Archiv für die Kategorie ‘Schweiz’

Die Barbaren kommen!

Réda El Arbi am Dienstag den 8. August 2017
Unausprechliches bringen die Horden nach Zürich. Fliehen Sie ins umland!

Unaussprechliches bringen die Horden nach Zürich. Fliehen Sie ins Umland!

Es gibt in der Menschheitsgeschichte viele Beispiele, in denen eine friedliche Bevölkerung von unzivilisierten Massen überrannt wurde: Die Türken vor Wien, die mongolischen Horden, die Kreuzritter in Jerusalem – und eben die Spasszombies, die jedes Jahr im August über Zürich herfallen. Man kann keinen Widerstand leisten, die Überzahl ist unbezwingbar. Aber man kann fliehen, wenn man sich früh genug vorbereitet. Hier ein paar sichere Horte, an denen Sie diesen Samstag verbingen können:

Die andere Zürcher Stadt

Nur 16 Minuten vor den Toren der Stadt gibts ein Städtchen, das eine eigene, blühende Kulturszene aufweist. Wer Musik mag, die wirklich noch von Menschen an Instrumenten gespielt wird, wird sich an den Musikfestwochen Winterthur wohlfühlen. Je nach Wetter verbringt man den Nachmittag in einem der kleinen Cafes mit dem Lesen eines guten Buchs oder planscht mit den Kids in der Töss, um sich am Abend dann von verschiedenen Konzerten unterhalten zu lassen.

Nordwärts!

Wer dem Niederdorf nachtrauert und wissen will, wie eine lebendige Altstadt aussieht, sollte sich ans Stars in Town in Schaffhausen begeben. Neben verschiedenen Konzerten gibt ein Streetfood-Festival und ein riesiges Nebenprogramm.  Nachmittags kann man sich in Neuhausen am Rheinfall von der Gischt besprühen lassen. Schliesslich war man seit der Schulreise nicht mehr da.

In die Boote!

Wenn wir schon im Norden sind, ist eine kleine Gummibootfahrt auf dem Rhein von Stein am Rhein bis Diessenhofen zu empfehlen. Dazu gibts jede Menge Kultur und Unterhaltung: eine Burg, Wandmalereien aus dem Mittelalter, Pfahlbau-Überreste – und als grossen Joker: Die Minieisenbahn, mit denen man die Kids unterhalten kann. Abends isst man dann Fisch und schaut dem Strassenprogramm des Theaterfestivals nordArt zu.

Zum Feind überlaufen

Für einmal kann man die alte Fehde zwischen Zürich und Basel vergessen und bei den Bäppis um Asyl bitten. Die sind gar nicht so schlimm. Und dieses Wochenende lohnt es sich, Basel einmal zu besuchen: Man kann noch den letzten Tag des Basel Openair miterleben und sich davon überzeugen, dass fremde Kulturen (ja, sogar Basler!) durchaus auch ihren Charme haben.

Gemütlich nehmen

Wer dem Stress der Grossstadt entfliehen will, kann sich nach Bern absetzen. Neben Aareschwimmen und Kaffee in der Altstadt findet man in Bern unter jedem Pflasterstein eine Band. Was in Zürich die Clubs sind, ist in Bern Live-Musik. Von Klassik bis Blues und Rock – in Bern gibts am nächsten Samstag alles.

Ab in die Agglo

Verbringen Sie einen ruhigen, friedlichen Nachmittag am Greifensee und lassen Sie den Abend im Openair Kino in Uster ausklingen. Wir garantieren, dass die Gegend sicher ist, da sich alle ansässigen Barbaren schon früh morgens mit der SBahn in Richtung Stadt aufgemacht haben.

Also, fliehen Sie! Retten Sie sich und ihre Lieben!

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 4. August 2017

«In der Seeanlage werden immer
wieder neue Bäume gesetzt.»

Trotz Kritik von allen Seiten hält das Tiefbauamt der Stadt Zürich am Veloweg Utoquai fest. Doch dort am See hat es kaum Platz. Hecke und Bäume müssten weg. Stadtingenieur Vilmar Krähenbühl hat mit dem Eingriff weniger Mühe als die Kritiker des Projekts. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Rosmarin ziehe ich auf meinem Balkon.»

Hans Kunz stellt das Trendgetränk Gin zusammen mit seiner Frau vollständig zu Hause her – in seiner Wohnung in Feldmeilen. Meist ist geheim, was die Hersteller alles beigeben. Kunz verrät nur eine Zutat seines Gins und auch, wo her er sie her hat: Rosmarin. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Wir waren gezwungen, zu handeln.»

Die Benutzung der einst kostenlosen Garderoben der Zürcher Sportanlagen Waid und Fluntern ist nur noch gegen eine Depotgebühr von 100 Franken möglich. Schuld ist der Vandalismus. Zuletzt waren die Zustände unhaltbar, wie Hermann Schumacher vom Zürcher Sportamt sagt. (Foto: Tamedia) Zum Artikel

 

«Das Andere darf anders sein. Das heisst nicht,
dass auch ich anders sein muss.»

Jodler, Alphorn, Trachten – am 1. August lockt die Stadt Zürich mit Folklore. Sogar das Sechseläuten ist zeitgemässer. Die Festansprache hielt SP-Stadtpräsidentin Corine Mauch. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

 

«Ein Racket muss man
von Herzen zertrümmern.»

Stan Wawrinka gibt Tipps zum Umgang mit dem Tennisschläger, seinem Lieb- und Hassinstrument. Und Tagi-Redaktor Martin Sturzenegger wagte den Selbstversuch gegen den Champion – virtuell und per Bildschirm. (Foto: Doris Fanconi ) Zum Artikel

 

«Ich bin traumlos, das ist nicht einfach.»

Benjamin Lüthi führte als ­Fussballer ein Leben im Übermut. Dann kam dem 28-jährigen Wahlzürcher sein Kindheitstraum abhanden. Und er hörte auf. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Ich werde wieder fliegen, auf jeden Fall.»

Ex-SVP-Regierungsrätin Rita Fuhrer (hier mit ihrem Mann auf einem Archivbild) erzählt, wie sie die Bruchlandung mit einem Kleinflugzeug in Maur zum Glück überstanden hat. (Foto: Giorgia Müller) Zum Artikel

 

«Ein Bier muss erfrischend sein.»

Der Winterthurer Philip Bucher hat im Nu mit dem Chopfab-Bier den Schweizer Biermarkt erobert – in rasantem Tempo. Der Geschäftsführer der Brauerei Doppelleu erklärt seinen rasanten Aufstieg – und weshalb ihm Zapfhähne nicht so wichtig sind. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Der Lärm am Himmel war gewaltig.»

Nur noch ein Scherbenhaufen: Ein Hagelzug hat am Abend des 1. August die Gewächshäuser von Hans Fritz in Brütten stark zertrümmert. Ein späterer Sturm hat auch im Rafzerfeld und Weinland grossen Schaden angerichtet. (Foto: Thomas Egli) Zum Artikel

 

«Wir haben das Wursten in den Genen.»

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei: Der Metzger Felix Bär über das Leben im Familienbetrieb und Erfolgsrezepte. Er muss es wissen, schliesslich stellt er am Rennweg den berühmtesten Fleischkäse Zürichs her. (Foto: Raisa Durandi) Zum Artikel

 

«Alle Angestellten waren da, alle weinten.»

Kurz vor Weihnachten 2016 ist der Sternen in Sternenberg komplett niedergebrannt. Die Besitzerin Marianne Brühwiler wirtet bereits wieder und plant, das Restaurant neu aufzubauen. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Der Platz ist wunderbar, aber bei Sonne
kann man hier nicht sitzen.»

Weil es zu wenig Schatten auf dem Platz hat, stellt die Stadt 20 Sonnenschirme auf – und es könnten mehr folgen. FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger liess es sich nicht nehmen, den ersten Schirm persönlich zu öffnen. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

Liebe Schweizerinnen und Schweizer ….

Réda El Arbi am Montag den 31. Juli 2017
Die Schweiz ist eine grosse Idee, kein Museum mit hohem Gartenhag.

Die Schweiz ist eine grosse Idee, kein Museum mit hohem Gartenhag.

 … liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe in der Schweiz Lebende

«Wenn’s Ihnen nicht passt, können Sie ja wieder dahin gehen, wo Sie geboren sind!», ist einer der Sätze, die ich seit einiger Zeit in Kommentaren und in den sozialen Medien hören darf.

Das ist nicht nett. Ich stelle mir dann immer vor, wie ich nach langem, staubigen Marsch, mit zwei alten Koffern, abgetragenem, staubigen Mantel und löchrigen Schuhen traurig vor der Tür der Maternité des Zürcher Triemlispitals stehe und um ein Zimmer bitte.

Ich verbrachte mein ganzes Leben mit einem arabischen Namen in der Schweiz. Eigentlich ist mein Nachname sogar der Prototyp des arabischen Namens: «El Arbi» bedeutet wörtlich «von Arabien». Natürlich würde man annehmen, der Name sei eine Steilvorlage, um als Kind oder Jugendlicher angefeindet zu werden. Aber ich habe erst in den letzten zehn Jahren effektiv Fremdenfeindlichkeit erfahren müssen.

Heute muss ich in Diskussionen anführen, ich sei in der Schweiz geboren. Darauf werfen findige Fremdenfeinde ein, ich solle halt dahin gehen, wo meine Vorfahren herkämen. Aber ehrlich, ich will nicht wieder in die Aargauer Provinz. Da hat der Schweizer Zweig meiner Familie in den letzten zwei Jahrhunderten gelebt. Vielen dieser Hurra-Patrioten scheint nicht bewusst zu sein, dass es Gegenden gibt, in denen Vater und Mutter verschiedene Stammbäume aufweisen und nicht aus derselben Familie stammen.

Die Schweizer Identität

Zur Zeit ist dieser abwertende und ausgrenzende Nationalismus gerade wieder in Mode. Lange war es in der Schweiz verpönt, zu patriotisch aufzutreten. Eine Schweizer Fahne zu schwingen war für viele ein Unding, selbst an Fussballmeisterschaften. Inzwischen hat sich das zum Glück geändert. Heute darf man sein Heimatland wieder loben, ohne gleich als ewiggestriger Nationalist dazustehen. Trotzdem sollte man politischen Patriotismus und Nationalismus nicht einfach mit der Liebe zur Heimat gleichstellen.

Während die Heimatliebe ein positives Gefühl für ein real existierendes Gebilde ausdrückt, ist politischer Patriotismus immer ein Instrument, um andere abzuwerten. Er wird eingesetzt, um die Unterschiede hervorzuheben. Während Patriotismus im letzten Jahrhundert von politischen Kräften hauptsächlich dazu benutzt wurde, um andere Länder als minderwertig darzustellen, wird er heute vor allem instrumentalisiert, um dem politischen Gegner im Inland die Heimatliebe abzusprechen. Man ist nicht mehr Schweizer, man ist «Eidgenoss». Die ethnische Herkunft scheint wichtiger zu sein als die Nationalität.

«Fühlst du dich mehr als Nordafrikaner oder als Schweizer?», fragten mich die Leute früher oft. Für mich war die Antwort wohl einfacher als für viele meiner italienischstämmigen oder türkischen Freunde. Ich verbrachte kaum Zeit im Heimatland meines Vaters, während meine Freunde ihre Schulferien in den Herkunftsländern ihrer Eltern verlebten, die Sprache sprachen und ihr Herz natürlich für den Fussballclub des jeweiligen Landes schlug. Hier fühlten sie sich nicht heimisch, und im Süden waren sie die «Schweizer».

Ich selbst fühlte mich nie zerrissen. Für mich war immer klar, dass ich der westlich-abendländischen Kultur entsprang, Mitteleuropa, der Schweiz. Aber fühlte ich mich als Schweizer? Lange fühlte ich mich als Zürcher, mit einer Identität, die nicht über die Stadtgrenzen hinausreichte. Die Stadt war cool, das Land spiessig.

Erst meine Reisen in andere Länder haben mir gezeigt, wie privilegiert wir Schweizer sind, wie unglaublich grossartig es ist, in einem Land mit direkter Demokratie und funktionierendem Staat zu leben. Erst nach drei Jahren globetrotten von unheimlichem Heimweh nach meinem Dialekt, pünktlichen Zügen, der Gemächlichkeit, der höflichen Zurückhaltung und dem knurrigen Stolz geplagt, fand ich meine Heimatliebe. Das Reiben an anderen Kulturen – auch europäischen – hat mir gezeigt, wie sehr ich Schweizer bin.

Ab wann ist man Schweizer?

«Du als halber Ausländer kannst nicht stolz sein, ein Schweizer zu sein! Das ist nicht wirklich deine Heimat», höre ich da von selbsternannten Eidgenossen. Dann frage ich mich, worauf diese Patrioten wirklich stolz sind. Dieses Gefühl muss ja irgendwo in der realen Welt verwurzelt sein. In den drei Urkantonen? Und bei den Kriegen zwischen den einzelnen Kantonen, wer waren da die «richtigen» Eidgenossen? Und wie sah es bei den Schweizern aus, die sich auf den Schlachtfeldern Europas als Söldner gegenseitig für Geld und verschiedene Herren abschlachteten? Ab wann darf man sich Schweizer nennen?

Man ist Schweizer durch Kultur. Die gesellschaftliche Mentalität hat wenig mit dem genetischen Erbe zu tun. Ich hab hier gelernt, dass man bei Streitigkeiten so lange diskutiert, bis beide gelangweilt und genervt einem Kompromiss zustimmen. Man macht die Dinge hier nicht «halbpatzig», man ist Teil der Gemeinschaft, und nimmt Verantwortung wahr. Man jammert über Steuern, aber entscheidet gemeinsam, wofür sie ausgegeben werden. Hier in der Sicherheit und im Wohlstand der Schweiz wurde mir mitgegeben, dass eine Gesellschaft daran gemessen wird, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Hier habe ich meine grundsätzlichen ethischen Werte und mein soziales Verantwortungsgefühl verinnerlicht.

Vielleicht sollte ich hier erwähnen, dass die ersten dokumentierten Stocker – so hiess meine Mutter vor der Heirat – aus meinem Familienzweig 1386 das erste Mal erwähnt wurden. Sie kämpften und fielen in der Schlacht von Sempach. Ich bin kein Historiker, deshalb ist mir nicht ganz klar, ob sie auf der richtigen Seite standen. Aber egal, damals kämpften eh noch alle heutigen Kantone kreuz und quer durcheinander. Also, nach jedem irgendwie denkbarem Massstab bin ich dann wohl Urschweizer.

Meine Schweiz, deine Schweiz

Das Verhältnis zwischen Patriotismus und Geschichte ist sowieso immer etwas zerrüttet. So fand vor einiger Zeit eine mediale Auseinandersetzung um die Deutung der Schlacht bei Marignano statt. Als ob ein primitives Gemetzel zwischen mittelalterlichen Schlächtern im Jahre 1515 irgendetwas mit der Identität als Schweizer zu tun hätte. Als ob «DIE FREIHEIT» damals mit blutigem Schwert und organisiertem Morden erkämpft worden wäre. Das Blutvergiessen scheint vielen Patrioten denn auch wichtiger als elementare Meilensteine der Schweizer Geschichte. Zum Beispiel kennt kaum einer die von einem Freimaurer mitentworfene Verfassung von 1848, die auf die Sonderbundskriege – sich gegenseitig umbringenden «Eidgenossen» – folgte und erst die heutige Schweiz mit ihrer Vielfalt und ihrem Reichtum möglich machte. Danach gabs keinen Krieg mehr auf Schweizer Boden. Das wär doch mal ein Grund, stolz zu sein.

Aber auch in der jüngeren Geschichte pflegen die selbsternannten Patrioten eine selektive Wahrnehmung. So wärmen sie sich heute nostalgisch an der Reduit-Romantik der Kriegsjahre und ignorieren gleichzeitig, dass wir damals auch die Juden an der Grenze wieder in die Lager der Deutschen zurückschickten und in Nazi-Gold badeten. Das Bild der Schweizer Geschichte, die blutige Romantik, ist nicht natürlich entstanden, sondern wurde vor dem 2. Weltkrieg sorgfältig konstruiert, um aus einem Land, das aus den verschiedensten regionalen Identitäten besteht, eine Einheit zu schmieden. Patriotischer Theaterdonner.

Ironischerweise kommt aber die stärkste Abwertung der heute real existierenden Schweiz aus den Reihen der rechten Patrioten. Durch die Angst, ihr konstruiertes Bild der Schweiz könne widerlegt werden, fokussiert sich die Ablehnung auf alles in der realen Schweiz, das nicht ihrem Bild entspricht. In erster Linie ist das der Staat, der ihnen Sicherheit und Wohlstand garantiert, danach kommen die anderen politischen Kräfte, die in den letzten 150 Jahren die Schweiz mitgestaltet haben. Man sieht selten soviel Hass gegenüber der altehrwürdigen Schweizer Institutionen wie aus den Reihen der selbsternannten Patrioten. Offenbar liebt man nur kleine Teile der Schweizer Identität und spricht den anderen das Schweizerische ab.

Patriotismus und Heimatliebe unterscheiden sich wie Verliebtsein und Liebe. Während das Eine auf Projektion der eigenen Vorstellungen auf das Objekt der Zuneigung beruht, benötigt das Andere die volle Kenntnis des Geliebten. Man kann nur lieben, was man auch wirklich kennt.

Die Nestbeschmutzer

Viele meiner linken Kollegen in meinem Alter haben Mühe damit, zu ihrem Heimatland zu stehen. Es ist für viele noch immer anrüchig, die Schweiz als Staat und als Heimat zu lieben und zu loben. Gerade in intellektuellen Kreisen und unter Kulturschaffenden fokussiert man sich gerne auf die Dinge, die in der Schweiz schieflaufen.

Es ist erstaunlich, dass viele Schweizer Künstler und Kulturschaffende sich des Dialekts und der helvetischen Wurzeln bedienen, aber trotzdem Mühe haben, offen ihre Verbundenheit mit der Schweiz zu formulieren. Es ist, als ob man mit der klaren Zusage an die Schweiz gleich im anrüchigen Kreise der Nationalisten stehe. Nur eben: Heimatliebe ist nicht gleich Nationalismus.

Geistige Landesverteidigung 2017

Natürlich werde ich wegen meines arabischen Namens (ich bin Ex-Katholik und sowas wie ein atheistischer Lifestyle-Buddhist) in letzter Zeit auch auf die Terrorattacken und den sogenannten «Kampf der Kulturen» angesprochen.

Und natürlich gibt es nur eine Schweizerische Antwort darauf: Der Kampf findet zwischen antidemokratischen Kräften und der freiheitlichen Demokratie statt, nicht zwischen Kulturen. Wer immer demokratische Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Trennung von Kirche und Staat, Menschenrechte und Mitbestimmungsrecht des Bürgers in Frage stellt, ist ein Feind der Schweiz. Egal, an was er glaubt, wie überlegen oder wie demokratisch legitimiert er sich fühlt.

Die Schweiz ist keine romantische Ansammlung von Geschichten, die durch einen Grenzzaun zusammengehalten wird. Die Schweiz ist eine funktionierende Idee. Sie kann nur dann sterben, wenn die Menschen nicht mehr in sie vertrauen.

(Da ich zur Zeit in den Ferien bin, habe ich Ihnen einen Text geliefert, den ich schon 2016 geschrieben hab. Er wurde damals von einem stv. Chefredaktor einer Printzeitung als «zu links» abgelehnt. Jänu. Ich hoffe, er gefällt Ihnen, liebe LeserInnen, trotzdem.)

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 7. Juli 2017

«Zack. Plötzlich war die Idee da.»

Dieses Büro kennt sogar Angela Merkel: Das Zürcher Fundbüro 2 von Andrea Keller und Patrick Bolle nimmt emotionale Verluste und Funde entgegen. Und sorgte damit im Berliner Reichstag für grosses Aufsehen. (Foto Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Es gibt keine Alternative.
Wir wollen ihn zurück.»

Vom Tresen des El Lokal wurde der beliebte «Pulpopugno» gestohlen. Bringen die Täter die 18 Kilogramm schwere Skulptur zurück, werden sie nicht angezeigt, sondern belohnt. El-Lokal-Wirt Viktor Bänziger hofft, dass die Figur wieder zurückfindet. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Unser Ansatz kann auf viele
Bereiche angewendet werden.»

Asylzentrum? Nie gehört! In Oerlikon leben 250 Flüchtlinge seit zwei Jahren direkt neben einer Wohnsiedlung. Dennoch ist man sich fremd. Zwei Kunststudenten wollen dies ändern. Studentin Lea Planzer betont die Vielfältigkeit des Projekts. (Foto: Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Zum Sicherheitskonzept
können wir nichts sagen.»

War die PJZ-Baustelle zu wenig überwacht? Unbekannten Brandstifter haben einen Anschlag auf eine Trafostation ausserhalb des PJZ-Geländes verübt. Der Kanton Zürich prüft, die Sicherheitsmassnahmen zu verschärfen. (Foto: Tages Anzeiger) Zum Artikel

 

«Das ist absolut entwürdigend.»

Der berüchtigte Carlos wütete wieder in der Haft und musste auf dem Boden schlafen: Keine Matratze, nur Wasser und Brot: Carlos erhob schwere Vorwürfe gegen die Justiz. Sein Verteidiger prangerte die Zustände an. SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr räumt Fehler ein. Carlos aber war allerdings auch extrem gewalttätig und renitent. (Illustration Robert Honegger) Zum Artikel

 

«Wir stellen keine Diagnose und
verschreiben keine Medikamente.»

Hier gibts Hilfe für Zürichs verzweifelte Patienten: Ist die Operation richtig? Im Café Med am Zähringerplatz beraten Mediziner die Patienten. Die Migründerin, Frauenärztin Brida von Castelberg (rechts), erklärt das Prinzip des Cafés. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Wer nie verliert, hat zu wenig probiert.»

Hat nicht geklappt. Nimmt Bastien Girod (Grüne) es seiner Partei übel, dass sie ihn nicht als Kandidat für den Zürcher Stadtrat nominiert hat? Im Interview nimmt er Stellung. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Die Idee der Leuchten
stammt aus Kopenhagen.»

Zürich testet Boden-Ampel: Alarm, wenn Velofahrer und Passanten streiten. So geschehen an der Bushaltestelle Hardbrücke. Hilfe könnte dieses neue System bringen, findet Gemeinderat Markus Knauss (Grüne). (Foto:Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Mit der Züri-Bahn über den See.»

Zürich darf vom Schweben über den See träumen: Eine Seilbahn vom Zürichhorn zur Landiwiese: Das sind die Pläne für eine 1400 Meter lange Fahrt über das Seebecken. Der Grund: 2020 feiert die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ihr 150-jähriges Bestehen. (Visualisierung: Zürcher Kantonalbank) Zum Artikel

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 30. Juni 2017

«Einmal liess jemand einen Karton
mit 1500 Grillen liegen.»

Wer in Zürich mit Bus und Tram unterwegs ist, kennt sie aus dem Alltag: Die Kleinbusse mit der Aufschrift «Troubleshooter». Der Tages Anzeiger hat den «Problemlöser» Christian Schmidmeister begleitet. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Eine unglaubliche Affenhitze.»

Hitzewelle: Noch nie war die Nacht in Zürich so heiss: 24,2 Grad auf dem Zürichberg morgens um 6 Uhr: Das ist Rekord seit Messbeginn vor 135 Jahren. Die Hitze hatte alles im Griff und wer immer konnte, suchte Abkühlung im Wasser. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Die Linken werden auch das wieder verhindern.»

Private Investoren treiben das Stadionprojekt auf dem Hardturm-Areal voran. Für die Umsetzung ist eine Abstimmung nötig – allerdings frühestens im Herbst 2018. Einem GC-Fan fehlt dafür längst der Glaube. (Visualisierung: 2014 Nightnurse Images) Zum Artikel

 

«Ich war immer überzeugt, unschuldig zu sein.»

Freispruch für Martin Bäumle: Das Zürcher Obergericht kippt das frühere Urteil und entlastet den GLP-Nationalrat und Dübendorfer Finanzvorsteher. Er habe das Amtsgeheimnis nicht verletzt. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Die Stadt hat hart verhandelt.»

Aufstand gegen Zürcher SBB-Wohnungen: Linke Politiker und Quartierbewohner wehren sich gegen das Neugasse-Projekt. Die Stadt habe schlecht verhandelt. SP-Hochbauvorsteher André Odermatt sieht dies anders. Er wehrte sich im Gemeinderat und sagte, die Stadt habe durchaus hart verhandelt.  (Foto Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Ich bin ein grosser Fan von Architektur.»

Eine Zürcherin baut ein Haus mit ausklappbarem Balkon: Katrin Bechtler hat in ihrem Garten ein aussergewöhnliches Projekt gestartet. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Das hat absolut nichts mit Technik zu tun.»

Seit den 90er-Jahren fotografiert Andrea Helbling Häuser in der Stadt Zürich. Das Seltsame dabei: Das Grau in Grau verströmt auf ihren Bildern viel Charme. (Foto: Andrea Helbling) Zum Artikel

 

«Vor jedem Spiegel.»

Andreas Mösli, Geschäftsführer des FC Winterthur, auf die Frage, wo sich seine Eitelkeit am besten zeigt, denn er habe eine ausgeklügelte unorganisierte Frisur. (Foto: Sabina Bobst)

 

 

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 23. Juni 2017

«Was für ein Affentheater.»

40 Jahre – und ein bisschen weise: Der im Zoo Zürich lebende Gorilla N’Gola feierte seinen Geburtstag. Der Gorillamann hat im Laufe der Jahre auch gelernt, seine weibliche Seite zu akzeptieren. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

«Die beiden starken Marken
werden den Markt beleben.»

Die Zürcher Kultwurst bekommt einen neuen Besitzer. Die Metzgerei Keller in Wiedikon wird an eine Aktiengesellschaft aus Lenzburg verkauft. Urs Keller, Inhaber der Metzgerei Keller am Zürcher Manesseplatz, sieht im Deal Vorteile. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

«Das letzte Mal, dass ich so lange
anstehen musste, war im Europapark.»

Warum eigentlich stehen so viele Menschen eine halbe Stunde für eine Glace an? Weil es sich lohne, sagen sie. Wirklich? Ist das so? Zwei TA-Redaktoren haben das nachgeprüft. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

«Was will dieser Eisbär in Zürich?»

Riesenstern, Grabsteine, Wild-Futterstelle und ein Eisbär: Auf Zürcher Plätzen stehen diesen Sommer ganz seltsame Objekte. Und dann ist da noch die Stimme von Yoko Ono. (Foto Dominique Meienberg) Zum Artikel

 

«Man kennt sich auf dem Rasen,
das verändert die Spielweise.»

1977 wurde die Alternative Fussballliga (FSFV) gegründet. In 40 Jahren hat sich vieles verändert – gewisse Ideale aber sind geblieben. Mämä Sykora, der Präsident des FSFV hat eine Schwäche für Jerseys. Bild: Sabina Bobst (11 Bilder)  Zum Artikel

 

«Wir wurden nicht erst genommen.»

Damit bei Hochwasser kein Treibholz die Sihl verstopft, hat der Kanton im Sihltal einen riesigen Rechen gebaut. Dieser zerstöre wertvollen Lebensraum für Fische, klagen die Fischer. Und: Der Kanton habe ihre Kritik ignoriert. Einer der Kritiker ist Rolf Schatz von der IG Dä Neu Fischer. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Solid, aber nicht besonders originell.»

Mit Doris Fiala hätte die Stadtzürcher FDP eine weitere prominente Kandidatin für den Stadtrat wählen können. Das Rennen aber macht stattdessen Michael Baumer. Min Li Marti, die SP-Fraktionschefin war, als Baumer der FDP-Fraktion vorstand, charakterisiert ihn. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Ich kämpfe weiter.»

D0ris Fiala ging bei der FDP-Nominierung zu den Zürcher Stadtratswahlen trotz Promibonus leer aus. Die Partei setzte lieber auf zwei Männer. Frustriert ist sie deswegen nicht. Aber um die Frauen tut es ihr leid. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Der wichtige Übergang vom Dorf zur Stadt.»

Vor zwei Jahren haben Diebe den Frosch von Altstetten geklaut. Gross war die Empörung. Die Bewohner hatten ihn ins Herz geschlossen. Nun kehrt das Wahrzeichen zurück. Sehr zur Freunde von Christoph Doswald, der sich als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum dafür eingesetzt hat. (Foto: Werner Schüepp) Zum Artikel

 

«Vielen Haltern ist nicht bewusst,
wie rasch ein Hund überhizt.»

Die Hitze ist nicht nur für den Menschen eine Herausforderung. Auch Hunden und Katzen machen die hohen Temperaturen zu schaffen. Ärztin Claudia Müller rät: viel trinken und viel Schatten.Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Ich will zeigen, wie schwer es
unserem KMU gemacht wird»

Urs Sprengers Familie lebt seit 60 Jahren vom Parkieren der Autos von Flugpassagieren. Doch jetzt wird es für sie so richtig schwierig. (Foto: Sabina Bobst) Zum Artikel

 

Schon wieder ein Afrikaner

Beni Frenkel am Donnerstag den 15. Juni 2017

Start frei: «De schnällscht Zürihegel» auf der Sportanlage Utogrund. (Foto: Reto Oeschger)

Vor wenigen Tagen fand im Utogrund «De schnällscht Zürihegel» statt. Leider haben sich meine Kinder für das Wettrennen qualifiziert. Und das stellte uns vor grosse Probleme. Wir halten den Sabbat ein und benutzen kein Tram oder Auto. Von Wollishofen bis zum Utogrund braucht man aber zu Fuss mindestens zwei Stunden.

Mist, habe ich mir gedacht, ich bin doch ein frommer Mensch.Wie soll das jetzt klappen? Hätte ich doch jedes Mal «Fehlstart» geschrien, als meine Kinder um die Qualifikation rannten.

Wir mussten also ein teures Hotel in der Nähe buchen. Ein Rabbi hat mich einmal damit getröstet, dass der liebe Gott alle finanziellen Opfer siebenfach vergütet. Das stehe irgendwo in der Kabbala. Bei den Negativzinsen sind 700 Prozent gewiss ein gutes Geschäft. Ich hoffe, der liebe Gott liest meine Texte sehr genau. Folgender Satz betrifft nur den Ewigen: Die Übernachtung hat mich 210 Franken gekostet.

Am Samstagmorgen liefen wir dann gleich zum Utogrund. Ich setzte mich auf die Tribüne und ass zwei Kilogramm Karotten. Die hat uns ein Klassenkamerad der Tochter mitgebracht. Es war sehr heiss an dem Tag. Manchmal nickte ich kurz ein. Einmal wachte ich plötzlich auf. Der Speaker rief die Namen der Läufer auf. Ein Kind hiess Jesus, ein anderes Moses. Für wen soll ich beten? Insgeheim hoffte ich auf Jesus. Ich wollte, dass der Speaker rief: «Gewonnen hat Jesus!»

Ich machte mir aber auch philosophische Gedanken: Wie schimpft man eigentlich mit einem Kind, das Jesus oder Moses heisst? Darf man «Verdammt noch mal, Jesus, pass doch auf!» oder «Herrgott, Moses! Wo hast du wieder gesteckt?» schreien?

Aber dann hat doch ein anderes Kind gewonnen. Aus Afrika. Das weiss ich, weil hinter mir eine ältere Frau sass. Sie jubelte jedes Mal, wenn ein weisses Kind gewann. Wenn ein schwarzes Kind den anderen davonrannte, erklärte sie ihrem Mann: «Schon wieder ein Afrikaner!»

Die Organisatoren hatten nur mit zwei Problemen zu kämpfen: Eltern, die partout nicht hinter der weissen Linie stehen wollten, und Eltern, die beim Stafettenlauf im Weg standen. Ich glaube, ich war der einzige Vater, der auf der Tribüne sass. Die anderen Väter standen alle vorne. Vor ihnen baumelten riesige Kameraobjektive.

Nur zweimal stand ich von meinem Sitz auf. Am Morgen musste ich auf Toilette, am Nachmittag dann doch die Tochter anfeuern. Neben mir war plötzlich Stadtrat Gerold Lauber. Ich stand noch nie neben einem Vorsteher des Schul- und Sportdepartements. Schüchtern guckte ich mir den Vorsteher an. «Gott, im Himmel», dachte ich mir, «der sieht alt aus.»

Zu einem Bekannten sagte Lauber, dass er als Kind solche Grossanlässe nicht gemocht habe. Auch jetzt wirkte er unglücklich! Er denkt wahrscheinlich: Wäre ich doch im Wallis geblieben. Ein bisschen kann ich Lauber nachempfinden. Es tummelten sich schon viele Leute. Vielleicht empfiehlt sich für die nächste Austragung das Stadtion Letzigrund oder die Sportanlage Buchlern.

Noch eine kleine Anmerkung an die Migros: Schön, dass ihr die Verpflegung sponsert. Aber müssen das Schoggimilch und mit Schokolade überzogene Riegel sein?

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 9. Juni 2017

«Eine Bieridee während der Party.»

Philip Douglas hat die Velomarke Simpel kreiert. Trotz der Lieferung von 4100 Armeevelos geriet die Firma aber in Schieflage – dank neuem Partner soll sie bald wieder auf dem Markt sein. (Foto: Keystone/Gaetan Bally) Zum Artikel

 

«Man bleibt fit und gibt keine Schadstoffe ab.»

In Zürich und Winterthur gibt es neuerdings Ausleihstationen für Cargobikes. Damit einem beim Schwertransport nicht der Schnauf ausgeht, sind sie elektrisch. Barbara Gunthard-Meier, FDP-Vorsteherin des Departements Sicherheit und Umwelt der Stadt Winterthur, passt das Projekt. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Der Kunstmarkt ist eine Mafia.»

Jeremie Maret hat die Nase voll vom Klischee des brotlosen Künstlers. Für sein neues Projekt muss es Millionen Franken regnen – dank Hirst. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Das Schöne wird beleuchtet,
das Hässliche bleibt im Dunkeln.»

Was bleibt vom einst gefeierten Plan Lumière, der die Stadt Zürich besser beleuchten soll? Die acht Millionen Franken des Rahmenkredits sind aufgebraucht. Der Plan Lumière sei ja kein Projekt, sondern ein Programm, ein Konzept, sagt Stefan Hackh, Sprecher des Tiefbauamtes. (Foto: Keystone/Eddy Risch) Zum Artikel

 

«Diesen Tätern ist nichts heilig.»

Sie plündern den Opferstock, brechen in Kirchenhäuser ein und klauen vergoldete Zeiger der Turmuhr  ja sogar Betende werden bestohlen, wie Judith Hödl, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei, sagt. (Foto: (Keystone/Alessandro Della Bella) Zum Artikel

 

«Die Hündeler sind Geheimbündler.»

«House of Cards» steckt in der Krise, der US-Kultserie gehen wegen dem realen Präsidenten Donald Trump langsam aber sicher die Ideen aus. Wo nach neuer Inspiration suchen? Da, wo sie Mr. President sicher nicht sucht: in Zürich, Sweden. (Foto: Keystone/Christian Beutler) Zum Artikel

 

«Der Stadtrat ist im Panikmodus.»

Keine Woche, ohne das ihm ERZ nicht ein neuer Skandal aufgedeckt wird. Diesmal: Das Entsorgungsamt (ERZ) baut eine Freizeitoase im Wert von 2,5 Millionen Franken. Die Regierung schweigt – und eckt damit an. Wenig später wird ERZ-Direktor Urs Pauli entlassen, nachdem er vor zwei Wochen freigestellt wurde. Sündenbock gefunden? Andreas Kirstein, Präsident der AL-Fraktion im Gemeinderat, wirft der Zürcher Regierung kopfloses Handeln vor. (Foto: Reto Oeschger) Zum Artikel

 

«Das Projekt brachte mich
an den Rand des Wahnsinns.»

Der Zürcher Patrick Hohmann stellt Uhren her, die aus Schrott von Raketenuhren gefertigt sind – und sammelte auf Kickstarter eine Rekord-Startsumme. Ab November ist die Uhr erhältlich. Ein Countdown von der fixen Idee bis zum fertigen Schmuck. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Rocker mögen Bier,
also mögen wir die Rocker.»

Guns N’Roses in Zürich: Im Letzigrund Hardrock, bei den Nachbarn Ländler. Der einzige gemeinsame Nenner: Bier. Für Wirt Stefan Keller geht die Rechnung auf. (Foto: Epa/Luis Tejido) Zum Artikel

 

 «Ein Vergleich ist heikel.»

An den Zürcher Tramhaltestellen Bellevue, Bahnhofquai und Milchbuck haben Delikte wie Bedrohungen, Raub und Diebstahl zugenommen – trotz Videoüberwachung. Dennoch sei ein Vegleich schwierig, sagt VBZ-Sprecher Thomas Rieser. (Foto: Keystone/Christian Beutler) Zum Artikel

Endlich – der Zirkus ist weg

Beni Frenkel am Donnerstag den 8. Juni 2017

Endlich wieder leer geräumt: Sechseläutenplatz mit Oper im Hintergrund. (Foto: Beni Frenkel)

Endlich ist der Circus Knie weg vom Sechseläutenplatz! Ich habe mich einen Monat lang darüber aufgeregt, dass dieser schöne Platz öffentlich nicht zugänglich war. Wer braucht einen Zirkus in der Stadt? Niemand. Ich verstehe die Leute nicht, die so etwas toll finden. Das bisschen Rumgehopse und Jonglieren nervt mich gewaltig.

Meine Kinder wissen: Papi geht mit ihnen nie in einen Zirkus. Dafür bin ich einfach zu mondän. Es gibt so viele Sachen, die ich am Zirkus schrecklich finde. Ich kann zum Beispiel überhaupt nicht nachvollziehen, was so lustig sein soll, einen kleinwüchsigen Mann anzustellen, um Tickets zu verkaufen. Ich meine dabei den Clown Spidi vom Circus Knie. Der trägt eine schöne Uniform. Die Kinder lachen ihn aus.

Das ist so etwas von 19. Jahrhundert. Damals hat man Riesen, Kleinwüchsige, Frauen mit Bärten, siamesische Zwillinge ausgestellt und dafür Geld verlangt. Ist das lustig? Darf man Witze über Menschen machen? Darf ich hier schreiben, dass Frau Géraldine Knie früher gertenschlank war?

Ich bin kein Tierfanatiker. Manche esse ich sogar. Aber selbst ich habe Mitleid mit den armen Geschöpfen im Zirkus. Das Schöne an der Evolution ist ja, dass Tiere nicht reden können. Was würden die wohl im Interview erzählen? «Was ich so den ganzen Tag durch mache? Also, am Morgen hänge ich im Käfig herum, und am Abend muss ich durch einen Reifen springen. Aber es gibt Schlimmeres. Kollege Elefant muss jeden Abend Géraldine Knie transportieren.»

Die Römer pflegten früher zu fragen: «Cui bono?» Wem nützt ein Zirkus? Die Leute antworten dann, den Kindern. Aber stimmt das wirklich? Was bringt es einem Kind, drei Stunden in einem überfüllten Zelt zu sitzen? Kann es nachher den Handstand besser? Oder ist dann einfach die Hose wieder einmal versaut, weil Glace-essen im Zelt einfach nicht klappt.

Wenn ich mit meinen Kindern etwas unternehmen muss, dann gehen wir in den Wald oder in die Badeanstalt. Ich sage den Kindern: «Papi liest jetzt Zeitung. Stört mich nicht.» Jedes Balg kriegt einen Fünfliber und beschäftigt sich selber. Und das funktioniert. Auch im Wald.

Ich verstehe auch nicht, warum Eltern ihre Kinder in den Zirkus schleppen, damit der Nachwuchs die Tiere von nahem sieht. Die sollen doch besser die heimischen Tiere kennen lernen. In meiner Schultätigkeit bin ich nie einem Schüler begegnet, der die Unterschiede zwischen einem Spatz und einem Rotkehlchen kannte. Dabei gibt es so viel in der Umgebung zu entdecken. Wer rätscht im Baum? Es ist der Eichelhäher.

Ich bin einmal mit dem Velo über eine Eidechse gefahren. Die hat dann ihren Schwanz abgeworfen und ist weggerannt. Den Schwanz habe ich gleich in eine Box gelegt und am nächsten Morgen in die Schule mitgenommen. Die Kinder haben geschrien! Am nächsten Tag überraschte mich ein Schüler. Er hatte ein Ameisennest aufgestöbert und für mich eine Garnison Ameisen in eine grosse Dose gelegt. Weil er a) die Dose mitnahm und b) viele Luftlöcher in die Dose stach, mussten wir den Abwart rufen.

Aber so etwas lernt man eben nicht im Zirkus.

Gesagt ist gesagt

Werner Schüepp am Freitag den 2. Juni 2017

«Der Vater soll bei der Geburt
unterstützen und nicht filmen.»

Der Handywahn im Gebärsaal nimmt zu: Die überbordende Nutzung des Smartphones rund um die Geburt gerät zunehmend zur Belastung. Fachleute wie Angela Kuck, Chefärztin der Frauenklinik im Paracelsus-Spital, warnen vor den Folgen für die Entwicklung Neugeborener. (Foto: Sif Meincke (Plainpicture) Zum Artikel

 

«Wir haben eine schwarze Kasse entdeckt.»

Neuer Ärger für FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger: Die Staatsanwaltschaft hat bei Entsorgung und Recycling Zürich eine Schwarze Kasse beschlagnahmt. Zweck: unbekannt. Und es kommt noch mehr ans Licht. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Er konnte mit seiner Kreativität
die Leute begeistern.»

Seine Löwen, Kühe, Bären und der singende Weihnachtsbaum haben die Bahnhofstrasse geprägt und Kontroversen ausgelöst. Nun ist Beat Seeberger überraschend gestorben. André Kofmehl erinnert sich an. 19 Jahre lang haben die beiden zur Weihnachtszeit in Zürich den Singing Christmas Tree organisiert.(Foto: zvg) Zum Artikel

 

«Uns ist das Lachen vergangen.»

Durch den Betrieb von Werner Locher in Bonstetten fahren täglich mehr als 1400 Fahrzeuge zur Autobahn. Experten schlagen nun Alarm, denn die Situation hat sich in den letzten Jahren stetig verschärft. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Der Polizist muss raus zu den Leuten.»

Patrick Jean ist der erste Facebook-Polizist der Schweiz. Was erlebt man in diesem Job? Seine Bilanz nach drei Jahren. Klar ist: Der öffentliche Raum, wo Polizisten Präsenz markieren und für Sicherheit sorgen sollen, beginnt längst nicht mehr erst draussen vor der Haustür. Er beginnt bei den Fingerspitzen der Menschen, sobald sie ihre Handys einschalten und die ersten Meldungen auf Facebook posten. (Foto: Doris Fanconi) Zum Artikel

 

«Ich bin überhaupt nicht ausgebrannt.»

Nach den Rücktritten von mehreren Mittelschulrektoren wie zum Beispiel Niklaus Schatzmann, Rektor Freudenberg, will Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) die Amtszeitbeschränkung aufheben. Doch dazu ist im Parlament noch eine ganze Menge Überzeugungsarbeit nötig. (Foto: Urs Jaudas) Zum Artikel

 

«Wir haben viel Arbeit vor uns.
Und auch viel Spass.»

Der neue Boss mit dem trocknen Humor: Der 54-jährige Este Paavo Järvi wird der neue Chefdirigent des Zürcher Tonhalle-Orchesters: Eine gute Wahl. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Es ist Zeit für eine Umstromung.»

Ein Kuriosum verschwindet: Die Uetlibergbahn (SZU) wechselt nach 100 Jahren von Gleichstrom auf Wechselstrom und passt sich damit der Sihltalbahn und den SBB an. Es sei Zeit dafür, sagt Bertram Henning, Abteilungsleiter für elektrische Anlagen bei der SZU. (Foto: Samuel Schalch) Zum Artikel

 

«Zu viele abgelaufene Silberzwibeli.»

Der Schauspieler und Tatort-Kommissar Stefan Gubser auf die Frage, was er immer in seinem Kühlschrank aufbewahrt. (Foto: Reto Oeschger)