DJ und Umweltschützerin

Manuela Ardayfio alias DJ Ajele ist eine leidenschaftliche Wanderin. Den Plastikmüll am Wegesrand sammelt sie ein und entsorgt ihn dann fachgerecht.

Ajele mit «Fundstücken».

Der einzige Kunststoff, den Manuela Ardayfio alias DJ Ajele mag, ist Vinyl. Seit 23 Jahren schon: 1996 stand sie erstmals an zwei Plattentellern. «An irgendeiner Hundsverlochete», sagt sie. Bei Zürcher Hinterhof-Feten sollte es aber nicht bleiben. Sie entwickelte sich schnell zur stadtbekannten Turntable-Grösse, eroberte die Schweiz und schaffte gar den Sprung ins Ausland. Zwei Sommer lang waren ihre Sets auf Ibiza zu hören, an Partys von international renommierten Labels wie We Love Space. Auch heute bespielt sie noch Dancefloors in bekannten Clubs. Nicht mehr so oft, aber weiterhin gerne – sofern ihr die Party zusagt.

Vor fünf Jahren weilte Ajele auf den Kanaren, wo sie sich an einem Projekt für Permakultur beteiligte. Dieser Aufenthalt wurde zum einschneidenden Erlebnis: «Dort ist mein Bewusstsein für die Natur geweckt worden, und ich fing an, alles zu hinterfragen: mein Konsumverhalten, die Hektik meines Alltags…» Zurück in der Schweiz, reduzierte sie ihre Abfallproduktion, indem sie immer mit derselben Tüte einkaufen geht. Sie hat ein Abonnement bei Bio Mio abgeschlossen, und seither wird ihr alle zwei Wochen Gemüse nach Hause geliefert – ohne Verpackung, natürlich.

Sie hat ihr Engagement kontinuierlich intensiviert: Seit einiger Zeit strickt sie mit der Eigenmarke Lemonskin Putzlappen aus Hanfschnur. Sie beteiligt sich an Aktionen wie dem «We Pick Up Plastic in March» ihrer Bekannten Jacqueline Bürgi, bei der dazu aufgefordert wird, im März täglich mindestens drei Stück Plastikabfall vom Wegesrand aufzusammeln und diese korrekt zu entsorgen. Selbstverständlich tut dies Ajele nicht nur im aktuellen Monat, sondern immer. Auch auf ihren ausgedehnten Wanderungen durch die Alpen und Voralpen.

Ajele will nicht andere belehren. Sie erledigt all dies im sprichwörtlichen Vorbeigehen und hat es zur Selbstverständlichkeit erkoren. Andere zu erziehen, liegt ihr fern, wenn überhaupt, möchte sie nur inspirieren. Wahrscheinlich hat sie damit mehr Erfolg bei jenen, die selbst keinen Müll achtlos wegwerfen und die sich dank ihr nun überlegen, selbst welchen einzusammeln. Und vielleicht, aber nur vielleicht bewirkt ihr Effort ja auch bei jenen etwas, die noch immer ihre leeren Flaschen und Büchsen auf der Wiese liegen lassen oder gedankenlos aus dem Auto schmeissen.

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