Sara sucht eine Familie

Nachdem alle die Türen zugeknallt haben, sucht Sara eine klimaneutrale Gastfamilie.

Bei Sara das Thema Nummer 1: Das Klima. (Bild: Dominique Meienberg)

Am Sonntag sind ich und Kevin an die Demonstration in Zürich gegangen, um gegen die Klimaerwärmung und die Politiker zu demonstrieren, die die nächste Generation extrem vernachlässigen. In der Schule reden wir alle nur noch über dieses Thema, und unser Klassenlehrer hat uns die Zusammenhänge zwischen CO2 und Klimaerwärmung aufgezeigt.

Ich persönlich reduziere meinen CO2-Ausstoss, indem ich das Flugzeug nur für Flüge ausserhalb Europas benutze. Wenn ich Ferien in Europa mache, dann nehme ich immer den Zug. Ich versuche auch, kein Fleisch zu essen, da die Kühe für den Methan-Ausstoss hauptverantwortlich sind.

Meine Eltern stehen voll hinter mir. Nur mein Vater findet, ich soll langsam den Mund halten. Meine Mutter ist aber mit zur Demo gegangen. Sie hat mir gesagt, dass sie Tränen in den Augen hatte, als ich mein selbst gemaltes Poster in die Höhe hielt. Aufschrift: «System Change Now!!».

Wir haben in der Klasse demokratisch abgestimmt, dass wir ab jetzt jeden Montagmorgen streiken wollen. Wenn jetzt nichts passiert, passiert gar nichts! Unser Klassenlehrer fand das nicht lustig, hat er gesagt. Aber wir haben das ernst gemeint. Er hat uns gesagt, dass wir dann alle eine 1 in Mathematik und Geografie bekommen.

Aber das ist mir egal. Mein Vater hat am Abend herumgebrüllt: «Jetzt ist Schluss!» Meine Mutter hat auch gemeint, dass jetzt langsam Schluss sei. Aber ich habe gesagt: «Es geht um unsere Generation von morgen!» Mein Vater hat gesagt: «Dann entsorge ich dein Kaninchen.» Dann habe ich gesagt: «Wenn du das machst, sage ich das der Kesb.» Dann hat meine Mutter gesagt: «Jetzt hört doch bitte auf damit!»

Mein Vater hat aber die Tür zugeknallt. Dann sind die Nachbarn von unten gekommen und haben an die Tür geklopft. Meine Mutter musste ihnen versprechen, dass wir wieder leise streiten.

Dann habe ich aber das Kaninchen genommen und bin zu meinem Freund Kevin gegangen und habe zwei Stunden geweint. Kevin streichelte die ganze Zeit über meine Brüste und hat über meinen Vater geflucht. Dann wollte Kevin etwas Bestimmtes, aber ich nicht. Dann hat Kevin die Tür zugeknallt, und ich musste gehen.

Jetzt suche ich eine Gastfamilie. Am besten eine, die klimaneutral ist.

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