werden sie so gut es geht schlecht gemacht. Im übrigen, hat er gestern wieder 71 Minuten für Schalke gespielt, was normalerweise nicht als Teileinsatz in Ihrem Sinne bezeichnet wird. Gavranovic wird seinen weg gehen und der Nati noch viel Freude bereiten!

  38. Ben sagt:

    ich möchte noch einmal in Erinnerung rufen, dass die CH mit einer Multikulti-Truppe (das war nicht wertend gemeint!) U-17 Weltmeister wurde. Nicht deshalb sonder weil Gavra unbestitten Qualität mitbringt sollte er für die Schweiz spielen. Und sorry, wirkliche Alternativen gibts nicht, aber ich lasse mich gerne belehren.

  39. E. Schönbächler sagt:

    Marco Schönbächler würde ich gerne in der Nati sehen. Natürlich ist hier auch Einsiedler Lokalpatriotismus dabei doch so gut wie die diversen Spieler die im Ausland auf der Bank sitzen ist er sicher.

    • yorgi sagt:

      nein ist er sicher nicht. Und wer ausser Senderos und Padalino, die schon ewig nicht mehr im Nati-Aufgebot waren, sitzt auf der Bank?

  40. homer sagt:

    Gavranovic hatte keine Blitzkarriere.

    Felix Magath holte ihn und hat ihm nichts versprochen, ausser dass er es schwer haben würde, sich durchzusetzen. Er spielte lange nicht, war meist nicht mal im Aufgebot. Dann gab es einmal ein Interview in einer deutschen Zeitung wo sich Gavranovic etwas Luft machte und zeigte, dass er nicht glücklich war mit der Situation. Magath reagierte darauf indem er durchblicken liess, dass Gavranovic ganz nahe an der Mannschaft sei und einfach weiterkämpfen müsste. Huntelaar schoss immer noch keine Tore und so begann Magath Gavranovic mit Teileinsätzen auf das hohe Niveau vorzubereiten. Gavranovic spielte ansprechend und durfte immer mehr Minuten spielen und dann begann er sogar noch Tore zu schiessen. Das Ottmar Hitzfeld einen Spieler an die Schweiz binden will, der sich unter Magath in einem 40 Mann Kader festgesetzt hat, ist sehr weitsichtig. Gavranovic wird kaum die Schweiz zur EM schiessen aber er kann die zweite Hälfte (neben Derdyok) des Sturmduos für die Zukunft sein!

  41. peter claudemir sagt:

    sie bringens wieder einmal auf den punkt, thomas renggli, auch in dieser sache hat alex frei schuld, dass petric sich gegen die schweiz entschied, wie sie implizieren. dank journalisten wie ihnen, die die hetzkampagne gegen die person (nicht den fussballer) frei geführt haben, wird genau dieser gavranovic einer sein, der das bild der nati prägen wird. ich bin sicher, dass irgendwann in den nächsten jahren sogar ein fanatiker wie sie dem besten schweizer torschützen aller zeiten nachtrauern wird. ich glaube es wird nicht so einfach, sich für die nächsten 4 endrunden zu qualifizieren, so wie das heuer gelungen ist…