Den Schlüssel weitergegeben

Seit kurzem führt Alexander Hannemann den Schlüssel im Seefeld. Wie isst man jetzt dort?

Im Schlüssel essen zu fairen Preisen: Ein Viergänger kostet 75 Franken. (Foto: Thomas Zemp)

Der Wirtewechsel im Bauschänzli war tagelang in den Medien, über die neuen Betreiber der Bauernschänke schrieben die Zeitungen ausführlich, und den Onlinebericht dieser Zeitung über die neuen Gastwirte im Falken teilten Leser auf Social Media kürzlich fleissig. Wechselt die Crew in einem Restaurant, das der Stadt gehört, stösst das immer wieder auf grosses Interesse.

Ein Restaurant der Stadt hat jedoch einen Wirtewechsel hinter sich, der kaum bemerkt wurde. Seit kurzem führt Alexander Hannemann neu den Schlüssel im Seefeld. Er löste Werner Frei und Roman Wyss ab, die das gemütliche Lokal mit Gartenbeiz 13 Jahre lang geführt und zu einem beliebten Treffpunkt im Quartier gemacht hatten.

Hannemann war zwölf Jahre lang Geschäftsführer der Wirtschaft Neumarkt, er will den Schlüssel im Sinne seiner Vorgänger weiterführen: als bodenständiges und qualitätsbewusstes Quartierrestaurant, das mit frischen, regionalen Zutaten kocht. Und mit seiner önophilen Entdeckerlust auch für Einheimisches sorgt.

Tatsächlich finden sich auf Hannemanns Weinkarte Erzeugnisse aus nächster Nähe: Zum Apéro und zur Vorspeise geniessen wir einen Räuschling 2018 vom Weingut Schwarzenbach in Meilen (8 Fr./dl), danach einen Pinot noir élevé en futs de chêne 2016 vom Weinbau Lüthi in Männedorf (54 Fr./Flasche).

Obwohl Chefkoch Harald Frixeder das Bodenständige seines Vorgängers weiterführen will, geht er im Detail einen etwas anderen Weg. Das zeigt sich vorab bei der Suppe: eine Gurken-Gazpacho auf Joghurt und Olivenölperlen. Letztere stammen aus der molekularen Küche. Zur Vorspeise reicht er zudem ein Tatar mit fein gewolftem Rindfleisch, das er zurückhaltend würzt. Die säuerlich eingelegten, dünnen Rettichscheiben sind eine grossartige Ergänzung.

Bei der einen Hauptspeise liegen zwei Felchenfilets auf einem schwarzen Venere-Reis. Die Fischhaut ist zwar knusprig, das Fischfleisch aber sehr trocken. Das Kalbsnierstück bei der anderen Hauptspeise ist ebenfalls zu gar. Die Beilagen aber überzeugen: ein gegrillter Schnitz Wassermelone und geschmorte Lattichblätter. Die Preise sind wie beim Wein fair gehalten: Ein Viergänger kostet 75 Franken.

Restaurant Schlüssel, Seefeldstrasse 177, Zürich, Telefon 044 422 02 46. www.schluessel-zuerich.ch

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