Es lebe das Wallis!

Für dieses Raclette reisen wir eigens nach Erlenbach – ins Fischstübli.

Am Holzfeuer zubereitet: Das Raclette im Fischstübli in Erlenbach. (Bild: Thomas Zemp)

Es gäbe auch eine Bouillabaisse oder – was sehr interessant tönt – selbstgemachte Fischstäbchen. Ganz standesgemäss für ein Restaurant namens Fischstübi. Doch dafür pilgern wir nicht nach Erlenbach. Die Spezialität des Hauses lockt uns: Raclette.

Das ist kein Zufall. Denn seit einem Jahr führt Jérémie Crettol als neuer Wirt die kleine Beiz im über 400 Jahre alten Haus nahe der Schifflände und seine Eltern betrieben früher Jahrzehnte lang das Chez Crettol in Küsnacht, das für Walliser Fondue und Raclette bekannt ist. Jérémie und seine Schwester Denise betrieben das Lokal zuerst weiter, bis vor zwei Jahren er ausstieg. Als Künstler wollte er sich seiner Bildhauerei und Malerei widmen. Bis er erfuhr, dass das Fischstübli zu haben war.

Die Kunst hat er deswegen ein wenig zurückgesteckt im ersten Jahr als alleiniger Wirt. Doch der Einrichtung des Lokals sieht man seine Leidenschaft an: Auf einem Tisch steht eine übergrosse Eisenfaust aus eigener Produktion, an den Wänden hängen Werke von befreundeten Künstler. Das Logo für das Restaurant und die Etikette des Hausweins stammt vom Zürcher Künstler Patrick Graf: Eine Meerjungfrau mit einem Glas Wein in der einen und etwas Käse in der anderen Hand.Crettol steht unterdessen nicht mehr alleine im Fischstübli, er hat einen Koch angestellt.

Er selber ist für das Raclette zuständig, das er am Holzfeuer zubereitet. A discrétion gibts die Spezialität (56 Fr. pro Person), zu der als Vorspeise ein gemischter Salat und ein Walliser Fleischteller gehören. Der ausgesprochen gute Käse bezieht Crettol aus dem Wallis, er stammt von Hans-Jörg Jäger aus dem kleinen Trutmanntal. Seinen Hauswein verkauft Crettol als Cuvée Fischstübli (41 Fr. pro Flasche), eine Assemblage  des Walliser Winzers Jean-René Gramanier als Spezialabfüllung.Bei Schnaps und Dessert kann der Gast weiter dem Wallis huldigen. Der Abricontine von Dupont in Saxon besticht durch einen reinen Geschmack. Und die Glace ordert der Wirt nicht bei einem hippen Stadtzürcher Produzenten, sondern bei der kleinen Manufaktur Hasta in Sion. Die seltene Sorten wie eine mit Bergamotten-Geschmack herstellt.

Da bleibt einem nur eines zu sagen: Es lebe das Fischstübli! Es lebe Jérémie Crettol! Und es lebe das Wallis!

Fischstübli
Schiffländestrasse 15, Erlenbach
Website

1 Kommentar zu «Es lebe das Wallis!»

  • Asta Amman sagt:

    Ja, der Autor hat den Artikel wohl gleich im Anschluss an das feuchtfröhliche kulinarische Elebnis geschrieben. Darauf lassen auch der Satz betr. Käselieferant und der „Abricontine“ schliessen.

Kommentar

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