Das Comeback der Vision

16 Jahre lang war die Vision in den Bergen wohl die bekannteste und beliebteste Outdoor-Party der Electronica-Szene. Nun ist sie zurück, kommt aber aus neuer Hand.

So sah die Vision damals aus.

Zürichs Partyszene rüstet sich für den Sommer. Die Programmverantwortlichen etlicher Clubs verzichten vermehrt auf Bookings ausländischer DJs mit hohen Gagen. Bars wie das Vagabundo oder die Kanonägass stellen den DJing-Betrieb komplett ein, und diverse Indoor-Partylabels verabschieden sich bald in die Sommerpause. Auf der anderen Seite haben die ersten Outdoor-Raves stattgefunden – beispielsweise im Strandbad Mythenquai, ausgerichtet von den Chefs der Rakete-Events und des Klaus-Clubs.

Es waren auch Adrian Wöllhaf, Samuel Gmür, Luke Dyer-Smith und Christian Hertach von Rakete, die letzte Woche die aufregendste Neuigkeit des Schweizer Outdoor-Partysommers 2019 zu verkünden hatten: Die Vision, eines der bedeutendsten Schweizer Open-Air-Happenings mit elektronischer Musik des vergangenen Vierteljahrhunderts, feiert ein Comeback. Gegründet wurde die Vision Mitte der 90er-Jahre von Leila Benaissa. Die Tages-Events in den Bergen, die jeweils von Samstag- bis Sonntagmittag dauerten, vermochten zu ihren erfolgreichsten Zeiten bis zu 7000 Raverinnen und Raver in die Natur zu locken. Adrian Wöllhaf, auch bekannt als DJ Adrian Flavor von Animal Trainer, war bereits in jener Zeit Teil der Vision-Crew: «Ich habe damals für Leila gearbeitet, und wir durften mit dem Hive an der letzten Ausgabe vor acht Jahren ein eigenes Partyzelt bespielen. Leila war eine wichtige Mentorin für mich, und ich habe viel von ihr gelernt. Sie war auch wichtig für die Lancierung des DJ-Duos Animal Trainer, das ich zusammen mit Samy Gmür gegründet habe.»

Nun wird der ehemalige Schüler zum Vision-Meister: Zusammen mit seinen Rakete-Partnern darf er die Vision neu lancieren und wird sie am 26. und 27. Juli nach acht Jahren Pause veranstalten. Stattfinden wird der Anlass im Amphitheater Hüntwangen, in einer Ortschaft bei Bülach: Die ehemalige Vision-Crew hat lange versucht, einen geeigneten Veranstaltungsort in den Bergen zu finden. Erfolglos, da dort die Anforderungen an den Naturschutz besonders diffizil sind. Deshalb verlegen die neuen Chefs die Vision erst einmal in besagtes Amphitheater, wo sich die behördlichen Hürden in Grenzen halten dürften. An der musikalischen Ausrichtung des Events soll hingegen nicht geschraubt werden. Adrian Wöllhaf: «Wir wollen auch die alten Vision-Gängerinnen und -Gänger abholen.» Das Line-up wird in den kommenden Wochen kommuniziert.

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