Diesmal könnte es endlich klappen!

Das Tamarind Hill ist eine positive Ausnahme im Triemli-Quartier.

Schälchen mit Poulet-, Lamm-, Fisch- und zwei Gemüsecurrys, serviert mit Reis und Naan-Brot. Bild: Thomas Wyss

Gastronomisch betrachtet, war das Triemli-Quartier in den letzten Jahren ein ziemlicher Unruheherd. Erst machte der tolle Thai Market dicht (und beim Nachfolger war der Ofen nach wenigen Monaten auch bereits wieder aus), das nebenan gelegene Traditionscafé Monti verschwand ebenso wie das eine Tramstation entfernte Monte Cristo. Das Monti ist seit März ein Bistro, über das man Gutes hört, das Monte Cristo heisst nun «Burgers & Shakes» – beides ist leider näher beim «Naja» als an der kulinarischen Ekstase.

Wer in dieser städtischen Peripherie in solche geraten will, pilgert eh ins Obere Triemli, das den Stürmen der Zeit zum Glück genauso zu trotzen weiss wie der Berg in seinem Rücken. Quasi das Gegenteil davon war bislang das Ecklokal an der Kreuzung Birmensdorfer- und Schweighofstrasse: Hier haben sich in der jüngsten Dekade sechs oder sieben Wirte versucht, von Italienisch mit und ohne Pizza über (nicht soooo) gutbürgerlich bis zu libanesischen Mezze war fast alles dabei, was sonst in unserer «Little Big City» funktioniert, doch alle waren früher oder später wieder weg.

Diesmal aber – ein Stossgebet gen Himmel – könnte es endlich klappen! Einerseits, weil das vor ein paar Wochen eröffnete indische Tamarind Hill von einem Team geführt wird, das Zürich kennt – das gleichnamige Schwesterlokal in Oerlikon hat sich seit 2016 bestens bewährt. Andererseits, weil man sich das Motto «You never get a second chance to make a first impression» offenbar zu Herzen genommen hat – dass das Restaurant bereits nach so kurzer Akklimatisierung regelmässig gut besucht ist, kommt ja kaum von ungefähr.

Nach unserem Besuch am Tag der Arbeit (wir gaben ein extra anständiges Trinkgeld!) wissen wir: Ein Grund ist der aufmerksame und charmante Service – ein anderer sind all die Sachen, die auf die Teller und in die Gläser kommen. Bei uns waren dies je ein erfrischender, alkoholfreier Lemon Sprizz (10.50 Fr.), eine Portion Aloo Tikki (gebratene Kartoffelküchlein mit herbem Apfelchutney, 9.50 Fr.), ein zum Frohlocken köstliches Milli-Juli-Thali (Schälchen mit Poulet-, Lamm-, Fisch- und zwei Gemüsecurrys, serviert mit Reis und Naan-Brot, 79 Fr. für zwei Personen), begleitet von einem vollmundigen Chianti (45 Fr. für 5 dl). Das Schlusswort? Bitte, bitte, einfach genauso weitermachen!

Tamarind Hill, Birmensdorferstr. 427, 8055 Zürich. 044 461 14 00. Tamarindhill.ch

3 Kommentare zu «Diesmal könnte es endlich klappen!»

  • annetta tamburini sagt:

    Wir fanden das Essen auch sehr gut und für uns leider auch an der oberen Preisgrenze. Unter Fr. 33.- fand ich keine Hauptspeise und den Reis muss man noch extra bezahlen.

  • Johnny English sagt:

    War dort auch zu Mittagessen. Das Essen und Service war nichts auszusetzen, ausser dass ich in Zürich mit dem Restaurantpersonal auf Englisch unterhalten musste.

  • Loretan Isabelle sagt:

    Schade, dass das Tamarind Hill keine Lunch-Checks nimmt und schade für die Blüemli draussen vor der Terrasse, die einen himmeltraurigen Eindruck machen.
    Ansonsten ausgezeichnete Küche, zu laute Musik und für uns eher an der Preis Obergrenze.

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