Ein Festival, das quakt wie eine Ente

Rund um das Vibez Festival in der Bieler Tissot Arena an diesem Wochenende stapeln sich die Seltsamkeiten. Mittlerweile soll gar ein Scheich mitmischen.

Geht es nach den Vibez-Veranstaltern, soll es am Wochenende in der Tissot-Arena in Biel so aussehen (Foto: Raphael Moser)

Der Festivalsommer hat noch nicht richtig begonnen, schon sorgt Daniel Meili mit seinem Vibez-Festival für Schlagzeilen, das am kommenden Wochenende in Biel stattfinden soll. In den sozialen Medien wird das Vibez bereits mit dem Fyre-Festival verglichen, einem Open Air für Reiche auf den Bahamas, das nie stattgefunden hat und das mittlerweile zum Synonym für Betrug geworden ist.

Selbst wenn sich die Mutmassungen um das Vibez als richtig herausstellen sollten: Die Dimensionen des Fyre-Schiffbruchs würde es bei weitem nicht erreichen. Dennoch stapeln sich die Seltsamkeiten: Die Preise für die Tickets wurden massiv gesenkt, und gleichzeitig hat man mit der Airline Emirates einen neuen Hauptsponsor verkündet, der von seinem Engagement offenbar nichts weiss und nun seine Anwälte eingeschaltet hat (Recherchen des Bieler Tagblatts).

Haben die Vibez-Macher bloss einen potenten Partner erfunden, um weitere Sponsoren anzulocken? Sie hätten nicht mit den unteren Chargen bei Emirates kommuniziert, sondern direkt mit Scheich Suhail Mohammed al-Zarooni, erklären die Vibez-Verantwortlichen. Als Beleg für diese Aussage legten sie «20 Minuten» ein Schreiben vor, das zwar mit etlichen protzigen Stempeln und Signaturen versehen ist, aber bezüglich Schreibfehler und Naivität der Tonalität stark an Spam-Bettelmails erinnert («Good Evening World!!! I want to Convey my Best Regards and Wish the Entire Team Of Vibez OpenAir all the very Best»). Nicht nur, dass der mächtige Scheich Zeit hat, sich um das Vibez zu kümmern, er tut es gar höchstpersönlich und ohne sich einen sprachkundigen Gegenleser zu leisten. Zudem ist im Fuss des Dokuments eine tote Internetadresse vermerkt. Inzwischen ist auch ein Foto aufgetaucht, auf dem der Scheich mit einem Vertreter des Festivals zeigen soll. Dieses sieht aber mehr nach Audienz aus, als nach Sponsoring-Vereinbarung für einen Anlass. Auch wenn für die Vibez-Veranstalter die Unschuldsvermutung gilt: Wenn es schwimmt, aussieht und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente.

Die Vibez-Veranstalter sind nicht die Ersten, die sich ins Zwielicht bugsieren, man erinnere sich nur an das Sonnentanz-Festival, an dem während der Party durchgegeben wurde, dass die namhaftesten und damit teuersten Acts (Deichkind und Dimitri Vegas & Like Mike) nicht auftreten werden. Der Veranstalter wusste damals vermutlich schon länger, dass die Musiker wegen fehlender Gagenzahlungen nicht kommen, hat das aber nicht rechtzeitig kommuniziert. Wohl, um dem Vorverkauf nicht zu schaden. Ein Vorgehen, das den Vibez-Gästen hoffentlich erspart bleibt.

1 Kommentar zu «Ein Festival, das quakt wie eine Ente»

  • patrick sagt:

    Komisch das zB. Charlotte de Witte und Ellen Allen auf Resident Advisor am Donnerstag im line up angekündigt wird aber auf dem Vibez line up am Samstag.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.