Archiv für die Kategorie ‘Sound’

Mas Ricardos letzte Party

Alex Flach am Montag den 21. August 2017
Rici legt in den 90ern auf.

Diese Frisur war tatsächlich mal in.

Die Afterhours im Oxa, die Feten im Rümlanger Grodoonia, das Partylabel Tarot und der Club Sensor – das sind allesamt 90er-Meilensteine des Zürcher Nachtlebens, die zwei Köpfen entsprungen sind. Der eine gehört Ramesh Pednekar, der sich längst aus dem Nachtleben zurückgezogen hat, der andere Ricardo Abenojar Giralte, besser bekannt unter seinem DJ-Pseudonym Mas Ricardo.

Im Gegensatz zu Pednekar ist er heute noch da und sein Name prangt immer wieder mal von einem Party-Line Up. In diesen Tagen wird er 50 Jahre alt und am kommenden Freitag organisiert er im Supermarket seine allerletzte Party. Auflegen wird er zwar weiterhin, aber als Veranstalter wird «Rici» seine persönliche Zürcher Partygeschichte abschliessen: Es ist das Ende einer Ära.

Angefangen hat alles 1991, als er zusammen mit seinem damaligen WG-Kumpel Ramesh seine erste Party organisierte. Es folgten die ersten Tarot-Partys in der Magic Factory, der Alten Börse und auch im Kaufleuten, das damals noch kein Club, sondern eine Eventlocation war. Zur Afterhour, die erste ihrer Art in der Schweiz, wurde Tarot erst 1993 und in seinem finalen Zuhause, dem Oxa.

Mas Ricardo erinnert sich: «Zu Beginn hatten wir nicht gross Zulauf. Damals stand noch der legendäre Helikopter im Oxa, den auch DJ Hell geliebt hat. Es war alles recht familiär: DJs wie Westbam und Sven Väth sind nach ihren Zürcher Sets am Vorabend zu uns nach Oerlikon feiern gekommen. Damals gingen die Partys ja nur bis 4 Uhr morgens, wir haben dann ab 5 übernommen».

Der grosse Durchbruch für Tarot kam etwas später, als das Oxa umgebaut und der Helikopter entsorgt wurde. Ab dann standen die Clubber am Sonntagmorgen in Scharen (sie reisten aus Deutschland, Frankreich und Österreich an) an der Oxa-Kordel und Mas Ricardo war plötzlich einer der wichtigsten Macher in der Pionierzeit des Zürcher Nachtlebens – ein König dem man hofiert.

1994 organisierte er mit Partnern seine erste Afterafterhour im Grodoonia, Partys die jeweils dann startete, wenn die Afterhours im Oxa am Sonntagnachmittag endeten. Kurz danach gründete er zusammen mit Bruno Schiavone, Thomas Noser und Ramesh Pednekar den Sensor, ein Club in Oerlikon für mehr als tausend Gäste in einem Gebäude, das 1999 abgerissen wurde.

Bereits 1996 war  mit den Partys im Grodoonia Schluss und das Oxa hat er dann 2002 verlassen. Mit Folgeprojekten wie dem Partylabel Flinke Finger vermochte Mas Ricardo nicht an seine alten Erfolge anzuknüpfen, zu eng war sein Name mit seinen Marken verbunden die nun unter «Nostalgie» abgelegt waren – neue Partylabels und Clubs hatten ihren Platz eingenommen.

Sollte er deshalb mal verbittert gewesen sein, so hat man ihm das ausserhalb des Kreises seiner Engsten nie angemerkt. Selbst wenn er das Heute mit dem Früher vergleicht schwingt bei ihm keine Wehmut mit: «Klar ist heute die Euphorie der Anfangszeit weg, die nährte sich ja aus einem Pioniergeist, den es heute nicht mehr braucht. Aber ‘professioneller’ bedeutet keineswegs auch ‘schlechter’. Die Jungen haben heute am Nachtleben bestimmt genauso viel Freude wie wir damals.»

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Gonzo, Amboss Rampe, Nordstern Basel, Rok Luzern und Härterei.

 

«Sie war schön»

Alex Flach am Montag den 14. August 2017
    Fast wieder wie 1997: Die Street Parade gewinnt an Qualität.Fast wieder wie 1997: Die Street Parade gewinnt an Qualität.

Sie war schön, sie war die schönste seit vielen Jahren: Die Street Parade in diesem Jahr stand wahrlich unter einem guten Stern. Am Anfang stand der erstaunliche Wetterumschwung, just auf Beginn des Umzugs. Wer immer schon den Verdacht hegte, dass Petrus ein alter aber nach wie vor leidenschaftlicher Raver sei, der hat nun ein Indiz mehr das seine Mutmassung stützt.

Meine erste Street Parade habe ich 1994 besucht und bis Ende der Neunziger habe ich dem Umzug alljährlich entgegengefiebert, eine Vorfreude vergleichbar mit jener auf Weihnachten im Vorschulalter. Dann, ab der Jahrtausendwende, franste alles aus. Der Sound an der Parade wurde kommerziell und entsprach nicht mehr jenem, der in den Zürcher Clubs läuft. Sie verabschiedeten sich folgerichtig vom Konvoi und ich mich mit ihnen. 2002, das Jahr in dem es in Strömen regnete und in dem die Temperaturen einem miesen Schweizer Herbst alle Ehre gemacht hätten, war mein letztes auf einem Lovemobile: Damals bin ich auf Höhe des roten Schlosses vom Lastwagen gehüpft und zum Partysan Boot gerannt, in der Hoffnung der Kapitän hätte in weiser Voraussicht einen Vorrat an Heizöl beiseitegelegt.

Nach diesem, auch für das Street Parade-OK, tristen Jahr war die Street Parade nicht mehr dieselbe. Der Zauber war weg und sie hatte einen neuen Lover, die Masse der Eintagesraver, die House nicht von Techno unterscheiden können und die denken, die Swedish House Mafia sei das Nonplusultra in Sachen Danceflooring.

Doch in diesem Jahr war Vieles anders. Nicht ganz so wie früher (noch nicht), aber ein kleines Bisschen schon. Zu Beginn stand das Statement des Street Parade Bookers Robin Brühlmann, dem man entnehmen konnte, dass er die Schnauze voll hat von Beat-gestütztem Saxophongedudel. Es soll wieder mehr Techno werden, weg mit dem als Clubmusik getarnten Pop.

Als nächstes wurde dann verkündet, dass mit dem Klaus nach zig Jahren endlich wieder ein angesagter Zürcher Club ein Lovemobile stellen wird. Natürlich, das Klaus… Alain Mehmann, einer der Chefs da, ist ein Street Parädler der ersten Stunde, einer dem die Liebe zum Umzug auch in den erzkommerziellen Nullerjahren nie abhandengekommen ist.

Dennoch: Über zehn Jahre akustischer Zwiespalt lassen einen trotz dieser Schwalben noch nicht an den Sommer glauben. Erst als mir am Samstag auf dem Sechseläutenplatz von der Hauptbühne der kompromisslose Techno mit 160 bpm entgegendonnerte und erst als ich danach die Superszenis auf dem Klaus-Mobile wie Honigkuckenpferde (Mehmann und seine Partner würden sagen wie Einhörner) grinsen sah, da wusste ich, dass ein Stück des Zaubers zurückgekehrt ist.

Der Rest des Tages war Chaos und Tohuwabohu, vermengt mit reichlich Bier und Vodka Martini. Aber wenn mich die Erinnerung nicht trügt, war 2017 tatsächlich ein wenig wie 1997. Mit dem Unterschied, dass der Kater 1997 nicht ganz so garstig und nachhaltig gewesen sein dürfte.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Gonzo, Amboss Rampe, Nordstern Basel, Rok Luzern und Härterei.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 11. August 2017

«Wer Geld hat, wird bewundert.»

Der Zürcher Glücksforscher Bruno S. Frey sagt, dass es mehr brauche als viel Geld, um zufrieden zu werden. Viel besser wäre es, wenn man aufhören würde, sich ständig zu vergleichen. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Der Stadt sollte kein
finanzieller Schaden entstehen.»

Zwei Monate lang hätten die 20 Sonnenschirme im heissen Sommer Schatten spenden sollen. Nach fünf Tagen wurden sie bereits wieder abmontiert, weil sie dem Wind nicht standhielten. Stadtrat Filippo Leutenegger versichert, dass die Herstellerfirma die Schirme wieder zurücknehme. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Ich nähere mich dem Gaga-Zustand.»

Max Richter hat in Zürich sein achtstündiges Werk «Sleep» aufgeführt – TA-Redaktor Thomas Wyss und 120 andere Menschen durften zur Musik schlafen – was gar nicht so einfach war. (Foto Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Das Nachtleben ist für
viele Frauen nicht attraktiv.»

Hinter dem Tresen sind Frauen im Ausgang omnipräsent. In den Führungspositionen dafür sehr selten und das in einer Branche, die als jung und innovativ gilt. Weshalb ist das so? Die Unternehmerin Vania Kukleta kennt die Gründe. (Foto Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Gegen die Konkurrenz aus China
sind wir chancenlos.»

Schweizer Hersteller waren dem Staatsbetrieb für die Fassade bei der Zürcher Europaallee zu teuer. Wäre das auch anders gegangen? Fassadenbauer Roman Aepli findet, es herrsche ein völlig ungleicher Wettbewerb in der Branche. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Kommen weitere Anbieter, werden wir
die Situation neu beurteilen.»

Während andere Städte hart gegen sie vorgehen, duldet Zürich die Velos von O-Bike. Das Unternehmen expandiert nun. Und die Velos sind überall in der Stadt zu sehen. Derzeit gebe es noch keine grossen Beschwerden, sagt Mike Sgier vom Tiefbaudepartement. (Foto: Keystone/Ennio Leanza) Zum Artikel

 

«Manche dieser Typen sind gewohnt,
immer alles zu bekommen.»

Diese Woche wurde das Urteil gegen den Küsnachter gefällt, der im Rausch getötet hat (zwölfeinhalb Jahre Gefängnis). In Internaten und Luxuskliniken weiss man, warum manche Zöglinge des Geldadels auf die schiefe Bahn geraten. Und setzt man ihnen Grenzen, dann flippen sie aus, sagt ein Internatspädagoge. (Foto: Franziska Scheidegger) Zum Artikel

 

«Die Langstrasse hat sich
leider zur Partymeile entwickelt.»

Sie sind allgemein zufrieden, die Menschen in den Kreisen 4 und 5. Wäre da nicht die Sorge, dass die Langstrasse etwas verlieren könnte. Tagsüber werde man an der Langstrasse oft angebettelt, sagt André Bleiker, der seit 27 Jahren im Kreis 4 wohnt.  (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Vor allem Frauen und Kinder winken mir zu.»

Was ist denn das? Ein Hochrad, eine Brücke und ein überraschter Mann. Die Geschichte hinter einem 50-jährigen Foto oder wie Hans Keller 1965 mitten durch Zürich fuhr. (Foto: Pfändler, ATP, RDB) Zum Artikel

 

«Die grössten Flops Zürichs.»

Die Stadtregierung meint es ja gut und greift doch ab und zu doch völlig daneben – wie FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger (siehe auch weiter oben) mit den filigranen Sonnenschirmen. Hier sind sie, die sieben peinlichsten Flops der Stadt. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Ich strebe nach Perfektion im Einfachen.»

Aubergine mit Fenchelpollen oder Rüebli mit Himbeeren: Margaretha Jüngling, die einstige Privatköchin von Rockmusiker Neil Young, will mit viel Gemüse und viel Fantasie das Zürcher Publikum begeistern. (Foto Dominique Meienberg) Zum Artikel

Die Barbaren kommen!

Réda El Arbi am Dienstag den 8. August 2017
Unausprechliches bringen die Horden nach Zürich. Fliehen Sie ins umland!

Unaussprechliches bringen die Horden nach Zürich. Fliehen Sie ins Umland!

Es gibt in der Menschheitsgeschichte viele Beispiele, in denen eine friedliche Bevölkerung von unzivilisierten Massen überrannt wurde: Die Türken vor Wien, die mongolischen Horden, die Kreuzritter in Jerusalem – und eben die Spasszombies, die jedes Jahr im August über Zürich herfallen. Man kann keinen Widerstand leisten, die Überzahl ist unbezwingbar. Aber man kann fliehen, wenn man sich früh genug vorbereitet. Hier ein paar sichere Horte, an denen Sie diesen Samstag verbingen können:

Die andere Zürcher Stadt

Nur 16 Minuten vor den Toren der Stadt gibts ein Städtchen, das eine eigene, blühende Kulturszene aufweist. Wer Musik mag, die wirklich noch von Menschen an Instrumenten gespielt wird, wird sich an den Musikfestwochen Winterthur wohlfühlen. Je nach Wetter verbringt man den Nachmittag in einem der kleinen Cafes mit dem Lesen eines guten Buchs oder planscht mit den Kids in der Töss, um sich am Abend dann von verschiedenen Konzerten unterhalten zu lassen.

Nordwärts!

Wer dem Niederdorf nachtrauert und wissen will, wie eine lebendige Altstadt aussieht, sollte sich ans Stars in Town in Schaffhausen begeben. Neben verschiedenen Konzerten gibt ein Streetfood-Festival und ein riesiges Nebenprogramm.  Nachmittags kann man sich in Neuhausen am Rheinfall von der Gischt besprühen lassen. Schliesslich war man seit der Schulreise nicht mehr da.

In die Boote!

Wenn wir schon im Norden sind, ist eine kleine Gummibootfahrt auf dem Rhein von Stein am Rhein bis Diessenhofen zu empfehlen. Dazu gibts jede Menge Kultur und Unterhaltung: eine Burg, Wandmalereien aus dem Mittelalter, Pfahlbau-Überreste – und als grossen Joker: Die Minieisenbahn, mit denen man die Kids unterhalten kann. Abends isst man dann Fisch und schaut dem Strassenprogramm des Theaterfestivals nordArt zu.

Zum Feind überlaufen

Für einmal kann man die alte Fehde zwischen Zürich und Basel vergessen und bei den Bäppis um Asyl bitten. Die sind gar nicht so schlimm. Und dieses Wochenende lohnt es sich, Basel einmal zu besuchen: Man kann noch den letzten Tag des Basel Openair miterleben und sich davon überzeugen, dass fremde Kulturen (ja, sogar Basler!) durchaus auch ihren Charme haben.

Gemütlich nehmen

Wer dem Stress der Grossstadt entfliehen will, kann sich nach Bern absetzen. Neben Aareschwimmen und Kaffee in der Altstadt findet man in Bern unter jedem Pflasterstein eine Band. Was in Zürich die Clubs sind, ist in Bern Live-Musik. Von Klassik bis Blues und Rock – in Bern gibts am nächsten Samstag alles.

Ab in die Agglo

Verbringen Sie einen ruhigen, friedlichen Nachmittag am Greifensee und lassen Sie den Abend im Openair Kino in Uster ausklingen. Wir garantieren, dass die Gegend sicher ist, da sich alle ansässigen Barbaren schon früh morgens mit der SBahn in Richtung Stadt aufgemacht haben.

Also, fliehen Sie! Retten Sie sich und ihre Lieben!

Summertime and the living is easy …

Alex Flach am Sonntag den 30. Juli 2017
Rücksicht auf Anwohner und kein Littering: Party on!

(Random picture): Rücksicht auf Anwohner und kein Littering. Party on!

Der Sommer ist in Zürich die Zeit der illegalen Outdoor-Partys. Zwar existiert seit einigen Jahren eine Jugendbewilligung für Draussen-Feten, für die kann aber nur ein Gesuch stellen wer nicht älter als 25 Jahre ist. Diese Praxis scheint sich trotzdem bewährt zu haben und selbst wenn sich der Vorsteher des Polizeidepartements der Stadt Zürich, Richard Wolff, der Ausweitung dieses Bewilligungsverfahrens auf ältere Ravebürger und –bürgerinnen gegenüber nicht unaufgeschlossen zeigt, dringenden Handlungsbedarf scheint er hier keinen zu erkennen.

Also halten sich die älteren Veranstalter mit Faible fürs Feiern unter blauem Himmel an die Tradition der illegalen Durchführung, suchen sich ein Plätzchen ohne unmittelbare Anwohnerschaft und stellen einen laufstarken Freund an die Kasse mit der Anweisung, bei einer allfälligen Sichtung von Ordnungshütern mit dieser die Flucht zu ergreifen.

Ein Vorfall an diesem Wochenende hat hingegen gezeigt, dass das gar nicht nötig ist, wenn man seinen Veranstaltungsort umsichtig wählt und wenn man es bezüglich Lautstärke und Littering nicht an Rücksicht mangeln lässt. Es war ein prächtiger Samstagnachmittag und seit einigen Wochen ist die Ankündigung eines Outdoor-Events durch die sozialen Medien gegeistert, der bereits im vergangenen Jahr für viel Furore in der Szene gesorgt hat, ein House- und Techno-Rummelplatz samt Wahrsagern und mit viel Liebe arrangierten Aufbauten mit nostalgischem Charakter.

Die Adresse des Austragungsortes wurde erst kurz vor Beginn der Party durchgegeben, ein sicherer Hinweis darauf, dass ein Anlass auf ziemlich wackligen Bewilligungsbeinen steht. Und einen ganz kurzen Moment lang hat es auch so ausgesehen, als ob diese Beine einknicken würden: Auf dem Weg von der Tramhaltestelle zum Festplatz (Die Feier war bereits in vollem Gange) wurden meine Begleitung und ich von einem Kastenwagen in Weiss und Orange überholt, der just auf der Höhe des Partygeländes die Fahrt verlangsamte und dann mitten auf der Strasse stoppte. Einen kurzen Augenblick dachten wir darüber nach auf dem Absatz kehrt zu machen und wieder nach Hause zu fahren, gingen aber trotzdem weiter, wenn auch etwas mutlos.

Aber dann: Als wir den Polizeiwagen fast schon erreicht hatten, sahen wir wie ein Arm aus dem Fahrerfenster gestreckt wurde, samt einer sich im Takt der Beats reckenden Faust. Ein Rudel Ordnungshüter grinste uns aus dem Wagen an: «Wie lange macht ihr hier?» fragte der Fahrer. «Bis Zehn oder so. Sonst kommt Richi Wolff und zieht höchstpersönlich den Stecker!», grinsten wir zurück, beides nur Angaben ohne Gewähr (die Party soll dann doch etwas länger gedauert haben und Stadtrat Wolff hatte am Samstag sicher Besseres zu tun als irgendwelche Stecker zu ziehen). Ohne ein weiteres Wort wurde der Motor des Polizeiautos angelassen und die Polizisten fuhren von dannen. Der letzte Clip vom Fest wurde um halb zehn Uhr abends auf Facebook gepostet und schaut nach würdigem Auslaufen samt Wunderkerzen aus.

Nun … bei einem dermassen umsichtigen Vorgehen seiner Leute liegt Richard Wolff vollkommen richtig, wenn er bei einer Ausweitung der Jugendbewilligung für Outdoor-Feste auf ältere Partygänger keinen Handlungsbedarf sieht.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Gonzo, Amboss Rampe, Nordstern Basel, Rok Luzern und Härterei.

Partypatrioten vs Hudigäggeler

Alex Flach am Montag den 17. Juli 2017
Kann man den 1. August auch ohne kitschiges Brauchtum feiern?

Kann man den 1. August auch ohne kitschiges Brauchtum feiern?

In zwei Wochen feiert die Schweiz Geburtstag. Ein ziemlich in die Jahre gekommenes Guetzli ist sie mit ihren 726 Jahren mittlerweile. Viel anzuhaben scheint ihr die Zeit aber nicht zu können, genau so wenig wie der Helvetia: Auf dem Einfränkler sieht die mit Schild und Lanze bewehrte Dame immer noch frisch und wehrhaft aus wie eh und je: Würde sie die soldatischen Accessoires zuhause lassen, sie hätte keine Probleme an den Selekteuren der Zürcher Clubs vorbeizukommen.

Dennoch tut sich das städtische Nachtleben traditionellerweise schwer damit, den 1. August zu feiern. Auf eine politische Botschaft wird verzichtet und auch auf alles, das den Verdacht der Volkstümelei erwecken könnte. Eigentlich ist der zusätzliche freie Tag nur eine Gelegenheit das Wochenende um eine Partynacht zu erweitern: Im Club Bellevue heisst die Party am 31. Juli Martin Buttrich (ein Verweis auf den Headliner, der da spielt), im Exil ist der unverwüstliche Nik Bärtsch zugange, Friedas Büxe bleibt geschlossen, im Mascotte findet eine reguläre Cool Monday statt und im Hive ein Bisschen Schweizfeiern unter dem Namen Nationale Feierei.

Wer sich den nationalstolzgeschwellten Bauch trotzdem mit einem ordentlichen Stück Geburtstagskuchen in Rot und Weiss füllen möchte, der kann sich an Extellent halten. Seit 2006 stellen die Macher des Partylabels alljährlich am Vorabend des 1. August eine Nationalfeier für Clubber auf die Beine. Dieses Jahr abermals mit einem Strassenfest beim und einer Feier im Plaza, samt Konzerten und DJ-Sets. Dabei wird nicht an Folklore gespart, auch nicht bei den Plakaten, die derzeit in den Trams hängen: Fahnenschwinger, Trachten und Alpenromantik.

Auch das offizielle Zürcher Bundesfeierkomitee, das in diesem Jahr eng mit Extellent kooperiert, spart nicht an Reminiszenzen an die Schweiz von Heidi und Knecht Ueli: Nebst der Rede von Stadtpräsidentin Corine Mauch ist das «Fest mit volkstümlichen Darbietungen» beim Pavillon in der Stadthausanlage und mit der Moderatorin Monika Fasnacht das Highlight, inklusive des Alphorntrios Bärgfridä, der Fahnenschwinger Kerns, der Jodlergruppe Schlierätal und des Ländlertrios Echo vom Hittlidach.

An dieser Stelle ein paar rhetorische Fragen: Was zum Alpöhi haben die Stadtzürcherin und der Stadtzürcher mit dem Programm der offiziellen Zürcher Bundesfeier 2017 am Sennenhut? Wann hört man hier unter dem Jahr mal einen Jodler oder sieht einen Trachtenträger eine Fahne schwingen? Warum wird an der offiziellen 1. August-Feier in der Stadt Zürich die Schweiz der Land- und nicht der Stadtbevölkerung gewürdigt (wobei auch etlichen auf dem Land wohnenden Schweizern bei so viel Haudrauf-Folklore etwas kötzlig werden dürfte)? Und: Gibt es wirklich nichts kulturell Passendes wofür man die Schweiz hochleben lassen könnte, etwas das nichts mit volksdümmlichem Judihui zu tun hat?

Ich denke, ich streck an dem Tag die Füsse in den Zürisee und lass Monika Fasnacht Fasnacht sein. Und freue mich darüber, dass Techno jetzt Zürcher UNESCO-Kulturerbe ist.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Gonzo, Amboss Rampe, Nordstern Basel, Rok Luzern und Härterei.

Street Parade reanimiert

Alex Flach am Montag den 10. Juli 2017
Langweiliges Motto, spannendes LineUp an der Street Parade 2017

Langweiliges Motto, spannendes LineUp an der Street Parade 2017

Alljährlich und bereits Wochen vor der Bekanntgabe des Street Parade-Mottos, kann die Community vor lauter Aufregung jeweils kaum an sich halten. Was wird es werden? Ein Gefühlsklassiker wie «Believe in Love» (2000), «Friendship» (2005) oder «Follow your Heart» (2012)? Etwas, das mit einer unterschwellig kritischen und doppelbödigen Botschaft zum Nachdenken anregt wie «PEACE!» (2002), «Respect» (2007) oder «It’s All In Your Hands» (2013)?

Oder gar etwas, das die Clubkultur auf vielsagende Weise auf den Punkt bringt wie «Elements of culture» (2004), «Dance for Freedom» (2013) oder «Enjoy the Dancefloor – and save it» (2014)? Oder kann das Komitee gar den riesigen Erfolg des längst zum geflügelten Wort gewordenen «Today is tomorrow» aus dem Jahr 2005 wiederholen? Das hätte den Verantwortlichen um den Street Parade-Präsidenten, Joel Meier, dann wohl doch zu grossen Rummel verursacht. Wohl deshalb haben sie mit «Love never ends» einmal mehr ganz tief ins Schatzkästchen gegriffen.

Man kann vom Street Parade-Mottogenerierer (die maskuline Form ist korrekt, denn auch bei der Street Parade haben, wie (beinahe) überall sonst im Clubleben, Männer das Sagen) halten was man will, der Street Parade-Booker Robin Brühlmann hat einen klasse Job abgeliefert und in diesem Jahr gar einen mutigen: Er hat EDM aus den Bühnen-Line Ups gekehrt und sie mit grossen Techno- und House-Namen wie Nicole Moudaber, Ellen Allien, Dubfire und Paco Osuna besetzt und das abermals ohne einen Rappen Gage in die Hand zu nehmen. Auch bei den Kooperationen hat sich diesbezüglich Einiges getan: Beispielsweise ist das Zürcher Partylabel Rakete mit einer eigenen Stage am Start und die Street Parade-Hymne kommt in diesem Jahr nicht von einem Sir Colin oder einer Tatana, sondern vom Cadenza-Macher Luciano (und ist tatsächlich eine geworden, die man lauter drehen kann ohne die Krätze zu kriegen).

Auch bei den Lovemobiles herrscht hoffnungsvolle Aufbruchstimmung dank der Beteiligung von international bekannten Electronica-Marken wie Hyte, Elrow und BPM Festival und DJs wie Chris Liebing, Loco Dice und Claptone. Klar: Die «lässigen» Lovemobiles werden auch 2017 in der Unterzahl sein, aber der Schwenk in Richtung Coolness lässt sich bei einem Anlass in der Grössenordnung einer Street Parade nun wirklich nicht in nur einem Jahr komplett bewerkstelligen.

Selbst in die Eiszeit in der Beziehung zwischen den Zürcher Clubs und der Street Parade scheint ein wenig Tauwetter einzukehren: Das Komitee veröffentlich erstmals einen offiziellen Street Parade-Clubbing Guide und an dessen Finanzierung haben sich Clubs wie die Friedas Büxe, das Hive, das Klaus und die Zukunft beteiligt. Und gar das Undenkbare könnte Realität werden: Schenkt man dem Gemunkel Glauben, wird doch tatsächlich erstmals seit vielen Jahren wieder ein Zürcher Underground-Club mit einem Lovemobile an den Start gehen.

Zum Schluss ein Hinweis an den Street Parade-Mottomacher, so als Tipp: «Enjoy the Second Spring» wäre für die diesjährige Ausgabe schöner gewesen.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Gonzo, Amboss Rampe, Nordstern Basel, Rok Luzern und Härterei.

Aus der Gerüchteküche

Alex Flach am Montag den 19. Juni 2017
«Ui nei! .. und dann hat der Vujo ... »

«Ui nei! .. und dann hat der Vujo … »

Im Nachtleben dauert die Sauregurkenzeit von circa Ende Mai bis Anfang September: Wenn das Thermometer auch nachts nicht mehr unter 18 Grad sinkt bringt man die Leute nicht mehr in den Club.

In dieser Zeit hält das Nachtleben die Füsse still, respektive hält sie in den Zürichsee oder in die Limmat: Neueröffnungen im Sommer sind eine Rarität, ebenso Umstrukturierungen und andere potenzielle Quellen für aufregende Neuigkeiten.

Der Nightlife-Sommer 2017 scheint jedoch die grosse Ausnahme von der Regel zu werden. Angefangen hat alles mit der 20minuten-Meldung, dass Bachelor Vujo Gavric bald eine eigene Bar eröffnen werde. Dabei handelt es sich um die Valmann-Bar, die für kurze Zeit der Microcosmos des ehemaligen Revier-Betreibers Sven Schirmer war, ein im Nachhinein leider als eher kurzlebig zu taxierendes Kreis 1-Subkulturexperiment.

Dann schwenkte das Spotlicht aber schon bald auf den Club Babette, dem Nachfolge-Club des Café Gold, von Mirjam Fuchs in ihrem entsprechenden Tages Anzeiger-Beitrag das verhexte Haus genannt. Eine treffende Bezeichnung, vermochte doch noch niemand einen Club an dieser Adresse über längere Zeit erfolgreich zu führen. Das Babette bricht auf der Strecke zwischen Opening und Untergang aber sämtliche Rekorde: Obschon die Clubmacher mit dem Vermieter langfristige Verträge abgeschlossen hatten, purzelten die Negativmeldungen schon kurz nach Eröffnung im Stakkato auf die Langstrasse, sodass schon nach kurzer Zeit klar war, dass Babette nicht lange in Zürich verweilen und schon bald von dannen ziehen wird.

Und siehe da: Patrique Etter hat den Posten des Geschäftsführers abgegeben, das Babette wurde bereits für geschlossen erklärt, wird jedoch weiterhin künstlich am Leben erhalten, aber ohne die ursprünglich vollmundig angekündigte, feine Technoschiene. Aber nicht nur das Babette und das ehemalige Valmann sorgen für Geschnatter: Das Alice Choo scheint sich endgültig aus dem Zürcher Nachtleben zu verabschieden.

Die Betreibergesellschaft hat scheints Konkurs angemeldet, der Geschäftsführer hat in letzter Zeit gleich mehrmals gewechselt und glaubt man dem städtischen Gemunkel, macht das Gros der Zürcher Clubberschaft einen Bogen um das Lokal. Ebenso das Gallery an der Talstrasse: Auch von dort hört man nicht eben viel Euphorisierendes (Personal- und Leitungswechsel, ändernde Öffnungszeiten, Konzeptänderungen, etc.), das die Hoffnung auf eine lange Bestehenszeit nähren würde. Das Gallery hat erst vor einigen Monaten den Rohrkrepierer King’s Club abgelöst, kurze Zeit beheimatet im vorherigen Stripclub gleichen Namens – die Talstrasse 25 scheint der Langstrasse 83 Konkurrenz um den Rang des verhextesten Hauses Zürichs machen zu wollen.

Wer nun denkt noch mehr Tohuwabohu sei nicht möglich, der ist gut beraten den Traditionsclub Flamingo in den Fokus zu rücken. Gut möglich, dass sich auch dort demnächst bezüglich Clubführung und -konzept etwas tut … Alles in allem eine gute Zeit für Nachtlebende, die zwischendurch mal gerne ein «Ich hab’s doch geahnt» von sich geben.

Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Club-Promoter. Er arbeitet unter anderem für die Clubs Supermarket, Hive, Gonzo, Amboss Rampe, Nordstern Basel, Rok Luzern und Härterei.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 16. Juni 2017

«Den Laden aufzugeben, ist mir schwergefallen.»

Das Traditionsgeschäft Bovet mit den berühmten Puppen im Schaufenster bei der Sihlporte muss schliessen – nach 90 Jahren. Jetzt fehlen auch Gérard Depardieu oder Luciano Pavarotti im Zürcher Stadtbild. Geschäftsführer Alfons Müller hat einen neuen Laden in der Grösse von  450 Quadratmetern in der City gebraucht. Die Suche verlief ergebnislos. (Foto: Stefan Hohler) Zum Artikel

 

«Vielleicht sind wir erwachsen geworden.»

Zwölf Jahre lang prägte das Café die Langstrasse. Das Café Casablanca gehört zur Langstrasse wie die Glasscherben auf dem Asphalt nach dem Wochenende. Aber jetzt ist Schluss. Die Betreiberin Nina von Malaisé erklärt die Gründe. (Foto: Rafaela Roth) Zum Artikel

 

«Wir haben uns einen Traum erfüllt.»

En Guete: Wood Food ist zurück – diesmal unter freiem Himmel. Und so richtig schön archaisch, wie Initiator Valentin Diem verspricht. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

 

«In der Schweiz gilt man schnell als Bluffsack.»

Hans Peter Riegel hat ein Problem: Er weiss um seine Qualitäten und weist gerne auf sie hin. Unterstatement ist nicht sein Ding. Der Autor, Maler, Fotograf und Ex-Werber macht jetzt auch noch Filme. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Ich gehe lieber in den Zoo, als in
Zürich herumzuschleichen.»

Sechs Tage pro Woche verbringt Hugo Guidolin im Zürich-Zoo – und das seit 17 Jahren. Kaum ein Gast verstehe die Tiere so intuitiv wie er, sagt er. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Fünf Jahre sind zu kurz, um künstlerisch
etwas aufzubauen.»

Für die Vergabe der Ateliers in der Roten Fabrik herrscht ein neues Regime. Inzwischen sind fast alle neuen Mieter eingezogen. Und andere ausgezogen, wie zum Beispiel Suleika de Vries. Suie war während 19 Jahren Mieterin eines solchen Ateliers. Das neue Regime sieht sie kritisch. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Ich bin ein Bauernopfer.»

Einer gegen alle: Ex-Stadtwerk-Direktor Markus Sägesser nimmt erstmals Stellung zu den Vorwürfen in der Winterthurer Wärmering-Affäre. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Wir haben für jedes Zürcher Hochhaus
genaue Einsatzpläne.»

Brandhorror diese Woche in London: Aber wie steht es um Prime Tower und Hardhäuser in Zürich? Wann sollen die Menschen in den Wohnungen bleiben? Jan Bauke von Schutz und Rettung Zürich gibt Auskunft. (Foto: Nicola Pitaro) Zum Artikel

 

«300 Franken kostet ein neuer Grasziegel.
Das ist Wahnsinn.»

Die vielen verbrannten Rasenflächen in den Zürcher Parks findet Peter Baumgartner eine Schande. Deshalb hat der Mann eine eigene Lösung entwickelt. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Apfelkuchen, Schoggikuchen
und ein Sprite Zero.»

Food zur Geisterstunde: Der McDonald’s Letzipark in Altstetten ist der einzige der Stadt, der rund um die Uhr geöffnet hat – jeden Tag. Wer verkehrt dort in einer Mittwochnacht? Die Stammgäste wissen auf alle Fälle genau, was sie wollen. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Was will man denn machen.»

Dieser Bahnübergang nervt: Bis zu 25 Minuten warten Autofahrer und Fussgänger beim Bahnhof Seebach, bevor sie traversieren können. Das kann heikel werden. Nicht nur Autofahrer sind genervt. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Einige Familien würden die Stadt verlassen.»

Die grösste jüdisch-orthodoxe Tagesschule in Zürich muss einem Neubau weichen. 500 Mädchen drohen dann auf der Strasse zu stehen wie Ralph Kreuzer, Sprecher Schuldepartement, sagt. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 9. Juni 2017

«Eine Bieridee während der Party.»

Philip Douglas hat die Velomarke Simpel kreiert. Trotz der Lieferung von 4100 Armeevelos geriet die Firma aber in Schieflage – dank neuem Partner soll sie bald wieder auf dem Markt sein. (Foto: Keystone/Gaetan Bally) Zum Artikel

 

«Man bleibt fit und gibt keine Schadstoffe ab.»

In Zürich und Winterthur gibt es neuerdings Ausleihstationen für Cargobikes. Damit einem beim Schwertransport nicht der Schnauf ausgeht, sind sie elektrisch. Barbara Gunthard-Meier, FDP-Vorsteherin des Departements Sicherheit und Umwelt der Stadt Winterthur, passt das Projekt. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Der Kunstmarkt ist eine Mafia.»

Jeremie Maret hat die Nase voll vom Klischee des brotlosen Künstlers. Für sein neues Projekt muss es Millionen Franken regnen – dank Hirst. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Das Schöne wird beleuchtet,
das Hässliche bleibt im Dunkeln.»

Was bleibt vom einst gefeierten Plan Lumière, der die Stadt Zürich besser beleuchten soll? Die acht Millionen Franken des Rahmenkredits sind aufgebraucht. Der Plan Lumière sei ja kein Projekt, sondern ein Programm, ein Konzept, sagt Stefan Hackh, Sprecher des Tiefbauamtes. (Foto: Keystone/Eddy Risch) Zum Artikel

 

«Diesen Tätern ist nichts heilig.»

Sie plündern den Opferstock, brechen in Kirchenhäuser ein und klauen vergoldete Zeiger der Turmuhr  ja sogar Betende werden bestohlen, wie Judith Hödl, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei, sagt. (Foto: (Keystone/Alessandro Della Bella) Zum Artikel

 

«Die Hündeler sind Geheimbündler.»

«House of Cards» steckt in der Krise, der US-Kultserie gehen wegen dem realen Präsidenten Donald Trump langsam aber sicher die Ideen aus. Wo nach neuer Inspiration suchen? Da, wo sie Mr. President sicher nicht sucht: in Zürich, Sweden. (Foto: Keystone/Christian Beutler) Zum Artikel

 

«Der Stadtrat ist im Panikmodus.»

Keine Woche, ohne das ihm ERZ nicht ein neuer Skandal aufgedeckt wird. Diesmal: Das Entsorgungsamt (ERZ) baut eine Freizeitoase im Wert von 2,5 Millionen Franken. Die Regierung schweigt – und eckt damit an. Wenig später wird ERZ-Direktor Urs Pauli entlassen, nachdem er vor zwei Wochen freigestellt wurde. Sündenbock gefunden? Andreas Kirstein, Präsident der AL-Fraktion im Gemeinderat, wirft der Zürcher Regierung kopfloses Handeln vor. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Das Projekt brachte mich
an den Rand des Wahnsinns.»

Der Zürcher Patrick Hohmann stellt Uhren her, die aus Schrott von Raketenuhren gefertigt sind – und sammelte auf Kickstarter eine Rekord-Startsumme. Ab November ist die Uhr erhältlich. Ein Countdown von der fixen Idee bis zum fertigen Schmuck. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Rocker mögen Bier,
also mögen wir die Rocker.»

Guns N’Roses in Zürich: Im Letzigrund Hardrock, bei den Nachbarn Ländler. Der einzige gemeinsame Nenner: Bier. Für Wirt Stefan Keller geht die Rechnung auf. (Foto: Epa/Luis Tejido) Zum Artikel

 

 «Ein Vergleich ist heikel.»

An den Zürcher Tramhaltestellen Bellevue, Bahnhofquai und Milchbuck haben Delikte wie Bedrohungen, Raub und Diebstahl zugenommen – trotz Videoüberwachung. Dennoch sei ein Vegleich schwierig, sagt VBZ-Sprecher Thomas Rieser. (Foto: Keystone/Christian Beutler) Zum Artikel